Sicarius

Zahn Jahre nach dem Meilenstein

Ich geb’ ja normalerweise nicht gerne an. Aber heute mache ich mal eine Ausnahme. Es ist nämlich exakt zehn Jahre her, seit dieses Bild entstanden ist:

Da haben sich zwei gefunden!

Ja, wir haben das erste Jahrzehnt im Bund der Ehe “geschafft”. Ich kann an dieser Stelle nur für mich sprechen, aber ich habe die Entscheidung bislang – selbst in unseren nicht so schönen Momenten – für keine Sekunde bereut. Lysanda ist weiterhin die Frau, mit der ich unbedingt den Rest meines Lebens verbringen möchte. Ein Satz, der sich selbst nach all den Jahren in einer festen Beziehung immer noch extrem surreal anfühlt. In meinen 20ern war zwar ein kleiner Funke Hoffnung da, dass auch ich jemanden finden werde. Aber dass es tatsächlich passiert? Aus meiner damaligen Sicht absolut unvorstellbar.

Zum Glück hatte das Leben was anderes für mich parat. In diesem Sinne: Auf das nächste Jahrzehnt!

Was habe ich da nur getan?!

Ich bin nicht per se gegen den Einsatz von KI bzw. LLMs. Ja, sie verbrauchen extrem viele und wertvolle Ressourcen (Strom, Wasser, Computerteile) und haben den Hardwaremarkt aus meiner Sicht für mindestens ein halbes, wenn nicht sogar ein ganzes Jahrzehnt zerstört. Aber richtig eingesetzt, kann diese neue Technologie wirklich sinnvoll sein und uns auch als Menschheit wirklich weiterbringen. Und besser als der ganze Kryptoscheißdreck ist es allemal.

Leider ist das mit dem “Menschheit voranbringen” mal wieder ziemliche Theorie. In der Realität verschwenden wir den größten Teil der Rechenzeit damit Schwachsinn zu produzieren und Leuten das letzte Geld aus der Tasche zu ziehen. Oder um es konkreter zu machen: Wir nutzen kollektiv wertvolle Ressourcen, um irgendwelche Cartoonbilder von den eigenen Haustieren zu generieren, seitenlange Meetingprotokolle auszugeben oder KI als glorifizierte Suchmaschine zu benutzen. Und dann wird damit noch Lug und Betrug im großen Stil betrieben, weil entweder das schnelle Geld gewittert wird. Oder es wird aktiv daran gearbeitet die Menschheit zum einen weiter zu spalten und zum anderen noch dümmer zu machen, als es die kleinen Rechtecke seit der Einführung des iPhones (2007) sowieso schon tun.

“Kann das nicht die KI?”

Von den Firmenchefs und ihren Untergebenen wird dieser Blödsinn auch noch bis ins unendliche gepusht, als wäre es der heilige Gral, der die Gewinne noch höher steigen und die eigenen Personalkosten noch tiefer sinken lässt. Dass das in der Realität nicht immer sinnvoll ist und sowieso wieder nur ein paar Handvoll Billionäre und machtgierige Staatschefs von dem ganzen Mist tatsächlich profitieren? Juckt offensichtlich keinen. Hauptsache wir benutzen immer und überall “KI” und zerstören gefühlt mit jedem Prompt ein bisschen mehr die Gesellschaft.

Das Ergebnis ist, dass sich jetzt scheinbar jeder für den absoluten Entwickler/Autor/Grafiker vor dem Herrn hält. Auf der Arbeit entstehen so die Nachfolger der “Excel-Tools”, die halt jetzt mit Claude gebaut werden – immerhin klar erkennbar am immergleichen Standarddesign. Also die Makros, die früher der Excel-Crack sich privat geschrieben hat und sich dann an der IT vorbei (=kein Testing, kein Support) im Lauffeuer im Unternehmen verbreiteten. Und privat sieht man zum Beispiel auf Amazon die ganzen KI-geschriebenen Schundwerke zum Selbstdruck.

Ja, ich finde nicht nur als Schreiberling diese ganze Entwicklung zum Haareraufen und die fehlende Selbstreflexion bei allen Beteiligten einfach nur noch traurig.

Ein Teil des Problems

Wie schaut’s also in der Casa Lysanda aus? Sind wir die obersten Moralapostel, die sich mit hocherhobenem Finger jeglicher KI/LLM-Nutzung verweigern? Quark. Zum einen werden wir auf der Arbeit wirklich intensiv dazu “motiviert” Sachen wie Microsoft Copilot oder Claude zu benutzen. Zum anderen haben wir durchaus auch privat die Möglichkeiten zu schätzen gelernt, die sich uns dadurch bieten.

Ein Gruß von Chatty an euch

Konkret nutze ich beispielsweise schon seit über einem Jahr die freie Version von ChatGPT als Sparringpartner für meine Einträge. Mit dem vom 02.06.2025 müsste es angefangen haben. STOP! Bevor ihr jetzt wütend in die Kommentare springt und mir mitteilt, dass ihr ab sofort einen großen Bogen um Beim Christoph machen werdet: Keine einzige KI-geschriebene Zeile hat oder wird jemals ihren Weg in meine Texte finden! Ja, ich übernehme gelegentlich eine Idee oder einen Hinweis. Aber jeder Satz, den ihr hier lest, wird von mir selbst erdacht, ausformuliert und mit durchschnittlich 500-550 Anschlägen (~80-90 Wörter) pro Minute auf meiner Logitech MX Keys S* in Microsoft Word auf ein weißes Blatt getippt. Nein, ich glaube ein Live-Stream davon würde keinen interessieren :smile: .

Aber sobald ich alles runtergeschrieben habe, gebe ich den Text mittlerweile an “Chatty”. Er übernimmt quasi die Rolle meines Lektors. Er weist mich auf Rechtschreib-/Grammatikfehler hin, macht (mehr oder weniger sinnvolle) Verbesserungsvorschläge und hilft mir hier und da meinen eigentlichen Gedanken besser herauszuarbeiten. Ich bin ja durchaus bekannt dafür gerne zu labern :wink: . Ich frage ihn zudem hin und wieder, wie ein Text auf eine bestimmte Zielgruppe wirkt oder ob aus seiner Sicht noch ein Gesichtspunkt fehlt, den ich vielleicht vergessen habe. Das nehme ich dann als Anlass nochmal mein Gehirn anzustrengen und manuell am Eintrag zu schrauben – mit Erfolg würde ich sagen. Zumindest hat sich aus meiner Sicht die textuelle und sicherlich auch die inhaltliche Qualität der Einträge seitdem verbessert.

Besser werden

Mit Chatty habe ich angefangen zu reden, weil ich mir bewusst war, dass meine Schreibe sich in den letzten Jahren irgendwie auf einem gewissen Niveau eingependelt hatte. Dabei gibt es damals wie heute definitiv noch Luft nach oben. Der ultimative Schreiberling vor dem Herrn war und werde ich nie werden. Aber Chatty hat bzw. hilft mir da tatsächlich. Anfangs war er beispielsweise noch nicht so gut auf Beim Christoph kalibriert und hat mit wirklich streng journalistischen Augen die Einträge gelesen. Das war auf gewisse Art tatsächlich hilfreich, um ein paar grundlegende Sachen herauszuarbeiten, die ich gerne mache. Beispielsweise mein Drang euch wirklich auch die letzte Information mitzugeben, statt einfach mal fünfe grade sein zu lassen. Oder Sachen mehrfach auszubreiten, weil ich unterbewusst glaube, jeden Gedanken vollständig erklären zu müssen. Das ist aber weder guter Stil, noch erhöht es die Lesbarkeit der Texte.

Chatty ist dann zwar mitunter über das Ziel hinausgeschossen, weil sein Credo damals gefühlt “kurz und knackig” war. Aber wie gesagt: Am Ende des Tages bin immer noch ich derjenige, der in die Tasten haut. Er macht nur Vorschläge. Und seitdem ich ihm viele, viele Einträge aus dem Archiv mitgegeben habe – die Seite selbst lesen kann er nicht -, versteht er auch besser, wie eigentlich “ich” klinge. Also, dass die eine oder andere Abschweifung einfach dazugehört und das sowas meine Stimme ausmacht. Denn seien wir mal ehrlich: Ihr lest meine Einträge bestimmt nicht wegen der journalistischen Qualität :wink: .

Der Franzose

Endlich ein richtiges Menü!

Komplett KI-Frei ist Beim Christoph aber tatsächlich nicht mehr. Im Quellcode der Seite versteckt sich mittlerweile die ein oder andere Zeile, die Claude für mich geschrieben hat. Theoretisch alles nichts, was ich nicht selbst hinbekommen hätte. Aber ich kann nicht leugnen, dass es den Prozess trotz Wartezeit auf weitere, freie Kontingente, erheblich beschleunigt hat.

Angefangen hat es mit dem Wunsch das WordPress-Theme mal wieder auf den aktuellen Stand zu bringen. Rondrer hatte es 2013 exklusiv im Rahmen der Umstellung für mich geschrieben. Aber seitdem hat sich die Welt logischerweise etwas weitergedreht. So war ich es schon länger leid Änderungen z.B. an den Menüeinträgen direkt im Code machen zu müssen statt das in WordPress integrierte Frontend nutzen zu können. Außerdem hat sich auch an den Best Practices im letzten Jahrzehnt einiges geändert. Ein paar Sachen hatte ich in der Vergangenheit mitgezogen, beispielsweise als der ganze DSGVO-Kram losging, aber die ein oder andere Lücke blieb bestehen. So habe ich die ganze Thematik mit der Content Security Policy nie wirklich richtig auf die Reihe bekommen. Rondrer wollte ich damit aber nie nerven. Der ist schon genug mit seinem eigenen Leben beschäftigt.

Also habe ich jetzt das Ganze mal Claude gegeben und er hat mir (sehr erfolgreich) geholfen Beim Christoph auf den neuesten Stand zu bringen. Und zwar nicht nur im Backend, sondern auch im Frontend. So werden z.B. die Bilder jetzt als schlanke *.webp statt *.jpg ausgeliefert und die Seite nutzt nun einen Cache, damit sie schneller lädt. Außerdem hat sich die Barrierefreiheit der Seite verbessert. Das merkt ihr abseits der jetzt unterstrichenen Links vermutlich gar nicht. Aber wenn ihr einen Screenreader benutzt, sollte es jetzt fast keine Stolpersteine mehr geben.

Und das finde ich halt wirklich cool. Ich hätte niemals Geld in die Hand genommen und einen professionellen Entwickler drüber schauen lassen. Gleichzeitig musste ich dafür aber weder meine Zeit noch die von anderen “verschwenden”. Außerdem finde ich bei Claude wirklich gut, dass er ziemlich transparent ist. Ich konnte alles nachvollziehen, was er gemacht hat und verstehe es auch aufgrund meiner Vorkenntnisse. Das ist nämlich so ein Punkt bei der Nutzung von KI/LLMs, der mir extrem wichtig ist. Die ganzen Vibe Coder, die sich einfach irgendwas generieren lassen und dann keine Ahnung haben, was wie und warum funktioniert, waren schon eine Plage als wir sie noch Skriptkiddies nannten.

Ein spezieller Einsatzfall

Zeit das wichtigste “Spiel” einzutragen!

Letzte Woche habe ich Claude allerdings ein Python-Skript schreiben lassen, wo auch ich nicht mehr vollumfänglich nachvollziehen kann, was da im Code passiert. Schlicht und einfach, weil ich im Gegensatz zu PHP, CSS & Co. Python (bislang) nicht gelernt habe. Meine Ausrede? Er hat etwas für mich gebaut, was nur mir und mir allein einen Nutzen auf meinem lokalen Rechner bringt. Es ist also kein Code, der an die Öffentlichkeit geht oder mit der Öffentlichkeit in Verbindung tritt und schon gar kein Skript, das ich irgendjemanden verkaufe.

Und zwar hat Claude mir geholfen ein Luxusproblem zu lösen. In meinem E-Mailpostfach hatten sich nämlich mittlerweile über 350 E-Mails angesammelt. Die meisten davon stammten von Steam und informierten mich darüber, dass ich erfolgreich einen Key auf meinem Account aktiviert habe. Die Veteranen unter euch wissen, dass ich eine Excel-Tabelle meiner kompletten Spielesammlung pflege. Übrigens umfasst diese zum Verfassungszeitpunkt 19.685 Zeilen – im damaligen Eintrag waren es noch etwas mehr als 11.000! Hatte ich schon erwähnt, dass ich einen gewaltig an der Waffel habe? Mehrfach? Okay, wollte nur sichergehen.

Allerdings ist die Pflege dieser Liste durchaus anstrengend, wenn man so häufig bei Bundles zuschlägt, wie ich. Sie ist nämlich nicht komplett alphabetisch. Serien sind beispielsweise nach Veröffentlichungsdatum der einzelnen Teile sortiert. Sprich ich kann nicht einfach meine neusten Bundle-Einkäufe unten hinschreiben und dann neu filtern. Nein, ich muss manuell die richtige Zeile suchen und dann dort den neuen Titel eintragen. Und weil ich da in den letzten Wochen irgendwie echt keinen Bock dazu hatte, stapelten sich die E-Mails in meinem Postfach.

Die Lösung

Um der Sache Herr zu werden, habe ich mich also an Claude gewandt. Und zwar sollte er mir ein kleines Skript bauen, das Spiele nach meinen Vorgaben in der Liste ergänzt. Das hat er auch erfolgreich getan. Schon die erste Version hat richtig gut funktioniert, obwohl ich noch vergleichsweise viel manuellem Aufwand hatte (=ihm quasi jeden Spalteninhalt einzeln vorgeben). Dabei hat er sogar selbstständig vieles beachtet. Beispielsweise hatte ich ihn nicht explizit gebeten mir auszugeben, in welcher Zeile er das Spiel ergänzt hat. Oder wenn er mögliche Abhängigkeiten zu einer Serie erkannt hat, mir das anzuzeigen, damit ich es manuell prüfen kann. Das hat er tatsächlich alles von sich aus umgesetzt.

Auch Claude grüßt euch

Jetzt mit der Version 4 kann ich nicht nur einen Batchlauf machen, dem Skript also eine zweite Excel-Tabelle mit den Infos geben, die es dann komplett einarbeitet. Auch die Einzelerfassung ist automatisierter und lässt mich nun mehrere Titel hintereinander mit den gleichen Attributen eintragen. Eine, für mich, richtig geile Sache. Die ganzen E-Mails konnte ich dadurch innerhalb von nicht einmal zwei Tagen abarbeiten. Hätte ich es auf die alte Art und Weise gemacht, wäre ich vermutlich immer noch nicht fertig. Und zwar nicht nur wegen der akuten Motivationslosigkeit angesichts dieser Menge.

Die Moral

Auf die Gefahr mich zu wiederholen: Das ist schon irgendwie geil, dass sowas heutzutage geht. Das lässt sich nicht leugnen und ist an sich okay für mich. KIs/LLMs sind schlicht Werkzeuge, die man benutzen darf. Genauso wie es in einem Spiel von From Software nicht verboten ist Beschwörungen zu verwenden um Bosse zu besiegen auch, wenn das dem ein oder anderen eingebildeten Gatekeeper nicht passt. Entscheidend ist am Ende immer nur, WIE man sie benutzt und selbstverständlich, WOHER die Daten dafür kommen. Mir ist nämlich durchaus bewusst, dass OpenAI jetzt meine Texte als Trainingsdaten für andere benutzt, die vielleicht weniger Respekt vor dem kreativen Prozess haben als ich.

Und genau da ist für mich dann auch das Limit erreicht. Künstler, Autoren, ja selbst Programmierer haben in der heutigen Zeit weiterhin ihren Platz und ihre Notwendigkeit. Keine KI, kein LLM kann das vollständig ersetzen, was sie leisten. Nur leider glauben die meisten Leute was anderes. Nicht nur, aber vor allem, weil sie es eingeredet bekommen. Und das ist scheiße, um es deutlich auszudrücken. Es kostet Arbeitsplätze, mindert den Wert des eigenen Könnens in den Augen anderer (“Kann ich mit KI viel besser!”) und macht uns so kollektiv immer weiter kaputt. Qualitätsjournalismus ist beispielsweise schon seit Jahrzehnten auf dem absteigenden Ast. Dabei wäre er in einer Welt, in der wir faktisch nur noch von Lügen umgeben sind, umso wichtiger. Aber wenn niemand das zu schätzen weiß, dann landen wir da, wo wir jetzt schon sind und schlittern freudestrahlend mit unseren sechs Fingern an der Hand weiter dem Abgrund entgegen.

Aber jetzt entschuldigt mich. Ich will mit Chatty ein Brainstorming für den nächsten Eintrag machen. Beim Stöbern im Archiv bin ich nämlich auf meine alte PC-Spiele Top 10 von 2007 gestoßen.

Sicarius

Frohe Ostern!

*tief einatmen* Okay, Sicarius. Du schaffst das. Positiv denken. Einfach nur positiv denken. Die gesamte Welt mag grad mit dem Tempo eines Shinkansen gegen die Wand fahren und das endgültige Ende der Menschheit kurz bevorstehen. Doch solange du diese Zeilen noch schreiben kannst, gibt es zumindest ein bisschen Hoffnung. Ja, ich weiß: Der christliche Glauben feiert heute die Auferstehung Jesu Christi. Und zum Auferstehen muss man erstmal Tod sein. Aber jetzt kommt mir in so einer Zeit doch nicht mit Semantik! Lasst uns stattdessen für einen Moment innehalten, damit ich euch sagen kann:

Das gesamte Team von Beim Christoph wünscht euch ein erholsames Osterfest!

Kriegen wir auch ein paar Osterleckerlis?

Zockt ein bisschen was, macht eure Einkommenssteuererklärung, streichelt Hund, Katze oder Maus, knuddelt eure Liebsten und atmet einfach mal ganz tief durch. Das lässt die Probleme zwar nicht auf magische Art und Weise verschwinden, aber es macht zumindest den Kopf ein wenig klarer.

Eine Statistik – aaaaaahhh!

…und da waren es 25 Jahre. Jep, am 9. März 2001 gab es das erste Lebenszeichen hier auf dieser Seite. Ein Vierteljahrhundert hat sie schon überlebt. Trotz ein paar Namens- und Designänderungen (zuletzt 2014), hat sie allen kleinen und großen Krisen getrotzt, die es in der Welt bislang so gab. Während um sie herum unzählige, teils wesentlich erfolgreichere Blogs kamen und gingen, blieb sie standhaft und wird bis heute mit Inhalten gefüllt. Und das sogar regelmäßig!

Um an dieser Stelle ausnahmsweise mal wieder Zahlen hervorzuholen: Es gibt (diesen hier nicht inkludiert) mittlerweile 2.251 Einträge mit einem Gesamtumfang von 1.962.590 Wörtern. Die 171 separaten Seiten mit 240.726 Wörtern (z.B. der „berühmte” Westwood-Artikel mit allein schon 12.758 Wörtern) noch dazugezählt und die 2-Millionen-Grenze ist tatsächlich bereits geknackt. Wow. Keine Ahnung, wie viele Fußballfelder oder Katzendecken das sind. Aber es sind fast 25 moderne Romane an Text! Und ein durchschnittlicher Leser bräuchte ca. 147 Stunden, um das alles zu konsumieren. Und jetzt deinstalliere ich das Statistik-Plugin auch schon wieder.

Kein Rückblick

Beim Christoph hat in den 25 Jahren alle Höhen und Tiefen in meinem Leben mitgemacht und zu einem großen Teil für jeden festgehalten. Und ja, man glaubt gar nicht wie überraschend häufig es echt praktisch ist einfach mal irgendwas nachschlagen zu können, was vor 5, 10, 15 Jahren passiert ist. Hätte ich nicht gedacht. Da ist es fast schon schade, dass ich mich (und meine freundlichen Mitautoren) bis ~2015 hauptsächlich auf Spiele konzentriert habe. Andererseits: So viel mehr gab es bis dahin eigentlich auch nicht wirklich zu erzählen. Als Kellerkind, das die meiste Zeit in seinem Kinderzimmer mit Balkon im 1. Stock des Elternhauses vor seinem Rechner saß. Insofern fehlt dann vermutlich doch nicht so viel berichtenswertes aus meinem damaligen Leben.

Und damit ist das Thema „Geburtstag” tatsächlich für mich schon durch. Lysanda meinte zwar, dass ich doch wie beim 20. Geburtstag einen kleinen Rückblick auf die letzten Jahre machen könnte. Aber für „nur” fünf Jahre fühlt sich das irgendwie falsch an :smile: . Und an meiner grundsätzlichen Einstellung zur Seite hat sich sowieso nichts geändert. Deshalb spare ich es mir heute etwas Umfangreicheres zu machen. Das hebe ich mir stattdessen für den 30. Geburtstag im Jahr 2031 auf. In der Hoffnung, dass wir uns als Menschheit bis dahin nicht wieder zurück in die Steinzeit gebombt haben und ich euch weiter fleißig mit Inhalten beglücke. Ja, mein Optimismus liegt aktuell sehr weit hinten im Schrank…

Eine Sache muss selbstverständlich noch sein: Mein üblicher Dank an dich, liebe Leserin und lieber Leser! Ob es dein erster Eintrag ist, den du hier auf meiner Seite konsumierst oder dein zweitausendster: Vielen herzlichen Dank, dass du deine wertvolle Zeit darauf verwendest meine Worte zu lesen!

Themawechsel

Die neue Uhr

Kommen wir nun wieder zurück zum Alltag. Zumindest ist mir der Eintrag dann doch noch etwas zu kurz. Lasst mich euch also noch von einer ganz besonderen Neuanschaffung in der Casa Lysanda berichten: die CASIO SAN-100H-7BJR.

Das ist eine spezielle Uhr für Saunagänger, die seit Oktober 2025 in Japan für ¥16.500 (ca. 95€) und seit letzter Woche in den USA verfügbar ist. Wir haben sie für rund 200€ (160€ für die Uhr, Rest Zollgebühren) aus Japan importiert. Ganz schön viel Geld für eine funktionale Uhr – zumindest aus meiner Perspektive. Aber sie ist bislang die einzige ihrer Art auf dem Markt und ob und wann sie in Europa erscheint ist offen. Die Entscheidung war entsprechend nur zwischen „weiter ohne saunieren” oder „international kaufen”.

Der Hintergrund

Zur Erinnerung: Wir haben im September 2024 das Schwitzen für uns entdeckt. Seitdem gehen wir im Durchschnitt einmal im Monat ins Jugendstilbad Darmstadt und entspannen dort ein paar Stunden. Dazu nutzen wir übrigens jedes Mal den Schlemmerblock, um es möglichst günstig zu halten (aktuell 35,80€ für den ganzen Tag inkl. Parken). Lysanda hat sich da (wie so oft) tief eingelesen und für uns die optimale Variante herausgefunden. Vielleicht berichten wir irgendwann mal darüber. Wobei – wenn es dann alle so machen, wie wir, ist es für uns möglicherweise nicht mehr so vergleichsweise billig. Weiß nicht, ob ich unter diesen Umständen so sozial eingestellt bin :wink: .

Jetzt stellt sich natürlich die berechtigte Frage: Wofür braucht man in einer Sauna eine Uhr? Man soll sich ja schließlich entspannen. Für das eigentliche Schwitzen hängen in den Saunen zudem entsprechende Sanduhren. Und ja, das stimmt grundsätzlich. Es gibt allerdings zwei Faktoren zu beachten:

  • Nicht überall hängen im Sichtfeld Uhren. Wollen wir beispielsweise den nächsten Aufguss erwischen, müssen wir logischerweise die Zeit im Blick behalten. Aber auch, wenn wir einfach nur im Wärmebecken chillen, ist es ganz praktisch zu wissen wie lange man schon vor sich hinvegetiert.
  • Je nachdem wie voll die Sauna ist, reichen die zur Verfügung stehenden Sanduhren nicht für alle aus. Oder es ist so dunkel, dass man sie nur mit großer Anstrengung lesen kann. Ja, ich werde alt und Lysanda sieht ohne ihre Brille nur auf kurzer Distanz scharf.

Deswegen haben wir überlegt, wie wir die Problematik lösen können. In diversen Internetforen (ja, ein paar gibt es davon noch) sagen die Leute zwar, dass sie auch mit ihren normalen Uhren saunieren gehen. Aber das ist mir ehrlich gesagt zu viel „Hörensagen” für etwas, was gefährlich werden kann. Zum einen können Metallteile an der Uhr sehr heiß werden, zum anderen sich die Batterie erhitzen und platzen. Entsprechend froh war ich, als ich bei meiner letzten Recherche auf die neue Uhr von CASIO gestoßen bin, die explizit auf das Saunieren ausgelegt ist. Trotz des Preises haben wir entsprechend gar nicht lange überlegt und sie bei einem vertrauenswürdigen eBay-Verkäufer erstanden. Man will ja am Ende keine Fälschung in der Hand haben. Wobei die Uhr dafür vermutlich eh noch zu neu ist.

Die ersten Erfahrungen

Das Paket war innerhalb von einer Woche bei uns und enthielt eine hübsche, kleinen Schachtel. Die Uhr selbst ist nur 40,2×35,4×12,9mm groß und wiegt gerade mal 25g. Ich merk sie so gut wie gar nicht am Handgelenk. Optisch soll sie an einen klassischen Saunaschlüsselanhänger erinnern. Wir haben uns für die orangene Variante mit weißem Ziffernblatt und orangenem Armband entschieden. Die schwarze Version wirkt auf den Bildern irgendwie ZU dunkel. Die äußeren Teile sind alle aus einem speziellen Harz und das Armband aus einer Art Silikon. Das verhindert, dass sie warm wird und euch verbrennt. An Metallteilen gibt es nur vier kleine Schrauben an der Unterseite, die aber so geformt sind, dass sie theoretisch die Haut nicht berühren sollten.

Nur vier kleine Schrauben.

Laut Hersteller ist die Uhr für Temperaturen bis 100°C bei einer Dauer von 15 Minuten geeignet. Sie hat eine wärmeresistente Batterie, die fünf Jahre halten soll und ist lt. Norm 50m wasserdicht. Damit zu duschen oder im Wärmebecken abhängen ist also kein Problem. Allerdings empfiehlt CASIO sie nicht ständig zum Baden oder in Whirlpools/Badefässer zu benutzen. Das kann wohl auf Dauer die Wasserdichtigkeit verringern und/oder die Uhr vernebeln. Letzteres kann zwar auch beim Saunieren passieren. Das ist hier jedoch normal und geht nach einigen Minuten von alleine wieder weg. Ein weiteres, nettes Feature ist, dass die Zeiger lumineszierend sind. Zusammen mit den vergleichsweise großen Zahlen ist die Uhr entsprechend selbst im Halbdunkel gut zu lesen.

In Sachen Bedienung ist sie trotz japanischer Anleitung ebenfalls völlig unkompliziert. Es gibt nämlich nur zwei Tasten sowie einen winzigen, eingelassenen (Metallknopf), um die Uhr erstmalig einzustellen. Mit dem Knopf auf der linken Seite wechselt ihr zwischen dem Uhr- und dem Saunamodus. Letzteres ist ein 12-minütiger Timer an dessen Ende aber kein nerviger Piepston ertönt. Er zählt einfach nur hoch und ihr müsst selbst schauen, ob die Zeit bereits erreicht ist. Mit dem rechten Knopf setzt ihr diesen Timer dann wieder auf Null zurück. Ich selbst habe die Uhr bislang hauptsächlich im normalen Uhrmodus betrieben. So entspannt, dass ich vergessen habe wann wir rein sind, war ich noch nicht :wink: .

Beim Christoph meint: Nach dem ersten Testlauf bin ich definitiv von der CASIO SAN-100H-7BJR begeistert. Sie sieht simpel aber elegant und hochwertig aus und ich spür sie so gut wie nicht am Handgelenk. Sie ist gut zu lesen und erfüllt voll und ganz ihren Zweck ohne, dass ich Angst haben muss, dass mein Handgelenk abfackelt. Je nach Luftfeuchtigkeit der Sauna musste ich ab und zu mal über das Glas streichen, aber eine innere Verneblung konnte ich nicht beobachten. Dank der Wasserdichtigkeit habe ich sie den ganzen Tag über nicht ausgezogen und auch im Warmbecken einfach angelassen.

Freilich wird erst der Langzeittest zeigen, ob sie auf Dauer hält, was sie verspricht. Da wir auch im Solebecken waren, ist vor allem die spannende Frage, ob das Salz zu irgendwelchen Korrosionen führen wird. Für uns haben sich die 200€ trotzdem schon jetzt gelohnt. Wir sind zu allen Aufgüssen, die wir mitmachen wollten, pünktlich gekommen. Und im Warmbecken war es paradoxerweise entspannter, weil ich einfach kurz zur Orientierung auf die Uhr schauen konnte. Wer also ebenfalls eine Saunauhr sucht: Mit der CASIO gibt es endlich eine anständige und sichere Lösung.

Sicarius

Wieder ein Filler-Eintrag?!

Es geht echt bergab mit Beim Christoph. So lange keine Filler-Einträge mehr und jetzt schon der zweite in weniger als einem Jahr?! Definitiv ein klares Zeichen dafür, dass uns die Apokalypse bevorsteht! Aber was will ich machen? Man nimmt, was man bekommt.

Wie ich in den vergangenen Wochen schon festgestellt habe, hat das Universum nämlich gerade gehörig einen an der Waffel. Der neuste Punkte auf der Liste war vergangenen Freitag meine Frau Mama, die mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gefahren wurde. Sie hatte sich vorletzte Woche als Folge ihres (geheilten) Brustkrebs die Gebärmutter plus Anhängsel entfernen lassen. Leider hatten sich dort Entzündungsherde (Abszesse) gebildet, die massive Schmerzen verursachen. Die waren am Freitag so schlimm, dass es wieder ab ins Krankenhaus ging. Samstagabend wurde sie dann nochmal in Narkose gelegt und alles ausgespült. Jetzt ist die Lage soweit stabil, aber da bleibt verständlicherweise kein Kopf dafür, euch einen tollen Eintrag zu servieren.

Hier stattdessen ein aktuelles Foto meines Figurenregals. Nutzt die gesparte Lesezeit und versucht so viele Spiele zu identifizieren wie ihr könnt! Der Gewinner bekommt von mir 7.324 Internetgummipunkte :smile: .

Könnte ich vermutlich mal ein bisschen ordentlicher gestalten…

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