Tim Schafers Double Fine Productions hat in den 26 Jahren seit seiner Gründung so einige ungewöhnliche Spiele auf den Markt gebracht. Nicht alle kamen bei jedem gleich gut an. Aber allein der Blick auf die Bewertungen ihrer Spiele auf Steam zeigt schon, dass sie ihre Fans haben – mich eingeschlossen. Spieler quasi, die ihre Kreativität und ihren teils sehr ungewöhnlichen Output zu schätzen wissen. Allerdings sind auch ihnen 2014 zwei richtige Ausrutscher passiert: Hack ‘n’ Slash und Spacebase DF-9.

Gemeinsam haben beide Titel, dass sie aus für alle zugänglich gemachten Prototypen entstanden. Damals machte das Studio noch die sogenannte Amnesia Fortnight. In dem Sinne ein Studio-interner Gamejam, bei dem die Entwickler sich für zwei Wochen eine Pause von der regulären Arbeit gönnten und stattdessen mal was Neues probierten. Und bei den ersten drei Ausgaben wurde eben die Öffentlichkeit mit beteiligt. Nicht nur indem sie für Pitches abstimmten, sondern eben auch das Ergebnis selbst spielen konnten.

Unrühmliches Ende

Leider blieb die finale Version des Programmierspiels Hack ‘n’ Slash hinter den Erwartungen zurück. Für Normalos war es zu undurchdringlich und für Programmierer das geforderte Ergebnis oft zu konfus. Quasi ähnlich wie bei der Mondlogik alter Point ‘n’ Click-Adventures, wo ihr obskure Lösungswege für die Rätsel nachvollziehen musstet, musste man hier wie der Programmierer des Spiels denken, um voran zu kommen. Das Abweichen vom vorgeschriebenen Weg war nur in wenigen Fällen möglich. Sehr schade.

Das Weltraum-Basenbauspiel Spacebase DF-9 (DF-9 = Double Fine) hingegen wurde der erste Early-Access-Titel des Studios. Darin musstet ihr eine Weltraumstation aufbauen und euch um ihre Population kümmern. Das Werk hatte durchaus Potential und machte bereits einige Zeit Laune. Leider blieben die Käufer und damit die Kohle aus, weshalb Double Fine nach einem Jahr ziemlich unzeremoniell den Stecker zog. Es wurde hastig eine Version 1.0 mit wenig Inhalt rausgehauen, die man gerade noch so als spielbar definieren kann und damit das Thema beendet. Aus Entwicklersicht war es verständlich, den Verlusttopf aufzulösen. Für die Spieler aber logischerweise eine ziemliche Sauerei. Und auch ich finde es absolut nicht okay, dass es immer noch verkauft wird.

Es ist aber nicht alles schlecht. Etwas Gutes ist bei der ganzen Sache nämlich doch herausgekommen – der Soundtrack:

(Cover)

Spacebase DF-9 (2013)

Komponist: Chris Remo (Gone Home, Firewatch)
Umfang: 00:26:44 (8 Lieder)
Mögliche Bezugsquellen: Bandcamp* ($7)

Ich weiß nicht, warum ich diese Assoziation gemacht habe, aber Remos Werk erinnerte mich schon nach den ersten Takten sehr an Stealth Bastard: Tactical Espionage Arsehole. Dabei könnte der Kontrast zwischen beiden Werken gar nicht größer sein. Während Stealth Bastard mit seinem harten Bass und seinem hohen Tempo sofort den Blutdruck steigen lässt, ist Spacebase DF-9 genrebedingt eher ruhige Elektronikmusik. Absolut nicht auf “ich plätschere nur im Hintergrund rum”-Niveau, aber dennoch weit vom äußerst energiegeladenen Werk der beiden Komponisten Ricky Honmong und Samuel Robinson entfernt.

Und dennoch: Der Soundtrack erzeugt ein ähnliches Gefühl. Gleichzeitig wäre er in einem futuristischen Schleichspiel sicherlich ebenfalls gut aufgehoben. Allen Stücken wohnt ein unterschwelliger Zeitdruck inne, der eigentlich im völligen Widerspruch zum eher chilligen Vibe der simplen Motive steht. Egal ob es die sphärischen Klänge in Harmony sind oder die langgezogenen Töne in Exploration, die einen sofort an die Weite des Weltraums denken lassen: Es passt zusammen und ist sowohl für aktives Hören als auch zum “im Hintergrund mitlaufen” geeignet. Aus dem Rahmen fällt nur der finale Track, The Settler. Ein humoristisch angehauchtes Gesangsstück, das nicht ganz mein Fall ist und entsprechend beim Hören übersprungen wird.

Persönliches Lieblingslied: Track 03 – Equilibrium [04:33]

Cacitt wäre mein direkter Vergleich aus dem Album von Stealth Bastard zu diesem Werk. Eine richtige Erklärung habe ich dafür weiterhin nicht :smile: . Das wabernde Grundmotiv lullt mich irgendwie ein und die immer mal wieder eingeworfenen Elemente sorgen dafür, dass die 4 1/2 Minuten nie langweilig werden. Ein angenehm eingängiger Track mit wenig Überraschungen aber zumindest etwas Mystik und eben auch wieder diesem unterschwelligen Zeitdruck.

Sicarius

Sechs Katzen?!

Es heißt ein Körbchen sollte nicht leer bleiben. Es dürfte somit nicht verwundern, dass wir den Platz, den Balu hinterlassen hat, schon wieder gefüllt haben.

Sind sie nicht hübsch?

Ehrlich gesagt fühlte sich das Haus ohne ihn irgendwie ziemlich leer an. Uns war das bis dahin gar nicht so bewusst, wie präsent er eigentlich war. Egal wo man hinging, ein Balu war da. Zu Lebzeiten mitunter nervig, jetzt schmerzlich vermisst. Denn die anderen Katzen verbringen auch mal den ganzen Tag im Wohnzimmer während wir “alleine” im Arbeitszimmer vor uns hinarbeiten.

Trotzdem hätten wir kein Problem gehabt noch länger zu warten. Aber manchmal geht es schneller als erwartet. Die für uns “richtigen” Katzen saßen bereits ca. 2 Jahre auf der Pflegestation und zogen am Valentinstag zu uns um. Ja, nicht ein neuer Vierbeiner, sondern gleich zwei: Ayla und Miro, ein 2 ½ Jahre altes Geschwisterpaar aus Spanien. Miro ist ein klassischer, orangefarbener Kater. Ayla hingegen eine Calico (dreifarbige Glückskatze) – im Vergleich zu Lyssi jedoch mit einem wesentlich höheren Weiß- und Tigeranteil.

Die Suche

Damit bewohnen jetzt sechs Katzen die Casa Lysanda. Dieses Mal war es allerdings von langer Hand so geplant. Sobald die erste Katze das Haus verlässt, sollte es zwei neue geben. Quasi als Startpunkt für die nächste Generation bei uns. Schließlich sind unsere anderen vier auch schon zehn Jahre alt. Außerdem haben jüngere Katzen oftmals mehr Energie als ältere. Es sollten zudem zwei sein, die zusammenbleiben wollen. Die Einzelkatzen-Vergesellschaftung haben wir schließlich schon ein paar mal durch. Und wir haben explizit nach einem gemischten Paar gesucht, da wir ja schon eine gemischte Katzengruppe haben.

Ein weiteres wichtiges Suchkriterium war außerdem ihr Verhältnis zu Menschen und anderen Katzen. Da wir bereits jetzt genug Schoßkatzen haben, wollten wir explizit Katzen, die nicht direkt aus dem Tragekorb auf Lysandas Schoß springen und sich dort wohnlich einrichten. Ja, die anderen waren faktisch sofort zutraulich. Okay, Lyssi rannte anfangs bei jedem Furz weg. Aber anfassbar war sie. Grundsätzlich natürlich eine schöne Sache, die alles sehr viel einfacher macht. Dieses Mal war es uns jedoch wichtiger, dass sie sich mit unserem Katzenbestand vertragen. Sie mussten nicht gleich handzahm sein.

Ausgestattet mit diesen “Anforderungen”, haben wir uns dann wieder vertrauensvoll an den Verein Katzenhilfe Katzenherzen e.V. gewandt. Die hatten uns in der Vergangenheit auch schon Pichu und Maya vermittelt. Wir haben also bereits sehr gute Erfahrungen mit ihnen gemacht. Wir hätten freilich die lokalen Tierheime abklappern können statt zu importieren. Aber ganz ehrlich? Ich glaube nicht, dass wir da fündig geworden wären. Die Tierheime mögen zwar mitunter voll sein (bundesweite Kastrationspflicht – jetzt und sofort!), häufig allerdings mit Einzelkatzen oder Kitten. Unser Anforderungsprofil schränkte die Suche entsprechend bereits stark ein. Zudem gibt es bei der Adoption ja mitunter einige fragwürdige Hindernisse bei den Tierheimen (“Unbedingt Freigang!”, “Ihr habt schon vier?!”). Es war für uns also so definitiv einfacher und zeitsparender – was ja auch im Sinne der Katzen ist, die auf den Pflegestellen sitzen.

Ein neues Zuhause

Och, wie süß!

Irgendjemand hat mal die 3-3-3-Regel bei der Eingewöhnung von Katzen festgelegt:

  • 3 Tage zum Akklimatisieren (Rückzug/Orientierung)
  • 3 Wochen zum Erlernen der Routinen in der neuen Umgebung
  • 3 Monate zum Einleben

Das ist logischerweise kein Gesetz, sondern soll euch nur die Unsicherheit nehmen bzw. eine realistische Erwartungshaltung aufzeigen. Die bisherigen Bewohner der Casa Lysanda waren wie gesagt wesentlich schneller bei uns heimisch und im Kuschelmodus. Aber bei Ayla und Miro können wir nun tatsächlich die Regel live erleben.

Wir haben ihnen anfangs unten im Keller das Katzengästezimmer hergerichtet. Tag 1 verbrachten sie faktisch nur hinter einem Regal. Aber mit jedem Tag wurden sie neugieriger und fingen auch recht zügig an aus dem Raum ausbrechen zu wollen. Der Platz hinter dem Regal war zwar immer noch sehr beliebt vor allem, wenn einer von uns reinkam. Aber kaum waren wir wieder weg, kamen sie am Ende sofort wieder raus, wie wir auf der Kamera gesehen haben. Vor allem Ayla ist eine sehr neugierige Katze. Miro ist etwas zurückhaltender. Dafür ziemlich kletterbegeistert und hartnäckig. Hing auch einmal an einem der Heizungsrohre, die an der Decke im Kellerraum entlang laufen…

Horizonterweiterung

Wir haben sie nach ein paar Tagen dann erst mal ein bisschen im restlichen Keller laufen lassen. Damit sie ihre nähere Umgebung kennen lernen und wir sehen konnten, ob sie den Kellerraum als sicheren Zufluchtsort ansehen würden. Das hat gut geklappt, weshalb wir dann eines Tages einfach mal “vergessen” haben die Flurtür zum Rest des Hauses zu schließen. Dauerte nicht lange bis sie auf Erkundungstour gingen. Dabei entschied Miro, dass sein neues Zuhause ab sofort der begehbare Schrank unterm Dach wäre. Irgendwann fand auch Ayla ihn dort und zog mit ein. Dort lassen konnten wir sie natürlich nicht. Entsprechend hieß es abends immer noch runter in den Keller. Aber am nächsten Tag rannte Miro zur Bettzeit eben nicht runter in den Keller, sondern in den Raum nebenan, in dem die Mädels die Nacht verbringen.

Wir haben ihn gewähren lassen. Es gab bislang kein Mord und Totschlag in den Katzenreihen, sprich sie kamen (und kommen) gut miteinander aus. Freilich aktuell noch eher aus Toleranz als echte Freundschaft. Aber das wird bestimmt noch mit der Zeit. Auf jeden Fall verbrachte Miro dann seine erste Nacht unterm Dach während die arme Ayla ganz allein im Kellerraum schlief. Nach zwei Tagen in dieser seltsamen Aufteilung (tagsüber Schrank, abends aufgeteilt), haben wir Ayla dann auch umberaten, so dass sie ebenfalls mit Miro zusammen zu den Mädels gelaufen ist. Und seitdem ist der Keller kein Thema mehr. Entsprechend haben wir alles wieder abgebaut und die Tür geschlossen.

Der Schrank hat sich ebenfalls ziemlich erledigt. Wenn ich oben rumstapfe, wird mitunter noch kurz drüber nachgedacht reinzuschlüpfen, um mir auszuweichen. Aber die Tage oder gar die Nacht darin verbringen? Das ist jetzt schon länger vorbei. Stattdessen haben sie nun das restliche Haus “erobert”. Erst haben sie sehr zaghaft und “heimlich” die Räume erkundet, in denen wir gerade nicht waren. Mittlerweile schläft Ayla sogar mit im Arbeitszimmer in einem Wandbett während Miro gerne auf einer Welle auf dem Fensterbrett im Wohnzimmer chillt.

Was ist das für ein Krach?

Das Reden haben Ayla und Miro mittlerweile auch schon angefangen. Sehr hohe Stimmchen die beiden. Sie wissen zwar vermutlich noch nicht so recht, warum sie reden. Aber in unserem Haus scheint man das halt so zu machen. Morgens z.B. haben wir ja die Action in der Küche, um den Aperitif (ggf. mit Medikamenten versetzt) zu verteilen. Da wird fleißig gemaunzt und gejammert. Ayla und Miro verstehen zwar nicht, was an diesen Schälchen mit normalem Futter so besonders sein soll, aber erstmal mitmaunzen kann man freilich trotzdem.

Miro im Mandelbaum

Mit Frühlingsbeginn ist nun die nächste Phase gestartet: unser katzensicherer Garten. Sehr verunsichert und laut haben sie bei offener Terrassentür angefangen am Fliegengitter stehend nach draußen zu schauen. Und auch als wir sie für sie geöffnet haben, war viel Unsicherheit da, die ersten Schritte auf die Terrasse zu machen. Es wirkte, als sollte der jeweils andere zuerst raus gehen. Und kaum hatten sie sich dann getraut, hörte das Gemaunze nicht auf und wurde eher noch lauter. Grad so, als hätten sie ihre Stimme als Echolot benutzt. Die Nachbarschaft meinte danach zu mir, dass sie überlegt hat bei uns zu klingeln, weil es so jämmerlich klang.

Aber auch dieses Verhalten ist mittlerweile vergangen und stattdessen wird fleißig Gras gekaut, der Garten erkundet oder einfach nur die Sonne genossen. Beide haben sogar schon den Mandelbaum bestiegen. Etwas, was unsere in der Vergangenheit überhaupt nicht getan haben. Entsprechend musste es ihnen Pichu anschließend gleich mal nachmachen :roll: . Die Katzenklappe durch die Mauer haben sie zwar noch nicht verstanden – solange die Terrassentür zu ist, geht es also noch nicht rein oder raus. Aber durch die im Fliegengitter funktioniert es bereits ganz gut.

Der Status Quo

Fassen wir also zusammen: Fünf Wochen sind Ayla und Miro mittlerweile bei uns und sie entwickeln sich prächtig. Uns gegenüber sind sie weiterhin (wie erwartet) zurückhaltend. Da wird sich noch geduckt, weggesprungen und ein näherkommender Finger sehr argwöhnisch beäugt. Anfassen ist also absolut noch kein Thema. Wobei Miro immerhin schon zaghaft Leckerli aus der Hand nimmt. Wir sind also schon viel weiter als am Anfang.

Pichu, die Verbindungskatze

Im Haus selbst fühlen sie sich jedoch nun soweit sicher und jeder Raum wird genutzt. Auf die Katzenklos gehen und mit den anderen aus dem gleichen Teller essen ist ebenfalls kein Thema. Seit ein paar Tagen haben sie außerdem ihre Liebe für Draußen entdeckt. Zum Glück aktuell scheinbar noch ohne das Bedürfnis irgendwelche Löcher zum Ausbrechen zu finden. Wobei da hoffentlich Maya und Pichu gute Arbeit geleistet haben und es keine Lücken mehr gibt.

Das Verhältnis zwischen ihnen und den “Bestandskatzen” entwickelt sich ebenfalls gut. Richtigen Stress hatten wir wie gesagt zu keiner Zeit. Maya hat es sich zwar ein bisschen mit Ayla verscherzt und wird von ihr gerne angeknurrt. Umgekehrt scheint Miro es jedoch auf Maya abgesehen zu haben, die das ebenfalls nicht so dufte findet. Warum sie ihm allerdings nicht einfach eins auf die Nase gibt, wissen wir nicht.

Pichu hingegen, ganz in der von uns erwarteten Gentlemanrolle, hat sich durchaus zum Ziel gemacht auf die beiden etwas aufzupassen ohne aufdringlich zu sein. Ihn hatten wir deshalb auch für die Erstkontakt mit in den Keller genommen. War wirklich toll mit anzusehen, wie er respektvoll auf Ayla zuging (die ihn anfauchte) und dann in ausreichendem Abstand einfach erstmal beobachtend sitzen blieb. Jules schaut sich die Sache ebenfalls hauptsächlich mit ein bisschen Distanz an. Mal schauen, wie sich das mit ihm entwickelt. Vor allem in Bezug auf seine Vorliebe Katzen in der Katzenklappe auf den Hintern zu schlagen… Und Lyssi interessiert sich gefühlt überhaupt nicht für die Zwei. Was in dem Sinne auch okay ist. Toleranz reicht völlig aus.

Wir sind echt guter Dinge, dass sie bis Mitte des Jahres auch mal anfassen können. Sie machen sich sehr gut und auch die Vereinsvorsitzende ist schwer begeistert von den Fortschritten. Ayla und Miro scheinen also im richtigen Haus gelandet zu sein :smile: .

(Cover)

Dann kommen wir endlich mal zu Star Trek: Lower Decks und damit dem vorerst letzten Star-Trek-Eintrag.

Nachdem es während der Produktion der 1. Staffel von Star Trek: Discovery hinter den Kulissen ziemlich rund gegangen war, übernahm der nicht unumstrittene (um es freundlich auszudrücken) Alex Kurtzman die Rolle des Showrunners für den Rest der Serie. Mitserienerfinder Bryan Fuller hatte das Schiff wegen “kreativen Differenzen” schon früh verlassen. Und seine Nachfolger, Gretchen J. Berg und Aaron Harberts, waren wegen schlechtem Verhalten entlassen worden. Mitte 2018 unterschrieb Kurtzman dann einen Fünf-Jahres-Vertrag mit CBS, um das Star-Trek-Universum breiter aufzustellen. Egal ob Live-Action-Serien (Star Trek: Picard, Star Trek: Strange New Worlds, Star Trek: Starfleet Academy), Miniserien (Star Trek: Short Treks, Star Trek: Very Short Treks, Star Trek: Scouts) oder animierte Serien (Star Trek: Prodigy) – alles war nun für seine Produktionsfirma Secret Hideout möglich. Darunter auch die erste humorvolle Zeichentrickserie in der Geschichte des Franchises: Star Trek: Lower Decks.

Angeheuert für diesen Job wurde Mike McMahan. Seines Zeichens einer der ersten Schreiberlinge von Rick and Morty. Für die vierte Staffel wurde er sogar zum Showrunner befördert – und kündigte noch während der Produktion. So kanns gehen :smile: . Den Job bei Star Trek verdankte er aber vermutlich nur zum Teil seiner bisherigen Arbeit. Es dürfte auch so einiges an Vitamin B mit reingespielt haben. Aaron Baiers, seit 2021 Vizepräsident von Secret Hideout, und er kannten sich nämlich bereits. Sie hatten früher den Twitter-Account @TNG_S8 gemeinsam betrieben. Wie der Name schon andeutet, veröffentlichten sie dort mögliche Geschichten für eine fiktive 8. Staffel von Picards Abenteuer.

McMahan wurde angeblich gefragt, was sein absoluter Traum wäre. Und als Antwort pitchte er eine Serie über “die Leute, die die gelben Patronen in den Replikatoren installieren, damit am Ende eine Banane rauskommt”. Star Trek: Lower Decks ward geboren und flimmerte am Ende von 2020 bis 2024 für fünf Staffeln und 50 Episoden je 25 Minuten über den Fernsehbildschirm. Ja, anders als Star Trek: Prodigy mit 20 Episoden pro Staffel musste sich die Zeichentrickserie der neuen 10er-Konvention unterwerfen.

Die Serie

Star Trek: Lower Decks (CBS-Promobild)

Wir befinden uns im Jahr 2380 der “richtigen” Zeitlinie – quasi direkt nach den Ereignissen von Star Trek: Nemesis (2379). Und obwohl es formal fünf Staffeln sind, endet Star Trek: Lower Decks bereits 2382. Das ist wiederum ein Jahr vor Star Trek: Prodigy. Wirklich relevant ist das allerdings alles nicht. Der einzig wirklich direkte Bezug zu aktuellen Sachen ist die Tatsache, dass ein gewisser William T. Riker auf der USS Titan seinen Dienst als Captain tut (inkl. Cameo). Alles andere liegt schon mehr oder weniger lange in der Vergangenheit, bevor die Crew der USS Cerritos damit zu tun hat.

Der Grund dafür liegt in der Prämisse der Serie. Nicht nur sehen wir das Leben von (anfangs) Fähnrichen auf den unteren Decks. Auch das Schiff selbst ist weit von den Frontlinien der Galaxie entfernt. Es kommt zum Einsatz, wenn Picard & Co. den Erstkontakt beendet haben und schon lange wieder abgereist sind. Sie kümmern sich quasi um den langweiligen Papierkram und die undankbaren/wenig prestigeträchtigen Missionen, die sonst keiner machen möchte. Was freilich nicht heißt, dass die Serie langweilig wäre. Selbstverständlich schlittern unsere Charaktere mehr oder weniger unfreiwillig in allerlei Abenteuer hinein.

Dass dabei extrem häufig die Live-Action-Serien referenziert werden oder sogar ganze Handlungsstränge darauf aufbauen, liegt in der Natur der Sache. Inklusive SEHR vieler Gastauftritte. Sogar T‘Pol (Jolene Blalock) konnten sie für sich gewinnen! Aber obwohl Lysanda und ich ja jetzt wirklich (fast) alles gesehen haben: Teilweise sind die Rückbezüge schon extrem nischig und nur für absolute Insider erkennbar. Ich muss allerdings zugeben, dass selbst die offensichtlichen Sachen mitunter an uns vorbei gegangen sind. An Gary Mitchell (ein Charakter aus der Pilotfolge von Raumschiff Enterprise) konnte ich mich beispielsweise echt nicht mehr erinnern. Dabei ist es noch keine drei Jahre her, seit wir die Folge gesehen haben! Die Autoren haben also definitiv ihre Hausaufgaben gemacht.

Der Inhalt

Star Trek: Lower Decks (CBS-Promobild)

Trotz nur einer Handvoll Episoden pro Staffel, folgt Star Trek: Lower Decks tatsächlich mehr dem klassischen Star-Trek-Format. Es gibt zwar die eine übergeordnete Geschichte und eine gewisse Kontinuität, aber die meiste Zeit hat man es doch mit in sich abgeschlossenen Einzel- oder maximal Doppelepisoden zu tun. Allein schon dieser Umstand war ehrlich gesagt eine sehr erfrischende Sache.

Aber auch sonst fühlt sich die Serie traditioneller an als der Rest von NuTrek. Kein Wunder: Das gesamte Team hat sich während der Produktion wohl sehr intensiv mit Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert beschäftigt. Das Setting (noch unveränderte Zeitlinie), die Optik (klar von der Berman-Ära inspiriert), die Charaktere (Ensemble-Cast statt Einzelhelden), die Abenteuer (keine Galaxie-Rettungsmaßnahmen), die Gastauftritte (bekannte und liebgewonnene Charaktere) – man fühlt sich schon irgendwie als wäre man endlich wieder zu Hause angekommen. Das macht die Serie angenehm unterhaltsam.

Nicht lustig?

Allerdings steht auf der Packung von Star Trek: Lower Decks noch das Wort “Komödie”. Und in dieser Hinsicht ist sie in unserem Haushalt vollumfänglich gescheitert. Lysanda fand sie überhaupt nicht lustig. Und ich habe zwar an der ein oder anderen Stelle tatsächlich mal laut gelacht, aber das kann ich an einer Hand abzählen. Für mich dürfte der Hauptgrund der grundsätzliche Stil der Serie sein, der nicht nur optisch bewusst an Die Simpsons, Futurama und Rick & Morty erinnert, sondern auch in Sachen Humor. Also Maschinengewehrdialoge, absurde Situationskomik und eine starke Abhängigkeit von/übermäßige Verwendung der Metaebene. Mit letzterem will man gefühlt intelligent wirken, am Ende erstickt der Witz jedoch gerne unter seinen ganzen Ebenen.

Um das allerdings kurz in den richtigen Kontext zu setzen: Ich bin da vermutlich zu sehr Monty Python, Badesalz & Co. verseucht (danke, Don Quichotte!). Ich fand die anderen genannten Serien sowie ihre vielfach ausgezeichneten Konkurrenten entsprechend ebenfalls nur bedingt amüsant. Unterhaltsam, ja. Zum Schreien? Nein. Zum Glück ist Humor eine subjektive Sache.

Allerdings muss ich (und Lysanda) auch ganz klar sagen, dass die Hauptcharaktere einem häufig wenig Grund zum Lachen gaben:

  • Star Trek: Lower Decks (CBS-Promobild)

    Beckett Mariner, Tochter des Captains, hat gefühlt schon alles erlebt und tritt trotzdem auf der Stelle. In einer Selbstvernichtungsspirale gefangen spielt sich die Rebellin und Regelbrecherin, nur um nicht aufzusteigen. Das war am Anfang noch eine nette Idee, um die Erwartungen zu unterwandern. Aber es fast die ganze Serie hinweg durchzuziehen war irgendwann nur noch anstrengend mit anzusehen.

  • Brad Boimler, der Gegenpol zu Mariner, der im Gegenzug von ihr ständig gemobbt wird. Keine Ahnung, warum wir das im Jahr 2026 noch lustig finden sollen. Uns tat er einfach nur leid. Motiviert, die Werte der Sternenflotte hochzuhalten, alles richtig zu machen und so irgendwann zum Captain aufzusteigen, werden ihm ständig Steine in den Weg gelegt.
  • D’Vana Tendi, die Undercover-Orionerin, hat schon ein bisschen was von Persönlichkeitsstörung. Auf der einen Seite die naive, angehende Wissenschaftlerin und auf der anderen die harte Piratenbraut. Es fühlte sich häufig so an, als hätten sich die Autoren in eine Sackgasse geschrieben und mussten dann Tendis “dunkle” Vergangenheit hervorholen, um den Tag zu retten. Unter dieser Dichotomie litt ihre Glaubwürdigkeit. Aber von den vieren tatsächlich noch der sympathischste Charakter.
  • Der intelligente, aber total naive Ingenieur. Und ja, weder Lysanda noch ich wussten noch seinen Namen: Sam Rutherford. Noch so ein Charakter, der einem die meiste Zeit einfach leid tat und ansonsten gefühlt wenig Profil hat.

Ja, es ist eine lustige Zeichentrickserie. Da dürfen und müssen vielleicht sogar die Charaktere überzeichnet sein. Keine Frage. Aber so dämlich z.B. der fitnessbessene 1. Offizier Jack Ransom auch ist: Er erfüllt seinen Zweck und hatte, wenn nötig, seine normalen Momente. Bei drei von unseren vier Hauptcharakteren hatten wir aber die meiste Zeit eher das Gefühl immer und immer wieder den gleichen Blödsinn auf dem Bildschirm zu sehen. Und Witze werden nicht besser nur, weil man sie wiederholt.

Beim Christoph meint: Star Trek: Lower Decks war definitiv die zweitbeste NuTrek-Serie, die wir konsumiert haben. Platz 1 belegt weiterhin Star Trek: Prodigy. Obwohl wir mit dem Humor nicht ganz so viel anfangen konnten und auch die Charaktere bei uns nicht so gezündet haben, wie es die Autoren es sich vielleicht erhofft hatten: Die Serie war nah an dem dran, was ich persönlich (scheinbar) von Star Trek erwarte. Es war entsprechend (zusammen mit der kurzen Laufzeit) nicht schwer für uns eine Episode an die nächste zu hängen. Trotz der Defizite haben wir gerne die kurzweiligen Abenteuer der USS Cerritos miterlebt.

Für Star-Trek-Fans definitiv ein Muss. Wer allerdings bislang nichts mit Star Trek am Hut hat, wird hier nicht glücklich werden. Es geht aus meiner Sicht zu viel verloren, wenn man nicht das entsprechende Vorwissen hat.

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