Kaliumpulver

Kaliumcitrat

Beim Thema Gesundheit kommt man sich fast wie in einem Hamsterrad vor. Hat man ein Problem gelöst, kommt direkt schon das nächste hoch. So hatten wir im Eintrag über Eisen geschrieben, dass Lysanda ihr Restless Legs Syndrom (RLS) durch die Behebung ihres Eisenmangels verschwunden ist. Das war im Nachhinein betrachtet aber nur die halbe Wahrheit. Ja, sie hatte nicht mehr jeden Tag die Probleme aber komplett weg war es doch nicht. Es musste also noch irgendwo etwas sein. Bei ihren weiteren Recherchen ist sie dann auf eine relativ frische Studie (2016) aus Bangladesch gestoßen in der ein Zusammenhang zwischen RLS und einem Kaliummangel festgestellt wurde. Da stellte sich natürlich erst einmal die Frage:

Was ist Kalium?

Wie formuliert es Wikipedia so schön? „Kalium ist ein für die Erhaltung des Lebens essenzieller Mineralstoff“. Finde ich immer gut, wenn sich die Wissenschaft mal darüber einig ist, dass bestimmte Sachen für uns extrem wichtig sind. Aber Scherz beiseite: Kalium, früher auch Potassium genannt, gehört zu den Elektrolyten in unserem Blut und ist ein sogenanntes Makromineral. Dieser Begriff bedeutet nichts anders als, dass unser Körper eine relativ große Menge davon benötigt. Zu einem Elektrolyte wird hingegen ein Mineralstoff dann, wenn er in der Lage ist elektrische Ladung zu tragen, sobald er sich in einer Flüssigkeit auflöst. In unserem Körper ist das logischerweise vor allem unser Blut. Die Elektrolyte teilen sich außerdem auf in positiv geladene Kationen (Kalium, Natrium, Calcium und Magnesium) sowie negativ geladene Anionen (Chlorid und Bikarbornat und Phosphat).

Diese Elektrolyte sind immens wichtig für uns, denn sie helfen unter anderem bei der Regulierung der Nerven- und Muskelfunktionen und halten den Wasserhaushalt stabil. Oder um es an einem einfachen Beispiel festzumachen: Hätten wir keine Elektrolyte im Körper würden wir buchstäblich zu einem Haufen Matsch und Knochen zerfallen, weil alles Wasser aus uns herauslaufen würde. Die Zellmembranen sind nämlich grundsätzlich Wasserdurchlässig. Besonders Natrium sorgt jedoch dafür, dass der Flüssigkeitsspiegel in den sogenannten Flüssigkeitskompartimenten (Zellen, Zellzwischenräume und Blut) auf einem bestimmten Niveau gehalten wird. Der Körper stellt quasi fest, dass ihm irgendwo Flüssigkeit fehlt, schickt Elektrolyte hin und die rufen dann ihren Freund das Wasser an, um sie zu ihrer tollen Party in Zelle 123C einzuladen.

Gesteuert wird die Anzahl der Elektrolyte (und dem Wasser) im Blut übrigens durch die Niere. Sind zu viele da, filtert sie das Zeug raus und lässt es euch über den Urin und Kot ausscheiden. Ansonsten schickt sie sie zurück ins Blut. Durch unseren Atem verlieren wir zusätzlich ständig ein paar Elektrolyte. Und ja, ihr habt es richtig erkannt: Elektrolyte gehören zu den Salzen. Ohne die übrigens auch Wasser nichtleitend wäre. Kommen wir aber nun zurück zum Kalium.

Was macht’s?

Speck und Kalium

Es heißt, dass 98% des gesamten Kaliums in unserem Körper sich in Zellen befindet und davon wiederrum 80% in den Muskeln. Dort unterstützt es nicht nur das Wachstum, sondern ist vor allem zuständig zur Weiterleitung von Nervenimpulsen. Das Gehirn schickt quasi ein Signal an euren Arm von wegen „jetzt die Muskeln anspannen“ und das Kalium sorgt dafür, dass es dort ankommt und umgesetzt wird. Deswegen bekommt ihr bei einem zu hohem (Hyperkaliämie) oder zu niedrigem (Hypokaliämie) Kaliumwert im Blut unter anderem Probleme mit dem Herzen. Sprich Herzrhythmusstörungen und im schlimmsten Fall der Herzstillstand.

Allerdings ist unser Körper extrem gut darin mit Kalium umzugehen. Ist der Kaliumspiegel im Blut zu niedrig, holt es einfach welches aus den Zellen heraus. Und stellt ihr ihm zu viel zur Verfügung, dann ignoriert er es und leitet es direkt zum Hinterausgang. Entsprechend selten kommt es zur Hyperkaliämie. In so einem Fall liegt das Problem entweder bei den Nieren oder die Zellen haben irgendeinen Schaden, wodurch es ungehindert rausfließt. Nur wenn das eintritt kann der Kaliumspiegel im Blut zu hoch werden und tolle Sachen wie Darmverschluss, Muskelschwäche und Lungenversagen eintreten.

Der umgekehrte Fall ist da schon wahrscheinlicher. Entweder, weil ihr nicht genug Kalium über eure Ernährung aufnehmt oder aus diversen Gründen (z.B. Durchfall oder Nierenüberfunktion) einen erhöhten Ausschuss habt. Die Symptome einer Hypokaliämie sind jedoch relativ identisch zur Hyperkaliämie. Auch hier können Lähmungen, Muskelschwäche und dergleichen auftreten. Also definitiv keine lustige Angelegenheit.

Menge?

Kalium in Reinform gibt es in der Natur nicht. Es ist stattdessen in anderen Mineralien wie Kainit, Slyvin oder Muskovit zu finden. Außerdem gibt es die Kaliumsalze, die durch Verdampfung auf ehemaligen Meeresböden entstanden sind. Wir bekommen das Kalium aber natürlich vor allem über unsere Nahrung in den Körper. Der absolute Minimumwert liegt wohl bei 2g/Tag. Nehmt ihr weniger zu euch, habt ihr bereits massive Probleme. Die DGE empfiehlt hingegen 4g/Tag. Sie gibt offen zu, dass sie für diesen Wert keine richtige Begründung hat. Stattdessen basiert dieser Schätzwert auf einer Studie in der die Kaliumausscheidung von in Deutschland lebenden Männern und Frauen gemessen wurde. Sprich man hat dabei festgestellt, dass im Durchschnitt 4g/Tag Kalium in Deutschland konsumiert werden und das als Richtwert festgelegt. Wahnsinn…

Die WHO empfiehlt hingegen mindestens 3,5g/Tag während z.B. Kanada schon einen Schritt weiter ist. Die sagen es sollten schon 4,7g/Tag sein, um nicht nur eine erhaltende, sondern auch eine präventive Wirkung zu haben. Studien haben wohl gezeigt, dass sich so Schlaganfällen, Nierensteinen und anderen Sachen vorbeugen lässt. Eine dieser Studien behauptet gleichzeitig, dass eine Menge von über 4,7g/Tag keinen gesundheitlichen Mehrwert hätte. Sprich hier wird der Körper einfach alles darüber direkt an den Darm weiterschicken.

Zu viele Bananen!

Kommen wir nun zur wichtigsten Frage: Woher bekommen wir unsere 4,7g/Tag? Durch Essen von Obst- und Gemüse – wie immer. In 100g getrockneten Sojabohnen sind z.B. 1,8g enthalten. Isst natürlich keiner. Auch 100g Pistazien (1g) dürften nur Hardcorepistazienliebhaber schaffen. Immerhin sind Nüsse grundsätzlich ein guter Kaliumlieferant (Mangeln 705mg, Erdnüsse 674mg). Gerne genannt werden außerdem Bananen (gekocht – 464mg) und Spinat (gekocht – 466mg). Wir empfehlen es aber nicht jetzt 10 Bananen zu essen. Da habt ihr dann zwar vielleicht eure Tagesdosis Kalium aber dafür u.a. sehr viel Zucker intus.

Und auch für Leute, die Obst- und Gemüse für unnötige Platzverschwendung auf dem Teller halten: Wer viele Kohlenhydrate zu sich nimmt, kommt dadurch tatsächlich (wie die DGE-Studie gezeigt hat) ebenfalls relativ einfach auf seine 4g/Tag. In 100g Pommes Frites sind z.B. immerhin 550mg enthalten, Vollkornbuchweizenmehl hat auch seine 577mg. Wer 100g Weizenkleie (die Schale der Weizenkörner) isst, bekommt sogar die volle Dröhnung mit 1,35g. Aber das macht keiner. In normalem Weizenmehl sind hingegen nur noch 107mg. Die Portion Spaghetti Bolognese (100g Tomatenmark hat 1g) ist trotzdem gut für den Kaliumhaushalt.

Ein etwas hoher Kaliumwert im Blut.

Ihr seht: Probleme mit einem niedrigen Kaliumspiegel haben also vor allem die, die sich Low Carb ernähren oder an Krankheiten leiden. Es empfiehlt sich zwar trotzdem mal nachzuschauen, was man den ganzen Tag so isst und ob da genug Kalium drin ist. Im Normalfall sollte das Minimum aber erreicht werden – solange der Bauer fleißig düngt, denn wo nichts ist, kann nichts rauskommen. Das Kalium in der Erde wird von der Pflanze aufgenommen, der Bauer holt sie aus dem Acker raus und ihr esst es dann. Vergisst er anschließend Kalium zu düngen, habt ihr nicht nur keins auf dem Teller. Auch die Pflanzen leiden bereits darunter und werden nicht so schön, wie es der normale Verbraucher erwartet.

Wertermittlung

Euer Kaliumwert ist tatsächlich im normalen Bluttest enthalten. Die Normwerte liegen hier je nach Labor so zwischen 3,5 und 5,1mmol/l. Dabei entspricht 1 mmol 39,1mg womit wir bei 136,85mg bzw. 199,41mg Kalium im Blut wären. Es stellt sich für mich aber die Frage wie Aussagekräftig dieser Wert tatsächlich ist. Wie oben erwähnt befinden sich 98% des Kaliums in den Zellen und der Körper reguliert selbstständig wie viel im Blut rumfleucht. Das bedeutet für mich: Der Wert ist ähnlich wie beim Magnesium solange normal bis im Prinzip alles Kalium in den Zellen ausgesaugt wurde und man vermutlich schon tot irgendwo rumliegt. Der Blutwert dürfte hingegen nur dann schlecht sein, wenn z.B. ein Nierenproblem vorliegt.

Eine genauere Aussage liefert entsprechend vermutlich der Urintest, bei dem man ähnlich wie beim Jod- oder Vitmain B-Test oben was reinkippt und schaut wie viel davon unten wieder rauskommt (=Überschuss). Da ist zwar auch eine gewisse Unschärfe drin, weil man die Schnelligkeit berücksichtigen muss mit der der jeweilige Proband das Kalium verarbeitet. Aber man bekommt immerhin eher ein Gefühl dafür wie viel Kalium der Körper verbraucht und kann daraus dann besser ableiten ob das gut oder schlecht ist als beim reinen Blutwert.

Unsere Erfahrung

Ein Eimer Kalium

Lasst uns nun zum Abschluss des heutigen Eintrags den Kreis schließen. Lysanda ist auf Kalium gestoßen, weil sie immer noch Probleme mit RLS hatte. Sie hat dann von der Studie erfahren, bei der 100% der 68 Probanden nach 45 Tagen vollständig beschwerdefrei waren und hat angefangen Kalium zu substituieren. Da die Kapseln immer so extrem teuer sind, haben wir uns dafür vor zwei Jahren unseren ersten Eimer Kaliumcitrat Monohydrat gekauft. Das Produkt hat eine Pharmaqualität von 99% und einen Kaliumgehalt von 36%. Reines Kalium gibt es wie gesagt nicht. Davon hat sie Anfangs zwei gehäufte Teelöffel pro Tag genommen, was ungefähr 12g entspricht und ca. 4,3g Kalium enthält. Mittlerweile ist es nur noch ein gehäufter Teelöffel pro Tag. Und siehe da: Das Restless Legs Syndrom ist komplett verschwunden. Keine schlechten Tage mehr, an denen es doch noch hochkommt. Perfekt!

Nach der Recherche für diesen Eintrag ist das für mich sogar logisch: Kalium ist vor allem in den Muskeln und steuert dort die Nervenimpulse. Für den Körper sind hingegen die Extremitäten keine ganz so essentiellen Körperbestandteile. Sprich wenn ihm Kalium irgendwo fehlt, zieht er es vermutlich erst einmal aus den Beinen und den Armen ab, um den restlichen Körper am Leben zu erhalten. Zwar kann RLS – anders als der Name impliziert – auch an anderen Stellen als nur den Beinen auftreten. Es ist aber doch am häufigsten dort zu finden. Warum es hingegen vor allem abends auf der Couch oder im Bett auftritt, kann ich allerdings nicht ganz so klar erklären. Könnte es mir aber damit herleiten, dass hier die Beine entspannt sind und keiner Belastung ausgesetzt sind. Also denkt vermutlich auch hier der Körper: „Geil, da wird’s grad nicht gebraucht! Raus damit und z.B. ab ins Herz!“. Das ist aber jetzt wirklich reine Spekulation von mir.

Und damit gebe ich ab bis Montag!

P.S: Natürliches Kalium ist übrigens radioaktiv. Das Kalium in eurem Körper verursacht mit 0,17mSv/Jahr fast 10% der natürlichen radioaktiven Belastung in Deutschland. Noch ein Grund eine Überdosis zu vermeiden :smile: .

So viele Vitamin-E-Varianten

Schon einmal was von Tocopherol oder Tocotrienol gehört? Nein? Aber bestimmt von Vitamin E, das ist nämlich der Sammelbegriff für diese fettlöslichen Substanzen zu denen neben den beiden genannten auch noch Tocomonoel und MDT (Marine derived tocopherois) gehören. Letztere sind aber nicht ganz so wichtig – zumindest nach dem aktuellen Forschungsstand. Alle gemeinsam haben sie, dass sie sich als Antioxidantien (=Ausschalten von freien Radikalen) betätigen und in vier verschiedenen Strukturen genannt Alpha, Beta, Delta und Gamma auftreten. Am besten erforscht wurden bislang die Alpha-Tocopherole und wenn jemand von Vitamin E redet, dann ist im häufigsten Fall Alpha-Tocopherol damit gemeint.

Das ist dann auch schon der erste Punkt, auf den man bei diesem Thema achten sollte. Sowohl die DGE-Empfehlung sowie viele der handelsüblichen (=Apotheke & Drogerie) Nahrungsergänzungsmittel enthalten nur diesen Strang. Gebrauchen kann euer Körper (wie so oft) alle Varianten, speziell aber die acht Tocopherole- und Tocotrienole-Varianten. Aber ich greife schon wieder vor. Wofür ist Vitamin E denn überhaupt alles gut?

Der Jungmacher

Dass Vitamin E sich als Antioxidans betätigt, hatten wir schon geklärt. Die Folgen davon sind klar: Es schützt die Zellen mit einer entsprechend großen Wirkung. So soll es nach ersten Studien ganz gut gegen Krebs sein (egal ob als Vorbeugung oder als Bekämpfung) eben, weil es die DNA in der Zelle vor Veränderungen sichert bzw. bei einem bereits vorhandenen Tumor das Übergreifen auf andere Zellen abstellt. Und so zieht sich das durch den ganzen Körper durch. In der Haut verhindert es Sonnenbrand (=Zerstörung der Zellen auf der Hautoberfläche), im Gehirn die Zerstörung von Nervenzellen (u.a. die Myelinscheide, deren Beschädigung wohl zu Alzheimer führt). Es verlangsamt den Alterungsprozess und soll sogar eurer Fruchtbarkeit auf die Sprünge helfen.

Mandeln sind gute und gesunde Snacks

Der Grund ist ganz einfach: Es schützt nicht nur die bestehenden Zellen, sondern auch die, die sich gerade im Aufbau befinden. Bei denen haben es die freien Radikale ja sonst besonders einfach sich ihr geliebtes Elektron abzugreifen. Das Ergebnis ist eine straffere, „jüngere“ Haut sowie eine verbesserte Wundheilung. Angeblich geht das sogar nachträglich, indem man Vitamin-E-Öl auf Narben aufträgt und einwirken lässt. Selbst getestet haben wir das aber noch nicht. Auch eure Haare (egal wo am Körper) freuen sich über das Vitamin. Kein Wunder, dass extrem viele Kosmetika damit werben vollgestopft mit Vitamin E zu sein (neben Q10 – aber das wird ein anderer Eintrag).

Und zu guter Letzt hilft es den Cholesterinspiegel auf einem natürlichen Niveau zu halten und wirkt entzündungshemmend.

Dosierung

Klingt super, oder? Und nein, jetzt kommt tatsächlich kein „aber“. Wie alle Vitamine, ist auch Vitamin E wichtig und man sollte genug davon haben. Hat man nicht genug, gibt es die üblichen Erscheinungen einer Hypovitaminose sprich Sachen wie trockene, faltige Haut, schlecht heilende Wunden und/oder Konzentrationsstörungen. Im Normalfall sollten aber die allerwenigsten von euch tatsächlich an einem Mangel leiden, wenn ihr euch – wie heißt es so schön – ausgewogen ernährt. Leute mit einem höheren Bedarf sind unter anderem Raucher (Stichwort „gelbe Haut“), Gestresste (sind wir das nicht alle manchmal?) oder Diabetiker, weil sie in ihrem Körper mehr freie Radikale herumfleuchen haben.

Die DGE empfiehlt, dass ihr 15mg Vitamin E (Alpha-Tocopherol) pro Tag zu euch nehmt. Das Maximum ist laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit bei satten 300mg pro Tag. Man sollte es aber definitiv nicht übertreiben, denn wie alle fettlöslichen Vitamine kann sich Vitamin E in eurem Körper anreichern, wenn ihr mehr reinkippt als ihr braucht. Ausgeschieden wird es nur, wenn ihr kein Fett dazu einnehmt und es der Körper somit erst gar nicht verarbeiten kann. Außerdem profitiert Vitamin E davon, wenn gleichzeitig ausreichend Vitamin C und Q10-Enzym im Körper vorhanden sind. Dann flutscht es noch besser.

Olivenöl

Woher?

Vitamin E in seinen unterschiedlichen Formen kommt vor allem in Nüssen und Ölen vor. Weizenkeimöl hat auf 100g z.B. 174mg Alpha-Tocopherol. Auch Sonnenblumenöl, was aus anderen Gründen nicht ganz so super ist, hat immerhin noch 62mg intus. Olivenöl ist mit 12mg zwar eher am unteren Rand aber nicht ganz schlecht. Allerdings: Wer trinkt schon 100g von irgendeinem Öl. Da sind die Nüsse schon interessanter: Mandeln (26mg) und Haselnüsse (15mg) sind eine gute Wahl. Mit 60g Nüssen habt ihr also schon euren Tagesbedarf gedeckt. Grundsätzlich sind auch alle Vollkornprodukte sehr zu empfehlen, da im Getreidekorn zwar nicht viel (1-4mg) aber zumindest etwas enthalten ist. Beim Erhitzen geht übrigens nichts verloren, da es wie alle fettlöslichen Vitamine hochgradig hitzebeständig ist.

Bei Obst, Gemüse und Fleisch ist hingegen nichts zu holen. Fische haben noch 1-2mg und in Schwarzwurzeln sind immerhin noch gut 6mg enthalten. Aber unterm Strich ist das nicht der Rede wert. Deswegen eine „ausgewogene“ Ernährung. Egal ob ihr den ganzen Tag nur Fleisch futtert oder euch als Veganer nur von Gemüse ernährt: Die Chance ist hoch, dass es dann doch nicht reicht. Aber wer seine Schüssel Nüsse am Arbeitsplatz stehen hat oder eben viel mit pflanzlichen Ölen hantiert, sollte relativ einfach die DGE-Empfehlung nicht nur mit normalem Essen erreichen, sondern auch überschreiten können.

Wenn ihr feststellen wollt, ob ihr ausreichend Vitamin E habt, dann hilft es auf die Ernährung zu schauen. Einen Blut- oder sonstigen aussagekräftigen Test haben wir nicht gefunden.

Unsere Anwendung

Dank unserer Abnehmbemühungen (LowCarb sowie wenig Kalorien = keine Nüsse), ist es aktuell nicht der Fall, dass wir unseren Tagesbedarf decken. Entsprechend haben wir uns für diese Ernährungsphase den mitteldosierten Vitamin-E-Complex (8 Stränge) von VitaminExpress geholt. Wenn ihr also unter eine der Risikogruppen fallt oder eure Ernährung eher weniger Nüsse und Öle enthält, können wir die Dinger (wie so vieles bei VitaminExpress) nur empfehlen. Dadurch, dass es vom Körper gespeichert werden kann, reicht z.B. bei unserer Ernährung eine Kapsel pro Woche. Aber wie gesagt: Im Normalfall solltet ihr Vitamin E nicht ergänzend einnehmen müssen, sondern den Bedarf über die Ernährung regeln können.

Der Bakterienzerstörer (hier in der Creme-Variante)

Wo wir auch hin fassen, überall sind sie: Bakterien. Egal ob auf der Küchenablage, auf Türklinken, in der S-Bahn oder dem Spülschwamm. Man kann ihnen nicht aus dem Weg gehen, höchstens drauftreten. Dabei sind doch Bakterien alle gefährlich. Sie machen einen schließlich krank. Also am besten alle töten. Und zwar sofort. Im Haushalt mit ätzenden Reinigern, im Körper packen viele Ärzte einfach das Breitband-Antibiotika aus. Blöd nur, dass nicht alle Bakterien böse sind. Vor allem die in und auf unserem Körper erfüllen in den meisten Fällen eine wichtige Funktion. Ohne sie können wir faktisch nicht leben. Wenn wir uns zum Beispiel den Darm anschauen, dann leben da Abermillionen von Bakterienkulturen drin. Hätten wir die nicht, wäre nicht nur unser Immunsystem völlig im Eimer, wir würden praktisch verhungern, weil niemand da ist um die Nahrung zu zersetzen und für uns nutzbar zu machen. Und je nachdem was wir essen, verändert sich auch der Bakterienzoo im Darm, da nicht alle Bakterien das Gleiche futtern.

Ein wichtiges Organ

Was der Darm mit dem Immunsystem zu tun hat? Nun, 80% der Immunzellen sind dort beheimatet. Der Grund ist ganz einfach: Aufgrund der großen Fläche (allein der Dünndarm hat 200m²) haben die bösen Sachen mehr Möglichkeit von dort in den Köper einzudringen. Um das zu verhindern, muss entsprechend eine große Abwehr dort unten aufgebaut sein. Fehlt diese, können die bösen Biester ungehindert durch die Darmschleimhaut durch und ihr zerstörerisches Spiel treiben. Auch bestimmte Bakterienkulturen arbeiten in diesem System positiv für euch mit. Fehlen diese, seid ihr wesentlich anfälliger für Krankheiten und Allergien. Gerüchten zufolge ist mit einer Darmaufbaukur schon der ein oder andere seine Allergien losgeworden.

Und damit sind wir wieder beim Thema Antibiotika. Macht der Arzt vorher kein Antibiogramm, werden rücksichtslos alle Bakterien im Körper getötet. Mit dem Antibiogramm wird festgestellt, welche Bakterien eigentlich das Problem sind und dann entsprechende Antibiotika verwendet, die nur dagegen sind. Die Folge sind nicht nur immer mehr resistente Keime, sondern auch eine völlig zerstörte Darmflora nach der Behandlung. Die Breitband-Antibiotika machen da nämlich keinen Unterschied zwischen guter Bakterie und schlechter. Zwar kann man die Darmbakterien wiederaufbauen aber hat euch ein Arzt das schon einmal erzählt? Mal abgesehen davon, dass nicht bei jedem Schnupfen gleich ein Antibiotikum notwendig ist. Mal abgesehen davon, dass ein Antibiotikum nicht gegen Viren hilft, denn nicht immer sind es Bakterien, die einen krank gemacht haben (z.B. der Grippevirus).

Selbst ist der Mensch

Eine Tüte gelber Schwefel

An dieser Stelle sollte erwähnt sein, dass nicht nur die richtigen Bakterien wichtig sind für eine gute Darmflora. Auch sollte der Darm vorher repariert werden (Stichwort Darmsanierung), damit sich die guten Bakterien dort wohlfühlen können. Dazu kann man unzählige teure Präparate kaufen oder beispielsweise (wie wir) die Schwefelkur nach Dr. Probst durchführen zu der es zahlreiche Videos auf Youtube gibt. Wir beschränken uns daher heute auf das danach. Eurem Darm geht es also grundsätzlich mal gut und er freut sich darauf neue Dinge kennenzulernen. Aber wie bekommt man da nun gutartige und nützliche Bakterien rein? Nun, man kann sicherlich von hinten an die Sache rangehen, aber einfacher ist es sie über den Weg der Nahrung aufzunehmen. Von Natur aus werden zusätzliche Bakterienstämme sowieso durch bspw. ungewaschenes Gemüse in euren Darm gelangt sein. Wäre dies nicht möglich, kämen auch keine schädlichen Bakterien in den Darm.

Neueste Studien gehen davon aus, dass der Blinddarm eine Art Speicher für die guten Bakterienkulturen (und damit auch Immunzellen) ist. Entsprechend können sie sich von dort aus ausbreiten und wenn im Darm alles tot ist die Darmflora wieder aufbauen. Wie sie dahin kommen, ist noch nicht bekannt. Vermutungen sind, dass ein Großteil bereits bei der Geburt von der Mutter übernommen wird. Studien haben z.B. erwiesen, dass Kinder bei einer Kaiserschnittgeburt nicht alle Bakterienstämme der Mutter erhalten, bei der normalen Geburt hingegen schon. Mittlerweile gibt es zum Glück Methoden, um das zu kompensieren (Stichwort „Seeding“). Außerdem können zusätzlich beim normalen Verdauungsvorgang dort Bakterien abzweigen und sich niederlassen. Wer sich also den Blinddarm entfernen lassen musste, hat mitunter bei Infektionen schwerere Krankheitsverläufe. Aber auch mit Blinddarm reicht dieser Speicher nicht unbedingt aus, weil notwendige Kulturen dort fehlen. Was nicht oben reinkommt, kann sich unten nicht ansiedeln.

Nahrungsergänzungsmittel

Eine Flasche EMs

Zum Glück gibt es – wie immer – auch dafür Lösungen im Laden zu kaufen. Nennt sich Präbiotika und Probiotika.

Probiotika enthalten die Bakterienkulturen, die ihr in eurem Darm ansiedeln wollt.

Präbiotika sind hingegen die Nahrung für die Bakterien. Klar: Ohne Nahrung, kein Überleben und schon gar nicht Fortpflanzung. Präbiotika sind logischerweise auch in unserem Essen enthalten in Form von unverbaubaren Kohlenhydrate (ja, nicht alle Kohlenhydrate sind schlecht). So findet ihr beispielsweise in Zwiebeln, Schwarzwurzeln oder Artischocken Inulin, was eure Bakterien ganz toll finden. Heutzutage essen wir aber lieber Zucker, der wiederrum den unerwünschten Bakterien als Nahrung dient. Gekaufte Präbiotika sind trotzdem nicht zu empfehlen, denn die notwendige Menge ist meist sehr hoch und damit auch die Belastung für den Geldbeutel. Hier macht es also durchaus mehr Sinn gezielt auch mal etwas Passendes in die Ernährung einzubauen und den Zucker zu reduzieren. Sprich diejenigen füttern, die man haben will und die anderen aushungern lassen.

Doch auch was Probiotika angeht, sind wir eher skeptisch. Schließlich gibt es wie oben erwähnt Abermillionen verschiedener Bakterienkulturen. Wirklich gute Präparate mit zahlreichen Stämmen kosten entsprechend viel Geld. Wir haben stattdessen die effektiven Mikroorgansimen (EM) für uns entdeckt – auch, weil sie wesentlich vielseitiger verwendbar sind als nur zum Darmaufbau. Ihr könnt damit euer Beet gießen, den Boden putzen, euren Kompost auf die Sprünge helfen oder sie Pichu ins Fell schmieren, damit seine Akne weggeht bzw. zur Fellpflege. Aber ich glaub‘ der letzte Anwendungsfall ist mehr auf unser Haus beschränkt, denn nicht jeder hat einen Pichu.

Einige wissenschaftliche Studien behaupten zwar, dass nicht die EMs für die positiven Ergebnisse zuständig sind, sondern der Nährstoffmix in dem sie schwimmen. Andere haben hingegen durchaus einen positiven Effekt festgestellt. Aber ganz ehrlich: Solange es was bringt, ist mir doch egal woran es liegt.

Was und woher

Ein ahnungsloser Pichu

EMs sind ein Verbund von Mikroorganismen (=Bakterien), die sich gegenseitig ernähren und brauchen. Sprich was der eine ausscheidet, frisst der andere und umgekehrt. Damit bleibt nichts übrig, was andere Bakterien als Nährboden verwenden können bzw. vertreiben diese sogar gemeinsam. Sauerteig besteht beispielsweise auch aus einem Mikroorganismenverbund. Dieser schimmelt so gut wie nie, weil die Mikroorganismen diesen aktiv bekämpfen. Und genau das machen auch die EMs. Zudem gleichen sie Ungleichgewichte bei den vorhandenen Mikroorganismen aus indem sie sie in ihren Verbund integrieren und die Bösewichte rauswerfen. Diese Arbeit verrichten sie unter anderem im Garten, in Gewässern und in eurem Darm.

Es gibt allerdings sehr viele verschiedene Einsatzmöglichkeiten und damit unterschiedliche Vorgaben für die Menge. Bei der Aufbewahrung ist zu beachten, dass es anaerobe Bakterien sind. Sie mögen keine Luft und vertragen weder Hitze noch Kälte. Deswegen empfehlen wir an dieser Stelle für genauere Informationen das Buch von Fr. Dr. Anne Katharina Zschoke EM kompakt zu lesen sowie die Webseiten EMIKO und TriaTerra zu besuchen. Gekauft haben wir unseren Vorrat bei TriaTerra und damit bislang den Garten gegossen, den Boden gewischt, es den Katzen ins Fell geschmiert und für den eigenen Darmaufbau genutzt.

Wer hingegen mehr über den Darm im Allgemeinen erfahren möchte, dem können wir das Buch Darm mit Charme von Giulia Enders ans Herz legen. Sie war auch Gewinnerin des Science Slam mit ihrem dazugehörigen Vortrag.

Die Lugol’sche Lösung

Kennt ihr das noch? Ihr ward bei Oma als Kinder im Urlaub, seid beim Spielen hingefallen und hattet anschließend eine kleine Schürfwunde. Was hat Oma dann getan nachdem sie euch getröstet hat? Komisches braunes Zeug draufgepackt, das ganz schön gebrannt hat. Was das war? Jod (offiziell Iod geschrieben) – ein Spurenelement, bei dem sich eigentlich ausnahmsweise mal alle einig sind, dass es essentiell ist und quasi von jedem Organ im Körper benötigt wird.

Am bekanntesten ist sicherlich die Schilddrüse, die ohne Jod nicht die Hormone Tirjodthyronin (T3) und Tetrajodthyronin (T4) bilden kann. Gleichzeitig erfüllt es aber auch seine antibakterielle Wirkung im Körper, reinigt das Blut und hilft bei der Entgiftung von Halogenen und Schwermetallen. Zusätzlich ist Jod eines der vielen Antioxidantien und hilft bei der Regulation vieler Stoffwechselprozesse in den Zellen. Bei Oma wurde es hingegen vor allem in seiner Eigenschaft als Desinfektionsmittel eingesetzt.

Historie

Die Theorie ist, dass wir uns im Laufe unserer Evolution sehr viel vom Meer ernährt haben (Seetang hat viel Jod) und erst dadurch zum Menschen wurden. Es gibt Nachweise durch Ausgrabungen, dass es schon vor 15.000 Jahren als Heilmittel genutzt wurde – damals als Bestandteil von Seetang.

Richtig entdeckt wurde es erst 1812 in Frankreich. Damals befand sich Napoleon im Krieg mit Russland. Dafür wurde viel Schießpulver gebraucht, was wiederum aus Salpeter und Kaliumcarbonat besteht. Letzteres wurde aus Holzasche gewonnen aber so langsam gingen dem Heer die Bäume aus. Stattdessen hat man angefangen getrocknete Algen zu verbrennen, schließlich gab es von denen an den Küsten Frankreichs mehr als genug. Als der Chemiker Bernard Courtois dann eines Tages nach dem Verbrennen von Algen seinen Kessel reinigte, fand er am Boden ein violettes Pulver: Jod (vom altgriechischen loeides = violett).

Mischform

Seinen Siegeszug trat Jod aber nicht als Feststoff an, sondern in Form einer Lösung. Die bekannteste ist die Lugol’sche Lösung (die es mittlerweile auch als Tablette gibt), die 1829 vom französischen Arzt Jean Lugol erfunden wurde. Sie besteht aus elementaren Jod und Kaliumjodid in einem Verhältnis von 1:1,5. Anschließend wurde sie nicht nur als Antiseptikum (Desinfektionsmittel), sondern im Prinzip gegen jedmöglich denkbare Krankheit eingesetzt. Sicherlich nicht immer mit Erfolg dennoch überraschend häufig.

Wie schon im Eintrag über das Speisesalz geschrieben, braucht unser Körper auch zwingend beide Formen von Jod, weil unsere Organe wählerisch sind. Während bspw. die Schilddrüse vorzugsweise Jodid haben möchte, stehen die Brüste mehr auf das elementare Jod. Deswegen wird beim Speisesalz auf Jodid gesetzt, weil es dabei um die Vermeidung von Struma (Kropf) geht – eine Schilddrüsenkrankheit. Lange Zeit bestand die Überzeugung, dass nur die Schilddrüse Jod benötige. Schuld daran war der Tod des deutschen Chemikers Eugen Baumann. Ein absoluter Experte auf dem Jod-Gebiet, der 1895 entdeckte, dass Jod in der Schilddrüse vorkommt. Leider konnte er aus oben genannten Grund seine Forschung nicht fortsetzen und so wurde seine Entdeckung lange Zeit völlig falsch interpretiert (Jod = Schilddrüse = sonst nirgends im Körper).

Das Ergebnis ist, dass die deutsche Gesellschaft für Ernährung zwar einen Tagesbedarf für Erwachsene von 200µg Jod angibt. Aber dabei handelt es sich nur um das, was die Schilddrüse verbraucht. Der Bedarf aller anderen Organe in unserem Körper ist hier nicht berücksichtigt. Der tatsächliche Tagesbedarf dürfte entsprechend eher zwischen 6,5-12mg liegen. Das hat noch niemand so richtig erforscht. Und doch: Selbst den DGE-Wert dürften die wenigsten unter uns tatsächlich erreichen. Wieso ist das so?

Woher?

Diese Sprotten haben bestimmt noch nie Jod gesehen

Jod bringt der normale Mensch vermutlich mit zwei Sachen in Verbindung: Speisesalz und Fisch. Und tatsächlich sind bspw. in 5g jodiertem Speisesalz ab Werk zwischen 75 bis 125 µg. Also einfach 10g Salz am Tag essen und alles ist gut? Da kommt sich die DGE selbst in die Quere, schließlich ist deren Empfehlung maximal 5g Salz am Tag. Außerdem ist Jod eine flüchtige Substanz. Sobald ihr die Salzpackung geöffnet habt, beginnt es daraus zu entfliehen und wenn ihr damit kocht, wird der Prozess sogar noch beschleunigt. Wie viel Jod damit tatsächlich im Salz enthalten ist, ist ungewiss. Bei tierischen Produkten ist es hingegen das Problem, dass diese Jod gegessen haben müssen, um es in sich zu tragen. Das wäre bei Fisch beispielsweise nur bei Wildfisch der Fall, weil er sich von Algen ernährt – aber der hat seine ganz eigenen Probleme (Stichwort Quecksilberbelastung und Mikroplastik). Ansonsten können noch 100g Feldsalat 35µg Jod enthalten, wenn er auf entsprechend jodreichem Boden gewachsen ist. Ansonsten kommen alle anderen Arten von Gemüse und Obst über magere 20µg nicht hinaus.

Bevor wir aber dazu kommen, wie man seinen Jod-Bedarf decken könnte, stellt sich erst einmal die Frage: Warum kannte Oma noch Jod als Hausmittel (und nicht nur als Notfallmedikament bei nuklearen Angriffen), die Generationen seitdem jedoch nicht mehr? Schlimmer noch: Man liest sogar von Zwangsjodierung und bekommt Angst vor dem essentiellen Spurenelement Jod gemacht.

Noch mehr Historie

Alles begann 1948 als ein gewisser Dr. Jan Wolff mit seinem Kollegen Lyon Chaikoff den Wolff-Chaikoff-Effekt entdeckte. Die hatten ein Experiment mit Ratten gemacht, denen sie eine hohe Dosis Jod verpassten. Sie kamen dabei zu dem Ergebnis, dass eine hohe Menge Jod die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigen würde. Dieses wurde nie richtig belegt aber auch nicht hinterfragt. Frei nach dem Motto „Neue Erkenntnisse sind besser als alte“, erhielt Jod so den Stempel „Zu viel Jod ist schädlich für die Schilddrüse“ (Tolle Erkenntnis: Alles ist in zu hoher Dosierung schädlich – sogar Wasser). Zusammen mit der Einführung von alternativen Desinfektionsmitteln und anderen Medikamenten führte dies dazu, dass Jod aus der Schulmedizin praktisch bis 2005 vollständig verdrängt wurde. Auch Patienten mit Hashimoto-Thyreoiditis (eine Schilddrüsenkrankheit) wurde immer erzählt, dass sie Jod unter allen Umständen vermeiden müssen, weil es angeblich den Krankheitsverlauf beschleunigen würde.

2005 hat ein gewisser Dr. Guy Abraham dann endlich (wieder) nachgewiesen, dass die Furcht vor anorganischem, nicht radioaktivem Jod völlig unbegründet ist. Man ist also auf den Stand vor 1948 zurückgegangen, schließlich hat man es davor wie oben erwähnt für quasi alles eingesetzt. Seitdem muss Jod erst mühselig wieder seinen Weg zurück in den Medizinalltag finden (in Deutschland wie immer noch langsamer als anderswo). Der 1. Deutsche Jod-Kongress fand beispielsweise erst Anfang des Monats statt.

Aber auch außerhalb der Schulmedizin hat Jod einen schweren Stand. Schuld daran ist das Buch Die Jod-Lüge – Das Märchen vom gesunden Jod der Autorin Dagmar Braunschweig-Pauli, die damit die Verschwörungstheorie von der Zwangsjodierung geprägt hat. Kurz zusammengefasst, leidet die gute Frau an einem Schilddrüsentumor (autonomes Adenom) und hat in dem Zusammenhang mit Jod GANZ schlechte Erfahrungen gemacht. Statt jedoch anständig darüber zu recherchieren – den diese Art von Tumor verträgt sich tatsächlich nicht mit Jod – hat sie eine ganze Generation verrückt gemacht. Ein weiterer Grund, warum sich die Jod-Revival-Tour in Deutschland so schwer tut.

Gegenspieler

Neben Quicksilber und Blei, entsorgt Jod auch Bromid und Fluorid aus dem Körper. Moment?! Fluorid? Gibt es nicht Jodsalz mit Fluor?! werdet ihr jetzt vielleicht einwerfen. Und ja, das gibt es tatsächlich und ist absoluter vollkommener und totaler Schwachsinn, weil Jod und Fluor Gegenspieler sind. Das Fluor besetzt speziell die Jod-Rezeptoren in der Schilddrüse. Dadurch wird das Jod einfach wieder vom Körper ausgeschieden.

Jod-Pflichtlektüre

Brom hat den gleichen Effekt auf die Jod-Aufnahme, kann mit ausreichend Jod aber vertrieben werden. Problematisch ist, dass wir mit Brom wesentlich mehr unwissentlich in Kontakt kommen als mit Fluor was hauptsächlich in Zahnpasta und Salz enthalten (und ausgewiesen) ist. Brom eignet sich sehr gut als Flammschutzmittel bei Möbeln oder Wärmedämmung. Welche Varianten in der EU mittlerweile verboten sind, konnte ich ehrlich gesagt nicht richtig herausfinden. Aber die Richtlinie ist noch nicht so alt. Insofern ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ihr noch was in eurem Haus/Wohnung stehen habt, was fleißig Brom über die Luft an euch abgebt.

Eigenverantwortung

Mehr Mut zum Jod ist quasi das Fazit, womit wir wieder bei unserer Frage sind: Wie können wir unseren Jod-Bedarf eigentlich decken? Grundsätzlich ist es wichtig sich bei diesem Thema vernünftig zu informieren, denn Jod setzt bei zusätzlicher Einnahme unter anderem stillgelegte Entgiftungsprozesse wieder in Gang. Jod ist dementsprechend ein Thema, welches ein hohes Maß an Eigenverantwortung erfordert, weil die Reaktion des Körpers so unterschiedlich ist. Eine konkrete Empfehlung der Menge können wir daher nicht geben. Auch euer Arzt kann euch hier keine Therapie vorgeben, denn in Deutschland ist Jod in den Regulatorien noch immer als Gefahr definiert. Selbst wenn er das korrekte Wissen zu Jod besitzt, setzt er mit einer höheren Empfehlung als 200µg seinen Beruf aufs Spiel.

Das ist vermutlich der Hauptgrund warum es in Deutschland nur so wenige Bücher zu dem Thema gibt. Das umfangreichste und fundierteste Werk ist Die Jodkrise der Amerikanerin Lynne Farrow. Sie ist eine ehemalige College-Professorin und Journalistin, die selbst an Brustkrebs erkrankte und darüber Jod entdeckte. Heute ist sie die Direktorin von Breast Cancer Choices. Der zweite, nicht ganz so umfangreiche Titel ist Jod. Schlüssel zur Gesundheit von Kyra und Sascha Kauffmann, beide deutsche Heilpraktiker die sich schon länger mit dem Thema beschäftigen. Und wer nicht gleich Geld in die Hand nehmen will, findet bei Sott.net eine umfangreiche Zusammenfassung zum Thema Jod.

Wie viel Jod tatsächlich in eurem Körper ist, lässt sich übrigens nicht anhand eines Bluttests nachweisen. Man kann zwar den Jod-Wert bestimmen lassen, aber das ist wieder nur die halbe Wahrheit. Richtig aussagekräftig ist nur der Jodbelastungstest oder auch Jodsättigungstest genannt. Dafür nehmt ihr morgens 50mg Jod (Tabletten) und sammelt anschließend 24 Stunden lang euren Urin. Anschließend wird geschaut wie viel von den 50mg Jod drin sind, denn ihr wisst ja: Was der Körper nicht braucht, schmeißt er wieder raus. Man geht davon aus, dass bei einer Sättigung ca. 90% der 50mg wieder im Urin zu finden sind (der Rest nimmt der Darm auf). Sind es weniger, hat sich euer Körper total über das Jod gefreut und entsprechend einen mehr oder weniger starken Mangel.

Unser Vorgehen

Wir selbst nutzen Jod in Form der Lugol’schen Lösung (5%), haben uns aber auch gleichzeitig an die Regeln in den oben genannten Büchern gehalten und uns um die Unterstützung unserer Entgiftungsfunktionen gekümmert. Gut, das stimmt nicht ganz: Ich habe am Anfang etwas geschlampt und lag deswegen letztes Jahr zu Ostern ein paar Tage flach wegen besagter Entgiftungssymptome. Seit diesem Fehlstart kann ich Jod problemlos einnehmen. Gleichzeitig nutzen wir Jod auch hin und wieder in Diffusern, um damit die Luft im Haus und im Büro zu desinfizieren. Das hilft nicht nur bei meinem Asthma, sondern auch bei Erkältung (oder gegen Kollegen mit Erkältung, die trotzdem im Büro sitzen).

Vor langer, langer Zeit im Eintrag über Vitamin C hatte ich zwei Begriffe verwendet, die ich euch fieser Weise dort nicht weitere erklärte: Freie Radikale und Antioxidantien. Nicht nur wenn man sich mit Nahrungsergänzungsmitteln beschäftigt, tauchen die beiden Sachen immer und immer wieder auf. Deswegen gehen wir auf heute mal ein wenig darauf ein obwohl ich damals in der Schule immer nur 4er und 5er in Chemie hatte…

Die armen Radikalen

Das freie Radikal (Balu) will an das Elektron (Nica)

Fangen wir mit den freien Radikalen an. Was nach einem erfrischend ehrlichen Parteinamen klingt, sind in der Realität sauerstoffhaltige Moleküle. Sie entstehen bei den üblichen Stoffwechselprozessen in eurem Körper quasi als „Abfallprodukt“. Es handelt sich um äußerst instabile, chemische Strukturen, denen ein Elektron fehlt, um wieder vollständig zu werden. Ein einfaches Beispiel wie so ein freies Radikal entsteht ist H2O2 – Wasserstoffperoxid (WPO), auch wenn hier am Ende der chemischen Reaktion tatsächlich kein freies Radikal im eigentlichen Sinne übrigbleibt.

Wenn WPO seine Wirkung entfaltet, spaltet sich das H2O (Wasser) aus der Struktur heraus. Damit bleibt ein armes „O“ übrig, dass jetzt nicht mehr richtig weiß, was es eigentlich machen soll. Es hängt wie das 3. Rad am Wagen auf der Verabredung rum. Das gefällt ihm aber nicht (kann man ja nachvollziehen) und es möchte die Situation ändern. Es möchte ebenfalls jemanden haben mit dem es rumschmusen kann. Im Falle von WPO ist das zum Glück relativ einfach: Da drüben schwimmt schließlich noch ein einsames „O“ rum. Das ist sympathisch und nett und man hat viele Gemeinsamkeiten. Man landet also am Ende zusammen im Bett und wird zu „O2“ = Sauerstoff. Der macht dann sein Ding und löst sich buchstäblich in Luft auf.

Krankmacher?!

Die freien Radikale sind wie das „O“ im WPO. Sie sind einsam und wollen Anschluss finden – und zwar um jeden Preis. Man hat festgestellt, dass sie quasi schon im Moment der Freisetzung mit ihrem aggressiven Werk loslegen: Das nächstbeste intakte Molekül angreifen. Also in den meisten Fällen unsere Zellen, Proteine oder – ganz schlimm – unsere DNA. Warum? Weil sie denen ein Elektron klauen wollen, um wieder vollständig zu werden. Dieser Vorgang nennt sich Oxidation.

Lysanda meint ich hätte eine Elefantenhaut

Und was passiert, wenn sie mit ihrem Mobbing erfolgreich sind? Genau: Das ursprüngliche Molekül beispielsweise in der Zelle ist nun unvollständig und wird dadurch selbst zu einem freien Radikal. Eine tolle Kettenreaktion quasi, die rein theoretisch in der Lage wäre euren kompletten Körper in kürzester Zeit vollständig umzuschreiben und funktionsunfähig zu machen. Da spricht man dann von oxidativem Stress, der im Falle von DNA-Schäden gerne zu Krebs führt oder euren Stoffwechsel kaputt macht (weil bestimmte Enzyme nicht mehr arbeiten können). Neben Krebs (wobei gefühlt alles Schuld an Krebs ist) schiebt man beispielsweise auch Demenz den freien Radikalen in die Schuhe.

Allerdings: Es sind wohl tatsächlich nicht alle freien Radikale grundsätzlich böse. So können eure Zellen gezielt selbst freie Radikale bilden, um diese dann gegen Sauerstoffradikale in den Kampf zu schicken. Gut, es geht weniger darum mit ihnen zu kämpfen und mehr darum ihnen Partner fürs Leben zu geben – aber ihr wisst schon :smile: .

Voll Anti!

Freie Radikale sind also hauptsächlich betrunkene Leute, die gerade von ihrem Partner verlassen wurden und jetzt im Nachtclub andere sexuell belästigen. Da würde man natürlich gerne den Türsteher einschalten, damit er mal so richtig draufhaut. Unser Körper ist da etwas sanfter: Er produziert Radikalfänger = Antioxidantien. Wie der einfallsreiche Name schon sagt, verhindert diese chemische Verbindung die Oxidation anderer Substanzen. Und wie macht er das? Um beim Nachtclubvergleich zu bleiben: Der Manager holt eine nette Dame und lässt sie mit Trunkenbold nach Hause gehen. Das Antioxidans kommt quasi daher und sagt „Hey, du freies Radikal. Lass doch das Elektron dieser Zelle in Ruhe. Ich hab‘ hier eins dabei, dass möchte viel lieber mit dir abhängen. Nimm doch das“. Das freie Radikal willigt ein, nimmt das Elektron und gibt Ruhe. Anschließend ist das Antioxidans zwar theoretisch genauso ein freies Radikal. Es wird aber durch den Körper umgehend wieder in seine ursprüngliche Form gebracht. Natürlich wie immer unter der Voraussetzung, dass euer Körper genug Baumaterial dafür zur Verfügung hat.

Ein Beispiel: Vitamin E ist so ein Antioxidans. Hat es ein freies Radikal ausgeschaltet, wird es zu einem (einfallsreich) Vitamin-E-Radikal. Nun kommt das liebe und immer hilfsbereite Vitamin C vorbei, nimmt das Vitamin-E-Radikal kräftig in den Arm und wandelt es wieder um in normales Vitamin E, dass sich somit wieder zurück auf die Suche nach bösen freien Radikalen machen kann. Haben wir nicht genug Antioxidantien bzw. kann unser Körper nicht genug bilden, dann wird die Kettenreaktion der freien Radikalen nicht gebremst und wir werden krank.

Alles bringt uns um!

Teures aber hochwertiges Astaxanthin

Grundsätzlich ist das alles für unseren Körper nichts Neues und etwas, dass schon seit wir existieren passiert und funktioniert. Problematisch wird die Sache aber dadurch, dass wir durch unsere heutige Lebensweise die Anzahl an freien Radikalen in unserem Körper massiv erhöhen. Rauchen, Alkohol, Medikamente, Zucker, Abgase – sie alle und noch sehr viel mehr sorgt dafür, dass mittlerweile jede Zelle in eurem Körper pro Tag 10.000mal von freien Radikalen angegriffen werden. Gleichzeitig nehmen wir zu wenig Antioxidantien (die es übrigens genauso wie die Vitamine in wasserlöslicher und fettlöslicher Form gibt) über unsere Nahrung auf, weil wir uns viel zu ungesund und einseitig ernähren. Ohne Hilfe von außen, kann unser Körper nämlich nur eine begrenzte Anzahl an Antioxidantien bilden.

So sind, wie so oft, Gemüse, Salate, Kräuter und Früchte die Hauptlieferanten für Antioxidantien. Auch Nüsse sowie naturbelassene Öle und Fette sind reich an Antioxidantien, weil sie die entsprechenden Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Enzyme und sekundäre Pflanzenstoffe (sie schützen die Pflanze vor Insekten oder UV-Bestrahlung) enthalten. Vitamin C und Vitamin E haben wir ja weiter oben schon erwähnt. Bei den Spurenelementen sind Selen, Eisen und Zink wichtig, um die entsprechenden Enzyme im Körper bilden zu können. OPC aus Traubenkernextrakt hingegen hat nicht umsonst den Ruf, der Haut gut zu tun. Und Astaxanthin – nun, der Name sagt schon alles. Selbst unsere lieben Beta-Carotine sind wirkungsvolle Antioxidantien. Es gibt aber noch viele weitere vor allem pflanzliche Stoffe, die sich gegen die freien Radikale verschworen haben.

Vorteile

Hat euer Körper genug Antioxidantien, dann hat das durchaus sicht- und spürbare Auswirkungen. Sonnenstrahlen bzw. die darin enthaltenen UV-Strahlen sind beispielsweise bekannt dafür böse zu sein. Im besten Fall kriegen wir einen Sonnenbrand, im schlimmsten Fall eine Runde Hautkrebs. Der Grund ist ganz einfach: Die Strahlung setzt freie Radikale neben euren Hautzellen frei, die dann wie beschrieben anfangen alles kaputt zu machen. Antioxidantien sind also ein natürliches und viel besseres Sonnenschutzmittel als der ganze chemische Mist im Drogerie-Markt.

Gleichzeitig sorgen sie nachweislich dafür, dass eure Hautdicke und -dichte zunimmt. Das macht die Haut nicht nur geschmeidiger, sondern eben auch Widerstandsfähiger und erlaubt es ihr schneller zu heilen. Vitamin-E-Öl beispielsweise kann genauso wie Zinkcreme nachweislich die Wundheilung unterstützen und die Narbenbildung vermindern oder sogar verhindern. Aber darauf gehe ich in einem anderen Eintrag noch einmal genauer ein. In jedem Fall sind Antioxidantien im Minimum ein wirkungsvolles Anti-Aging-Mittel. Tatsächlich sind sie aber essentiell in der Erhaltung aller unserer Zell-, Protein-, Enzym- und DNA-Strukturen.

Ein weiterer Grund quasi etwas mehr darauf zu achten, dass ihr genug Vitamine, Mineralien und Spurenelemente zu euch nehmt. Man muss ja nicht unbedingt gleich, wie wir, zeitweise (vor allem im Frühjahr zum Aufbau des Sonnenschutzes) zusätzlich noch Astaxanthin (Ivarssons VitalAstin) als Nahrungsergänzungsmittel nehmen. Aber wir haben den Unterschied mittlerweile definitiv gemerkt: Kein Sonnenbrand. Vor allem während den Flitterwochen mit viel Strand und Sonne oder während oder als ich die halbe Einfahrt aufgraben musste.

Nächste Seite »