Sicarius

Spiele spielen oder so

Das Headset

Animal Crossing: New Horizons* bestimmt weiterhin den den Hauptteil meiner Spielezeit. Nicht nur, weil ich es grundsätzlich “suchte”. Auch, weil es mir am Hauptrechner mit dem Headset auf dem Kopf weiterhin viel zu warm ist. Das Headset ist übrigens der gleichen Meinung, denn die Polster haben begonnen sich in ihre Bestandteile aufzulösen.

Vermute die Kombination aus meinem Schweiß plus Barthaare im Fall der Ohrpolster (wenn ich es mal um den Hals lege). Für die Ohrpolster gibt es zwar Ersatz, aber nicht für das auf dem Kopf. Sehr doof. Ist schließlich erst drei Jahre alt und war mit 130€ nicht ganz billig. Als Notlösung habe ich erstmal ein bisschen Coroplast* drumgewickelt. Merke aber, dass es am Kopf jetzt drückt und wird entsprechend keine Dauerlösung sein. Schade, denn ansonsten bin ich weiterhin echt zufrieden mit dem Gerät. Werde vermutlich mal bei Teufel anfragen, ob eine Reparatur möglich wäre und was sie kosten würde. Je nachdem lohnt sich das hoffentlich noch. Das neuere Modell ist aktuell für nur 99€ zu haben. Entsprechend ist die Hemmschwelle einfach Elektroschrott zu produzieren nicht ganz so hoch…

“Niederwertigere” Ablenkung

Aufgrund besagter Hitze habe ich Metro Exodus* also erstmal wieder zur Seite gelegt und beschäftige mich in Bezug auf Videospiele mit billiger Ablenkung, für die ich keinen Ton brauche/will. So versuche ich beispielsweise in Jets ‘n’ Guns Gold das “Legendray”-Achievement legal freizuschalten. Dafür muss man das Spiel 10mal durchspielen. Bei 43 Levels mit teilweise mehreren Minuten Spielzeit ist das eine Menge Holz. Ich hatte ehrlich gesagt schon nach dem zweiten Mal keine Lust mehr und bin jetzt in Runde 6. Eine Herausforderung ist nicht mehr vorhanden (war schon spätestens nach Runde 3 weg), stattdessen sterbe ich höchstens noch, wenn vor lauter Langeweile nicht aufpasse und an eine Wand fliege. Mittlerweile geht mir sogar der Soundtrack auf den Geist (deswegen ohne Headset). Ja, so ein Achievement kann einem echt den Spaß am Spiel verderben. Bitte? Ich könnte doch einfach aufhören? Ja, natürlich. Könnte ich tun. Danke für den Hinweis.

Corridor Z (Herstellerbild)

Der zweite Titel, den ich aktuell am Hauptrechner noch starte, ist Corridor Z (2015-2018; iOS, Android, PC, PS4, PSV, XONE, NSWI, MAC, LNX). Ein Endless Runner, der zuerst auf dem Smartphone als Free-to-Play-Titel das Licht der Welt erblickte. Die PC- und Konsolenumsetzungen kommen aber zum Glück gänzlich ohne Microtransaktionen aus. Die Story ist schnell erklärt: In einer namenlosen High School in Amerika ist ein Zombieausbruch. Ihr schlüpft in die Rolle von ein paar Überlebenden und rennt durch die Korridore vor den Zombies weg. Warum ihr durch die Korridore rennt ohne jemals aus der Schule zu entkommen? Stellt doch bitte nicht so tiefgründige Fragen. Ihr macht es halt. Zwar findet ihr z.B. Tagebucheinträge oder Audiologs, die ein wenig die Hintergrundgeschichte ausschmücken und erklären, wie es zum Ausbruch gekommen ist. Aber das war es auch schon. Der Rest der Zeit rennt ihr durch die immer gleichen Korridore während die Zombiehorde euch auf den Fersen ist.

Okay, eine Besonderheit gibt es dann doch: Anders als in vielen anderen Vertretern des Genres rennt der Protagonist auf die Kamera zu, statt davon weg. Ihr habt den Feind also immer im Blickfeld. Die Herausforderung besteht darin die Zombies auf Abstand zu halten indem ihr Regale umwerft, Klimaanlagenrohre von der Decke reißt oder um eine Ecke rennt. Ab und zu liegt auch mal eine Waffe rum, die einzige Form von Power-ups. Alle 800m erwartet euch zudem einer von glaube nur drei Bosszombies. Sie sind schwerer zu besiegen, geben als Belohnung mehr Rationen. Rationen hingegen braucht ihr, um zusätzliche Kleidungsstücke freizuschalten und eure Waffen zu verbessern. Außerdem könnt ihr euch die üblichen Boni (“Laufe 500m automatisch”, “starte mit einer zufälligen Waffe”, etc.) zum Spielstart damit freischalten.

Wie gesagt: Nichts wirklich Anspruchsvolles und die Charaktere unterscheiden sich ausschließlich optisch. Aber für Zwischendurch ganz nett – zumindest bis ich alle Achievements habe (noch drei Stück). Dann ist das Thema ebenfalls erledigt. Ja, ich bin durchaus Erfolgsorientiert – mit allen positiven (=Motivation etwas zu tun/auszuprobieren) und negativen (=Spiele länger als sie Spaß machen spielen) Folgen. Das hatte ich doch schon 2015 festgestellt. Also geht den Eintrag lesen, sobald ihr hier fertig seid.

“Höherwertige” Ablenkung

The Stanley Parable: Ultra Deluxe (Herstellerbild)

Mir fällt gerade ein, dass es doch noch zwei Titel gibt, über die ich kurz berichten könnte. Der eine ist The Stanley Parable: Ultra Deluxe. Ja, Ende April war es endlich soweit – nach vier Jahren kam das langerwartete Remake für NSWI, PC, PS5 und XS auf den Markt. Grafisch komplett überarbeitet und um zahlreiche Inhalte ergänzt. Nach nicht einmal zwei Stunden muss ich allerdings ehrlich zugeben: Der Reiz ist irgendwie weg. Das Original lebte vermutlich einfach viel zu viel davon, dass es was Neues und Innovatives war. Jetzt wo ich den zentralen Gag schon kenne, egal wie gut gemacht und abwechslungsreich die Neuerung sind – meine Lachmuskeln scheint es nicht mehr wirklich zu animieren. Da hat mich The Corridor letztes Jahr irgendwie besser unterhalten. Vielleicht bin ich auch einfach nur zu verbittert mittlerweile (geh‘ ja schon auf die 40 zu). Wer The Stanley Parable jedoch bis heute nicht gespielt hat: Unbedingt zuschlagen. Für Neulinge garantiert immer noch ein geniales Spielerlebnis.

Der zweite Titel wurde damals über Fig finanziert und ist ohne wirklich großes TamTam Mitte Mai erschienen: Soundfall. Ja, die Backer-Kommunikation ließ definitiv zu wünschen übrig. Ich hatte einfach Ende April plötzlich eine Mail mit dem Key im Postfach und konnte direkt loslegen. Komisch aber okay. Spielerisch handelt es sich um ein Top-Down-Looter-Shooter mit Rhythmus-Twist. Sprich ihr müsst zum Takt der Musik angreifen und eure Fähigkeiten einsetzen. Klingt einfacher als es ist. Tempi können plötzlich wechseln, manche Waffen haben “Halteangriffe” bei denen ihr die linke Maustaste dann vielleicht nur 1/4-Takt oder sogar zwei Takte lang drücken müsst und haufenweise Gegner wollen euch zu Leibe rücken. Im Laufe des Spiels schaltet ihr verschiedene Charaktere mit unterschiedlicher Bewaffnung und Fähigkeiten frei zwischen denen ihr zwischen den Levels frei wechseln könnt. Mit den verdienten Erfahrungspunkten leveln alle gleichzeitig hoch, was definitiv schick ist.

Soundfall (Herstellerbild)

Für mich ist der direkte Vergleich zu Soundfall tatsächlich Darkspore. Kleine, übersichtliche Levels, ein Koop-Modus für bis zu vier Spieler, der bunte Grafikstil – erinnert mich alles sehr stark an das Werk von Maxis aus dem Jahre 2011. Nach fünf Stunden Spielzeit (ca. 1/3 der Kampagne) muss ich allerdings sagen, dass die Luft schon irgendwie raus ist. Die Geschichte ist nett (ihr werdet in ein Land gebracht, in dem die Bösen die Musik klauen) aber absolut unterirdisch schlecht erzählt. Die Levels werden zufällig auf Basis des Lieds generiert (sehr cool) aber es stehen zu wenig Bausteine zur Verfügung. Ihr seht ziemlich schnell immer und immer wieder die gleichen Module. Auch bei den Gegnern ist schon recht schnell das Ende der Fahnenstange erreicht. Und beim Loot? Lasst uns davon gar nicht erst anfangen. Es gibt buchstäblich eine Handvoll von Sachen, die sich nur durch ihr Item-Level und ihre Attribute unterscheiden. Da macht das Sammeln nur bedingt Spaß.

Das größte Problem ist aber vermutlich der Schwierigkeitsgrad. Das Spiel ist knallhart und lässt gefühlt keinen Fehler zu. Drückt ihr die Taste eine Millisekunde zu spät, seid ihr aus dem Takt und eure Waffe ist nicht mehr zu gebrauchen oder ihr könnt kurzzeitig keine Ausweichrolle mehr ausführen. Das ist extrem irritierend und ich komm in so einer Situation dann auch nicht ganz so zügig wieder in den Takt rein, selbst wenn ich mit Metronom spiele. Sehr schade. Fand die Idee echt cool (deswegen habe ich es ja unterstützt) und die ersten Levels waren spaßig aber unterm Strich ist es viel zu repetitive und die Motivatoren zum Weiterspielen nur bedingt vorhanden.

Epilog

Und damit hat sich der heutige Eintrag irgendwie doch mit Spielen beschäftigt. Dabei wollte ich eigentlich über ein anderes Thema reden. Aber so ist das manchmal bei mir. Da fange ich mit einer Einleitung an und dann wird die plötzlich zum ganzen Eintrag. Echt schlimm :smile: . Aber weder Beim Christoph noch das andere Thema rennen weg. Insofern: Bis zum nächsten Eintrag!

Sicarius

Rückfall

Betreuer: […]und danke dir für deine Geschichte, Heinz. Wir sind alle Stolz auf dich, dass du den Mut dazu hattest sie uns zu erzählen. Jeder von uns hat mal einen schwachen Moment. Und nächste Woche sind die Rübenpreise bestimmt wieder besser. Also Kopf hoch.

Heinz (sichtlich gerührt): Danke.

Betreuer: Lasst uns nun ein neues Mitglied in unserer Gruppe begrüßen. Stell dich doch mal kurz vor.

Sicarius: *schüchtern* Ja… äh, hallo. Ich bin der Sicarius!

Gruppe: Hallo, Sicarius!

Betreuer: Was führt dich heute zu uns, Sicarius?

Sicarius: *zurückhaltend* Naja, also. Eigentlich gehör‘ ich ja nicht hierher. Ich… ich könnte jederzeit aufhören… und so. Und es ist ja auch gar nicht so schlimm. Ähm… ihr seid ja schon viel weiter als ich und…

Betreuer: Alles gut, Sicarius. Du bist hier unter Gleichgesinnten. Du kannst hier offen und ehrlich deine Seele ausschütten. Es wird dich niemand verurteilen.

Heinz: Ja, trau dich! Wir waren alle mal wie du!

Animal Crossing: New Leaf (Herstellerbild)

Sicarius: Ooo…kay. *nimmt allen Mut zusammen*. Also… es lässt sich nicht anders ausdrücken… aber ich bin wieder rückfällig geworden. Dabei war ich über sieben Jahre lang trocken. Und nun bin ich wieder mitten drin. Nur ab und zu hatte ich mal an mein Dorf gedacht nachdem ich es irgendwann 2014 endlich komplett hinter mir gelassen hatte. Auszug von daheim, neue Stadt, neue Arbeit und so halfen mir dabei mich loszulösen. Seitdem habe ich nur 1-2mal kurz reingeschaut. Aber nie lang. Nur mal geschaut, wie es meinen Nachbarn geht und so. Die meisten sind wie erwartet weggezogen. Aber ich war wirklich weitestgehend frei von Isabelle, Tom und den anderen. Keine Gedanken an Fische, Insekten, Kredite, Früchte und dergleichen. Ich lebte endlich wieder ein normales Leben.

Betreuer: Wahnsinn, dass du das geschafft hast. Wir sind echt stolz auf dich!

Sicarius: Äh… danke. Natürlich habe ich es mitbekommen, als vor zwei Jahren der langerwartete Nachfolger auf den Markt kam. Schon allein wegen den ganzen Memes mit Isabelle und dem Doomguy. Aber damals hatte ich noch keine Nintendo Switch. Insofern konnte ich weiter stark bleiben. Doch als es dann soweit war und eine in unseren Haushalt einzog… da wurden die Rufe in meinem Hinterkopf wieder lauter. Toms Rufe zu ihm auf die Insel zu kommen erstarkten. Anfangs habe ich sie noch ausgehalten. Habe mir eingeredet, dass ich mit dem Ersteinkauf schon mehr als genug Titel angeschafft hatte, die ich niemals alle durchgespielt bekomme. Außerdem war das Werk gefühlt überall ausverkauft. Insofern war es anfangs ziemlich einfach der Versuchung zu widerstehen. Konnte es mir eh nicht anschaffen.

Aber immer, wenn es irgendwo Rabatte gab, habe ich trotzdem mal nachgeschaut ob es auf Lager ist. Es war also leider irgendwie abzusehen, dass ich früher oder später einknicken würde. Ich wollte so stark sein. Doch in meinem Inneren… war die Saat der Sehnsucht bereits vorhanden. Ja… und als medimops dann halt anlässlich des Muttertags mal wieder eine Rabattaktion hatte… kam es, wie es kommen musste: Eine gebrauchte Kopie war auf Lager…

Betreuer *erschrocken* Oh nein…

Sicarius: Sie landete sofort in meinem Warenkorb. Ich überlegte gar nicht lange. Und ein paar Tage später brachte sie DHL an die Haustür der Casa Lysanda. Sollte man verbieten, solche Unternehmen… Fördern nur die Sucht mit ihren Lieferungen! Naja, ich hatte noch die kleine Hoffnung, dass vielleicht wieder die Karte fehlen würde und ich es zurückschicken müsste. So, wie damals bei Xenoblade Chronicles 2. Aber nein, es war vollständig und einsatzbereit. Keine 30 Minuten später lag entsprechend schon der DLC, Happy Home Paradise, in meinem virtuellen Warenkorb und die Konsole lud fleißig die Updates runter.

New Pokémon Snap (Herstellerbild)

Ich habe natürlich trotzdem versucht mich der Versuchung weiter zu widersetzen. Ich hatte mit der gleichen Bestellung nämlich auch noch New Pokémon Snap* und Metroid Dread* eingekauft. So als Ablenkungsmanöver. „Ein Spiel unter vielen”, dann vergesse ich es bestimmt. Also legte ich die Pokémon-Fotosafari ein und spielte ein paar Tage lang erstmal das. Aber wie ihr euch sicherlich denken könnt: Toms Rufe überhört man nicht so einfach.

Zustimmendes Raunen aus der Gruppe

Margarete: Der Kerl weiß einfach, wie er die Leute rumkriegt.

Sicarius: Das Ende vom Lied könnt ihr euch denken. Sonst würde ich heute ja nicht hier sitzen. Vor ein paar Tagen habe ich Animal Crossing: New Horizons* eingelegt… und es ist genau so schlimm, wie ich es erwartet hatte. Ich bin direkt wieder abgerutscht. Der gleiche Mist wie damals… und ich kann ihr trotzdem nicht widerstehen… dieser scheiß Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. *bricht in Tränen aus* VERFLUCHT SEIST DU TOM! DU UND DEIN VERDAMMTES REIF-FÜR-DIE-INSEL-PAKET! Jetzt bin ich definitiv reif für die Insel. Und zwar wegen dir! *schluchz*

Betreuer: *legt tröstend seinen Arm um Sicarius* Alles gut, Sicarius. Danke für deine Offenheit. Der erste Schritt zur Besserung ist sich einzugestehen, dass es ein Problem gibt. Ab jetzt kann es nur aufwärts gehen. Du wirst schon sehen. Wir begleiten dich selbstverständlich auf deinem Weg. Eine Sache noch: Welche Früchte hast du auf deiner Insel? Äpfel? Birnen? Kirschen? Gibst du uns deinen Freundescode, damit wir vorbeischauen können? Ich geb‘ dir auch gerne ein paar meiner Orangen ab. Aber ich will unbedingt ein paar Äpfel für meine Insel.

Heinz: ICH BRAUCH DRINGEND ORANGEN!

Margarte: *springt auf und schüttelt Sicarius* GIB‘ MIR SOFORT DEINE KOKOSNÜSSE!!!

Epilog

Animal Crossing: New Horizons (Herstellerbild)

Ja, Animal Crossing: New Horzions ist grundsätzlich 1:1 der gleiche „Mist” wie Animal Crossing: New Leaf*. Nein, das stimmt nicht. Es ist sogar schlimmer dank der wesentlich besseren Grafik, vielen sinnvollen Quality-of-Life-Verbesserungen und vor allem: Noch viel mehr zu tun! So wahnsinnig viel zu tun. Sogar Crafting gibt es jetzt. Die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen nehmen kein Ende! Dabei habe ich doch eh schon nur noch vergleichsweise wenig Zeit zum Zocken. Und dann tue ich mir doch wieder so ein Spiel an. Ich hab‘ dafür sogar erstmals die Konsole im mobilen Modus benutzt abseits vom Fernseher *heul* Wie ich schon 2013 geschrieben hatte: […]widersteht unter allen Umständen der Versuchung! Das Spiel ist es nicht wert sein Leben dafür zu opfern egal wie gut es sich anfühlt! Und jetzt entschuldigt mich: Ich muss ein paar Bäume schütteln gehen…

Der Handwerker ist leider letzte Woche nicht fertig geworden. Er war sogar nur drei Tage da. Das lag jedoch nicht daran, dass ihm unser Kaffee plötzlich zu schlecht war. Nein, die Baustoffe sind schuld: Die Putzschicht war zum Weiterarbeiten schlicht nicht trocken genug aufgrund des Wetters. Entsprechend konnte er nicht weiter machen. Wann er wieder kommt? Keine Ahnung. Wir hoffen, dass es nicht zu lange dauert. Auch, weil unsere lieben Vierbeiner ihn schon beschädigt haben. Also nicht den Handwerker – den Putz. Als letzte Woche so starker Wind war, ist der Karton des Provisoriums nämlich weggeflogen. Maya hat das natürlich sofort mitbekommen und ist die Wand durch den frischen Putz hochgekraxelt – dabei sind echt tiefe Löcher entstanden…

Reden wir stattdessen auch heute mal wieder über Videospiele. Ich weiß, dass kommt in den letzten Wochen irgendwie häufig vor. Aber ich wollte 2022 ja wieder mehr über die Themen schreiben, auf die ich tatsächlich gerade Lust habe. Also lebt damit, dass Beim Christoph dadurch scheinbar wieder etwas spielelastiger wird :tongue: . Und in den letzten Wochen habe ich mich zufälligerweise mit zwei Titeln beschäftigt, deren Release-Version ich schon vor einigen Jahren durchgespielt hatte, dann aber noch eine “Enhanced Edition” bekommen haben:

Metro 2033: Redux (Herstellerbild)

Metro 2033 Redux* (2014; PC, LNX, MAC, PS4, XONE, NSWI) – Manchmal sind Achievements echt praktisch. Ich wusste tatsächlich nicht mehr, dass ich das Original durchgespielt hatte. Aber dank Steam kann ich eindeutig sehen, dass am 11. Mai 2013 abends um 21:27 die Endsequenz über meinen Bildschirm lief. Gestartet hatte ich meinen Durchgang hingegen am 1. Mai 2010. Ja, ich fange gerne Spiele an und beende sie erst Jahre später. Spricht allerdings irgendwie nicht gerade für das Erstlingswerk von 4A Games, wenn ich mich echt überhaupt nicht mehr daran erinnern kann. Möglicherweise ist aber auch einfach mein Gedächtnis nicht mehr so gut. Werde schließlich dieses Jahr schon 38! Total alter Sack, ich weiß.

Aber zurück zum Spiel. Zur Erinnerung: Der Titel basiert auf dem gleichnamigen Buch, das ich zwar im Regal stehen habe, aber immer noch nicht gelesen. Ihr schlüpft in die Rolle von Artyom, ungefähr 20 Jahre nach einem im Spiel nicht weiter definiertem globalen nuklearem Desaster, welches die Erdoberfläche unbewohnbar gemacht hat. Stattdessen haust zumindest in Russland der Rest der Menschheit in den U-Bahnschächten. Die große Neuerung der Redux-Version war die Umstellung auf die neue Version der 4A Engine, wie sie ein Jahr zuvor in Metro: Last Light zum Einsatz kam. Bessere Beleuchtung, schickere Animationen und sogar dynamisches Wetter waren unter anderem die Folge – inkl. einem gestiegenen Hardwarehunger. Das Original machte schon Crysis Konkurrenz was die Hardwareanforderungen anging, obwohl der größte Teil des Spiels unter der Erde stattfindet. Die Redux-Version kann ich selbst mit meiner heutigen Hardware immer noch nicht mit vollen Details spielen (SSAA nur auf 0,5X, um durchgängig stabile 60fps zu bekommen). Die Umgebungen sehen immerhin noch extrem gut aus, was den Hardwarehunger etwas rechtfertigt. Die Charaktermodelle… nicht so ganz.

Doch auch spielerisch wurde Hand angelegt und einige Features des Nachfolgers übernommen. Die Kampf- und Schleichmechaniken wurden überarbeitet, die KI verbessert und neue Features wie Töten aus dem Hinterhalt oder Waffenanbauten eingeführt. Außerdem gibt es neue Schwierigkeitsgrade. Während “Survival” dem Original entspricht, ist “Spartan” eher auf den “schießwütigen” Spieler ausgerichtet. Außerdem gibt es noch die Ranger-Modi mit reduziertem HUD und stärkerem Fokus auf Ressourcenmamangement. Selbst die Achievements sind größtenteils anders als im Original. Ich habe es dieses Mal im Survival-Modus auf “Normal” durchgespielt, was zugegebenermaßen im Rückblick etwas zu einfach war. Wäre vermutlich auch auf “Ranger” ganz gut durchgekommen.

Beim Christoph meint: Von mir gibt es 4 von 5 Sics. Die Geschichte rund um Artyom, dem Schutz seiner Heimatstation “Exhibition” und seinem Kampf gegen die “Dunklen” hat mich nicht so recht vom Hocker gerissen. Dazu bleiben diese zu sehr im… nun ja, im Dunklen und sind gefühlt keine echte Bedrohung. Ja, [Spoiler] das ist Sinn und Zweck. Aber ihr wisst was ich meine: Ich hatte kein Gefühl der Dringlichkeit. Stattdessen befolgte ich einfach nur irgendwelche Befehle von anderen und arbeite mich linear von Level zu Level und von nettem Setpiece zu nettem Setpiece.

Immerhin ist auf diesem Weg für reichlich spielerische Abwechslung gesorgt und die Atmosphäre in den Levels ist selbst heute noch angenehm bedrückend und genial. Insofern habe ich mich grundsätzlich nicht gelangweilt und bin gerne die rund 10 Stunden durch die U-Bahn geschlichen (geschossen habe ich eher wenig). Auch, weil ich die Welt grundsätzlich interessant finde. Irgendwas scheint mich an nuklearen Unglücken zu reizen :wink: . Gleichzeitig hat mich der Durchgang jedoch erneut darin bestätigt, dass S.T.A.L.K.E.R.: Shadow of Chernobyl unterm Strich doch irgendwie das bessere Spiel ist. Zur Erinnerung: 4A Games wurde von ehemaligen GSC Gam eWorld-Entwicklern gegründet. Mal schauen ob Metro: Last Light Redux meine Meinung ändern wird.

 

Deus Ex: Human Revolution – Director’s Cut (Herstellerbild)

Deus Ex: Human Revolution – Director’s Cut* (2013; PC, PS3, X360, WiiU) – An meinen ersten Durchgang zum Release anno 2011 (am 28.8. angefangen, am 10.09. durchgespielt) kann ich mich in diesem Fall noch sehr gut erinnern und im Vergleich zu Metro 2033: Redux sind die Änderungen zum Original sehr übersichtlich. Ja, auch hier gab es ein paar technische Updates wie verbesserte Lichteffekte und die KI hat etwas mehr Gehirnschmalz bekommen. Aber die Verbesserungen machen sich unterm Strich nicht so stark bemerkbar wie bei der Konkurrenz. Vor allem bei der Technik: Während Metro 2033: Redux die meiste Zeit nicht wie ein Titel von 2013 wirkt, merkt man Deus Ex: Human Revolution – Director’s Cut definitiv sein Alter an.

Spielerisch wurde hingegen nur der DLC The Missing Link integriert und in den Bosskämpfen eine Lösung für Schleicher eingebaut. Beides ist ganz nett, aber sowohl der DLC als auch die Bosskämpfe fühlen sich weiterhin wie die Fremdkörper an, die sie faktisch sind. Ansonsten gibt es nicht all zu viel zu sagen. Es ist immer noch Deus Ex: Human Revolution und das ist selbst heute noch eine richtig gut gelungene Immersive Simulation, die innerhalb der Serie nur von Deus Ex übertroffen wird.

Beim Christoph meint: Volle 5 von 5 Sics gibt es von mir. Das Original war bereits herausragend und verdienter Gewinner eines NOCA. Der Director’s Cut ändert grundsätzlich nichts zum Schlechteren, insofern habe ich meine Zeit in den Schuhen von Adam Jensen auch trotz nicht mehr ganz so frischer Grafik erneut sehr genossen. Wer es bis heute nicht gespielt hat: Nachholen! Mir hat mein erneuter Durchgang sogar so viel Spaß gemacht, dass ich dieses Mal 100% der Achievements eingesammelt habe. Okay, zugegebenermaßen habe ich für “Doctorate” (sammle alle XP-Bücher) gecheatet. Ich war in Hengsha zu eifrig den Club “The Hive” zu erkunden und war schon zu weit fortgeschritten, bevor ich gemerkt habe, dass ich mir den Weg zu einem der Bücher verbaut hatte. Aber das war das einzige! Alle anderen habe ich legitim selbst gefunden! Ehrlich!

Da war noch was

Bevor ich mich aber als nächstes mit Deus Ex: Mankind Divded beschäftigen kann, musste ich natürlich noch den anderen Deus Ex-Titel spielen. Den unrühmlichen Stiefsohn, wenn man so will. Nein, nicht Deus Ex: Invisible War. Das habe ich schon vor vielen Jahren durchgespielt. Ich rede stattdessen von:

Deus Ex: The Fall (Herstellerbild)

Deus Ex: The Fall* (2013; iOS, Android, PC) – Es ist ein Deus Ex-Erlebnis für Smartphones mit einem PC-Port, der in keinerlei Hinsicht daran etwas ändert. Nicht mehr und nicht weniger. Übersichtlich, mit starken technischen Limitationen (die zu spielerischen Vorteilen führen, da sich Gegner nach wenigen Sekunden auflösen) und eingebettet in Square Enixs‘ aggressive Cross-Media-Strategie. Sprich: Wenn ihr nur Deus Ex: The Fall spielt, versteht ihr faktisch nur Bahnhof. Es ist angesetzt während der Zeit nach dem Angriff auf Sarif Industries in der Adam Jensen zum Maschinenmenschen wird und ihr schlüpft in die Rolle von Ben Saxon. Er ist ein ehemaliges Mitglied der Tyrannen. Die Typen, die den Angriff zu verantworten haben. In Ungnade gefallen, versteckt er sich in Costa Rica zusammen mit einer ehemaligen Geheimagentin namens Anna Kelso und versucht an die lebensrettende Droge Neuropozyne zu kommen. Die brauchen augmentierte Menschen, damit ihr Körper die Implantate nicht abstößt. Die meiste Zeit verbringt ihr jedoch in Panama City und kommt im Laufe des Spiels einer Verschwörung (was sonst) auf die Schliche. Der Titel endet allerdings – wie Deus Ex: Mankind Divided – mit einem Cliffhanger. Weitere Episoden sind und werden höchstwahrscheinlich nie erschienen. Und wer die Vorgeschichte von Ben und Anna erfahren möchte, der muss Deus Ex: Icarus Effect* lesen. Alles sehr unbefriedigend.

Immerhin ist es spielerisch überraschend nett. Ja, die Umgebungen sind klein, die Grafik mittelmäßig bis schlecht und die KI äußerst begrenzt – buchstäblich. Selbst im Alarmzustand kann sie den jeweiligen Raum nicht verlassen, in dem sie sich befindet. Aber die Entwickler haben es trotz der technischen Limitationen der damaligen Smartphones erfolgreich geschafft die wesentlichen Elemente von Deus Ex: Human Revolution umzusetzen und die machen immer noch Laune.

Beim Christoph meint: 3 von 5 gibt es von mir. Es ist faktisch nur für Hardcore-Deus Ex-Fans interessant. Aber als kleiner Snack nach rund 35 Stunden Deus Ex: Human Revolution fand ich es durchaus gelungen. Es ist spielerisch nicht sonderlich anspruchsvoll, und technisch auf niedrigem Niveau, gibt aber einen (winzigen) Einblick in die Welt außerhalb von Adam Jensen und enthält die wichtigsten Elemente (interessante Geschichte, Entscheidungsfreiheit, etc.) des Hauptspiels, um noch als Deus Ex-Titel durchzugehen. Ich werde es sicherlich kein zweites Mal spielen aber es war nett und hat mir Lust darauf gemacht das Buch mal zu lesen.

Schon drei Tage hatten wir letzte Woche einen Handwerker im Haus *yay*. Und der Fortschritt im Keller sieht schon jetzt sehr gut aus. Heute geht es dann weiter. Wird vermutlich auch noch die ganze Woche brauchen für alles (Innen und Außen). Entsprechend berichte ich dann detaillierter, wenn er komplett fertig ist. Wollte nur schonmal meine Freude darüber ausdrücken, dass es nach bald einem Jahr Wartezeit endlich wieder vorangeht :smile: . Bitte? Ich hätte es ja selbst machen können? Ruhe da hinten!!!!111

/me atmet tief ein

Reden wir stattdessen heute erneut zum Thema “Videospiele”, denn ich hab’ endlich das erste Spiel auf unserer Nintendo Switch “durchgespielt”:

(Cover)

Super Mario Odyssey* (2017; NSWI) – Das “Durchgespielt” steht in Anführungszeichen, weil ich zwar Bowser besiegt habe und die Credits gelaufen sind. Aber spätestens seit Super Mario 3D Land versteckt Nintendo gerne einen großen Anteil des Spiels danach. Im konkreten Fall werden alle Welten nochmal mit Monden befühlt und ihr braucht mindestens 500 Stück, um das letzte Königreich – ein super harter Bossrush – freizuschalten. Zur Einordnung: Ich hab’ Bowser mit knapp über 200 Monden im Gepäck besiegt und habe auf meiner Reise bewusst die Levels abgesucht, bin also nicht einfach nur durchgerauscht. Es gibt entsprechend theoretisch noch so einiges zu tun. Ich werde mir das aber vermutlich ersparen, denn meine Begeisterung über das Spiel hält sich leider in Grenzen obwohl der Titel extrem gefeiert wurde (97 Punkte bei Metacritic).

Die Prämisse ist so alt wie Mario selbst: Bowser entführt Prinzessin Peach und will sie heiraten. Wie immer obliegt es Mario sie zu retten. Der Twist: Peach wurde zusammen mit Tiara entführt – einem Hutgeist. Das kann Cappy, ihr großer Bruder, natürlich nicht auf sich sitzen lassen und begleitet Mario auf seiner Verfolgung von Bowser über den Planeten und durch 14 große Königreiche hindurch (drei weitere warten nach Spielende). Mario kann Cappy werfen und so z.B. weiter entfernte Münzen einsammeln oder ihn als Waffe einsetzen statt klassisch auf den Feind draufzuspringen. Seine wichtigste Eigenschaft ist jedoch die Möglichkeit dank des Huts in die Haut von anderen zu schlüpfen. Wer also schon immer mal wissen wollte, wie es sich anfühlt ein Gumba zu sein, der ist hier vollkommen richtig.

So viel Kreativität auf einem Haufen!

Super Mario Odyssey (Herstellerbild)

Die Möglichkeit von Sachen Besitz zu ergreifen, ist DAS zentrale Element des Spiels und wird von den Entwicklern äußerst kreativ genutzt. In jedem der Königreiche erwarten euch neue Herausforderungen, die ihr nur dank den einzigartigen Fähigkeiten der dortigen Bewohnern meistern könnt. Im “Seaside Kingdom” gibt es beispielsweise wasserspritzende Tintenfische mit denen ihr in ungeahnte Höhen vorstoßen könnt. Während ihr im “Luncheon Kingdom” Feuerelementare übernehmt, um durch die heiße Suppe zu waten. Das macht das Spiel extrem abwechslungsreich sowohl spielerisch als auch optisch. Und die umgesetzten Ideen sind nicht nur zahlreich, sondern teils echt genial. Sogar 2D-Mario-Einlagen (inkl. 8-Bit-Grafik und -Musik) müsst ihr meistern und Minispiele gibt es ebenfalls.

Ziel in jedem Königreich ist es eine bestimmte Anzahl an Monden zu sammeln, um damit Marios Flugschiff – die namensgebende Odyssey – wahlweise zu betanken oder zu reparieren. Diese Monde erhält man durch das Lösen von Rätseln, das Erfüllen von Aufgaben von NPCs und logischerweise ganz klassisch durch das Meistern der vielen Platforming-Herausforderungen. Bei allem “Hut werfen” ist Super Mario Odyssey schließlich immer noch ein Jump ‘n’ Run. Und wie es sich speziell für einen Mario-Titel gehört, erwartet euch am Ende jedes Königreichs ein Bossgegner, den ihr mit drei Sprüngen auf den Kopf besiegen müsst. Warum sollte man auch eine funktionierende und prinzipiell immer noch spaßige Formel ändern?

Der Knackpunkt

Gesteuert wird Mario entweder mit einem Gamepad oder den JoyCons inkl. begrenzter Bewegungserkennung. So könnt ihr bspw. den rechten JoyCon “werfen”, um Cappy zu schleudern. Oder schütteln, um ihn im Kreis um euch herumfliegen zu lassen. Ich war und bin weiterhin kein Fan von diesem Kram. Ich hab’ gefühlt keinerlei echte Kontrolle über das was passiert. Jetzt könnte man natürlich sagen, dass mir schlicht das motorische Feingefühl fehlt und vielleicht stimmt das auch. Mein Spielerlebnis verbessert diese Erkenntnis aber nicht.

Doch selbst, wenn ich die Bewegungssteuerung ignoriere, habe ich oft das Gefühl keine präzise Kontrolle über Mario zu haben – egal ob mit Gamepad oder mit JoyCon. Einfaches Geradeauslaufen funktioniert beispielsweise überhaupt nicht. Und ja: Natürlich habe ich die Controller richtig kalibriert. Trotzdem war es jedes Mal ein Krampf über eine enge Stelle zu laufen, weil die Figur nach links oder rechts abgedriftet ist. Dazu kommt, dass die Steuerung schon an sich irgendwie völlig ungenau arbeitet. Sanfte Bewegungen des Sticks werden mit extremen Richtungswechseln belohnt, über die ich keinerlei Kontrolle habe. Sowas macht schon grundsätzlich keinen Spaß – in einem Plattformer ist es einfach nur absoluter Scheißdreck.

Super Mario Odyssey (Herstellerbild)

Dazu kommt dann noch die Kamera. Warum auch immer hatte ich extreme Probleme damit Entfernungen/Höhen abzuschätzen. Etwas, was auf dem 3DS und Super Mario 3D Land überhaupt nicht der Fall war. Wie oft ich daneben gesprungen bin, weil ich mit Mario keine Punktlandung hinbekommen habe – vor allem unter Zeitdruck – geht auf keine Kuhhaut. Das Spiel zeigt einem zwar einen Schatten an, wenn man in der Luft ist aber zusammen mit der erwähnten Empfindlichkeit der Sticks war eine punktgenaue Landung immer reine Glückssache. Zwar gibt es zahlreiche Checkpoints in den Levels. Nervig ist es trotzdem, wenn man am Ende einer schwierigen Sektion wegen so einem Scheiß neu anfangen muss. Zur Lösung des Problems habe ich die Kamera dann meist manuell parallel zu Mario eingestellt – mir quasi eine 2.5D-Ansicht erzeugt, um weiterzukommen. Nicht unbedingt Sinn der Sache, hat aber wenigstens funktioniert.

Beim Christoph meint: Von mir bekommt Super Mario Odyssey nur 3 von 5 Sics. Es hat spielerisch extrem viel zu bieten, sprüht nur so vor originellen Ideen und ist abseits des Metro Kingdom (eine hässliche, menschliche Stadt) ein richtig geniales Abenteuer, das jeder erlebt haben sollte. Aber ein Jump ‘n’ Run steht und fällt am Ende des Tages mit der Qualität der Steuerung und die fand ich buchstäblich zum Controller-gegen-die-Wand-werfen in viel zu vielen Situationen. Ja, vielleicht liegt es an mir. Möglicherweise bin ich einfach zu alt/blöd/unfähig. Fakt ist dennoch: Es hat mir meinen Spielspaß massiv kaputt gemacht und das kann ich einfach nicht schön reden. Deswegen keine fünf, sondern nur drei Sics.

Ich habe aber ja unter anderem noch Super Mario 3D World + Bowser’s Fury* und Super Mario 3D All-Stars* im Regal stehen. Mal schauen wie ich mit denen klarkomme. Dann kann ich vermutlich eindeutiger sagen, ob es einfach nur an meiner Unfähigkeit oder tatsächlich an Super Mario Odyssey lag. Ich werde euch natürlich entsprechend berichten.

PS: Lysanda möchte, dass ich unbedingt noch etwas erwähne. Und zwar haben wir vor Kurzem durch die Sendung 42 – Die Antwort auf fast alles: Sollten wir mehr träumen? bei ARTE gelernt, dass Oktopusse im Schlaf träumen und dabei unkontrolliert ihre Farbe/Muster ändern. Macht sie natürlich in dem Zustand besonders anfällig für Angreifer aber trotzdem irgendwie eine coole Sache :smile: .

Sicarius

Alt aber immer noch spassig

Jets ‘n’ Guns Gold (Herstellerbild)

In einem der vielen Bundle auf Fanatical (hatten letzte Woche mal wieder ihr Bundlefest) war auch Jets ‘n’ Guns Gold enthalten. Das habe ich schon seit 2008 im Regal stehen und damals mindestens einmal durchgespielt. Aber für ein paar Cent hole ich mir Regaltitel mittlerweile gerne noch einmal, um sie einfach und schnell über Steam & Co. starten zu können. Und genau das habe ich mit Jets ‘n’ Guns Gold gleich getan: Einen neuen Durchgang auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad (Hard) gestartet. Und ich muss sagen: Es ist immer noch ein absolut fantastisches Spiel.

Gefühlt bekommt man im Bereich der Shoot’em Ups heutzutage nur noch die Bullet-Hell-Varianten (Danmaku), die vor allem dank der DonPachi-Reihe des japanischen Entwicklers CAVE populär wurden. Aber irgendwie werde ich mit sowas einfach nicht warm. Die sind mir meist zu schwer (ich weiß, „git gud”…) und vor allem zu anstrengend. Das ist eher wie in einem Kampfspiel, wo man Angriffs- und Verteidigungsmuster auswendig lernen und in Millisekunden abrufen muss. Bei Jets ‘n’ Guns Gold komme ich etwas übertrieben gesagt auch noch weiter, wenn ich einfach nur die Leertaste (=schießen) gedrückt halte. Zwar hatte ich 2008 einen hohen Schwierigkeitsgrad selbst auf „Mittel” kritisiert, aber ich glaube das lag im Nachhinein betrachtet eher an meiner persönlichen Unfähigkeit. Zumindest komme ich auf Hard überraschend gut und ohne viele Probleme voran (schon die Hälfte des Spiels durch).

Kreativität und Humor

Der Titel von Rake in Grass lebt aber nicht nur vom soliden und vergleichsweise einfach zugänglichen Gameplay, sondern auch vom gelungenen Drumherum. Allen voran der Soundtrack* von Machinae Supremacy. Der ist immer noch absolut genial und die Band mittlerweile eine meiner Favoriten. Die nicht so ganz ernst gemeinte Geschichte mit den dazugehörigen, teils echt bescheuerten Levels bringt mich ebenfalls noch zum Schmunzeln. Und, dass ich mein Schiff jederzeit zwischen den Missionen ohne irgendwelche monetären Verluste frei verändern kann ist extrem erfrischend. Ich werde nie verstehen, warum selbst kostenpflichtiges „Respeccen” in den meisten Titeln nicht möglich ist. Zusammengefasst: Auch im Jahr 2022 ist Jets ‘n’ Guns immer noch ein Titel, den ich vollkommen und uneingeschränkt jedem ans Herz legen kann.

Jets ‘n’ Guns 2 (Herstellerbild)

Seit 2020 (bzw. 2018 war Early-Access-Start) gibt es sogar einen zweiten Teil, den ich aber tatsächlich noch nicht besitze und nur kurz über Steam Remote Play mit Rondrer angespielt habe. Die Meinungen der Veteranen klingen leider nicht durchweg positiv. Die Unterstellung ist, dass der Titel nur aus dem Restposten von Jets ‘n’ Guns besteht. Außerdem soll die Kampagne ziemlich kurz und der Humor aus dem Vorgänger etwas auf der Strecke geblieben sein. Schade. Aber Immerhin soll der Soundtrack immer noch zu rocken und es gibt tatsächlich einen lokalen Co-Op-Modus für zwei Spieler. Ungeachtet dieser Meinungen werde ich ihn aber auf jeden Fall irgendwann mal kaufen. So viel ist sicher. Außerdem hat er unterm Strich trotzdem immer noch eine sehr gute Bewertung auf Steam.

Erinnerungen

Ich stelle übrigens gerade fest, dass ich tatsächlich noch nie die Geschichte erzählt habe, wie ich an Jets ‘n’ Guns rangekommen bin. So ein Budget-Indie-Titel war damals ja noch nicht wirklich präsent. Stattdessen habe ich ihn tatsächlich geschenkt bekommen. Ich war zu der Zeit bekanntlich noch bei MobyGames (sehr) aktiv. Eines Tages kam die Firma Toro-Publishing GmbH auf mich. Damals noch mit Sitz in Goldbach, also nah an meiner alten Heimat. Diese war Anfang 2007 gegründet worden und fing als erstes Betätigungsfeld damit an genau solche Budget-Titel aus dem Internet in den stationären Handel zu bringen. Sie waren aufgrund meiner Aktivitäten auf mich aufmerksam geworden und wussten aufgrund meines Impressums natürlich auch, dass ich in der Nähe wohnte. Also schrieb mich einer der Geschäftsführer an mit der Frage, ob ich Lust hätte ihre Spiele in die MobyGames-Datenbank einzubringen. Also fuhr ich vorbei und packte War on Folvos, AirStrike II: Gulf Thunder, Strike Ball 2 Deluxe sowie eben Jets ‘n’ Guns Gold ein.

Es sollte leider das einzige Paket bleiben. Zwar kamen noch eine Handvoll weitere Titel von ihnen auf den Markt aber MobyGames war scheinbar keine Priorität mehr :smile: . Oder meine Kritik an AirStrike II: Gulf Thunder war zu vernichtend. Mit dem Thema Videospiele haben sie glaube ich dann Ende 2008 komplett aufgehört und sich eher auf Software spezialisiert. Und seit 2018 ist die Klitsche meines Wissens komplett dicht. Passiert. Aber schon irgendwie lustig sich mal wieder in Erinnerung zu rufen, wie viele Kontakte ich eigentlich über MobyGames geknüpft habe. Selbst mit Epic Games hatte ich mal zu tun. Sie wollten meine Big Box für Unreal Tournament, da sie sie wohl noch nicht in ihrem Archiv hatten. Das Gespräch ist aber leider relativ zügig im Sande verlaufen. Vielleicht haben sie dann doch noch eine Kopie gefunden, die sie nicht über den Atlantik schippern mussten.

Aber das nur am Rande. Ich geh’ jetzt wieder zocken und darauf hoffen, dass irgendwann in diesem Monat endlich wie angekündigt der Maler/Verputzer kommt. Echt schwierig aktuell mit den Handwerkern…

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