Wolfenstein II: The New Colossus (Herstellerbild)

Vor vier Jahren ist Wolfenstein: The New Order erschienen was für mich ein Grund war mal wieder über das Thema Ländersperren zu referieren. Ende letztens Jahres ist mit Wolfenstein II: The New Colossus nun der sehnlich erwartete Nachfolger auf den Markt gekommen – ihr wisst worauf ich hinaus möchte? Genau: Heute geht es um den aktuellen Stand beim Thema Geoblocking.

Der aktuelle Stand

Wer gedacht hat, dass dank der sogenannten Portabilitätsverordnung nun das Geoblocking auf Steam ein Ende hat, der hat sich leider getäuscht. Valve scheint auf dem Standpunkt zu stehen, dass die seit 1. April 2018 EU-weite Verpflichtung gegen das Geoblocking nicht für ihren Shop gilt und erlaubt es den Publishern weiterhin selbst EU-Versionen für einzelne EU-Länder zu blockieren (meistens Deutschland). Der einzige Lichtblick ist, dass sich meine dunkle Vision von 2014 noch nicht bewahrheitet hat. So scheint zumindest auf Steam das Thema weiterhin nur für Titel mit gewissen Symbolen (neben Wolfenstein II: The New Colossus z.B. Call of Duty: WWII) sowie Ostblock-Importe (die aber sowieso nicht alle zur EU gehören) zu gelten.

SteamDB-Eintrag

An der eigentlichen Blockade hat sich dabei nicht viel geändert: Im Shop kann man als Deutscher nur die deutsche Version kaufen und selbst wenn man eine Retailbox z.B. in Österreich kauft, lässt sich der darin enthaltene Key nicht aktivieren. Auch die Installation und der Start der betroffenen Spiele ist selbst nach der Aktivierung dank des Flags „prohibitrunincountries“ erst einmal nicht möglich. Ganz neu ist allerdings, dass selbst der Download nun ausgeschlossen wird. Während Bethesda damals mit „preloadonly“ zwar den Start aber wie der Name schon sagt nicht den Download des Spiels verhindert hat, wurde in der Zwischenzeit der „prohibit“-Flag anscheinend um zusätzliche Funktionen erweitert – darunter das Downloadverbot.

Die Neuerungen

Aus Sicht des Publishers also erst einmal nicht viel Neues. Warum also ein eigener Eintrag? Nun, weil auch Steam schlauer geworden ist, denn das mit der VPN ist nicht mehr so einfach (und verstößt weiterhin gegen die Terms of Service von Steam womit man riskiert den kompletten Steam-Account zu verlieren). Die Aktivierung geht zwar weiterhin mit den üblichen Mitteln beim Installieren und Spielen sind jedoch zusätzliche Prüfungen auf euer aktuelles Territorium eingebaut:

Ihr kennt ja sicher die Zwei-Faktor-Authentifizierung namens Steam Guard. Die ist super und sinnvoll aber natürlich fragt Steam nach dem Starten mit einer VPN nach diesem Code. Also startet ihr die App auf dem Handy, die sich logischerweise genauso in Steam einloggt. Funktioniert tadellos – allerdings behauptet Steam anschließend immer noch, ihr wärt nicht im richtigen Land. Warum? Ganz einfach: Weil ihr euch auf dem Handy sicherlich mit einer deutschen IP eingeloggt habt. Und wie es sich für ein intelligentes Programm gehört, merkt Steam das.

Gut, denkt man sich, dann eben Desktop per VPN, Handy per VPN jeweils mit amerikanischer IP (meist die einzige kostenlose Variante bei den Bezahl-VPNs) – ja ne, dat jet au ned. Aus zwei Gründen: Zum einen merkt sich Steam, dass ihr innerhalb der letzten 24 Stunden schon einmal mit einer deutschen IP euch eingeloggt habt. Kommt ihr also in der Zeit mit einer anderen an, dann wird das erneut einfach ignoriert. Und selbst wenn es der erste Steam-Start des Tages ist, klappt es mit einer amerikanischen IP trotzdem nicht. Da sind wir nämlich wieder beim Thema „regionalisierte Keys“. Sprich mit einer Nicht-EU-IP verweigert Steam mittlerweile auch jedwede Mitarbeit.

Das Bekloppte

Call of Duty: WWII (Herstellerbild)

Bleibt also doch nur noch der Kauf von deutschen Versionen solange sich die Gesetzeslage nicht ändert? Nein, komischerweise nicht. Ich hatte nicht umsonst „erst einmal“ geschrieben. Ich habe zwar noch nicht verstanden, warum es passiert – die Einträge in der SteamDB verändern sich nämlich nicht – aber 90 Tage nach der Aktivierung (die wie oben erwähnt derzeit noch mit einfacher VPN funktioniert) entfallen die Restriktionen. Wenn ihr also den Titel am 1.1.18 aktiviert, könnt ihr ihn ab 1.4.18 ganz normal mit deutscher IP-Adresse installieren und spielen. Das war tatsächlich schon vor vier Jahren so. Ich hatte damals in den Kommentaren verwundert geschrieben, dass es plötzlich funktioniert und hielt es für eine Fehlfunktion. Aber nein, das ist ein „geheimes“ Steamfeature. Total komisch aber man will sich ja nicht beschweren.

Stattdessen kann sich lieber weiterhin über die allgemeine Situation aufregen, die überhaupt erst zu dieser bescheuerten Situation führt: Das Thema mit den Hakenkreuzen in Videospielen. Während in allen anderen Unterhaltungsmedien explizit unterschieden wird, ob es unter die Kunstfreiheit fällt oder nicht, wird bei Videospielen weiterhin aus Sicht der Publisher die Zensur-Schraube angezogen. Dabei wäre das vermutlich gar nicht mehr nötig, wie jetzt der Verband für Deutschlands Video- und Computerspieler erstmals von der Staatsanwaltschaft bestätigt bekommen hat.

Ein veraltetes Urteil

Kann man sogar zu 2. spielen!

Ihr könnt (und solltet) die ganze Geschichte direkt beim Verband lesen. Aber die Kurzfassung: Zur Bundestagswahl wurde von den öffentlich-rechtlichen ein Browserspiel namens Bundes Fighter II Turbo veröffentlicht – wie der Name schon sagt eine Street Fighter II-Parodie. Darin kam logischerweise auch ein AfD-Politiker vor. Der Krux an der Sache: Bei seiner Spezialattacke formt er ein Hakenkreuz. Also hat der VDVC den Titel als Anlass genommen Anzeige zu erstatten. Das Ergebnis: Die Anzeige wurde vom Staatsanwalt abgelehnt und in einer Stellungnahme grob gesagt darauf hingewiesen, dass das berühmt berüchtigte Wolfenstein 3D-Urteil von 1998 keine Relevanz mehr hat. Die Zeiten haben sich geändert (USK ist verpflichtend und Spiele werden als Kunst angesehen) und entsprechend sieht die Staatsanwaltschaft kein grundsätzliches Verbot von Hakenkreuzen in Videospielen mehr. Ausnahme sind gestern wie heute Werke, die den Nationalsozialismus verherrlichen. Dazu gehört Wolfenstein II: The New Colossus logischerweise absolut nicht.

Das ist eine durchaus erfreuliche Nachricht aber leider nur der erste Schritt dahin, dass die Publisher damit aufhören in vorausseilendem Gehorsam eine zensierte deutsche Version zu schaffen. Um echte Rechtssicherheit zu schaffen (und das braucht es bei einem AAA-Titel), müsste jemand einen relevanten (unzensierten) Titel bei der USK zur Freigabe einreichen und dann ggf. durch die Instanzen gehen, wenn die Freigabe verweigert wird. Das ginge sogar mit einem bereits erschienen Werk – man müsste also keine Umsatzeinbußen fürchten. Einzig und allein einige Verbände und Medien würden vermutlich die Steilvorlagen annehmen und hetzen von wegen „Nazi-Publisher“ oder sowas, weil sie keine Ahnung haben und sowas gerne machen. Aber ich vermute dieser Sturm würde relativ zügig vorüberziehen (und die Verkaufszahlen nur nach oben treiben statt zu senken). Gleichzeitig könnten sie sich in Zukunft eben die angepassten Versionen für den deutschen Markt sparen. Kann mir nicht vorstellen, dass die so billig sind.

Insofern stehen die Chancen aktuell so gut wie nie, dass es bei diesem Thema endlich mal echte Fortschritten geben wird in den nächsten Jahren. Vielleicht kann Wolfenstein III dann endlich auch in Deutschland Herrn Hitler mit Bart zeigen :smile: .

Eine schlafende Kessy

Achtung: Die erste Hälfte des heutigen Eintrags mag dem ein oder anderen etwas aggressiv erscheinen.

Für mich ist ein Zeichen von echter Intelligenz und Reife, die Freiheit sich umzuentscheiden und es beim nächsten Mal anders/besser zu können. Während die Spinne ihr beschädigtes oder gar zerstörtes Netz einfach noch einmal neu an gleicher Stelle aufbaut, haben unter anderem wir Menschen die Möglichkeit aus Fehlern zu lernen oder unsere Meinung zu ändern. Es gibt nicht umsonst das Sprichwort „Hinterher ist man immer schlauer“. Außerdem sagte schon Vaas in FarCry 3: „Insanity is doing the exact… same fucking thing… over and over again expecting… shit to change…“. Entsprechend allergisch reagiere ich auch auf Leute, die mir Sachen vorhalten wie „Vor 20 Jahren hast du aber noch gesagt, dass XYZ total doof wäre!!!!!1111“, aber das nur am Rande.

Mir geht es stattdessen mal wieder um unsere lieben Vierbeiner, genauer gesagt um Katzen. Ihr wisst ja, wie sehr mir die kleinen Flauschbälle am Herzen liegen. Und wie wichtig es ist, sie richtig zu füttern, hatte ich euch bereits vergangenes Jahr ausführlich dargelegt. Das war so ein Thema, wo man trefflich sagen konnte „Lernen durch Schmerz“. Auch wenn ich niemals erfahren werde ob Felix, Kessy und Micky tatsächlich hauptsächlich dank des schlechten Futters zu früh von uns gegangen sind, haben Lysanda und ich unsere Konsequenzen gezogen und versuchen es nun anders und hoffentlich besser zu machen. Und das gilt logischerweise nicht nur für das Futter, sondern genauso für die grundsätzliche Haltung unserer Vierbeiner.

Noch mehr Aufreger

Unser süßer Pichu

Fangen wir mit dem offensichtlichsten an: Wir haben nicht umsonst vier Katzen im Haushalt. Gut, es sollten ursprünglich nur zwei sein. Aber auch das ist wieder ein gutes Beispiel dafür, dass man seine Flexibilität und Lernfähigkeit als Mensch nutzen sollte. Wir hätten natürlich nur Balu und Nica ein Zuhause geben können. Aber vermutlich wäre Balu mittlerweile aus allen Nähten geplatzt, weil er sich aus Langeweile so viel angefressen hätte und wir müssten ihn mit Diäten und Bewegungsprogrammen quälen. Oder der Vogel- und Mäusebestand wäre im gesamten Dorf auf „0“ gesunken. Stattdessen haben wir gesehen, dass es ihm nicht gut geht und festgestellt, dass ihm ein Spielpartner fehlt. Das Ergebnis war, dass wir die damals noch junge Lyssi ins Haus geholt haben.

Das war zwar technisch gesehen auch nicht die richtige Entscheidung, weil sie immer noch nicht so richtig mit Balu spielt. Aber daraus haben wir erneut Konsequenzen gezogen, unser Suchmuster angepasst und Pichu ins Haus geholt, der tatsächlich die Lücke schloss. Die Entscheidung für Jules war ebenso wohl überlegt und nicht einfach nur „ooooh, süße Katze – die nehmen wir!“.

Wir haben uns also zwar anfangs zwei Katzen ins Haus geholt, weil wir sie wollten und sie uns sympathisch vorkamen. Haben uns dann aber auch mit ihnen beschäftigt und um sie gekümmert, statt sie zwei Wochen später dem Tierschutz wieder zurückzugeben („Weil die Zusammenführung nicht geklappt hat“ oder „Weil sie neben das Katzenklo kackt“) oder sie nach mehreren Jahren plötzlich bei eBay Kleinanzeigen zu verschenken, nur weil der neue Freund/Freundin sie nicht mag.

Lernfähig?

Pichu & Jules haben sich gern

Jetzt werdet ihr sagen: „Das ist doch selbstverständlich! Wenn ich ein Haustier aufnehme, dann kümmere ich mich darum und sorge dafür, dass es ihm gut geht!“ Ja, das würde ich tatsächlich auch erwarten. Ich gehe sogar davon aus, dass die meisten Haustierbesitzer diesen Anspruch haben. Und es gibt sicherlich mal Situationen, da geht es wirklich nicht anders, weil die Sache sich anders entwickelt hat als geplant. Insofern liegt es selten an Vorsatz, sondern eher an Überforderung und/oder Unwissenheit, wenn mit der Katze nicht gut umgegangen wird. Und wer wegen seiner Katze zum Tierpsychologen geht, will ja genauso nur ihr bestes, sonst würde er keine 60 Euro oder mehr für sowas berappen. Lysanda und ich sind schließlich die besten Beispiele (lange Jahre nur Einzelgängerkatzen und Billigfutter).

Deswegen noch einmal: Das Wichtigste ist zu lernen und sich auch mal was sagen zu lassen statt auf alles nur pampig mit einem „Was weißt du schon?!“ zu reagieren. Das heißt nicht gleich, dass die anderen pauschal Recht haben. Aber mit mehr Informationen lässt sich immer eine fundierte Entscheidung treffen – und das gilt für alle Lebensbereiche.

Die Tipps

Nachdem ich nun eine DINA4-Seite (Calibri, 11pt) lang über die Menschheit gejammert habe, kommen wir doch mal konkret zu den Tipps für alle, die entweder planen sich Katzen anzuschaffen oder schon welche haben. Der Wichtigste ist den Mythos von wegen „Katzen wären Einzelgänger“ aus seinem Kopf zu löschen. Ich hatte es sicherlich schon mehrfach erwähnt, aber das schlimmste, was ihr nicht nur eurem Tier, sondern auch euch selbst antun könnt ist nur ein einziges Fellknäul im Haus. Vor allem, wenn es als reine Hauskatze gehalten werden soll. Das ist übrigens nicht per se schlimm. Wenn die Katze nichts anderes kennt, kommt die damit klar und manche haben auch Beeinträchtigungen, die einen Freigang verhindern (Krankheit, Blind, Taub, etc.). Mann muss sie halt nur noch wesentlich mehr beschäftigen als einen Freigänger.

Aber selbst wenn ihr eure Katze zu einem Freigänger machen wollt, sollte sie niemals unter einem Alter von 1 Jahr nach draußen gelassen werden. Das passte unserer Lyssi zwar überhaupt nicht. Aber lieber eine unruhige Katze als eine Katze, die nicht mehr nach Hause findet oder schlimmstenfalls sogar überfahren wird. Ab einem Jahr kann die Katze Gefahren wesentlich besser einschätzen als vorher. Ähnlich wie bei Kindern, die lange brauchen bevor sie Geräuschquellen richtig orten können. Aber auch erwachsene Katzen sollten zur Eingewöhnung erst einmal 3-6 Wochen im Haus bleiben bevor es raus geht.

Pichu & Lyssi können sich auch leiden

Doch zurück zum Thema Einzelkatzen: Ja, natürlich haben und werden Generationen von Katzen alleine durchs Leben streifen und kommen irgendwie damit klar (zumindest bilde ich mir ein, dass es meinen Katzen trotzdem ganz gut bei mir ging). Aber es muss einfach nicht sein. Sie sind so viel glücklicher und zufriedener, wenn sie einen (gleichaltrigen und meist auch gleichgeschlechtlichen) Spielpartner haben können. Aber vor allem bei reiner Wohnungshaltung, erspart ihr euch viele Probleme, wenn es einen Partner gibt. Fakt ist nämlich, dass Einzelkatzen unter diesen Umständen sehr gerne psychologische Störungen entwickeln oder ihren Jagdtrieb an euch und eurem Hab und Gut auslassen. Mal abgesehen von den „kleinen“ Ärgerlichkeiten wie zerkratze Möbel aus Langeweile oder eine extrem nervige Anhänglichkeit, wenn ihr mal Zuhause seid. Wenngleich viele Menschen das als „süß“ bezeichnen – es ist tatsächlich nicht normal. Also zeigt Mut zur Zweitkatze: Die Kosten sind zwar etwas höher (wir verbrauchen aktuell 1,6kg Futter pro Tag), aber ihr und eure Katzen haben definitiv mehr davon. Pro-Tipp: Am besten sind zwei Katzen aus dem gleichen Wurf. Da braucht man keine umfangreiche Zusammenführung zu machen.

Alt genug?

Außerdem beim Thema „Anschaffen“ wichtig zu berücksichtigen: Niemals Katzen unter 12 Wochen aufnehmen. Erst dann sind sie ausreichend sozialisiert, ihr Immunsystem dank der Muttermilch auf gutem Stand gebracht und ihr Charakter gefestigt. Werden sie früher vom Muttertier weggenommen, dann ist das nicht nur ein Zeichen für einen unseriösen Züchter oder Tierschutzverein – es ist auch ein Trauma für die Katze mit entsprechenden Verhaltensstörungen im weiteren Lebensverlauf.

Freilich lässt sich bei Katzen vom Tierschutz nicht ausschließlich, dass ihr eine Katze bekommt, die keine 12 Wochen bei der Mutter war z.B. wenn diese vorher verstorben ist. Sie hat natürlich genauso viel Liebe verdient wie alle anderen. Es zu wissen, hilft aber ungemein bestimmte Verhaltensmuster des Stubentigers zu verstehen (wir schauen dich an, Pichu). Aber trotzdem auf keinen Fall aus Mitleid kaufen. Es gibt tatsächlich einen Haufen verdammter Arschlöcher da draußen in der Welt – besser bekannt als „Vermehrer“ -, die ihre Katze werfen lassen, nur um Geld zu verdienen. Wenn die Katzen auch immer noch gekauft werden, muss die Mutter weiter als Gebärmaschine herhalten. Und was werden die wohl mit Katzen machen, die sie nicht losbekommen? Dreimal dürft ihr raten. Wenn sie aber auf den Katzen sitzenbleiben, dann hören sie vielleicht mit dem Scheiß auf und suchen sich ein anderes Hobby (vermutlich Wühltischwelpen…noch so ein Mist).

Balu geht gern hoch hinaus

Also niemals auf eBay Kleinanzeigen oder ähnlichen Portalen auf Anzeigen reinfallen, wo extrem junge Katzen für 50 Euro oder einen ähnlich mickrigen Betrag angeboten werden. Ihr unterstützt damit nur, dass diese Kerle weiter Tiere in die Welt setzen. Stattdessen bei Tierheimen oder Tierschutzvereinen zuschlagen, denn es gibt dort genug „normale“ Katzen, die ein Zuhause suchen. Wenn es denn unbedingt eine Rassenkatze sein soll, dann sucht euch einen seriösen Züchter.

Deshalb sofort stutzig werden immer bei folgenden Anzeichen:

  • Eine Schutzgebühr unter 100 Euro (und selbst da wird der Tierschutzverein noch draufzahlen)
  • Keine Tests auf FIV und FelV vorhanden
  • Keine Untersuchung/Behandlung auf Parasiten
  • Keine Angaben über irgendwelche Erkrankungen/Beeinträchtigungen
  • Keine Impfung, kein Chip vorhanden
  • Keine genaue Beschreibung der Katze
  • Ein drängelnder Ton von wegen „Muss sofort weg“
  • Eine Übergabe ohne Vertrag
  • Kein Hausbesuch durch den Verkäufer bei euch oder zumindest keine vertraglich zugesicherte Möglichkeit für den Verkäufer euch zu besuchen

Übrigens ist auf Tierheime und Tierschutzvereine leider auch nicht uneingeschränkt verlass. Grundproblem ist, dass sie ihre Tiere oftmals nicht wirklich gut kennen und entsprechend Blödsinn erzählen/euch die „falsche“ Katze aufschwatzen. Also hier ebenso genau hinschauen, sich im Vorfeld der Adoption ausführlich mit den Beteiligten unterhalten, um ein Gefühl dafür zu bekommen ob die vermittelnde Stelle ihre Katzen kennt und grundsätzlich ein echtes Interesse an ihrem Wohl hat. Das Tierheim hätte uns bspw. ein kleines, schwarzes Kitten zu unserem Balu vermittelt während einer der Tierschutzvereine nur mal geschaut hat, ob unser Haus existiert aber ansonsten sofort den Vertrag unterschreiben lassen wollte. Bei Pichu und Jules hatten wir hingegen sehr netten Besuch und ein ausführliches Gespräch über Katzen.

Der Tierarzt

Jules ist eine relaxte Katze

Lysanda und ich sind zugebenermaßen aufgrund vieler schlechter Erfahrungen mittlerweile etwas skeptisch gegenüber Ärzten. Das gilt zwar auch für Tierärzte (Wie kann man nur Nierentrockenfutter empfehlen?!) aber wie immer gilt: Nicht alle sind schlecht und definitiv einmal im Jahr zur Kontrolle hingehen. Alternativmedizin hin oder her – bevor ich darauf hoffe, dass meine Katze allein durch Energiewellen geheilt wird, investiere ich doch erst einmal das Geld für den Tierarzt. Wenn ihr das nicht übrig habt (gilt genauso für das Futter), dann solltet ihr euch kein Haustier anschaffen. Punkt. Da gibt es keinerlei Diskussion mit mir.

Auch wichtig ist, dass ihr eure Katze allerspätestens mit einem Alter von 6 Monaten kastrieren lasst (manche Züchter geben ihre Katzen nur kastriert ab – also auch schon mit 12 Wochen). Ich hatte es schon einmal erwähnt, aber es gibt einfach immer noch zu viele, die das nicht machen lassen und damit zur Überfüllung der Tierheime beitragen. Ein Grund, warum ich zu den Verfechtern einer Kastrationspflicht gehöre. Anders als bei Hunden tut ihr damit den Katzen, der Vogelwelt und euch einen großen Gefallen. Und ja: Das gilt ebenso für reine Wohnungskatzen. Ihr wollt definitiv keinen notgeilen Kater im Haus haben, der alles und jeden anpinkelt.

Noch mehr beim Tierarzt

Genauso wichtig ist das Chippen zusammen mit der Registrierung bei Tasso – und zwar egal ob ihr einen Stubentiger oder einen Freigänger habt. Das Registrieren kostet nichts und wenn es hart auf hart kommt, seid ihr echt froh und dankbar für die Unterstützung – und wenn es nur der Anruf ist, der euch über den Tod eures Lieblings informiert. Ungewissheit ist schließlich noch schlimmer als der Tod.
Tätowieren macht man heutzutage hingegen höchstens noch als Diebstahlschutz (weil man bei einer geschippten Katze von außen nicht sehen kann, dass sie jemandem gehört). Zur Wiederfindung ist sie mit zunehmenden Katzenalter nämlich nicht mehr geeignet, weil sie verblasst oder unleserlich wird. Der Chip hingegen geht selten im Laufe eines Katzenlebens kaputt.

Zu guter Letzt gibt es beim Tierarzt noch das Thema Impfen. Die Grundimmunisierung sollte bei allen gemacht werden. Danach ist nur für Katzenschnupfen eine jährliche Nachimpfung notwendig (wobei manche sagen, dass es so ab 10 Jahre auch nicht mehr gebraucht wird, weil genug Antikörper vorhanden sind). Bei den anderen hängt es vom Wirkstoff ab – deswegen unbedingt bei eurem Tierarzt nachfragen oder das, was er spritzt googeln. Unsere Tierärztin benutzt beispielsweise ein Tollwutmittel, welches laut Hersteller 3 Jahre anhält und das gegen Katzenseuche 2 Jahre. Damit jährlich zu impfen ist nicht nur Geldverschwendung, sondern kann sogar gefährlicher für die Katze sein als gar keine Impfung.

Eine halbe Freigängerkatze…

Das gilt auch für das Entwurmen und Entflohen. Viele Tierärzte empfehlen das alle 4-6 Wochen zu machen. Tatsächlich Sinn macht so eine Behandlung aber erst bei akutem Befall. Ob eine Katze Würmer hat, wird über eine Kotprobe festgestellt. Flöhe lassen sich hingegen mit einem Flohkamm anhand ihres Kots ganz gut nachweisen. Aber nicht vergessen: Der Kram wirkt vier Wochen und nur bei erwachsenen Flöhen. Die neue Generation schlüpft aber erst nach 4 Wochen. Also immer zweimal behandeln.

Das Ende

Zum Abschluss noch der wichtigste Tipp von allen: Habt Geduld mit euren kleinen Mitbewohnern und auch den Mut im Zweifel den nächsten Schritt zu gehen. Geduld haben und dem Tier eine Chance geben, denn Katzen sind lernfähig und je nachdem was sie vorher erlebt hat, anfangs etwas schwieriger im Umgang. Das macht sie aber nicht gleich zu einem hoffnungslosen Fall. Wenn sich nach sechs Monaten die beiden Katzen jedoch immer noch nicht verstehen und gegenseitig blutig prügeln, ja dann sollte man tatsächlich eine wieder abgeben. Quasi „Mut zum Tierwohl“. Aber nicht aufgeben und es mit einem anderen Partner wieder probieren.

Natürlich ärgere ich mich massiv über die Löcher in unseren sündhaft teuren Gardinen. Aber die kann ich im Zweifel ersetzen. Das Gefühl Balu, Lyssi, Pichu und Jules ein schönes Zuhause geben zu können hingegen nicht. Also tue ich lieber alles dafür, dass es ihnen gut geht als sie wegen sowas gleich vor die Tür zu setzen wie es mitunter andere Leute tun. Und wenn ihr einen Partner bekommt, der keine Katzen mag, dann würde ich zweimal darüber nachdenken ob es die Beziehung tatsächlich wert ist dafür die Katze zu opfern. Sie ist garantiert ihr Leben lang bei euch, da könnt ihr euch sicher sein. Beim eurem Partner sieht das schon etwas anders aus. Gegen Katzenallergie hilft hingegen eine Bioresonanz-Therapie.

Und dann gibt es noch die Frauen, die wegen ihrem Neugeborenen (oder zukünftigen) plötzlich wegen irgendwelcher irrationalen Ängste (unsauberes Katzenklo, Katze kratzt Kind, etc.) die Katze abgeben wollen. Fakt ist: Katzen und Kinder vertragen sich normalerweise prächtig. Also schmeißt die Katze nicht gleich raus, nur weil sich etwas in eurem Leben verändert hat! Oder macht ihr das auch mit euren Mitmenschen?

Hab‘ ich schon erwähnt, dass mich solche Geschichten extrem aggressiv machen? Nein? Naja, dann habt ihr es sicherlich am heutigen Eintrag gemerkt. Ich verdanke zwar so einer Person, dass Kessy ihren Weg zu mir gefunden hat. Aber verstehen tue ich so ein „Meine Katze ist austauschbar“-Verhalten trotzdem nicht.

In diesem Sinne: Bis Montag!

League of Legends (ESLtv Screencap)

League of Legends (ESLtv Screencap)

Es dürfte mittlerweile klar sein, dass ich absoluter Fan von eSport-Streams bin. Ich finde es super und überhaupt nicht langweilig den Pros dabei zuzuschauen, wie sie ihre Arbeit machen. Ich fiebere feste mit, freue mich über „sick plays“ und lerne hier und da tatsächlich auch dazu beziehungsweise versuche bestimmte Sachen bewusst zu beachten/zu machen wenn ich dann mal selbst spiele (mit mehr oder weniger Erfolg, versteht sich). Zwar habe ich in keinem Spiel irgendein Team, wo ich jetzt sage: Das sind meine absoluten Favoriten und ich verfolge jeden Schritt, den sie tun. Aber natürlich gibt es in jedem Match jemanden, den ich dann doch lieber gewinnen sehe (meist das bekanntere Team :smile: ). Derzeit schaue ich League of Legends, Counter-Strike: Global Offensive und selbstverständlich Quake Live. Ab und an auch mal eine Runde StarCraft II aber mit DotA 2 kann ich weiterhin überhaupt nichts anfangen und mit Hearthstone erst recht nicht (Magic the Gathering for life!). Doch um die geht es heute gar nicht.

Meine Aufgabe ist es hingegen wie immer euch meine Interessen aufzuzwingen. Schließlich ist das Internet einzig alleine dazu da, andere von eurer Sichtweise zu überzeugen. Und deshalb gebe ich euch heute einen kleinen Guide zur Einführung in die Welt des professionellen Counter-Strike: Global Offensive-Spielens an die Hand. Als nicht, wie ihr selbst zu einem Profi werdet. Wenn ich das wüsste, würde ich jetzt in Schweden in einem Gamerhaus sitzen und trainieren! Nein, ich will euch nur ein paar Grundlagen geben, damit ihr vielleicht auch mal eine Runde zuschaut, ihr daran Gefallen findet und ihr eurerseits die Szene noch bekannter macht! Ihr dachtet doch nicht ernsthaft, ich würde das aus Nächstenliebe tun, oder?!

Das Spiel

Ich gehe zwar stark davon aus, dass jeder, der diese Zeilen liest schon einmal irgendeine Version von Counter-Strike gespielt hat, aber ganz kurz: Counter-Strike begann 1999 als eine Modifikation für Half-Life. Seit 1999 gab es drei relevante Versionen des Spiels: Counter-Strike 1.6, Counter-Strike: Source und Counter-Strike: Global Offensive. Letztere ist die einzig relevante. Zwar hängen noch ein paar Pros in den Vorgängern fest und es gibt sicherlich auch noch vereinzelt Turniere. Die Masse an Spielern findet sich jedoch im neusten Teil wieder.

Counter-Strike: Global Offensive (Herstellerbild)

Counter-Strike: Global Offensive (Herstellerbild)

In Counter-Strike: Global Offensive traten zwei Teams mit je 5 Leuten in verschiedenen Spielmodi gegeneinander an: Die Terroristen gegen die Counter-Terroristen. Einer dieser Spielmodi und der einzige, der professionell gezockt wird, ist das Bombenlegen. Die Terroristen müssen innerhalb von zwei Minuten an einem von zwei Orten eine Bombe ablegen und diese 30 Sekunden lang verteidigen (dann explodiert sie). Die Aufgabe der Counter-Terroristen ist es logischerweise dies zu verhindern. Nach 15 Runden werden die Seiten gewechselt und wer es zuerst schafft 16 Runden zu gewinnen, der hat gewonnen.

Beiden Seiten steht am Anfang einer Runde eine gewisse Menge an Geld zur Verfügung (abhängig davon, ob die Bombe gelegt wurde, ob sie die Runde gewonnen haben, wie viele Leute jemand getötet hat, was in der vorherigen Runde gekauft wurde und so weiter und so fort), um sich mit Waffen (alles reale Schießprügel) und Ausrüstung (Bombenentschärfungskit, Granaten, Kevlarweste, etc.) auszustatten. Allein schon diese Mechanik bringt ein großes Maß an Strategie rein, da ein wichtiger Schritt zum Sieg ist, die Wirtschaft des gegnerischen Teams zu zerstören und sie zum „Ecoen“ zu zwingen. Sprich sie haben so wenig Geld übrig, dass sie sich nicht anständig ausstatten können und ziehen deshalb blank (Standardpistole und maximal 2-3 Granaten), um dann in der nächsten Runde wieder genug Geld zu haben. Das sind dann (normalerweise) relativ einfach zu gewinnende Runden für das andere Team.

Die Karten

In Counter-Strike: Global Offensive stehen euch haufenweise Karten zur Verfügung, auf denen ihr euch austoben könnt. Und zwar auch ohne, dass ihr in den Steam Workshop schaut. Aber zum einen eignen sich nicht wirklich alle, um darauf anständige und ausbalancierte Matches ablaufen zu lassen. Zum anderen kann man jetzt von den Pros auch nicht verlangen 2000 Karten (Übertreibung) zu beherrschen. Deshalb wird in den Ligen und auf den Turnieren aktuell hauptsächlich ein Pool aus den folgenden Karten gebildet:

Die Links führen zu einer Übersicht der Karte, da es sicherlich nicht zuführend wäre, wenn ich sie euch hier mündlich beschreibe. Könntet damit vermutlich sowieso nichts anfangen :smile: .

Turniere und Ligen

Da die eSport-Szene von Counter-Strike: Global Offensive aktuell äußerst lebendig ist, gibt es auch so einige Turniere und Ligen, denen ihr folgen könnt. Die wichtigsten sind aus meiner Sicht in Europa die folgenden. Allerdings wichtig zu beachten: Hauptsprache ist Englisch. Es gibt hier und da auch mal eine russische Übertragung. Aber selbst die Deutsche Meisterschaft fand am Wochenende auf Englisch statt.

  • Logo der Starladder

    Logo der Starladder

    Starladder (Russland; Online und LAN) – Season 12 startet heute mit der Gruppenphase. Es geht um 50.000 Dollar und 16 Teams kämpfen um die Kohle. Übertragen werden die Spiele hauptsächlich auf dem Twitch-Channel >starladder5 .

  • Fragbite Masters (Schweden; Online und LAN) – Season 4 startet nächstes Jahr. Es geht vermutlich wieder um circa 17.000 Euro (160.000 SEK) und bis zu 128 Teams kämpfen um den Preis. Hauptübertragungsort ist der Twitch-Channel FragbiteLive.

  • Dreamhack (Schweden; LAN) – Die Weltmeisterschaft (wenngleich dann doch hauptsächlich nur europäische Teams immer da sind), die zweimal im Jahr stattfindet (Dreamhack Summer und Dreamhack Winter). 16 Teams ringen um 100.000 Dollar und auf Twitch geht es im Juni/Juli 2015 unter DreamhackCS wieder zur Sache.

  • ESL (The eSports League) (Deutschland, Online und LAN) – Die wohl älteste, noch existierende Liga oder eher „Ligen“, denn die ESL bietet einiges an. Darunter auch das Prestigeträchtigste Event, die Intel Extreme Masters. Die sind aber diese Saison ohne Counter-Strike: Global Offensive, was natürlich schade ist. Doch egal um was es gerade geht: Unter ESLtv könnt ihr zuschauen und bekommt sogar hin und wieder sogar einen deutschen Kommentar!

  • FACEIT League (UK; Online) – Wann die nächste Saison startet ist noch nicht bekannt aber es ging das letzte Mal um 50.000 Dollar für 6 Nordamerikanische und 30 europäische Teams. Heimat der Übertragung ist der Twitch-Channel FACEITTV.

Caster & Analysten

Einfach nur einem Spiel zuschauen kann Spaß machen, aber viel schöner ist natürlich wenn euch jemand auch erklärt, was denn so auf dem Bildschirm los ist. Entsprechend nachfolgenden ein paar Personen, denen es sich besonders lohnt zuzuhören:

  • Anders und Semmler (Fragbite Live Screencap)

    Anders und Semmler (Fragbite Live Screencap)

    Anders Blume (RoomOnFire) – Ein kleiner Feuerball. Extrem guter Play-by-Play-Caster, der es schafft euch mit seinem sehr aktiven Kommentar-Stil sehr gut ins Geschehen rein zu ziehen.

  • Auguste „Semmler“ Massonnat (RoomOnFire) – Co-Kommentator und der perfekte Ausgleich zu Anders Blume. Wesentlich ruhiger unterwegs und entsprechend mehr für die Analyse zuständig. Ergänzen sich sehr gut die beiden und sind sehr gern gesehene Gäste bei allen Ligen und Turnieren.

  • Daniel „ddk“ Kapadia (FACEITTV) – Kommt aus dem Quake-Bereich (ehemaliger QuakeWorld-Pro) und castet schon einige Jahr. Ist nicht unbedingt der beste Play-by-Play-Caster, hat aber ein gutes Auge fürs Detail und fühlt sich entsprechend vor allem als Analyst am wohlsten, wo er euch das Match in allen Einzelheiten näher bringt.

  • Duncan „Thorin“ Shields (Freier) – Bezeichnet sich selbst als eSports Historiker und ist tatsächlich schon EEEEEWWWWIG dabei. Castet selten tatsächlich und ist mehr für die Analyse nach dem Match zuständig. Hat aber definitiv extrem viel Ahnung von dem was er redet und steht auch ganz klar zu seiner Meinung, was erfrischend ist.

Europäische Pro-Teams

In Europa gibt es vergleichsweise viele professionelle Counter-Strike: Global Offensive-Teams, die ganz oben mitspielen. Darunter tatsächlich auch drei Deutsche: mousesports (schon ewig dabei), Berzerk (ehemals Team ALTERNATE) und PlanetKey Dynamics. Aber auch wenn es Berzerk zur Dreamhack Winter schaffte, viel Wichtiger sind die folgenden:

  • Natus Vincere (Ukraine) – Existent seit 2009 sind sie so ein wenig die bemitleidenswerten Looser, die immer weit kommen aber denen dann doch das letzte Bisschen zum obersten Platz fehlt. Dabei haben sie mit Ladislav „GuardiaN“ Kovács den drittbesten Scharfschützen der Szene.

  • Hellraisers (Russland) – Sie schaffen es noch nicht ganz vorne mitzuspielen, sollte man aber dennoch im Auge behalten. Mit den richtigen Strategien und etwas mehr Teamwork könnten die Jungs ganz schnell für Aufregung sorgen (und haben es hier und da auch schon).

  • Titan (Frankreich) – Kenny „kennyS” Schrub ist der beste Lone-Wolf-Scharfschütze der Szene. Was der alles trifft geht auf keine Kuhhaut. Leider schafft es kein Team so richtig seinen Spielstil zu integrieren. Entsprechend schwankend ist Titan unterwegs. Wenn kennyS trifft, dann gewinnen sie. Trifft er nicht, dann nicht. Entsprechend bewegen sie sich trotz ihrem Potential mittlerweile nur noch im Mittelfeld.

  • Virtus.Pro (Russland) – Der Bär im Logo ist nicht ohne Grund gewählt. Wo Virtus.Pro auftaucht, da wird mächtig aufgeräumt. Derzeit zwar aus meiner Sicht noch die Nummer 4 in Europa, das wird sich aber vermutlich sehr bald ändern. Jedes Turnier scheinen sie eine noch bessere Figur zu machen. Haben übrigens mit Christian „PsYcHo“ Lenz einen deutschen Manager.

  • Logo der Ninjas in Pyjamas

    Logo der Ninjas in Pyjamas

    Ninja in Pyjamas (Schweden) – Die alten Hasen der Szene. Sie sind seit 2000 dabei (natürlich mit wechselndem Lineup) und haben schon so einige Titel mit nach Hause genommen (2012/2013 haben sie 87 Spiele hintereinander gewonnen!). Unterm Strich derzeit die Nummer 3 in Europa. Ein besonderes Auge solltet ihr bei diesem Team übrigens auf auf Christoper „GeT_RiGhT“ Alesund haben. Ein unglaublich begabter Stratege und ein fantastischer Aimer, der aber gerne allein unterwegs ist.

  • Team-LDLC.com (Frankreich) – Die diesjährigen Sieger der Dreamhack Winter und in der aktuellen Aufstellung ganz klar Anwärter auf den Status „Bestes Team Europas“. Einen der fünf herauszupicken ist gar nicht möglich, so gut wie sie aktuell zusammenarbeiten.

  • Fnatic (Schweden) – Die derzeitige Nummer 1 Europas auch nach der Kontroverse und ihrem freiwilligen Ausscheiden im Viertelfinale auf der Dreamhack Winter 2014. In diesem Team gibt es praktisch keinen schlechten Spieler. Herausstechen tun aber Jonatan „Devilwalk“ Lundberg und Jesper „JeSpErW“ Wecksell. Erster ist ein talentierter Coach (spielt nicht mit, sondern steht hinter dem Team und hat den Blick fürs Ganze – quasi so etwas wie der 12. Spieler auf dem Feld), der immer wieder für Überraschungen gut ist. Letzterer ist, der nach kennyS beste Scharfschütze der Szene aber mit dem Unterschied, dass er sich jede Runde eine andere, ungewöhnliche Ecke sucht und auch im Team sehr gute Arbeit leistet.

Wetten

Werbung für die Cartel Collection von RoomOnFire

Werbung für die Cartel Collection-Skins von RoomOnFire

Seit Valve die Waffenskins eingeführt hat, hat sich eine sehr aktive Wettindustrie rund um Counter-Strike: Global Offensive gebildet, die es in anderen Titeln so (noch) nicht gibt (auch nicht bei DotA 2). Der Nachteil dieses Trends ist, dass Onlineturniere massiv mit DDoS-Attacken zu kämpfen haben weil sich haufenweise Vollidioten einbilden damit das Ergebnis zu beeinflussen. In der Realität verschwenden sie nur jedermanns Zeit, weil das Match oft längere Zeit pausiert oder gar vertagt werden muss. Das nervt logischerweise auch als Zuschauer massiv.

Haupttreffpunkt für Wettsüchtige ist die CSGOlounge. Aber auch E-sport bets ist groß im Kommen und bietet sogar Unterstützung für mehr Spiele als nur Counter-Strike: Global Offensive. Ich weise allerdings an dieser Stelle zwingend darauf hin, dass keine der beiden Seiten nach deutschem Recht arbeitet also technisch gesehen bei uns illegal sind. Ich bin also nicht schuld, wenn ihr deswegen Ärger bekommt!

Epilog

Jetzt wisst ihr also Bescheid beziehungsweise ich habe euch genug gelangweilt und ich hoffe, dass ihr vielleicht doch mal in das ein oder andere Match. Besser als Fußball ist es schließlich allemal!

Bis Donnerstag!

PS: Kommenden Montag ist es soweit! Die Bagdadsoftware NOCAs 2014 stehen an! Der Nominierungseintrag ist auch mittlerweile fertig (inklusive mehrfachem drüberlesen) und das Gewinner-Video auch schon im Kasten und auf YouTube versteckt. Schaltet also unbedingt ein!

Letzte Woche ging es rund im Internet. Und damit meine ich nicht die Veröffentlichung der (Teaser-)Trailer zu Jurassic World (Stichwort „Velociraptoren-Bikergang“) und Star Wars: Episode VII – The Force Awakens (Stichwort „Breitschwert-Lichtschwert“). Das ist doch alles totaler Mainstream und die einzige Auswirkung, die beide haben, sind das Recycling uralter Gags in allen möglichen Webcomics. Ernsthaft: Müssen wir echt wieder die gleichen Sachen rausholen wie damals zu Star Wars: Episode I – The Phantom Menace? Fällt euch nichts Neues mehr zum Thema ein?! Zumal George Lucas ja bekanntlich mittlerweile nichts mehr mit dem ganzen Zeug zu tun hat.

Dreamhack Winter 2014 (Logo)

Dreamhack Winter 2014 (Logo)

Nein, ich rede selbstverständlich über die Ereignisse in der eSports-Szene rund um Counter-Strike: Global Offensive vor, während und vermutlich jetzt auch noch nach der traditionellen Weltmeisterschaft auf derDreamhack Winter 2014. Übrigens schade, dass es dieses Mal kein Quake Live-Turnier gab. 250.000 amerikanische Dollar standen für 16 Teams auf dem Spiel (100.000 für den Erstplatzierten). Natürlich kein Vergleich zu der Millionen, die Valve mittlerweile bei The International (DOTA 2) jedes Jahr raushaut allein für den Gewinner. Aber trotzdem eine stattliche Summe für die Fünf-Mann-Teams aus Europa und Nordamerika.

Cheateralarm!

Neben dem Preisgeld gibt es aber bei Counter-Strike: Global Offensive seit der Einführung der Weapon Skins auch eine riesige Wettindustrie (wir reden hier nicht von ein 2-3 Euro, sondern von teils vierstelligen Beträgen!). Das führt im „normalen“ Online-Turnier-Alltag dazu, dass Spieler in wichtigen Matches gerne mit DDoS-Attacken (die IP des jeweiligen Spielers wird mit unzähligen Anfragen bombardiert bis der dazugehörige Server in die Knie geht) ausgeschaltet werden wenn es auch nur so aussieht, als würde man sein Geld verlieren. Ein absoluter Scheißdreck, der immer wieder zu massiven Verzögerungen beim Spielablauf führt und einem die Lust am Zuschauen nimmt.

Bei LAN-Turnieren wie der Dreamhack aber glücklicherweise kein großes Problem. Da ist der Backbone gut genug abgesichert. Dafür wird jedoch ganz genau darauf geachtet, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Entsprechend stark waren die Reaktionen der Community als plötzlich die Topspieler Hovik „KQLY“ Tovmassian von Titan, Simon „smn“ Beck von Team Alternate und Gordon „Sf“ Giry von Epsilon durch Valves Anticheat-Software gebannt wurden. Es eine Hexenjagd zu nennen, dürfte noch eine Untertreibung sein, was in der letzten Woche abging. Wie so oft wurde plötzlich davon ausgegangen, dass sich die ganze Welt verschworen hat und eine entsprechende Hetze auf jeden Profi ausgerufen. Es gibt Tage, da hasse ich das Internet.

YouTube)">CS:GO - KQLY Highlight

CS:GO – KQLY Highlight (Quelle: YouTube)

KQLY, smn und Sf hatten allerdings tatsächlich gecheatet und zwar schon seit längerem. Warum es bislang nicht aufgefallen ist? Weil sie keine n00bs sind und nicht einfach einen Aimbot eingesetzt hatten. Nein, die drei gehören definitiv auch ohne automatische Unterstützung mit zur Elite der Szene. Die verwendeten Cheats waren deshalb selbst bei genauerem Hinsehen nicht erkennbar, halfen sie doch nur beim letzten Bisschen. Ein Headshot mehr als sonst beispielsweise. So hatten sie nicht nur einen guten Tag, sondern sehr oft welche.

Wie denn das?!

Natürlich stellt sich die Frage, wie sich sowas bei einem LAN-Event einschleichen kann, wo abseits von Maus, Tastatur und Headset keine eigene Hardware zum Einsatz kommt. Aber Cheater sind bekanntlich schon immer äußerst einfallsreich. Auf dem Bildschirm sichtbar war wie gesagt sowieso nichts in der Millisekunde, in der der Cheat nachbearbeitete (bei League of Legends war es damals ein Pixelfehler am Bildschirmrand, der auftauchte wenn ein Gegner in der Nähe war). Es musste also nur irgendwie die Software auf dem Turnierrechner installiert werden. In diesem Fall war der Cheat Teil einer Trainingsmap im Steam Workshop. Aber auch im internen Speicher der Mäuse oder im Treiber der USB-Headsets wurden schon erfolgreich Cheats versteckt und dann automatisch auf den Rechner gepackt ohne, dass es jemand gemerkt hat.

Wie immer haben die drei Cheater mit ihrem Verhalten natürlich nicht nur sich selbst geschadet (ihre Karriere ist faktisch vorbei). Auch ihre Teams mussten nun drunter leiden, denn Epsilon und Titan hatten sich bereits für Dreamhack Winter 2014 qualifiziert gehabt. Sie wurden aber logischerweise von der Turnierleitung rausgeworfen und eine zusätzliche Qualifizierungsrunde abgehalten. Endgültig ausgestanden ist die Sache aber natürlich trotzdem nicht. Vor allem der Druck auf Valve wächst, endlich mal den Mund aufzumachen und in solchen High-Profile-Sachen auch mal ihre Beweise vorzulegen. Wer weiß, was passiert wäre, wenn beispielsweise KQLY eben nicht von sich aus den Schritt an die Öffentlichkeit gewagt hätte.

Aber wer zu dem Thema mehr von einem echten Experten wissen will, der ist beim erfahrenen Kommentator Duncan „Thorin“ Shields am besten aufgehoben. Er hat bislang zwei Videos dazu gemacht.

Neue Tricks

Der zweite Aufschrei ging dann am Freitagabend durchs Internet. Während alle auf den Star Wars-Teaser warteten, spielten die Schweden von fnatic (bis dato das weltbeste Team und auch der Vorjahressieger) gegen die Franzosen von LDLC im Viertelfinale. Es stand 1:1 im Best-of-3 und die Entscheidung musste auf der Karte de_overpass fallen. LDLC begann auf Seiten der CT und dominierte in der ersten Hälfte das komplette Match. Mit 12:3 wurden die Seiten gewechselt. Vier Runden brauchte LDLC noch für den Sieg. Doch Gerüchte besagten, dass fnatic noch ein Ass in der Hose hätten und als sie endlich an der Reihe waren die Terroristen zu stoppen, holten sie es aus dem Ärmel. Und was für ein Ass sie da hervorzauberten!

Twitch)">CS:GO Overpass Boost

CS:GO Overpass Boost (Quelle: Twitch)

Sie hatten einen bislang unbekannten Boostspot direkt auf dem Spawnpunkt der CT entdeckt (und ihn zwei Monate lang nicht an Valve gemeldet, wie es eigentlich ihre Pflicht gewesen wäre!), der es erlaubte faktisch die gesamte Karte zu überblicken. Es braucht zwar einiges an Arbeit (drei Mann), um ihn nutzen zu können aber er ist trotzdem extrem übermächtig. LDLC wusste überhaupt nicht wie ihnen geschieht. Sie wurden regelrecht abgeschlachtet. Erst wenige Runden vor Schluss (und einem Timeout) kamen sie fnatic endlich auf die Schliche, konnten aber in der restlichen Zeit keine Gegenstrategie entwickeln (zumal der Spieler auf dem Boostspot fast unverwundbar ist, wie sich später herausstellte) und verloren am Ende mit 13:16.

Wer jetzt glaubt, dass damit die Sache erledigt war, der lebt definitiv auf einem anderen Planeten. Die Community entlud ihren ganzen Hass auf fnatic und anschließend auch auf die Turnierverantwortlichen der Dreamhack. Haufenweise Falschinformationen (unter anderem veraltete Turnierregeln, die jemand gefunden hatte und die Behauptung, dass LDLC vom Event vertrieben worden war während fnatic dableiben durfte) wurden über alle Netzwerke verbreitet inklusive dem Vorwurf, dass Dreamhack fnatic nur damit durchkommen hat lassen, weil es ein schwedisches Team ist (Dreamhack findet in Schweden statt). LDLC legte derweil Einspruch gegen das Ergebnis ein und das Adminteam begann wie es sich gehört mit seiner Prüfung.

Eskalation Stufe 2

Nach einigen Stunden gab es das erste Ergebnis: Die zweite Hälfte des Matches sollte neu gespielt werden. Das passte natürlich fnatic nicht, schließlich würden sie wieder mit 12:3 starten, weshalb sie ihrerseits Wiederspruch gegen die Entscheidung einlegten und LDLC beschuldigten regelwidrige Sachen zu machen. Wieder zogen sich die Admins zurück und stellten tatsächlich fest, dass auch LDLC einen Bug ausgenutzt hatten, der sie an bestimmten Stellen unverwundbar machte (was im Gegensatz zum Boost in den Regeln nicht als erlaubt definitiv war).

Viel zu wenig Kommunikation von Seiten der Turnierverantwortlichen und wieder einige Zeit später kam dann endlich die finale Entscheidung: de_overpass sollte am nächsten Tag komplett von vorne gespielt werden. Fand die Community natürlich auch wieder nicht gut und der Hass nahm über Nacht kein Stück ab. Auch so einige angesehene Persönlichkeiten wie Xavier „zoot“ Dhorne oder Daniel „ddk“ Kapadia ließen sich dabei auf das Niveau der Community herab. Hatte ich definitiv nicht erwartet solche Kurzschluss-Tweets von denen zu lesen. Am Ende entschied sich fnatic dazu freiwillig aus dem Turnier auszuscheiden, um die Gemüter zu beruhigen. LDLC wurde somit zum Gewinner des Viertelfinales gekürt und nahm am Ende auch völlig verdient den Titel mit nach Hause.

Fazit

League of Legends (Herstellebild)

League of Legends (Herstellebild)

Was lernen wir also aus der ganzen Sache? Nun, zum einen natürlich mal wieder, dass manche Leute extrem das Spinnen anfangen. Nicht nur sobald Geld im Spiel ist, sondern auch wenn sie die Gefahr sehen, dass irgendetwas „ihrem“ Hobby schadet. Zum anderen aber auch, dass der eSport leider trotz der großen Geldsummen (bei Valve größtenteils durch die Community gespendet!), die mittlerweile rausgehauen werden und wesentlich höher sind als zur Zeit von Quake & Co., immer noch einen weiten Weg vor sich hat. Es braucht standardisierte Regelwerke für professionelle Turniere und es braucht im Bereich DotA 2 und Counter-Strike: Global Offensive ein Valve, dass sich nicht einfach nur zurücklehnt und im stillen Kämmerlein sein geheimes Ding durchzieht, sondern aktiv Unterstützer spielt. Bei League of Legends sieht die Sache anders aus. Da ist Entwickler Riot Games immer ganz vorne mit dabei (und richtet auch die regelmässigen Turniere selbst aus).

Doch die beiden Skandale und ihre große Wirkung haben auch etwas Gutes an sich. Es zeigt, dass der eSport so langsam ernst genommen wird. Noch nicht so extrem wie in Südkorea, wo der Match-Fixing-Skandal 2010 (ja, schon wieder sind die scheiß Wettbüros schuld) bei StarCraft: BroodWar das gesamte Land erschüttert hat und am Ende Gefängnisstrafen verteilt wurden. Aber wir kommen langsam aber sicher da hin und zwar egal wie sehr so manche Volldeppen nur müde lächeln und sich über den eSport lustig machen. Ich lass‘ euch ja auch (die meiste Zeit) in Ruhe euren doofen Fußball schauen obwohl meiner Meinung nach für 90 Minuten Counter-Strike: Global Offensive mindestens genauso viel, wenn nicht sogar noch mehr Kondition, Geschicklichkeit und strategisches Denken erforderlich sind.

Bis Donnerstag!

PS: Noch sechs Einträge bis zu den Bagdadsoftware NOCAs 2014!

Vor fast genau sechs Jahren habe ich euch an dieser Stelle erzählt gehabt welche Spielzeitschriften ich abonniert habe und warum. Doch die Zeit vergeht. Magazine werden eingestellt, Redaktionen ausgewechselt und, noch viel wichtiger, mein Geschmack verändert sich. Vor allem letzteres hat dazu geführt, dass ich von den fünf genannten Zeitschriften keine einzige heutzutage mehr lese.

Grundsätzlich lässt sich nämlich sagen, dass mich diese Art der Spieleberichterstattung mit ihren Vorschauen und ihren Tests mittlerweile absolut überhaupt nicht mehr interessiert — und zwar sowohl offline als auch online und egal in welcher Form (RockPaperShotgun-Flapsig oder GameStar-ernst). Ich schau mir höchstens bei The Escapist oder Gametrailers ein paar Videos an und blicke hin und wieder Total Biscuit über die Schulter. Das war es aber dann auch schon. Achievement Hunter, Zero Punctuation und wie sie alle heißen konsumiere ich zur Unterhaltung und nicht, um mich ernsthaft über einen Titel zu informieren.

Nur wenn ich mir tatsächlich unsicher bin, also meist bei einem Titel, den ich nicht ganz so gut einschätzen kann oder kenne, dann lese ich selbstverständlich auch mal die Testberichte. Einfach um ein Gefühl dafür zu bekommen und durchaus sogar dann auf Basis dessen eine Kaufentscheidung zu treffen. Aber abseits davon bin ich mittlerweile zu der Sorte von Leser geworden, die höchstens noch die Wertung anschaut.

Total ignorant

Nein, so wirklich rational begründen kann ich das nicht. Ich vermute es ist so eine Mischung aus „alles schon gelesen“ beziehungsweise „nichts mehr Neues für mich, da ich sowieso alle News dazu kenne“, „das Spiel liegt eh am Releasetag bei mir im Briefkasten, egal was irgendwer darüber in einem Test schreibt“, „auf die Meinung dieses und jenen Redakteurs/Magazins gebe ich sowieso nichts“ sowie der schlichten Tatsache, dass mich mittlerweile einfach mehr das Hintergründige (Reportagen, Porträts, Post-Mortems) interessiert. Mir ist natürlich klar, dass es äußerst paradox ist selbst quasi solche Inhalte zu produzieren und dann vehement die Sachen der anderen einfach zu ignorieren. Zumal ein Blick auf das Geschreibsel der Anderen auch einen gewissen Lernfaktor mit sich bringt (was macht der falsch, was macht er richtig, was könnte ich ihm abschauen, etc.). Aber am Ende des Tages stellt sich nun einmal mir genauso wie euch die Frage in was ich meine kostbare (Frei-)Zeit investiere. Und in Sachen Vorschau und Tests lesen ist für mich persönlich die Antwort ganz klar: Zeitverschwendung.

Womit wir wieder beim anfänglichen Thema wären: Wenn ich die Magazine von damals nicht mehr konsumiere, was lese ich denn dann derzeit so an Print-Erzeugnissen? Nun, ganz einfach. Diese hier:

Cover der englischen EDGEEDGE (englisch) – Im Prinzip könnte ich hier einfach wiederholen, was ich damals schon zur deutschen Übersetzung gesagt hatte. Nachdem diese leider sehr schnell wieder von Computec eingestellt wurde, bin ich nämlich zum Kauf der englischen Version übergegangen. Mir gefällt an der EDGE weiterhin fast alles und jedes Mal wenn die Mail kommt „Ihr Abo läuft aus, wollen Sie nicht ihr Abo verlängern?“ überlege ich da gar nicht lange und hau nochmal zwei Jahre drauf. Da wäre zum einen natürlich die immer noch sehr stylische Aufmachung des Hefts mit seiner Einfachheit innen (viel Freiraum für den Text) wie außen (auf manchen Covern ist nicht einmal das Logo der Zeitschrift auf den ersten Blick sichtbar!). Zum anderen aber selbstverständlich auch das äußerst hohe Niveau des Inhalts.

Von den meist sehr interessanten Kolumnen bis hin zu den hervorragenden Reportagen mit Post-Mortems, Studio/Entwickler-Porträts und generell dem Blick auf die Menschen, Tools und Businessseite der Medaille. Hier wird definitiv etwas Besseres geboten in jeder Hinsicht inklusive hochwertigem Papier und jede Ausgabe um die 150 Seiten mit vergleichsweise wenig Werbung und diese dann hauptsächlich für Tools und Entwicklerjobs und weniger für Spiele. Auch die Qualität der Schreibe ist höher als man es vielleicht sonst gewohnt ist, die Autoren werden aber weiterhin nur gesammelt im Impressum angegeben. Ihr wisst also nicht von wem jetzt welcher Text ist. Die Tests überfliege ich allerdings trotzdem meist nur beziehungsweise lese hauptsächlich nur die relativ neu eingeführten Hintergrundartikel (Ein Interview, ein Kommentar, eine Analyse, etc. — alles jeweils eine Seite nach dem Test). Und das alles für gerade mal sechs Euro (fünf britische Pfund) beziehungsweise aktuell bezahle ich sogar nur fünf Euro pro Ausgabe (inklusive Versand und so drin!).

Cover des englischen Game Developer MagazineGames Developer Magazine (englisch) – Das Hardcore-Branchenmagazin von Entwickler für Entwickler (die meisten Texte sind von Branchenleuten). Zumindest war es das mal. Mit der Ausgabe Juni/Juli 2013 wird es nämlich nach 19 Jahren leider eingestellt — sowohl offline als auch die digitale Variante. Geht stattdessen jetzt alles vollständig in Gamasutra über. Die Inhalte gehen also nicht verloren, aber dennoch ist es natürlich wie immer schade so ein Magazin vom Markt verschwinden zu sehen. Das Auszeichnungsmerkmal des Game Developer waren/sind (auf Gamasutra erscheinen sie ja weiterhin) vor allem die umfangreichen und zahlreichen Post Mortems (aktuell unter anderem zu FTL: Faster Than Light und XCOM: Enemy Unknown), die ich auch für meine Porträts immer gerne als Quelle hernehme. Diese sind nicht nur detaillierter als das, was EDGE anbietet, die Artikel stammen auch vom Entwickler selbst. Da kann man noch so viele Interviews führen, das ist einfach eine ganz andere Perspektive. Das bedeutet jetzt aber nicht, dass es Lobeshymnen sind. Ganz im Gegenteil gehen die Jungs schon durchaus kritisch mit sich selbst um.

Der Rest der rund 80 Seiten auf typisch amerikanischen Schlabber-Papier ist gefüllt mit Kommentaren über den Status der Industrie, Berichten über aktuelle Trends und auch Tipps & Tricks zu Entwickler-relevanten Themen. Letztere übersteigen dann aber selbst meine Kompetenz, wenn es wirklich tief in die Technik hineingeht (wie programmiert man am besten das und das etc. oder Vorstellungen von Tools). Selbst der Artikel in der aktuellen Ausgabe „Programmer, interrupted“ ist schon extrem wissenschaftlich. Darin wird analysiert wie es sich vermeiden lässt seine Coding-Sessions unnötig zu unterbrechen inklusive Erklärungen wie das Gehirn funktioniert, die Unterschiede zwischen den einzelnen Erinnerungsarten und was weiß ich noch. Sicherlich ganz interessant, aber ich verstehe da definitiv nur Bahnhof :smile: . Unterm Strich war es aber ganz klar ein sehr informatives Magazin und vor allem eines, bei dem es tatsächlich Sinn hatte es sich quasi als Nachschlagewerk ins Regal zu stellen. Aber immerhin gibt es ja noch zumindest noch online Gamasutra. Muss ich dort eben in Zukunft öfters vorbeisurfen.

Cover der deutschen Making GamesMaking Games (deutsch) – Im Prinzip das deutsche Equivalent zum Game Developer Magazine inklusive dem starken Fokus darauf die Entwickler selbst die Texte schreiben zu lassen. In Sachen Preis (6,90 Euro für 80-90 Seiten) liegt es auch ziemlich gleich auf. Definitiv keine billige Angelegenheit diese Heft, was aber natürlich auch an seinem Nischencharakter liegt. Die Qualität der Themen und Artikel schwankt außerdem ein wenig. In der aktuellen Ausgabe geht es beispielsweise um Let’s Plays, was prinzipiell natürlich aktuell hochinteressant für mich ist. Aber beim Lesen wurde mir dann doch schnell klar, dass das Ganze nicht sehr durchdacht und äußerst oberflächlich ist.

Lag vielleicht auch ein Stück weit an der Qualität der deutschen Let’s-Play-Szene an sich (die auch kräftig mitgemischt hat bei der Erstellung der Artikel), aber trotzdem fand ich beispielsweise das Kickstarter-Thema in der vorherigen Ausgabe wesentlich besser umgesetzt. Und das ist definitiv ein durchgängiges Problem des Magazins. Es fehlt ihm immer noch an der Konsistenz in Sachen Qualität einer EDGE oder eines Game Developer Magazine. Aber vorerst halte ich ihm weiter die Treue. Schon allein, um es zu unterstützen, dass es in Deutschland so ein Heft gibt. Außerdem kommen speziell natürlich deutsche Entwickler zu Wort, die man in den englischen Heften nur selten vorfindet (Yager Development mit Spec Ops: The Line und Crytek mit Crysis — und das war’s dann auch schon wieder).

Cover der englischen Retro GamerRetro Gamer (englisch) – GamersGlobal ist schuld. Bevor die deutsche Ausgabe ins Leben gerufen wurde, kannte ich die englische nicht. Und wäre die deutsche Fassung ein monatliches Heft, hätte ich vielleicht sogar sie abonniert. Aber an einer Übersetzung einer Sammelausgabe der englischen Fassung habe ich dann doch leider kein Interesse und greife lieber zum Original — inklusive dem britischen Blickwinkel auf die Themen.

Für 6,30 Euro (in England 4,99 GBP am Kiosk) gibt’s jeden Monat um die 120 Seiten auf hochwertigem Papier und größerem Format (größer als ein DINA4-Blatt) vollgestopft mit Retro-Themen (logischerweise). Sie berichten zwar auch unter dem Namen „Future Classics“ über mehr oder weniger aktuelle Titel, aber das Hauptaugenmerk liegt definitiv auf Hintergrundberichten und „Tests“ zu den mehr oder weniger bekannten Klassikern und der damit verbundenen Hardware. Dazu gehören natürlich auch ausführliche Interviews mit den Leuten dahinter sowie sehr viel Nostalgie von Seiten der Redakteure („Ich hab‘ das damals so erlebt:“). Letzteres ist ein zweischneidiges Schwert und kann unter Umständen auch nerven im ein oder anderen Artikel (Hör auf der Vergangenheit nachzuweinen!). Das größere Format des Hefts kommt hingegen bei den Screenshots dann voll zur Geltung. Egal wie Pixelig: Es wird sehr oft ganz groß aufgezogen und dominant in den Vordergrund gestellt, was ich persönlich sehr cool finde. Man muss aber dennoch ganz klar sagen: Das Heft ist was das Layout angeht doch sehr stark überladen und hat auch keinen eindeutigen Look. Stattdessen passt es sich sehr stark den Inhalten an. Das ist nicht jedermanns Sache und auch ich finde es stellenweise äußerst unübersichtlich. Unterm Strich hält es mich aber genauso wenig wie die anderen Negativpunkt nicht vom Lesen ab.

Cover der englischen EDGERetro (deutsch) – Das Abo läuft nur noch bis Ende Juni. Habe es jetzt doch endlich mal gekündigt. Zu zahlreich sind die inhaltlichen Fehler (angefangen von offensichtlichen Schreibfehlern bis hin zu tatsächlich falschen Fakten), zu Dilettant die Aufmachung und zu oberflächlich die Inhalte. Ja, das Heft stammt von einem kleinen Verlag und wird wohl vor allem von Retrofans mit nicht unbedingt der großen journalistischen Erfahrung produziert. Deshalb habe ich ihm wohl auch so lange die Treue gehalten und über die Probleme hinweggesehen. Aber im Vergleich zur Retro Gamer erwarte ich einfach für 6,95 Euro bei um die 90 Seiten dann doch etwas mehr als nur Großformat und hochwertige Seiten. Zumal das Heft in den letzten Monaten seinem Titel gar nicht mehr richtig gerecht wurde. Was hat zum Beispiel Micky Epic 2: Die Macht der Zwei auf einem Retro-Heft auf dem Cover zu suchen?

Das einzige, was das Heft immer noch etwas von der Konkurrenz abhebt sind die Berichte über die Szene an sich. Meist wird ja nur über die Spiele und so berichtet (wobei die Retro Gamer auch einen Blick auf die Home Brew Jungs wirft). In der Retro wurde auch jedes Mal ein Blick hinter die Kulissen geworfen. Was machen die Retrofans derzeit so (LANs, Museen, Events, etc.) und auch was es so an Neuerungen gibt (neue Hardware-Mods beispielsweise). Das ist ganz interessant. Aber für mich reicht das nicht aus, um die dicken inhaltlichen Probleme zu kaschieren. Und das dickste ist schlicht und einfach, dass das Heft zwar den Namen „Retro“ trägt aber mittlerweile nicht mehr viel Retro drinsteckt.

Cover der deutschen elektrospielerelektrospieler (deutsch) – Das Abo läuft nur noch bis Ende des Jahres (Kündigungszeitpunkt verpasst…). Stammt vom gleichen Verlag wie die Retro und war das absolute Hype-Heft als es 2009 auf den Markt kam. Die Elite-Blogger waren total begeistert (vermutlich, weil ein paar von ihnen Texte dafür verfassen). Der Fokus sollte auf die Ästhetik der Spiele liegen, sprich großformatige und ganzseitige Screenshots sowie auf einer inhaltlich anspruchsvollen Behandlung der Spiele. Sprich das, was Herr Christian Schmidt sich so sehr in seinem Spiegel Online-Kommentar so wünschte. Entsprechend hab‘ ich mir letztes Jahr mal ein Abo gegönnt, um zu schauen was es damit tatsächlich auf sich hat.

Tatsächlich kriege ich für die fünf Euro (ca. 90 Seiten) nichts anderes als eine Hochglanzbroschüre mit Texten, die sich irgendwo zwischen Test- und bemüht pseudo-philosophischen Erlebnisbericht einordnen. Was daran intelligent sein soll, der Slogan des Hefts ist „Das intelligente Games-Magazin“, entzieht sich mir meistens. Hier und da gibt es natürlich schon Lichtblicke je nach Autor, aber da wären wir wieder beim Thema der Konsistenz. Immerhin: Zahlreiche große Bilder mit einem starken Fokus auf Renders und Konzeptzeichnungen gibt es definitiv. Aber für ein Bilderbuch mit Herstellerbildern bezahle ich dann doch nicht unbedingt Geld, wenn es nicht gerade Alice heißt oder einer Collector’s Edition beiliegt. Da schaue ich lieber bei Kotaku und ihrer Fine Art-Ecke vorbei.

Das sind also die fünf Magazine, die ich derzeit noch im Abo habe. Dank meiner Abo-Kündigungen und der Einstellungen des Game Developer Magazines bleiben am Ende des Jahres aber nur noch zwei Heft übrig (EDGE und Retro Gamer). Glaube auch nicht, dass da in nächster Zeit noch was hinzukommen wird.

Nun aber die Frage an euch: Wie sieht es aus? Kriegt ihr noch regelmäßig ein Stück toter Baum geliefert beziehungsweise kauft es am Kiosk, oder habt ihr dem Thema mittlerweile schon komplett abgeschworen?

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