Homefront: The Revolution (Herstellerbild)

Der letzte DLC (Beyond the Walls) noch und ich habe Homefront: The Revolution endlich abseits des Multiplayers (Coop-Missionen aber auch Solo spielbar) komplett durch. Dürften am Ende ca. 22 Stunden sein. Meine Meinung hat sich in dieser Zeit nicht wirklich geändert. Das Moment-to-Moment-Gameplay (hauptsächlich feindliche Soldaten auf unterschiedlichste Art und Weise töten) wie es so schön heißt funktioniert und macht die meiste Zeit Spaß. Selbst die Geschichte, wenn sie denn mal vorankommt, ist okay und aufgrund des Settings interessant. Leider leidet sie extrem unter den technischen Problemen. Vor allem die hakeligen Charakteranimationen sind zum Haare raufen – vor allem wenn man sich im Vergleich Crysis 3 (2013) auf Basis der gleichen Engine anschaut.

So ned!

Das Hauptproblem von Homefront: The Revolution ist aus meiner Sicht aber schlicht und einfach, dass es rund 10 Stunden zu lang ist bzw. nicht genug interessante und abwechslungsreiche Inhalte für die volle Zeit vorhanden sind. Ja, ich höre die Kinder schon wieder im Hintergrund jammern von wegen „60€ für 8 Stunden ist viel zu viel!!!!!111“ aber ich habe lieber acht richtig intensive Spielstunden als jeweils 30 intensive Minuten umhüllt von zwei Stunden Füllmaterial.

Klar, wenn man nicht wie ich versucht (fast) alles zu machen fällt von den 20 Stunden sicherlich nochmal einiges ab. Das macht es aber nicht besser. Genauso wenig wie die Tatsache, dass euch im dritten Akt häufiger die Kontrolle entrissen wird. Mir ist klar warum – die Geschichte würde sonst nicht funktionieren. Aber das macht die vorherige Spielzeit nur noch sinnloser, wenn ich vor vollendete Tatsachen gestellt werde, nur weil es die Entwickler so wollen und keinen anderen Weg gefunden haben zum gewünschten Ergebnis zu kommen. Hätte ich selbst die Kontrolle über meinen Charakter in den Schlüsselszenen behalten dürfen, wären sie anders ausgegangen. Aber Spoiler man muss natürlich noch irgendjemanden sterben lassen, damit es auch so richtig emotional wird Spoiler Ende. Echt dämlich und so extrem viel verschenktes Potential, dass man einfach nur noch heulen könnte.

Von mir gibt es nach langem hin und her nur 2 von 5 Sics. Für den dritten Sic nervte es einfach zu sehr an allen Ecken und Enden. Von den teilweise nicht funktionierenden Achievements, über die besagten technischen Probleme bei Animation und KI bis hin zum Thema „viel zu aufgebauscht“.

Die Zusatzinhalte

Homefront: The Revolution – Beyond the Walls (Herstellerbild)

Abseits der eigentlichen Solokampagne gibt es noch wie erwähnt einen Coop-Mehrspielermodus und drei DLC. Der erste DLC The Voice of Freedom ist zwar verdammt kurz und linear, aber er konzentriert sich dabei wenigstens auf das Wesentliche und bauscht es nicht unnötig auf. Hier seid ihr mit dem Charakter unterwegs, der euch im Hauptspiel am Anfang bereit und erlebt den Weg bis zu eurer Befreiung. Im zweiten DLC, Aftermath, geht hingegen die Geschichte aus dem Hauptspiel weiter. Auch vergleichsweise übersichtlich und linear (etwas freizügiger als The Voice of Freedom) aber dafür angenehm knackig und kurzweilig. Und im 3. DLC, Beyond the Walls, wird die Geschichte endlich zum „richtigen“ Ende geführt. Den habe ich aber noch nicht durch. Erwarte aber mindestens das Niveau des zweiten DLC.

Ob die DLC tatsächlich ihren Preis wert sind, kann ich nicht abschließend beurteilen. Aber wer wirklich die komplette Geschichte erfahren will, kommt leider nicht drum herum. Das ist absoluter Mist aber leider ja heute irgendwie auch ein Standard. Andererseits haben wir ja schon festgestellt, dass sowieso nicht viele Leute den Titel gespielt haben und ihr es sicherlich mit hoher Wahrscheinlichkeit genauso wenig tun werdet.

Das Unhaltsamste

Bleibt noch der Mehrspielermodus. Viel Aktivität gibt es da logischerweise nicht (hab‘ nur vergangen Sonntag mal 2-3 Runden mit menschlichen Spielern hinbekommen) aber er ist prinzipiell auch Solo spielbar – nur entsprechend schwieriger (zusätzlich zu den bereits vorhanden drei Schwierigkeitsgraden). Als Teil des Widerstands müsst ihr verschiedene Missionen erfüllen und seid dabei mit bis zu drei menschlichen Mitstreitern unterwegs. Die Levels selbst sind Ausschnitte von Zonen aus der Solokampagne – man findet sich also relativ schnell zurecht – und bieten tatsächlich genauso viele Freiheiten, um euer Ziel zu erreichen. Zwar versucht euch das Missionsdesign dennoch an bestimmte Punkte zu lotsen, weil es nur dort wirklich weitergeht. Der Weg dazwischen steht euch aber frei und ist trotzdem unterhaltsam gestaltet durch geschickt platzierte Feindpatrouillen.

Homefront: The Revolution (Herstellerbild)

Durch das Erfüllen der Missionen (bzw. gnädiger Weise auch, wenn ihr nur Teilerfolge vor dem Ableben hinbekommt) erhaltet ihr Erfahrungspunkte und Geld. Mit den Erfahrungspunkten levelt ihr euren Widerstandskämpfer hoch und schaltet neue Fähigkeiten für ihn frei. Mit dem Geld kauft ihr Lootboxen über die ihr nach und nach alle Waffen, Waffenaufbauten und Gadgets erhaltet (die ebenso wieder verbessert werden wollen). Etwas nervig, vor allem wenn man sich im Hauptspiel schon an seine hochgerüsteten Knarren gewöhnt hat. Aber heutzutage muss ja irgendwie jeder Mehrspielermodus ein Progressionssystem haben. Unterm Strich macht die Sache aber tatsächlich Spaß – sogar Solo. Warum? Nun, weil hier wieder Punkt greift „auf das Wesentliche konzentrieren“. Ihr habt ein klares Ziel, auf dem Weg dahin habt ihr reichlich Freiheiten und nach spätestens 15-20 Minuten ist die Sache erledigt (oder ihr schon vorher gescheitert). Reduziert auf sein Core-Gameplay funktioniert Homefront: The Revolution. Ansonsten halt leider nicht.

Damit habt ihr nun vermutlich mehr über diesen Titel erfahren, als ihr jemals wissen wolltet. Aber irgendwie hat mich das Spiel nicht losgelassen (im negativen Sinne). Vermutlich, weil ich den 1. Teil so gut fand. Welches Werk ich mir als nächstes vorknüpfe weiß ich aber noch nicht.

Sicarius

Agenten des bunten Chaos

Da Lysanda letzte Woche überraschenderweise einen Eintrag (selbst) geschrieben hatte, kommen wir heute nun ohne viel Umschweife zum eigentlich angekündigten Thema:

Cover

Agents of Mayhem (2017; PC, XONE, PS4) – „Warum hat dieses Spiel keinen Koop-Modus?!“ dürfte wohl die häufigste Frage sein, die sowohl Kritiker als auch Spieler sich beim neusten Werk von Volition immer wieder gestellt haben. Und ja: Wenn nicht Agents of Mayhem, welches Spiel dann? Ähnlich wie im Puzzle-Titel Trine schlüpft ihr in drei Charaktere gleichzeitig zwischen denen ihr auf Knopfdruck wechselt und aus der Third-Person-Perspektive haufenweise L.E.G.I.O.N.-Soldaten (League of Evil Gentlemen Intent on Obliterating Nations) über den Haufen ballert. Euer Team stellt ihr aus insgesamt 15 Agenten (drei als DLC für je 5 Euro) zusammen, die jeweils völlig einzigartig sind beginnend von ihrem Aussehen und ihrer Hintergrundgeschichte bis hin zum Gameplay mit eigenen Fähigkeiten, Stärken und Schwächen.

Hollywood, einer euer ersten Agenten, ist zum Beispiel ein alter Filmschauspieler und liebt es im Rampenlicht zu stehen (und hat entsprechende Bonus-Moves, die ihn „cool“ aussehen lassen). Er trägt ein Maschinengewehr bei sich, verschießt Granaten und seine „Mayhem“-Fähigkeit (eine Art „Ultimate“) versetzt ihn in seinen eigenen Michael-Bay-Film (passenderweise „Blockbuster“ genannt). Rama hingegen schwingt (Energie-)Pfeil und Bogen, ist auf der Suche nach einem Heilmittel für eine Seuche in ihrem Heimatland und macht eher wiederwillig bei M.A.Y.H.E.M. (Multinational Agency Hunting Evil Masterminds) mit. Außerdem lassen sich alle Agenten noch grob in drei Kategorien einteilen, um euch ein Stück weit dazu zu zwingen ein homogenes Team zusammenzustellen. So ist Hardtrack dank seiner Schrotflinte gut gegen gepanzerte Feinde während Fortune dank ihrer schnell schießenden Pistolen zügig feindliche Schilde herunter bekommt.

Agents of Mayhem (Herstellerbild)

Ja, Agents of Mayhem nimmt sich nicht ganz so ernst wie ihr anhand der Beschreibung von Hollywood vielleicht schon vermutet. Kein Wunder: Technisch gesehen ist es Teil des Saints Row-Universums. Ihr wisst schon: Dem GTA-Klon, der sich mit jedem Teil tiefer in die Absurdität stürzte und seine eigene Nische fand (und dem Webmaster unter anderem deswegen tausendmal besser gefällt als alle GTA zusammen). Vorsicht Spoiler! Am Ende von Saints Row IV sind die bösen Aliens zwar besiegt, die Erde aber zerstört. In Saints Row: Gat out of Hell werdet ihr im Finale dann vor die Wahl gestellt. Eine davon ist es die alte Erde wiederherzustellen. Damit werden zwar die Ereignisse der gesamten Saints Row-Reihe ausgelöscht aber sie und alle Menschen existieren wieder. Spoiler Ende Agents of Mayhem setzt auf diesem Ende auf. So gibt es zwar viele Andeutungen auf Saints Row (mit den DLC-Agenten Johnny Gat und Kinzie Kensington sogar zwei Charaktere) aber es ist eben nicht Saints Row V. Dennoch ist es zumindest spielerisch in gewisser Art und Weise die logische Fortsetzung nachdem im vierten Teil bereits Superkräfte ihren Einzug in das Universum gehalten haben – und im Prinzip sind die Fähigkeiten eurer Agenten nicht viel anders.

Die Spieltwelt

Die Handlung rund um Persephone Brimstone und ihr Kampf mit M.A.Y.H.E.M. gegen die bösen Welteroberer von L.E.G.I.O.N. spielt in einer Zukunftsversion von Seoul, in der ihr euch wie gewohnt frei bewegen dürft, um neben den zahlreichen Missionen auch noch anderen Tätigkeiten nachzugehen. Erfreulicherweise ist das Spiel in der Hinsicht nicht einmal ansatzweise so überladen wie manch ein anderer, aktueller Open-World-Titel. Zu sammeln gibt es sogar nur zwei Sachen: Kristalle mit denen ihr eure Agenten signifikant verbessern könnt sowie Kisten, in denen neben Baumaterial auch hin und wieder mal eine Autoblaupause versteckt ist. Ja, Fahren spielt anders als in Saints Row IV wieder eine größere Rolle. Statt euch aber zu zwingend die lahmen Zivilistenkarren zu benutzen, dürft ihr auf Knopfdruck euer sprechendes Agentenauto rufen und – wenn ihr an der richtigen Stelle steht – sogar stylisch einsteigen.

Agents of Mayhem (Herstellerbild)

Dass es nur so wenig zu sammeln gibt, ist allerdings gleichzeitig ein Negativpunkt, denn außerhalb der Missionen habt ihr relativ wenig zu tun. Es gibt ein paar Arten von Nebenevents wie z.B. das Erobern von feindlichen Stützpunkten oder das Befreien von Geiseln aber die macht man einmal und dann wiederholen sie sich immer und immer wieder – und zwar nicht nur im Inhalt, sondern sogar im Levelaufbau. Dragon Age II lässt grüßen. Das ist auf der einen Seite schade, auf der anderen könnt ihr euch so voll und ganz auf die Highlights des Titels konzentrieren (die Charaktere und ihre Geschichten) und seid trotzdem mindestens 20 Spielstunden voll beschäftigt (ich hab‘ aktuell circa sieben Stunden hinter mir und erst fünf Agenten freigeschaltet).

Neben den Storymissionen gibt es Episoden in denen ihr mehr über die Agenten erfahrt (vor allem, wie sie überhaupt bei Mayhem gelandet sind) und sie so überhaupt erst freischaltet. Vorangetrieben wird die Geschichte dabei vor allem mit schicken Zeichentrick-Filmchen, die zusammen mit dem Episodenaufbau, dem sehr bunten und übertrieben Look sowie dem bekannten Saints Row-Humor bewusst eine Art „Samstags-Morgen-Cartoon“-Feeling erzeugen. Leider geht das Erzählniveau mit seinen überzeichneten Klischeecharakteren gleichzeitig nicht über besagten Samstag-Morgen-Cartoon hinaus. Banausen werden zwar behaupten, dass die Saints Row-Spiele genauso wenig Tiefgang hatten aber diese Leute haben offensichtlich die Serie nie richtig gespielt und damit keine Ahnung. Es reicht zwar, um bei der Stange zu halten aber vor allem wenn man den Vergleich hat, dann schmerzt es doch sehr zu sehen wie wenig Volition mit seinem großen Kader an toll ausgearbeiteten Charakteren anfängt.

Das Gameplay

Neben der Hauptstadt Seoul gibt es noch eure Ark. Das ist die Schaltzentrale, in die ihr auf Knopfdruck zurückkehrt. Hier stellt ihr euer Team zusammen und verbessert es (neben den Kristallen, gibt es z.B. pro Levelaufstieg auch ganz normal Punkte zu verteilen), stellt Agenten für globale Missionen (nach x-Minuten gibt es eine Belohnung) ab, erforscht/kauft Gadgets wie riesige rollende Energiekugeln, konfiguriert euer Standardauto, ändert den Schwierigkeitsgrad in mehr als einem Dutzend Abstufungen (je höher, desto mehr Cash und Erfahrungspunkte gibt es für erfüllte Missionen – im Gegenzug sind die Gegner um einiges mächtiger) und so weiter und so fort.

Agents of Mayhem (Herstellerbild)

Die meiste Zeit verbringt ihr aber in Seoul und ballert was das Zeug hält. Die Kämpfe gehen wie von Saints Row gewohnt gut von der Hand, wenngleich die Masse an unterschiedlichen Fähigkeiten am Anfang etwas erschlägt und manche Agenten sogar erst mit einem höheren Level wirklich nützlich werden. Aber man gewöhnt sich dran, lernt in welcher Situation man zu welchem Charakter wechseln sollte und macht es schon bald ganz intuitiv und flüssig. Zwischendurch scannt ihr viel (ein Tastendruck), um die verstreuten Kisten mit Belohnungen sowie Nebenevents zu finden und betreibt einiges an Parkour, da der Titel ist sehr vertikal angelegt ist dank zahlreicher Hochhäuser, um besagte Kisten und Kristalle einzusammeln. Wie gut, dass jeder Agent von Haus aus einen Dreifachsprung hat.

Beim Christoph meint: Auch wenn ich den Koop-Modus sicherlich nie benutzt hätte, stimme ich doch zu, dass er Agents of Mayhem sehr gutgetan hätte. Könnte mir es absolut wie bei Trine vorstellen (alleine wechselt man zwischen den drei Charakteren – zusammen spielt jeder einen). Aber selbst ohne finde zumindest ich, dass Volition einen in vielfacher Hinsicht spaßigen Titel produziert hat. Ja, es ist kein Saints Row V und es wurde sehr viel Potential verschenkt. Es ist zudem definitiv nicht auf dem gleichen Niveau (vielleicht aufgrund von Zeit- und Budgetbegrenzungen?). Das gilt sowohl für die wenig mitreißende Geschichte (sie lebt einzig allein vom bunten Agentenkader), als auch beim Gameplay (der Großteil des Spiels besteht aus Kämpfen gegen austauschbare Feinde). Zusätzlich trübt die Liebe Technik das Bild, da doch so einige Bugs (inkl. Plotstoppern, die sich nur durch mehrmaliges Neustarten des Spiels umgehen lassen) selbst jetzt noch existieren und die PC-Performance trotz des eher durchschnittlichen Grafikniveau nicht wirklich gut ist.

Und doch: Dank der wirklich extrem unterschiedlichen Agenten und der vielfältigen Möglichkeiten wie selbst ein einziger Agent zusammengesetzt werden kann, sind die Kämpfe nie langweilig. Gleichzeitig ist die Verpackung trotz mangelndem Tiefgang bei der Geschichte stimmig und lädt zum Weiterspielen ein. Entsprechend habe ich den Kauf bislang nicht bereut. Als Budgettitel ganz klar einen Blick wert – nicht nur aber besonders für Fans des Saints Row-Universums. Wer allerdings immer noch nicht zumindest Saints Row III und Saints Row IV (da die Geschichte zusammenhängt, macht es keinen Sinn nur Teil 4 zu spielen) erlebt habt, sollte dies endlich mal nachholen und dann lieber erst einmal auf Agents of Mayhem verzichten.

Ein Stapel neuer alter Spiele

„Schon wieder ein Eintrag über Spiele?! Das ist ja DER Wahnsinn! Ich hatte schon befürchtet, der Webmaster sagt uns schon wieder warum wir alle sterben werden oder so…“

Ihr seid aber auch immer so nett zu mir, liebe Besucher. Aber ja, heute geht es tatsächlich schon wieder um Spiele. Sogar um etwas Aktuellere als beim letzten Mal, denn wie im Eintrag erwähnt übergab am Donnerstag der DHL-Bote mal wieder ein Paket Spiele an mich – verschickt von OkaySoft! Richtig erkannt: Die gibt es immer noch und der Service ist weiterhin so hervorragend wie ich ihn in Erinnerung hatte. Haben sogar Anfang des Jahres ihre Seite modernisiert (endlich Filter und eine Bestellübersicht!). Lohnt sich also vorbeizuschauen, nicht nur wenn es wie in meinem Fall um ältere Sachen geht, die mitunter die großen Shops gar nicht mehr haben (oder nur für Sündteuer).

Die Lieferungen

Aus der Packstation habe ich hingegen seit langem mal wieder neue harte Ware geholt. Allerdings nur ein Netzteil (CoolerMaster V650 in der vollmodularen Variante für ca. 115 Euro), weil mein CoolerMaster Real Power M700 nach zehn Jahren irgendwie einen Knacks bekommen hat (vermutlich durch 1-2mal zu viel rausgeflogene Sicherungen) und unter Last sehr, sehr laut geworden ist. Dachte zwar zuerst die Grafikkarte wäre der schuldige, aber bei genauerem Hinhören war es tatsächlich das Netzteil. Garantie gibt es bei CoolerMaster nur bis maximal fünf Jahre deswegen habe ich mir nun ein Neues geholt. Der Rechner ist jetzt nicht nur wieder schön leise: Das neue Netzteil dürfte auch wesentlich effizienter sein als das alte und damit der Stromverbrauch niedriger (vom etwas weiter reduzierten Kabelsalat im Gehäuse ganz zu schweigen). Eigentlich wird es mal wieder Zeit für ein komplettes Rechnerupdate aber die Grafikkartenpreise sind grad absolut unbezahlbar aufgrund der Mining-Problematik und als mittlerweile nur noch Wochenendspieler muss ich Lysanda zustimmen, dass es sowieso einfach keinen großen Sinn macht. Da können wir das Geld für andere Sachen wesentlich besser gebrauchen (z.B. aktuell mal wieder Heizöl, wenn die Preise hoffentlich erneut sinken).

Jetzt wollt ihr aber natürlich ganz dringend erfahren, was ich denn alles an PC-Spielen bei OkaySoft gekauft habe (obwohl ihr es rechts auf dem Bild sicherlich schon gesehen habt). Nun, wie gesagt Call of Duty: Black Ops III und Call of Duty: Infinite Warfare. Sogar beides noch in der Day One Edition (aber ohne Call of Duty 4: Modern Warfare Remastered). Immer ein gutes Zeichen dafür, wie „gut“ sich die Spiele verkauft haben, wenn man so viele Jahre nach Release noch die Erstauflage bekommt… Außerdem Act of Aggression (Reboot Edition, Plants vs. Zombies: Garden Warfare 2, Shadowrun Chronicles: Boston Lockdown (sollte mal ein MMORPG werden, aber der Kickstarter ist gescheitert, deswegen nun eine Art XCOM mit globaler Koop-Lobby), GTA V (auch wenn meine Hardware sicherlich nicht ausreicht), The Witcher 3: Wild Hunt (GOTY) (auch hier reicht meine Hardware nicht aus), Dishonored: Der Tod des Outsiders (obwohl ich Teil 2 erst angefangen habe), Resident Evil 7 (Gold Edition) (hab‘ weder Teil 5 noch Teil 6 bislang durch), Ghost Recon: Wildlands, Agents of Mayhem (als Saints Row-Fan musste ich es endlich haben – mehr dazu in einem anderen Eintrag) sowie den Titel, der unser heutiges Hauptthema ist:

Cover

Homefront: The Revolution (2016; PC, XONE, PS4) – Das erste Homefront hat mir damals sehr gut gefallen – besser als alle Call of Duty zu der Zeit (und auch danach). Ja, es hatte genauso seine Probleme (z.B. sehr kurz und linear) aber dafür versprühte es extrem viel Atmosphäre in allen Bereichen und ich kann es immer noch jedem ans Herz legen! Entsprechend gespannt war ich auf Teil 2, der anfangs auch von den Kaos Studios kommen sollte. Leider ging es mit dem Publisher THQ zu der Zeit relativ zügig bergab und die Entwickler wurden geschlossen. Die Marke ging anschließend an Crytek und die wollten kein lineares, storylastiges Homefront 2 wie Kaos Studios es geplant hatten, sondern wie gefühlt jeder heutzutage eine offene Welt. Damit stand die Grundidee von Homefront: The Revolution fest. Bis zum Release im Jahr 2016 vergingen allerdings noch einige Jahre, denn Crytek hatte bekanntlich genauso seine finanzielle Probleme. Am Ende landete es bei Deep Silver und ihrem Inhouse-Entwickler Dambuster Studios (ehemals Crytek UK und davor Free Radical Design – die Macher von TimeSplitters). Das Ergebnis kam weder bei den Kritikern noch den Spielern wirklich gut an – eine Meinung, die ich nach den ersten vier Spielstunden leider teilen muss. Fangen wir aber wie immer ganz am Anfang an:

Homefront: The Revolution (Herstellerbild)

Homefront: The Revolution ist, wie der Name schon impliziert, kein zweiter Teil. Stattdessen ist eine Art Reboot mit der gleichen Grundidee: In einer alternativen Geschichte haben die Nordkoreaner Amerika erobert. In der Version von Dambuster Studios haben sie dafür in den 70igern angefangen mittels ihrer APEX Corporation den amerikanischen Markt (inkl. Militär) mit ihren hochwertigen Elektronikprodukten zu überschwemmen. Da es aufgrund von mehreren Kriegen den Amis sowieso schon nicht gut geht, haben sie durch die Waffenkäufe bei APEX auch noch riesige Schulden angehäuft. Als sie diese nicht mehr bedienen können, fällt Nordkorea in Amerika ein, indem sie die geheime Backdoor in ihrer Elektronik aktivieren und alles lahmlegen. Anfangs gaben sich die Koreaner noch ganz lieb und nett, aber mittlerweile (2029) ist Amerika ein totalitärer Polizeistaat geworden. Und wie es mit unterdrückten Menschen immer so ist, wollen die das nicht mehr akzeptieren (unverantwortlich sowas!) und rebellieren. Ihr spielt Ethan Brady, einen der ganz neuen, aufstrebenden Revoluzzer in der Stadt Philadelphia.

Spielwelt hui, Gameplay pfui

Wie erwähnt war es die Atmosphäre, die mir damals am ersten Teil richtig gut gefallen hatte. Amerika und die Menschen darin waren sichtbar heruntergekommen und zwar nicht auf die künstliche Art und Weise, wie es Call of Duty macht wo selbst total zerstörte Städte unwirklich daherkommen, sondern eben so wie man es sich vorstellt. Homefront: The Revolution schlägt da tatsächlich in die gleiche Kerbe. Philadelphia sieht nicht nur wie eine reale, heruntergekommene Stadt aus – sie fühlt sich auch so an. Und die Charaktere wirken (vor allem dank der CryEngine) nicht weniger lebensecht und sind von der Okkupierung sichtbar gezeichnet. Die Menschen kämpfen spürbar ums Überleben und man ist nicht einfach nur Zuschauer in einer nachgeahmten Apokalypse, sondern bekommt „echte“ Gefühle und Emotionen zu sehen – zumindest die meiste Zeit. Leider machen die technischen Probleme selbst die stärksten Szenen mitunter kaputt. Beispielsweise wenn Charaktere versuchen euch anzuschauen aber euer Kopf anscheinend in der Decke steckt und entsprechend nur noch das weiße in den Augen zu sehen ist, Gegner stupide gegen die Wand laufen (und nach dem Ableben gerne mal drin stecken bleiben) oder Rebellen erst locker ihre Waffe an der Köperseite tragen und dann „wusch“ vor sich halten statt eine fließende Bewegung auszuführen.

Homefront: The Revolution (Herstellerbild)

Darüber könnte man freilich hinwegsehen, wenn der Rest des Spiels durchweg auf hohem Niveau wäre. Aber wie erwähnt, wollten die Entwickler UNBEDINGT eine offene Welt. Und dann nicht nur eine offene Welt, sondern auch noch eine, wo die Karte vor lauter Symbolen schon fast keine Straßenführung mehr zeigt. Man kann viel über lineare Spielerlebnisse schimpfen aber bislang gab es aus meiner Sicht nur sehr, sehr wenige Spiele mit einer offenen Spielwelt, die es geschafft haben trotzdem eine gute und intensive Geschichte zu erzählen (Assassin’s Creed II z.B.). Homefront: The Revolution gehört eindeutig nicht dazu. Ja, natürlich passen die meisten Gameplay-Elemente wie die KAP sabotieren, Stützpunkte einnehmen oder den Einwohnern helfen in die Idee eine Revolution anzuzetteln. Aber aufgrund der Masse an Tätigkeiten und der dadurch verbundenen ewigen Wiederholungen und langen Laufzeit zwischen den eigentlichen (intensiven und ganz gut gelungenen) Story-Missionen, geht jedes bisschen Spannung sofort flöten. Schlimmer noch: In den sogenannten gelben Zonen will das Spiel eigentlich, dass man sich versteckt, schleicht und heimlich seine Ziele erfüllt. Die Realität sieht so aus, dass ich mich waffenstrotzend ins Gefecht stürze, ganze Armeen auslösche und nur hin und wieder verstecke.

Nervig

Ich ballere nicht alles ab was ich sehe, weil ich es bevorzuge. Ich würde ja nach den Regeln der Entwickler spielen. Wenn man nur von A nach B will nerven die Straßenschlachten schon ein wenig, da in der gelben Zone ALLE Wachen in der Zone alarmiert werden. Aber es geht einfach nicht anders. Die Feinde sehen einen zu schnell und verbleiben viel zu lange in der Region während man sich versteckt. Sprich selbst wenn ich versuche einen auf Schleichen zu machen, verbringe ich entweder gefühlte Stunden damit sinnlos zu warten oder werde beim Verlassen meines Verstecks sofort wiedergesehen und es wird erneut Alarm ausgelöst. Das macht keinen Spaß. Dann lieber rücksichtslos ballern – zumal das eigene Ableben keine echten Konsequenzen hat. Entweder es wird innerhalb einer Story-Mission der letzte Checkpoint geladen oder man wacht im nächstgelegenen Safehouse auf und verliert nur ein paar geldbringende aber völlig austauschbare Gegenstände, die man gesammelt hat.

Immerhin sind die Schießereien insgesamt ganz spaßig. Die Waffen haben rums, es gibt eine große Auswahl (ihr könnte jede Hauptwaffe mehrfach umbauen sowie Sachen anbringen) und wenn die KI nicht gerade in eine Wand rennt, agiert sie tatsächlich halbwegs Intelligent mit Flankiermanövern und gemeinsamen Vorstößen. Außerdem ist wie gesagt die Stadt sehr schön gestaltet, bietet viel vertikalität und es gibt immer verschiedene Möglichkeiten an die Sache heranzugehen.

Homefront: The Revolution (Herstellerbild)

Beim Christoph meint: Ich hätte wirklich sehr gerne das Homefront 2 von Kaos Studios gehabt. Homefront: The Revolution zeigt zwar die Ansätze der Dinge, die den Vorgänger so gut gemacht haben vor allem was die Atmosphäre angeht. Aber sagen wir es wie es ist: Die offene Welt macht das komplette Konzept kaputt. Die technischen Unzulänglichkeiten sind da nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Dem Titel hätte es so viel besser getan, wenn die Entwickler ausgemistet hätten. Es müsste ja nicht völlig linear sein. Das Konzept der Zonen beispielsweise hätte man sicherlich lassen können. Aber manchmal ist weniger definitiv mehr. Weniger Wiederholungen in den Sachen, die man für die nächste Hauptmission machen muss und mehr Konzentration auf das Wesentlich in Form von Story und den Charakteren und schon wäre es ein Hit.

In der veröffentlichten Form kann ich hingegen absolut nachvollziehen, warum ich noch eine Day One Edition bekommen habe. Auch von mir gibt es keine Kaufempfehlung. Ich werde es zwar weiterspielen, weil ich wissen will, wie sich die Geschichte weiterentwickelt. Aber wenn ihr diesen Titel selbst auf dem Ramschtisch links liegen lasst, bin ich euch absolut nicht böse drum. Dann doch lieber Homefront nachholen!

Sicarius

Ballernde Geister

Hand of Fate (Herstellerbild)

Wir haben dieses Jahr ja noch gar nicht über das Thema Spiele gesprochen, sehe ich. Gut, zu aktuellen Sachen kann ich weiterhin nicht viel beitragen (überfliege mittlerweile sogar nur noch die Nachrichten) und wenn man nur am Wochenende mal zum Zocken kommt, dann geht alles natürlich ein wenig langsamer. Aber: Ich habe es tatsächlich mal wieder geschafft zwei Titel bis zum Ende durchzusehen nachdem ich Grim Dawn aktuell zur Seite gelegt habe (hänge an einem Boss fest – meine Characterbuild ist zu schlecht).

Nummer eins ist Hand of Fate, über das ich euch aber schon letztes Jahr etwas erzählt hatte. Als einzige Ergänzung zu meiner damaligen Empfehlung möchte ich nur kurz auf das äußerst unzufriedenstellende Ende hinweisen. Nach dem finalen Bosskampf landet ihr nämlich fast sofort wieder im Hauptmenü. Keine umfangreiche Endsequenz, die euch vielleicht etwas mehr über die Story erzählt oder sowas. Nein, der Bösewicht ist weg und das wars. Sehr schade. Immerhin ist es kein Cliffhanger-Ende wie im zweite Spiel, dass ich endlich mal durchgestanden habe:

Cover

Call of Duty: Ghosts (2013; PC, X360, PS3, WiiU, PS4, XONE) – Das Ding kostet immer noch mehr als 25 Euro?! Activision – Ich weiß nicht, ob ich euch ob eurer Preisstabilität bewundern oder für bekloppt halten soll. Egal. Von mir gibt es für die Solo-Kampagne dieses Werks 3 von 5 Sics was vermutlich auch ein Stück weit daran liegt, dass ich seit meinem Video zu Call of Duty: Advanced Warfare anno 2014 nicht nur keinen Serienteil mehr gespielt (geschweige denn durch), sondern auch kein Call of Duty mehr gekauft hatte (Black Ops III und Infinite Warfare liegen aber vermutlich Ende der Woche im Briefkasten).

Ich war aber auch nach den ganzen anstrengenden Rollenspielen auf der Suche nach einem stupiden Shooter und diese Erwartungshaltung hat Call of Duty: Ghosts eindeutig erfüllt. Zwar wurde es am Ende ein wenig nervig (hab’s natürlich auf „Veteran“ gespielt) weil ich etwas zu häufig gestorben bin aber gelangweilt habe ich mich in den gut sechs Stunden definitiv nicht. Ich spiele sogar mit dem Gedanken mir noch die restlichen acht Achievements zu holen (dank Level Select nicht der ganz große Akt).

CoD halt

Call of Duty: Ghosts (Herstellerbild)

Nur der Cliffhanger, der geht mir massiv auf den Sack, weil es garantiert NIE eine Auflösung dafür geben wird. Bekanntlich hat sich der Titel nicht allzu gut verkauft – zumindest für ein Call of Duty. Ansonsten war es halt ein Call of Duty mit allen positiven wie negativen Aspekten: Viel Abwechslung durch regelmäßige Perspektivenwechsel (dieses Mal inkl. Hundesicht), viel Patriotismus und vor allem viele imposante aber völlig lineare Setpieces voller Action (beispielsweise eine Stadt, die überflutet wird oder ein Unterwasserausflug oder eben das finale im All). Allerdings frage ich mich schon, warum der Hund so stark im Vorfeld beworben wurde. Er kommt nämlich überraschend selten vor. Immerhin haben sie nicht das gemacht, was ich von Call of Duty definitiv erwartet hätte. Spoiler Er wurde nicht getötet. Spoiler Ende Und auch sonst wurde erfrischender Weise auf irgendwelches „Edgy“-Zeugs verzichtet. Ja, es sterben trotzdem viele und wie immer geht es um alles. Aber keine Atombomben die explodieren, Flughäfen voller Zivilisten oder so Kram.

Das Gameplay ist dabei gewohnt flüssig und die Schießereien soweit okay. Auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad plagen nur die üblichen Probleme wie sehr treffsichere Gegner aber immerhin sind die Zeiten von unendlich wiedererscheinenden Gegnern ja mittlerweile vorbei. Und auch Granaten wurden nicht ganz so viele geworfen nur weil ich aus Entwicklersicht vielleicht etwas zu lange in Deckung verbracht habe. Was ich hingegen ganz schick fand: Ihr seid fast das ganze Spiel in einer Gruppe unterwegs (dabei gibt es gar keinen Coop-Modus). Die KI-Leute rücken zwar immer nur vor, wenn ihr eine bestimmte unsichtbare Grenze überschreitet. Aber immerhin helfen sie tatsächlich dabei die Gegner auszudünnen. Das ist ja leider in vielen anderen Spielen keine Selbstverständlichkeit.

Beim Christoph meint: Ich bezweifle stark, dass sich irgendjemand von euch, der es nicht sowieso schon besitzt noch Call of Duty: Ghosts kaufen wird. Aber um im Format zu bleiben: Es ist ein Call of Duty von der schwächeren Sorte. Die Einzelspielerkampagnen der Black Ops-Teile sind immer noch um Welten besser. Wenn man sich darauf einlässt und nur eine kurze, anspruchslose Ablenkung sucht, dann macht man aber nichts verkehrt. Nachholen muss man es aber definitiv nicht, wenn man es verpasst hat.

Sonstiger Kram

Hover (Herstellerbild)

Abseits von Hand of Fate und Call of Duty: Ghosts habe ich auf dem PC endlich meinen Key für Hover erhalten. Den Titel hatte ich auf Kickstarter unterstützt aber bekam Ende Mai 2017 trotz mehrfacher Anfragen keinen Aktivierungsschlüssel (die physischen Sachen fehlen auch weiterhin). Anfang Februar habe ich mir dann gedacht: Schreib‘ nochmal eine Mail und dieses Mal kam keine 24 Stunden später auch tatsächlich eine Antwort. So manch einer bekommt ja schon bei der puren Erwähnung von Jet Set Radio (ursprünglich nur Dreamcast anno 2000) einen Orgasmus und Hover ist quasi eine Hommage dazu. Auch hier seid ihr als Rebell in einer großen Stadt unterwegs, bewegt euch hauptsächlich mit Hilfe von Parkour vorwärts und versprüht fleißig Graffiti. Alles sehr bunt und grell und anfangs sehr überwältigend (das Spiel ist sehr vertikal angelegt) aber was ich bislang gezockt habe durchaus spaßig.

Hauptsächlich beschäftige ich mich aber nun mal wieder mit Mad Max. Bin dort ja noch weit vom Ende entfernt – vom Freischalten aller Upgrades mal ganz zu schweigen. Deshalb bringen wir diesen Eintrag nun zu Ende, damit ich wieder ins apokalyptische Australien zurückkehren kann.

P.S: Kleiner Servicehinweis am Rande: Es lohnt sich die Newsletter von GOG und Humble Bundle zu abonnieren. In den letzten Monaten gab es irgendwie sehr oft kostenlose Titel dort, von denen ich ohne Newsletter nichts erfahren hätte (jage dem Zeug ja nicht hinterher). Bis gestern lief hingegen SEGAs Make War Not Love-Valentinstagsevent in der 5. Ausgabe. Da gab es auch wieder ein paar nette Sachen wie diverse DLCs oder Vollpreistitel wie Alpha Protocol und Company of Heroes in der Steamversion für Umme. Also am besten genauso hier den Newsletter abonnieren, damit ihr es nächstes Jahr nicht verpasst. Wir wollen doch schließlich alle noch mehr Titel in unserer Steambibliothek, die wir niemals spielen werden, oder? :smile:

Dezember. Zeit der Top-Listen! Natürlich auch hier bei uns. Und ja: 2017 war wieder ein besseres Jahr für Videospiele im Haushalt des Sicarius. Zwar war mein Hauptzock-/Ablenkungsgerät weiterhin das iPhone aber heuer habe ich es tatsächlich doch so einige Wochenenden geschafft mal ein paar Stunden am Hauptrechner zu sitzen und was zu zocken. Und nicht nur das: Ich habe sogar wieder ein paar Euro in AAA-Retailspiele investiert!

Leider hat es trotzdem nicht einmal Ansatzweise für die Rückkehr der Bagadadsoftware No-One-Cares-Awards (Rollenspiel des Jahres wäre sicherlich an Divinity: Original Sin II gegangen) gereicht. Schon alleine deshalb, weil die meisten der besagten Retailtitel nicht in diesem Jahr veröffentlicht wurden. Ja, ich bin vom Super-Duber-Collector’s-Special-Übermega-Edition zum absoluten Budgetkäufer mutiert – ich hoffe unser Azzkickr ist stolz auf mich :wink: .

Rückblick

Übrigens für die Statistik: Weder meine PlayStation 3 noch die Xbox 360 waren dieses Jahr abseits von Systemupdates überhaupt an. Die PlayStation Vita und der Nintendo 3DS haben hingegen durch den Krankenhausaufenthalt immerhin etwas Zeit in meinen Händen statt im Nachttischschränkchen verbracht.

Allerdings hat es keins der Spiele in meine Top 5 des Jahres 2017 geschafft – was durchaus ein weiteres Anzeichen dafür ist, wie viel ich dieses Jahr doch irgendwie gezockt habe. Genauso wenig wie freilich der eine indizierte Zombietitel, den ich nicht erwähnen darf, der aber ansonsten entweder auf Platz 1 oder 2 in der Liste stehen würde. Nun aber genug mit dem Vorgeplänkel. Wie so oft führen die meisten Links zu Amazon und damit Vorhang frei für die folgenden Titel:

Grim Dawn (Herstellerbild)

1. Grim Dawn (2016; PC) – Dass es das Action-Rollenspiel von Crate Entertainment auf diese Liste geschafft hat, dürfte für die wenigsten überraschend kommen. Es gibt tatsächlich ziemlich wenige Spiele in der Geschichte dieser Seite, welche die Ehre hatten nicht nur einen, sondern gleich zwei Einträge (plus ein Video) für sich verbuchen zu können. Aber was soll ich sagen?

Es ist einfach richtig, richtig gut (und nicht erst seit der Veröffentlichung des Addons). Es hat hochwertigen Content bis zum Abwinken (40 Stunden und erst mit einem Charakter das Hauptspiel beendet – das Addon kommt noch, geschweige denn weitere Schwierigkeitsgrade oder gar andere Charaktere), es bietet eine atmosphärische und äußerst detailliert gestaltete Spielwelt voller Geheimnisse und in Sachen spielerischer Freiheit fällt mir tatsächlich auf Anhieb kein anderes isometrisches Action-Rollenspiel abseits vom geistigen Vorgänger Titan Quest auf nur annährend so hohem Niveau ein. Ja, am Ende des Tages klickt ihr nur auf Feinde bis sie tot umfallen aber hier tue ich es 1.000mal lieber als in allen drei Diablo zusammen.

Hand of Fate (Herstellerbild)

2. Hand of Fate (2015; PC, Mac, Linux, PS4, XONE) – Ja, Teil 2 ist vor kurzem erschienen und was ich so lese, ist er in allen Belangen besser als der Vorgänger. Teil 1 ist trotzdem immer noch einen Blick wert (schon allein wegen Jeff van Dycks Soundtrack). Um was geht’s? Ganz einfach: Dungeons & Dragons mit Spielkarten. Der Dealer stellt euch vor eine Herausforderung (z.B. die Skelettkönigin töten) und teilt dann die Karten aus. Einen Stapel gibt er euch, einen habt ihr euch zuvor selbst zusammengestellt. Und damit wird dann nicht nur das Spielfeld bestimmt (ihr arbeitet euch quasi von umgedrehter Karte zu umgedrehter Karte bis ihr den Ausgang findet), sondern auch euer Charakter mitsamt seiner Ausrüstung sowie alle anderen Charaktere sowie Zufallsereignisse, die euch bis zum Sieg über den Boss dieser Runde begegnen.

Beispielsweise deckt ihr eine Karte auf, die euch davon erzählt wie ihr oben auf einem Canyon steht und unten eine Leiche mit einem glitzernden Schwert seht. Ihr habt nun die Wahl einfach weiter zu gehen oder zu versuchen hinabzusteigen. Steigt ihr hinab, teilt euch der Dealer vier Karten mit „Erfolg“ und „Misserfolg“ aus, mischt sie und ihr müsst eine ziehen. Wenn ihr Erfolg hattet, gibt es zur Belohnung eine Ausrüstungskarte, wenn nicht zieht der Dealer eine Schmerzkarte. Nur wenn es heißt: „Der Dealer zieht x Monsterkarten“, dann dürft ihr tatsächlich direkt Hand anlegen und in Third-Person-Manier die Feinde plattkloppen. Neue Karten schaltet ihr frei, indem ihr Herausforderungen meistert. Also zum einen natürlich den Boss besiegen aber auch zwischendrin gibt es Quests, die teilweise über mehrere Runden gehen (z.B. spricht euch ein schatzsuchender Goblin an) oder Situationen (gebt ihr der hungrigen Magd euer letztes Essen oder nicht?), die es erfolgreich zu lösen gilt mit Karten als Belohnung.

Es ist quasi ein auf den ersten Blick einfacher Rollenspiel-Mix aus Zufall, Strategie (kaufe ich beim Händler Essen oder doch lieber den coolen Ring?) und Können (komme ich aus dem Kampf raus ohne viel Lebensenergie zu verlieren?). Der Tiefgang ist aber vor allem bei den mehrstufigen Herausforderungen enorm. Und Langeweile kommt weder im Storymodus noch im Endlosmodus so schnell nicht auf da jede Partie wieder komplett anders verlaufen kann. Ach und hatte ich schon den sehr guten Soundtrack erwähnt? Schade, dass im Spiel Deal of the Millennia nur so kurz abgespielt wird.

Mad Max (Herstellerbild)

3. Mad Max (2015; PC, Mac, Linux, PS4, XONE) – Es gibt definitive bessere Open-World-Titel, keine Frage. So viel hatte ich in meinem Eintrag ja schon erwähnt. Und großartig viele Neuerungen hat das Werk von Avalanche Studios auch nicht zu bieten was das Genre als Ganzes angeht. Dennoch hat es mich in seinen Bann gezogen. Zum einen wegen der Thematik, denn die dreckige, apokalyptische Welt aus den Filmen ist sehr gut getroffen und perfekt umgesetzt. Die Charaktere sind vertraut, die Story (wenn man ihr mal folgt – Open World halt) gelungen und sie fügt sich sehr gut in das Gesamtuniversum ein. Zum anderen ist es zwar ein grundsätzlich ein typischer Open-World-Titel voller Dinge mit denen ihr eure Zeit verschwenden könnt. Aber viele der Gameplay-Elemente funktionieren richtig gut und machen Spaß.

Allen voran natürlich der Kampf mit den (äußerst) zahlreichen Gefährten, der selbst mit der Tastatur sehr gut funktioniert. Fast noch mehr Spaß macht allerdings das Nahkampfsystem. Das lässt speziell die eigentlich stupiden Stützpunkteroberungen abwechslungsreich und spannend werden. Nicht zu vergessen zudem das umfangreiche Upgradesystem sowohl von Max als auch seiner Magnum Opus (das Auto) was nicht nur auf „mehr ist besser“ ausgelegt ist, sondern tatsächlich Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit eures Untersatzes hat. So ist vollgepanzert zwar in Kämpfen ganz praktisch aber in den Rennen sollte man dann doch ein paar Platten wieder wegnehmen. Sprich: Ich hatte dieses Jahr sehr viele Stunden Spaß mit dem Titel und werde sicherlich auch noch ein paar im neuen Jahr haben (bin noch nicht ganz durch).

Cat Quest (Herstellerbild)

4. Cat Quest (2017; PC, Mac, iOS, Android, PS4) – Ein Rollenspiel voller Katzen. Eigentlich bräuchte ich gar nicht mehr zu sagen, um die Erwähnung dieses Titels in der Top 5 zu rechtfertigen. Aber ich tue es natürlich trotzdem :wink: . Die Geschichte ist ganz simpel: Das Böse hat eure Schwester entführt und ihr wollt sie natürlich retten. Dabei stellt sich heraus, dass ihr eine von den sagenumwobenen Katzen seid, die überhaupt in der Lage ist das Böse zu besiegen. Also zieht ihr durch die Lande auf der Suche nach besagtem Bösen.

Zwischendurch helft ihr den Dorfbewohnern in Felingard, verbessert eure Ausrüstung sowie magischen Fähigkeiten und levelt fleißig auf, um noch tiefer ins Landesinnere eindringen zu können. Unterwegs seid ihr ausschließlich auf einer 2D-Karte von Felingard (denkt an die Überlangkarten von Final Fantasy & Co.) wo ihr euch prinzipiell frei bewegen dürft mit dem ein oder anderen Abstecher in einen Dungeon. Gekämpft wird in Echtzeit und mit Rhythmus. Sprich die Gegner kündigen ihre Angriffe immer an und ihr müsst entsprechend rechtzeitig reagieren.

Das ganze Spiel ist nichts großartig Besonderes und schon gar nicht allzu Tiefgründig. Hat aber durchaus einige Stunden Spielzeit und ist sehr charmant dank der Cartoongrafik sowie voller schlimmer Katzenkalauer und perfekt für unterwegs (spiele es auf iOS). Unbedingt mal in die Demo reinschauen!

Mein Wintersportgebiet

5. Shiny Ski Resort (2017; iOS, Android) – Der obligatorische Kairosoft-Titel auf der Liste? Könnte man mir sicherlich unterstellen. Und ja, natürlich verändert er die Formel wie immer nicht grundsätzlich. Es spricht aber vieles für ihn: Zum einen hat Kairosoft dieses Jahr tatsächlich nicht viele Titel (für iOS) veröffentlicht. Zum anderen ist es endlich mal wieder kein Free-2-Play-Kram, sondern eine Vollpreis-Wirtschaftssimulation wie zumindest ich sie von Kairosoft kennen und lieben gelernt habe ohne viel Drumherum.

Dieses Mal geht es, wie der Name schon sagt, darum ein Ski-Resort zu managen. Das heißt ihr baut nicht nur das Hotel auf, in dem eure Gäste schlafen und Geld ausgeben, sondern gestaltet auch die Piste. Ihr bestimmt wo die Hindernisse hinkommen, wo die Lifte stehen, wie schwierig die Abschnitte sind und so weiter und so fort. Wie gesagt nichts grundlegend Neues wenn man schon einmal einen Kairosoft-Titel gespielt hat aber seit langem Mal wieder ein erfrischendes und vor allem unterhaltsames Werk ohne viel Schnick-Schnack wie beispielsweise die (aus meiner Sicht) nervigen und sehr zufallsbasierten Rennen in Grand Prix Story 2. Mit denen kann ich irgendwie nichts so richtig anfangen.

 

Und damit wäre von meiner Seite auch schon wieder alles gesagt, was es zu sagen gibt dazu. Es war schön mal wieder aus einer etwas größeren Liste potentieller Kandidaten wählen zu können ohne dabei aber gleich ein schlechtes Gewissen zu haben, dass ich mein Familienleben vernachlässigt hätte dabei. Auf diesem Niveau darf mein Spielekonsum quasi gerne bleiben. Nun aber wirklich genug von mir: Wie immer lade ich euch dazu ein in den Kommentaren eure Top 5 zu posten, die euch durch das Jahr 2017 erinnerungswürdig begleitet haben. Würde mich freuen mal wieder etwas von euch zu lesen!

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