Sicarius

Tagebuch eines Hausherrn #25

Sieht doch schick aus!

Irgendwie sind wir aktuell ziemlich fleißig was die weitere Arbeit am Haus betrifft. Ob es am Frühling liegt? Vielleicht am Mondstand? An Katzen, die nach 19 Uhr nur noch wie bekloppt durch das Zimmer rasen? Möglich. Ist auch egal. Es ist auf jeden Fall mal wieder Zeit für einen Bericht.

Keller

Im Freizeitraum geht es gut und stetig voran. Ja man könnte sogar sagen, dass die eine Hälfte schon so gut wie fertig ist – aber dann würde man glaube ich ein wenig zu weit vorausgreifen :smile: . Die DIY-Fensterbank im Keller funktioniert auf jeden Fall einwandfrei und dank des Acryls sieht sie auch super aus. Als nächstes stand „Flicken“ auf der ToDo-Liste, denn die beiden Wände (die dritte ist mit einer Holzvertäfelung versehen) hatten mehr oder weniger stark unter dem Wasserschaden der Vorbesitzer gelitten. Aber wir sind ja mittlerweile absolute Profis im Umgang mit unserem Freund Knauf Rotband. Entsprechend war das mehr eine Fleißarbeit als eine Herausforderung.

Das galt ebenfalls für das Streichen wo ich weiterhin voll des Lobes für die Farben von Südwest bin. Ein Anstrich mit Euro Classic genügte auf der weißen Wand, um sie dicht mit Lachsfarbe (ja, die gleiche wie im Schlafzimmer – Resteverwertung ftw.!) einzupinseln. Und auf der zweiten Wand, die vermutlich vor Jahrzehnten mal rot gestrichen worden war, musste ich nach dem ersten Anstrich mit Weiß auch nur stellenweise eine zweite Schicht draufpacken. Ja, die Farben von Südwest sind nicht die billigsten aber dafür stimmt die Qualität.

Geiz ist okay

Die Anfänge des Korkbodens

Während wir bei der Farbe dick auftragen :tongue: sparen wir am Bodenbelag. Anders als im Schlafzimmer wo wir wirklich hochwertigen Klebekork von Wicanders an die Decke gepackt haben, haben wir uns für den Kellerboden für das Billigste vom Billigen entschieden. Und das sind unbehandelte, 4mm dicke und 30x30cm große Korkplatten aus dem Hornbach für 11,05€ pro m². Davon brauchen wir rein rechnerisch für den gesamten Raum um die 40 Päckchen, was eine Ausgabe von stolzen 400 Euro bedeutet. Hätten wir uns für den gleichen wie im Schlafzimmer entschieden, wäre der Preis locker 2-3mal so hoch. Und am Ende des Tages ist es halt doch nur ein Kellerraum in dem wir hauptsächlich Sport treiben ohne kalte Füße zu haben, ggf. mal ne Runde ausruhen und vielleicht einen Gast schlafen lassen wollen. Da reicht auch Baumarkt-Kork. Immerhin wird er zumindest aktuell noch mit Wicanders-Kleber festgemacht. Wir hatten noch einen halben Eimer vom Schlafzimmer übrig. Vielleicht reicht er ja für den gesamten Raum – aber vermutlich nicht.

Und das ist der Arbeitsstand im Keller. Boden einkleistern, Platten einkleistern, 2-3 Stunden warten und dann verlegen – Repeat until done. Die Hälfte haben wir schon. Danach müssen wir noch Leisten befestigen, weil die Wände mal wieder schief sind und wir den Kork entsprechend nicht bündig drankriegen. Aber DANN ist die Hälfte des Raumes fertig, wir können alles rüber räumen und in der anderen Hälfte des Raums die ganze Sache wiederholen. Ich halte euch auf dem Laufenden :wink: .

Erdgschoss

Doch nicht nur im Keller haben wir bauliche Aktivitäten unternommen. Auch im Erdgeschoss gab es ein bisschen was zu tun. Im Krankenhausbericht hatte ich es ja angedeutet, dass Maya eine wilde Hummel ist. Und da haben wir so langsam massive Angst um unseren Fernseher bekommen. Der stand nämlich bislang einfach auf einem Brett im Regal. Und während alle anderen Katzen vorbildlich den Weg über die Couch auf das Regal nehmen, ist unsere Maya der Meinung gewesen lieber ihre Sprungkraft zur Schau zu stellen. Sprich sie ist vom Regalbrett mit dem Fernseher drauf hoch auf das Regal gesprungen. Das hat logischerweise einiges an Kraft gekostet, die auf das Brett übertragen wurde. Außerdem war sie immer der Meinung hinter dem Fernseher wäre ein toller Spielplatz wo man hin- und herdüsen könnte.

Unsere Fernsehwand 2.0

Ja, mit 429 Euro war der Fernseher jetzt nicht der teuerste auf dem Markt. Aber man muss die Wegwerfgesellschaft ja nicht unnötig unterstützen. Also haben wir mehrere Maßnahmen ergriffen, um das Leben des Fernsehers und des Regals etwas zu verlängern: Nummer 1 war der Einbau einer Stütze für die unteren drei Bretter. Diese hingen bislang in der Mitte frei in der Luft (nur hinten an der Wand waren zwei Winkel. Jetzt haben sie vorne etwas mehr Stabilität durch den Kauf und Einbau eines Stück Vierkantholzes – in drei Teile zersägt und dann mit Winkeln an den Brettern befestigt.

An die Wand!

Nummer 2 war die Investition von 20 Euro in eine TV-Wandhalterung. Da beim Fernseher keine dabei war, hatten wir uns damals dafür entschieden ihn einfach hinzustellen. Die Anleitung für besagte Mounty TV-Wandhalterung ist zwar absolut nicht zu gebrauchen (vermutlich wieder von chinesischen Google-Übersetzern verfasst). Aber es ist alles an Zubehör dabei was benötigt wird (u.a. Schrauben für verschiedene Fernseher-Modelle) und so kompliziert ist es nun auch wieder nicht drei Schrauben in der Wand zu versenken und vier Schrauben im Fernseher. Ging also wunderbar von der Hand und ich kann mich nicht großartig über das Ding beschweren. Trotz des vergleichsweisen günstigen Preises fühlt sich alles gut verarbeitet an und es hälft Fernseher plus Katze aus. Mehr brauchen wir nicht.

Gut, ne Pivotfunktion wäre im Nachhinein betrachtet vielleicht noch etwas praktisch gewesen. Ja, mir ist bewusst, dass der Fernseher um ca. 1° nach rechts schief ist. Aber so ist das halt mit Löchern, Dübeln und Schrauben. Das ist trotz Wasserwaage keine exakte Wissenschaft. Hätte ich es nicht gesagt, wäre es euch aber vermutlich gar nicht aufgefallen :tongue: .

Zu guter Letzt haben wir über dem Fernseher noch ein weiteres Brett befestigt. Damit habe ich nun nicht nur zusätzliche Lagerfläche für Unterhaltungsmedien, die Katzen können auch nicht von oben auf den Fernseher springen. Bitte? Unser Kabelmanagement ist scheiße? Du bist scheiße!

Fallobst im Treppenhaus

So einfach und doch so praktisch.

Und dann war da noch das Treppenhaus. Ihr kennt das ja sicherlich: Wir Menschen sind faule Säcke. Ja, theoretisch ist es nur eine Treppe nach unten in den Keller zum Werkzeug. Aber auf der Treppe ist so viel Platz, da kann man das wichtigste Werkzeug wie den Akkuschrauber oder ein paar Zangen doch auch lagern. Und genau das haben wir jetzt im Prinzip drei Jahre lang getan. Und ja, es war nicht nur eine massive Unfallgefahr, dem Werkzeug tat es ebenfalls nur bedingt gut von den Katzen in den Keller geschmissen zu werden. Aber in den Werkraum in besagten Keller räumen wollten wir es oben genanntem Grund halt auch nicht alles. Es musste eine Lösung her und die Lösung heißt in unserem Haushalt scheinbar „Ein Brett montieren“. Gilt das mittlerweile schon als Fetish?!

Naja, egal: Über der Treppe ins Obergeschoss war noch ein Plätzchen frei, wo ich mir nicht den Kopf anstoßen würde. Also ein Brett aus den Restbeständen im Keller gefischt, vier Winkel montiert und einen Rand aus einem Vierkantholz als Fallschutz draufgeleimt – fertig ist der DIY-Werkzeuglagerplatz an den nur noch ich dran komme, weil Lysanda zu klein ist. Manche Dinge sind so einfach aber genial :smile: .

Nun muss ich aber wieder runter in den Keller. Die nächste Charge Kork ist bereit zum Kleben. Genießt den Feiertag und wir lesen uns am Montag wieder!

Sicarius

Tagebuch eines Hausherrn #24

In einem Haus gibt es immer was zu tun. Das ist bekannt, nicht weiter verwunderlich und normalerweise planbar. Blöd sind eigentlich nur die Sachen, die einem dazwischenkommen. Aktuell scheint sich beispielsweise unsere Einbau-Kühl-/Gefrierkombination mit der Idee anzufreunden ins nächste Leben überzutreten. Ja, sie hat schon mindestens 10 Jahre auf dem Buckel (wurde höchstwahrscheinlich zusammen mit der Küche gekauft), da kann man sicherlich so langsam über das Auswechseln nachdenken. Aber sind natürlich trotzdem wieder 500-1000 Euro, die plötzlich fällig werden nur, weil eine Reparatur wie so oft in unserer heutigen Wegwerfgesellschaft wirtschaftlich keinen Sinn macht. Aber mal schauen. Noch gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass der Gefrierteil sich doch erneut fängt (ist letztes Jahr im heißen Sommer schonmal für einen Tag ausgestiegen). *drückt die Daumen*

Der Freizeitraum

DIY-Fensterbank

Eine halbwegs geplante Ausgabe war hingegen der Austausch des Kellerfensters im Freizeitraum. Das alte Holzteil aus den 60igern erfüllte vermutlich keine einzige der heutigen Anforderungen in Sachen „Wärmedämmung“ oder „Einbruchsicherheit“. Größtes Problem war aber, dass es sich nicht mehr zuverlässig auf- und wieder zumachen ließ – also doch in gewisser Art und Weise schon Einbruchssicher war :wink: . Und da wir sowieso dabei sind den Raum zu renovieren machte es logischerweise Sinn es gleich mitzumachen. Schließlich blöd, wenn nochmal Staub und Dreck produziert wird, wenn ansonsten bereits alles schön ist.

Also Anfang Dezember ein paar Angebote angefordert und Mitte Februar wurde das neue Kunststofffenster von Weru auch schon eingebaut. Genauere Details werde ich mir an dieser Stelle aus nachvollziehbaren Gründen sparen. Man möchte es gewissen Leuten ja nicht zu einfach machen :smile: . Aber ja, wir haben Handwerker beauftragt. So ein Fenster ist mir dann doch zu heikel, um es nur mit Hilfe von YouTube-Videos korrekt zu montieren. Ich habe zum Ausgleich die Tapete komplett entfernt. Fehlt „nur“ noch der Kellerflur mit seinen scheiß festgeklebten Raufasertapeten. Die Dinger gehen einfach nicht ab egal wie lange man sie einweicht…

Bei der Fensterbank haben wir es uns übrigens einfach gemacht. Es ist ja „nur“ ein Kellerraum. Entsprechend haben wir gestern ein Stück weißes Deckenpanel aus unserem Restposten hergenommen, zurechtgeschnitten und mit Montagekleber befestigt. Ob es wirklich hält wissen wir zum Verfassungszeitpunkt zwar noch nicht zu 100% aber wir sind guter Dinge. Wenn es klappt sind nur noch die Abstände mit Acryl zu füllen und fertig ist die DIY-Fensterbank.

Und so geht es nun da unten nach und nach jedes Wochenende ein bisschen weiter. Löcher an den Wänden flicken, Wände streichen, Korkboden verlegen, etc. pp. An sich nichts mehr besonderes für uns aber es braucht halt Zeit. Immerhin steht die geplante Inneneinrichtung schon im Keller verteilt herum nachdem uns die Nachbarschaft bei ihrem Auszug im Prinzip alles überlassen hat, was wir haben wollten. Ja, es lohnt sich noch einmal zu betonen wie wichtig ein gutes Verhältnis zu den angrenzenden Bewohnern ist.

Kalk!

Überall Kalkflecken!

Ein Thema, was uns Ende 2018 auch noch beschäftigt hat war der liebe Kalk. Mit ca. 17 °dH liegen wir hier im Härtebereich hart und das merkt man extrem. Nicht nur an den Kalkflecken, sondern an der Funktionsfähigkeit der Armaturen – vor allem deren Dichtringe. Die Handwerker haben den Badhahn fast abgerissen so viel Kraft mussten sie aufwenden, um ihn abzukriegen. Das Wasser hatte sich nämlich angefangen am Übergang Hahn und Befestigung durchzudrücken. Sprich die Armatur ist undicht geworden und das schon nach nicht einmal drei Jahren. Dichtungen getauscht (wieder 100 Euro…) und jetzt ist alles wieder gut. Aber natürlich ist das eine Sache, die uns potentiell auf Dauer beschäftigen wird. Zumindest erwarte ich nicht, dass das Wasser hier von heute auf morgen urplötzlich weicher wird. Und unsere Osmoseanlage steht halt nur in der Küche. Also musste eine andere Lösung her.

Das naheliegendste ist eine Entkalkungsanlage unten im Keller. Es gibt verschiedene Systeme die jeweils anderen Verfahrensweisen arbeiten (Ionenaustausch, elektromagnetisch, Umkehrosmose, etc.). Keine Ahnung welche tatsächlich die beste ist. Teilweise streitet man sich scheinbar sogar darüber, ob sie überhaupt funktionieren. Auf jeden Fall sind sie kostenintensiv. Sie verbrauchen mindestens Strom und zusätzliches Wasser, müssen regelmäßig gewartet werden und jeder, der im Baumarkt schon einmal den Haufen Salztabletten liegen sehen hat: Die sind für Entkalkungsanlagen. Also keine billige Sache so eine Anlage – sowohl in der Anschaffung als auch im Betrieb. Wie so oft muss man gegenrechnen: Die eigene Putzzeit wegen hartnäckiger Flecken, die Kosten für regelmäßiges Wechseln der Dichtungen oder gar Kompletttausch der Armaturen gegen die Betriebskosten einer Entkalkungsanlage.

Ihr ahnt es aber vermutlich bereits: Wie es sich scheinbar für unseren etwas „alternativeren“ Haushalt gehört, haben wir uns am Ende für etwas ganz anderes entschieden :smile: .

Sanfter Kalk

Der eingebaute Aquaspin (in der Mitte)

Unsere Osmoseanlage stammt von der Firma H.Preiss International und da die auch Entkalkungsanlagen im Angebot haben, hatten wir eine Anfrage nach einem Angebot auch dahin geschickt. Als der Vertreter vorbeikam (kannten wir bereits von der Osmoseanlage), hatte er jedoch was ganz anderes gegen unser Problem im Gepäck: den aquaSpin. Aufmerksame Leser werden jetzt feststellen: „Habt ihr so ein Ding nicht auch vor der Osmoseanlage?“ Und ja: Dieses erneut nicht ganz billige (aber völlig Wartungsfreie) Teil wird nach dem Grobfilter im Haus eingebaut und ist identisch zu dem vor der Osmoseanlage (nur etwas größer). Hätten wir damals gewusst, dass wir uns das auch fürs ganze Haus holen, hätten wir es logischerweise bei der Osmoseanlage nicht mitgekauft. Aber so ist es halt :smile: .

Der Sinn und Zweck ist entsprechend identisch: Die Spule im Inneren soll das Wasser wieder zurück in seinen Quellzustand versetzen d.h. es re-energetisieren und die mäandernde Führung drumherum verwirbelt das Wasser. Statt, dass es einfach durch die Rohrleitungen strömt, wirbelt es dadurch quasi hindurch. Beides soll dazu führen, dass der Kalk zwar nicht aus dem Wasser verschwindet, aber weicher und damit nicht mehr aggressiv wird. Außerdem soll die Verwirbelung dafür sorgen, dass die Rohre sich mit der Zeit selbst von festgesetztem Material reinigen, da es wie bei einem Fluss einen abtragenden Effekt hat.

Klingt nach viel Hokuspokus und aktuell kann ich noch nicht mit Sicherheit sagen, ob es wirklich was bringt oder wir einem teuren Quacksalber aufgesessen sind. Das wird die Zeit zeigen. Die ersten Erfahrungen sind aber tatsächlich, dass sich der Kalk einfacher wegwischen lässt und das Wasser anders (=besser) schmeckt.

Ein Pichu auf Lückensuche

Ein Pichu auf Lückensuche

Sehr geehrte Nutzerinnen und Nutzer,

Einen Monat ist es nun her, dass wir in den Wirkbetrieb unserer Hardware „Sicherer Katzengarten“ gestartet sind. Seitdem lief der Grundbetrieb auch ganz gut. Ein paar Sicherheitslücken wurden zwar von den probierfreudigen Anwendern unter ihnen gefunden. Diese haben wir jedoch durch zeitnahe Zwischenreleases hoffentlich nun erfolgreich gepatcht. Ein Problem sind noch die gemeldeten Buffer-Overflows, deren Ursache wir noch nicht mit Sicherheit identifizieren konnten wodurch eine Fehlerbehebung nur schleppend vorangeht. Und wie immer haben wir die Bereitschaft unserer Nutzer unterschätzt etwas Neues zu probieren. Anbei erhalten Sie detaillierte Informationen über den Hardwarestand, denn Transparenz ist uns ein hohes Gut!

Sicherheitslücken

An dieser Stelle einen besonderen Dank an unsere fleißigen Bug-Melder Maya und Pichu, die uns in den vergangenen Wochen mehrere hoch-kritische Sicherheitslücken gemeldet haben. Vor allem Pichu wird nicht müde auf Unzulänglichkeiten im Design hinzuweisen.

Maya war am ersten Tag direkt in der Lage über einen Terrassenpfosten auf das Hauptdach des Hauses zu gelangen. Nur über gutes Zureden und die Aussicht einen bislang unbekannten Teil des Hauses kennen zu lernen (Dachboden), ließ sie sich dazu überreden durch das Dachfenster wieder hinein in sichere Gefilde zu begeben. Die Lücke wurde anschließend mit einer Plexiglas-Platte oberhalb des Pfostens verschlossen. Weitere Tests von User Maya bestätigen uns, dass unser Code an dieser Stelle nun ausbruchssicher ist.

Während uns Userin Maya direkt zeigte, wo die Lücke war, ist User Pichu nicht so kommunikativ. Wir mussten stattdessen langwierige Überwachungsmaßnahmen einleiten und ihn in flagranti erwischen, bevor wir das Problem analysieren konnten. Die erste Lücke erkannten wir an der Garagenwand. Pichu schaffte es tatsächlich sich am Zaun festzuhalten und von dort direkt auf das Garagendach zu springen. Ein erster Hotfix mit einer zusätzlichen, kleinen Plexiglas-Platte brachte nicht die erwünschte Lösung, weshalb wir uns entschieden im relevanten Feld die vorhandene Platte gegen eine komplett neue auszutauschen mit einer Höhe von über einem Meter statt nur 50cm. Dieser Bugfix brachte auch die erhoffte Wirkung.

Eine Platte am Pfosten

User Pichu fand jedoch zügig eine weitere Lücke im System. So war es ihm möglich vom Terrassenabschluss direkt auf das Garagendach zu springen. Er nutzt dazu die Plexiglas-Platten über dem Gartentor als Sprunghilfe. Ein Hotfix ihn vom Springen abzuhalten, indem wir einen Joghurtdeckel als Hindernis auf der Platte befestigten, war nicht erfolgreich. Der erste Bugfix, das Installieren einer Plexiglas-Platte direkt in der Flugbahn, brachte nicht das gewünschte Ergebnis – im Gegenteil wurde diese durch die Sprungkraft des Anwenders völlig zerstört. Der zweite Bugfix – eine größere und dickere Platte an der gleichen Stelle – scheint nun aber Wirkung zu zeigen, denn der Anwender entschied sich nach einer weiteren Lücke Ausschau zu halten. Gefunden hat er sie tatsächlich wieder an der Garagenwand. Anstatt sich am Zaun festzuhalten, nutzte er nun die hervorstehenden Schraubenköpfe plus Krallen im Putz der Garagenwand, um weiterhin zu flüchten. Diese Lücke funktioniert allerdings nur bei trockenem Wetter. Wir haben dafür am Wochenende einen Hotfix eingespielt (eine Plexiglas-Platte quer oben am Garagendach) und müssen nun beobachten, ob dies das Problem behebt.

Wir halten Sie auf dem Laufenden und bitten Sie uns eventuell weitere Sicherheitslücken umgehend zu melden, denn Ihre Sicherheit ist unser höchstes Gut!

Schnittstelle

Wir möchten Sie noch einmal darauf hinweisen, dass wir bereits seit Jahren eine Schnittstelle zwischen Esszimmer und Terrasse anbieten. Um unbefugte Zugriffe zu unterbinden, ist diese mit einem Chipleser ausgestattet. Sie müssen also nur den Chip davorhalten und anschließend das Tor aufmachen. Dem IT-Department ist bewusst, dass es sich aufgrund des zweiten Tors um einen etwas dunklen Gang handelt und der Chipleser beim Erkennen eines gültigen Chips ein lautes „Klack“-Geräusch von sich gibt. Wir können Ihnen jedoch versichern, dass Ihnen beim Betreten und Verlassen nichts passieren wird und Sie stattdessen nach Freigabe in unserer Firewall auf diese Art und Weise jederzeit von draußen nach drinnen wechseln können. Eine Funktion, die bereits viele unserer Anwender zu schätzen wissen. Entsprechend würden wir Sie, Userin Maya, darum bitten endlich das Tutorial durchzuarbeiten und in Zukunft eine selbstständige Arbeitsweise an den Tag zu legen. Uns ist es aufgrund von Budgetbegrenzungen leider nicht möglich einen Terrassentüröffner-Posten auszuschreiben. Danke!

Katzenklos im Wohnzimmer

Im Zusammenhang mit der Schnittstelle ist uns außerdem zu Ohren gekommen, dass einige Anwender eine illegale Beschleunigungsfunktion einsetzen, um andere User zügiger durch die Katzenklappe zu schicken. Das IT-Department bittet darum davon abzusehen, den Anwendern auf den Hintern zu hauen, wenn sie gerade durch die Klappe nach draußen gehen wollen. Und das Schnuffeln an besagtem Hintern während sich ein Anwender in dieser hilflosen Position befindet wird von HR ebenso wenig gerne gesehen. Wir bitten um Beachtung, denn kollegiale Zusammenarbeit ist ein flüchtiges Gut!

Buffer-Overflow

Uns ist bewusst, dass vor allem den älteren Nutzern unter Ihnen es nicht gefällt Ihre bestehende Arbeitsweise zu ändern. Es wäre dennoch wünschenswert, wenn Sie davon absehen würden außerhalb der ausgewiesenen „Kackzonen“ Ihr Geschäft zu verrichten. Aufgrund von Wildpieslern mussten wir bereits ein paar Schuhe des Webmasters, eine Einkaufstasche und ein halbes Dutzend Kartons entsorgen sowie eine Jeanshose, eine weitere Einkaufstasche und eine Sporttasche waschen. Von den Kackhaufen und Pissflecken im Keller gar nicht erst zu reden.

Riesengroße Rohre

Als Zugeständnis des Unwillens speziell von User Balu sein Geschäft im Garten zu verrichten, haben wir mittlerweile vier Katzenklos aufgestellt (zwei im Kellerflur, zwei im Esszimmer). Wir weisen jedoch darauf hin, dass es sich hierbei nur um eine rein temporäre Lösung handelt. Unser Ziel ist es weiterhin die Katzenklos im Haus ganz abzuschaffen. Sie sollen Ihr Geschäft in den bereitgestellten Toiletten im Garten oder zumindest im Gras verrichten. Wir hoffen hier zeitnah eine gemeinschaftlich tragbare Lösung zu finden, denn ein geruchsneutrales Haus ist ein erstrebenswertes Gut!

Versionsvorschau

Zum Abschluss unseres heutigen Newsletters möchten wir Ihnen noch kurz einen Ausblick auf die kommenden Neuerungen in der Hardware „Sicherer Katzengarten“ geben: Vermutlich im Frühjahr werden die restlichen Abwasserrohre (DN250) am Zaun befestigt. Die Rohre liegen zwar bereits herum und ein Teilstück wurde testweise montiert. Zur Eingewöhnung unserer Nutzer wollen wir mit der endgültigen Befestigung aber noch ein wenig warten. Ziel dieser Maßnahme ist es Ihnen einen spielerischen Ausgleich zu bieten. So werden Sie sich gegenseitig durch die Rohre jagen, einfach nur so durch sie hindurchflitzen oder sich darin zur Ruhe legen können. Sie erhalten von uns selbstverständlich einen Hinweis, sobald der WBA-Termin feststeht, denn ein guter Informationsfluss ist ein nützliches Gut!

Mit freundlichen Grüßen

Ihr IT-Department

Der aktuelle Gartenzustand

Herzlich Willkommen, liebe Webseitenbesucherinnen und Besucher!

Wir berichten heute live und in Farbe aus dem Garten von Casa Lysanda. Es erwarten Sie (unter Umständen) schockierende Augenzeugenberichte, (möglicherweise) mitreißende Geschichten und (vielleicht) emotionale Momente. Doch was ist hier geschehen? Nun, das können Sie in diesem Eintrag nachlesen. Seit unserem ersten Bericht wurde der Garten fertigstellt, der Natur freien Lauf gelassen und erste Zusatzmaßnahmen auf Basis von Ausbruchsversuchen ergriffen. Aber was erzähle ich Ihnen das, reden wir doch stattdessen direkt mit einem der Verantwortlichen. Ich begrüße den Webmaster, einer der Dosenöffner in der Casa Lysanda:

Namenloser Interviewer: Erzählen Sie unserem Publikum: Was hat sich in den letzten Wochen getan?

Der Webmaster: Nun, nachdem Hornbach endlich die DSM-Clips wieder auf Lager hatte, konnten wir zuallerst natürlich die letzten Plexiglasscheiben am Zaun befestigen. Stellte sich als schwieriger heraus, als wir gedacht hatten, da wir uns irgendwie total vermessen hatten. Und beim Kürzen mussten sich auch natürlich Risse bilden. Naja, wir haben nun das Beste draus gemacht und dann das Katzennetz montiert. Zusätzlich bekamen wir von einem Arbeitskollegen ein paar Baumstämme und haben sie um das Beet gelegt sowie wie geplant ein Kunststoffseil um einen der Terrassenpfosten gewickelt. Fand Pichu sofort super und hat darüber erfolglos versucht auf das Terrassendach zu klettern – was ihm aber nicht gelang. Zusätzlich zum Traktorreifen gibt es zudem nun einen mit Steinen abgegrenzten Bereich mit einem Torf-Humus-Rindenmulch-Mix zum Reinkacken. Wurde bereits erfolgreich angenommen, wenn ich mir so die Kackhaufen anschaue.

Namenloser Interviewer: Klingt nach viel Arbeit für so ein paar Katzen. Aber jetzt sind sie endlich fertig?

Der Webmaster: Nein, komplett dicht scheint der Garten trotzdem noch nicht zu sein. Wir haben zwar die ersten Schlupflöcher gestopft indem wir zusätzliche Plexiglasscheiben an das Gartentor sowie besagten Terrassenpfosten montiert haben. Zumindest Pichu haben wir aber am Wochenende dabei erwischt, wie er über das Garagendach wieder in den Garten gesprungen ist. Wie er rauskam sind wir uns aber noch nicht sicher. Es bleibt also spannend. Aber besser er als z.B. die noch unerfahrene Maya.

Namenloser Interviewer: Und wie haben die Katzen auf diese Neuerung reagiert?

Der Webmaster: Das sollten Sie sie wohl besser selbst fragen.

Maya auf Erkundungstour

Namenloser Interviewer: Da haben Sie wohl recht. Wie gut, dass die fünf unserem Sender Exklusivrechte eingeräumt haben und wir sie hier und jetzt interviewen dürfen. Auf meinem Gesicht liegt Maya und versucht sich die ganze Zeit an mich zu kuscheln. Wie findest du den neuen Garten?

Maya: Neu? Keine Ahnung wovon Sie reden aber ich darf endlich raus! Nicht mehr muss ich nur dabei zuschauen wie die Jungs durch eine durchsichtige Klappe in der Wand verschwinden. Oder durch das Fenster mit ansehen wie das grüne Zeugs wächst und ab und zu einen Windhauch erschnüffeln, der mir von unbekannten Sachen erzählt. Nein, wenn jemand von den Dosenöffnern so nett ist und die Terrassentür öffnet, kann ich endlich da raus und die Welt erkunden und das macht echt viel Spaß!

Namenloser Interviewer: Warum durch die Terrassentür? Haben dich die Dosenöffner nicht in der Katzenklappe registriert?

Maya: Was ist eine Katzenklappe? Lysanda hat mir ein paar Mal diese durchsichtige Tür in der Wand geöffnet. Meinen Sie das? Kann ich da auch alleine durch? Versteh ich nicht. Erscheint mir zu gruselig. Naja, egal. Auf jeden Fall bin ich bei meiner ersten Tour auch gleich hoch hinaus. Ich bin über den Kratzbaum hoch auf das Terrassendach und dann auf das Hausdach. Ein bisschen Angst hatte ich schon und der Untergrund war etwas steil und rutschig aber da oben war es echt cool. So viele Gerüche und man konnte so weit sehen. Der große Dosi hat dann ein Dachfenster geöffnet und ich war so doof da rein zu gehen. War zwar ein Raum, den ich vorher noch nie gesehen hatte aber jetzt komme ich nicht mehr auf das Hausdach, Die haben so eine blöde Scheibe am Pfosten befestigt, an der ich nicht vorbeikomme. Das ist echt doof und frustrierend! Ich will da wieder hoch und noch mehr von der Welt erkunden. *hatschi*

Namenloser Interviewer: Iiiih…ähhh Gesundheit. Ich sehe gerade, dass ein schwarzes U-Boot um meine Beine schleicht und um Aufmerksamkeit buhlt. Was hast du zum Thema zu sagen, Jules?

Jules & Pichu kabbeln sich

Jules: Ich kann damit leben. Ja, ich wäre schon lieber draußen. Ich finde es z.B. schade, dass ich mich nicht mehr in die Einfahrt legen und sonnen kann. Oder hinter dem alten und nicht mehr vorhandenen Sichtschutz im Schatten liegen darf. Aber es gibt auch so noch viele schöne Plätze zum ausruhen und rumtoben. Solange mein Bro Pichu bei mir ist und ich mit ihm balgen kann bin ich sowieso glücklich. Blöd ist nur, dass ich dem riesigen Ding namens Balu nicht mehr entfliehen kann. Der scheucht mich durch den ganzen Garten, wenn er mal wieder seine fünf Minuten hat. Das ist echt unheimlich und furchteinflößend. Der wird mich bestimmt irgendwann doch mal fressen. Und jetzt knuddel mich endlich, mir ist langweilig!

Namenloser Interviewer: Ich kann jetzt nicht. Zum einen habe ich Maya immer noch im Gesicht und zum anderen sehe ich aus dem Augenwinkel Lyssi aus dem Spieltunnel hervorlugen. Lyssi, haben Sie sich gut von Ihrem Unfall erholt?

Lyssi: Ja, mir geht es wieder gut. Werde ich nie wieder machen so eine Dummheit.

Namenloser Interviewer: Das freut mich zu hören. Angeblich war Ihr Unfall ja ein Grund für die neue Gartengestaltung. Wie finden Sie das?

Lyssi: Wissen Sie, es ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite bin ich überglücklich, dass ich nach fünf Monaten Hausarrest endlich wieder hinaus an die frische Luft darf. War echt anstrengend jeden Tag die Dosenöffner davon zu überzeugen das Schlafzimmerfenster zumindest zu kippen, damit ich Zeitung lesen konnte. Die Stippvisiten im Garten sind da einfach was ganz anderes. Außerdem macht es Spaß mit Pichu und Jules durch das hohe Gras zu flitzen oder im Spieltunnel verstecken zu spielen. Hätte nicht gedacht, dass das Ding etwas taugt als er noch im Haus rumlag. Auf der anderen Seite belastet es mich natürlich schon etwas zu wissen, dass ich mit ein Auslöser dafür war, dass die anderen nun nicht mehr hinaus in die weite Welt…ach, das glaubt mir doch eh keiner. Es ist mir völlig egal, was die anderen für Probleme haben. Hauptsache ich kann endlich wieder raus! Freiheit für Lyssi!

Namenloser Interviewer: Na dann. Maya, jetzt doch mal von mir runter!

Lyssi glücklich im Garten

Maya: Aber Intensivknuddeln! *hatschi*

Namenloser Interviewer: Igitt! Voll in die Haare. *verscheucht Maya und putzt sich mit einem Taschentuch* Wann wird die endlich gesund?! Naja, da drüben liegt Pichu auf einem Gartenstuhl. Pichu, wie gefällt Ihnen der neue Garten?

Pichu: Ehrlich gesagt verstehe ich den ganzen Aufstand nicht. Ich finde es zwar schön zu klettern, aber warum die Dosenöffner mir unbedingt das rein- und rauskommen erschweren mussten? Keine Ahnung. Abseits davon merke ich nicht viel Unterschied. Ja, Balu der alte Streuner ist gefühlt mehr da als früher und meine Sis Lyssi darf endlich wieder raus. Aber ich gehe weiterhin nachts auf Tour und bringe Mäuse mit nach Hause. Insofern passt das für mich schon alles.

Namenloser Interviewer: Eine überraschend positive Einschätzung. Haben Sie keine Angst, dass Ihnen die Fluchtwege abgeschnitten werden?

Pichu: Fluchtwege? Abschneiden? Warum sollten die Dosenöffner sowas tun? Ich habe mich bislang weder einsperren lassen noch war ich nicht pünktlich Zuhause. Also erzählen Sie nicht so einen Schmarrn und geben mir stattdessen ein paar Leckerlis.

Namenloser Interviewer: Mmmh. Da hat wohl jemand noch nicht den Ernst der Lage begriffen. Wie schaut es bei dir aus, Balu?

Balu denkt über das Leben nach.

Balu: Was ein Scheiß! Ich bin anständig und kacke ich nicht in mein eigenes Revier. Deshalb habe ich denen auch aus Frust in den Kellerflur gemacht, da bin ich sonst ja nie. Außerdem brauche ich als alter Schrebergartenkater meine Freiheit. Ich muss hinaus, mein Revier verteidigen und meine andere Familie besuchen. Die vermissen mich wahrscheinlich schon. Gott, da kriege ich schon wieder so eine Wut, dass ich Jules am liebsten eine überbügeln möchte. Warum werde ich, die vorbildlichste Katze überhaupt so bestraft?! Die Welt ist ungerecht!

Namenloser Interviewer: Du bist also mit der Situation unzufrieden?

Balu: Haben Sie mir gerade nicht zugehört? Das ist vollkommen bekloppt! Mir ist langweilig, ich will raus hier! *haut Jules*

*Jules rast durch den Garten und Balu rennt ihm hinterher*

Namenloser Interviewer: Da haben Sie es meine Damen und Herren. Live und exklusiv nur bei uns die harten und echten Fakten aus dem Garten von Casa Lysanda. Wir danken, dass sie eingeschaltet haben und verabschieden uns bis zum nächsten Mal. Haben Sie noch ein Wort um Abschluss für uns, Herr Nachbarshund?

Buddy: Ich mag Katzen. Katzen sind cool! Endlich kann ich den ganzen Tag mehr Katzen sehen *kläff* Kommt zu mir Katzies! Ich möchte mich euch spielen! *kläff*

*Alle Katzen rennen auf die Terrasse oder ins Haus*

Sicarius

Tagebuch eines Hausherrn #23

Maya ist noch eine Hauskatze

Ich bin ja durchaus dafür, dass (kastrierte) Katzen ihr natürliches Bedürfnis auf Freiheit ausleben können. Klar, an einer Hauptverkehrsader würde ich sie ebenfalls zu ihrer Sicherheit zu Wohnungskatzen deklarieren. Aber in ruhigeren/ländlicheren Bereichen spricht normalerweise nichts dagegen. Selbst ein Nachbar darf sich rechtlich gesehen erst ab drei freilaufenden Katzen pro Haushalt beschweren. Es ist auch jahrelang nichts passiert, egal wie langsam Kessy über die Hauptstraße stolzierte: Sie kam immer wieder heim.

Ja, Nica war tatsächlich meine allererste überfahrene Katze. Kurz darauf sammelte Lysanda dann eine fremde tote Katze von der Straße ein. Der Besitzer konnte über Facebook schnell gefunden werden. Und so traurig das auch war (und ist): Die Freiheit der Katzen war mir weiterhin wichtiger als meine eigenen Gefühle („warum ist Balu noch nicht da?!“). Bei Lysanda sah‘ das schon anders aus und als uns dann Lyssi einige Tage große Sorgen bereitet hat (und rund 1.350 Euro kostete), kam bei ihr der Wunsch auf unseren Garten katzensicher zu gestalten. Weitere Gründe waren bei uns, dass zumindest Balu sich gefühlt eine zweite Heimat (=Fremdfressen) bei jemand anderes aufbaut (wie zu seinen Schrebergartenzeiten) sowie seine Allergie gegen irgendeine Pflanze oder Pestizid auf einem der umliegenden Äcker. Wir wollen ihn ja nicht jedes Jahr mit Kortison vollpumpen. Außerdem haben sowohl Nica als auch Lyssi schon mehrere Tage unfreiwillig eingeschlossen in anderen Häusern/Kellern verbracht. Immer wieder liest man außerdem von Katzenhassern (oder Hundehassern), die Gift auslegen oder von erschossenen Katzen. Keine rosigen Aussichten quasi.

Die Grundlage

Der fertige Zaun

Anfangs war ich trotzdem noch dagegen, eben weil aus meiner Sicht ein Freigänger seinen großen Auslauf haben sollte. Aber natürlich mache ich mir wie geschrieben ebenfalls Sorgen, wenn z.B. Balu morgens nicht da ist. Mein Widerstand hat entsprechend nicht lange gehalten und wir haben einen Gartenbauer damit beauftragt einen 1,8m hohen Doppelstabmattenzaun (Maschenweite 50x200mm, damit keine Katze durchkommt) zu errichten. Ja, theoretisch hätten wir das bestimmt selbst irgendwie hinbekommen aber in dem Fall war es uns die rund 1.500 Euro (Netto-Arbeitslohn) wert. Zum einen haben wir noch nie einen Zaun gebaut und zum anderen hätte es vermutlich einige Monate gedauert statt nur einen Tag ohne irgendeine Garantie, dass das Ergebnis tatsächlich gerade wäre und anständig aussehen würde. Vom zusätzlichen Werkzeug, dass wir uns erst noch hätten kaufen müssen, mal ganz abgesehen. Außerdem ist man nicht verpflichtet alles selbst zu machen. Schon ein wenig bekloppt, dass man sich heutzutage je nach Umfeld dafür entschuldigen muss einen Handwerker zu rufen.

Beauftragt hatten wir den Zaun schon Ende Mai aber gebaut wurde er erst Anfang September, denn Handwerker sind bekanntlich aktuell extrem gut ausgelastet. Mit Material (insgesamt 8 Matten, 8 Pfosten, ein Tor sowie eine Reihe Rasenkantenstein, damit sie nicht zum Nachbarn buddeln können) hat der Zaun gut 4.000 Euro (brutto) gekostet. Durchaus eine stattliche Summe, nur um Katzen einzusperren. Aber damit war es freilich noch nicht getan, denn so ein Doppelstabmattenzaun hält keine Katze auf – die klettert da einfach drüber, wie uns Jules direkt am ersten Abend gezeigt hat. Nein, der Zaun bildete nur die Grundlage unseres Vorhabens.

Der Eigenanteil

Die ersten beiden Plexiglasscheiben am Zaun

Den zweiten Teil des Projekts „katzensicherer Garten“ haben wir dann selbst in die Hand genommen. Wir sind aufgrund von Materialmangel auch zum Verfassungszeitpunkt noch nicht ganz fertig. Aber erzählen kann ich es euch trotzdem schon. Und zwar gibt es verschiedene Möglichkeiten seine Vierbeiner daran zu hindern über den Zaun zu kraxeln. Einige Leute setzen z.B. auf Strom – ähnlich eines Schaf- oder Pferdezauns. Das wollte ich aber nicht, weil ich es zum einen nicht gut finde Tieren Stromschläge zu versetzen (egal wie klein sie ausfallen) und zum anderen, hatte ich bedenken, dass dann eine unserer Katzen vielleicht vor Schreck vom Zaun fällt und sich weh tut. Deshalb haben wir uns für die Variante mit Plexiglasscheiben entschieden. Auch wieder nicht ganz billig mit gut 500 Euro für 10 Plexiglas XT Transparent-Scheiben (gekauft bei Plattenzuschnitt24) aber es soll ja halbwegs gut aussehen und vor allem lange halten.

Die Platten sind 3mm dick, 50cm hoch und jeweils so breit wie ein Zaunfeld (gut ausmessen!). Die Idee ist, dass sie 20cm über den Zaun hinausragen sowie 30cm den Zaun überlappen. So kommt die Katze nicht hoch genug, um aus dieser Position drüber zu springen. Testen konnten wir es logischerweise noch nicht, da uns aktuell die Befestigungen für drei Platten fehlen, aber Pichu hat schon sehr misstrauisch hochgeschaut und es zumindest nicht versucht hoch zu springen. Ein Thema für lange Diskussion war die Befestigungsart. Andere Katzenfreunde haben es z.B. mit dutzenden Kabelbindern gemacht. Aber die sind natürlich nur bedingt außen geeignet und müssen regelmäßig ersetzt werden. Außerdem sieht es aus meiner Sicht schon recht doof aus. Mein Vater hatte die Idee U-Schienen am Zaun zu befestigen und dann die Scheiben quasi rein zu schieben. Aber das klang noch nicht so ganz durchdacht.

Je nach Sonnenstand ist das Plexiglas nicht zu sehen

Am Ende stieß Lysanda zufällig auf ein relativ neues Produkt auf dem Markt: Doppelstabmatten-Clips. Die Dinger sind so einfach wie genial. Zwischen den Doppelstab einklemmen und sie sitzen bombenfest. Dann einfach an den notwendigen Stellen Löcher in die Scheibe bohren und festschrauben (6er Schrauben mit Unterlegscheiben und selbstsichernden Muttern). Theoretisch könnte man mit nur zwei davon eine Plexiglasscheibe 2,5×0,5m am Zaun befestigen. Aber wir haben festgestellt, dass dann noch sehr viel Bewegung möglich ist. Bei Wind hätte sie nicht nur relativ laut geklappert, es bestand auch die Gefahr, dass sie dann doch mal nachgibt und zerbricht. Deswegen haben wir uns jetzt dazu entschieden für die ganz großen 8 Clips auf zwei Stabreihen verteilt (also 20cm auseinander) zu verwenden und dann je nach Größe zu reduzieren. Erhöht natürlich die Kosten (wir werden insgesamt 56 DSM-Clips brauchen) aber immer noch günstiger als nach jedem Sturm alle Scheiben erneuern zu müssen. Für die Felder, die direkt an einer Wand enden, haben wir zusätzlich Glasklemmhalter für 3mm-Platten montiert.

„Hab‘ ich noch nie gesehen!“

Die DSM-Clips zu bekommen war keine einfache Sache. Online haben wir zuerst nur einen Shop gefunden aber da wir nicht wussten, ob sie wirklich unseren Zwecken genügen, wollten wir sie lieber aus einem Baumarkt in der Umgebung holen (einfacher zurück zu geben). Laut Hersteller sollte Hornbach sie als einziger haben, aber online waren sie auf der deutschen Seite (nur Schweiz und Österreich) nicht zu finden – selbst mit der Hornbach-internen Artikelnummer, die ich dann vom Hersteller bekommen habe. Auch im Markt selbst waren wir am Anfang nicht erfolgreich, woran ich aber unmotivierten Mitarbeitern definitiv eine Mitschuld gebe (wie wäre es mal im System zu schauen statt nur „Kenn‘ ich ned! Lass mich in Ruh'“ zu signalisieren?). Aber selbst mit Artikelnummer bekamen wir nur die Info, dass theoretisch 12 Päckchen mit je 4 Stück in der Gartenabteilung sein müssten. Gefunden haben sie weder wir, noch die Mitarbeiter. Am Ende haben wir uns welche bestellen lassen. Als wir die dann abgeholt haben, sind wir spaßeshalber nochmal in die Gartenabteilung und siehe da: Plötzlich gab es bei den Doppelstabmattenzäune ein neues Fach mit den DSM-Clips.

Online kann man sie zwar immer noch nicht kaufen aber immerhin war es ein Fortschritt. Leider hatten sie nicht genug (wir brauchen immer noch 3 Päckchen), weshalb wir erneut bestellen mussten und nun auf die Lieferung warten. Aber die Chancen stehen extrem gut, dass wir kommendes Wochenende die letzten drei Platten montiert bekommen. Einen Vorteil hatte die Odyssey übrigens: In der Zwischenzeit hatte Lysanda festgestellt, dass es online gleiche Clips für die Hälfte des Preises gibt und Hornbach wirbt bekanntlich mit einer Tiefpreisgarantie. Entsprechend haben wir so einen ganz schönen Batzen Geld gespart.

Weiteres ToDo

Jules ist schon ganz verzweifelt

Für das größte Loch an der Terrassenseite haben wir uns gegen Plexiglas entschieden. Die Platte wäre sehr groß (teuer) oder zweigeteilt und schwierig zu befestigen gewesen. Außerdem hätten die Katzen dann ggf. nicht mehr auf der Fensterbank „chillen“ können. Deswegen werden wir neben den letzten drei Scheiben auch noch ein drahtverstärktes Katzennetz (da können sich die Katzen nicht durchbeißen) befestigen. Dieses ist zudem sehr flexibel bei der Montage. Damit wären dann alle uns derzeit bekannten Fluchtmöglichkeiten geschlossen. Anschließend werden wir sehen wie Balu, Pichu und Jules reagieren. Bevor wir die Mädels rauslassen, wollen wir schließlich sicherstellen, dass nicht doch noch irgendwo ein Schlupfloch ist. Wir sind gespannt ob sie was finden und vor allem wie sich dann die Gruppendynamik verändern wird, wenn sie den ganzen Tag aufeinander hocken müssen.

Gleichzeitig sind wir dabei den Garten katzenfreundlich herzurichten. Ein Katzenklo haben wir bereits mit Hilfe eines alten Traktorreifens gebaut (will die „Scheiße“ endlich aus dem Haus haben) und auch ein Rascheltunnel ist windfest montiert und von den Katzen als „nutzbar“ identifiziert worden. Jetzt fehlen nur noch ein Baumstamm sowie etwas Kunststoffseil um einen Pfosten herum, damit sie ordentlich kratzen können. Sie werden euch vermutlich beizeiten berichten, wie ihre Sicht auf diese Veränderung ist.

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