Sicarius

Tagebuch eines Hausherrn #56

“Kaum ist die Garantie rum, schon gehen die Sachen kaputt!” heißt es gerne. Könnte ich entsprechend jetzt sagen: “Kaum ist das Haus abbezahlt, schon geht alles kaputt!? Vermutlich nicht. Aber die letzte Woche war schon irgendwie verdächtig.

Angefangen hat es, da bin ich mir sicher, mit einem Longdrinkglas. Das habe ich letzte Woche völlig unschuldig und nichtsahnend gespült, als es mir aus der Hand flutschte, dabei umkippte und auf einen Teller in der Spüle knallte. Der Teller hat überlebt. Das Longdrinkglas nicht. Ärgerlich, aber kann ja mal vorkommen. Aber es war offensichtlich ein schlechtes Omen. Es hatte scheinbar nicht ausgereicht das Weihwasser im Haus zu versprühen – ich hätte auch noch eine Runde räuchern sollen.

Der auslösende Moment

Kaputt

Vergangenen Freitag kam Lysanda ins Arbeitszimmer und fragte, ob ich das Geräusch auch hören würde. Ich verneinte, sie lauschte nochmal etwas und stellte fest, dass es von draußen kam. Wir stuften es also als uninteressant ein und gingen weiter unserem Tagewerk nach. Einige Stunden später saß ich dann neben ihr an ihrem Arbeitsplatz und nahm ein rauschendes Geräusch wahr. Lysanda meinte „das kommt von draußen”, aber mir kam das irgendwie komisch vor. Ich bin also zur Haustür und ja: Das Geräusch kam tatsächlich von draußen. Und zwar von unserem Außenwasserhahn, der fleißig Wasser an die Hauswand spritzte. Der mit ihm verbundene Gartenschlauch war geplatzt und jetzt lief vermutlich seit Stunden das Wasser fleißig in die Ecke zwischen Treppe und Wand.

Fluchend stellte ich erstmal das Wasser ab, das sich bereits gut unter den Mülltonnen verteilt hatte. Dann fiel mir das Loch auf, das sich an der Hauswand gebildet hatte und in dem viel des Wassers verschwunden war. Ihr könnt euch denken, dass mich dieser Anblick nicht gerade begeisterte. Zuerst holte ich mir eine Schaufel Erde, um sie in besagtes Loch zu kippen. Lysanda war zwischenzeitlich an die Haustür gekommen und fragte, warum ich nicht wiederkomme, damit wir weiterarbeiten konnten. Meine Prioritäten lagen logischerweise aber grad woanders.

Soll das so sein?

Schon nicht mehr ganz so feucht.

Nachdem ich das Loch verschlossen hatte, stürmte ich in den Keller. Der Außenwasserhahn kommt direkt aus dem Heizungskeller. Ich öffnete die schwere Feuerschutztür und ja, es war wie vermutet: Der Raum stand größtenteils unter Wasser. Ich weiß immer noch nicht, wo es eigentlich reingekommen ist. Ja, die Wand war vor allem unten am Sockel sehr nass. Aber es wirkte eher so, als würde das Wasser nach oben ziehen als von dort kommen. Zumindest bildeten sich während ich mit dem Waschsauger die Wasserlache nach und nach entfernte weitere feuchte Bereiche an der Wand. Unter anderem wurde auch der Beton rund um das Abwasserrohr sichtlich dunkler.

Aber gut: Alles in allem hatten wir Glück im Unglück. Da unsere Einfahrt nicht gepflastert ist, konnte das Wasser größtenteils im Boden versickern und obwohl es schon ein paar Stunden floss, haben wir es doch noch rechtzeitig bemerkt, bevor es den Kellerraum verlassen konnte. Und die aktuellen Temperaturen sind ebenfalls perfekt dafür, dass die Hauswand jetzt wieder zügig trocken wird. Ich rechne entsprechend nicht mit bleibenden Schäden an der Bausubstanz. Ich hab‘ dann bis abends die Tür offen- und die beiden Entfeuchter laufen gelassen. Ende gut, alles gut – dachte ich zumindest zu diesem Zeitpunkt.

Ein neuer Ton

Das Wasser, das ich mit dem Waschsauger samt dem ganzen Dreck aus dem Heizungsraum aufgesaugt hatte, kippte ich der Einfachheit halber ins Kellerklo. Das Kellerklo mit der Hebeanlage dran, die im Inneren ein Schneidwerk zum Zerkleinern hat. Ihr könnt euch vermutlich denken, was jetzt kommt: Sie fing plötzlich an beim Wasserabpumpen sehr fragwürdige Geräusche zu machen. Mir war in dem Sinne sofort klar, was grundsätzlich los ist: Der Dreck vom Heizungskellerboden hat der Anlage nicht gutgetan.

Der freigelegte Motorblock

Also hieß es am Samstag für Lysanda und mich: Reparatureinsatz! Erst den Wasserschlauch abgeschnitten und den Adapter wieder drangebaut. Dann in den Keller zur Kleinhebeanlage. Dabei handelt es sich formal um eine Optiline Kleinhebeanlage Abwasser. Bei genauerer Betrachtung stellten wir dann aber fest, dass es tatsächlich eine DAB GENIX 130 ist, die von Richter+Frentzel einfach mit einem anderen Aufkleber versehen wurde. Kein Wunder, dass wir zur Optiline absolut nichts im Internet gefunden hatten. Und ja, die physische Anleitung war ebenfalls überhaupt nicht zu gebrauchen.

Ich hatte mir auf YouTube aber schon ein Video angeschaut, welches anhand einer Animation zumindest grob zeigte wie sie auseinander geht. Doch irgendwie wollte der Motorblock einfach nicht aus dem Gehäuse raus. Ich hab‘ dann noch die zwei Schrauben gelöst, die ich sehen konnte. Aber das half ebenfalls nicht. Es fühlte sich weiter bombenfest an. Währenddessen suchte Lysanda nach weiteren Informationen und hat dieses Video von Wasserpumpe.de gefunden, wo tatsächlich jemand real das Ding auseinanderbaut. Und ja: Die zwei Schrauben, die ich mühselig rausgedreht hatte, hätte ich nicht lösen müssen. Stattdessen war schlicht und einfach mehr Kraft nötig, um den Motor aus dem Gehäuse rauszuholen.

Das Problem

Der Anblick, der sich mir nun bot, zeigte zum einen, dass in der Hebeanlage ganz schön viel Dreck war. Zum anderen war die Pumpe/das Schneidwerkzeug gut mit Urinstein besetzt. Kein Wunder: Ich hatte sie seit dem Einbau im Februar 2024 noch kein einziges Mal gereinigt. Zwar ist die Anlage wartungsarm – aber eben nicht wartungsfrei. Ich sah aber auch den eigentlichen Auslöser für die komischen Geräusche: Ein kleiner Kabelbinder mit Metallseele hatte sich reingefressen, der vermutlich auf dem Heizungskellerboden lag. Außerdem ein dickes weißes Plastikstück.

Appetitlich

Ich nahm mir also einen Eimer, füllte ihn ein paar Zentimeter mit Essigessenz und Wasser auf und setzte den Motorblock rein. Für die Hebeanlage selbst kam wieder der Waschsauger zum Einsatz, den ich nun logischerweise nicht im Kellerklo ausgoss. Ein paar Stunden und ein paar Einsätze mit Bürste und Messer später, glänzte das metallische Schneidwerk zwar nur punktuell wieder. Aber der Großteil der Verschmutzung war beseitigt. Also zusammengesetzt und voilá: Schnurrt wieder wie eine Katze.

Epilog

Was lernen wir also aus der ganzen Sache? Selbstverständlich, dass zerbrochenes Glas Unglück bringt. Was denn sonst? Ach und vielleicht, dass man komischen Geräuschen besser genauer nachgeht statt sie einfach nur den Nachbarn in die Schuhe zu schieben. Es empfiehlt sich sicherlich auch einfach das Wasser abzustellen, wenn man es nicht braucht, statt den ganzen Tag (und die ganze Nacht) Druck auf dem Schlauch zu lassen. Außerdem sollte man sich an die Warnhinweise bei seiner Kleinhebeanlage halten und nicht einfach alles ins Klo kippen, nur weil es technisch gesehen größtenteils Wasser ist. Es hilft außerdem seine Hebeanlagen regelmäßig zu warten. Wie gesagt: Wartungsarm, nicht wartungsfrei.

Und jetzt schauen wir mal, was der Hausgeist noch so in den nächsten Wochen auf Lager hat.

Sicarius

Tagebuch eines Hausherrn #55

Gerade alles schön grün da draußen.

Machen wir heute mal einen etwas gechillteren Eintrag. Was Einfaches, wo ich nicht viel denken muss. Aber auch kein sinnloses Geblubber. Wie wär’s denn mit einem Statusbericht über unseren Garten? Das letzte Mal ist schließlich schon einige Jahre her. Zugegeben: Es hat sich in dem Sinne auch nichts Großartiges verändert.

Die Alteingesessenen

Schmetterlingsflieder Vladimir geht es immer noch sehr gut, trotz oder gerade, weil wir ihm jedes Jahr ausgiebig den Kopf stutzen. Hildegard, die Himbeere, hat ebenfalls kein Problem damit, dass ich sie im Winter vollständig absäbele und ihre verteilten Kinder mit dem Rasenmäher einsammele. Sie kommt stur immer und immer wieder raus und beschert Lysanda mit kleinen Beeren. Ja, sie hat sie letztes Jahr nicht eingesammelt, weil zu viele Stechmücken unterwegs waren und sie selbst bei kurzen Gartenbesuchen durchlöcherten. Aber vielleicht klappt es ja heuer wieder :smile: .

Der Mandelbaum, Symbol für unsere Wurzeln oder so, hingegen wächst und wächst. Allerdings ein wenig schief. Möglicherweise braucht er also bald mal eine Stütze, damit er nicht abbricht. Vor allem jetzt, wo irgendwie doch mal die ein oder andere Katze darauf herumklettert. Schon interessant, dass es solange keinen gejuckt hat und kaum haben Miro und Ayla ihnen gezeigt, wie es geht, turnen jetzt selbst Jules und Pichu ab und zu drauf rum.

Unser großer Rosmarin sieht zwar am Stamm etwas mitgenommen aus – Jules schärft sich ab und an seine Krallen an ihm. Er hält sich aber wacker. Zusammen mit dem Salbei der älteste Gast in unserem Garten. Die haben wir beide vom Vorbesitzer übernommen. Zwar sah der Salbei zwischendurch mal aus, als wäre er uns weggestorben. Aber jetzt ist er wieder schön groß und üppig.

Selbst die mittlerweile wilden Erdbeeren sind noch da! Sie hatten ihren Plastikhängetopf schon länger hinter sich gelassen und waren von uns ins alte Beet ausgesetzt worden. Frei nach dem Motto: Leben oder sterben. Sie entschieden sich jedoch für eine dritte Möglichkeit und haben sich selbstständig an die Zaunecke unter die Katzenrohre umgesiedelt. Dort leben sie nun schon seit längerer Zeit einfach so vor sich hin und wir lassen sie in Ruhe.

Die Feinde des Balus

Die Umbaumaßnahmen haben begonnen

Es gibt aber auch jemanden, der unseren Garten verlassen musste: Die Minze(n). Ja, alle verschiedenen Varianten haben wir nach und nach verbannt. Der Grund war simpel: Balus Allergie. Sie wurde Jahr für Jahr schlimmer, obwohl Lysanda fleißig die Blüten abschnitt. Deshalb entschieden wir irgendwann, dass es jetzt genug damit ist. Das half Balu, aber seine sommerlichen Symptome waren nie vollständig weg. Den Grund haben wir möglicherweise endlich gefunden, selbst wenn es jetzt zu spät ist. Und zwar gehört der Salbei wie die Minzen ebenfalls zur Familie der Lippenblütler. Also vermutlich reagierte Balu noch auf ihn. Dieser Beobachtung widerspricht allerdings ein wenig der Rosmarin, ebenfalls ein Lippenblütler. Balu lag so oft darunter und schien (zumindest bis zuletzt) keine Probleme damit zu haben.

Zwischendurch hatten wir uns auch mal einen kleinen Pfirsich- und einen Minimandelbaum angeschafft. Die Hoffnung war, dass sie den großen Mandelbaum bestäuben und wir so endlich mal eine Ernte bekommen würden. Leider entschieden sich die beiden Bäumchen erst dazu in einem anderen Takt zu blühen als der Mandelbaum und starben am Ende einfach weg. Vermutlich mangels Pflege und/oder Platz im Pflanztopf.

Heimlich, still und leise hat sich hingegen der Waldmeister im Garten gehalten. Trotz wenig Erde im Pflanzstein und keinerlei Beachtung unsererseits, hat ein kleines Pflänzchen die ganze Zeit überlebt – allerdings nicht  dort, wo wir ihn ursprünglich eingepflanzt hatten. Er ist stattdessen sieben Pötte weitergewandert. Zur Belohnung haben wir ihn jetzt dort richtig eingepflanzt. Mal schauen, ob er jetzt wieder aufblühen wird.

Die Kriterien

Seit dem Wegfall der Minzen waren die 23 Pflanzsteine in unserem Garten also so gut wie leer. Nur der Salbei verblieb an seinem angestammten Platz und der Waldmeister versteckte sich in einem. Ach und urplötzlich schossen letztes Jahr drei Pinne aus dem Boden. Keine Ahnung, ob ein paar Vögel an der Stelle ihr Geschäft hinterlassen hatten oder wie das passiert ist. Laut meiner Pflanzenerkennungsapp (Flora Incognita), soll es sich um Pflaumenbäume handeln. Wenn das stimmt, können die da definitiv nicht auf Dauer bleiben. Aber aktuell lasse ich sie noch fleißig wachsen und schau mal, was passiert.

Sieht schon schicker aus.

Ansonsten blieb es aber vergleichsweise trist auf den 48m². Doch das hat sich nun geändert! Und Schuld daran hat Maya. Nein, sie verhinderte zu Lebzeiten nicht, dass wir uns Pflanzen kaufen. Aber als ich am 1. Mai ihr Grab schaufelte (gesetzeskonform nach §27 Absatz 3 TierNebV, versteht sich) und Lysanda mir dabei zusah, keimte in ihr scheinbar der Wunsch die Lücken endlich mal zu füllen. Also haben wir das gemacht – zumindest nach Abschluss ihrer ausgiebigen Recherche mit Unterstützung von Google Gemini. Wir stellen schließlich nicht nur Ansprüche an unsere Katzen, sondern auch an unsere Pflanzen. Und zwar mussten sie folgende Kriterien erfüllen:

  • Nicht giftig für Katzen
  • Winterhart/Mehrjährig
  • Halbschatten mögen
  • Mit wenig Wasser klarkommen (wir sind nicht die fleißigsten Gießer)
  • Nicht zu hoch wachsen
  • Insektenfreundlich
  • Schneckenresistent

Außerdem haben wir noch was für zwei extreme Stellen in unserem Garten gesucht: Die zwei Pflanzsteine neben dem “Berg der Schande”, wie wir die Stelle liebevoll nennen. Obwohl wir unseren Maunzern nämlich sowohl ein Katzenklo als auch einen Traktorreifen und eine weitere definierte Stelle im Garten zur Verfügung stellen, hat vor allem Pichu sich dazu entschieden, dass ihm das alles zu doof ist und er lieber trockenen Fußes auf dem Streifen unter dem Terrassendach sein Geschäft verrichtet. Dass es ihm die anderen nachtun, ist logisch. Und die obersten Pflanzsteine grenzen an diese Stelle. Entsprechend musste derjenige, der da einzieht, definitiv äußerst robust sein.

Und besagter Streifen Gras unter der Terrassenabdeckung hat außerdem mit dem Problem zu kämpfen, dass dort auf natürliche Art und Weise kein Wasser hinkommt. Viel Gras wächst da also selbst ohne Katzeneinfluss nicht. Ja, da reduziert sich die Pflanzenauswahl ziemlich stark. Aber wenn in der Wüste welche überleben, dann wird es doch wohl auch was Hartnäckiges für unseren Garten geben!

Schöne bunte Pflanzen

Selbstverständlich alles anständig dokumentiert!

Als der Einkaufszettel stand, sind wir vorbildlich zu unserer lokalen Gärtnerei gedackelt. Was wir dabei nicht bedacht hatten: Jetzt gibt es dort die Sommerlinge zu kaufen und wir hatten scheinbar hauptsächlich Frühjahrs- und Herbstpflanzen ausgesucht. Am Ende (und mit etwas Vor-Ort-Beratung) haben wir aber dann für 62€ doch folgendes eingepackt, was unsere Kriterien zumindest in der Theorie erfüllt:

  • 2x Reiherschnabel in weiß und pink, weil es sie in keiner anderen Farbe gibt.
  • 2x Hauswurz, als besonders hartnäckiges Gewächs in den trockengelegenen Pflanzsteinen. Ich nenne sie Hans Wurst.
  • Gestielte Teppichlobelie, deren Blüten scheinbar gut bei Schnecken ankommen, wie wir leider schon feststellen mussten… Ganz unbedenklich ist sie aber wohl nicht für Katzen. Sie war ein Spontankauf.
  • 2x Teppichphlox in den Farben lila und pink.
  • 6x Purpurglöckchen für die volle Farbabwechslung in lila, etwas helleren lila, gelb und rot.
  • Ein runder Kopf Moos, für den Pflanzstein mit dem wenigsten Sonnenstunden. Wir haben zwar schon so viel Moos im Garten, aber hier breitet es sich hoffentlich optisch schöner aus.
  • Dalmatiner Glockenblume, weil wir schon einmal eine hatten – die uns kläglich weggestorben ist, weil wir den Fehler gemacht haben sie an die Haustür zu stellen. Aus den Augen, aus dem Sinn und so…

Damit waren dann schonmal 16 von 23 Pflanzsteinen gefüllt. Als wir das nächste Mal beim Dehner vorbeigekommen sind, ließen wir dort nochmal 63€ für folgende Sachen:

  • 2x Storchschnabel in der Variante Rozanne und Philippe Vapelle – Nein, ich weiß nicht warum die so komische Personennamen haben.

Und für den erwähnten, furztrockenen “Todesstreifen” landeten diese zwei im Wagen:

Zu guter Letzt haben wir noch ein im Preis reduziertes Windrad zur Vogelabschreckung mitgenommen. Es steckt nun im Traktorreifen, weil es sich da am einfachsten reinstecken ließ.

Die Masse machts

Okay, das sieht grad vielleicht ein wenig wüst aus…

Zwei kleine Thymian-Pflanzen sind freilich nicht genug für einen ca. 6m langen Streifen. Da wir im Laden aber nicht mehr gefunden haben, ging noch eine Onlinebestellung für Sandthymian*-Samen raus. Und weil wir eh schon bestellten: Ausdauerndes Gänseblümchen*-Samen sowie 500g Mikroklee*. Mit denen wollen wir versuchen unseren Garten und unsere Einfahrt wieder etwas dichter zu besiedeln. Haben so Lücken im Gras beispielsweise wegen Ameisen oder eben jetzt, weil ich wegen zwei Katzenbeerdigungen größere Löcher graben musste.

Die Samentütchen fanden wir übrigens ziemlich klein. Keine Ahnung, ob da wirklich 1000-2000 Samen drin waren (wie wird sowas überhaupt gezählt?). Die Gänseblümchen haben wir dann mit dem Mikroklee und etwas Sand vermischt (damit man was in der Hand hat zum auswerfen). Gleiches mit dem Sandthymian, für den ich vorher aber erstmal ordentlich wässern musste. Meine Aussage mit “furztrocken” war absolut keine Übertreibung. Die Erde hat an der Stelle so gut wie gar kein Wasser aufgenommen. Mussten einige Liter für jede aufgelockerte Schicht verbrauchen.

Jetzt heißt es fleißig wässern, die Katzen davon abhalten sich in den Sachen zu wälzen und zu hoffen, dass unser Vorhaben ganz viele schicke Pflanzen zu kriegen mehr Erfolg hat als unsere Gemüseanbauversuche in der Vergangenheit. Und wenn alles so kommt, wie wir das vorhaben, dann wird auch endlich der Berg der Schande Geschichte sein.

Arbeiten, Schlafen und bloß nichts lesen

Ende 2023 hatte ich euch zuletzt über den aktuellen Stand unseres Freizeitraums im Keller berichtet – der dann prompt schon wieder veraltet war. Keine Woche später haben wir uns nämlich dazu entschieden einen Arbeitsplatz dort unten einzurichten. Für die Momente, in denen einer von uns beiden mal wirklich in Ruhe was machen muss (egal ob privat oder beruflich). Ich beispielsweise produziere für meinen Arbeitgeber mittlerweile die Videos mit den Änderungen und Neuerungen bei einem neuen Software-Release. Da ist es ganz gut einen Schreibtisch zu haben, an dem ich ohne Nebengeräusche und Katzengesänge die Aufzeichnung anfertigen kann. Und ja, den Schreibtisch haben wir kostenlos bekommen. Jemand hatte ihn über Kleinanzeigen verschenkt und wir haben ihn an Neujahr abgeholt.

Ansonsten ist auf der Seite des Raumes noch ein weißes 40cm-Regal dazu kommen. Ach und die Menge an (ungelesenen) Büchern hat weiter zugenommen. Aber das zählt nicht, auch wenn uns langsam aber sicher schon wieder der Platz ausgeht. Müssen definitiv mehr lesen (und uns dann von Titeln trennen).

In der Fitnessabteilung hat der Gerätebestand ebenfalls keine Veränderung erfahren. Die Neuanschaffungen (Walking Pad und Heimtrainer) stehen beide im Wohnzimmer. Wir haben allerdings ein paar Matten rausgeworfen. Die Belüftung war anscheinend nicht so der Brüller, weshalb sich darunter schwarze Flecken auf dem Klebekork gebildet haben. Das ist logischerweise absolut nicht gut.

Reparaturmaßnahmen

Im 2023er Eintrag hatte ich allerdings erwähnt, dass wir bereits die ersten Reparaturmaßnahmen sowohl für unser Trampolin (cardiojump Fitnesstrampolin Premium) als auch unsere Taurus Vibrationsplatte VT5 ergreifen mussten. Bei letzterer hatten wir damals noch das Glück in der Garantiezeit zu sein, weshalb wir sie einfach ausgetauscht haben. Das konnten wir dieses Mal nicht mehr.

Das ist hinüber

Kommen wir aber erst zum Trampolin: Vorletzte Woche machte Lysanda wie immer ihre Übungen darauf als es plötzlich *knack* machte. Eine der Plastikhaltungen am Netz war abgebrochen. An diesen sind die Gummis befestigt. Zum Glück bislang nur eine von insgesamt 42. Aber tatsächlich lassen die sich nicht austauschen. Man muss das gesamte Netz in so einem Fall auswechseln. Immerhin ist der Service von Fitshop einwandfrei. Ein Anruf und 46,90€ später hatten wir einen Ersatz. Und da wir schon dabei waren, haben wir auch gleich noch einen Satz Ersatzgummis (30 Stück) mitbestellt. Als gute Kunden (über 4.000€ schon dort gelassen), haben wir einen Sonderpreis dafür erhalten, weshalb ich an dieser Stelle nicht erwähne, was sie uns gekostet haben :wink: . Unsere Gummis sind zwar derzeit noch alle in Ordnung. Aber wer weiß wie lange das noch so ist und wenn schon Versandkosten anfallen, dann soll sich das wenigstens lohnen.

Die Vibrationsplatte

Das Trampolin können wir also problemlos reparieren. Aber wie sah es mit der Vibrationsplatte aus? Das Problem war identisch zum letzten Mal: Der Plastikdeckel war an den Stellen, wo normalerweise die Fersen sind, eingebrochen. Wie ich schon 2023 meinte: Nicht gerade ein Qualitätsmerkmal für ein 500€ teures Gerät, dessen Hauptfunktion es ist draufzustehen. Über Kleinanzeigen hatten wir uns bereits das gleiche Modell in gutem Zustand für 100€ nochmal als Ersatz geholt. Aber da ich wegen dem Trampolin eh den Service am Apparat hatte, fragte ich auch mal, was es für das Gerät so an Ersatzteilen gibt. Die Antwort: Fast alles (siehe Seite 30). Ein weiterer Grund, warum wir so gerne bei Fitshop einkaufen. Ihre Eigenmarken (darunter Taurus und cariojump) sind kein Wegwerframsch, sondern lassen sich mit etwas Aufwand kostengünstig selbst reparieren. Für das benötigte Ersatzteil (Nr. 5 in der Explosionszeichnung) haben wir nur 17,37€ bezahlt.

Der alte und ziemlich kaputte Deckel

Natürlich kann man jetzt entgegenhalten, dass dieses große Plastikteil scheinbar einen hohen Verschleiß hat. Schließlich haben wir nach nur zwei Jahren schon wieder Ersatz gebraucht. Das ist bei so einem Gerät aus meiner Sicht auch nicht okay. Aber immerhin lässt es sich reparieren und über den Preis für das Ersatzteil kann ich nicht meckern – und habe deshalb gleich die zwei genommen, die sie gerade auf Lager hatten.

Die Reparatur

Der Kauf des Ersatzteils ist aber logischerweise nur die halbe Miete. Unser Crosstrainer klappert schließlich immer noch, obwohl wir das Ersatzteil im Haus haben. Einfach, weil wir keine Ahnung haben wie wir an die Stelle rankommen. Irgendwann werden wir uns vielleicht mal intensiver damit auseinander setzen :smile: . Aussitzen war bei der Vibrationsplatte aber keine Option mehr. Mit Löchern im Deckel lässt sich schließlich nicht so gut draufstehen. Also haben wir angefangen sie auseinander zu bauen. Hier ein kleines Protokoll, falls ihr sie ebenfalls habt und mal zerlegen müsst:

Schritt 1: Die Auflage entfernen. Die ist tatsächlich schlicht mit doppelseitigem Klebeband befestigt. Hatten eigentlich mehr erwartet, aber offensichtlich hat es funktioniert. Ersatz dafür war allerdings nicht im Paket enthalten. Wir mussten stattdessen zu unserem eigenen Vorrat greifen und auf der Ersatzplatte anbringen.

Schritt 2: Haufenweise Schrauben lösen. Der Deckel ist mit 20 Schrauben an der eigentlichen Vibrationsplatte befestigt.

Schritt 3: Den Deckel vom Motorblock trennen. Dazu einfach das Verbindungskabel von der Platine lösen.

Die ersten 20 Schrauben sind gelöst.

Schritt 4: Noch mehr Schrauben lösen. Nochmal mit zehn Schrauben am äußeren Rand, die den oberen Teil des Deckels (=das Ersatzteil) und den unteren Teil miteinander verbinden. Plus sechs Schrauben im Inneren, welche die seitlichen LED-Streifen am Deckel befestigen.

Schritt 5: Die Elektronik ausbauen. Das Gerät hat im Inneren eine Platine mit Display, die am Deckel festgeschraubt ist und in die zwei Verbindungskabel eingesteckt sind. Das eine Kabel geht (logischerweise) zum Motor, das andere verzweigt zu den LED-Streifen an den beiden Seiten des Deckels. Die seitlichen Kabel sind zum Schutz mit lockeren Schaumröhren ummantelt, die mit Heißkleber am Deckel befestigt sind. Und von außen klebt noch eine Folie über dem Display. Sie dient zum einen als Schutz vor Staub, es sind aber auch die Funktionen aufgedruckt. Theoretisch lässt sich das Gerät nämlich ohne Fernbedienung bedienen (sehr gut!).

Blöd nur, dass diese Schutzfolie aufgeklebt ist. Die müsst ihr SEHR vorsichtig ablösen, wenn ihr sie nicht auch nochmal neu kaufen wollt. Gehalten hat sie auf dem neuen Deckel dann trotzdem nicht mehr. Wir mussten sie – genauso wie die Schaumröhren – ebenfalls mit doppelseitigem Klebeband versehen, um sie wieder zu befestigen.

Schritt 6: Den Deckel austauschen und alles wieder zusammenbauen. Also Elektronik wieder rein, erster Satz Schrauben, beide Teile des Deckels wieder verbinden, Motor wieder anschließen (und kurz testen), Deckel wieder mit Motorblock verbinden, nächster Satz Schrauben, Displayschutzfolie und Auflage aufkleben. Fertig.

Epilog

Konzentriertes Arbeiten

Wir haben insgesamt eine gute Stunde für die Aktion gebraucht. Lag aber auch daran, dass es das erste Mal war. Wir waren entsprechend vorsichtig unterwegs und haben fleißig von jedem Schritt Fotos gemacht. An sich war es kein Hexenwerk und ging gut von der Hand. Nur schade, dass einige Sachen in der Taurus Vibrationsplatte VT5 geklebt sind. Ich hab‘ zwar auf Anhieb auch keine bessere Idee, weil das ganze Ding halt vibriert. Es trübt aber trotzdem den guten Gesamteindruck vom Aufbau des Geräts ein wenig. Vor allem die Sache mit der Displayschutzfolie ist echt dämlich gelöst. Wenn wenigstens Ersatz mit im Paket gewesen wäre und man sie nicht separat bestellen müsste.

Nichtsdestotrotz: So muss das sein! Für fast alles gibt es Ersatzteile. Das was wir brauchten war günstig. Und für die Reparatur brauchte man keinen Handwerksmeister gemacht zu haben. Da vermisst man die guten alten Zeiten umso mehr, wo sowas noch gang und gäbe für die meisten Geräte im Haushalt war.

Insofern ist es zwar definitiv doof, dass wir nach vergleichsweise kurzer Zeit schon wieder Probleme hatten. Aber immerhin war die Lösung simpel und nicht sonderlich teuer oder Zeitintensiv. Und vom Gerät selbst sind wir auch weiterhin begeistert.

Sicarius

Tagebuch eines Hausherrn #53

Vor dem Einzug war das Arbeitszimmer noch ein Schlafzimmer.

Das dürften die zwei Überweisungen mit den höchsten Beträgen gewesen sein, die ich in meinem bisherigen Leben getätigt habe. Die Hinweismeldung “Empfänger stimmt nicht überein” jedes Mal machte es nicht weniger nervenaufreibend. Aber am Ende kam das Geld offensichtlich erfolgreich dort an, wo es hinsollte, denn am 8. Dezember landete die Löschungsbewilligung im Briefkasten. D.h. die Casa Lysanda ist offiziell abbezahlt. Wenn ihr mir vor zehn Jahren gesagt hättet, dass wir es schaffen am Ende der Sollzinsbindungsfrist die Hütte abzubezahlen, wäre ich davon nicht sonderlich überzeugt gewesen.

Selbst vor fünf Jahren rechnete ich noch damit, dass wir eine Anschlussfinanzierung brauchen würden. Doch vor allem dank meines Ersparten mussten wir diesen Weg nicht gehen. Wie viel vom Gehalt doch plötzlich übrig bleibt, wenn man nicht jeden Monat brandneue Videospielen kauft :wink: . Wobei es physische Editionen von PC-Spielen heutzutage eh nicht mehr in der Menge gibt wie damals.

Eine Abrechnung

Die beiden Hauskredite sind also abbezahlt. Zeit eine “kleine” Bilanz zu ziehen. Zumindest ich will das alles irgendwo gesammelt haben :smile: . Allerdings mit einer großen Einschränkung – über Geld darf man ja weiterhin nicht so wirklich öffentlich reden. Das lockt einfach die falschen hinterm Ofen hervor. Ja, wir wissen, dass wir in einer privilegierten Situation sind. Aber diese scheiß Missgunst führt schon immer nur dazu, dass sich alle verstecken statt ihr Wissen zu teilen, von dem dann wiederum jeder profitieren könnte. Entsprechend werdet ihr auch in diesem Eintrag keine genauen Beträge finden. Stattdessen rede ich nur von Prozenten. Und die Basis von allem ist mit 100% der Immobilienwert zum Kaufzeitpunkt im Oktober 2015. Da könnt ihr dann irgendeine Zahl eintragen, mit dem ihr am einfachsten rechnen könnt. Der reale Kaufpreis liegt irgendwo zwischen 100€ und 10.000.000€ – Inflationsbereinigt versteht sich.

Diese 100% sind auch der Betrag, den wir finanzierten. Nur die Kaufnebenkosten in Höhe von 13,64% haben wir aus Eigenkapital gedeckt. Die anfänglichen Renovierungen haben dann nochmal 6,25% (Handwerker) bzw. 1,73% (Material) verschlungen. Dazu Möbel, Lampen und Kram – alles in allem haben wir im ersten Jahr 22,97% ins Haus gesteckt. Ich hab‘ grad keine Lust nachzuschauen, wie hoch der Betrag mittlerweile ist :tongue: . Aber im letzten Jahrzehnt haben wir durchaus einiges an der Hütte gemacht. Dürfte also signifikant größer geworden sein. Ob der Hauswert im gleichen Maße gestiegen ist? Keine Ahnung und ist uns auch egal. Es geht schließlich um unseren Wohnkomfort und nicht darum die Casa Lysanda morgen gewinnmaximiert zu verkaufen. Wenn’s nach uns geht, bleiben wir mit unseren (jetzigen und zukünftigen) Katzen hier noch eine sehr lange Zeit sesshaft.

Die Darlehen

Das Arbeitszimmer heute

Unseren Hauskredit haben wir damals über den Makler vermittelt bekommen, der den Hausverkauf abgewickelt hat – will gar nicht wissen, was er dafür nochmal an Provision bekommen hat :smile: . Aber es war ein sehr gutes Angebot bei der Münchener Hypothekenbank und wir hatten wenig Aufwand damit. Banken machen es einem nämlich echt schwer an Geld zu kommen selbst, wenn wie in diesem Fall ein echter Wert als Pfand dranhängt…

Die Finanzierung war zweigeteilt:

Förderung

18,55% kamen von der KfW aus ihrem Wohneigentum-Förderprogramm. Das hat meist besonders günstige Zinsen, ist aber auch etwas restriktiver was die Tilgung angeht. In unserem Fall lag der Sollzinssatz bei 1,65% (effektiv – also mit Gebühren und Kram – 1,66%) und war auf eine Laufzeit von 20 Jahren gerechnet bei 10 Jahren Sollzinsbindung. Der Tilgungssatz lag bei 4,4%. Dieser ist auch unveränderlich über die gesamte Laufzeit.

Erschwerend kommt hinzu, dass die eigentliche Tilgung erst nach dem 1. Jahr startet. Vorher werden euch nur monatlich die Zinsen abgebucht. Der Gedanke dahinter ist an sich löblich. Schließlich ist die finanzielle Situation nach dem Hauskauf/-bau ja vermutlich erstmal stark angespannt. Wir hatten auch unsere Konten damals ziemlich leergeräumt dafür. Aber wenn man das Geld hat, dann ist es freilich ein wenig doof dadurch ein ganzes Jahr Tilgung zu verlieren. Eine Sondertilgung ist bei der KfW ebenfalls nicht möglich. Dafür ist aber halt der Zinssatz unschlagbar. Insofern lohnt es sich vermutlich trotzdem fast immer das mitzunehmen.

Insgesamt haben wir am Ende für den KfW-Kredit 13,3% des Betrags zusätzlich in Form von Zinsen geblecht.

Der Hauptkredit

Den Rest zur Hausfinanzierung steuerte die Münchener Hypothekenbank dazu. Wobei sie sich auch um den KfW-Kredit kümmerte. Also das war ein Paket. Bei der Hyp haben wir das Geld mit einem Sollzinssatz von 2,06% (effektiv 2,08%) bekommen. Die Berechnungsgrundlage war eine Laufzeit von 25,5 Jahren aber ebenfalls nur mit einer Sollzinsbindung von einem Jahrzehnt. Unser anfänglicher Tilgungssatz lag bei 3%, wir haben ihn aber 2021 auf die maximal möglichen 5% erhöht. Hätten wir vermutlich schon früher machen können in Bezug auf unser verfügbares Budget, kam uns aber irgendwie vorher nicht in den Sinn. Niedriger wäre jedoch nicht drin gewesen. Das Minimum waren besagte 3%.

In Bezug auf die Sondertilgungen konnten wir pro Jahr bis zu 5% des Darlehensbetrags einfach so auf das Kreditkonto überweisen (Mindestens mussten es 0,07% pro Überweisung sein). Das vorzeitige Überweisen hat den Vorteil, dass ihr dadurch über die Laufzeit hinweg weniger Zinsen bezahlt. Die Zinsen werden nämlich monatlich auf Basis des Restbetrags berechnet. Ein einfaches Beispiel: Schuldet ihr der Bank noch 100€ bei einem Zinssatz von 1%, dann macht das 1€. Tilgt ihr davon 5€, bleiben 95€ übrig. Somit sinkt auch der Zinsbetrag auf nur noch 0,95€. Insofern macht es eigentlich immer Sinn die Sondertilgungen zu nutzen, wenn man das Geld übrig hat und nicht grad eine fette Rendite an der Börse macht.

Die Anfänge des Fitnessbereichs anno 2019

Wir haben es tatsächlich immer geschafft eine Sondertilgung zu machen. Anfangs haben wir die Entscheidung am Ende des Jahres getroffen, ab 2021 direkt am 1. Banktag im Jahr, um eben möglichst viel Zinseszins-Effekt rauszuholen. 2019-2025 haben wir die vollen 5% überwiesen, 2016 waren es 2,28% und 2017/2018 nur jeweils 0,46%. Wir brauchten unser Budget vermutlich damals unter anderem für den katzensicheren Garten. Immer noch die allerbeste Investition, die wir in den letzten zehn Jahren gemacht haben. Insgesamt haben wir also 38,19% des Darlehens bei der Hyp über Sondertilgungen abbezahlt. Schon irgendwie krass.

Die Zinslast über die Zeit lag (was mich gerade selbst etwas überrascht) auf dem gleichen Niveau wie bei der KfW und zwar bei 13,4%. Selbstverständlich versteckt sich dahinter ein höherer Betrag, da die Kreditsumme signifikant höher ist. Aber, dass der Prozentsatz am Ende dennoch so nah beieinander liegt, hätte ich tatsächlich nicht gedacht. Muss wohl an den Sondertilgungen liegen.

Die Ablöse

Aber selbst mit den Sondertilgungen blieb jetzt am Ende der Sollzinsbindungsfrist noch ein größerer Betrag vom Hauptkredit übrig. Beim KfW sowieso. Die Bank hatte uns dahingehend bereits vor ein paar Monaten ein Angebot zur Anschlussfinanzierung mit überschaubaren 3,27% unterbreitet. Aber faktisch war schon letztes Jahr klar, dass wir wider irgendwelcher unvorhergesehenen Sachen (Auto macht schlapp und sowas) keinen weiteren Kredit brauchen würden. Stattdessen machten wir im Januar die letzte Sondertilgung und “horteten” den Rest auf unseren Tagesgeldkonten für den Tag X. Beim Hauptkredit war das der 30.10.25 – bis zu diesem Zeitpunkt musste die Kohle bei der Bank sein, sonst hätte es fette Verzugszinsen geregnet. Und bei der KfW jetzt am 30.11.2025, da ihr den ersten Monat “frei” habt. Noch so eine Sonderregelung, um euch das Leben etwas zu erleichtern.

Bei der KfW mussten wir noch eine Überweisung in Höhe von 56,52% tätigen für die vollständige Tilgung. Beim Hauptkredit hingegen nur noch 15,53%. Da machten sich besonders die Sondertilgungen, aber auch die Erhöhung des Tilgungssatzes richtig bemerkbar. Bei der KfW ist es wie geschrieben eher eine langfristige, sanfte Angelegenheit.

Um die Beträge zu stemmen, habe ich meinen alten Bausparvertrag (2008) bereits vorletztes Jahr Zuteilungsreif gemacht (um den Treuezins noch einzusacken) und einen meiner Fonds ziemlich rasiert. Entsprechend macht mich aktuell der Blick auf mein Bankkonto etwas traurig :wink: . Aber im Gegenzug freue ich mich selbstverständlich extrem darüber, dass die Casa Lysanda jetzt wirklich uns gehört und wir es sogar geschafft haben lange bevor wir in Rente gehen, also hoffentlich noch eine lange Zeit was davon haben. Insofern passt das schon. Mit dem Wegfall der monatlichen Raten und der Sondertilgungen wird der Betrag auf dem Konto ja auch relativ zügig wieder anwachsen – zumindest erstmal. Dazu gleich mehr.

Grundbucheintrag

Einen Betrag nenne ich jetzt doch noch: 95,20€. So viel mussten wir der Bank zusätzlich überweisen für die Ausstellung der Löschungsbewilligung. Das ist quasi die Bestätigung, dass der Kredit erfolgreich abbezahlt wurde und die Bank es euch erlaubt die dazugehörige Grundschuld aus dem Grundbuch auszutragen. Die Grundschuld ist die Sicherheit für die Bank, dass sie auch tatsächlich (Teil-)Anspruch auf das Haus erheben darf, wenn ihr in den Zahlungsverzug kommt. Mit Beendigung des Darlehensvertrags ist das aber logischerweise hinfällig. Und damit ihr die Grundschuld (auf eigene Kosten) löschen könnt, braucht es besagtes notarielles Dokument namens “Löschungsbewilligung”.

Der Flur anno 2017

Das bedeutet aber nicht, dass ihr gezwungen seid die Grundschuld sofort austragen zu lassen. Sie wird erstmal nur zu einer sogenannten Eigentümergrundschuld. Bei einem Verkauf des Hauses macht das Löschen logischerweise Sinn. Ihr würdet vermutlich sonst keinen Käufer finden. Aber wir wollen ja weiter drinbleiben. Entsprechend haben wir keinen Zwang das Geld für Notar und Gebühren zu investieren (bis zu 0,4% der Grundschuldsumme). Im Gegenteil hat eine bestehende Eigentümergrundschuld wohl sogar Vorteile, wenn ihr bspw. zur Modernisierung wieder ein Darlehen braucht. Möglicherweise bekommt ihr so hier und da bessere Konditionen. In jedem Fall spart ihr euch aber Kosten für eine erneute Grundschuldbestellung.

Wir lassen entsprechend die Eigentümergrundschuld im Grundbuch stehen. Die Löschungsbewilligung haben wir uns nur schon einmal geholt, damit wir sie für die Zukunft griffbereit haben. Es ist schließlich nicht absehbar, wie einfach es sein würde den Wisch in 10 oder 20 Jahren noch zu bekommen.

Epilog

Mit dem Ende des Darlehens und der dazugehörigen Tilgungszahlungen kann unser Bankkonto also wieder anwachsen. Aber Hauseigentümer wissen: Es hört nie auf mit dem Geld ausgeben. Für 2026 haben wir zwar derzeit nichts geplant. Aber die Liste der mittel- bis langfristigen ToDos enthält durchaus noch so einige größere Sachen. So ist unsere Gasheizung auch schon wieder fünf Jahre alt. Entsprechend müssen wir da auch langsam anfangen das Geld für den zukünftigen Ersatz zur Seite zu legen. Dann ist die Hütte auch weiterhin nicht gedämmt. Der Hauseingang gehört mal neu gemacht. Und das Dach dürfte ebenfalls immer noch das Original sein. Ist zwar aktuell noch gut im Schuss, aber irgendwann wird’s halt fällig sein. Von so “Kleinigkeiten” wie Regenrinne oder Kühlschrank ganz zu schweigen.

Also nein, wird immer noch nichts mit FIRE (Financial Independence, Retire Early). Müssen weiterhin malochen gehen, den Konsum ankurbeln und Handwerkerbetriebe unterstützen :smile: .

Sicarius

Tagebuch eines Hausherrn #52

Die Solaranlage

Ich kann schon über ein Jahr im Keller kacken?! Wie doch die Zeit vergeht… Und ja, es ist immer noch eine super Investition gewesen auch, wenn es mit fast 5.000 EUR (inkl. Tausch der Füllstation im Heizungskeller) nicht gerade günstig war. So viel mehr Komfort nicht nur für Toilettengänge, sondern auch einfach die Möglichkeit sich mal die Hände zu waschen oder was auszukippen. Das wusste selbst der Handwerker zu schätzen, der letzte Woche für drei Stunden im Haus war.

Zur Erinnerung: Unser Vorbesitzer hat eine Solarthermieanlage von BUSO eingebaut (irgendwann 2009/2010). 20m² auf dem Dach und ein ebenfalls leicht überdimensioniertes, futuristisches Monstrum im Keller. Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich selbst nach neun Jahren in der Casa Lysanda mit dem Ding nicht wirklich auskenne. Und leider auch unser Heizungsbauer nicht, der die damals installiert hat. So ein bisschen grob drüber schauen und Frostschutz nachfüllen kann er zwar. Aber da er nur 3-4 Stück überhaupt von denen gebaut hat, ist sein Wissen darüber hinaus begrenzt. Entsprechend war ich nicht ganz glücklich mit dieser Situation. Vor allem, als er (pflichtschuldig) eine Info schickte von wegen “Brandgefahr” ohne eine richtige Lösung dafür zu haben.

Fackel das Haus ab!

Damals (glaub’ 2017) war die Aussage, dass dachintegrierte Solarthermieanlagen wie die von BUSO einen Schwelbrand verursachen können. Und zwar dann, wenn sich länger die Hitze auf dem Dach staut. Also z.B. im Sommer, wo ja viel Wärme da ist aber faktisch keine Abnehmer (Heizung ist schließlich aus). Dann zirkuliert das Wasser nicht und die Solarpaneele heizen sich auf dem Dach längere Zeit auf – mit daraus resultierenden, sehr hohen Temperaturen (180°C+) auf der Konstruktion, welche sie hält. Die angebliche Gefahr ist nun, dass das die Beschichtung des Holzes, auf dem die Solaranlage liegt, durch diese hohe Belastung mit der Zeit schwächer wird. Daraus ergibt sich dann die Brandgefahr.

Löste nicht gerade Begeisterung bei uns, diese Information. Aber wie gesagt hatte auch keiner irgendwie eine sinnvolle Lösung parat. Wir hätten einen Kühlturm in den Garten pflanzen können, der die Hitze abgibt. Ein anderer Gedanke war es (sündhaft teure) Rollläden zu installieren, die über die Solaranlage fahren und so verhindern, dass es da oben so warm wird. Oder halt die radikale Variante, einfach die Solarthermie abzubauen und Photovoltaik zu installieren.

Die eigentlich sinnvollste Variante wäre es die überschüssige Hitze zu nutzen, um damit das Haus zu kühlen. Also faktisch eine Art Wärmepumpe, Kühlaggregat oder Absorptionskältemaschine. Ich hatte auch damals eine Firma gefunden, die letzteres baut. Beim Preis (>45.000 EUR) bin ich jedoch vom Stuhl gefallen und das Thema war erstmal durch :smile: .

Lange Wartezeiten

Auch das rote muss geprüft werden!

2022 bin ich dann auf Enrico Müller (MH-direkt UG) in Sachsen gestoßen, der sich voll auf BUSO-Solarthermieanlagen spezialisiert hat. Neben haufenweisen Ersatzteilen, bietet er auch einen überregionalen Wartungsservice in Verbindung mit einer Beratung zur Stillstandsvermeidung und Vermeidung einer Brandgefahr. Das hat mich logischerweise hellhörig werden lassen. Keine ganz so billige Sache (aktuell 530 EUR – 2022 war’s noch günstiger), aber wenn ich danach schlauer bin und gleichzeitig unsere Anlage wieder in Schuss gebracht wird, wäre es das wert gewesen. Ich habe also eine Anfrage gestellt und wurde auf die Warteliste gesetzt. Das war im August 2022… passend zum 1. April 2025 hat es nun endlich geklappt. Sein Handwerker kam vorbei und legte los.

Und was soll ich sagen? Es war wirklich gut investiertes Geld. Er hat die Anlage von oben bis unten durchgecheckt und wieder auf Vordermann gebracht. So musste ein Ausdehnungsgefäß getauscht werden (wussten wir bereits), ein anderes – welches der andere Heizungsbauer in meiner Anwesenheit nie geprüft hat – war komplett voll mit Luft (=nicht gut) und auch der Puffer war offensichtlich noch nie entlüftet worden (steht jetzt jährlich in meinem Kalender). Die Anlage hatte entsprechend an allen Ecken und Enden zu wenig Druck drauf und lief nur mit einem Durchfluss von ~250l/h bevor er kam. Jetzt nach dem Durchpusten und wieder Auffüllen rennt sie auf voller Power (>600l/h) und produziert selbst bei bewölktem Himmel heißes Wasser.

Außerdem hat er sich die gesamten Einstellungen angeschaut und korrigiert. Beispielsweise hatte ich irgendwann mal die Heißwassertemperatur auf 60°C gesetzt, weil ich dachte das müsste man tun, damit man keine Legionellen kriegt. Aber die Anlage speichert kein heißes Wasser zum Verbrauch, sondern mischt es bei Bedarf. Entsprechend besteht keine Legionellengefahr. Also runtergeregelt auf 47°C. Das reicht locker zum Duschen. Außerdem stimmte die Uhr nicht mehr, wodurch die hinterlegten Heizkurven und so ebenfalls nicht wie angedacht funktionierten. Wie gesagt: Ich hab’ von dem Ding absolut keine Ahnung und entsprechend ist mir das alles nicht aufgefallen. Hätte ich mich früher mehr damit beschäftigen müssen? Sicherlich. Doch wenn ich mich nicht auf die Handwerker verlassen kann, die teuer Geld für ihre Wartung verlangen, auf wen kann ich mich dann verlassen? Offensichtlich auf die Handwerker, die tatsächlich auf die Anlage spezialisiert sind :smile: .

Einen kurzen Blick aufs Dach hat er ebenfalls geworfen. Hatte leider nicht die Ausstattung dabei, um rauszusteigen (kleiner Minuspunkt). Was er sehen konnte, sah aus seiner Sicht allerdings gut aus. Sitzt immer noch bombenfest an ihrem vorbestimmten Platz und ist nicht verrutscht.

Der eigentliche Grund

Guter Durchfluss

Die Kühlfunktion

Er hat also erstmals eine wirklich vollständige Wartung der Anlage gemacht und sie wieder auf Vordermann gebracht. Sogar alles beschriftet und gut dokumentiert. Er meinte aber auch, dass sie grundsätzlich noch sehr gut im Schuss wäre. Er hätte schon weitaus schlimmere gesehen. So eine Aussage beruhigt ja ebenfalls ein wenig.

Und dann war da ja noch die Sache mit der Brandgefahr. Da informierte er uns erst einmal darüber, dass das, was da im Internet dazu steht im Fall der BUSO wohl etwas übertrieben ist. Ja, es wird warm da oben, wenn es lange heiß ist und das ist auf Dauer für die Technik nicht gut. Allein dadurch fängt es allerdings noch nicht das Brennen an. Stattdessen erwähnte er eine andere mögliche Brandquelle, die aber eigentlich nur entstehen kann, wenn irgendwas verrutscht oder von Anfang an nicht richtig befestigt wurde. Dadurch kann irgendwo was undicht sein und Wasser austreten. Das erreicht dann die Balken unter den Glasplatten, was wiederum dann bei hohen Temperaturen zu einem Schwelbrand führen kann. Wäre jedoch relativ unwahrscheinlich, meinte er. Nein, ich habe keine Ahnung, ob ich das jetzt auch nur ansatzweise richtig wiedergegeben habe. Die Essenz ist auf jeden Fall: Keinen Stress machen. Da fackelt nix ab.

Eine Maßnahme gegen die Stagnation auf dem Dach – so nennt sich das, wenn das Wasser oben stehen bleibt – hatte er aber dennoch parat. Und zwar hat die Anlage eine Kühlfunktion. Keine Ahnung, wo er die hergeholt hat. Zumindest war der Eintrag im Auswahlmenü vorher nicht da. Und ich hatte eigentlich schon vor längerem die neuste Firmware installieren lassen. Vermutlich war die im Menü für die Fachmänner versteckt. Egal: Auf jeden Fall schaut die Anlage jetzt welche Temperatur im Puffer oben herrscht. Wird diese überschritten (aktuell 70°C), dann läuft zu einer vorgegebenen Uhrzeit (=nachts) die Anlage quasi rückwärts. D.h. zum einen, dass eben keine Stagnation herrscht – das Wasser bleibt in Bewegung. Und zum anderen wird das warme Wasser hoch zum Dach gebracht, wo es dann abkühlt und damit die Temperatur sowohl im Puffer als auch auf dem Dach senkt. Perfekt. Bin auf den kommenden Sommer gespannt, welche Auswirkungen das dann in der Praxis haben wird. Plus auf die Gasrechnung im kommenden Jahr. Erwarte, dass die jetzt etwas niedriger ist.

-Leck +Loch

Epilog

Der Besuch dieses Handwerkers hat mich definitiv glücklich und zufrieden zurückgelassen. Wann macht das schonmal ein Handwerker außerhalb des horizontalen Gewerbes :wink: . Mein normaler Heizungsbauer war aber vorher ebenfalls im Haus gewesen. Zum einen für die regelmäßige Wartung der Gasheizung. Zum anderen zur Reparatur eines Stücks der Warmwasserleitung. Die hatte wohl auch der vorherige Hausbesitzer verlegt und die fing an einer Biegung an Leck zu schlagen (tropfte schon in größeren Abständen). Zum Glück habe ich es frühzeitig gesehen bevor der Keller unter Wasser stand. Und jetzt hoffe ich, dass es das bis Ende des Jahres mit den Handwerker war. *daumendrück*

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