Kratzfestes Katzenrad

Wie angekündigt hatten wir in den letzten Wochen mal wieder Handwerker im Haus. Genauer gesagt Elektriker und Klimaanlagenmonteure. Maler/Verputzer waren zwar auch für ein Angebot da aber irgendwie sind die völlig überlastet derzeit. Haben selbst von dem, dem wir zusagen wollen, seit der Besichtigung und der Zusendung des Angebots keine Rückmeldung bekommen. Aber ist bei uns ja nicht ganz so dringend. Solange es noch dieses Jahr klappt ist alles okay :smile: . Bevor wir aber zu dem kommen, was andere für uns gemacht haben: Wir waren ebenfalls nicht (ganz) faul.

Noch mehr Kratzstellen

Fast zwei Jahre ist es schon wieder her, dass wir für unsere lieben Vierbeiner ein nicht gerade billiges Katzenrad angeschafft hatten. Der Nutzungsgrad der Hauptfunktion des Rads (darin Laufen) ist leider weiterhin eher übersichtlich. Maya hat ab und zu mal einen Anfall wo sie dann für ein paar Sekunden wie eine bekloppte darin rumrennt. Und Jules läuft ein paar Meter, um uns dazu zu bringen ihn zu streicheln. Aber der Rest? Lyssi setzt sich rein und schaukelt ein bisschen, Balu braucht starke Motivationshilfen (=Leckerli/Spielzeug) bevor er auch nur einen Schritt tut und Pichu schaut es nicht mit der Schwanzspitze an. Wir würden es trotzdem nicht als Reinfall bezeichnen aber ja, wir hatten uns das doch etwas anders vorgestellt. Fazit: Wir haben wohl faule Katzen erwischt.

Das bedeutet aber nicht, dass die Katzen das Rad nicht grundsätzlich toll finden. Oben auf der Ablage rumliegen – mittlerweile mit einer extra angefertigten Decke versehen, um das Holz zu schützen – finden speziell Maya und Jules super. Hinter dem Rad auf dem Befestigungsbalken ist ebenfalls ein beliebter Rückzugsort. Die ganze Rückseite des Rads ist entsprechend voll mit Katzenhaaren. Und auch das Kratzen an den (unbehandelten) Holzbalken ist eine Lieblingsbeschäftigung vor allem von Pichu. Der hat da bereits tiefe Kerben reingearbeitet – was logischerweise nicht ganz so toll aussieht aber er würde wohl doch länger brauchen um sich durch einen 10cm Balken durchzuarbeiten. Gelöst haben wir das optische Problem relativ einfach: Sisal. Um die beiden Balken der Ablage haben wir Seil gewickelt. Für alle, die ähnliches planen bei einem Katzenrad von Kessler: Es sind ca. 28 Meter dafür notwendig bei einem Sisal mit einer dicke von 10mm. Unten an den Seiten haben wir zusätzlich Sisal-Teppich befestigt. So geschnitten, dass er auf beiden Seiten etwas übersteht, um ihn um die Ecke zu schlagen und anschließend mit reichlich Nägeln dran befestigt. Sieht schick aus und erfreut die Katzen, erfüllt also seinen Zweck. Im Nachhinein betrachtet hätten wir das zwar schon direkt von Anfang an machen sollen, bevor Pichu das Holz darunter bereits zu einem Zahnstocher reduziert hat. Aber das fällt jetzt nicht mehr auf :wink: .

Oh yeah, Plexiglas!

Unsichtbares Plexiglas

Apropos Ausbrecherkönig Pichu: Wir haben uns außerdem wie geplant mal wieder mit Plexiglas beschäftigt. Die ganze Zeit hing noch das alte Katzennetz an der Seite der Terrasse als Provisorium rum. Mittlerweile haben wir es endlich geschafft dort die „alte“, riesige Plexiglasplatte zu ersetzen. Zum einen war sie beim Abbau der alten Terrasse beschädigt worden (wurde uns ohne Probleme bezahlt), zum anderen stellte sie aufgrund der mit der neuen Terrassenüberdachung geänderten Situation keinen wirksamen Pichu-Ausbruchsschutz mehr dar. Neu sind es nun zwei Platten. Eine rechteckige über das Zauntor und eine fast quadratische, um ihn daran zu hindern von der Terrassenmauer einfach über den Zaun in die Garageneinfahrt zu springen. Plus wie vorher die Sperre, die ihm es nicht erlaubt direkt auf das Garagendach zu springen. Hatte ich schon erwähnt, dass der Kerl verdammt viel Kraft in den Beinen hat?!

Da wir mittlerweile den Umgang mit Plexiglas gewohnt sind und auch die Verarbeitungstemperatur gut war (Plexiglas bohren ist an warmen Tagen einfacher und ungefährlicher, was das Brechen angeht), war die ganze Sache an sich kein Hexenwerk. Stattdessen waren wir selbst schuld daran, dass es dann doch etwas länger dauerte als geplant und wir die quadratische Platte mehrfach ab- und anmontieren mussten. Die Quersperre hat sich nämlich auch für uns als sperrig erwiesen. Zuerst hatten wie die Löcher an die falsche Stelle gepackt (sie saß zu niedrig) und der Lochabstand war auch noch falsch (die Winkel lassen nämlich keinerlei Spielraum zu). Aber gut: Am Ende des Nachmittags haben wir es geschafft, Pichu ist uns bislang nicht wieder entwischt und wir konnten das Katzennetz und die dazugehörigen Halterungen abbauen. Fehlt nur noch das Plexiglas für die andere Seite der Terrasse mit dem Kartonprovisorium. Dazu brauchen wir aber erst den Maler/Verputzer.

Fremde Arbeiter

Sieht ordentlich aus.

Und was haben die anderen für uns gemacht? Nun, der Elektriker kam hauptsächlich, um das Kabel für die Klimaanlage vom Dachboden in den Keller zu verlegen und anzuschließen. Ging dank unseres Kamins ziemlich einfach. Die eine Hälfte ist ungenutzt – da laufen sogar schon die Verbindungen zur Solaranlage durch. Entsprechend war nur die Frage wie einfach er da durchkommen würde. Klappte aber super, was sich zudem positiv auf unsere Rechnung auswirkte. Insgesamt hatte er im Angebot nämlich zwei Tage eingeplant. Entsprechend waren sie technisch gesehen in einem Tag fertig und die Rechnung entsprechend 600€ billiger. So muss das sein. „Technisch gesehen“ deshalb, weil zwar ein Tag Arbeitszeit abgerechnet wurde, es fehlte jedoch ein Bauteil und er musste deshalb am nächsten Tag nochmal kurz vorbeikommen. War also nicht an einem Tag komplett fertig.

Aber natürlich haben sie zu zweit (Meister und eine Azubine) nicht einen Tag gebraucht, nur um diese zwei Kabel (Klimaanlage und Licht) in den Keller zu ziehen. Wir haben im Spitzboden auch ein paar Lampen installieren lassen, der Öltankraum wurde voll verkabelt und mit Beleuchtung ausgestattet und das alte Zeug im Kellerflur entfernt sowie draußen ein paar Steckdosen und Schalter ausgetauscht und eine neue Verteilung für unsere Kamera und die Beleuchtung der Terrassenüberdachung aufgebaut. Unterm Strich alles Kleinigkeiten aber auch die muss irgendeiner machen. Und dafür, dass es nun schnell erledigt war und gleichzeitig anständig gemacht ist, habe ich gern‘ die 16 Stunden Arbeitszeit (plus Material) bezahlt.

Die Klimaanlage(n)

Ein grauer Kasten auf dem Dach

Die größere Aktion der letzten Wochen war hingegen die dreitägige Installation besagter Klimaanlage bzw. technisch gesehen sogar zwei. Unser Ziel war die Möglichkeit zu haben drei Räume runter zu kühlen: Schlafzimmer (ca. 14m²), Arbeitszimmer (ca. 18m²) und Wohnzimmer (ca. 38m²). Ursprünglich sollten es nur Schlaf- und Wohnzimmer werden aber aufgrund der ganzen Home-Office-Situation haben wir festgestellt, dass das Arbeitszimmer sicherlich ebenfalls Sinn macht. Somit brauchten wir drei Innengeräte. Grundsätzlich wieder kein Problem. Es gibt schließlich Multi-Split-Anlagen, die bis zu fünf Geräte bedienen können (vermutlich sogar noch mehr). Wir haben uns am Ende aber dagegen entschieden und für das Arbeitszimmer stattdessen eine eigene Mono-Split installieren lassen während für die anderen beiden nun eine Duo-Split auf dem Dach montiert ist. Dadurch mussten an der Hausfront nicht viele Meter Kabel und Rohr verlegt werden, was die ganze Maßnahme spürbar billiger werden ließ aufgrund der reduzierten Material- und Montagekosten.

Das zweite Geräte sollte hingegen zuerst auf den Spitzboden gestellt werden. Der Monteur meinte aber nach dem ersten Tag, dass es auf unserem Spitzboden doch irgendwie sehr warm wird und er das Gerät deshalb lieber draußen haben möchte. War für uns kein Problem und hat auch keine Mehrkosten verursacht. Die Wahl fiel hingegen auf Geräte aus dem Hause Daikin. Die sind wohl die Weltmarktführer was Klimaanlagen angeht. Mitsubishi oder Midea kamen zwar ebenfalls in Frage aber da wir keine Ahnung haben, Daikin gleichzeitig überall gelobt wird und auch die Klimaanlagenfirma uns diese empfahl, haben wir eben die genommen. Sind zwar preislich etwas teurer aber wenn es dafür länger was taugt…

Mehr Details

Eins der Wandgeräte

Im Arbeitszimmer wurde es eine Daikin Perfera Mono-Split (FTXM/RXM 25M9), die ganz normal an eine Steckdose angeschlossen ist. Auf dem Dach steht hingegen eine Daikin 2MXM-M an der zwei Wandgeräte ebenfalls aus der Perfera-Reihe angeschlossen sind. Dieser Kreis hängt an einem eigenen Stromkreis mit einer 16A-Absicherung. Innen quasi alle drei Geräte identisch, nur außen leichte Unterschiede – die allerdings für mich als leihen nur bedingt sichtbar sind. Das Gerät auf dem Dach hat irgendwie nur mehr Anschlussmöglichkeiten und ist ein paar Zentimeter größer. Aber ansonsten sieht es halt aus wie so ein Klimaanlagenaußengerät halt aussieht :smile: . Alle Geräte haben eine Energieeffizienzbewertung von A+++ im Kühlbetrieb, was ja bei solchen Stromfresser nicht ganz unwichtig ist und als Kältemittel kommt R32 zum Einsatz.

Die Installation ging ohne größere Probleme von statten. Wie gesagt hat sich der Standort der einen Außeneinheit etwas verändert und auch der Weg vom Dach ins Schlafzimmer wurde aufgrund von Platzgründen leicht anders gebaut als geplant. Unterm Strich aber wirklich nichts Besonderes. Am Ende von Tag 1 konnten wir bereits im wohl-temperierten Arbeitszimmer sitzen und mittlerweile einen Großteil des Erdgeschosses runterkühlen. Bedient werden können die Wandgeräte übrigens entweder klassisch per Fernbedienung (aber mit digitalem Display) oder neumodisch als IoT-Gerät im WLAN per App oder sogar Alexa/Google Assistant. Wir haben uns (derzeit) noch gegen letzteres entschieden. Es mag zwar theoretisch super komfortabel sein von überall aus seine Klimaanlage steuern zu können. Aber wer weiß wie sicher die Dinger sind und sowieso braucht man nicht noch mehr Elektronik im Haushalt die sinnlos rumstrahlt. Stattdessen drücken wir lieber ganz klassisch auf Knöpfe und nutzen eine Infrarot-Sichtverbindung. Am Gerät selbst gibt es nur einen An/Aus-Schalter (immerhin!) und ein paar (deaktivierbare) LED-Lampen.

Komfort auf Knopfdruck

Stellt sich jetzt noch abschließend die Frage, was das Gerät denn so kann und ob es sich lohnt. Nun, es kann vor allem erst einmal nicht nur Kühlen, sondern auch Heizen. Letzteres werden wir vermutlich höchstens sporadisch nutzen. Außerdem lassen sich für die Außeneinheiten und die Wandgeräte jeweils separate Einstellungen (über dieselbe Fernbedienung) treffen. Beispielsweise unterstützen die Außengeräte einen „Economy“-Modus sowie einen Flüsterbetrieb. Beides führt logischerweise dazu, dass es nicht so schnell kalt/heiß wird im Raum aber ihr spart dafür dann auch Strom bzw. stört eure Nachbarn nicht so stark. Die genauen Werte konnte ich nicht finden aber zumindest was die Lautstärke angeht ist definitiv ein massiver Unterschied zwischen „Volle Pulle“ und „Flüsterbetrieb“ zu hören.

Die Fernbedienung

Bei den Innengeräten gibt es ebenfalls die Möglichkeit einen leisen Modus zu aktivieren. Der hätte dann einen Schalldruckpegel von 19 dB(A) lt. Anleitung im Vergleich zu 41 dB(A) bei voller Power z.B., wenn man schnell einen Raum kühlen/heizen will. Außerdem besitzen die Geräte steuerbare Lamellen. So könnt ihr beeinflussen wohin der Luftstrom bläst, damit er euch nicht stört. Das geht sowohl manuell als auch in zwei Stufen automatisch. Bei der ersten Stufe hebt er die Abdeckung des Lüftungsschachts etwas an, damit es quasi über eure Köpfe bläst. Im zweiten, zusätzlich aktivierbaren Modus, springt dann noch eine Art Bewegungsmelder mit rein. Der erkennt wo im Raum sich Wärmequellen befinden und stellt die Lamellen dann so ein, dass sie in genau die andere Richtung pusten. Echt praktisch genauso wie die Tatsache, dass sich jedes Wandgerät eure Einstellungen merkt. Ihr müsst also nicht bei jedem Anschalten erneut eingeben, dass sie im Flüstermodus laufen soll. Zeitschaltung und den ganzen Kram gibt es selbstverständlich auch, nutzen wir aber aktuell noch nicht. Stattdessen schalten wir sie bei Bedarf ein, stellen die gewünschte Temperatur (in 0,5er-Schritten) ein und lassen es uns nach einem Moment Anlaufzeit gut gehen. Ist die gewünschte Temperatur erreicht schaltet es automatisch ab bzw. fährt die Leistung soweit runter wie es noch notwendig ist, um die Temperatur zu halten. Total einfach und super angenehm in jeder Hinsicht.

Fazit

Unterm Strich sind wir nach den ersten Tagen mit dieser teuren Investition (hoher, vierstelliger Betrag) absolut zufrieden. Es wird wie gewünscht angenehm kühl und, dass selbst im Flüsterbetrieb gefühlt ziemlich schnell. Die spannende Frage wird nun noch sein wie es sich am Ende in der Stromrechnung niederschlägt und eine regelmäßige Wartung ist ebenfalls notwendig (abseits der integrierten Reinigungsfunktion). Aber ganz ehrlich: Nicht vor dem Rechner zu zerfließen oder im Sommer nachts schlafen zu können (Lysanda mag keine offenen Fenster – und selbst das hilft ja mitunter nicht) ist uns die Mehrkosten von lt. Internet ca. 17ct pro Betriebsstunde mehr als wert.

Ich bin mir natürlich bewusst, dass ich das Thema „Umwelt“ dabei komplett ausgeklammert habe. Und ja, eine Klimaanlage ist alles nur nicht umweltfreundlich. Da gibt es nichts schön zu reden. Ich kann nur als leicht abschwächende Argumente anführen, dass sie schon R32-Kältemittel verwendet und wir die Anlage nicht jeden Tag und ständig laufen lassen werden. Aber am Ende des Tages ist und bleibt es eine rein egoistische Anschaffung. Und wenn Mutter Natur uns um unseren erholsamen Schlaf bringt, dann darf sie sich nicht wundern, wenn wir Zurückschlagen!!!!!1111 :wink:

Sicarius

Tagebuch eines Hausherrn #36

Sommerzeit, Handwerkerzeit – zumindest 2021 in der Casa Lysanda. Vergangene Woche war der Dachdecker da, Ende Mai kommt der Elektriker, Anfang Juni die Klimaanlage und dann vermutlich im Juli der Maler/Verputzer. Und ja, wir sind damit dann vermutlich schon wieder etwas über den in der Einkommenssteuer absetzbaren Handwerkerkosten drüber. Muss da irgendwie besser aufpassen. Die Grenze von 6.000€ hat man irgendwie schneller voll als man denkt. Entsprechend werden wir unser Kellerklo dann wohl doch erst 2022 angehen. Wir werden es aber überleben so lange noch die Treppe hoch gehen zu müssen :wink: .

Resignation

So viel Raufasertapete…

Während der Termin der Klimaanlage schon seit Ende 2020 feststeht – so einen vorausschauenden Handwerker habe ich bislang noch nicht erlebt -, sind die restlichen Themen eher ungeplant in den letzten Wochen zusätzlich dazu gekommen. Warum? Nun, einige würden sagen, weil wir faule Säcke sind. Solche Leute haben wir allerdings nicht gern und halten uns von ihnen fern. Wir haben hingegen mittlerweile einfach eingesehen, dass wir es uns leisten können unsere Zeit lieber mit anderen Dingen zu verbringen, die uns mehr Freude bereiten. Speziell das Thema „Raufasertapete entfernen“ steht weiterhin sehr weit unten auf meiner ToDo-Liste mit einem Spaß-Faktor von -100. Und selbst, wenn wir es selbst machen würden: Es würde einige Wochenenden dauern, wir wären dabei gestresst und frustriert und am Ende ist wäre es trotzdem nicht perfekt. Letzteres kann selbstverständlich auch mit einem Handwerker passieren. Aber dafür gibt es ja die Gewährleistung. Also haben wir uns entschieden den Kellerflur und den Öltankraum nun einfach machen zu lassen.

Den finalen Stein des Anstoßes für diese Entscheidung gab‘ zum einen der mangelnde Fortschritt im Keller seit bald einem Jahr inkl. dem dazugehörigen Chaos, weil nichts richtig weggeräumt werden kann sowie die Erneuerung der Terrassenüberdachung. Da dort speziell für den Maler/Verputzer noch einmal ein bisschen was an Arbeit dazu gekommen ist, haben wir uns gedacht: Jetzt lohnt es sich wenigstens einen kommen zu lassen. Für den Elektriker haben sich seit 2016 ebenfalls ein paar Kleinigkeiten angesammelt (darunter das Stromkabel für besagte Klimaanlage). Ja, alles nichts was wir wie gesagt nicht irgendwie hinbekommen würden (abseits des Anschließens an den zentralen Stromverteiler). Aber am Ende des Tages haben wir mittlerweile mehr davon, wenn der Großteil schlicht und einfach mal erledigt ist statt es nur vor uns her zu schieben und sich ständig darüber zu ärgern. Das bedeutet ja auch nicht, dass wir gar nichts machen. Am Boden von Flur und Öltankraum muss schließlich ebenfalls was getan werden (z.B. Linoleumplatten auslegen). Das machen wir dann wieder selbst.

Ich muss allerdings erneut feststellen, wie paradox es eigentlich ist, dass ich die Notwendigkeit sehe unsere Entscheidung Handwerker anzustellen statt es selbst zu machen verteidigen zu müssen. Ich scheine in der Hinsicht echt total versaut worden zu sein von meinem Umfeld. Keine Ahnung ob das eine reine Neiddebatte ist („Wie? Ihr könnt euch Handwerker leisten?! Unverantwortlich! Ihr habt gefälligst arm zu sein!“), eine fragwürdige „Früher haben wir das alles selbst hinbekommen!“-Einstellung oder ob die Marketing-Kampagnen der Baumärkte hier ganze Arbeit geleistet haben. Zumal in den „guten alten Zeiten“ der Beruf des Handwerkers ja wesentlich angesehener war als heute. Wer hat die denn bezahlt, wenn angeblich keiner einen gebraucht hat?! Aber gut: Am Ende des Tages alles nur Gerede von anderen. Lasst euch entsprechend nichts von Freunden, Verwandten und Baumärkten einreden: Es ist weder verwerflich sich einen Handwerker/andere Art von haushaltsnaher Dienstleitung leisten zu können noch eine Firma ins Haus zu holen, wenn man am selbst Werkeln/der jeweiligen Arbeit einfach keinen Spaß hat.

Viel zu warm

Sieht jetzt aus wie gewollt mit dem Blech :).

Nun aber zurück zu unseren Handwerkern. Letzte Woche war also der Dachdecker da und hat die Seitenmauer schön gemacht und abgedichtet. Total unspektakuläre Sache. Er hat auf die Mauer ein Brett mit Dachpappe montiert, darauf ein Blech befestigt und am Ende die Ränder an Hausmauer und Terrassenüberdachung mit Silikon abgedichtet. Kein Hexenwerk und sie waren vermutlich länger mit dem Aufstellen des kleinen Gerüsts beschäftigt als mit der eigentlichen Arbeit. Aber es sieht super aus und – viel wichtiger – ist einwandfrei dicht. Jetzt regnet es nicht mehr in den ehemaligen Vogelkäfig rein. Gab‘ passenderweise am gleichen Tag abends einen Wolkenbruch :smile: . Wenn der Verputzer dann alles auch noch innen schick gemacht hat, können wir endlich unser kleines Katzenparadies weiter updaten – wie ihr ja wisst gehört der Garten den Katzen, auch wenn Stubenhockerin Maya das nicht zu schätzen weiß. Als nächstes steht aber erstmal die Klimaanlage an.

Warum eine Klimaanlage? Weil es uns im Sommer zu warm ist. Speziell nachts im Schlafzimmer. Was für eine doofe Frage :smile: . Das grundlegende Problem ist aber natürlich ein anderes: Die Casa Lysanda ist so gut wie überhaupt nicht gedämmt. Entsprechend kalt ist es im Winter (bzw. die Heizung muss mehr arbeiten) und extrem warm im Sommer. Wir hatten 2016 zwar darüber nachgedacht zumindest eine Innensparrendämmung einzubauen. Aber als wir uns ein paar Angebote einholten waren tatsächlich alle Dachdecker unabhängig voneinander der ehrlichen Meinung, dass sich das nicht lohnen würde. Wir sollten lieber warten bis das ganze Dach fällig ist, was aber trotz seines Alters (fast 60 Jahre) noch einige Zeit dauern wird (Balken sind noch tiptop und es ist staubtrocken dort oben). Selbst von einer simplen Bodendämmung riet man uns ab.

Und eine Dämmung an der Außenfassade? Die Investitionssumme ist ebenfalls vergleichsweise hoch (ungeachtet irgendwelcher staatlicher Förderung) und soweit ich das ausrechnen konnte dauert es ebenfalls sehr lange bis sie sich amortisieren würde. Wir werden das zwar vielleicht mal angehen. Aber aktuell erschien es uns günstiger und sicherer (wie warm wird es trotz Dämmung im Sommer?) eine Klimaanlage anzuschaffen. Es ist zwar vermutlich nicht wirklich Klimafreundlich aber wenn mich das Klima nachts nicht schlafen lässt, dann hat es halt Pech gehabt :tongue: . Ziel ist es drei Räume runter zu kühlen (Wohn-, Arbeits- und Schlafzimmer). Entsprechend viele Wandgeräte werden montiert. Bin gespannt auf das Ergebnis und werde euch natürlich dann im Juni mit genaueren Details was und wie wir es verbauen haben lassen berichten.

Die (unbezahlbare) Konkurrenz

Im Sommer übersteigt der Kollektor locker länger die 150°C.

Die ultimative Lösung gegen die Sommerhitze (zusätzlich zur Dämmung) wäre übrigens eine Absorptionskältemaschine für unsere Solar-Thermieanlage. Diese Maschine nutzt die Energie aus der überschüssigen Wärme, die sich im Sommer in den Solarzellen auf dem Dach staut (und langfristig nicht gut für sie ist), um das Wasser im Kreislauf abzukühlen statt es aufzuheizen. Der Vorteil liegt klar auf der: Eure Heizkörper heizen dann nicht mehr, sondern kühlen und zwar das ganze Haus. Leider sind die Dinger scheinbar immer noch hauptsächlich nur für Industrie und Gewerbe ausgelegt. Entsprechend teuer (und vermutlich überdimensioniert) sind sie für Privatleute. Als ich vor ein paar Jahren mal bei einer Firma nachgefragt hatte antwortete der sichtlich überraschte Verkäufer („Wie ein Einfamilienhaus?!) „die fangen bei 45.000€ an“. Mit der Zeit (und dem Klimawandel) wird sich das aber bestimmt auch mal ändern. Begeistert bin ich von dem System auf jeden Fall.

Es passiert also in den nächsten Wochen mal wieder einiges im Haus. Bin entsprechend gespannt wie das Ergebnis am Ende aussehen wird und vor allem, ob wir aus unseren letzten Fehlern gelernt haben. Wir haben zumindest bei den aktuellen Angebotserstellungen deutlicher hingehört, mehr Nachfragen gestellt und genauer auf das Niedergeschriebene geschaut. Aber egal wie es ausgeht: Ich werde euch selbstverständlich ausführlich berichten.

P.S: Die Käferplage hatte sich nach dem Aufräumen tatsächlich erledigt. Fand zwar danach noch ein paar Tage lang 2-3 Stück mittlerweile aber tote Hose. Entsprechend hatten die sich vermutlich nur irgendwo verkrochen während dem Säubern.

Sicarius

Tagebuch eines Hausherrn #35

So können die Katzen besser gaffen.

Sagen wir’s wie es ist: Auch wir machen Fehler. Nehmt ihr uns nicht ab, ich weiß. Aber es ist so :wink: . Obwohl wir ursprünglich gut verhandelt und den Preis ziemlich gedrückt bekommen haben, ist die neue Terrassenüberdachung doch teurer geworden als geplant. So hat der Austausch der Polycarbonat-Seitenteile gegen Verbundsicherheitsglas mit krassen 2.500€ zu Buche geschlagen. Fast die Hälfte was uns die gesamte Terrassenüberdachung gekostet hat. Ja, der größte Kostenpunkt davon ist das Material. Sicherheitsglas ist nicht billig. Aber die Demontage des Polycarbonats hat natürlich auch was gekostet und unser Rabatt, den wir für die gesamte Überdachung erhalten haben, wurde uns für die Aktion nicht erneut gewährt. Doch ungeachtet der Kosten: Der Tausch war definitiv eine gute Entscheidung. Wir wären anders nicht glücklich geworden. Es ist jetzt ein ganz anderes Gefühl dort draußen. Nicht mehr „Wir sitzen eingepfercht in einem Bunker“, sondern schön hell und die Katzen können wieder den Nachbarn zuschauen. Besagte Nachbarn finden zudem, dass es besonders edel aussieht.

Und jetzt kommen nochmal rund 1.000€ oben drauf zum fachgerechten Verschließen des Spalts zwischen Überdachung und Seitenmauer durch einen Dachdecker. Ich hab’s im letzten Eintrag zwar anders geschrieben aber nachdem ich mir ein paar Angebote eingeholt habe (u.a. ein doppelt so teures) hat sich meine Meinung geändert. Selbst, wenn die Überdachung am Ende aufgrund der Länge eine Sonderanfertigung geworden wäre: Ich kann mir nicht vorstellen, dass es uns viel teurer gekommen wäre. Schöner wäre es auf jeden Fall geworden. Also ich bin mir sicher, dass es am Ende auch so gut aussehen wird. Aber es wäre selbstverständlich schon cooler gewesen, wenn die Überdachung bündig mit der Außenmauer enden würde. Immerhin musste ich kein DN70 kaufen, um den Regenrinnenabfluss zu verlängern. Die Monteure haben mir netterweise einfach ein Stück kostenfrei draufgesteckt.

Was lernen wir also daraus? Nun, beim Beratungs-/Angebotsgespräch lieber zu zweit 10mal nachfragen und sicherstellen, dass das Produkt/die Dienstleistung die eigenen Wünsche erfüllt und der Berater richtig gemessen hat – und das alles schriftlich auf dem Angebot festhalten. Und wenn die Monteure kommen und ebenfalls noch einmal vor Beginn der Arbeiten darauf hinweisen, dass das aus ihrer Sicht vielleicht nicht so passt wie geplant, dann Rücksprache mit dem Chef halten. Aber gut: Etwas ärgerlich die ganze Sache aber es gibt Schlimmeres. Immerhin haben wir wie geplant das Sisal am Aluminium-Balken befestigt bekommen (am Anfang und Ende eine Schraube rein und auf jeder Seite des Balkens doppelseitiges Klebeband) und die Katzen können wieder kratzen und klettern. Maya findet es allerdings durchaus doof, dass sie jetzt nicht mehr ganz so hoch hinaus kommt.

Im Haus

Besagte Vorratskammer

Draußen warten wir also jetzt auf den Dachdecker, bevor es mit der Terrasse weitergeht. Drinnen haben wir uns hingegen ungeplant mit unserer Vorratskammer beschäftigt. Gut, der Frühjahrsputz hat ihr grundsätzlich nicht geschadet. Sie wurde vermutlich seit ihrer Inbetriebnahme nicht mehr ausgemistet und aufgeräumt. Entsprechend haben wir jetzt auch ein bisschen mehr Platz da drinnen. Das ausschlaggebende Ereignis ist allerdings eher unerfreulich: Ungeziefer. Und wenn ich etwas in meinem Haus nicht haben will, dann das. Natürlich lässt es sich nicht ganz vermeiden. Vermutlich beobachtet mich während ich hier sitze mindestens eine Spinne aus irgendeiner versteckten Ecke des Arbeitszimmers. Aber man muss ja nicht alles dulden. Deswegen haben wir von Anfang an überall Fliegengitter und diese letztes Jahr mit relativ viel Aufwand optimiert.

Vor allem, wenn es um Lebensmittel geht sehe ich rot. Ist vermutlich wieder so ein Kindheitstrauma. Erinnere mich an so einige Male in denen sich im Elternhaus im Vorratsschrank Lebensmittelmotten eingenistet hatten. Keine tolle Sache. Entsprechend erschrocken war ich, als ich letzte Woche unsere Kammer aufmachte und gefühlt überall an den weißen Wänden kleine, braune Käfer saßen. Ich hatte zwar bereits letztes Jahr vereinzelt ein paar Leichen gefunden, dachte mir aber noch nichts dabei. Eben, weil es nur Leichen waren und nur wenige. Heuer scheinen sie sich hingegen ausgebreitet zu haben. Nicht gut. Welche Art von Käfer es genau ist, wissen wir nicht. Es gibt da so viele Varianten, die es theoretisch sein könnten. Speckkäfer, Brotkäfer, Laminatkäfer, Nagekäfer – gefühlt gibt es für jedes Lebensmittel und jedes verbaute Material eine Käferart. Immerhin scheinen alle gemeinsam zu haben, dass sie grundsätzlich nicht schädlich sind (selbst die Lebensmittel könnte man theoretisch nach dem Erhitzen weiterverwenden, wenn man über sein Ekelgefühl hinwegkommt) und nur im Kindheitsstatus überhaupt fressen. Sobald sie erwachsen sind, paaren sie sich nur noch und sterben dann relativ schnell weg.

Also Staubsauger geholt und zusammen mit Lysanda die Kammer auf Links gedreht. Lebensmittel in Plastikverpackungen umgefüllt in geschlossene Joghurtbecher, die Käfer aufgesaugt (am Ende den Staubsaugerbeutel in der Mülltonne entsorgt) und alles abgewischt. Am Ende haben wir nur einen angefangenen Beutel mit Löwenzahntee gefunden, der den Anschein hatte mit Leben gefüllt zu sein. Den haben wir logischerweise entsorgt. Bei anderen Verpackungen hatten die Tiere zwar versucht reinzukommen, sind aber am Verschluss gescheitert. Ob das Thema damit nun tatsächlich erledigt ist, wissen wir allerdings noch nicht. Denn es tauchen immer noch vereinzelt ein paar lebende Exemplare an den Wänden auf. Entweder die hatten sich gut versteckt und sind wirklich nur die letzten Überlebenden oder es gibt doch noch eine Quelle. Eine Vermutung ist beispielsweise, dass sie durch das Fenster kommen. Aber ich hätte erwartet, dass ich da dann auch an der Wand oder im Fensterrahmen welche sehe. Müssen wir weiter beobachten und haben dafür sogar extra die Kamera vom Futterplatz in die Kammer gepackt, um eine mögliche Quelle ausfindig zu machen. Mal schauen und das Beste hoffen. Wie gesagt: Ungeziefer und Lebensmittel sind zwei Sachen, die ich absolut nicht ab kann :smile: .

Das Innere der Heizung

Ein Jahr Gas

Immerhin eine erfreuliche Nachricht gab es in den letzten Wochen: Die Gasheizung ist mittlerweile ein Jahr in Betrieb und es kam die erste Abrechnung (sowie der erste Anbieterwechsel – wer nicht jährlich wechselt wird von den Versorgern echt nur verarscht). Und siehe da: Wir haben tatsächlich eine gute Schippe weniger Erdgas verbraucht als ich dachte. Nur knapp 25.000kWh (2.700m³) im Vergleich zu den von mir ursprünglich angesetzten 32.000kWh, die Google für ein Einfamilienhaus mit unserem Baujahr ausgespuckt hatte. Die Webseite hat sich sogar beschwert von wegen „unplausibler Zählerstand“. Aber da merkt man dann doch, dass die Solaranlage auf dem Dach was bringt. Bis Oktober hatten wir nur 450m³ verbraucht. Erst im Winter, als die Sonne weg war, ging der Verbrauch nach oben.

Natürlich ist da noch wesentlich mehr rauszuholen. Man merkt gerade dadurch, dass wir trotz großer Solaranlage in den Wintermonaten so viel verbrennen, dass unsere Hütte nicht anständig gedämmt ist. Für einen Neubau rechnet man beispielsweise heutzutage mit gerade mal mit einem Verbrauch von 16.000kWh. Aber ein Schritt nach dem anderen :smile: . Immerhin sind unsere Heizkosten wie erhofft niedriger als mit Heizöl – inkl. einer geringeren Umweltbelastung. Ach und es ist definitiv leiser im Keller. Den Ölbrenner hat mehr Krach gemacht als der neue Gasbrenner. Woher ich das so genau weiß? Weil meine Nasenschleimhaut seit der Operation wieder nachgewachsen ist und ich entsprechend von Lysanda aufgrund meiner extrem zugenommenen Schnarchlautstärke ins Freizeitzimmer ausquartiert wurde. Keine Angst: Ich wurde wirklich nur wegen dem Schnarchen aus dem Schlafzimmer verbannt. Wir haben uns trotzdem immer noch lieb…glaube ich zumindest!? *verfällt in leichte Panik* Ich glaub‘ ich geh‘ mal schnell ein paar Blumen und Pralinen kaufen.

Sicarius

Tagebuch eines Hausherrn #34

Die KfW-Konditionen sind aktuell der Wahnsinn.

Vor fünf Jahren sind wir in unser neues Zuhause eingezogen. Wir waren zwar noch nicht mit allem fertig aber weit genug, um schlafen und essen zu können – mal abgesehen davon, dass logischerweise mein Mietvertrag zu Ende war. Seitdem hat sich bekanntlich so einiges getan in der Casa Lysanda. Mittlerweile ist außerdem bei uns die Hälfte der Zinsbindungsfrist und des Vertrages vorüber. Zwar sind die beiden Kredite (KfW-Kredit und normale Bank) logischerweise auf eine längere Laufzeit (glaub‘ bei uns 20 Jahre) gerechnet. Aber die Zinsen dafür haben wir nur für die ersten zehn Jahre festgezurrt. Dann gibt es entweder die Möglichkeit den kompletten Restbetrag auf einmal zurückzuzahlen, was aber vermutlich eher selten passiert. Oder man schuldet um ggf. inklusive Kreditgeberwechsel. Die Hoffnung der Kreditgeber ist logischerweise, dass dann der Zinssatz höher liegt als am Anfang. Weswegen der Zinssatz bei einer Zinsbindungsfrist von 10 Jahren in der Regel geringer als für z.B. 20 Jahre oder die komplette Laufzeit ist. Was auch der Grund für unsere Entscheidung war das Risiko einzugehen ggf. mit einem höheren Zinssatz umzuschulden.

Wir sehen unsere Chancen jedoch derzeit als ganz gut an, dass es 2025 ähnlich billig (ca. 2%) bzw. sogar billiger wird. Die weltwirtschaftliche Lage macht zumindest derzeit nicht den Eindruck als würden plötzlich die Zentralbanken die Zinsen nach oben schrauben. Aber natürlich sind fünf Jahre auch noch eine vergleichsweise lange Zeit in der viel passieren kann. Wird sich dann Anfang 2025 zeigen und ich entsprechend darüber berichten (sollte Beim Christoph noch existieren :wink: ).

Unartige Kreditnehmer

Bis 2025 versuchen wir weiter zum (rein fiktiven) Unmut der Bank unsere Schuldenlast so weit wie möglich mit den vorhandenen Möglichkeiten zu senken. Am KfW-Kredit könnt ihr dahingehend leider nicht rütteln. Da gibt es weder Sondertilgungen noch könnt ihr die Tilgungsrate anpassen. Beim Bankkredit sieht es schon anders aus. Beispielsweise können wir gemäß unserem Vertrag im Jahr bis zu 5% der Kreditsumme einfach so zurückzahlen. Außerdem ist es uns möglich den monatlichen Tilgungssatz drei Mal während der Laufzeit zwischen 3% und 5% beliebig hoch- und runtersetzen. Und wenn man sich eins davon (oder beides) leisten kann, dann lohnt sich das immer. Weniger Restschuld bedeutet weniger Zinsen, die ihr mit eurer monatlichen Rate bezahlt. Stattdessen tilgt ihr einen größeren Betrag. Das mag auf den ersten Blick nur eine kleine Menge sein, läppert sich bei so einer langen Laufzeit aber natürlich.

Wir wägen immer ab, ob es mehr Sinn macht das Geld ins Haus zu stecken (=Wert- und Komfortsteigerung) oder eben weniger Kohle sinnlos (=Zinsen) an die Bank zu zahlen und gleichzeitig früher schuldenfrei zu sein (= später mehr Geld monatlich zur Verfügung). Aber da jeder Euro was bringt haben wir bislang tatsächlich jedes Jahr immer eine Sondertilgung getätigt, selbst wenn es wesentlich weniger als die 5% waren (gibt allerdings eine Minimumsumme). Quasi im Dezember geschaut was ist noch übrig, was uns nicht weh tut und dann in den Kredit gesteckt. Waren über die letzten fünf Jahre immerhin rund 10% der gesamten Kreditstumme, die wir damit vorzeitig tilgen konnten. Diesen Luxus können wir uns glücklicherweise leisten und den Tilgungssatz haben wir mittlerweile ebenfalls schon einmal erhöht. Mit dem Ergebnis, dass selbst ohne weitere Sondertilgungen zu berücksichtigen unsere Gesamtschuldenlast 2025 nur noch fünf- statt sechsstellig sein würde, wenn wir es bis dahin so belassen können. Sehr freudige Aussichten für uns. Und ums nochmal zu betonen: Ja, ich bin mir selbstverständlich bewusst, dass wir in einer privilegierten Situation sind, wenn wir sowas tun können. Aber muss bei sowas immer gleich eine Neiddebatte entstehen?! Kann man sich nicht auch einfach mal für seine Mitmenschen freuen? Nein? …dann halt nicht :( .

Wasser marsch!

Besagte Waschmaschine

Lassen wir das Thema also am besten jetzt hinter uns und widmen uns stattdessen praktischeren Dingen. Zum Beispiel unserer Waschmaschine im Heizungsraum, die angefangen hatte Wasser zu lassen. Dachte natürlich zuerst an das Übliche also Pumpe verstopft oder Schlauch locker. Ich konnte aber nichts dahingehend feststellen und gleichzeitig kam irgendwie immer mehr Wasser raus, das ich praktischerweise mit unserem Waschsauger relativ problemlos aufnehmen konnte. Bei einem weiteren Waschgang hat sich das Problem dann jedoch so stark verschlimmert, dass ich endlich sehen konnte was kaputt war: Die Türmanschette hatte sich vom Laugenbehälter gelöst. Diese hatte ich bisher nicht überprüft, da die Maschine erst zwei Jahre alt ist und ich daher nicht von einem Gummischaden ausging. Deswegen wurde es auch immer mehr Wasser, weil sie sich mit jedem Waschgang mehr ablöste. Am Anfang floss nur ein bisschen was raus, am Ende landete jeder Tropfen aus der Trommel direkt auf dem Boden. Zum Glück scheint die Maschine keinen Schaden dadurch genommen zu haben.

Wie sich die Türmanschette gelöst hat wissen wir immer noch nicht. Meine einzige Idee ist, dass sich irgendwas beim Waschgang in der Manschette verhakt hat (BH-Verschluss, Taschenschnalle oder sowas) und sie dabei losgerüttelt wurde. Die Lösung war auf jeden Fall nach etwas YouTube-Recherche und einer etwas zu weit auseinandergebauten Maschine ziemlich simpel: Türmanschette wieder über den Rand gestülpt (ziemlich fummelig), Spannring draufgesetzt und fertig…hätten wir nicht den Verschluss des (Plastik-)Spannrings auf der Türseite beim Abmachen zerstört. Das ist aber auch eine dämliche Erfindung. Der am Laugenbehälter ist wenigstens aus Metall, da kann das nicht passieren. Also flux Ersatz bestellt – der nicht passte. Er war zu klein und für ein anderes Modell. Ja, irgendwie haben wir es aktuell nicht so damit die korrekten Sachen im Internet zu bestellen. Also wieder zurückgeschickt, das korrekte Ersatzteil geordert (~20€) und siehe da: Nach mehreren Waschgängen immer noch alles dicht. Glück gehabt. Doch keine teuren Handwerker/Neuanschaffung notwendig.

It’s Handwerkertime

Das bedeutet aber nicht, dass wir 2021 nicht schon Besuch von Handwerkern gehabt hätten. Wir haben nämlich (unter Einhaltung der Corona-Regeln) unsere Terrassenüberdachung erneuern lassen. Das alte Holz war nicht mehr in einem ganz so guten Zustand und die Plastikplatten auf dem Dach fingen ebenfalls bereits an sich selbstständig zu machen, weil die Schrauben nicht mehr hielten. Also habe ich mich Ende letzten Jahres um ein paar Angebot gekümmert. Zum einen hat diese Branche im Winter traditionell weniger zu tun und ruft zur Rabattschlacht auf. 10, 15 oder sogar 20% sind da locker drin. Vor allem, wenn ihr euch mehrere Angebote holt und ein bisschen verhandelt. So konnten wir auch nochmal ein paar hundert Euro zusätzlich zum bestehenden Rabatt rausschlagen. Schick. Die Wahl fiel am Ende auf die bundesweit tätige Firma KD Überdachungen. Zum anderen können jährlich 6.000€ der Arbeitskosten von Handwerkern bei der Steuererklärung abgesetzt werden. Da wir 2020 diese bereits durch die Umbauarbeiten voll hatten sollte die Terrasse erst im Januar gemacht werden.

Das war mal die alte Überdachung

Gekauft haben wir eine 8x3m Aluminium-Terrassenüberdachung mit sechs LED-Lichtern, 16mm Polycarbonat-Eindeckung (milchig), Seitenteilen ebenfalls aus Polycarbonat (klar) und integriertem Regenablauf. Wie geplant erschienen Mitte Januar dann die Monteure und haben innerhalb eines Tages die alte weg- und die neue aufgebaut. Die Entsorgung der alten hat uns übrigens 500€ gekostet. Wäre vermutlich billiger gewesen, wenn wir selbst zum Bauhof gefahren wären. Aber zum einen hätten wir uns dafür einen Transporter mieten müssen (Lysandas Auto ist nicht so groß) und zum anderen war es uns das Geld wert dafür nicht den ganzen Aufwand betreiben zu müssen.

Das Ergebnis

Unterm Strich bin ich zufrieden mit der neuen Überdachung. Sie geht jetzt über die ganze Terrasse, was uns mehr Möglichkeiten gibt überall Sachen hinzustellen und sie ist stabil mit der Zwischendecke des Hauses verschraubt. Dadurch ist sie nicht nur etwas höher, es sind hinten an der Wand auch keine Pfosten mehr (= mehr Platz). Und wir haben dank der 6 LEDs eindeutig mehr Beleuchtung. Vorher was es nur eine kleine Laterne. Das Aluminium hingegen wird hoffentlich länger halten als das beschichtete Holz. Nachteil des milchigen Polycarbonats und der kompletten Überdachung der Trasse ist natürlich, dass es im Wohnzimmer minimal dunkler ist. Wir erhoffen uns davon allerdings Vorteile was die Temperatur angeht, da der Raum jetzt besser vor Wind, Sonne und Wetter geschützt ist.

Leider war uns nicht bewusst, dass „klar“ bei Polycarbonat immer noch nicht „durchsichtig“ bedeutet. Entsprechend können weder die Katzen noch wir derzeit an den Seiten rausschauen und man fühlt sich ein wenig einbunkert/von den Nachbarn abgegrenzt. Das ist doof und war nicht so gedacht. Da hat uns der Berater nicht ganz so gut beraten. Die Folge ist, dass wir jetzt nochmal Geld in die Hand nehmen müssen, um die Seitenteile gegen durchsichtiges Verbundsicherheitsglas austauschen zu lassen. Außerdem ist die Terrasse technisch gesehen etwas länger als 8m. Genauer gesagt 8,26m. Sprich statt auf der Seitenmauer, endet die Überdachung kurz davor. Etwas doof aber hätten wir nicht die 8m genommen, wäre es eine Sonderanfertigung und damit wesentlich teurer geworden. So müssen wir „nur“ etwas auf die Mauer bauen, um die Stelle abzudichten und alles ist gut. Ähnlich ist es auch mit dem Regenablauf, bei dem das Rohr etwas kurz ist und entsprechend das Wasser noch auf die Terrasse läuft statt in den Garten. Das hätten die Monteure sicherlich anders gemacht, wenn ich darauf geachtet hätte. Aber gut: Kein großer Akt. Ich werde einfach bei Gelegenheit ein Stück DN70 kaufen und draufstecken, dann passt’s wieder.

Vorschau

Die neue Überdachung mit Anti-Pichu-Provisorium (rechts)

Mit einer neuen Überdachung haben wir allerdings auch wieder neue Löcher, durch die unser Ausbrecherkönig entfleuchen kann (und bereits ist). Zum Glück konnten wir sie temporär schließen und haben bereits das Plexiglas im Haus, mit dem wir ihm wieder die Fluchtwege endgültig versperren werden. Damit ist das Thema Terrasse trotzdem noch nicht erledigt. Im Gegenteil fängt es jetzt erst so richtig an. Die Hauptpunkte sind wie erwähnt zuerst das Ersetzen der Seitenteile und das Abdichten zur Mauer. Aber dann gilt es die Wände zu erneuern (man sieht eindeutig, wo die alten Pfosten standen), die Terrasse zu reinigen und neu zu versiegeln und wir wollen im ehemaligen Vogelkäfig ein kleines Katzenparadies einrichten. So mit Liege- und Kratzmöglichkeiten. Haben entsprechend mit den Plexiglasplatten auch ein paar große und durchsichtige Plexiglasrohre gekauft. Die Idee ist, die an die Wand zu machen. Dann können die Vierbeiner da drin liegen und immer noch alles sehen. Aber ich halte euch natürlich auf dem Laufenden, wenn es soweit ist. Aktuell ist es einfach noch zu kalt, um draußen zu arbeiten.

2020 neigt sich mit großen Schritten dem Ende zu. Nächste Woche steht sogar schon der Jahresrückblick an. Ja, technisch gesehen dauert das Jahr dann noch weitere vier Tage und es folgt sogar noch ein Katzenmoment. Die 11 Wörter werden in der Eintragsstatistik aber bereits eingerechnet sein und sonstige Überraschungen erwarte ich keine, die Einfluss auf den Text haben werden. Ich hab‘ einfach vor ein paar Jahren entschieden, dass der Jahresrückblick nicht mehr der erste richtige, sondern der letzte Eintrag des Jahres sein wird. Lebt damit :tongue: .

Kommen wir heute stattdessen noch einmal zu einer Top-Liste. Videospiele waren zwar bereits letzte Woche unser Thema aber Beim Christoph ist ja mittlerweile so viel mehr als nur eine Seite über Videospiele (glaube ich zumindest). Lasst uns also mal über den Tellerrand lunzen, was denn 2020 noch so für mich von Interesse war. Erneut gilt: Ich betrachte nur die „Nutzung“ in 2020. Es muss nicht zwingend aus diesem Jahr stammen. Man muss sich ja nicht künstlich limitieren, nur um „Hip“ zu sein.

Das In-Extremo-Konzert in Gothic

Bestes Album: In Extremo – Kompass zur Sonne
Die deutsche Mittelalter-Rockband In Extremo habe ich wie vermutlich viele Spieler anno 2001 erstmals kennen und lieben gelernt. Zur Erinnerung: Damals hatten sie im alten Lager in Gothic einen virtuellen Auftritt. Allerdings war gleichzeitig auch das im gleichen Jahr veröffentlichte Album Sünder ohne Zügel das letzte von ihnen, welches aus meiner Sicht gute Lieder enthielt (mit Ausnahme des genialen Duetts Horizont von Mein Rasend Herz) und entsprechend hoch und runter durch die Boxen lief – bis jetzt. Mit Kompass zur Sonne haben die Jungs aber zumindest bei mir seit langem mal wieder den richtigen Nerv getroffen. Den genauen Grund kann ich euch nicht wirklich, schließlich hat sich der grundsätzliche Sound der Band über die Jahre nicht wirklich groß verändert. Es passt einfach.

Bester Baumarkt: Hornbach
Unsere Go-To-Baumärkte in Darmstadt sind Hornbach und Bauhaus. Beide haben grundsätzlich ihre eigenen Vor- und Nachteile. So gibt es unser begehrtes Plexiglas beispielsweise nur im Bauhaus während gefühlt die Beratung in der Schraubenabteilung im Hornbach wesentlich besser ist. Dieses Jahr waren wir jedoch definitiv häufiger im Hornbach. Zum einen, weil wir nicht so viel Plexiglas gebraucht haben (und es irgendwie dank der Pandemie eh dauernd ausverkauft war) und zum anderen, weil es die Fliegennetze von Windhager nur dort gab‘ (inkl. kostenlosem Versand bei Onlinebestellung). Was bleibt mir also anderes übrig als ihn zum besten Baumarkt des Jahres zu machen? :tongue:

Bester Film: John Wick: Kapitel 3
Unterm Strich war der dritte Teil nicht der ganz große Hammer wie die Vorgänger. Vermutlich, weil einfach viel zu viel los ist. Verständlich, da ja die ganze Stadt hinter Wick her ist aber trotzdem wie gesagt gefühlt etwas zu viel des Guten. Ich meckere aber definitiv auf einem extrem hohen Niveau. Für mich ist die Trilogie das Beste, was im Action-Genre in den letzten Jahren auf den Markt gekommen ist. Zumindest kann ich mich an sonst nichts ähnlich Bemerkenswertes erinnern. Reeves ist Wick und Stahelski setzt ihn perfekt (und wahnsinnig realitätsgetreu) in Szene. Es sind zudem die einzigen Filme, die Lysanda und ich seit Beginn unserer Beziehung bereits mehrfach geschaut haben. Wenn das bei dem Überangebot in unseren Regalen kein Kompliment ist, dann weiß ich auch nicht. Ich bin extrem gespannt auf Teil 4 und 5, die sie anscheinend gleichzeitig drehen wollen.

Bester Baumarkt in der anderen Fahrtrichtung: Globus Baumarkt
Darmstadt hat zwar bereits eine vergleichsweise große Auswahl an Baumärkten, aber in der anderen Himmelsrichtung Richtung Rüsselsheim gibt es selbstverständlich auch noch welche. Darunter einen nahegelegenen toom, in den wir aber nur in wirklichen Notfällen gehen (schlechte Beratung, kleines Sortiment, mäßige Preise) sowie etwas weiter weg einen riesigen Globus inkl. Baumarkt. Kommen wir nicht sehr oft hin, da wir selten in diese Richtung fahren. Aber als wir dieses Jahr mal wieder da waren, waren wir erneut begeistert. Hat doch so einiges im Angebot speziell was Farben angeht, was die Konkurrenz nicht zu bieten hat. Und ja, für Immobilienbesitzer sind Baumärkte echte Highlights. Deswegen gleich zwei Erwähnungen im selben Eintrag :smile: .

Beste Serie: Keine
2020 war kein Fernsehjahr bei uns. Was ich zwar grundsätzlich positiv finde aber wir haben es nicht einmal geschafft nach vier Jahren endlich mal Sailor Moon zu beenden (zum Verfassungszeitpunkt noch 18 Folgen). Entsprechend ist es wenig überraschend, dass wir überhaupt keine einzige Serie neu angefangen geschweige denn fertig geschaut haben. Ich weiß nicht, wie andere das schaffen mit den ständigen Neuveröffentlichungen mit zu halten. Ja, auch die neuen Star Trek-Serien kenne ich immer noch nicht. Ich geh‘ mich ja schon in die Ecke stellen und schämen…

Ist sie nicht hübsch?!

Beste Katze: Maya
Lysanda ist schon ganz gespannt darauf zu erfahren, wie ich diese Wahl begründe. Schließlich ist Maya immer noch unser Problemkind. Sie rotzt weiterhin fleißig alles voll und treibt extrem viel Schabernack. Immerhin macht sie nicht mehr auf die Couch und die Tierarztkosten für sie waren 2020 übersichtlich. Sie hatte sich nur mal einen Magen-Darm-Virus eingefangen und vor ein paar Wochen scheint sie beim nächtlichen Toben etwas unsanft gelandet zu sein (Kralle abgebrochen und kleine Hämatom in der Schulter). Aber ich weiche vom Thema ab: Selbstverständlich sind alle unsere Kind…äh Katzen toll. Maya steht hier nur stellvertretend für alle anderen. Und, weil sie eine extrem hübsche und vornehme Katze ist. Ach und, weil sie mittlerweile so toll „Miau“ sagt und nett um Leckerlis fragt. Vielleicht auch, weil sie mir nicht wie Jules oder Balu ständig auf die Pelle rückt und gestreichelt werden will während Pichu meist gar nicht angefasst werden möchte. Sie mag mich außerdem wesentlich mehr als Lyssi. Aber wie gesagt: Ich habe alle unsere Vierbeiner lieb.

Bester Haushalts-Einkauf: Leifheit Zubehör-Set Pegasus
„Bitte? Ein Ding für 7 Euro ist euer absolutes Highlight?!“ Selbstverständlich! Das sind doch die besten Sachen: Billig und doch extrem nützlich im Alltag. Und ich möchte definitiv dieses Zubehör für unseren Leifheit-Wäscheständer nicht mehr missen. Ja, es sind technisch gesehen bereits zwei davon dabei. Aber zwei mehr machen zumindest bei uns einen extremen Unterschied. Ich hab‘ einfach viel zu viele Stofftaschentücher und wenn ich die alle auf die Leine – vielleicht sogar mit Wäscheklammern – ziehen müsste, würde ich bekloppt werden. In den Pegasus klemme ich sie einfach rein und kann sie mit einem leichten Zug nach dem Trocknen schnell und einfach wieder runterholen. Einfach ein geiles Teil.

Bester Videospielesoundtrack: The Executioner
Das dazugehörige Spiel hat mich leider massiv enttäuscht. Gab‘ auch seit dieser Zeit kein weiteres Update für den Titel und von Akt 2 ist ebenfalls noch keine Spur in Sicht. Der Soundtrack von Ivan Dinges und Alexey Ozhgibesov hat mich jedoch umgehauen und erklingt bis heute sehr häufig aus meinen Boxen (jetzt gerade wieder). Speziell das Hauptthema, Sweet Torture, berührt mich bis tief hinab in meine Seele. Schon, wenn bei Sekunde 10 das zweite Mal der tiefe Ton aus dem Klavier ertönt (direkt ganz am Anfang kommt er noch nicht zur Geltung), läuft mir jedes Mal eine Gänsehaut über meine Arme. Der Klang der Laute, die gezielt eingesetzten Klaviertöne und der verstörende „Kindergesang“ – ein extrem verstörender, depressiver und doch auf seine Art und Weise wahnsinnig faszinierender Track. Echt schade, dass es insgesamt nur sechs Lieder (ca. 19 Minuten) auf dem Album gibt. Hätte sehr gerne noch mehr von den beiden gehört. Aber vielleicht kommt ja irgendwann Akt 2 und damit zusätzliche Musik.

Bestes Buch: Braving Britannia
Trotz der drastischen Reduzierung unseres Fernsehkonsums habe ich es auch 2020 wieder nicht geschafft so viel zu lesen, wie ich gerne möchte. Viel zu viele neue Bücher kamen natürlich trotzdem dazu. Gefühlt unterstütze ich auf Kickstarter schließlich aktuell nichts anderes… Aber gut: Von den Büchern, die ich gelesen habe, gefiel mir das Werk von Wes Locher über die Community von Ultima Online definitiv am besten. Wie ich schon im April schrieb: Ich finde es immer spannend mehr über die Hintergründe eines Spiels und seine Entwicklung zu erfahren. Meist erfolgt es jedoch in Form eines Sach- und Fachbuchs mit wenig Gefühl und Menschlichkeit. Bei diesem Werk ist es anders. Hier zeichnet der Autor stattdessen anhand der persönlichen Geschichten von Leuten, die live dabei waren ein Bild des Spiels. Gibt sogar seit Oktober einen zweiten Band, wie ich bei der Recherche gerade herausgefunden habe. Muss ich gleich mal kaufen.

Schicke Kunst by Lysanda L’eau

Bestes Katzenklappendesign: Lysanda L‘eau
Unsere lieben Katzen haben es dieses Jahr irgendwie geschafft die äußere Katzenklappe explodieren zu lassen. Ich fand‘ sie eines Tages in zwei Teile zerbrochen wieder. Keine Ahnung was da passiert ist (ist nicht im Blickfeld der Kamera). Wir mussten also Ersatz beischaffen. Leider haben wir nirgends eine Klappe mit den exakten Maßen gefunden. Entweder sie waren kleiner oder größer. So blieb uns am Ende nur übrig mit Hilfe eines beschichteten (=wegen Witterung) Bretts einen Adapter zu bauen. Und statt dieses Brett passend zuzuschneiden, kam Lysandas kreative Ader auf die Idee es zu bemalen bzw. genauer gesagt zu bepunkten. Das Ergebnis sieht extrem genial aus, wenn ich das so sagen darf und ist garantiert einzigartig. Die Katzen wissen es aber glaube ich nicht zu schätzen :smile: .

Beste Schreibware: Neuland No.One Outliner
Ich helfe zwar schon lange nicht mehr bei Frau Mama im Laden mit und war entsprechend auch ewig nicht mehr auf der Paperworld in Frankfurt am Main. Neue Schreibwarenprodukte finde ich aber trotzdem weiterhin sehr interessant und ich weiß einen guten Stift definitiv zu schätzen. Leider habe ich überhaupt keine Verwendung dafür, da ich so gut wie nie male oder schreibe. Glücklicherweise sieht das bei Lysanda anders aus. Entsprechend kommt doch hin und wieder mal was Neues ins Haus. Und dieses Jahr haben wir die Firma neuland im Allgemeinen und ihre Stifte im Speziellen entdeckt. Aus deren Sortiment besonders gefallen hat mir der nachfüllbare, permanente Konturenmarker „Outliner“ mit Pinselspitze. Der produziert nicht nur ein schön kräftiges und durchgängiges Schwarz auf dem Papier, es macht auch richtig Spaß es zu tun. Ich würde das Gefühl als „luftig leicht” beschreiben. Richtig geniale Sache. Allerdings nicht für kleine Hände geeignet (relativ dick das Ding) und die Gefahr damit herumzusauen ist extrem hoch.

Bester Partner: Lysanda L’eau
Bitte? Aber es stimmt doch! Also zumindest für mich. Eure Einschätzung wird davon höchstwahrscheinlich abweichen. Das ist auch besser so! Mehr als vier Jahre sind wir nun schon verheiratet und auch, wenn es wie in jeder Beziehung seine Höhen und Tiefen gab, gibt und geben wird: Ich würde es wieder tun. Es war die beste Entscheidung, die ich je in meinem Leben getroffen habe! Irgendwann bekommt ihr die Dame vielleicht auch mal zu Gesicht. Mal schauen :wink: .

 

Bevor ich jedoch noch eine Putzfrau rufen muss, um den ganzen Schleim hier weg zu machen, beenden wir lieber den heutigen Eintrag. Kommende Woche folgt wie eingangs erwähnt der „echte“ Jahresrückblick 2020 und bis dahin (und darüber hinaus) dürft ihr gerne eure persönlichen Konsum-Highlights in die Kommentare packen.

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