The Divison (Herstellerbild)

118 Stunden zeigt der Spielzeitzähler mittlerweile für The Division und ich muss sagen: Ich bin kurz davor das mit den letzten vier Schilden einfach sein zu lassen. So fehlen mir noch vier exotische Waffen, die einfach nicht droppen wollen und von den drei notwendigen High-End-Sets habe ich sogar noch kein einziges vollständig. Und obwohl es im Spiel theoretisch 5.335 Commedations-Punkte (Mini-Achievements) zu verdienen gibt, fehlen mir immer noch 600 bis zum Ziel von 3.000 für das Schild. Das einzige Schild, welches tatsächlich in Reichweite ist, ist das wofür ich den Survival-Modus mindestens fünf Stunden lang spielen muss.

Es macht sich halt doch sehr stark bemerkbar, dass ich zum einen keine richtige Gruppe zum Zocken habe, um z.B. die Missionsherausforderungen zu meistern („Schaffe Mission X in einer Gruppe auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad ohne zu sterben“). Und zum anderen die Spielerzahl grundsätzlich nicht mehr ganz so hoch ist, um es zumindest mit „Randoms“ zu versuchen. So bleibt mir nur das Farmen der stupiden Sachen wie „töte 10.000 Gegner vom Typ X“ oder „schaffe X Missionen“ und das hört sich nicht nur langwierig an, es ist es logischerweise auch. Luxusprobleme – ich weiß :smile: .

Und sonst?

Immerhin ist Mr. Subwoofer vergangenen Mittwoch erfolgreich und funktionsfähig aus Berlin zurückgekehrt. Trotz der guten Qualität des Teufel CAGE ist es definitiv sehr angenehm endlich mal wieder ohne Kopfhörer vorm Rechner sitzen und Musik hören zu können (aktuell das Album Simple Forms von The Naked and Famous). Den Karton mit dem Teufel den Subwoofer zurückgeschickt hat, werde ich mir dieses Mal logischerweise aufheben. Allerdings sichert sich Teufel erneut ab: Es liegt ein Zettel darin, der darauf hinweist, dass zwar der Außenkarton für mehrfachen Versand geeignet ist. Für die gespritzten (Styropor?)Ecken geben sie aber keinerlei Garantie. Sprich: Schick ich Subbi mit genau der Verpackung nochmal nach Berlin und er kommt wieder beschädigt an, wird DHL erneut behaupten, dass es nicht richtig verpackt wurde. Hoffen wir einfach, dass er dieses Mal wieder länger durchhält und es dann adäquaten und bezahlbaren Ersatz gibt.

Und wenn wir schon am munteren Labern sind: Der Freizeitraum im Keller ist prinzipiell fertig. Alle Renovierungsarbeiten sind abgeschlossen und die Möbel und Fitnessgeräte stehen dort, wo sie hinsollen. Am Freitag haben wir auch das erste Mal dort unten trainiert (Fitnessstudio lief am 5.9. aus). Doch Details und Fotos gibt es erst in einem der kommenden Einträge. Aktuell sieht es noch etwas aus wie auf einem Schlachtfeld (überall Werkzeug), die Dekoration fehlt und eingeräumt ist ebenfalls noch nichts in die Schränke und Regale. Lysanda muss erst noch den Rauchgeruch endgültig aus den Möbeln der Nachbarn rausbekommen.

Und sonst noch?

Der alte Feuerungsmanager unserer Ölheizung.

In Sachen Tiefbau sind wir hingegen mittlerweile soweit, dass das Entwässerungsgesuch bei den Stadtwerken eingereicht werden konnte. Hat doch etwas länger gedauert vom Ingenieur die Unterlagen erstellen zu lassen (und dadurch ca. 400 Euro mehr gekostet) als erwartet aber dafür sollte es keine großen Probleme geben und wir in 2-3 Wochen die Freigabe haben. Danach kann es dann endlich losgehen – mit der zeitlichen Planung der Maßnahme. Ja, bis der Bagger kommt wird noch ein paar Wochen dauern. Muss ja alles koordiniert werden (Zuwasser darf anfangen) :smile: .

Netterweise hat uns jetzt die Ölheizung auch nochmal kurz vor ihrem Lebensende gut 120 Euro an ungeplanten Kosten verursacht. Keine Ahnung warum aber irgendwie scheinen Sachen, die man plant abzulösen, immer plötzlich kaputt zu gehen. Hatte ich in Bezug auf meine PC-Hardware schon häufiger beobachtet. Egal: Der Feuerungsmangager hatte den Geist aufgegeben. Er empfing zwar noch das Signal, dass er loslegen soll aber die Zündung kam nicht. Somit blieb der Brenner aus und die Heizung kalt. Vermutlich ist er schon länger hinüber aber dank der Solarheizung merken wir sowas logischerweise erst, wenn draußen nicht mehr genug Sonne ist, um das Wasser im Puffer warm zu machen. Das war nun quasi der Fall. Aber das Ersatzteil war zügig da und der Einbau kein großer Akt (drei Schrauben). Jetzt wird‘s wieder warm.

Lesestoff

Nachdem nun die erste DINA4-Seite in Word voll mit Text ist, kommen wir nun zum eigentlichen Thema des heutigen Eintrags: Ich lese weiter fleißig Bücher. Ja, der Fernseher bleibt im Hause Lysanda aktuell sehr häufig aus (noch 42 Folgen Sailor Moon und 1 Film). Stattdessen lesen wir viel. Zum einen, um unseren Snackkonsum am Abend zu reduzieren. Zum anderen aber auch einfach, weil unsere Regale voll sind. Und da ich sonst nichts zu erzählen habe (spiele ja nur The Division), belästige ich euch eben mit einem weiteren Bericht zu einem Buch von meinem Nachtschrank:

(Cover)

Hints & Tips for Videogame Pioneers (2016, Englisch) – Andrew Hewson ist einer der Pioniere auf dem britischen Spielemarkts und sogar Mitbegründer der ELSPA – quasi von 1989 bis 2003 die britische Version der USK. 1984 hat er mehr zufällig als tatsächlich geplant mit Hewson Consultants einen Spielepublisher eröffnet – mit großem Erfolg. Hewson schaffte es sich einen sehr guten Ruf zu erarbeiten und so die besten britischen Programmierer anzulocken, die über ihn ihre Spiele veröffentlicht haben wollten. Darunter Titel von denen ich bisher nie gehört hatte wie Uridium, Pilot, Technician Ted oder Exolon. Ja, irgendwie weiß ich über die Spieleindustrie der 80iger echt wenig…

Hewson Consultants existierte bis 1991 ihm eine große deutsche Ladenkette plötzlich einen Abnahmevertrag kündigte. Der dadurch entstandene Einnahmeneinbruch zwang ihn zur Insolvenz. Anschließend gründete er mit 21st Century Entertainment einen weiteren Spielepublisher, der sich neben der Neuvermarktung der Hewson-Consultants-Bibliothek voll und ganz auf Pinball-Spiele konzentrierte (Pinball Dreams, Pinball Illussions, etc.) und damit zumindest bis 1998 erfolgreich war, dann aber in finanzielle Schwierigkeiten gerit und anno 2000 endgültig geschlossen wurde. Nach einer längeren Pause hat er mittlerweile mit seinem Sohn Rob Huey Games gegründet und hilft erneut Indie-Titeln auf den Markt.

Der Inhalt

Der Titel des Buchs ist eine Anlehnung an Hints and Tips for the ZX Spectrum, Hewsons erstem Buch und der Entstehungsgrund für Hewson Consultants. Nach der Veröffentlichung schickten ihm Hobbyprogrammierer einfach ungefragt ihre Spiele und er sah das Potential darin. Im Buch selbst erwarten euch jedoch weniger Hinweise und Tipps für Videospielepioniere als vielmehr eine Autobiographie über Andrew Hewson und seine beiden Firmen. Beginnend mit einer umfangreichen Historie zu seinem Familienstammbaum berichtet er auf den knapp 250 Seiten über seine Anfänge, den damaligen Zustand der britischen Spieleindustrie und reflektiert über die Entscheidungen, die er getroffen hat. Dazu gibt es viele Hintergrundinformationen über die Entstehung der zahlreichen Spiele, die seine Firmen über die Jahre veröffentlicht hat. Dazwischen kommen immer mal wieder die Entwickler selbst zu Wort und dürfen ihre Sicht der Dinge darlegen. Das hilft den logischerweise etwas einseitigen Blickwinkel etwas zu vergrößern. Zumal – und das rechne ich Andrew Hewson stark an – darüber auch kritische Aussagen über ihn und seine Arbeit ins Buch kommen.

Leider flacht der Detailgrad mit zunehmender Seitenzahl stark ab. So wird die Zeit von 1991 bis 2000 auf nur 40 Seiten abgehandelt – sehr viele davon gefüllt mit O-Tönen von DICE (ja, das Battelfield-Studio), den Machern von Pinball Dreams. Und selbst davor merkt man Hewson an, dass er entweder nichts mehr zu erzählen hat oder will. Vermutlich eher letzteres, da man im Intro erfährt, dass ihn sein Sohn faktisch dazu zwingen musste das Buch zu schreiben. Er gibt offen zu, dass er eigentlich keine Lust dazu hatte und sich mehr gequält hat als mit Freude seine Lebensgeschichte nieder zu schreiben. Das ist äußerst schade und natürlich leidet die Qualität des Werks darunter merklich. Ich bin mir sicher, dass noch mindestens 50, wenn nicht sogar 100 Seiten mit interessanten Fakten hätten gefüllt werden können. So fliegt man über die Jahre und die Spiele nur so drüber und die nicht weniger spannende Zeit Ende der 80iger (u.a. Nintendos Einschlag auf dem britischen Markt) kommt nicht richtig zur Geltung.

Beim Christoph meint: Von mir gibt es magere 2 von 5 Sics. Trotz des irreführenden Titels ist das Buch prinzipiell sehr interessant und man erfährt theoretisch einiges über die Entstehung des britischen Spielemarkts und den ersten Blockbustern. Es leidet aber einfach zu stark darunter, dass der Autor keinen Bock hatte wirklich seine Geschichte zu erzählen. Das führt nicht nur dazu, dass ich selbst als Leser schon nach dem Vorwort keinen Bock mehr habe. Warum soll ich schließlich einem Autor meine wertvolle Zeit schenken, der selbst zugibt einfach nur was hingeklatscht zu haben? Viel schlimmer ist aber wie gesagt, dass dadurch nach den ersten Kapiteln die Jahre nur so verfliegen und viele spannende Details, die so jemand liefern könnte, der tatsächlich live dabei war gefühlt nicht zur Sprache kommen. Und so super es auch ist die Entwicklersicht zu erfahren: Sehr böse ausgedrückt sind diese Textboxen nur dazu da den Umfang des Buchs zu erweitern. Und dann hätte ich mir zudem den ein oder anderen Screenshot zu den besprochenen Titeln gewünscht. Nach dem Lesen blieb ich entsprechend enttäuscht zurück. Zumal das Werk definitiv sehr viel Potential gezeigt hat. Es ist grundsätzlich gut strukturiert, Hewson hat eine gute Schreibe und es gibt die Lichtblicke hier und da, wo er viel und leidenschaftlich erzählt. Es bringt aber nichts, wenn am Ende des Tages dann doch die Hälfte des Inhalts fehlt. Somit bleibt mir als Empfehlung nur: Wenn man es für wenig Geld in der Ramschkiste findet, kann man es mitnehmen. Eine absolute Leseempfehlung ist es aber nicht. Wer sich hingegen ernsthaft für die Thematik interessiert ist mit Werken wie Britsoft: An Oral History oder A Gremlin in the Works wesentlich besser bedient.

Die Heilung schreitet gut voran

Bevor wir zum heutigen Thema kommen, wollt ihr sicherlich erst einmal den aktuellen Status zu meiner Hand wissen. Bitte? Das interessiert euch nicht die Bohne? Ihr könnt manchmal echt herzlos sein, liebe Besucher… *sniff* Aber davon lass ich mich selbstverständlich nicht beirren. Wie angekündigt wurden vergangenen Montag die restlichen Fäden gezogen. Am Zeigefinger war das soweit okay. Am Daumen hingegen…holla die Waldfee das waren vielleicht Schmerzen als die Dame am Faden auch nur gezogen hat. Nicht so schlimm wie die Betäubungsspritze im Krankenhaus aber dafür mit wesentlich längeren Nachwehen. Ganz schön empfindlich so ein Daumen. Am Dienstag kamen dann die Pflaster endgültig runter und die vermutlich langwierige, letzte Phase der Heilung konnte beginnen.

Seitdem hat sich die obere Hautschicht teilweise abgeschält und der Daumen ist trotz der Schmerzen beim Ziehen der Fäden tatsächlich in Ordnung, was das Gefühl und die Beweglichkeit angehen. Der Zeigefinder – der ja bei der ganzen Sache den Großteil des Schadens genommen hat – bereitet mir aber noch Sorgen. Die Wunde ist immer noch stark geschwollen (hat aber abgenommen), er fühlt sich weiterhin halbseitig taub an und verursacht bei bestimmten Bewegungen weiterhin starke Schmerzen. Ja, auch beim Tippen bzw. sogar, wenn ich einfach nur längere Zeit die Hand auf der Tastatur liegen habe. Wird also erneut nicht der längste Eintrag heute. Mal schauen wie sich das weiterentwickelt. Vor allem, weil ich diese Woche wieder ganz normal auf die Arbeit gehe (war zwei Wochen krankgeschrieben).

Für Mittwoch hat sich hingegen ein Carepaket des Herstellers angekündigt. Mal schauen was da drin ist. Waren sehr umgänglich und man muss ja nicht immer gleich bei allem mit dem Anwalt anrücken (der mich vermutlich eh schief angeschaut hätte :smile: ). Die Fernanalyse hat ergeben, dass es sich höchstwahrscheinlich um einen Transportschaden handelte, der dann zu einem schleichenden Gärprozess führte. Dosen, bei denen schon bei der Herstellung irgendetwas schiefläuft, würden hingegen bereits nach 1-2 Wochen den Geist aufgeben. Das deckt sich mit unserer allerersten Erfahrung mit einer Bombage, die uns wie erwähnt eines morgens in der Küche einfach so explodiert ist.

Themawechsel

Es sieht schon wohnlich aus

Aber nun genug von Katzenfutterdosen und meiner Hand. Es ist mal wieder Zeit ein bisschen über die Fortschritte im Haus zu reden, wie ich finde. Wir waren schließlich seit April nicht untätig. Seit diesem Bericht haben wir es nicht nur geschafft die eine Hälfte des Raumes fertig zu machen. Es sind auch alle Wände gestrichen und der Kork ist im ganzen Raum verlegt. Der Kontaktkleber von Wicanders hat zwar nicht mehr gereicht aber trotz aller Bedenken hat es ebenfalls wunderbar mit dem aus dem Baumarkt so funktioniert wie wir es gewohnt warten. Außerdem sind die neuen Lampen an der Decke und ein Doppel-Schalter mit Steckdose neben der (aktuell ausgehängten Tür) montiert.

Was jetzt noch fehlt ist die Tür zu kürzen und die Steckdosen an der Wand. Das Kabel dafür wollten wir ursprünglich Unterputz verlegen aber der war nicht dick genug und in die Steine habe ich ohne großen Aufwand keinen Schlitz reinbekommen. Entsprechend haben wir uns am Ende für einen Kabelkanal am Boden entlang entschieden. Vorteil ist, dass wir hier dann auch keine Bodenleisten brauchen. Unterm Strich also nicht mehr viel Arbeit bevor das wirklich Interessante beginnt: Das Einrichten. Haben ja aktuell im Keller dank der alten Nachbarn so einiges rumstehen. Da wird es sicherlich schwer fallen zu entscheiden was bleiben darf und was wir weiterreichen. Und dann müssen wir noch für alles einen Platz finden, was vorher einfach nur in besagtem Raum gelagert wurde. Soll ja dann nicht mehr alles vollgestellt sein. Ich weiß: „First World Problems“ :wink: .

Das nächste Großprojekt

Wir nähern uns also dem Ende eines weiteren Hausprojekts. Dann sind alle drei Kellerräume soweit renoviert wie wir sie haben wollen. Was fehlt ist dann „nur“ noch der Flur mit seinen Drecks Raufasertapeten, die nicht runtergehen wollen… Aber gut: Das Thema ist mittlerweile auch etwas weiter nach hinten gerutscht. Stattdessen haben wir uns das nächste Großprojekt vorgenommen, da der Zeitpunkt gerade passt. Und zwar wollen wir unseren Ölofen und damit unseren Öltank in Rente schicken. Da der Tankinhalt nur noch einen Winter reicht und nächstes Jahr ebenfalls Reinigung und TÜV fällig wären, macht es Sinn das bis dahin über die Bühne gebracht zu haben. Und zwar soll stattdessen eine Gasheizung rein. Dafür brauchen wir logischerweise einen Gasanschluss. Die Gasleitung liegt zwar in der Straße aber damals wurde unser Haus scheinbar nicht daran angeschlossen. Also holen wir das jetzt nach. Und wenn wir sowieso den Graben aufhaben, wollen wir gleich noch ein bisschen mehr machen.

Zur Erinnerung: Heute geht sowohl unsere Zu- als auch Abwasserleitung durch Nachbars Garten. Das wollen wir dann ändern und die Anschlüsse in Zukunft von unserer Straße aus haben. Gleichzeitig möchte ich unsere Abwasserinnenverteilung verändern. Zum einen, damit endlich das Rohr aus dem Kellerflur verschwindet. Dauernd haue ich mir den Kopf an. Zum anderen, damit wir etwas mehr Gefälle kriegen (aktuell 0-1%). Also war ich in den letzten Wochen und Monaten damit beschäftigt mich über das Thema schlau zu machen und Angebote einzuholen.

Wasser abgeben? Ja ne…

Ein Abschnitt aus dem Entwässerungsgesuch

Interessanterweise ist die Problemstelle das Abwasser. Die Stadtwerke müssen euch nämlich erlauben, dass ihr euer Abwasser bei ihnen reinkippen dürft. Jetzt könnte man sagen: Das machen wir doch jetzt schon. Das zählt aber nicht, da wir nun technisch gesehen einen neuen Anschluss herstellen. Entsprechend müssen wir erneut ein sogenanntes Entwässerungsgesuch stellen. Das ist nicht nur ein anspruchsvoller Fragebogen – man braucht auch noch allerhand Pläne (z.B. Gebäuderiss) dazu und es muss ein Architekt mit seiner Unterschrift bestätigen, dass alles DIN-Norm XY und so entspricht.

Die Dame von den Stadtwerken meinte am Telefon so schön: „Nehmen Sie doch einfach die Sachen vom alten Entwässerungsgesuch – dürfte sich ja nicht viel geändert haben“ und prinzipiell hat sie auch recht. Blöd nur, dass unser Haus schon etwas älter ist (1966) und wir so gut wie keine Unterlagen haben. Schlimmer noch: Selbst bei den Stadtwerken und der Kommune gibt es nichts mehr zu unserer Hütte (gab‘ wohl mal einen Brand). Somit ist nichts mit abschreiben, sondern alles neu machen. Kostenpunkt? Mindestens 1.500 Euro (netto). Na danke… Und dann sind die Stadtwerke sich nicht einmal sicher, ob der Strich in der Planauskunft auf unser Grundstück tatsächlich in der Realität existiert oder nur falsch dokumentiert ist. Nene, da sollte man sich eigentlich drauf verlassen können. Aber gut: Sobald ich das Gesuch einreiche, werden sie eine (für uns kostenfreie) Befahrung machen und nachschauen. Doch ich möchte ja nicht nur meckern: Die Dame war grundsätzlich geduldig und hilfreich.

Teuer aber sinnvoll

Am Ende wird uns die ganze Maßnahme mit allem Drum und Dran nach aktuellem Stand einen mittleren fünfstelligen Betrag kosten. Nicht gerade wenig aber ich denke trotzdem, dass es eine gute Investition in die Zukunft ist. Zwar ist Gas ebenfalls ein fossiler Brennstoff (Geothermie oder Fernwärme gibt es hier leider nicht) aber doch noch weit billiger als Öl und wir gewinnen durch den Abbau des Öltanks einen kompletten Raum im Keller. Zu- und Abwasser wäre jetzt zwar keine großartige Notwendigkeit aber es macht langfristig Sinn und wie gesagt: Wenn der Graben sowieso offen ist, dann kann man ihn auch noch etwas tiefer machen (Zuwasser liegt ganz unten) und gleich alles reinwerfen. Ich werde euch wie immer auf dem Laufenden halten und am Ende selbstverständlich etwas genauer erklären was wie gemacht wurde und gekostet hat.

Sicarius

Tagebuch eines Hausherrn #25

Sieht doch schick aus!

Irgendwie sind wir aktuell ziemlich fleißig was die weitere Arbeit am Haus betrifft. Ob es am Frühling liegt? Vielleicht am Mondstand? An Katzen, die nach 19 Uhr nur noch wie bekloppt durch das Zimmer rasen? Möglich. Ist auch egal. Es ist auf jeden Fall mal wieder Zeit für einen Bericht.

Keller

Im Freizeitraum geht es gut und stetig voran. Ja man könnte sogar sagen, dass die eine Hälfte schon so gut wie fertig ist – aber dann würde man glaube ich ein wenig zu weit vorausgreifen :smile: . Die DIY-Fensterbank im Keller funktioniert auf jeden Fall einwandfrei und dank des Acryls sieht sie auch super aus. Als nächstes stand „Flicken“ auf der ToDo-Liste, denn die beiden Wände (die dritte ist mit einer Holzvertäfelung versehen) hatten mehr oder weniger stark unter dem Wasserschaden der Vorbesitzer gelitten. Aber wir sind ja mittlerweile absolute Profis im Umgang mit unserem Freund Knauf Rotband. Entsprechend war das mehr eine Fleißarbeit als eine Herausforderung.

Das galt ebenfalls für das Streichen wo ich weiterhin voll des Lobes für die Farben von Südwest bin. Ein Anstrich mit Euro Classic genügte auf der weißen Wand, um sie dicht mit Lachsfarbe (ja, die gleiche wie im Schlafzimmer – Resteverwertung ftw.!) einzupinseln. Und auf der zweiten Wand, die vermutlich vor Jahrzehnten mal rot gestrichen worden war, musste ich nach dem ersten Anstrich mit Weiß auch nur stellenweise eine zweite Schicht draufpacken. Ja, die Farben von Südwest sind nicht die billigsten aber dafür stimmt die Qualität.

Geiz ist okay

Die Anfänge des Korkbodens

Während wir bei der Farbe dick auftragen :tongue: sparen wir am Bodenbelag. Anders als im Schlafzimmer wo wir wirklich hochwertigen Klebekork von Wicanders an die Decke gepackt haben, haben wir uns für den Kellerboden für das Billigste vom Billigen entschieden. Und das sind unbehandelte, 4mm dicke und 30x30cm große Korkplatten aus dem Hornbach für 11,05€ pro m². Davon brauchen wir rein rechnerisch für den gesamten Raum um die 40 Päckchen, was eine Ausgabe von stolzen 400 Euro bedeutet. Hätten wir uns für den gleichen wie im Schlafzimmer entschieden, wäre der Preis locker 2-3mal so hoch. Und am Ende des Tages ist es halt doch nur ein Kellerraum in dem wir hauptsächlich Sport treiben ohne kalte Füße zu haben, ggf. mal ne Runde ausruhen und vielleicht einen Gast schlafen lassen wollen. Da reicht auch Baumarkt-Kork. Immerhin wird er zumindest aktuell noch mit Wicanders-Kleber festgemacht. Wir hatten noch einen halben Eimer vom Schlafzimmer übrig. Vielleicht reicht er ja für den gesamten Raum – aber vermutlich nicht.

Und das ist der Arbeitsstand im Keller. Boden einkleistern, Platten einkleistern, 2-3 Stunden warten und dann verlegen – Repeat until done. Die Hälfte haben wir schon. Danach müssen wir noch Leisten befestigen, weil die Wände mal wieder schief sind und wir den Kork entsprechend nicht bündig drankriegen. Aber DANN ist die Hälfte des Raumes fertig, wir können alles rüber räumen und in der anderen Hälfte des Raums die ganze Sache wiederholen. Ich halte euch auf dem Laufenden :wink: .

Erdgschoss

Doch nicht nur im Keller haben wir bauliche Aktivitäten unternommen. Auch im Erdgeschoss gab es ein bisschen was zu tun. Im Krankenhausbericht hatte ich es ja angedeutet, dass Maya eine wilde Hummel ist. Und da haben wir so langsam massive Angst um unseren Fernseher bekommen. Der stand nämlich bislang einfach auf einem Brett im Regal. Und während alle anderen Katzen vorbildlich den Weg über die Couch auf das Regal nehmen, ist unsere Maya der Meinung gewesen lieber ihre Sprungkraft zur Schau zu stellen. Sprich sie ist vom Regalbrett mit dem Fernseher drauf hoch auf das Regal gesprungen. Das hat logischerweise einiges an Kraft gekostet, die auf das Brett übertragen wurde. Außerdem war sie immer der Meinung hinter dem Fernseher wäre ein toller Spielplatz wo man hin- und herdüsen könnte.

Unsere Fernsehwand 2.0

Ja, mit 429 Euro war der Fernseher jetzt nicht der teuerste auf dem Markt. Aber man muss die Wegwerfgesellschaft ja nicht unnötig unterstützen. Also haben wir mehrere Maßnahmen ergriffen, um das Leben des Fernsehers und des Regals etwas zu verlängern: Nummer 1 war der Einbau einer Stütze für die unteren drei Bretter. Diese hingen bislang in der Mitte frei in der Luft (nur hinten an der Wand waren zwei Winkel. Jetzt haben sie vorne etwas mehr Stabilität durch den Kauf und Einbau eines Stück Vierkantholzes – in drei Teile zersägt und dann mit Winkeln an den Brettern befestigt.

An die Wand!

Nummer 2 war die Investition von 20 Euro in eine TV-Wandhalterung. Da beim Fernseher keine dabei war, hatten wir uns damals dafür entschieden ihn einfach hinzustellen. Die Anleitung für besagte Mounty TV-Wandhalterung ist zwar absolut nicht zu gebrauchen (vermutlich wieder von chinesischen Google-Übersetzern verfasst). Aber es ist alles an Zubehör dabei was benötigt wird (u.a. Schrauben für verschiedene Fernseher-Modelle) und so kompliziert ist es nun auch wieder nicht drei Schrauben in der Wand zu versenken und vier Schrauben im Fernseher. Ging also wunderbar von der Hand und ich kann mich nicht großartig über das Ding beschweren. Trotz des vergleichsweisen günstigen Preises fühlt sich alles gut verarbeitet an und es hälft Fernseher plus Katze aus. Mehr brauchen wir nicht.

Gut, ne Pivotfunktion wäre im Nachhinein betrachtet vielleicht noch etwas praktisch gewesen. Ja, mir ist bewusst, dass der Fernseher um ca. 1° nach rechts schief ist. Aber so ist das halt mit Löchern, Dübeln und Schrauben. Das ist trotz Wasserwaage keine exakte Wissenschaft. Hätte ich es nicht gesagt, wäre es euch aber vermutlich gar nicht aufgefallen :tongue: .

Zu guter Letzt haben wir über dem Fernseher noch ein weiteres Brett befestigt. Damit habe ich nun nicht nur zusätzliche Lagerfläche für Unterhaltungsmedien, die Katzen können auch nicht von oben auf den Fernseher springen. Bitte? Unser Kabelmanagement ist scheiße? Du bist scheiße!

Fallobst im Treppenhaus

So einfach und doch so praktisch.

Und dann war da noch das Treppenhaus. Ihr kennt das ja sicherlich: Wir Menschen sind faule Säcke. Ja, theoretisch ist es nur eine Treppe nach unten in den Keller zum Werkzeug. Aber auf der Treppe ist so viel Platz, da kann man das wichtigste Werkzeug wie den Akkuschrauber oder ein paar Zangen doch auch lagern. Und genau das haben wir jetzt im Prinzip drei Jahre lang getan. Und ja, es war nicht nur eine massive Unfallgefahr, dem Werkzeug tat es ebenfalls nur bedingt gut von den Katzen in den Keller geschmissen zu werden. Aber in den Werkraum in besagten Keller räumen wollten wir es oben genanntem Grund halt auch nicht alles. Es musste eine Lösung her und die Lösung heißt in unserem Haushalt scheinbar „Ein Brett montieren“. Gilt das mittlerweile schon als Fetish?!

Naja, egal: Über der Treppe ins Obergeschoss war noch ein Plätzchen frei, wo ich mir nicht den Kopf anstoßen würde. Also ein Brett aus den Restbeständen im Keller gefischt, vier Winkel montiert und einen Rand aus einem Vierkantholz als Fallschutz draufgeleimt – fertig ist der DIY-Werkzeuglagerplatz an den nur noch ich dran komme, weil Lysanda zu klein ist. Manche Dinge sind so einfach aber genial :smile: .

Nun muss ich aber wieder runter in den Keller. Die nächste Charge Kork ist bereit zum Kleben. Genießt den Feiertag und wir lesen uns am Montag wieder!

Sicarius

Tagebuch eines Hausherrn #24

In einem Haus gibt es immer was zu tun. Das ist bekannt, nicht weiter verwunderlich und normalerweise planbar. Blöd sind eigentlich nur die Sachen, die einem dazwischenkommen. Aktuell scheint sich beispielsweise unsere Einbau-Kühl-/Gefrierkombination mit der Idee anzufreunden ins nächste Leben überzutreten. Ja, sie hat schon mindestens 10 Jahre auf dem Buckel (wurde höchstwahrscheinlich zusammen mit der Küche gekauft), da kann man sicherlich so langsam über das Auswechseln nachdenken. Aber sind natürlich trotzdem wieder 500-1000 Euro, die plötzlich fällig werden nur, weil eine Reparatur wie so oft in unserer heutigen Wegwerfgesellschaft wirtschaftlich keinen Sinn macht. Aber mal schauen. Noch gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass der Gefrierteil sich doch erneut fängt (ist letztes Jahr im heißen Sommer schonmal für einen Tag ausgestiegen). *drückt die Daumen*

Der Freizeitraum

DIY-Fensterbank

Eine halbwegs geplante Ausgabe war hingegen der Austausch des Kellerfensters im Freizeitraum. Das alte Holzteil aus den 60igern erfüllte vermutlich keine einzige der heutigen Anforderungen in Sachen „Wärmedämmung“ oder „Einbruchsicherheit“. Größtes Problem war aber, dass es sich nicht mehr zuverlässig auf- und wieder zumachen ließ – also doch in gewisser Art und Weise schon Einbruchssicher war :wink: . Und da wir sowieso dabei sind den Raum zu renovieren machte es logischerweise Sinn es gleich mitzumachen. Schließlich blöd, wenn nochmal Staub und Dreck produziert wird, wenn ansonsten bereits alles schön ist.

Also Anfang Dezember ein paar Angebote angefordert und Mitte Februar wurde das neue Kunststofffenster von Weru auch schon eingebaut. Genauere Details werde ich mir an dieser Stelle aus nachvollziehbaren Gründen sparen. Man möchte es gewissen Leuten ja nicht zu einfach machen :smile: . Aber ja, wir haben Handwerker beauftragt. So ein Fenster ist mir dann doch zu heikel, um es nur mit Hilfe von YouTube-Videos korrekt zu montieren. Ich habe zum Ausgleich die Tapete komplett entfernt. Fehlt „nur“ noch der Kellerflur mit seinen scheiß festgeklebten Raufasertapeten. Die Dinger gehen einfach nicht ab egal wie lange man sie einweicht…

Bei der Fensterbank haben wir es uns übrigens einfach gemacht. Es ist ja „nur“ ein Kellerraum. Entsprechend haben wir gestern ein Stück weißes Deckenpanel aus unserem Restposten hergenommen, zurechtgeschnitten und mit Montagekleber befestigt. Ob es wirklich hält wissen wir zum Verfassungszeitpunkt zwar noch nicht zu 100% aber wir sind guter Dinge. Wenn es klappt sind nur noch die Abstände mit Acryl zu füllen und fertig ist die DIY-Fensterbank.

Und so geht es nun da unten nach und nach jedes Wochenende ein bisschen weiter. Löcher an den Wänden flicken, Wände streichen, Korkboden verlegen, etc. pp. An sich nichts mehr besonderes für uns aber es braucht halt Zeit. Immerhin steht die geplante Inneneinrichtung schon im Keller verteilt herum nachdem uns die Nachbarschaft bei ihrem Auszug im Prinzip alles überlassen hat, was wir haben wollten. Ja, es lohnt sich noch einmal zu betonen wie wichtig ein gutes Verhältnis zu den angrenzenden Bewohnern ist.

Kalk!

Überall Kalkflecken!

Ein Thema, was uns Ende 2018 auch noch beschäftigt hat war der liebe Kalk. Mit ca. 17 °dH liegen wir hier im Härtebereich hart und das merkt man extrem. Nicht nur an den Kalkflecken, sondern an der Funktionsfähigkeit der Armaturen – vor allem deren Dichtringe. Die Handwerker haben den Badhahn fast abgerissen so viel Kraft mussten sie aufwenden, um ihn abzukriegen. Das Wasser hatte sich nämlich angefangen am Übergang Hahn und Befestigung durchzudrücken. Sprich die Armatur ist undicht geworden und das schon nach nicht einmal drei Jahren. Dichtungen getauscht (wieder 100 Euro…) und jetzt ist alles wieder gut. Aber natürlich ist das eine Sache, die uns potentiell auf Dauer beschäftigen wird. Zumindest erwarte ich nicht, dass das Wasser hier von heute auf morgen urplötzlich weicher wird. Und unsere Osmoseanlage steht halt nur in der Küche. Also musste eine andere Lösung her.

Das naheliegendste ist eine Entkalkungsanlage unten im Keller. Es gibt verschiedene Systeme die jeweils anderen Verfahrensweisen arbeiten (Ionenaustausch, elektromagnetisch, Umkehrosmose, etc.). Keine Ahnung welche tatsächlich die beste ist. Teilweise streitet man sich scheinbar sogar darüber, ob sie überhaupt funktionieren. Auf jeden Fall sind sie kostenintensiv. Sie verbrauchen mindestens Strom und zusätzliches Wasser, müssen regelmäßig gewartet werden und jeder, der im Baumarkt schon einmal den Haufen Salztabletten liegen sehen hat: Die sind für Entkalkungsanlagen. Also keine billige Sache so eine Anlage – sowohl in der Anschaffung als auch im Betrieb. Wie so oft muss man gegenrechnen: Die eigene Putzzeit wegen hartnäckiger Flecken, die Kosten für regelmäßiges Wechseln der Dichtungen oder gar Kompletttausch der Armaturen gegen die Betriebskosten einer Entkalkungsanlage.

Ihr ahnt es aber vermutlich bereits: Wie es sich scheinbar für unseren etwas „alternativeren“ Haushalt gehört, haben wir uns am Ende für etwas ganz anderes entschieden :smile: .

Sanfter Kalk

Der eingebaute Aquaspin (in der Mitte)

Unsere Osmoseanlage stammt von der Firma H.Preiss International und da die auch Entkalkungsanlagen im Angebot haben, hatten wir eine Anfrage nach einem Angebot auch dahin geschickt. Als der Vertreter vorbeikam (kannten wir bereits von der Osmoseanlage), hatte er jedoch was ganz anderes gegen unser Problem im Gepäck: den aquaSpin. Aufmerksame Leser werden jetzt feststellen: „Habt ihr so ein Ding nicht auch vor der Osmoseanlage?“ Und ja: Dieses erneut nicht ganz billige (aber völlig Wartungsfreie) Teil wird nach dem Grobfilter im Haus eingebaut und ist identisch zu dem vor der Osmoseanlage (nur etwas größer). Hätten wir damals gewusst, dass wir uns das auch fürs ganze Haus holen, hätten wir es logischerweise bei der Osmoseanlage nicht mitgekauft. Aber so ist es halt :smile: .

Der Sinn und Zweck ist entsprechend identisch: Die Spule im Inneren soll das Wasser wieder zurück in seinen Quellzustand versetzen d.h. es re-energetisieren und die mäandernde Führung drumherum verwirbelt das Wasser. Statt, dass es einfach durch die Rohrleitungen strömt, wirbelt es dadurch quasi hindurch. Beides soll dazu führen, dass der Kalk zwar nicht aus dem Wasser verschwindet, aber weicher und damit nicht mehr aggressiv wird. Außerdem soll die Verwirbelung dafür sorgen, dass die Rohre sich mit der Zeit selbst von festgesetztem Material reinigen, da es wie bei einem Fluss einen abtragenden Effekt hat.

Klingt nach viel Hokuspokus und aktuell kann ich noch nicht mit Sicherheit sagen, ob es wirklich was bringt oder wir einem teuren Quacksalber aufgesessen sind. Das wird die Zeit zeigen. Die ersten Erfahrungen sind aber tatsächlich, dass sich der Kalk einfacher wegwischen lässt und das Wasser anders (=besser) schmeckt.

Ein Pichu auf Lückensuche

Ein Pichu auf Lückensuche

Sehr geehrte Nutzerinnen und Nutzer,

Einen Monat ist es nun her, dass wir in den Wirkbetrieb unserer Hardware „Sicherer Katzengarten“ gestartet sind. Seitdem lief der Grundbetrieb auch ganz gut. Ein paar Sicherheitslücken wurden zwar von den probierfreudigen Anwendern unter ihnen gefunden. Diese haben wir jedoch durch zeitnahe Zwischenreleases hoffentlich nun erfolgreich gepatcht. Ein Problem sind noch die gemeldeten Buffer-Overflows, deren Ursache wir noch nicht mit Sicherheit identifizieren konnten wodurch eine Fehlerbehebung nur schleppend vorangeht. Und wie immer haben wir die Bereitschaft unserer Nutzer unterschätzt etwas Neues zu probieren. Anbei erhalten Sie detaillierte Informationen über den Hardwarestand, denn Transparenz ist uns ein hohes Gut!

Sicherheitslücken

An dieser Stelle einen besonderen Dank an unsere fleißigen Bug-Melder Maya und Pichu, die uns in den vergangenen Wochen mehrere hoch-kritische Sicherheitslücken gemeldet haben. Vor allem Pichu wird nicht müde auf Unzulänglichkeiten im Design hinzuweisen.

Maya war am ersten Tag direkt in der Lage über einen Terrassenpfosten auf das Hauptdach des Hauses zu gelangen. Nur über gutes Zureden und die Aussicht einen bislang unbekannten Teil des Hauses kennen zu lernen (Dachboden), ließ sie sich dazu überreden durch das Dachfenster wieder hinein in sichere Gefilde zu begeben. Die Lücke wurde anschließend mit einer Plexiglas-Platte oberhalb des Pfostens verschlossen. Weitere Tests von User Maya bestätigen uns, dass unser Code an dieser Stelle nun ausbruchssicher ist.

Während uns Userin Maya direkt zeigte, wo die Lücke war, ist User Pichu nicht so kommunikativ. Wir mussten stattdessen langwierige Überwachungsmaßnahmen einleiten und ihn in flagranti erwischen, bevor wir das Problem analysieren konnten. Die erste Lücke erkannten wir an der Garagenwand. Pichu schaffte es tatsächlich sich am Zaun festzuhalten und von dort direkt auf das Garagendach zu springen. Ein erster Hotfix mit einer zusätzlichen, kleinen Plexiglas-Platte brachte nicht die erwünschte Lösung, weshalb wir uns entschieden im relevanten Feld die vorhandene Platte gegen eine komplett neue auszutauschen mit einer Höhe von über einem Meter statt nur 50cm. Dieser Bugfix brachte auch die erhoffte Wirkung.

Eine Platte am Pfosten

User Pichu fand jedoch zügig eine weitere Lücke im System. So war es ihm möglich vom Terrassenabschluss direkt auf das Garagendach zu springen. Er nutzt dazu die Plexiglas-Platten über dem Gartentor als Sprunghilfe. Ein Hotfix ihn vom Springen abzuhalten, indem wir einen Joghurtdeckel als Hindernis auf der Platte befestigten, war nicht erfolgreich. Der erste Bugfix, das Installieren einer Plexiglas-Platte direkt in der Flugbahn, brachte nicht das gewünschte Ergebnis – im Gegenteil wurde diese durch die Sprungkraft des Anwenders völlig zerstört. Der zweite Bugfix – eine größere und dickere Platte an der gleichen Stelle – scheint nun aber Wirkung zu zeigen, denn der Anwender entschied sich nach einer weiteren Lücke Ausschau zu halten. Gefunden hat er sie tatsächlich wieder an der Garagenwand. Anstatt sich am Zaun festzuhalten, nutzte er nun die hervorstehenden Schraubenköpfe plus Krallen im Putz der Garagenwand, um weiterhin zu flüchten. Diese Lücke funktioniert allerdings nur bei trockenem Wetter. Wir haben dafür am Wochenende einen Hotfix eingespielt (eine Plexiglas-Platte quer oben am Garagendach) und müssen nun beobachten, ob dies das Problem behebt.

Wir halten Sie auf dem Laufenden und bitten Sie uns eventuell weitere Sicherheitslücken umgehend zu melden, denn Ihre Sicherheit ist unser höchstes Gut!

Schnittstelle

Wir möchten Sie noch einmal darauf hinweisen, dass wir bereits seit Jahren eine Schnittstelle zwischen Esszimmer und Terrasse anbieten. Um unbefugte Zugriffe zu unterbinden, ist diese mit einem Chipleser ausgestattet. Sie müssen also nur den Chip davorhalten und anschließend das Tor aufmachen. Dem IT-Department ist bewusst, dass es sich aufgrund des zweiten Tors um einen etwas dunklen Gang handelt und der Chipleser beim Erkennen eines gültigen Chips ein lautes „Klack“-Geräusch von sich gibt. Wir können Ihnen jedoch versichern, dass Ihnen beim Betreten und Verlassen nichts passieren wird und Sie stattdessen nach Freigabe in unserer Firewall auf diese Art und Weise jederzeit von draußen nach drinnen wechseln können. Eine Funktion, die bereits viele unserer Anwender zu schätzen wissen. Entsprechend würden wir Sie, Userin Maya, darum bitten endlich das Tutorial durchzuarbeiten und in Zukunft eine selbstständige Arbeitsweise an den Tag zu legen. Uns ist es aufgrund von Budgetbegrenzungen leider nicht möglich einen Terrassentüröffner-Posten auszuschreiben. Danke!

Katzenklos im Wohnzimmer

Im Zusammenhang mit der Schnittstelle ist uns außerdem zu Ohren gekommen, dass einige Anwender eine illegale Beschleunigungsfunktion einsetzen, um andere User zügiger durch die Katzenklappe zu schicken. Das IT-Department bittet darum davon abzusehen, den Anwendern auf den Hintern zu hauen, wenn sie gerade durch die Klappe nach draußen gehen wollen. Und das Schnuffeln an besagtem Hintern während sich ein Anwender in dieser hilflosen Position befindet wird von HR ebenso wenig gerne gesehen. Wir bitten um Beachtung, denn kollegiale Zusammenarbeit ist ein flüchtiges Gut!

Buffer-Overflow

Uns ist bewusst, dass vor allem den älteren Nutzern unter Ihnen es nicht gefällt Ihre bestehende Arbeitsweise zu ändern. Es wäre dennoch wünschenswert, wenn Sie davon absehen würden außerhalb der ausgewiesenen „Kackzonen“ Ihr Geschäft zu verrichten. Aufgrund von Wildpieslern mussten wir bereits ein paar Schuhe des Webmasters, eine Einkaufstasche und ein halbes Dutzend Kartons entsorgen sowie eine Jeanshose, eine weitere Einkaufstasche und eine Sporttasche waschen. Von den Kackhaufen und Pissflecken im Keller gar nicht erst zu reden.

Riesengroße Rohre

Als Zugeständnis des Unwillens speziell von User Balu sein Geschäft im Garten zu verrichten, haben wir mittlerweile vier Katzenklos aufgestellt (zwei im Kellerflur, zwei im Esszimmer). Wir weisen jedoch darauf hin, dass es sich hierbei nur um eine rein temporäre Lösung handelt. Unser Ziel ist es weiterhin die Katzenklos im Haus ganz abzuschaffen. Sie sollen Ihr Geschäft in den bereitgestellten Toiletten im Garten oder zumindest im Gras verrichten. Wir hoffen hier zeitnah eine gemeinschaftlich tragbare Lösung zu finden, denn ein geruchsneutrales Haus ist ein erstrebenswertes Gut!

Versionsvorschau

Zum Abschluss unseres heutigen Newsletters möchten wir Ihnen noch kurz einen Ausblick auf die kommenden Neuerungen in der Hardware „Sicherer Katzengarten“ geben: Vermutlich im Frühjahr werden die restlichen Abwasserrohre (DN250) am Zaun befestigt. Die Rohre liegen zwar bereits herum und ein Teilstück wurde testweise montiert. Zur Eingewöhnung unserer Nutzer wollen wir mit der endgültigen Befestigung aber noch ein wenig warten. Ziel dieser Maßnahme ist es Ihnen einen spielerischen Ausgleich zu bieten. So werden Sie sich gegenseitig durch die Rohre jagen, einfach nur so durch sie hindurchflitzen oder sich darin zur Ruhe legen können. Sie erhalten von uns selbstverständlich einen Hinweis, sobald der WBA-Termin feststeht, denn ein guter Informationsfluss ist ein nützliches Gut!

Mit freundlichen Grüßen

Ihr IT-Department

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