Sicarius

Körpertuning: Kälte

MECOTEC cryo:one Kältekammern (Herstellerbild)

Bevor wir heute zu irgendeinem anderen Thema kommen, muss ich euch endlich von unseren Erfahrungen in der Kryosauna berichten. Das fiel irgendwie bislang hinten runter, weil die Einträge immer länger werden als geplant (so viele Sachen, die mir plötzlich einfallen) und kein sinnvoller Platz mehr für einen weiteren Themenwechsel ist :smile: . Also: Wir waren Anfang des Jahres spaßeshalber vier Mal (technisch gesehen fünf Mal, weil sie einmal während der Behandlung ausgefallen ist) in einer Kryosauna. Es hat in Darmstadt eine neue aufgemacht und es gibt nicht nur ein Kennenlern-Angebot, sondern auch eine Groupon-Aktion. Da dachten wir uns, das können wir für den Preis mal ausprobieren.

Kalt!

Eine Kryosauna ist nicht zu verwechseln mit einer Kältekammer. Kältekammer ist das Ding, in dem „nur“ -110°C herrschen und ihr euch frei bewegen könnt (sogar mit mehreren Personen). Die Kryosauna ist hingegen eine Art Tonne in der ihr euch alleine reinstellt und nur noch der Kopf rausschaut. Beides hat natürlich den gleichen Sinn und Zweck, die Kältekammer ist einfach nur das „Original“ – wobei der Erfinder dieser Therapieform, der Japaner Toshiro Yamauchi, seine Rheumapatienten 1978 sogar bei -175°C dort reingeschickt hat. Das hätten besagte Patienten aber als „unangenehm“ (ach ne?!) empfunden, deswegen geht man heutzutage in der Kältekammer nicht mehr so extrem tief runter. Und natürlich gibt es auch noch die „Bekloppten“ die z.B. Eisbaden oder sogar Eistauchen praktizieren. Gehört in die gleiche Kategorie.

Die Krysoauna ist schlicht die modernere Variante der Kältetherapie, die bei -160°C arbeitet und trotz niedrigerer Temperatur angenehmer wäre als eine Kältekammer. Ich habe den direkten Vergleich nicht, vermute aber es liegt unter anderem daran, dass der Kopf draußen ist. Ich gehe davon aus, dass das durchaus weh tut, wenn der trotz Mütze (Kältekammer hat man Schuhe, Handschuhe, Mundschutz und eine Mütze auf) so extrem abkühlt. Gearbeitet wird – ebenfalls anders als in der Kältekammer – hier mit einem Stickstoffnebel, der in die Kammer geblasen wird und sie ratzfatz runterkühlt. Deswegen ist auch der Kopf draußen, denn den Nebel sollte man nicht sehr intensiv einatmen. Da stirbt man wohl sehr schnell weg (wir Menschen lieben es mit gefährlichen Dingen zu hantieren…). Also erst wird man bewusstlos und dann erstickt man innerlich aufgrund des Sauerstoffmangels. Klingt lustig. Gab‘ entsprechend schon Ideen das in den tollen US of A als „humane“ Hinrichtungsmethode einzuführen. Bei Labortieren ist das hingegen aufgrund des Tierschutzes verboten (wäre die langsamste Tötungsart). Nein, ich verlinke hier jetzt explizit nicht auf die dazugehörige Studie/Handlungsempfehlung der Uni Saarland. Ich finde, es hat keinen Mehrwert seitenweise davon zu lesen wie man am besten eine Laborratte „Tierschutzgerecht“ tötet.

Cryomed One (Herstellerbild)

Manchmal ist das Internet definitiv mehr Fluch als Segen. Ich hör‘ entsprechend jetzt mal auf zu dem Thema zu recherchieren, okay? Da wird man nur Depressiv bei. „Lysanda? Warum haben wir uns das nochmal mit der Kryosauna freiwillig angetan?! Bitte? Wegen der Gesundheit? Wenn ich Tod bin, brauche ich keine Gesundheit mehr. Klingt eher so als wollten wir es dem Bestatter einfacher machen, weil wir schneller steif sind und er uns so besser tragen kann…“

Die Anwendung

Wir sind offensichtlich nicht weggestorben, deswegen kann ich davon berichten wie es war. Vor Ort hat uns eine Cryomed One erwartet aber die Dinger gibt es wohl mittlerweile von vielen Herstellern. Also bis auf die Unterhose nackig gemacht (sonst frieren gewisse Teile weg), Socken, Wollschuhe und auf Wunsch Handschuhe anziehen und dann geht es für maximal drei Minuten ins eisige Stickstoffgebläse bei -160°C. Etwas Bewegung hilft, dass es sich nicht ganz so extrem anfühlt aber am Ende des Tages hängt es definitiv von der Tagesform ab. Eine Anwendung war es durchaus angenehm und zum Aushalten, ein andermal konnten die drei Minuten nicht schnell genug vorbeigehen, weil einem alles (buchstäblich) abfriert. Und das war’s. Danach ein bisschen (buchstäblich) chillen, anziehen und fertig. So schnell kann eine Therapie gehen. Nichts Weltbewegendes. Bleibt entsprechend nur noch die Frage: Hat es was gebracht? Schließlich schwören doch vor allem Profisportler angeblich total drauf (Warum müssen es immer Profisportler sein, kann man nicht auch mit einem Otto-Normalo Werbung machen?!). Für uns ehrlich gesagt nicht. Ja, es hat danach vor allem in den Beinen wollig gekribbelt und die Durchblutung wurde definitiv angeregt. Aber z.B. meine ewige Schulter-Nacken-Verspannung hat es nicht einmal kurzzeitig gelindert. Vielleicht waren vier Sitzung verteilt auf zwei Monate schlicht zu wenig für sowas Chronisches.

Die Idee hinter der Kälte ist, dass sie den Stoffwechsel und den Kreislauf anregt. Man versetzt den Körper quasi in Sterbensangst und er dreht dadurch voll auf. Das soll die Immunabwehr stärken und eine Runde Endorphin freisetzen, da diese schmerzlindernd wirken und für gute Laune sorgen (der Körper will ja überleben). Am Ende habt ihr 600 bis 700kcal verbrannt, euer Gewebe wurde besser durchblutet und damit mit mehr Sauerstoff versorgt und angeblich haufenweise Schadstoffe zerstört. Außerdem soll es Muskelverspannungen lösen, das Hautbild verbessern (z.B. bei Akne) und eben Schmerzen lindern. Ist sicherlich alles grundsätzlich richtig – Kältetherapie ist schließlich nichts Neues und wurde schon in vielen Varianten wissenschaftlich untersucht. Nur wie gesagt: Bei uns haben wir keinen Unterschied gemerkt. Es war mal ganz nett es ausprobiert zu haben und vielleicht gehen wir im Sommer nochmal hin (soll ja heuer wieder sehr heiß werden). Aber von den tollen Versprechungen, die auf den ganzen Internetseiten gemacht werden, haben weder Lysanda noch ich irgendetwas gespürt – weder kurz- noch langfristig.

Radikaler Themenwechsel

Ein süßes Kellerfenster

Und was war sonst so? Nun, vergangene Woche hat es der Sachverständige vom TÜV endlich geschafft zu erscheinen. Er ist einmal lustlos durch den leeren Öltankraum, dann in den Heizungraum gegangen (dort auch nicht wirklich was angeschaut) und hat dann das Datum von der Abbaubescheinigung von Laudon in seinen Rechner getippt. Das war’s. Hat keine fünf Minuten gedauert, wird aber um die 120€ kosten – genau wusste er es nicht. „Dafür bin ich nicht zuständig“ waren seine exakten Worte. Ja, ne. Und darauf musste ich jetzt neun Wochen warten? Wahnsinn. Die Bescheinigung kommt dann im Laufe der Woche sowohl bei uns als auch beim Umweltamt an. Anschließend ist der Öltank offiziell nicht mehr existent. Bin allerdings gespannt, ob der TÜV das in seiner Datenbank ebenfalls korrekt vermerkt. Wir hatten nämlich einen Servicevertrag abgeschlossen für die regelmäßige Prüfung (gab Rabatt). Ich würde ja erwarten, dass der mit der Außerbetriebnahme automatisch nichtig ist. Sicher bin ich mir bei dem Verein aber absolut nicht.

Tags darauf (hat wunderbar gepasst), kam dann der Fensterbauer vorbildlich mit Mund-Nasen-Schutz und hat das kleine Kellerfenster im Tankraum gegen ein neues von Weru ersetzt. Das alte Metallding ging nicht mehr richtig zu und bot auch keinen Sichtschutz (wollen ja u.a. ein Bad reinbauen). Da das Rohr vom Klo direkt davor verläuft, machte es keinen Sinn ein Doppelfenster oder sowas zu nehmen. Geht eh nicht auf ohne vorher das Rohr abzubauen. Stattdessen ist auf der linken Seite nur eine Milchglasscheibe. Öffnen lässt sich somit ausschließlich die rechte Hälfte. Die wiederrum ist vergleichsweise klein und das Fenster darin entsprechend winzig. Der Monteur meinte zu mir, dass er so eine kleine Luke noch nie montiert hätte. Aber hey: Ging halt nicht anders und ein bisschen Licht ist besser als gar keins. Und komplett geschlossen wollten wir auch nicht haben. Ab und zu macht es halt Sinn ein Fenster öffnen zu können – egal wie klein. Blöderweise hat es dadurch – es ist faktisch eine komplette Sonderanfertigung – ungefähr genauso viel gekostet wie das wesentlich größere Fenster im Freizeitraum (ca. 750€).

Und damit ist das Projekt „Neuanschluss“ nun wirklich komplett abgeschlossen. Stattdessen wurde quasi umgehend das Projekt „Renovierung Öltankraum“ gestartet. Handwerker kommen uns dieses Jahr aber höchstens noch ungeplant ins Haus (hoffentlich nicht). Stattdessen legen wir jetzt mal wieder selbst los. Die ganzen eingemauerten Metalldinger von der Decke klopfen, Löcher verschließen, überall streichen, Strom verlegen, einen Türrahmen einbauen, etc. pp. Wird mal wieder ein paar Wochenenden verschlingen aber so ist das halt mit einem Eigenheim. Gibt immer was zu tun :smile: .

Sicarius

Tagebuch eines Hausherrn #32

Ein voller Heizungsraum

Vergangenen Freitag war der Bezirksschornsteinfeger im Haus (ja, trotz Corona – wir haben viel Abstand gehalten). Er hat die neue Heizungsanlage abgenommen und die Feuerstättenschau durchgeführt. Ergebnis: Alles im grünen Bereich und von den Werten her (wie erhofft) auch effizienter als die alte Ölheizung. Muss ich aber dann nochmal genauer vergleichen, wenn ich den Bescheid habe. Damit fehlt für den vollständigen Abschluss des Projekts nur noch die Abnahme des Öltankabbaus durch den TÜV. Nein, ich habe immer noch keine Post mit einem Termin erhalten. Muss wohl doch nochmal bei dem Haufen anrufen. Echt nervig.

Gleichzeitig sind auch soweit alle Rechnungen eingetroffen (und bezahlt), womit wir – trotz fehlendem TÜV-Bescheids – einen Schlussstrich unter die Sache ziehen können. Es war die größte Maßnahme seit der Renovierung zum Ersteinzug vor mittlerweile vier Jahren und lag im Preis sogar deutlich drüber, was aber zu erwarten war. Damals haben wir schließlich fast alles selbst gemacht. Dieses Mal habe ich hingegen abseits der Organisation keinen Finger gerührt :smile: . Aber ich glaube weiterhin, dass es das wert war. Lysanda scherzt zwar immer, dass es ein ziemlich teures Unterfangen war, nur damit ich mir im Keller jetzt nicht mehr den Kopf an einem Abwasserrohr stoße. Einem zusätzlichen Raum, Unabhängigkeit von der Nachbarschaft (obwohl wir uns aktuell gut verstehen), einer geringeren Verstopfungsgefahr und höchstwahrscheinlich etwas niedrigeren Heizkosten hat sie aber ebenfalls nichts entgegen zu setzen.

Das Abwasser

Zum Zeitpunkt des letzten Berichts war zwar das Abwasser draußen bereits komplett neu, drinnen hing aber immer noch alles mit maximal 0%-Gefälle mitten an der Tankraumdecke. Das hat sich mittlerweile geändert. Auf der einen Seite des Raumes verläuft an der Decke – mit etwas Abstand zur Wand, weil da schon so viele Rohre liegen – der Strang mit DN70 für Waschbecken, Badewanne, Pissoir und später Keller-Klo und -Waschbecken (mit Hebeanlage). DN70 deshalb, weil es der Ingenieur für das Entwässerungsgesuch so berechnet hat. Der Heizungsbauer hätte ansonsten nur ein DN50 verwendet.

Die Abwasserleitungen vorher (oben) und nachher (unten).

Auf der gegenüberliegenden Wand hingegen ist ein Strang mit DN100 für Klo und Dusche. Beide Stränge treffen sich am Wanddurchbruch, an dem jetzt ein Sturzgefälle ist. Das wusste ich übrigens nicht: Das Gefälle darf auf der Strecke nicht zu niedrig, aber auch nicht zu groß sein. Warum? Weil ansonsten das Wasser davonrauscht ohne die schwereren Teile mitzunehmen. Die setzen sich dann ab. Deswegen lieber ein langes Stück nur mit 1-2% und dann am Ende ein Sturzbach statt auf ganzer Strecke 10% oder mehr. Nach dem Sturzgefälle geht es dann durch den Waschraum schnurstracks hinaus Richtung Straße.

Die Kosten

Ursprünglich angesetzt waren zwei Arbeitstage mit zwei Monteuren dafür, faktisch waren sie bereits mittags mit den Arbeiten durch. War ja nichts wirklich Kompliziertes dabei und alle Montagebereiche sowohl im leeren Tankraum als auch im Waschraum komplett zugänglich. Nachmittags haben Sie entsprechend gleich noch den neuen Heizkörper montiert. Verbaut wurde ein Purmo Compact mit einer Bauhöhe von 600mm und Baulänge von 800mm. Quasi ein weißer, 08/15-Heizkörper aber völlig ausreichend für einen 10m² Kellerraum. Mit Hilfe einer App von Viessmann haben sie dann noch die Berechnungen für den hydraulischen Abgleich gemacht und die Heizkörper entsprechend des Ergebnisses eingestellt. Mal schauen ob sich das in der Jahresabrechnung bemerkbar macht. Im Raumklima habe ich zumindest noch keinen Unterschied gemerkt.

So viel zum Inhalt. Was hat der Neubau der Abwasserinnenverteilung plus Heizung gekostet? Der Heizkörper schlug mit rund 420€ zu Buche. Da kommt aber dann nochmal einiges an nicht ganz billigem Material (Kupfer halt) dazu, denn er muss schließlich an den bestehenden Heizkreislauf irgendwie angeschlossen werden. Für das Abwasser gab es zwar keine ganz großen Einzelposten aber jedes Stückchen Rohr läppert sich natürlich obwohl es insgesamt nur um die vier Meter Strecke waren. Am Ende kam die Rechnung plus Arbeitszeit auf knapp 2.000€. Im Vergleich zum Kostenvoranschlag rund das Doppelte. Der bestand aber auch nur aus den zwei Monteurstagen. Weder die Heizung noch sonst irgendetwas an Material war enthalten, da sich das schlecht abschätzen ließ zu dem Zeitpunkt.

Weitere Rechnungen

Ein nagelneuer Heizkörper

Bleiben noch zwei Rechnungen: Gas und Wasser. Der Gasanschluss kostete wie im Angebot veranschlagt exakt 1.141,16€. Der Betrag setzt sich zusammen aus den 1.000€ Pauschalpreis mit dem die e-Netz Südhessen Neukunden anlockt. Da sind theoretisch 10m Tiefbau mit enthalten aber den haben wir ja nicht von denen machen lassen. Dafür gab es zum Ausgleich 100€ Ermäßigung. Die ca. vier Meter Rohr, die sie über die 10m hinweg gebraucht haben, wurden uns aber in Rechnung gestellt.

Der Wasseranschluss war hingegen tatsächlich ca. 30% günstiger im Vergleich zum Angebot. Er war somit nicht mehr dreimal so teuer wie der Gasanschluss, sondern nur noch etwa zweidrittel. Haben auch nochmal 200€ gespart, weil die Wasserwerke zwar eine Rechnung mit 19% MwSt. ausstellen, die Stadtwerke diese aber nur mit 7% MwSt. weitergeben dürfen. Ergibt keinen Sinn für mich aber ich beschwer mich da selbstverständlich nicht :smile: . Übrigens die einzige Rechnung der gesamten Maßnahme, die unter dem Kostenvoranschlag lag.

Gesamtfazit

Unterm Strich war die gesamte Maßnahme rund 15% teurer als veranschlagt. Die setzen sich zusammen aus ca. 25% Mehrkosten für den Außenbereich – durch den billigeren Wasseranschluss wurde die teurere Tiefbaurechnung etwas aufgewogen – und ca. 7% Mehrkosten für die Innenarbeiten. Ja, der Heizungsbauer und die Öltankfirma haben die genausten Angebote geschrieben. Statt unter 30.000€, sind wir also am Ende über 30.000€. Das lag u.a. an ein paar Überraschungen im Außenbereich (gebrochener Straßenübergang, alte Rohre im Grundstück, etc.). Gleichzeitig wurde aber auch auf meinen Wunsch hin hier und da etwas mehr gemacht als ursprünglich geplant. So Sachen wie der zusätzliche Heizkörper oder die Waschbetonplatten unter den Mülltonnen hatte ich vorher nicht im Blick, bin aber trotzdem froh es gemacht haben zu lassen. Der Kostenunterschied Innen zu Außen liegt übrigens bei ca. 70%. Also die Arbeiten im Außenbereich waren zweidrittel teurer als das was drinnen erledigt wurde.

Haben uns die Mehrkosten das Genick gebrochen? Nein, natürlich nicht. Es war zwar eine vierstellige Zahl, die wir ungeplant nochmal oben drauflegen mussten. Aber in so ein Vorhaben darf man definitiv nicht ohne entsprechende Reserven hinein gehen. 15% Mehrkosten sind vermutlich sogar eher am unteren Ende der Fahnenstange. Nicht nur im Vergleich zu manch‘ einem staatlichen Bauprojekt :smile: , sondern auch im privaten Umfeld. Und nein: Wir haben für das Ganze keinen weiteren Kredit aufgenommen. Wir hatten den Luxus es mit unseren Ersparnissen bezahlen zu können. Bitte? Ja, es macht offensichtlich einen großen Unterschied nicht jeden Monat hunderte von Euros für Videospiele auszugeben, die man dann doch nicht spielt. Jetzt gebe ich halt nur noch Dutzende von Euros aus :wink: .

Hätten wir uns dafür Geld leihen müssen, hätten wir sie sicherlich nicht durchgezogen. Dafür brachte die Aktion dann doch wieder zu wenig Mehrwert, um sich dafür auf Jahre zu verschulden. Zumindest glaube ich nicht, dass das Haus deswegen jetzt 30.000€ mehr wert ist.

Epilog

Alles so schön ordentlich – und kein Rohr mehr im Flur!

Auf der einen Seite bin ich natürlich froh, dass bis auf den TÜV endlich alles erledigt ist. Und darüber, dass die ganze Maßnahme unterm Strich ziemlich reibungslos über die Bühne gegangen ist. Ja, es ein gutes dreiviertel Jahr gedauert von meinen ersten Anfragen bis zur tatsächlichen Umsetzung. Aber das war jetzt nicht weiter schlimm und hätte nur ein paar steuerliche Vorteile gehabt. Dafür stimmt das Ergebnis. Auf der anderen Seite kann ich nicht leugnen, dass mir das Organisieren und „Überwachen“ durchaus Spaß gemacht hat. Jeden Fortschritt und jetzt natürlich das Ergebnis zu sehen ist ebenfalls äußerst befriedigend, obwohl ich keine Schraube selbst angezogen habe. Es hatte seine stressigen Momente und gefühlt hinter jedem her laufen zu müssen kann nervig sein. Dennoch bin ich durchaus in dieser Aufgabe aufgegangen. Als jemand, der vor 15 Jahren nicht einmal ohne Angstzustände telefonieren konnte, finde ich das durchaus einen überraschenden Fortschritt. Lysanda hat sich übrigens aus der ganzen Sache tatsächlich ziemlich rausgehalten und mich einfach machen lassen. So viel Vertrauen hab‘ ich nicht einmal in mich selbst :wink: .

Ich hoffe, ihr konntet aus den letzten Tagebucheinträgen auch für euch ein paar Sachen mitnehmen. Jedes Bauprojekt ist natürlich etwas anders. Aber ich finde es immer hilfreich im Internet ein paar Erfahrungsberichte für sowas zu lesen. Die trockenen Anleitungen sind zwar schön und gut aber nur in einem Bautagebuch steht eben drin, was alles in die Hose gegangen ist und wie es behoben wurde.

Als nächstes steht nun die Renovierung des Tankraums zu einem Bad/Wäscheraum auf dem Programm (der heutige Wäscheraum wird dann zu einem Lager). Das Fenster soll Mitte/Ende April ausgetauscht werden. Mal schauen ob da Corona mitmacht. Die Fertigstellung wird aber trotzdem erst im kommenden Jahr sein, wenn wir dann wieder Handwerker kommen lassen zum Einbau der Sanitäreinrichtungen. Man muss ja was für die Steuererklärung aufheben :tongue: . Ich halte euch wie immer auf dem Laufenden.

Sicarius

Tagebuch eines Hausherrn #31

Ein großes Loch zum Teil im öffentlichen Grund

War irgendwie ungünstig, dass der Tiefbau nicht wie ursprünglich geplant schon 2019 stattgefunden hat. Allein mit der Rechnung haben wir bereits den steuerlich absetzbaren Höchstbetrag für Handwerkerleistungen in diesem Jahr überschritten (derzeit 6.000€). Bitte? Ja, natürlich wollen auch wir Steuern sparen. Das ist nicht nur großen Unternehmen vorbehalten. Das können wir alle :smile: .

Tief- und Kanalbau

80% der Tiefbau- und Kanalverlegungsrechnung sind Lohn- und Fahrtkosten, die unter §35a EStG fallen. Das Material macht hier tatsächlich nur einen verschwindend geringen Anteil aus. Da der Tiefbauer Mischpositionen verwendet (Material plus Verwendung in einem), kann ich euch nicht genau sagen was das Material tatsächlich gekostet hat. Aber hier ein paar interessante Posten, die Material beinhalten:

  • 1m³ Mutterboden (78€)
  • 6m³ Mineralschotter (575€)
  • 5m³ Sand (100€ – Sand ist ganz schön billig…)
  • Ein Revisionsschacht DN400 (750€!)
  • 15m² Noppenfolie zum Abdichten gegen die Hauswand (215€)
  • 27m Rohr plus Bögen (ca. 125€ pro Meter)

Außerdem vergleichsweise viel Zeit gekostet haben

  • 3 Kernbohrungen (835€)
  • 31m² Pflaster aufgenommen und wieder verlegt (3200€)

Da kommt man schnell auf ein paar schöne Euros. Und dann fehlte im Angebot bekanntlich noch der Tiefbau im öffentlichen Grund. Entsprechend war es wenig überraschend, dass die tatsächliche Rechnung signifikant davon abweichen würde. Genauer gesagt ist sie 46% höher als veranschlagt. Allein die Gebühr für die Sperrung der Straße betrugen 820€. So wurde aus einem vierstelligen Betrag gleich mal ein fünfstelliger *uff*. Ja, man darf als Häuslebesitzer definitiv nicht zu knapp kalkulieren bei solchen Sachen, sonst hat man ein echt großes Problem.

Gasheizung

Ganz schön voll geworden, die Ecke.

Die zweite Rechnung, die bereits eingetrudelt ist, bot hingegen keine Überraschungen und ist identisch zum Angebot – obwohl ich eigentlich eine Erhöhung erwartet hätte. Die Heizungsbauer konnten nämlich ein bestehendes Ausdehnungsgefäß nicht wiederverwenden, weil es kaputt war und mussten es entsprechend ersetzen. Das hat das letzte Mal gut 500€ gekostet. Aber ich werde mich selbstverständlich nicht beschweren :wink: .

Bevor wir aber genauer zu dieser Rechnung kommen: Der Einbau und die Inbetriebnahme der Gasheizung verliefen größtenteils ziemlich glatt. Unser größtes Problem war, dass wir ab Donnerstagmorgen 8 Uhr bis Freitagnachmittag 15 Uhr keine Heizung hatten. Der erste notwendige Schritt war schließlich der Abbau der Ölheizung. Und genau an diesem Donnerstag musste natürlich nochmal kurz der Winter einkehren. Sprich es wurde saukalt und es war nicht einmal genug Sonne da, damit die Solarheizung etwas arbeiten konnte. Lysanda und ich schliefen in der Nacht unter drei Decken und die Katzen mussten im dann nur noch 14°C warmen Wohnzimmer ausharren. Da merkten wir mal wieder wie schlecht gedämmt diese Hütte ist. Absolut ungünstig aber wir haben es offensichtlich überlebt.

Kurzzeitpanik

Es gab dann nochmal einen kleinen Panikmoment als der Monteur von der e-Netz Südhessen den Zähler montierte und meinte „eigentlich darf ich den gar nicht setzen, denn die hausinterne Gasleitung ist nicht geerdet“. Kein Wunder: Die war ja auch gerade erst frisch von den Heizungsbauern errichtet worden. Entsprechend hätte ich erwartet, dass die die Erdung dran machen – zumindest hat mir niemand etwas anderes gesagt. Aber das scheint normalerweise tatsächlich ein Elektriker machen zu müssen? Völlig Banane. Naja, ich bin kurz in den Baumarkt und habe mir für fünf Euro eine entsprechende Erdungsschiene geholt (Erdungskabel war noch da). Die Heizungsbauer haben dann die 10cm zwischen den Erdungsleitungen der restlichen Heizungsrohre und Gasleitung verlegt. Ja, 10cm. Ich übertreibe absolut nicht. Dafür kommt doch kein Elektriker…

Bei der tatsächlichen Inbetriebnahme gab es dann noch zwei Kleinigkeiten. Zum einen ist die Software der Gasheizung scheinbar total doof. Die erwartet zwingend einen Außenfühler, obwohl sie der Solarheizung untergeordnet ist (die triggert die Gasheizung). Lösung? Den mitgelieferten Außenfühler angeschlossen und mit zur Elektrik in die Gasheizung gelegt. Sind halt jetzt konstant 32° draußen :smile: . Das andere Problem war, dass die Solarheizung falsche Temperaturen anzeigte und entsprechend kein Signal an die Gasheizung zur Zündung sendete. Der Grund war so einfach wie dämlich: Der Monteur hatte zwei Fühler vertauscht. Die Solarheizung dachte es wären 40°C draußen und der Gaskessel hätte 10°C. Da hatte sie logischerweise keinen Grund Feuer zu machen. Fühler getauscht und seitdem fließt nicht nur fleißig das Gas durch die Leitung – es ist auch wieder warm im Haus.

Verarsche überall

Die Gasheizung

Mit der Zählernummer in der Hand konnte ich mich dann damit beschäftigen einen Gaslieferanten zu suchen und einen Vertrag abzuschließen (zur Erinnerung: ihr habt drei Wochen Zeit dafür nach der Zählerinstallation). Dabei bin ich auf zwei tolle Dinge gestoßen. Das erste ist, dass der Gaszähler m³ anzeigt aber die Verträge auf kWh abgeschlossen werden. Die Umrechnung? „m³ * Brennwert * Zustandszahl“. Brennwert (Wärmeenergie im Gas) und Zustandszahl (Verhältnis Gasvolumen vom Normzustand zum Betriebszustand) bekommt man von seinem Grundversorger genannt.

Der zweite Punkt war, dass man irgendwie nur noch verarscht wird. Die ganzen Tarife mit Sonderboni, Erstkundenrabatt und dem ganzen Scheiß suggerieren einem immer, dass man ja total günstig unterwegs ist. Schaut man aber genauer hin, sind die durch die Bank teurer als ein 08/15-Standardtarif ohne Sonderkonditionen – selbst ohne Verwendung eines Vergleichsportals. Da muss man echt scharf aufpassen und man darf sich schon gar nicht auf das verlassen, was einem Check24, Verivox & Co. anpreisen. Ich habe mich am Ende für einen Tarif mit einem günstigen Arbeitspreis entschieden, weil ich aktuell unseren jährlichen Verbrauch noch nicht einschätzen kann (bin mit dem Google-Ergebnis von 32.000kWh bzw. 4.200m³ ins Rennen gegangen).

Die Rechnung

Kommen wir nun zur spannenden Frage: Was hat uns die Gasheizung gekostet? Nun, auf der Rechnung sind erneut nur Mischpositionen enthalten. Insofern kann ich euch nur sagen, dass Abbau des Ölbrenners und Aufbau der Gasheizung inkl. Material bei knapp 9.000€ lagen. Dazu kommt dann noch die Gasleitung vom Zähler bis zur Heizung, die mit rund 750€ zu Buche schlug. Zwei Tage waren dafür zwei Monteure beschäftigt. Anders als beim Tiefbauer waren es hier nur ca. 20% der Rechnung, die auf Lohn- und Fahrtkosten entfallen. So ein Gasbrenner ist eben nicht gerade billig.

Gekauft haben wir einen bodenstehenden Vitocrossal 300 19kW von Viessmann mit einer Vitotronic 200 Steuerungseinheit (ohne Zubehör wie z.B. dem Vitoconnect, der sie zu einem IoT-Gerät machen würde). Nicht ganz so breit wie der alte Ölbrenner aber mindestens doppelt so hoch – und hoffentlich gleichzeitig effizienter als das rund 20 Jahre alte Wolf-Gerät. Warum genau dieses Modell? Weil es ein bodenstehender Kessel werden sollte, wir ungefähr diese Leistung für’s Haus brauchen und der Heizungsbauer vornehmlich Viessmanngeräte verbaut. Ganz einfach :smile: .

Öltank

Ein halboffener Öltank

Keine zwei Tage, sondern nur gut fünf Stunden haben die drei Jungs der Firma Laudon gebraucht, um den Öltank in gut ein Dutzend 1,5m hohe Metallplatten zu zerlegen. Zuerst wurden 970l Öl zum Nachbarn transportiert, die restlichen 300l Schlamm und Dreck hingegen für 0,48€/l der Entsorgung zugeführt. Anders als erwartet haben sie parallel die zugemauerte Tür nicht mit der Flex aufgeschnitten, sondern mit einem Abbruchhammer einfach Stück für Stück aufgebrochen. Begründung: Weniger Dreck. Schlimmer war deshalb tatsächlich das Auseinanderschneiden des Stahltanks mit dem Gasschneider. Die dadurch erzeugten Rauchwolken zogen trotz riesigem Ventilator durch die Decke sogar bis hoch ins darüberliegende Bad. Und selbst eine Woche später stinkt es unten im Keller immer noch ein wenig. Aber gut: Hauptsache der Stahlkoloss ist weg.

Die Rechnung ist zwar noch nicht da aber bei Laudon habe ich bislang noch nicht erlebt, dass sie vom Angebot abweicht. Die haben ihre Pauschalpreise und ihre festen Stundensätze. Da kommt es entsprechend nur noch auf die Restmengen an. So kommt der eigentliche Abbau des 7.000l Stahltanks auf leete 1.337€, der Aufbruch des Mauerwerks schlägt mit 215€ zu Buche und dann kommen noch rund 300€ für Öltransfer zum Nachbarn und Schlammentsorgung dazu. Wieder nicht ganz billig aber frei nach einer gewissen Kreditkartenwerbung: 10m² mehr Platz – Unbezahlbar.

Vorschau

Ganz fertig ist unser Großprojekt aber immer noch nicht. Die nächsten Schritte finden diesen Mittwoch und Donnerstag statt. Da kommt der Heizungsbauer nochmal, um die Abwasserinnenverteilung neu zu gestalten und einen Heizkörper in den neuen Raum zu setzen (haben aktuell auf fünf Kellerräume nur einen Heizkörper). Gleichzeitig macht er einen hydraulischen Abgleich aller Heizkörper im Haus. Dazu werden sie ausgemessen und dann berechnet wie viel Durchfluss sie brauchen, um optimal zu laufen. Das wird dann mit einem Rädchen am Heizkörperventil eingestellt. Aktuell stehen alle Heizkörper auf „neutral“ und werden alle gleichberechtigt behandelt obwohl z.B. der Heizkörper im Wohnzimmer sicherlich mehr braucht als der im Bad. Ziel der Maßnahme ist logischerweise eine effizientere Verteilung des warmen Wassers und damit ein Energiespareffekt. Mal schauen ob das tatsächlich eintritt. Ich werde berichten :smile: .

Nächste Woche kommt dann noch der Schornsteinfeger, um die Feuerstättenschau durchzuführen und irgendwann der TÜV, um zu bestätigen, dass der Tank nicht mehr da ist. Letzterer hat allein schon vier Wochen Vorlauf, bis überhaupt der Termin feststeht (kommt altmodisch per Post!) wann ein Gutachter vorbeikommen kann. Wenn ich das vorher gewusst hätte, hätte ich früher angerufen. Problem daran ist, dass wir in dem neu geschaffen Raum nur wenig machen dürfen bis besagter TÜV-Mitarbeiter da war. Speziell der Boden muss bis zur Abnahme so erhalten bleiben, wie ihn die Öltank-Firma hinterlassen hat. Warum der Aufwand? Weil wir uns in einem Wasserschutzgebiet befinden. Da gelten einfach höhere Auflagen.

Muss der Kickoff des Folgeprojekts, „Ausbau Öltankraum“, halt noch ein paar Tage länger warten. Da werden wir dann auch mal wieder den Großteil selbst machen. Ist zwar ganz nett Handwerkern zuzuschauen, geht aber doch ein wenig ins Geld auf die Dauer. Hatte ich schon erwähnt, dass es im Eigenheim irgendwie immer irgendetwas zu tun gibt? Echt schlimm :smile: .

Sicarius

Tagebuch eines Hausherrn #30

Als wär‘ nix gewesen.

Phase 1 (Außenarbeiten) ist erfolgreich abgeschlossen (bis auf das Bezahlen der vermutlich diese Woche eintrudelnden Rechnungen). Sieben Arbeitstage haben am Ende die zwei Arbeiter vom Tiefbauunternehmen bei uns verbracht. Freitagnachmittag waren sie endlich fertig. Keine Ahnung warum es anfangs hieß, sie würden es bis Dienstagabend schaffen. Aber gut: Grundsätzlich sieht alles wieder gut aus und funktioniert. Nur ein paar Liter Erde fehlen jetzt in der Einfahrt, die kriege ich aber schon irgendwo aufgetrieben. Wir hatten ja leider nicht genug Platz auf dem Grundstück, um alles vor Ort zwischen zu lagern. Entsprechend mussten sie einen Teil abtransportieren. Kam dann scheinbar nicht mehr komplett alles zurück :smile: .

Handwerkergewusel

Das Haus voll hatten wir wie angekündigt am Montag. Die Monteure für Gas und Wasser hatten sich angemeldet und standen auch relativ pünktlich um 8 Uhr auf der Matte. Da waren selbst die Tiefbauer noch nicht da, die ja erst wieder den zugefallenen Graben ausheben mussten. Gas hat sich entsprechend nach einer Bestandsaufnahme erstmal wieder verzogen, um ihr Material zu holen und kamen erst später wieder. Den Anfang machte stattdessen das Wasserwerk. Die dachten übrigens sie würden zu einem Neubau kommen. Wussten also weder was von der Wasseruhr beim Nachbarn noch davon, dass sie die Verbindung zur bestehenden Hausinstallation herstellen sollten. Kommunikation ist echt keine Stärke von Handwerkern. Aber gut: Klärte sich alles schnell und sie machten sich zuerst auf den Weg zum Nachbarn, um dort alles vorzubereiten. Der saß zwar zu dem Zeitpunkt auf dem Klo und konnte nicht an die Tür aber das war dann mit einem kurzen Anruf auch zügig geklärt :smile: . Also Wasser abgestellt und Wasseruhr ausgebaut (hat noch drei Jahre Garantie). Damit war das Thema „Zuwasser“ über Nachbars Grundstück endgültig erledigt.

Der Rest ging anschließend ohne weitere Probleme vonstatten nachdem der Graben wiederhergestellt war. Kein Wunder: Die Monteure von Gas und Wasser machen das vermutlich ein paar hundertmal pro Monat und unsere Maßnahme hatte jetzt keine wirklichen Besonderheiten aufzuweisen. Schließlich war vom Tiefbauer alles soweit vorbereitet. Zwar taten sich die Wassermonteure ein bisschen schwer auf ihrem Auto die entsprechenden Teile für die Verbindung zwischen Wasseruhr und Filter zu finden aber am Ende hat auch das hingehauen. Den Bestätigungswisch für die Stadtwerke haben sie nach einem Anruf beim zuständigen Bearbeiter hingegen anstandslos mitgenommen, um ihn dort abzugeben. War also ebenfalls kein Ding und wir hatten wieder fließendes Wasser (dauerte ca. 2-3 Stunden die ganze Aktion).

Es fehlt nur noch der Gaszähler.

Das einzige was mich in Bezug auf Gas und Wasser etwas gestört hat war, dass die Gasmonteure nicht besonders redselig waren. Ja, ich arbeite natürlich auch lieber ohne, dass mir einer über die Schulter schaut. Aber zumindest ein paar Worte wären durchaus ganz nett gewesen. Stattdessen heimlich kommen, Arbeit erledigen und heimlich wieder gehen. Fand ich etwas doof. Zumal ich durchaus noch Fragen hatte wie das jetzt weitergeht, da sie nicht den Gaszähler montiert haben. Aber da musste ich dann wohl oder übel in der Zentrale anrufen. Die dortige Antwort: Der Gaszähler wird gesetzt sobald der Heizungsbauer fertig und die Heizung angeschlossen ist. Man kann aber ohne die Zählernummer keinen Gasversorgungsvertrag abschließen. Doof. Glücklicherweise gibt es dafür eine gesetzliche Regelung. Die besagt, dass ihr drei Wochen nach Setzen des Zählers Zeit habt einen Vertrag zu machen und dieser dann Rückwirkend zum Zählereinbautag gilt. Ihr rutscht also erst nach diesen drei Wochen in die Grundversorgung, wenn ihr es versemmelt.

Abwasser

Der Dienstag stand dann ganz im Zeichen von Abwasser. Über den Leitungen von Gas und Wasser war schon die erste Schicht Sand und an den freiliegenden Hauswänden hatten sie eine wasserabweisende Noppenfolie verlegt, um einen weiteren Wasserschaden zu vermeiden. Die alten Keramikrohre hatten sie vorher bereits soweit sichtbar aus der Erde geholt und der kaputte Straßenübergang war freigelegt. Den hatte übrigens ein anderer Versorger (vermutlich unitymedia) zerstört. Und zwar hatte derjenige mit einer Bodenrakete die Straße entlanggeschossen, um ein neues Rohr zu verlegen. Die hat dann den Straßenübergang erwischt. Hat damals natürlich keiner bemerkt, weil unser Hausanschluss nicht in Betrieb war und zum Glück nichts weiter passiert ist. Allerdings muss sich eine Rattenfamilie nun ein neues Zuhause suchen. Aber der Strafe entkommt er nicht. Ich bezahle schließlich nicht für den zusätzlichen Tiefbau, der notwendig war, um das Rohr zu ersetzen. Das haben die Stadtwerke stattdessen als Regressfall mitgenommen und bekommen die Rechnung vom Tiefbauer.

Interessanterweise wurde für den Straßenübergang dann wieder ein Keramikrohr verwendet bevor es an der Grundstücksgrenze auf Kunststoff wechselt und über den Revisionsschacht weiter bis zum Haus verläuft. Hätte erwartet, dass man komplett Polyethylen verlegt, weil in Sachen Belastung das HDPE-Rohr im Straßenübergang aus meiner Telekommunikationssicht besser geeignet ist. Andererseits lag der alte Straßenübergang schon einige Jahrzehnte und hielt. Insofern wird das schon passen :smile: .

Straßenübergang und Revisionsschacht

Dienstagnachmittag war dann auch schon nichts mehr sichtbar von allem. Nur der Hals vom Revisionsschacht deutete noch darauf hin, dass hier irgendwas unter der Erde verläuft. Alles andere lag bereits unter einer dicken Erdschicht. Der Anschluss im Haus wurde aber erst am Mittwoch gewechselt. War aber erneut kein großer Akt abseits der üblichen „welche Art von Biegung brauche ich, um mein Loch zu treffen?“-Fragen. Anschließend das alte Rohr auf beiden Seiten entfernt und an der Mauerdurchführung jeweils ein Deckel drauf und schon ist der alte Abwasserkanal über das Nachbargrundstück nur noch für zwei Regenrinnen da.

Der Rest

Mittwoch bis Freitag standen dann „nur“ noch die Wiederherstellung der Oberfläche auf dem Programm. Untergrund vorbereiten (fertig mit Erde auffüllen, grober Schotter, dann feiner Schotter drauf), dann erst die Randsteine setzen und anschließend eine Runde Pflastern. Nichts Weltbewegendes aber wie so oft dauert sowas halt seine Zeit bis es wieder so aussieht wie vorher bzw. sogar besser. Jetzt müsste es nur mal regnen, um den Dreck abzuspülen bzw. in den Fugen zu verteilen :smile: .

Ich hab‘ am Samstag noch am Mülltonnenstandort zwei Platten verlegt. Jetzt wo der Rückstaudoppelverschluss nicht mehr da ist, ging das endlich. Hätten die Tiefbauer sicherlich auch mitgemacht aber ich hatte vergessen ihnen die hinzulegen. Da die Erde aber noch frisch und locker ist, war das eine relativ einfache Sache. Jetzt wie gesagt noch ein paar Liter Erde drauf, damit das Auto beim in die Garage fahren nicht in ein Loch fällt und die Außenarbeiten sind wirklich komplett abgeschlossen. Ging trotz stressiger Vorbereitung und einiger Panikattacken an den ersten beiden Tagen doch geordneter und angenehmer über die Bühne als ich befürchtet hatte. Jetzt hoffe ich nur, dass die Rechnungen nicht zu weit vom Angebot abweichen.

Weiter geht’s

So schön glatt

Phase 2 (Heizung) beginnt dann am Mittwoch mit dem Besuch des Schornsteinfegers. Gleichzeitig habe ich die Woche damit verbracht Phase 3 vorzubereiten, den Öltankabbau. Der findet – wenn alles mit dem Heizungsaufbau am Donnerstag und Freitag wie geplant funktioniert – tatsächlich bereits kommenden Montag statt. Der Vertreter von Laudon war donnerstags da und hat sich die Situation angeschaut. Anschließend konnte ich los telefonieren. Zum einen mit dem Landratsamt und dem TÜV Hessen, weil wir uns in einem Wasserschutzgebiet befinden. Da muss entsprechend bestätigt werden, dass der Tank ordnungsgemäß entfernt wurde. Beim Abbau dabei sein muss der TÜV dafür bei einem oberirdischen Tank übrigens nicht. Der kontrolliert nur anschließend den Tankraum nochmal. Das andere bestätigt die Abbaufirma.

Zum anderen wusste ich jetzt endlich wie viel Öl ungefähr noch im Tank ist (1.300l) und konnte gezielt versuchen einen Abnehmer zu organisieren. Definitiv noch mehr im Tank als ich erwartet hatte. Der ursprünglich geplante, direkte Nachbar musste entsprechend absagen. Er hatte schon vollgemacht. Die anderen sind hingegen bereits Gasnutzer. Zum Glück hat sich dann schräg gegenüber doch noch einer für die vermutlich ca. 1.000 Liter gefunden. Da kommen dann zwar trotzdem Transportkosten dazu (die Firma darf aus Sicherheitsgründen nicht einfach so einen Schlauch über die Straße verlegen) aber die sind logischerweise niedriger als wenn sie es z.B. zu einem Arbeitskollegen nach Darmstadt hätten fahren müssen. Warum nur 1.000 Liter? Auf der einen Seite, weil wir natürlich noch ein bisschen was verbrauchen bis Montag. Auf der anderen, weil nicht der komplette Tankinhalt tatsächlich noch nutzbar ist. Ganz unten hat sich Schlamm und sowas abgesetzt. Den will natürlich keiner mehr haben und muss (für aktuell 0,48€/Liter) entsorgt werden. Und der Kollege von Laudon hat diesen Anteil mit 300l angesetzt. Auch deshalb, weil in ihre Transportbox nur 1.000l reinpassen.

Und damit verabschiede ich mich bis Montag. Dann vermutlich mit Teil 31 des Tagebuchs eines Hausherrn und allen Informationen zur Phase 2.

Sicarius

Tagebuch eines Hausherrn #29

Eigentlich hatte ich Folge 29 erst für kommende Woche angekündigt. Ich dachte mir, dass es vorher keine berichtenswerten Ereignisse geben würde. Schließlich kommt erst heute die geballte Ladung Handwerker und die Antwort auf die spannende Frage: Werden wir am Ende noch fließendes Wasser haben?! Aber irgendwie habe ich mich da sehr getäuscht.

Wasserpanik

Die heutige Wasserinstallation

Es fing schon am Mittwoch mit besagtem Wasser an. Es kam Post von den Stadtwerken. Soweit, so normal: Wir hatten ja nun einen offiziellen Antrag für einen Wasseranschluss gestellt und das muss selbstverständlich schriftlich bestätigt werden. Blöd nur, dass dieser Bestätigung weitere Formulare beilagen in denen wir angeben sollten wer denn die Inneninstallation vornimmt. Und derjenige müsse zudem bestätigen, dass diese Vorschriftsmäßig vorgenommen wurde. Vorher gäbe es keine Wasseruhr/Wasserzähler. Jetzt werdet ihr euch genauso wie ich mich fragen: „Aber ihr habt doch ein Bestandshaus. Die sollen sich doch einfach nur an die bestehende Installation anschließen?!“ Ja, ne so einfach ist das wohl nicht.

Zum einen ist das Haus für die Stadtwerke wie erwähnt nicht vorhanden. Sie liefern zwar fleißig über eine separate Wasseruhr beim Nachbarn Wasser hierher (und schicken jährlich eine Rechnung) aber das heißt eben nicht, dass es offiziell existiert. Zum anderen ist das Wasserwerk ausschließlich bis einschließlich Wasseruhr zuständig. Die Verbindung zwischen dieser und der Hausinstallation machen die nicht. Ist natürlich verständlich, denn es geht wie so oft im Bau um das Thema Gewährleistung. Aber wir reden in unserem Fall von 50 bis maximal 100cm Rohr, die zwischen der neuen Wasseruhr und dem bestehenden Hausnetz verlegt werden muss.

Woher ein Wasserinstallateur?!

Also stand ich am Mittwochmittag, 12.2. da und musste mir überlegen wo ich pünktlich zum 17.2. einen Installateur herbekomme, der nur kommt, um besagten Meter Rohr zu verlegen. Mal von den unnötigen Kosten abgesehen (allein schon für die Anfahrt), wachsen Handwerker aktuell bekanntlich nicht auf den Bäumen. Naja, in meiner Verzweiflung habe ich einfach mal das Wasserwerk (als ausführende Kraft der Stadtwerke) angerufen und nachgefragt, ob deren Monteure das nicht mitmachen könnten. Die Antwort des dortigen Bearbeiters: Wenn es weniger als fünf Meter sind und ich damit leben könnte, wenn es ggf. nicht ganz so schick aussieht machen sie es mit. Schon mal gut. Anschließend nochmal bei den Stadtwerken nachgefragt, ob das auch bei denen ein gangbarerer Weg ist – bringt ja nichts, wenn die Wasserwerkmonteure den Wisch unterschreiben und die Stadtwerke ihn dann nicht anerkennen – und ebenfalls grünes Licht bekommen. „Bullet dodged“, wie man im Englischen sagt – zumindest in der Theorie. Was sie heute dann tatsächlich machen werden steht natürlich noch einmal auf einem anderen Blatt.

Erschwerend kommt noch hinzu, dass eben die heutige Wasseruhr beim Nachbarn hängt. Die muss ja abgestellt werden, um den Schwenk zu vollziehen. Aber der gehört natürlich auch zum arbeitenden Teil der Bevölkerung. Insofern konnte ich trotz Rücksprache nicht sicherstellen, dass dort jemand Zuhause ist, wenn die Wassermonteure dann da ranmüssen. Ihr versteht also sicherlich nun, warum ich zum Verfassungszeitpunkt keine Ahnung habe, ob wir heute Abend überhaupt noch fließendes Wasser in diesem Haus haben werden. Drückt uns die Daumen :smile: .

Tiefbaupanik

Der Zustand im öffentlichen Grund

Der Donnerstag begann dann vielversprechend: Die Tiefbaufirma war wie angekündigt angerückt, ich sprach mit dem Vorarbeiter nochmal alles durch und sie machten sich an das Werk. Zuerst wollten sie an der Grundstücksgrenze das im Plan der Stadtwerke eingezeichnete Abwasserrohr suchen. Die Stadtwerke waren sich nämlich selbst nicht sicher, ob das tatsächlich existiert. Immer gut, wenn man seinen eigenen Unterlagen nicht vertraut. Aber gut: Es wurde gefunden. Nicht ganz da, wo es eingezeichnet war, aber in Reichweite.

Quasi alles gut? Nein, es klingelte nämlich plötzlich das Telefon. Es war die Firma, die den Gasanschluss herstellen soll. Sie wären vom Tiefbauer angerufen worden mit dem Hinweis, dass dieser den Tiefbau im öffentlichen Grund nicht machen würde. Im gleichen Moment – ich war noch im Gespräch mit dem Kollegen – rief auch das Wasserwerk an und fragte was los ist. Ich fiel ebenfalls aus allen Wolken. Zum einen, weil der Tiefbauer vor der Tür steht und nicht erst mit mir gesprochen hat und zum anderen, wie so eine Aussage zustande kommt. Er wusste doch, dass ich den Tiefbau genau deswegen aus einer Hand machen lassen wollte, damit ich alle Versorger unter einen Hut bringe.

Woher einen anderen Tiefbauer?!

Naja, sowohl Gas als auch Wasser erklärt, dass da was nicht passt, aufgelegt und sofort rausgegangen. Aussage des Tiefbauers: Er wollte noch mit mir darüber sprechen. Die Aussage wäre zum einen entstanden, weil sie ja das Abwasserrohr (zur Erinnerung: der Tiefbauer verlegt das Abwasser mit) gefunden hatten und selbst nicht mehr in den öffentlichen Grund müssten. Und zum anderen, weil im Angebot das nicht mit eingepreist war. Stimmt: Die Asphaltdecke war tatsächlich nicht im Angebot enthalten obwohl die Chance bestand, dass eben kein Abwasserrohr bereits bis ins Grundstück vorhanden war. War mir nicht aufgefallen. Aber genau dafür hatten sie ja doch eine verkehrsrechtliche Anordnung eingeholt? Sehr komisch. Egal: Ich habe klar gemacht, dass sie auch im öffentlichen aufgraben müssen obwohl dadurch natürlich die Rechnung im Vergleich zum Angebot teurer wird. Sonst hätte das alles ja überhaupt nicht mehr funktioniert.

War im Nachhinein übrigens selbst für die Abwasserkollegen die richtige Entscheidung. Sie haben nämlich festgestellt, dass der bestehende Straßenübergang nicht nutzbar ist. Warum auch immer war er voller Dreck und mittendrin kaputt. Insofern hätten sie also so oder so im öffentlichen Grund aufmachen müssen.

Abwasserrohrpanik

Hilfsbereite Monteure

Wir sind immer noch am Donnerstag. Hof und Garageneinfahrt werden mehr und mehr zu einer großen Grube und ähnlich wie damals bei unserer Innenrenovierungen tauchen Überraschungen auf. So verlaufen auf unserem Grundstück irgendwie wesentlich mehr alte Abwasserrohre (aus Keramik) als wir erwartet hatten. Ich dachte es gäbe nur eins bis in die alte Klärgrube. Aber nein: Es verläuft noch ein komplett weiterer Strang nicht nur quer über den Hof von und in die Nachbargrundstücke hinein. Es gibt sogar noch eins zu unserem hinteren Nachbarn (der mit der Wasseruhr), circa 40-60cm tiefer als das aktive Abwasserrohr, das wir mit dieser Maßnahme ersetzen wollen. Wad?! Warum?! Weshalb?! Wieso?! Ich habe keine Ahnung. Ich hoffe inständig, derjenige, der damals das Keramikrohr stillgelegt und das Kunststoffrohr mit Minderdeckung verlegt hat hatte gute Gründe dafür.

Naja, wir können sie nicht benutzen also lassen wir sie (erneut mit Mehrkosten verbunden) soweit sichtbar rausmachen. Zumal sie die neue Trasse teilweise queren und somit stören. Da wurden sie auch bereits zerstört und entfernt. Der Rest kommt dann vermutlich heute raus.

Toilettenpanik

Im Verlauf des Donnerstagnachmittags stellten wir plötzlich fest, dass der Toilettenabfluss nicht mehr so gut funktioniert. Es läuft zwar ab, braucht aber einen Moment. Klassisches Zeichen für eine Verstopfung. Blöder Zeitpunkt dafür, schließlich wird irgendwann im März das alles im Keller umgebaut, um mehr Gefälle reinzubringen. Aber bei 0% bis max. 1% heutigem Gefälle im Keller war es nur eine Frage der Zeit, dass uns das mal wieder passiert. Lysanda stellte zwar die Frage in den Raum, ob es mit den Bauarbeitern zu tun haben könnte aber da die zu dem Zeitpunkt am alten Abwasserrohr noch nichts gemacht hatten, verwarf ich diesen Gedanken. Spoiler: Es hatte mit ihnen zu tun.

Also erstmal geschaut, ob man mit Hausmittel (Rohrreiniger und Co.) der Sache zu Leibe rücken kann. Half aber nicht. Freitagmorgens war das Problem nicht nur immer noch da, es wurde auch langsam aber sicher schlimmer (die Rohre wurden schließlich immer voller). Also brauchte ich irgendetwas zum Reinigen der Rohre. Da ich aber wenig Vertrauen in die 08/15-Spiralen habe, kam Lysanda auf die gute Idee ob es da nicht was für unseren Kärcher K4 gibt. Und tatsächlich hat die Firma da was im Angebot. Aber in welchem Baumarkt werde ich das jetzt auf die Schnelle bekommen? Nun, tatsächlich im toom um die Ecke wo ich es am allerwenigsten erwartet hätte. Online ist es dort nämlich gar nicht gelistet, im Gegensatz zum Bauhaus deren angeblich geringe Menge im Markt sich als nicht vorhanden rausstellte (Stichwort: Onlinereservierung). Hatte ich schon erwähnt, dass die Inventarpflege bei Baumärkten zu wünschen übrig lässt? Hatte ich? Okay.

Woher kommt die Verstopfung?!

Der Übeltäter

Glücklich über den Fund (und um 70 Euro für das Dachrinnen- und Rohrreinigungsset ärmer) ging es zurück nach Hause. Erstmal das Klo abgehängt und von oben mit dem Reinigungsset gearbeitet aber keinen Widerstand gefunden. Wasser lief auch immer noch nicht wie erwartet ab. Selbst nach dem Spülen im Keller an einer unserer vielen Spülstellen passierte irgendwie keine großartige Veränderung. Es tropfte nur plötzlich das Wasser von der Decke unter dem Klo – sehr schlechtes Zeichen. Aber wie sagte Lysanda? Ein Problem nach dem anderen. Zu dem Zeitpunkt gingen mir allerdings die Ideen aus. Ich hatte schließlich in alle Richtungen gespült. Da hatte ich dann plötzlich den entscheidenden Geistesblitz. Ich öffnete die Haustüre und schaute hinüber zu unserem Rückstaudoppelverschluss. Und tatsächlich: Die Notfallklappe war geschlossen. Einer der Bauarbeiter muss sie aus verstehen getätigt haben. Also aufgemacht und siehe da: Das Wasser floss wieder. Ich hatte mal wieder Ockhams Skalpell nicht beachtet oder wie Lysanda sagte: Immer erst die Veränderung betrachten.

Blieb das neue Problem, dass wir das Klo nicht mehr dicht bekamen. Egal was wir bei der Rückmontage versuchten, es floss immer Wasser die Wand hinunter. Lysanda – als weibliches Wesen angewiesen auf eine Sitzmöglichkeit – fing so langsam an in Panik zu verfallen. Im Prinzip blieb nur noch einen Klempner zu rufen. Aber wir hatten ja mit Abwasser vertraute Monteure im Hof. Also ging ich erstmal diese Route und frage freundlich, ob sie uns vielleicht helfen konnten. Konnten sie: Sie stellten fest, dass die Dichtung im Rohr vom Wasserbehälter zur Toilette nicht mehr dicht wurde. Sie musste aber nicht getauscht werden. Es reichte sie gegen die Dichtung auf der anderen Seite (in der Toilette) auszutauschen. Problem gelöst. Ein halb überschwemmtes Badezimmer aber Lysanda konnte wieder ihren natürlichen Bedürfnissen nachgehen. Nein, nicht Putzen. Das habe ich dann gemacht. Ihr seid manchmal echt sexistisch…

Epilog

Ein verschütteter Graben

Im Verlauf des Freitags wurden noch drei Kernbohrungen (Wasser, Abwasser, Gas) vorgenommen, der öffentliche Grund (wie abgesprochen) aufgegraben und der Graben auf dem Grundstück soweit fertig gemacht, dass es heute theoretisch direkt losgehen könnte mit der Leitungsverlegung. Was die Tiefbauer allerdings zum Verfassungszeitpunkt noch nicht wissen: Sie haben scheinbar einen Teil unserer Pflastersteine ungünstig gelagert. Auf einem guten Stück ist irgendwann in der Nacht alles in sich zusammengefallen und ein Teil des Grabens nun wieder verschüttet. Das wieder zu beheben wird dann wohl ihre erste Aufgabe sein. Zum Glück sind weder unsere Haustürtreppe noch die Mauer gegenüber mit eingestürzt.

Und damit müsste ich alles berichtet haben, was es zu den zwei Tagen berichtenswertes gibt. Wie gesagt wesentlich mehr als erwartet. Mal schauen wie es heute und morgen aussieht. Geplant ist, dass morgen Abend in Sachen Außenarbeiten alles fertig ist. Ganz glaube ich da noch nicht dran. Aber ich werde euch kommenden Montag sicherlich ausführlich berichten.

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