Sicarius

Tagebuch eines Hausherrn #29

Eigentlich hatte ich Folge 29 erst für kommende Woche angekündigt. Ich dachte mir, dass es vorher keine berichtenswerten Ereignisse geben würde. Schließlich kommt erst heute die geballte Ladung Handwerker und die Antwort auf die spannende Frage: Werden wir am Ende noch fließendes Wasser haben?! Aber irgendwie habe ich mich da sehr getäuscht.

Wasserpanik

Die heutige Wasserinstallation

Es fing schon am Mittwoch mit besagtem Wasser an. Es kam Post von den Stadtwerken. Soweit, so normal: Wir hatten ja nun einen offiziellen Antrag für einen Wasseranschluss gestellt und das muss selbstverständlich schriftlich bestätigt werden. Blöd nur, dass dieser Bestätigung weitere Formulare beilagen in denen wir angeben sollten wer denn die Inneninstallation vornimmt. Und derjenige müsse zudem bestätigen, dass diese Vorschriftsmäßig vorgenommen wurde. Vorher gäbe es keine Wasseruhr/Wasserzähler. Jetzt werdet ihr euch genauso wie ich mich fragen: „Aber ihr habt doch ein Bestandshaus. Die sollen sich doch einfach nur an die bestehende Installation anschließen?!“ Ja, ne so einfach ist das wohl nicht.

Zum einen ist das Haus für die Stadtwerke wie erwähnt nicht vorhanden. Sie liefern zwar fleißig über eine separate Wasseruhr beim Nachbarn Wasser hierher (und schicken jährlich eine Rechnung) aber das heißt eben nicht, dass es offiziell existiert. Zum anderen ist das Wasserwerk ausschließlich bis einschließlich Wasseruhr zuständig. Die Verbindung zwischen dieser und der Hausinstallation machen die nicht. Ist natürlich verständlich, denn es geht wie so oft im Bau um das Thema Gewährleistung. Aber wir reden in unserem Fall von 50 bis maximal 100cm Rohr, die zwischen der neuen Wasseruhr und dem bestehenden Hausnetz verlegt werden muss.

Woher ein Wasserinstallateur?!

Also stand ich am Mittwochmittag, 12.2. da und musste mir überlegen wo ich pünktlich zum 17.2. einen Installateur herbekomme, der nur kommt, um besagten Meter Rohr zu verlegen. Mal von den unnötigen Kosten abgesehen (allein schon für die Anfahrt), wachsen Handwerker aktuell bekanntlich nicht auf den Bäumen. Naja, in meiner Verzweiflung habe ich einfach mal das Wasserwerk (als ausführende Kraft der Stadtwerke) angerufen und nachgefragt, ob deren Monteure das nicht mitmachen könnten. Die Antwort des dortigen Bearbeiters: Wenn es weniger als fünf Meter sind und ich damit leben könnte, wenn es ggf. nicht ganz so schick aussieht machen sie es mit. Schon mal gut. Anschließend nochmal bei den Stadtwerken nachgefragt, ob das auch bei denen ein gangbarerer Weg ist – bringt ja nichts, wenn die Wasserwerkmonteure den Wisch unterschreiben und die Stadtwerke ihn dann nicht anerkennen – und ebenfalls grünes Licht bekommen. „Bullet dodged“, wie man im Englischen sagt – zumindest in der Theorie. Was sie heute dann tatsächlich machen werden steht natürlich noch einmal auf einem anderen Blatt.

Erschwerend kommt noch hinzu, dass eben die heutige Wasseruhr beim Nachbarn hängt. Die muss ja abgestellt werden, um den Schwenk zu vollziehen. Aber der gehört natürlich auch zum arbeitenden Teil der Bevölkerung. Insofern konnte ich trotz Rücksprache nicht sicherstellen, dass dort jemand Zuhause ist, wenn die Wassermonteure dann da ranmüssen. Ihr versteht also sicherlich nun, warum ich zum Verfassungszeitpunkt keine Ahnung habe, ob wir heute Abend überhaupt noch fließendes Wasser in diesem Haus haben werden. Drückt uns die Daumen :smile: .

Tiefbaupanik

Der Zustand im öffentlichen Grund

Der Donnerstag begann dann vielversprechend: Die Tiefbaufirma war wie angekündigt angerückt, ich sprach mit dem Vorarbeiter nochmal alles durch und sie machten sich an das Werk. Zuerst wollten sie an der Grundstücksgrenze das im Plan der Stadtwerke eingezeichnete Abwasserrohr suchen. Die Stadtwerke waren sich nämlich selbst nicht sicher, ob das tatsächlich existiert. Immer gut, wenn man seinen eigenen Unterlagen nicht vertraut. Aber gut: Es wurde gefunden. Nicht ganz da, wo es eingezeichnet war, aber in Reichweite.

Quasi alles gut? Nein, es klingelte nämlich plötzlich das Telefon. Es war die Firma, die den Gasanschluss herstellen soll. Sie wären vom Tiefbauer angerufen worden mit dem Hinweis, dass dieser den Tiefbau im öffentlichen Grund nicht machen würde. Im gleichen Moment – ich war noch im Gespräch mit dem Kollegen – rief auch das Wasserwerk an und fragte was los ist. Ich fiel ebenfalls aus allen Wolken. Zum einen, weil der Tiefbauer vor der Tür steht und nicht erst mit mir gesprochen hat und zum anderen, wie so eine Aussage zustande kommt. Er wusste doch, dass ich den Tiefbau genau deswegen aus einer Hand machen lassen wollte, damit ich alle Versorger unter einen Hut bringe.

Woher einen anderen Tiefbauer?!

Naja, sowohl Gas als auch Wasser erklärt, dass da was nicht passt, aufgelegt und sofort rausgegangen. Aussage des Tiefbauers: Er wollte noch mit mir darüber sprechen. Die Aussage wäre zum einen entstanden, weil sie ja das Abwasserrohr (zur Erinnerung: der Tiefbauer verlegt das Abwasser mit) gefunden hatten und selbst nicht mehr in den öffentlichen Grund müssten. Und zum anderen, weil im Angebot das nicht mit eingepreist war. Stimmt: Die Asphaltdecke war tatsächlich nicht im Angebot enthalten obwohl die Chance bestand, dass eben kein Abwasserrohr bereits bis ins Grundstück vorhanden war. War mir nicht aufgefallen. Aber genau dafür hatten sie ja doch eine verkehrsrechtliche Anordnung eingeholt? Sehr komisch. Egal: Ich habe klar gemacht, dass sie auch im öffentlichen aufgraben müssen obwohl dadurch natürlich die Rechnung im Vergleich zum Angebot teurer wird. Sonst hätte das alles ja überhaupt nicht mehr funktioniert.

War im Nachhinein übrigens selbst für die Abwasserkollegen die richtige Entscheidung. Sie haben nämlich festgestellt, dass der bestehende Straßenübergang nicht nutzbar ist. Warum auch immer war er voller Dreck und mittendrin kaputt. Insofern hätten sie also so oder so im öffentlichen Grund aufmachen müssen.

Abwasserrohrpanik

Hilfsbereite Monteure

Wir sind immer noch am Donnerstag. Hof und Garageneinfahrt werden mehr und mehr zu einer großen Grube und ähnlich wie damals bei unserer Innenrenovierungen tauchen Überraschungen auf. So verlaufen auf unserem Grundstück irgendwie wesentlich mehr alte Abwasserrohre (aus Keramik) als wir erwartet hatten. Ich dachte es gäbe nur eins bis in die alte Klärgrube. Aber nein: Es verläuft noch ein komplett weiterer Strang nicht nur quer über den Hof von und in die Nachbargrundstücke hinein. Es gibt sogar noch eins zu unserem hinteren Nachbarn (der mit der Wasseruhr), circa 40-60cm tiefer als das aktive Abwasserrohr, das wir mit dieser Maßnahme ersetzen wollen. Wad?! Warum?! Weshalb?! Wieso?! Ich habe keine Ahnung. Ich hoffe inständig, derjenige, der damals das Keramikrohr stillgelegt und das Kunststoffrohr mit Minderdeckung verlegt hat hatte gute Gründe dafür.

Naja, wir können sie nicht benutzen also lassen wir sie (erneut mit Mehrkosten verbunden) soweit sichtbar rausmachen. Zumal sie die neue Trasse teilweise queren und somit stören. Da wurden sie auch bereits zerstört und entfernt. Der Rest kommt dann vermutlich heute raus.

Toilettenpanik

Im Verlauf des Donnerstagnachmittags stellten wir plötzlich fest, dass der Toilettenabfluss nicht mehr so gut funktioniert. Es läuft zwar ab, braucht aber einen Moment. Klassisches Zeichen für eine Verstopfung. Blöder Zeitpunkt dafür, schließlich wird irgendwann im März das alles im Keller umgebaut, um mehr Gefälle reinzubringen. Aber bei 0 bis max. 1% heutigem Gefälle im Keller war es nur eine Frage der Zeit, dass uns das mal wieder passiert. Lysanda stellte zwar die Frage in den Raum, ob es mit den Bauarbeitern zu tun haben könnte aber da die zu dem Zeitpunkt am alten Abwasserrohr noch nichts gemacht hatten, verwarf ich diesen Gedanken. Spoiler: Es hatte mit ihnen zu tun.

Also erstmal geschaut, ob man mit Hausmittel (Rohrreiniger und Co.) der Sache zu Leibe rücken kann. Half aber nicht. Freitagmorgens war das Problem nicht nur immer noch da, es wurde auch langsam aber sicher schlimmer (die Rohre wurden schließlich immer voller). Also brauchte ich irgendetwas zum Reinigen der Rohre. Da ich aber wenig Vertrauen in die 08/18-Spiralen habe, kam Lysanda auf die gute Idee ob es da nicht was für unseren Kärcher K4 gibt. Und tatsächlich hat die Firma da was im Angebot. Aber in welchem Baumarkt werde ich das jetzt auf die Schnelle bekommen? Nun, tatsächlich im toom um die Ecke wo ich es am allerwenigsten erwartet hätte. Online ist es dort nämlich gar nicht gelistet, im Gegensatz zum Bauhaus deren angeblich geringe Menge im Markt sich als nicht vorhanden rausstellte (Stichwort: Onlinereservierung). Hatte ich schon erwähnt, dass die Inventarpflege bei Baumärkten zu wünschen übrig lässt? Hatte ich? Okay.

Woher kommt die Verstopfung?!

Der Übeltäter

Glücklich über den Fund (und um 70 Euro für das Dachrinnen- und Rohrreinigungsset ärmer) ging es zurück nach Hause. Erstmal das Klo abgehängt und von oben mit dem Reinigungsset gearbeitet aber keinen Widerstand gefunden. Wasser lief auch immer noch nicht wie erwartet ab. Selbst nach dem Spülen im Keller an einer unserer vielen Spülstellen passierte irgendwie keine großartige Veränderung. Es tropfte nur plötzlich das Wasser von der Decke unter dem Klo – sehr schlechtes Zeichen. Aber wie sagte Lysanda? Ein Problem nach dem anderen. Zu dem Zeitpunkt gingen mir allerdings die Ideen aus. Ich hatte schließlich in alle Richtungen gespült. Da hatte ich dann plötzlich den entscheidenden Geistesblitz. Ich öffnete die Haustüre und schaute hinüber zu unserem Rückstaudoppelverschluss. Und tatsächlich: Die Notfallklappe war geschlossen. Einer der Bauarbeiter muss sie aus verstehen getätigt haben. Also aufgemacht und siehe da: Das Wasser floss wieder. Ich hatte mal wieder Ockhams Skalpell nicht beachtet oder wie Lysanda sagte: Immer erst die Veränderung betrachten.

Blieb das neue Problem, dass wir das Klo nicht mehr dicht bekamen. Egal was wir bei der Rückmontage versuchten, es floss immer Wasser die Wand hinunter. Lysanda – als weibliches Wesen angewiesen auf eine Sitzmöglichkeit – fing so langsam an in Panik zu verfallen. Im Prinzip blieb nur noch einen Klempner zu rufen. Aber wir hatten ja mit Abwasser vertraute Monteure im Hof. Also ging ich erstmal diese Route und frage freundlich, ob sie uns vielleicht helfen konnten. Konnten sie: Sie stellten fest, dass die Dichtung im Rohr vom Wasserbehälter zur Toilette nicht mehr dicht wurde. Sie musste aber nicht getauscht werden. Es reichte sie gegen die Dichtung auf der anderen Seite (in der Toilette) auszutauschen. Problem gelöst. Ein halb überschwemmtes Badezimmer aber Lysanda konnte wieder ihren natürlichen Bedürfnissen nachgehen. Nein, nicht Putzen. Das habe ich dann gemacht. Ihr seid manchmal echt sexistisch…

Epilog

Ein verschütteter Graben

Im Verlauf des Freitags wurden noch drei Kernbohrungen (Wasser, Abwasser, Gas) vorgenommen, der öffentliche Grund (wie abgesprochen) aufgegraben und der Graben auf dem Grundstück soweit fertig gemacht, dass es heute theoretisch direkt losgehen könnte mit der Leitungsverlegung. Was die Tiefbauer allerdings zum Verfassungszeitpunkt noch nicht wissen: Sie haben scheinbar einen Teil unserer Pflastersteine ungünstig gelagert. Auf einem guten Stück ist irgendwann in der Nacht alles in sich zusammengefallen und ein Teil des Grabens nun wieder verschüttet. Das wieder zu beheben wird dann wohl ihre erste Aufgabe sein. Zum Glück sind weder unsere Haustürtreppe noch die Mauer gegenüber mit eingestürzt.

Und damit müsste ich alles berichtet haben, was es zu den zwei Tagen berichtenswertes gibt. Wie gesagt wesentlich mehr als erwartet. Mal schauen wie es heute und morgen aussieht. Geplant ist, dass morgen Abend in Sachen Außenarbeiten alles fertig ist. Ganz glaube ich da noch nicht dran. Aber ich werde euch kommenden Montag sicherlich ausführlich berichten.

Sicarius

Tagebuch eines Hausherrn #28

Der Öl-Vorrat neigt sich wie geplant dem Ende zu.

Es geht endlich los – also zumindest, wenn Sabine (nein, nicht Daiah – der Orkan) nicht alles so sehr durcheinanderwirbelt, dass die Handwerker erstmal woanders gebraucht werden. Wäre auch deshalb doof, weil natürlich jetzt alles schön durchgetaktet ist: Am Donnerstag kommt zuerst der Tiefbau, um die Gräben auszuheben und alles vorzubereiten. Am 17. und 18.2. haben sich dann die Monteure für den Gas-Anschluss sowie die vom Zuwasser angekündigt. Anschließend verlegt der Tiefbauer die Abwasserrohre und alles wird wieder zugemacht – das Ende der Außenarbeiten inkl. Abnahme durch die Stadtwerke (solange muss der Graben offenbleiben). Am 17. kommt außerdem die Öltankfirma zu einer Begehung, um zu schauen was und wie alles getan werden muss, um den Tank aus dem Keller zu holen.

Die Woche drauf, am 26.2. kommt hingegen der Schornsteinfeger. Er will nochmal den Schornstein durchfegen vor dem Heizungswechsel. Der findet dann am 27./28.2. statt, denn da haben sich die Heizungsbauer angekündigt. Ab dann sind wir vom fossilen Brennstoff Öl abgekapselt und verbrennen stattdessen den ebenso fossilen Brennstoff Erdgas. Ja, Erdgas ist technisch gesehen nicht viel besser als Erdöl was die Umweltbilanz angeht. Aber so tolle Sachen wie Geothermie oder Fernwärme gibt es halt bei uns (noch) nicht. Deswegen quasi nur der Wechsel von einem Übel zum nächsten. Es lohnt sich aber für uns, denn wir kriegen so den fast 55 Jahre alten 7.000l Stahltank aus dem Keller und gewinnen entsprechend Raum dazu. Außerdem ist Erdgas trotz einer gewissen Abhängigkeit zum Ölpreis (wird wohl größtenteils in den gleichen Gebieten gefördert) doch noch ein gutes Stück billiger. Und nein: Wir kriegen nicht stattdessen einen Tank im Garten oder so. Das Erdgas kommt tatsächlich einfach so aus der Leitung :smile: . Sobald der Öltank dann draußen ist, können wir das Abwasser innen neu verlegen lassen (ich wate nicht nochmal durch meine Scheiße) und die Aktion ist beendet.

Handwerker

Der Antrag für den Wasseranschluss

Übrigens gar keine einfache Sache so was zu koordinieren. „Kommunikation“ gehört auf Basis meiner bisherigen Erfahrung definitiv nicht zum Pflichtfach in der Berufsschule. Nichts gegen die Tiefbaufirma aber wenn ich mich nicht Ende Januar mal proaktiv erkundigt hätte, wäre der Anruf vermutlich erst vor ein paar Tagen mal gekommen von wegen „Ach übrigens: Wir kommen nächste Woche!“. Das ist wie mit der Post: Es wird immer erwartet, dass man einfach da ist. Als hätte man als Vollzeit-Arbeitnehmer nichts Besseres zu tun und braucht nicht auch ein wenig Vorlauf, um seine Termine entsprechend anzupassen.

Und selbst abseits des Termins wussten nicht alle Beteiligten so genau Bescheid, wie ich das erwartet hätte. Die Stadtwerke riefen mich z.B. vergangenen Donnerstag (vermutlich nach einem Anruf des Tiefbauers) an und meinten: „Wir sollen übernächste Woche was bei Ihnen machen, aber wir haben doch noch gar keinen Antrag von ihnen?!“ Bitte was? Ihr hattet mir doch ein Angebot geschickt und ich hab‘ es unterschrieben. Ja, ne so einfach geht das natürlich in der deutschen Bürokratie nicht. Da muss noch ein Formular mit Plänen ausgefüllt werden. Hat mir keiner meiner Kontakte dort vorher gesagt gehabt. Aber gut: Die Pläne hatte ich dank des Entwässerungsgesuchs griffbereit, das Formular war zügig ausgefüllt und dann per E-Mail alles hingeschickt. Bin also guter Dinge, dass das wie geplant hinhaut.

Also merke: Nicht nur ein Angebot von den Wasserwerken schicken lassen, wie viel das Verlegen und Anschließen kosten wird – auch gleich den Antrag bei den Stadtwerken anfordern!

Übersicht

Ich habe letzte Woche entsprechend viel Zeit mit telefonieren verbracht. Zwar hat die Tiefbaufirma prinzipiell die Koordination für alle Außenarbeiten durchgeführt – was ich natürlich erwartet hatte. Aber die Arbeiten im Inneren musste ich natürlich auf Basis der nun feststehenden Termine anleiern und offiziell beauftragen. Aber halten wir doch mal genauer fest, was eigentlich alles passiert, wer es macht und was es kostet:

Art der Baumaßnahme

Umverlegung der Abwasser- und Zuwasserleitungen (was tatsächlich aus Sicht der Stadtwerke jeweils ein Neuanschluss ist) sowie Herstellung eines Gas-Anschlusses plus Einbau einer Gasheizung und Abbau/Entsorgung eines Heizölbrenners.

10m² mehr Platz!

Im Außenbereich umfasst das ca. 25m Tiefbau mit Oberfläche. 2-3m davon sind im öffentlichen Grund und der Rest größtenteils mit Pflaster bedeckt (im Angebot stehen 33m² Pflaster rausnehmen und wiedereinsetzen). Wobei nur in ca. 13m Graben alle drei Versorgungsleitungen (Abwasser, Zuwasser und Gas) drin sind. Damit ich mir im Keller in Zukunft nicht mehr den Kopf stoße, kriegen wir nämlich eine komplett neue Mauerdurchführung für das Abwasser an einer anderen Hausseite. Sprich vor dem Haus treffen sich die Abwasserrohre, bevor sie dann zu einem Rohr vereinigt an den öffentlichen Kanal angeschlossen werden. Zusätzlich muss kurz vor Ende des Privatgrunds noch ein Revisions-/Kontrollschacht gesetzt werden. Der fällt in unserem Fall mit DN400 ziemlich klein aus (die Vorgaben verlangen eigentlich einen DN1000) aber da der öffentliche Kanal selbst viel zu wenig Überdeckung hat, macht es keinen Sinn so ein riesiges (und teures!) Monster da hin zu machen. Und da das Entwässerungsgesuch auch damit genehmigt wurde, gehe ich jetzt mal davon aus, dass das so passt :smile: .

Ursprünglich wollte ich unser Regenwasser ebenfalls mit in den Kanal laufen lassen aber das wurde mir von den Stadtwerken verboten, weil der Kanal in der Straße zu klein ist. Es bleibt also bei einer sogenannten „Bodennahen Versickerung“.

Beteiligte

Da ich mich tatsächlich vergleichsweise schwer getan habe die richtigen Firmen für die einzelnen Tätigkeiten zu finden – kenne ja schließlich nicht zwingend alle Fachbegriffe -, hier mal eine Liste aller Beteiligten:

  • Ingenieurbüro für die Erstellung des Entwässerungsgesuchs
  • Tiefbaufirma zur Herstellung der Gräben
  • Wasser-/Stadtwerke zur Herstellung der neuen Zuwasserzuführung und Abnahme der Abwasserleitungen
  • Gasversorger bzw. beauftragte Baufirma zur Herstellung des neuen Gasanschlusses
  • Kanalbaufirma (in unserem Fall identisch zur Tiefbaufirma) zur Außenverlegung der Abwasserrohre
  • Schornsteinfeger zur Vorbereitung und Abnahme der neuen Heizungsanlage (ja, er muss nochmal kommen)
  • Heizungsbauer zum Abbau der alten und Aufbau der neuen Heizungsanlage
  • Öltankbau-Unternehmen zum Abbau des alten Öltanks
  • Einer unserer Nachbarn, dem wir unser restliches Heizöl rüber pumpen werden. Die Entsorgung durch die Firma kostet nämlich sonst 0,39€ pro Liter – das kann man definitiv sich sparen.
  • TÜV für die Bescheinigung, dass der Öltank tatsächlich abgebaut wurde (ja, total Banane)
  • Sanitär-Installateur/Klempner (in unserem Fall identisch zum Heizungsbauer) zur Umverlegung der Abwasserleitungen im Haus

Ganz schön viele Leute für so eine vergleichsweise kleine Maßnahme. Kein Wunder, dass es so schwierig ist die unter ein Dach zu bringen.

Zeitfaktor

Die alte Ölheizung

Wie ihr oben schon sehen konntet: Der Hauptteil der Arbeiten wird innerhalb von drei Wochen abgeschlossen sein, wenn alles nach Plan läuft. Ist ja auch klar: Der Tiefbauer kann den Graben nicht ewig offenstehen lassen – die verkehrsrechtliche Anordnung zum Graben im öffentlichen Grund gilt glaube ich zwei Wochen. Also müssen er und die Versorger das Ganze zügig über die Bühne bringen.

Im Inneren des Hauses ist der Zeitdruck etwas weniger stark. Wir müssen zwar bis zu einem gewissen Stichtag Gas vom Versorger beziehen, sonst kriegen wir zusätzliche Kosten aufgebrummt, aber das ist in unserem Fall erst 2021. Es macht aber natürlich Sinn das ebenfalls möglichst zügig über die Bühne zu bringen. Außer dem eigenen Kontostand spricht ja normalerweise nichts dagegen sofort die Heizung auszutauschen. Und wenn man den Öltank länger stehen lässt, kommen schlimmstenfalls sogar nochmal Kosten für die zyklische Prüfung auf einen zu, die ja technisch gesehen dann nicht mehr notwendig wäre. Nach aktuellem Stand dürften wir aber mit allen Maßnahmen bis Ende März sein. Also 1 1/2 Monate von Start Tiefbau bis der Umverlegung des Abwassers im Keller. Die Vorarbeiten (Entwässerungsgesuch, Angebote einholen, etc.) haben da tatsächlich wesentlich mehr Zeit gekostet. Das dürfte mindestens doppelte so lange gedauert haben.

Das Material

Die genauen Details was alles verbaut wird/wurde, werde ich in den kommenden Einträgen bekannt geben aber in Sachen Heizung kriegen wir grob gesagt einen bodenstehenden Gas-Brennwertkessel. Warum „bodenstehend“? Weil der Heizungsbauer gesagt hat, dass die Wandgeräte nicht so super wären und es auch vom Hersteller darauf weniger Garantie gibt. Sind dann zwar etwas billiger aber bringt ja nichts, wenn ich es in 10 Jahren schon wieder tauschen muss. Aus dem Haus heraus werden hingegen Abwasserrohre der Größe DN100 bis zum Zusammenführungspunkt gelegt und dann auf ein DN150 gewechselt. Warum? Ganz einfach, weil das die Vorgabe von den Stadtwerken ist. Gemäß der Berechnung des Ingenieurs würde ein DN100 nämlich für unsere Hütte ausreichen – und der Unterschied zwischen DN100 und DN150 sind immerhin 3-4€ pro Meter! Und dann natürlich kommt noch der oben erwähnte Revisionsschacht dazu.

Die Kosten

Finale Preise habe ich natürlich noch nicht ganz genau und selbst dann werde ich sie wie immer an dieser Stelle freilich nicht alle nennen – gibt leider immer zu viele Leute, die sich damit dann versuchen irgendwas zusammenreimen und/oder es nicht ertragen können, dass man vielleicht etwas Geld hat und es auch noch ausgibt. Aber gut, das ist ein anderes Thema. Preise also: Nun, das Entwässerungsgesuch hat trotz Preisnachlass (es war ihm unangenehm, dass sein Angebot SO stark von der finalen Rechnung abwich) immer noch gut 2.500€ gekostet. Tiefbau als auch die Gasheizung befinden sich hingegen mit Arbeit und Material im niedrigen, fünfstelligen Bereich. Kein großes Geheimnis ist hingegen, dass der Gasanschluss mit nur rund 1.000 Euro zu Buche schlägt, weil der regionale Versorger ein entsprechendes Pauschalangebot hat („begrenzt auf eine bestimmte Anzahl an Häuser pro Jahr“). Der Wasseranschluss (wohlgemerkt ohne Tiefbau!) wird dafür ca. dreimal so teuer, denn die haben so eine schicke Pauschale leider nicht. Für den Abbau des Öltanks (inkl. Aufschneiden der Tür) und Umverlegung Abwasser innen kommt nochmal um den Dreh der gleiche Betrag dazu. Die Bescheinigung vom TÜV kostet hingegen 120€ und für die Abnahme der Anlage wird der Bezirksschornsteinfeger wahrscheinlich 250€ verlangen. Macht zusammen einen stattlichen fünfstelligen Betrag, den wir insgesamt auf diverse Konten überweisen müssen. Aber es ist natürlich eine Investition in die Zukunft. Ich hau‘ mir nicht mehr im Keller den Kopf am Rohr an, ich kann endlich meine Wasseruhr im Auge behalten und wir können z.B. ein Bad in den Keller bauen. Muss Lysanda nicht immer hochlaufen, wenn das Springen auf dem Trampolin mal wieder ihre Verdauung in Schwung gebracht hat :smile: . Außerdem steigert sich selbstverständlich der Hauswert. Ist für uns zwar aktuell nicht wichtig – wir wollen ja noch etwas länger hier wohnen bleiben -, aber man weiß ja nie.

Der KfW-Zuschuss 430

Unterm Strich also keine ganz so billige Sache, diese Baumaßnahme. Jetzt könnte man natürlich fragen: Gibt es da nicht irgendeine staatliche Förderung? Ja, gibt es theoretisch. Das ist zum Verfassungszeitpunkt der KfW 430. Da kann man für Einzelmaßnahmen 20% der Kosten zurückbekommen (maximal 10.000€). Darunter würde tatsächlich auch die Erdgasheizung (nicht der Anschluss selbst!) fallen. Das Problem ist: Es lohnt sich bei uns einfach nicht. Ja, wir würden natürlich am Ende der Aktion etwas zurückbekommen aber der Betrag würde unter 1.000€ liegen und dafür ist der Aufwand und die dafür notwendigen Ausgaben einfach zu groß. Es fängt schon damit an, dass ihr einen lizensierten Energieeffizienzberater beauftragen müsst, der die Maßnahme begleitet. Sprich er schaut sich das an, macht den Antrag und nimmt das Ergebnis ab. Und der macht das logischerweise nicht kostenlos, sondern schlägt gleich mal mit mehreren Tausend Euro zu Buche.

Natürlich hat die Kreditanstalt für Wiederaufbau ebenfalls an diesen Umstand gedacht und den KfW 431 ins Leben gerufen: Damit werden die Kosten eines Experten für Energieeffizienz bis zu 50% gefördert. Aber selbst damit muss eure Investition schon eine gewisse Größe haben (ich glaub‘ der Berater meinte min. 20.000€), bevor es sich wirklich lohnt. Deshalb haben wir (und auf Anraten des Beraters – was ich ihm wirklich zu Gute halte!) darauf verzichtet und bezahlen einfach alles aus eigener Tasche. Das ist im Ende tatsächlich billiger und weniger stressig.

Epilog

Und damit würde ich sagen ist es erst einmal genug für heute. Die Maßnahme dürfte unser größtes Ding seit den Renovierungsarbeiten vor dem Einzug vor vier Jahren (ja, ist tatsächlich schon wieder so lange her!) sein sowohl was die Kosten als auch den Aufwand betrifft. Aber anders als damals lassen wir dieses Mal alles von Handwerkern machen. Hoffen wir mal, dass das deutsche Urvertrauen in diesen Berufsstand heutzutage noch gerechtfertigt ist :smile: .

Wenn alles wie geplant läuft, gibt es dann vermutlich in zwei Wochen die Folge 29 mit dem Bericht zum (Miss)Erfolg der Tiefbaumaßnahmen. Und jetzt entschuldigt mich: Ich muss Magic: The Gathering – Puzzle Quest spielen. Meine Koalition erwartet eine bestimmte Punktzahl von mir…

Eine der Zeichnungen aus dem Entwässerungsgesuch

Vergangenen Freitag fand wie geplant die Aufzeichnung des GamersGlobal Jubiläumspodcasts statt. Wir waren zu sechst (mit Jörg) und haben rund 1 1/2 Stunden aufs Band gebracht. Unter anderem erwarten euch von mir folgende Themen: Warum ich 2011 Dark Souls nicht getestet habe, meine 8,5/10 für Duke Nukem Forever und die zwei Wertungen, mit denen ich im Nachhinein nicht ganz so glücklich war. Dürfte für fleißige Leser dieser Webseite alles nichts Neues sein aber reinhören solltet ihr natürlich trotzdem :smile: . Die Veröffentlichung erfolgt morgen um 8 Uhr an dieser Stelle.

Und damit ist das Thema „10 Jahre GamersGlobal“ für mich soweit ich weiß auch schon wieder abgeschlossen. Ich konnte zwar die Finger nicht davonlassen und habe tatsächlich ein bisschen mitgearbeitet (einen News-Vorschlag, ein paar Steckbriefe, News redigiert, etc.) – scheinbar zur Freude des aktuellen Oberarchivars :wink: . Das ist aber nur eine temporäre Sache, weil ich grad einfach wieder relativ häufig auf der Seite bin, um die Kommentare unter den Grußworten zu lesen. Das legt sich dann ganz schnell wieder.

Unterm Strich war (und ist) es ganz nett mal wieder etwas im Rampenlicht zu stehen (ich hoffe ein paar Leser bleiben dadurch auch hier auf der Seite hängen – hallo!) aber die Entscheidung GamersGlobal den Rücken zu kehren war und ist weiterhin die Richtige gewesen.

Zurück in den Alltag

Der Lese-/Ruhe-/Schlafbereich

Kommen wir nun zu den eigentlichen Themen des heutigen Eintrags: Was gibt es Neues zu berichten im Hause Lysanda? Nun, das Entwässerungsgesuch wurde schneller als erwartet genehmigt. Und auch die Anzahl der Korrekturen durch die Bearbeiterin bei den Stadtwerken war signifikant niedriger als erwartet. Soll uns recht sein, denn dadurch wird die Maßnahme für uns etwas billiger (so ein Revisionsschacht wird schon verdammt teuer je größer man ihn machen muss). Jetzt heißt es auf den Tiefbauer warten bis er uns endlich einen Termin nennt an dem es losgehen kann. Gas braucht sechs Wochen Vorlaufzeit, Zuwasser (die sind zuerst dran) zwei Wochen und Abwasser macht der Tiefbauer selbst. Muss nur anschließend bei offenem Graben von den Stadtwerken abgenommen werden. Unser Ziel ist es das alles noch dieses Jahr über die Bühne zu bekommen, damit wir dann nächstes Jahr bis Mai (nächste Öltankprüfung) die Innenarbeiten abschließen können.

Der Freizeitraum im Keller ist hingegen soweit fertig. Ja, wir haben in die Regale und Schränke immer noch nichts eingeräumt (hier und da muss noch etwas Rauchgeruch raus) und die ein oder andere Dekoration fehlt noch sowie ein kleiner Vorhang. Aber ich kann euch nun endlich mit einem zusammenfassenden Abschlussbericht beglücken. Also lasst uns mal zusammenfassen, was Lysanda und ich da unten getrieben haben und was es am Ende gekostet hat.

Der Anfang

Unsere Ausgangsbasis war ein Kellerraum mit ca. 40m² Grundfläche, der durch zwei in den Raum ragende Ecken grob in der Mitte geteilt ist. Es gab ein Fenster mit Holzrahmen, das sich nicht mehr richtig öffnen und schließen ließ. An einem Teilstück der östlichen Wand hing eine uralte Tapete, am anderen klebten in der Vergangenheit mal Bierdeckel. Die südlichen und nördlichen Wände waren hingegen rot gestrichen und die eine Hälfte der westlichen Wand ist mit einer Holzvertäfelung versehen. Der Rest war und ist wie auch die Decke weiß angemalt. Der Boden hatte hingegen irgendwann mal eine Versiegelung erhalten, die hat sich aber offensichtlich schon vor längerer Zeit angefangen in ihre Einzelteile zu zerlegen. Aufgrund des Wasserschadens unserer Vorbesitzer, war zudem der Putz an mehreren Wänden bis auf teilweise 30cm Höhe völlig unbrauchbar. Diesen Raum wollten wir nun in unser persönliches Fitnesstudio und eine Art Ruhe-/Leseraum/Sommerschlafplatz umwandeln.

So sah der Keller bei der Besichtigung vor dem Hauskauf aus

Der erste Schritt war das Aufräumen. Wie es sich für einen Keller gehört, stand natürlich alles kreuz und quer in der Gegend rum und es war auch in den anderen Räumen nicht genug Platz, um alles unterzubringen. Also haben wir erst alles von der einen Hälfte des Raumes in die andere geräumt, um Anfangen zu können. Dann habe ich die Tapeten und die Bierdeckelreste entfernt. Ging so weit ganz gut im Gegensatz zum Kellerflur, der leider immer noch auf mich wartet. Der nächste Schritt war der Austausch des alten Kellerfensters durch etwas Moderneres in Sachen Energieeffizienz und Einbruchschutz. Damit haben wir eine Firma beauftragt, da uns das bei aller DIY-Mentalität dann doch etwas zu heikel war. Auch die zum Fenster passenden Gardinen haben wir uns nähen lassen, da es irgendwie in den Geschäften für diese Größe nichts vorkonfektioniertes gab. Dafür haben wir eine Fensterbank aus einem Reststück weißem Deckenpanel  gebastelt (=zurechtgeschnitten und mit Montagekleber befestigt). Das sieht genauso gut aus wie ein Stück Metall oder Stein und war wesentlich billiger – und für die Katzen zum draufsitzen reicht es allemal.

Grobgestaltung

Anschließend konnten wir den alten, bröckligen Putz runterholen. Eine große Sauerei aber nicht das große Problem. Im Raum waren bereits vier Steckdosen vorhanden. Leider passte die Verteilung überhaupt nicht. An der westlichen Wand waren gleich vier Stück, auf der anderen Seite gar keine. Entsprechend wollten wir neue Steckdosen verlegen und da der Putz am Sockel eh ab war, war natürlich die Idee es Unterputz zu tun. Ich musste jedoch feststellen, dass ich vermutlich noch die nächsten Jahrzehnte damit beschäftigt gewesen wäre in die Steine der Außenmauer einen Schlitz reinzuklopfen. Entsprechend haben wir die Idee dann verworfen. Also einfach nur Knauf-Rotband an die Wand geklatscht und versucht einen guten Abschluss zwischen Wand, Boden und restlichem Putz hin zu bekommen. Keine einfache Sache und wir haben es auch definitiv nicht 100% gerade und gleichmäßig hinbekommen, da wir frei Hand gearbeitet haben. Wahrscheinlich hätten wir die Holzleistenmethode (gleichgroße Leisten setzen, dazwischen mit Putz auffüllen und dann mit dem Schieber drüberziehen) nutzen müssen. Aber Nägel habe ich in die Außenmauer partout nicht reinbekommen. Wenn man es allerdings nicht weiß, fällt es jetzt im fertigen Zustand nicht mehr auf. Davon abgesehen ist der Rest der Wand schon schief und krumm gewesen, von einheitlich verputzt gar nicht zu reden.

Die Löcher sind geflickt und die Farbe ist drauf.

Nach dem Verputzen kam logischerweise das Bemalen der Wände. Für die roten Wände haben wir uns entschieden sie weiß zu streichen. Die gleiche Farbe hätten wir eh nirgends gefunden und es hat auch den Raum ziemlich dunkel gemacht. Ich musste dadurch zwar 1 1/2mal Streichen aber dank der gut deckenden Farbe von Südwest hat es sehr gut funktioniert. Man sieht keine Flecken oder irgendetwas durchschimmern. Da wir beide aber kein Fan von komplett weißen Räumen sind, haben wir die östliche Wand komplett lachsfarben eingepinselt (vorher mit weiß die kritischen Stellen vorgestrichen). Das hatten wir noch vom Schlafzimmer übrig, es passt gut zu weiß und ist selbst nicht so dunkel, dass es stören würde. Die Beleuchtung des Raums erfolgt schließlich nur durch zwei Lampen und einem Kellerfenster. Da muss man schon etwas drauf achten wie man ihn gestaltet. Ursprünglich hatte der Raum sogar nur eine Röhrenlampe an der nördlichen Wand. Die haben wir dann entfernt und stattdessen die beiden Deckenlampen in jeder Raumhälfte in der Mitte montiert – plus einer teuren Doppelschaltersteckdose neben der Tür, um sie getrennt voneinander an- und ausschalten zu können.

Der Boden

Nach den Wänden folgte der größte Kostenpunkt: Der Bodenbelag. Wir hätten ihn zwar einfach neu versiegeln können, aber da es ja ein „Freizeitraum“ werden sollte, wollten wir schon auch gerne mal Strümpfig/Barfüßig drin herumlaufen können. Das ist auf einem Beton/Estrichboden natürlich nicht besonders angenehm. Und da wir im Schlafzimmer so gute Erfahrungen mit Kork gemacht haben, entschieden wir uns dafür hier ebenfalls welchen zu verlegen. Statt jedoch Korklaminat zu verwenden, griffen wir zu Klebekork. Der Hauptgrund dafür ist die wesentlich einfachere Verarbeitung (und vermutlich sogar ein günstigerer Preis). Klebekork lässt sich ganz einfach mit dem Messer schneiden. Das geht nicht nur schneller, man hat auch wesentlich weniger Verschnitt. Das Verlegen geht ganz einfach (Kleber auf den Boden und die Platte, warten, draufdrücken, fertig) und man kann sich besser an der Wand ausrichten. Außerdem muss man bei einer Beschädigung nicht gleich das halbe Zimmer wieder auseinanderbauen. Einfach die beschädigte und alle die bei dem Unterfangen mit kaputt gehen rausnehmen, neue einstreichen, rein und fertig. Nachteil ist aber, dass ihr Fugen kriegen könnt. Das ist uns in der zweiten Raumhälfte passiert. Da haben wir uns scheinbar in der Ecke irgendwie vermessen.

Beim Klebekork gibt es wie üblich preisliche Unterschiede. Wir haben uns im Keller für die nackte Variante entschieden, also ohne Versiegelung. Das ist die billigste, die man im Baumarkt findet (rund 10 Euro pro m²), gleichzeitig aber auch die empfindlichste. Aufgrund des Preisunterschieds zwischen mit und ohne Versiegelung und der Tatsache, dass wir eben nicht jeden Tag dort unten sind, haben wir mit eingerechnet, dass dadurch öfters mal eine Platte getauscht werden muss und sind zum Ergebnis gelangt, dass es trotzdem noch günstiger ist. Einziger, signifikanter Nachteil bisher: Die Oberfläche der unversiegelten Platten ist scheinbar so rau, dass ich mit einem normalen Putzlappen nicht zurande komme. Ohne viel Kraftaufwand komme ich da keinen Millimeter voran.

Vor dem Acryl sahen die Bodenleisten so aus

Zu guter Letzt mussten wir noch die Steckdosen befestigen, den Strom verlegen und die Bodenleisten montieren. Das haben wir dann einfach miteinander kombiniert. Sprich wir haben einen weißen Kabelkanal am Boden mit dem Kontaktkleber vom Kork festgeklebt und dort das Stromkabel durchgezogen. An der Wand mit der Holzverkleidung kam eine klassische Bodenleiste zum Einsatz (mit Nägeln). Für den Übergang an den restlichen Wänden haben wir uns hingegen für eine simple, weiße L-Plastikleiste entschieden. Da die Wände so dermaßen krumm und schief sind, dass wir das mit Nägeln sowieso nicht gescheit hinbekommen hätten, haben wir die dann auch auf den Boden geklebt und die Abstände (wie beim Kabelkanal) einfach mit weißem Acryl ausgespritzt. Sieht super aus und fällt absolut nicht auf – zumindest solange bis das Acryl vergilbt. Was wir aber nicht hoffen, schließlich haben wir extra zu Knauf gegriffen was ja angeblich hochwertig sein soll.

Der Inhalt

Da aufgrund des Korks ein paar Millimeter mehr Platz unter der Tür benötigt wurde, mussten wir die entsprechend etwas abschneiden. Da es sich aber glücklicherweise um eine alte Holztür handelte, war das absolut kein Problem. Angezeichnet, Stichsäge ausgepackt, fertig. Nun konnten wir also damit beginnen sauber zu machen, die Möbel aufzustellen und fleißig auszusortieren. Ja, wir hatten mehr Möbel im Keller stehen als wir gebrauchen konnten/wollten. Sowieso haben wir für den Raum nur zwei Sachen zusätzlich angeschafft: Einen Crosstrainer und ein Trampolin. Alles andere hatten wir entweder schon (z.B. mein altes Schlafsofa) oder haben es auf die eine (Nachbarn, Verwandtschaft, Kollegen) oder andere Weise (Free Your Stuff-Gruppen auf Facebook) geschenkt bekommen. Darunter einen Stepper, eine Rüttelplatte, zwei Nachttischchen, mehrere Regale und Schränke, einen Sekretär, einen Fernseher und einen Fernsehtisch. Von Don Quichotte haben wir sogar ein paar Spiegelfliesen bekommen. Die haben wir an der Holzvertäfelung befestigt (mit Spiegelklebestreifen), um stilecht eine kleine Spiegelwand zu haben. Sehr praktisch, um beim Training die eigene Stellung zu korrigieren. Billiger geht es nicht. Und bevor der Kram auf dem Sperrmüll landet, warum ihm nicht ein zweites Leben schenken? Wir hatten wie gesagt sogar noch einiges übrig, dass wir bis auf die Vitrine bereits weiterverschenkt haben.

Zwei Nachteile hat diese Methode natürlich: Die Möbel passen farblich mitunter nicht ganz zusammen (siehe z.B. Fernsehtisch und Schränke), was uns aber relativ egal ist, und die Nachbarschaft war eine Raucherfamilie. Entsprechend mussten wir diesen Geruch irgendwie aus den Möbeln rausbekommen. Sonst wären wir da unten bestimmt nicht glücklich geworden. Die Lösung: Effektive Mikroorganismen. Die funktionieren nicht nur bei Katzen und Menschen, sondern fressen eben auch die stinkenden Mikroben in den Möbeln auf. Dauert halt hier und da etwas länger (standen ja Jahrelang im Mief), weshalb wir bei zwei abschließbaren Schränken noch nicht ganz fertig sind. Aber selbst bei denen ist schon ein himmelweiter Unterschied seit den Behandlungen riechbar.

Der Aufwand

Der Fitnessbereich

Kommen wir zum Abschluss noch zum eigentlich interessanten Teil: Den Kosten. Ein Ziel mit dem Freizeitraum war, dass wir uns die Gebühr für das Fitnessstudio in Zukunft sparen können. Anfang September ist unsere Mitgliedschaft entsprechend ausgelaufen und der Fitnessbereich des Zimmers war auch tatsächlich pünktlich fertig. Gekostet hat die Zugehörigkeit für jede Person rund 45 Euro pro Monat. Macht 1.080 Euro im Jahr. Also nicht unbedingt wenig. Für das Herrichten und Ausstatten des Raumes haben wir hingegen am Ende rund 3.500 Euro ausgegeben. Etwas mehr als wir den Handwerkern für den Doppelstabmattenzaun in die Hand gedrückt haben. Davon entfallen aber allein gut 2.000 Euro auf den Crosstrainer, das Trampolin und kleinere Sportgeräte wie Hanteln und Therabänder. Das Fenster hat hingegen mit Gardinen rund 800 Euro gekostet und der Kork um die 450 Euro. Bleibt nicht mehr viel übrig für das restliche Material (250 Euro, um genau zu sein). Und die Möbel haben uns wie gesagt überhaupt nichts gekostet, weil sie entweder sowieso schon rumstanden oder wir sie geschenkt bekamen.

Durch den Verzicht auf das Fitnessstudio macht sich der Raum quasi schon nach drei Jahren bezahlt – und wir haben logischerweise noch mehr Vorteile davon. Ja, wir müssen dafür jetzt wieder Zuhause Duschen aber wie schon mehrfach erwähnt ist Wasser in Deutschland eh viel zu billig. Dafür haben wir keine Fahrtkosten und haben einen nun ausgebauten Wohnraum, der nur zur Hälfte ein Fitnessbereich ist. In die andere Hälfte kommen Bücher, da unsere Regale im ersten Stock schon aus allen Nähten platzen und er kann als Gästeschlafzimmer und als „Chillzone“ dienen. Ach und es ist natürlich grundsätzlich eine Wertsteigerung für das Haus, auch wenn wir weiterhin nicht planen hier auf lange Sicht auszuziehen.

Ausgelassen habe ich bei dieser Rechnung freilich unsere Arbeitszeit. Wir haben schließlich so einige Wochenenden und Abende im Keller verbracht. Aber das ist ja bekanntlich immer Abwägungssache und uns war es das logischerweise Wert diese Zeit zu investieren.

Epilog

Und damit habe ich hoffentlich alle Fragen beantwortet, die ihr nicht hattet. Wir haben unser Haus wieder ein Stück mehr an unsere Vorstellung angepasst und es noch wohnlicher gemacht. Ja, es hat wieder Geld und Zeit gekostet aber ich vergleiche es mal mit Dark Souls: Die Bosskämpfe sind anstrengend, liegt er aber erst einmal mit der Nase im Dreck ist das Glücksgefühl es geschafft zu haben sehr groß. Und für die Katzen ist es aktuell ein Wunderland.

Jetzt entschuldigt mich aber: Ich muss runter und Sport treiben. Mein Bauch ist immer noch viel zu fett. Und ja: Wir haben uns dafür trotzdem wieder Termine eingestellt (drei Mal die Woche). Ihr wisst ja wie das sonst laufen würde :wink: .

The Divison (Herstellerbild)

118 Stunden zeigt der Spielzeitzähler mittlerweile für The Division und ich muss sagen: Ich bin kurz davor das mit den letzten vier Schilden einfach sein zu lassen. So fehlen mir noch vier exotische Waffen, die einfach nicht droppen wollen und von den drei notwendigen High-End-Sets habe ich sogar noch kein einziges vollständig. Und obwohl es im Spiel theoretisch 5.335 Commedations-Punkte (Mini-Achievements) zu verdienen gibt, fehlen mir immer noch 600 bis zum Ziel von 3.000 für das Schild. Das einzige Schild, welches tatsächlich in Reichweite ist, ist das wofür ich den Survival-Modus mindestens fünf Stunden lang spielen muss.

Es macht sich halt doch sehr stark bemerkbar, dass ich zum einen keine richtige Gruppe zum Zocken habe, um z.B. die Missionsherausforderungen zu meistern („Schaffe Mission X in einer Gruppe auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad ohne zu sterben“). Und zum anderen die Spielerzahl grundsätzlich nicht mehr ganz so hoch ist, um es zumindest mit „Randoms“ zu versuchen. So bleibt mir nur das Farmen der stupiden Sachen wie „töte 10.000 Gegner vom Typ X“ oder „schaffe X Missionen“ und das hört sich nicht nur langwierig an, es ist es logischerweise auch. Luxusprobleme – ich weiß :smile: .

Und sonst?

Immerhin ist Mr. Subwoofer vergangenen Mittwoch erfolgreich und funktionsfähig aus Berlin zurückgekehrt. Trotz der guten Qualität des Teufel CAGE ist es definitiv sehr angenehm endlich mal wieder ohne Kopfhörer vorm Rechner sitzen und Musik hören zu können (aktuell das Album Simple Forms von The Naked and Famous). Den Karton mit dem Teufel den Subwoofer zurückgeschickt hat, werde ich mir dieses Mal logischerweise aufheben. Allerdings sichert sich Teufel erneut ab: Es liegt ein Zettel darin, der darauf hinweist, dass zwar der Außenkarton für mehrfachen Versand geeignet ist. Für die gespritzten (Styropor?)Ecken geben sie aber keinerlei Garantie. Sprich: Schick ich Subbi mit genau der Verpackung nochmal nach Berlin und er kommt wieder beschädigt an, wird DHL erneut behaupten, dass es nicht richtig verpackt wurde. Hoffen wir einfach, dass er dieses Mal wieder länger durchhält und es dann adäquaten und bezahlbaren Ersatz gibt.

Und wenn wir schon am munteren Labern sind: Der Freizeitraum im Keller ist prinzipiell fertig. Alle Renovierungsarbeiten sind abgeschlossen und die Möbel und Fitnessgeräte stehen dort, wo sie hinsollen. Am Freitag haben wir auch das erste Mal dort unten trainiert (Fitnessstudio lief am 5.9. aus). Doch Details und Fotos gibt es erst in einem der kommenden Einträge. Aktuell sieht es noch etwas aus wie auf einem Schlachtfeld (überall Werkzeug), die Dekoration fehlt und eingeräumt ist ebenfalls noch nichts in die Schränke und Regale. Lysanda muss erst noch den Rauchgeruch endgültig aus den Möbeln der Nachbarn rausbekommen.

Und sonst noch?

Der alte Feuerungsmanager unserer Ölheizung.

In Sachen Tiefbau sind wir hingegen mittlerweile soweit, dass das Entwässerungsgesuch bei den Stadtwerken eingereicht werden konnte. Hat doch etwas länger gedauert vom Ingenieur die Unterlagen erstellen zu lassen (und dadurch ca. 400 Euro mehr gekostet) als erwartet aber dafür sollte es keine großen Probleme geben und wir in 2-3 Wochen die Freigabe haben. Danach kann es dann endlich losgehen – mit der zeitlichen Planung der Maßnahme. Ja, bis der Bagger kommt wird noch ein paar Wochen dauern. Muss ja alles koordiniert werden (Zuwasser darf anfangen) :smile: .

Netterweise hat uns jetzt die Ölheizung auch nochmal kurz vor ihrem Lebensende gut 120 Euro an ungeplanten Kosten verursacht. Keine Ahnung warum aber irgendwie scheinen Sachen, die man plant abzulösen, immer plötzlich kaputt zu gehen. Hatte ich in Bezug auf meine PC-Hardware schon häufiger beobachtet. Egal: Der Feuerungsmangager hatte den Geist aufgegeben. Er empfing zwar noch das Signal, dass er loslegen soll aber die Zündung kam nicht. Somit blieb der Brenner aus und die Heizung kalt. Vermutlich ist er schon länger hinüber aber dank der Solarheizung merken wir sowas logischerweise erst, wenn draußen nicht mehr genug Sonne ist, um das Wasser im Puffer warm zu machen. Das war nun quasi der Fall. Aber das Ersatzteil war zügig da und der Einbau kein großer Akt (drei Schrauben). Jetzt wird’s wieder warm.

Lesestoff

Nachdem nun die erste DINA4-Seite in Word voll mit Text ist, kommen wir nun zum eigentlichen Thema des heutigen Eintrags: Ich lese weiter fleißig Bücher. Ja, der Fernseher bleibt im Hause Lysanda aktuell sehr häufig aus (noch 42 Folgen Sailor Moon und 1 Film). Stattdessen lesen wir viel. Zum einen, um unseren Snackkonsum am Abend zu reduzieren. Zum anderen aber auch einfach, weil unsere Regale voll sind. Und da ich sonst nichts zu erzählen habe (spiele ja nur The Division), belästige ich euch eben mit einem weiteren Bericht zu einem Buch von meinem Nachtschrank:

(Cover)

Hints & Tips for Videogame Pioneers (2016, Englisch) – Andrew Hewson ist einer der Pioniere auf dem britischen Spielemarkts und sogar Mitbegründer der ELSPA – quasi von 1989 bis 2003 die britische Version der USK. 1984 hat er mehr zufällig als tatsächlich geplant mit Hewson Consultants einen Spielepublisher eröffnet – mit großem Erfolg. Hewson schaffte es sich einen sehr guten Ruf zu erarbeiten und so die besten britischen Programmierer anzulocken, die über ihn ihre Spiele veröffentlicht haben wollten. Darunter Titel von denen ich bisher nie gehört hatte wie Uridium, Pilot, Technician Ted oder Exolon. Ja, irgendwie weiß ich über die Spieleindustrie der 80iger echt wenig…

Hewson Consultants existierte bis 1991 ihm eine große deutsche Ladenkette plötzlich einen Abnahmevertrag kündigte. Der dadurch entstandene Einnahmeneinbruch zwang ihn zur Insolvenz. Anschließend gründete er mit 21st Century Entertainment einen weiteren Spielepublisher, der sich neben der Neuvermarktung der Hewson-Consultants-Bibliothek voll und ganz auf Pinball-Spiele konzentrierte (Pinball Dreams, Pinball Illussions, etc.) und damit zumindest bis 1998 erfolgreich war, dann aber in finanzielle Schwierigkeiten gerit und anno 2000 endgültig geschlossen wurde. Nach einer längeren Pause hat er mittlerweile mit seinem Sohn Rob Huey Games gegründet und hilft erneut Indie-Titeln auf den Markt.

Der Inhalt

Der Titel des Buchs ist eine Anlehnung an Hints and Tips for the ZX Spectrum, Hewsons erstem Buch und der Entstehungsgrund für Hewson Consultants. Nach der Veröffentlichung schickten ihm Hobbyprogrammierer einfach ungefragt ihre Spiele und er sah das Potential darin. Im Buch selbst erwarten euch jedoch weniger Hinweise und Tipps für Videospielepioniere als vielmehr eine Autobiographie über Andrew Hewson und seine beiden Firmen. Beginnend mit einer umfangreichen Historie zu seinem Familienstammbaum berichtet er auf den knapp 250 Seiten über seine Anfänge, den damaligen Zustand der britischen Spieleindustrie und reflektiert über die Entscheidungen, die er getroffen hat. Dazu gibt es viele Hintergrundinformationen über die Entstehung der zahlreichen Spiele, die seine Firmen über die Jahre veröffentlicht hat. Dazwischen kommen immer mal wieder die Entwickler selbst zu Wort und dürfen ihre Sicht der Dinge darlegen. Das hilft den logischerweise etwas einseitigen Blickwinkel etwas zu vergrößern. Zumal – und das rechne ich Andrew Hewson stark an – darüber auch kritische Aussagen über ihn und seine Arbeit ins Buch kommen.

Leider flacht der Detailgrad mit zunehmender Seitenzahl stark ab. So wird die Zeit von 1991 bis 2000 auf nur 40 Seiten abgehandelt – sehr viele davon gefüllt mit O-Tönen von DICE (ja, das Battelfield-Studio), den Machern von Pinball Dreams. Und selbst davor merkt man Hewson an, dass er entweder nichts mehr zu erzählen hat oder will. Vermutlich eher letzteres, da man im Intro erfährt, dass ihn sein Sohn faktisch dazu zwingen musste das Buch zu schreiben. Er gibt offen zu, dass er eigentlich keine Lust dazu hatte und sich mehr gequält hat als mit Freude seine Lebensgeschichte nieder zu schreiben. Das ist äußerst schade und natürlich leidet die Qualität des Werks darunter merklich. Ich bin mir sicher, dass noch mindestens 50, wenn nicht sogar 100 Seiten mit interessanten Fakten hätten gefüllt werden können. So fliegt man über die Jahre und die Spiele nur so drüber und die nicht weniger spannende Zeit Ende der 80iger (u.a. Nintendos Einschlag auf dem britischen Markt) kommt nicht richtig zur Geltung.

Beim Christoph meint: Von mir gibt es magere 2 von 5 Sics. Trotz des irreführenden Titels ist das Buch prinzipiell sehr interessant und man erfährt theoretisch einiges über die Entstehung des britischen Spielemarkts und den ersten Blockbustern. Es leidet aber einfach zu stark darunter, dass der Autor keinen Bock hatte wirklich seine Geschichte zu erzählen. Das führt nicht nur dazu, dass ich selbst als Leser schon nach dem Vorwort keinen Bock mehr habe. Warum soll ich schließlich einem Autor meine wertvolle Zeit schenken, der selbst zugibt einfach nur was hingeklatscht zu haben? Viel schlimmer ist aber wie gesagt, dass dadurch nach den ersten Kapiteln die Jahre nur so verfliegen und viele spannende Details, die so jemand liefern könnte, der tatsächlich live dabei war gefühlt nicht zur Sprache kommen. Und so super es auch ist die Entwicklersicht zu erfahren: Sehr böse ausgedrückt sind diese Textboxen nur dazu da den Umfang des Buchs zu erweitern. Und dann hätte ich mir zudem den ein oder anderen Screenshot zu den besprochenen Titeln gewünscht. Nach dem Lesen blieb ich entsprechend enttäuscht zurück. Zumal das Werk definitiv sehr viel Potential gezeigt hat. Es ist grundsätzlich gut strukturiert, Hewson hat eine gute Schreibe und es gibt die Lichtblicke hier und da, wo er viel und leidenschaftlich erzählt. Es bringt aber nichts, wenn am Ende des Tages dann doch die Hälfte des Inhalts fehlt. Somit bleibt mir als Empfehlung nur: Wenn man es für wenig Geld in der Ramschkiste findet, kann man es mitnehmen. Eine absolute Leseempfehlung ist es aber nicht. Wer sich hingegen ernsthaft für die Thematik interessiert ist mit Werken wie Britsoft: An Oral History oder A Gremlin in the Works wesentlich besser bedient.

Die Heilung schreitet gut voran

Bevor wir zum heutigen Thema kommen, wollt ihr sicherlich erst einmal den aktuellen Status zu meiner Hand wissen. Bitte? Das interessiert euch nicht die Bohne? Ihr könnt manchmal echt herzlos sein, liebe Besucher… *sniff* Aber davon lass ich mich selbstverständlich nicht beirren. Wie angekündigt wurden vergangenen Montag die restlichen Fäden gezogen. Am Zeigefinger war das soweit okay. Am Daumen hingegen…holla die Waldfee das waren vielleicht Schmerzen als die Dame am Faden auch nur gezogen hat. Nicht so schlimm wie die Betäubungsspritze im Krankenhaus aber dafür mit wesentlich längeren Nachwehen. Ganz schön empfindlich so ein Daumen. Am Dienstag kamen dann die Pflaster endgültig runter und die vermutlich langwierige, letzte Phase der Heilung konnte beginnen.

Seitdem hat sich die obere Hautschicht teilweise abgeschält und der Daumen ist trotz der Schmerzen beim Ziehen der Fäden tatsächlich in Ordnung, was das Gefühl und die Beweglichkeit angehen. Der Zeigefinder – der ja bei der ganzen Sache den Großteil des Schadens genommen hat – bereitet mir aber noch Sorgen. Die Wunde ist immer noch stark geschwollen (hat aber abgenommen), er fühlt sich weiterhin halbseitig taub an und verursacht bei bestimmten Bewegungen weiterhin starke Schmerzen. Ja, auch beim Tippen bzw. sogar, wenn ich einfach nur längere Zeit die Hand auf der Tastatur liegen habe. Wird also erneut nicht der längste Eintrag heute. Mal schauen wie sich das weiterentwickelt. Vor allem, weil ich diese Woche wieder ganz normal auf die Arbeit gehe (war zwei Wochen krankgeschrieben).

Für Mittwoch hat sich hingegen ein Carepaket des Herstellers angekündigt. Mal schauen was da drin ist. Waren sehr umgänglich und man muss ja nicht immer gleich bei allem mit dem Anwalt anrücken (der mich vermutlich eh schief angeschaut hätte :smile: ). Die Fernanalyse hat ergeben, dass es sich höchstwahrscheinlich um einen Transportschaden handelte, der dann zu einem schleichenden Gärprozess führte. Dosen, bei denen schon bei der Herstellung irgendetwas schiefläuft, würden hingegen bereits nach 1-2 Wochen den Geist aufgeben. Das deckt sich mit unserer allerersten Erfahrung mit einer Bombage, die uns wie erwähnt eines morgens in der Küche einfach so explodiert ist.

Themawechsel

Es sieht schon wohnlich aus

Aber nun genug von Katzenfutterdosen und meiner Hand. Es ist mal wieder Zeit ein bisschen über die Fortschritte im Haus zu reden, wie ich finde. Wir waren schließlich seit April nicht untätig. Seit diesem Bericht haben wir es nicht nur geschafft die eine Hälfte des Raumes fertig zu machen. Es sind auch alle Wände gestrichen und der Kork ist im ganzen Raum verlegt. Der Kontaktkleber von Wicanders hat zwar nicht mehr gereicht aber trotz aller Bedenken hat es ebenfalls wunderbar mit dem aus dem Baumarkt so funktioniert wie wir es gewohnt warten. Außerdem sind die neuen Lampen an der Decke und ein Doppel-Schalter mit Steckdose neben der (aktuell ausgehängten Tür) montiert.

Was jetzt noch fehlt ist die Tür zu kürzen und die Steckdosen an der Wand. Das Kabel dafür wollten wir ursprünglich Unterputz verlegen aber der war nicht dick genug und in die Steine habe ich ohne großen Aufwand keinen Schlitz reinbekommen. Entsprechend haben wir uns am Ende für einen Kabelkanal am Boden entlang entschieden. Vorteil ist, dass wir hier dann auch keine Bodenleisten brauchen. Unterm Strich also nicht mehr viel Arbeit bevor das wirklich Interessante beginnt: Das Einrichten. Haben ja aktuell im Keller dank der alten Nachbarn so einiges rumstehen. Da wird es sicherlich schwer fallen zu entscheiden was bleiben darf und was wir weiterreichen. Und dann müssen wir noch für alles einen Platz finden, was vorher einfach nur in besagtem Raum gelagert wurde. Soll ja dann nicht mehr alles vollgestellt sein. Ich weiß: „First World Problems“ :wink: .

Das nächste Großprojekt

Wir nähern uns also dem Ende eines weiteren Hausprojekts. Dann sind alle drei Kellerräume soweit renoviert wie wir sie haben wollen. Was fehlt ist dann „nur“ noch der Flur mit seinen Drecks Raufasertapeten, die nicht runtergehen wollen… Aber gut: Das Thema ist mittlerweile auch etwas weiter nach hinten gerutscht. Stattdessen haben wir uns das nächste Großprojekt vorgenommen, da der Zeitpunkt gerade passt. Und zwar wollen wir unseren Ölofen und damit unseren Öltank in Rente schicken. Da der Tankinhalt nur noch einen Winter reicht und nächstes Jahr ebenfalls Reinigung und TÜV fällig wären, macht es Sinn das bis dahin über die Bühne gebracht zu haben. Und zwar soll stattdessen eine Gasheizung rein. Dafür brauchen wir logischerweise einen Gasanschluss. Die Gasleitung liegt zwar in der Straße aber damals wurde unser Haus scheinbar nicht daran angeschlossen. Also holen wir das jetzt nach. Und wenn wir sowieso den Graben aufhaben, wollen wir gleich noch ein bisschen mehr machen.

Zur Erinnerung: Heute geht sowohl unsere Zu- als auch Abwasserleitung durch Nachbars Garten. Das wollen wir dann ändern und die Anschlüsse in Zukunft von unserer Straße aus haben. Gleichzeitig möchte ich unsere Abwasserinnenverteilung verändern. Zum einen, damit endlich das Rohr aus dem Kellerflur verschwindet. Dauernd haue ich mir den Kopf an. Zum anderen, damit wir etwas mehr Gefälle kriegen (aktuell 0-1%). Also war ich in den letzten Wochen und Monaten damit beschäftigt mich über das Thema schlau zu machen und Angebote einzuholen.

Wasser abgeben? Ja ne…

Ein Abschnitt aus dem Entwässerungsgesuch

Interessanterweise ist die Problemstelle das Abwasser. Die Stadtwerke müssen euch nämlich erlauben, dass ihr euer Abwasser bei ihnen reinkippen dürft. Jetzt könnte man sagen: Das machen wir doch jetzt schon. Das zählt aber nicht, da wir nun technisch gesehen einen neuen Anschluss herstellen. Entsprechend müssen wir erneut ein sogenanntes Entwässerungsgesuch stellen. Das ist nicht nur ein anspruchsvoller Fragebogen – man braucht auch noch allerhand Pläne (z.B. Gebäuderiss) dazu und es muss ein Architekt mit seiner Unterschrift bestätigen, dass alles DIN-Norm XY und so entspricht.

Die Dame von den Stadtwerken meinte am Telefon so schön: „Nehmen Sie doch einfach die Sachen vom alten Entwässerungsgesuch – dürfte sich ja nicht viel geändert haben“ und prinzipiell hat sie auch recht. Blöd nur, dass unser Haus schon etwas älter ist (1966) und wir so gut wie keine Unterlagen haben. Schlimmer noch: Selbst bei den Stadtwerken und der Kommune gibt es nichts mehr zu unserer Hütte (gab‘ wohl mal einen Brand). Somit ist nichts mit abschreiben, sondern alles neu machen. Kostenpunkt? Mindestens 1.500 Euro (netto). Na danke… Und dann sind die Stadtwerke sich nicht einmal sicher, ob der Strich in der Planauskunft auf unser Grundstück tatsächlich in der Realität existiert oder nur falsch dokumentiert ist. Nene, da sollte man sich eigentlich drauf verlassen können. Aber gut: Sobald ich das Gesuch einreiche, werden sie eine (für uns kostenfreie) Befahrung machen und nachschauen. Doch ich möchte ja nicht nur meckern: Die Dame war grundsätzlich geduldig und hilfreich.

Teuer aber sinnvoll

Am Ende wird uns die ganze Maßnahme mit allem Drum und Dran nach aktuellem Stand einen mittleren fünfstelligen Betrag kosten. Nicht gerade wenig aber ich denke trotzdem, dass es eine gute Investition in die Zukunft ist. Zwar ist Gas ebenfalls ein fossiler Brennstoff (Geothermie oder Fernwärme gibt es hier leider nicht) aber doch noch weit billiger als Öl und wir gewinnen durch den Abbau des Öltanks einen kompletten Raum im Keller. Zu- und Abwasser wäre jetzt zwar keine großartige Notwendigkeit aber es macht langfristig Sinn und wie gesagt: Wenn der Graben sowieso offen ist, dann kann man ihn auch noch etwas tiefer machen (Zuwasser liegt ganz unten) und gleich alles reinwerfen. Ich werde euch wie immer auf dem Laufenden halten und am Ende selbstverständlich etwas genauer erklären was wie gemacht wurde und gekostet hat.

Nächste Seite »