Sicarius

Rückfall

Betreuer: […]und danke dir für deine Geschichte, Heinz. Wir sind alle Stolz auf dich, dass du den Mut dazu hattest sie uns zu erzählen. Jeder von uns hat mal einen schwachen Moment. Und nächste Woche sind die Rübenpreise bestimmt wieder besser. Also Kopf hoch.

Heinz (sichtlich gerührt): Danke.

Betreuer: Lasst uns nun ein neues Mitglied in unserer Gruppe begrüßen. Stell dich doch mal kurz vor.

Sicarius: *schüchtern* Ja… äh, hallo. Ich bin der Sicarius!

Gruppe: Hallo, Sicarius!

Betreuer: Was führt dich heute zu uns, Sicarius?

Sicarius: *zurückhaltend* Naja, also. Eigentlich gehör‘ ich ja nicht hierher. Ich… ich könnte jederzeit aufhören… und so. Und es ist ja auch gar nicht so schlimm. Ähm… ihr seid ja schon viel weiter als ich und…

Betreuer: Alles gut, Sicarius. Du bist hier unter Gleichgesinnten. Du kannst hier offen und ehrlich deine Seele ausschütten. Es wird dich niemand verurteilen.

Heinz: Ja, trau dich! Wir waren alle mal wie du!

Animal Crossing: New Leaf (Herstellerbild)

Sicarius: Ooo…kay. *nimmt allen Mut zusammen*. Also… es lässt sich nicht anders ausdrücken… aber ich bin wieder rückfällig geworden. Dabei war ich über sieben Jahre lang trocken. Und nun bin ich wieder mitten drin. Nur ab und zu hatte ich mal an mein Dorf gedacht nachdem ich es irgendwann 2014 endlich komplett hinter mir gelassen hatte. Auszug von daheim, neue Stadt, neue Arbeit und so halfen mir dabei mich loszulösen. Seitdem habe ich nur 1-2mal kurz reingeschaut. Aber nie lang. Nur mal geschaut, wie es meinen Nachbarn geht und so. Die meisten sind wie erwartet weggezogen. Aber ich war wirklich weitestgehend frei von Isabelle, Tom und den anderen. Keine Gedanken an Fische, Insekten, Kredite, Früchte und dergleichen. Ich lebte endlich wieder ein normales Leben.

Betreuer: Wahnsinn, dass du das geschafft hast. Wir sind echt stolz auf dich!

Sicarius: Äh… danke. Natürlich habe ich es mitbekommen, als vor zwei Jahren der langerwartete Nachfolger auf den Markt kam. Schon allein wegen den ganzen Memes mit Isabelle und dem Doomguy. Aber damals hatte ich noch keine Nintendo Switch. Insofern konnte ich weiter stark bleiben. Doch als es dann soweit war und eine in unseren Haushalt einzog… da wurden die Rufe in meinem Hinterkopf wieder lauter. Toms Rufe zu ihm auf die Insel zu kommen erstarkten. Anfangs habe ich sie noch ausgehalten. Habe mir eingeredet, dass ich mit dem Ersteinkauf schon mehr als genug Titel angeschafft hatte, die ich niemals alle durchgespielt bekomme. Außerdem war das Werk gefühlt überall ausverkauft. Insofern war es anfangs ziemlich einfach der Versuchung zu widerstehen. Konnte es mir eh nicht anschaffen.

Aber immer, wenn es irgendwo Rabatte gab, habe ich trotzdem mal nachgeschaut ob es auf Lager ist. Es war also leider irgendwie abzusehen, dass ich früher oder später einknicken würde. Ich wollte so stark sein. Doch in meinem Inneren… war die Saat der Sehnsucht bereits vorhanden. Ja… und als medimops dann halt anlässlich des Muttertags mal wieder eine Rabattaktion hatte… kam es, wie es kommen musste: Eine gebrauchte Kopie war auf Lager…

Betreuer *erschrocken* Oh nein…

Sicarius: Sie landete sofort in meinem Warenkorb. Ich überlegte gar nicht lange. Und ein paar Tage später brachte sie DHL an die Haustür der Casa Lysanda. Sollte man verbieten, solche Unternehmen… Fördern nur die Sucht mit ihren Lieferungen! Naja, ich hatte noch die kleine Hoffnung, dass vielleicht wieder die Karte fehlen würde und ich es zurückschicken müsste. So, wie damals bei Xenoblade Chronicles 2. Aber nein, es war vollständig und einsatzbereit. Keine 30 Minuten später lag entsprechend schon der DLC, Happy Home Paradise, in meinem virtuellen Warenkorb und die Konsole lud fleißig die Updates runter.

New Pokémon Snap (Herstellerbild)

Ich habe natürlich trotzdem versucht mich der Versuchung weiter zu widersetzen. Ich hatte mit der gleichen Bestellung nämlich auch noch New Pokémon Snap* und Metroid Dread* eingekauft. So als Ablenkungsmanöver. „Ein Spiel unter vielen”, dann vergesse ich es bestimmt. Also legte ich die Pokémon-Fotosafari ein und spielte ein paar Tage lang erstmal das. Aber wie ihr euch sicherlich denken könnt: Toms Rufe überhört man nicht so einfach.

Zustimmendes Raunen aus der Gruppe

Margarete: Der Kerl weiß einfach, wie er die Leute rumkriegt.

Sicarius: Das Ende vom Lied könnt ihr euch denken. Sonst würde ich heute ja nicht hier sitzen. Vor ein paar Tagen habe ich Animal Crossing: New Horizons* eingelegt… und es ist genau so schlimm, wie ich es erwartet hatte. Ich bin direkt wieder abgerutscht. Der gleiche Mist wie damals… und ich kann ihr trotzdem nicht widerstehen… dieser scheiß Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. *bricht in Tränen aus* VERFLUCHT SEIST DU TOM! DU UND DEIN VERDAMMTES REIF-FÜR-DIE-INSEL-PAKET! Jetzt bin ich definitiv reif für die Insel. Und zwar wegen dir! *schluchz*

Betreuer: *legt tröstend seinen Arm um Sicarius* Alles gut, Sicarius. Danke für deine Offenheit. Der erste Schritt zur Besserung ist sich einzugestehen, dass es ein Problem gibt. Ab jetzt kann es nur aufwärts gehen. Du wirst schon sehen. Wir begleiten dich selbstverständlich auf deinem Weg. Eine Sache noch: Welche Früchte hast du auf deiner Insel? Äpfel? Birnen? Kirschen? Gibst du uns deinen Freundescode, damit wir vorbeischauen können? Ich geb‘ dir auch gerne ein paar meiner Orangen ab. Aber ich will unbedingt ein paar Äpfel für meine Insel.

Heinz: ICH BRAUCH DRINGEND ORANGEN!

Margarte: *springt auf und schüttelt Sicarius* GIB‘ MIR SOFORT DEINE KOKOSNÜSSE!!!

Epilog

Animal Crossing: New Horizons (Herstellerbild)

Ja, Animal Crossing: New Horzions ist grundsätzlich 1:1 der gleiche „Mist” wie Animal Crossing: New Leaf*. Nein, das stimmt nicht. Es ist sogar schlimmer dank der wesentlich besseren Grafik, vielen sinnvollen Quality-of-Life-Verbesserungen und vor allem: Noch viel mehr zu tun! So wahnsinnig viel zu tun. Sogar Crafting gibt es jetzt. Die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen nehmen kein Ende! Dabei habe ich doch eh schon nur noch vergleichsweise wenig Zeit zum Zocken. Und dann tue ich mir doch wieder so ein Spiel an. Ich hab‘ dafür sogar erstmals die Konsole im mobilen Modus benutzt abseits vom Fernseher *heul* Wie ich schon 2013 geschrieben hatte: […]widersteht unter allen Umständen der Versuchung! Das Spiel ist es nicht wert sein Leben dafür zu opfern egal wie gut es sich anfühlt! Und jetzt entschuldigt mich: Ich muss ein paar Bäume schütteln gehen…

Der Handwerker ist leider letzte Woche nicht fertig geworden. Er war sogar nur drei Tage da. Das lag jedoch nicht daran, dass ihm unser Kaffee plötzlich zu schlecht war. Nein, die Baustoffe sind schuld: Die Putzschicht war zum Weiterarbeiten schlicht nicht trocken genug aufgrund des Wetters. Entsprechend konnte er nicht weiter machen. Wann er wieder kommt? Keine Ahnung. Wir hoffen, dass es nicht zu lange dauert. Auch, weil unsere lieben Vierbeiner ihn schon beschädigt haben. Also nicht den Handwerker – den Putz. Als letzte Woche so starker Wind war, ist der Karton des Provisoriums nämlich weggeflogen. Maya hat das natürlich sofort mitbekommen und ist die Wand durch den frischen Putz hochgekraxelt – dabei sind echt tiefe Löcher entstanden…

Reden wir stattdessen auch heute mal wieder über Videospiele. Ich weiß, dass kommt in den letzten Wochen irgendwie häufig vor. Aber ich wollte 2022 ja wieder mehr über die Themen schreiben, auf die ich tatsächlich gerade Lust habe. Also lebt damit, dass Beim Christoph dadurch scheinbar wieder etwas spielelastiger wird :tongue: . Und in den letzten Wochen habe ich mich zufälligerweise mit zwei Titeln beschäftigt, deren Release-Version ich schon vor einigen Jahren durchgespielt hatte, dann aber noch eine “Enhanced Edition” bekommen haben:

Metro 2033: Redux (Herstellerbild)

Metro 2033 Redux* (2014; PC, LNX, MAC, PS4, XONE, NSWI) – Manchmal sind Achievements echt praktisch. Ich wusste tatsächlich nicht mehr, dass ich das Original durchgespielt hatte. Aber dank Steam kann ich eindeutig sehen, dass am 11. Mai 2013 abends um 21:27 die Endsequenz über meinen Bildschirm lief. Gestartet hatte ich meinen Durchgang hingegen am 1. Mai 2010. Ja, ich fange gerne Spiele an und beende sie erst Jahre später. Spricht allerdings irgendwie nicht gerade für das Erstlingswerk von 4A Games, wenn ich mich echt überhaupt nicht mehr daran erinnern kann. Möglicherweise ist aber auch einfach mein Gedächtnis nicht mehr so gut. Werde schließlich dieses Jahr schon 38! Total alter Sack, ich weiß.

Aber zurück zum Spiel. Zur Erinnerung: Der Titel basiert auf dem gleichnamigen Buch, das ich zwar im Regal stehen habe, aber immer noch nicht gelesen. Ihr schlüpft in die Rolle von Artyom, ungefähr 20 Jahre nach einem im Spiel nicht weiter definiertem globalen nuklearem Desaster, welches die Erdoberfläche unbewohnbar gemacht hat. Stattdessen haust zumindest in Russland der Rest der Menschheit in den U-Bahnschächten. Die große Neuerung der Redux-Version war die Umstellung auf die neue Version der 4A Engine, wie sie ein Jahr zuvor in Metro: Last Light zum Einsatz kam. Bessere Beleuchtung, schickere Animationen und sogar dynamisches Wetter waren unter anderem die Folge – inkl. einem gestiegenen Hardwarehunger. Das Original machte schon Crysis Konkurrenz was die Hardwareanforderungen anging, obwohl der größte Teil des Spiels unter der Erde stattfindet. Die Redux-Version kann ich selbst mit meiner heutigen Hardware immer noch nicht mit vollen Details spielen (SSAA nur auf 0,5X, um durchgängig stabile 60fps zu bekommen). Die Umgebungen sehen immerhin noch extrem gut aus, was den Hardwarehunger etwas rechtfertigt. Die Charaktermodelle… nicht so ganz.

Doch auch spielerisch wurde Hand angelegt und einige Features des Nachfolgers übernommen. Die Kampf- und Schleichmechaniken wurden überarbeitet, die KI verbessert und neue Features wie Töten aus dem Hinterhalt oder Waffenanbauten eingeführt. Außerdem gibt es neue Schwierigkeitsgrade. Während “Survival” dem Original entspricht, ist “Spartan” eher auf den “schießwütigen” Spieler ausgerichtet. Außerdem gibt es noch die Ranger-Modi mit reduziertem HUD und stärkerem Fokus auf Ressourcenmamangement. Selbst die Achievements sind größtenteils anders als im Original. Ich habe es dieses Mal im Survival-Modus auf “Normal” durchgespielt, was zugegebenermaßen im Rückblick etwas zu einfach war. Wäre vermutlich auch auf “Ranger” ganz gut durchgekommen.

Beim Christoph meint: Von mir gibt es 4 von 5 Sics. Die Geschichte rund um Artyom, dem Schutz seiner Heimatstation “Exhibition” und seinem Kampf gegen die “Dunklen” hat mich nicht so recht vom Hocker gerissen. Dazu bleiben diese zu sehr im… nun ja, im Dunklen und sind gefühlt keine echte Bedrohung. Ja, [Spoiler] das ist Sinn und Zweck. Aber ihr wisst was ich meine: Ich hatte kein Gefühl der Dringlichkeit. Stattdessen befolgte ich einfach nur irgendwelche Befehle von anderen und arbeite mich linear von Level zu Level und von nettem Setpiece zu nettem Setpiece.

Immerhin ist auf diesem Weg für reichlich spielerische Abwechslung gesorgt und die Atmosphäre in den Levels ist selbst heute noch angenehm bedrückend und genial. Insofern habe ich mich grundsätzlich nicht gelangweilt und bin gerne die rund 10 Stunden durch die U-Bahn geschlichen (geschossen habe ich eher wenig). Auch, weil ich die Welt grundsätzlich interessant finde. Irgendwas scheint mich an nuklearen Unglücken zu reizen :wink: . Gleichzeitig hat mich der Durchgang jedoch erneut darin bestätigt, dass S.T.A.L.K.E.R.: Shadow of Chernobyl unterm Strich doch irgendwie das bessere Spiel ist. Zur Erinnerung: 4A Games wurde von ehemaligen GSC Gam eWorld-Entwicklern gegründet. Mal schauen ob Metro: Last Light Redux meine Meinung ändern wird.

 

Deus Ex: Human Revolution – Director’s Cut (Herstellerbild)

Deus Ex: Human Revolution – Director’s Cut* (2013; PC, PS3, X360, WiiU) – An meinen ersten Durchgang zum Release anno 2011 (am 28.8. angefangen, am 10.09. durchgespielt) kann ich mich in diesem Fall noch sehr gut erinnern und im Vergleich zu Metro 2033: Redux sind die Änderungen zum Original sehr übersichtlich. Ja, auch hier gab es ein paar technische Updates wie verbesserte Lichteffekte und die KI hat etwas mehr Gehirnschmalz bekommen. Aber die Verbesserungen machen sich unterm Strich nicht so stark bemerkbar wie bei der Konkurrenz. Vor allem bei der Technik: Während Metro 2033: Redux die meiste Zeit nicht wie ein Titel von 2013 wirkt, merkt man Deus Ex: Human Revolution – Director’s Cut definitiv sein Alter an.

Spielerisch wurde hingegen nur der DLC The Missing Link integriert und in den Bosskämpfen eine Lösung für Schleicher eingebaut. Beides ist ganz nett, aber sowohl der DLC als auch die Bosskämpfe fühlen sich weiterhin wie die Fremdkörper an, die sie faktisch sind. Ansonsten gibt es nicht all zu viel zu sagen. Es ist immer noch Deus Ex: Human Revolution und das ist selbst heute noch eine richtig gut gelungene Immersive Simulation, die innerhalb der Serie nur von Deus Ex übertroffen wird.

Beim Christoph meint: Volle 5 von 5 Sics gibt es von mir. Das Original war bereits herausragend und verdienter Gewinner eines NOCA. Der Director’s Cut ändert grundsätzlich nichts zum Schlechteren, insofern habe ich meine Zeit in den Schuhen von Adam Jensen auch trotz nicht mehr ganz so frischer Grafik erneut sehr genossen. Wer es bis heute nicht gespielt hat: Nachholen! Mir hat mein erneuter Durchgang sogar so viel Spaß gemacht, dass ich dieses Mal 100% der Achievements eingesammelt habe. Okay, zugegebenermaßen habe ich für “Doctorate” (sammle alle XP-Bücher) gecheatet. Ich war in Hengsha zu eifrig den Club “The Hive” zu erkunden und war schon zu weit fortgeschritten, bevor ich gemerkt habe, dass ich mir den Weg zu einem der Bücher verbaut hatte. Aber das war das einzige! Alle anderen habe ich legitim selbst gefunden! Ehrlich!

Da war noch was

Bevor ich mich aber als nächstes mit Deus Ex: Mankind Divded beschäftigen kann, musste ich natürlich noch den anderen Deus Ex-Titel spielen. Den unrühmlichen Stiefsohn, wenn man so will. Nein, nicht Deus Ex: Invisible War. Das habe ich schon vor vielen Jahren durchgespielt. Ich rede stattdessen von:

Deus Ex: The Fall (Herstellerbild)

Deus Ex: The Fall* (2013; iOS, Android, PC) – Es ist ein Deus Ex-Erlebnis für Smartphones mit einem PC-Port, der in keinerlei Hinsicht daran etwas ändert. Nicht mehr und nicht weniger. Übersichtlich, mit starken technischen Limitationen (die zu spielerischen Vorteilen führen, da sich Gegner nach wenigen Sekunden auflösen) und eingebettet in Square Enixs‘ aggressive Cross-Media-Strategie. Sprich: Wenn ihr nur Deus Ex: The Fall spielt, versteht ihr faktisch nur Bahnhof. Es ist angesetzt während der Zeit nach dem Angriff auf Sarif Industries in der Adam Jensen zum Maschinenmenschen wird und ihr schlüpft in die Rolle von Ben Saxon. Er ist ein ehemaliges Mitglied der Tyrannen. Die Typen, die den Angriff zu verantworten haben. In Ungnade gefallen, versteckt er sich in Costa Rica zusammen mit einer ehemaligen Geheimagentin namens Anna Kelso und versucht an die lebensrettende Droge Neuropozyne zu kommen. Die brauchen augmentierte Menschen, damit ihr Körper die Implantate nicht abstößt. Die meiste Zeit verbringt ihr jedoch in Panama City und kommt im Laufe des Spiels einer Verschwörung (was sonst) auf die Schliche. Der Titel endet allerdings – wie Deus Ex: Mankind Divided – mit einem Cliffhanger. Weitere Episoden sind und werden höchstwahrscheinlich nie erschienen. Und wer die Vorgeschichte von Ben und Anna erfahren möchte, der muss Deus Ex: Icarus Effect* lesen. Alles sehr unbefriedigend.

Immerhin ist es spielerisch überraschend nett. Ja, die Umgebungen sind klein, die Grafik mittelmäßig bis schlecht und die KI äußerst begrenzt – buchstäblich. Selbst im Alarmzustand kann sie den jeweiligen Raum nicht verlassen, in dem sie sich befindet. Aber die Entwickler haben es trotz der technischen Limitationen der damaligen Smartphones erfolgreich geschafft die wesentlichen Elemente von Deus Ex: Human Revolution umzusetzen und die machen immer noch Laune.

Beim Christoph meint: 3 von 5 gibt es von mir. Es ist faktisch nur für Hardcore-Deus Ex-Fans interessant. Aber als kleiner Snack nach rund 35 Stunden Deus Ex: Human Revolution fand ich es durchaus gelungen. Es ist spielerisch nicht sonderlich anspruchsvoll, und technisch auf niedrigem Niveau, gibt aber einen (winzigen) Einblick in die Welt außerhalb von Adam Jensen und enthält die wichtigsten Elemente (interessante Geschichte, Entscheidungsfreiheit, etc.) des Hauptspiels, um noch als Deus Ex-Titel durchzugehen. Ich werde es sicherlich kein zweites Mal spielen aber es war nett und hat mir Lust darauf gemacht das Buch mal zu lesen.

Schon drei Tage hatten wir letzte Woche einen Handwerker im Haus *yay*. Und der Fortschritt im Keller sieht schon jetzt sehr gut aus. Heute geht es dann weiter. Wird vermutlich auch noch die ganze Woche brauchen für alles (Innen und Außen). Entsprechend berichte ich dann detaillierter, wenn er komplett fertig ist. Wollte nur schonmal meine Freude darüber ausdrücken, dass es nach bald einem Jahr Wartezeit endlich wieder vorangeht :smile: . Bitte? Ich hätte es ja selbst machen können? Ruhe da hinten!!!!111

/me atmet tief ein

Reden wir stattdessen heute erneut zum Thema “Videospiele”, denn ich hab’ endlich das erste Spiel auf unserer Nintendo Switch “durchgespielt”:

(Cover)

Super Mario Odyssey* (2017; NSWI) – Das “Durchgespielt” steht in Anführungszeichen, weil ich zwar Bowser besiegt habe und die Credits gelaufen sind. Aber spätestens seit Super Mario 3D Land versteckt Nintendo gerne einen großen Anteil des Spiels danach. Im konkreten Fall werden alle Welten nochmal mit Monden befühlt und ihr braucht mindestens 500 Stück, um das letzte Königreich – ein super harter Bossrush – freizuschalten. Zur Einordnung: Ich hab’ Bowser mit knapp über 200 Monden im Gepäck besiegt und habe auf meiner Reise bewusst die Levels abgesucht, bin also nicht einfach nur durchgerauscht. Es gibt entsprechend theoretisch noch so einiges zu tun. Ich werde mir das aber vermutlich ersparen, denn meine Begeisterung über das Spiel hält sich leider in Grenzen obwohl der Titel extrem gefeiert wurde (97 Punkte bei Metacritic).

Die Prämisse ist so alt wie Mario selbst: Bowser entführt Prinzessin Peach und will sie heiraten. Wie immer obliegt es Mario sie zu retten. Der Twist: Peach wurde zusammen mit Tiara entführt – einem Hutgeist. Das kann Cappy, ihr großer Bruder, natürlich nicht auf sich sitzen lassen und begleitet Mario auf seiner Verfolgung von Bowser über den Planeten und durch 14 große Königreiche hindurch (drei weitere warten nach Spielende). Mario kann Cappy werfen und so z.B. weiter entfernte Münzen einsammeln oder ihn als Waffe einsetzen statt klassisch auf den Feind draufzuspringen. Seine wichtigste Eigenschaft ist jedoch die Möglichkeit dank des Huts in die Haut von anderen zu schlüpfen. Wer also schon immer mal wissen wollte, wie es sich anfühlt ein Gumba zu sein, der ist hier vollkommen richtig.

So viel Kreativität auf einem Haufen!

Super Mario Odyssey (Herstellerbild)

Die Möglichkeit von Sachen Besitz zu ergreifen, ist DAS zentrale Element des Spiels und wird von den Entwicklern äußerst kreativ genutzt. In jedem der Königreiche erwarten euch neue Herausforderungen, die ihr nur dank den einzigartigen Fähigkeiten der dortigen Bewohnern meistern könnt. Im “Seaside Kingdom” gibt es beispielsweise wasserspritzende Tintenfische mit denen ihr in ungeahnte Höhen vorstoßen könnt. Während ihr im “Luncheon Kingdom” Feuerelementare übernehmt, um durch die heiße Suppe zu waten. Das macht das Spiel extrem abwechslungsreich sowohl spielerisch als auch optisch. Und die umgesetzten Ideen sind nicht nur zahlreich, sondern teils echt genial. Sogar 2D-Mario-Einlagen (inkl. 8-Bit-Grafik und -Musik) müsst ihr meistern und Minispiele gibt es ebenfalls.

Ziel in jedem Königreich ist es eine bestimmte Anzahl an Monden zu sammeln, um damit Marios Flugschiff – die namensgebende Odyssey – wahlweise zu betanken oder zu reparieren. Diese Monde erhält man durch das Lösen von Rätseln, das Erfüllen von Aufgaben von NPCs und logischerweise ganz klassisch durch das Meistern der vielen Platforming-Herausforderungen. Bei allem “Hut werfen” ist Super Mario Odyssey schließlich immer noch ein Jump ‘n’ Run. Und wie es sich speziell für einen Mario-Titel gehört, erwartet euch am Ende jedes Königreichs ein Bossgegner, den ihr mit drei Sprüngen auf den Kopf besiegen müsst. Warum sollte man auch eine funktionierende und prinzipiell immer noch spaßige Formel ändern?

Der Knackpunkt

Gesteuert wird Mario entweder mit einem Gamepad oder den JoyCons inkl. begrenzter Bewegungserkennung. So könnt ihr bspw. den rechten JoyCon “werfen”, um Cappy zu schleudern. Oder schütteln, um ihn im Kreis um euch herumfliegen zu lassen. Ich war und bin weiterhin kein Fan von diesem Kram. Ich hab’ gefühlt keinerlei echte Kontrolle über das was passiert. Jetzt könnte man natürlich sagen, dass mir schlicht das motorische Feingefühl fehlt und vielleicht stimmt das auch. Mein Spielerlebnis verbessert diese Erkenntnis aber nicht.

Doch selbst, wenn ich die Bewegungssteuerung ignoriere, habe ich oft das Gefühl keine präzise Kontrolle über Mario zu haben – egal ob mit Gamepad oder mit JoyCon. Einfaches Geradeauslaufen funktioniert beispielsweise überhaupt nicht. Und ja: Natürlich habe ich die Controller richtig kalibriert. Trotzdem war es jedes Mal ein Krampf über eine enge Stelle zu laufen, weil die Figur nach links oder rechts abgedriftet ist. Dazu kommt, dass die Steuerung schon an sich irgendwie völlig ungenau arbeitet. Sanfte Bewegungen des Sticks werden mit extremen Richtungswechseln belohnt, über die ich keinerlei Kontrolle habe. Sowas macht schon grundsätzlich keinen Spaß – in einem Plattformer ist es einfach nur absoluter Scheißdreck.

Super Mario Odyssey (Herstellerbild)

Dazu kommt dann noch die Kamera. Warum auch immer hatte ich extreme Probleme damit Entfernungen/Höhen abzuschätzen. Etwas, was auf dem 3DS und Super Mario 3D Land überhaupt nicht der Fall war. Wie oft ich daneben gesprungen bin, weil ich mit Mario keine Punktlandung hinbekommen habe – vor allem unter Zeitdruck – geht auf keine Kuhhaut. Das Spiel zeigt einem zwar einen Schatten an, wenn man in der Luft ist aber zusammen mit der erwähnten Empfindlichkeit der Sticks war eine punktgenaue Landung immer reine Glückssache. Zwar gibt es zahlreiche Checkpoints in den Levels. Nervig ist es trotzdem, wenn man am Ende einer schwierigen Sektion wegen so einem Scheiß neu anfangen muss. Zur Lösung des Problems habe ich die Kamera dann meist manuell parallel zu Mario eingestellt – mir quasi eine 2.5D-Ansicht erzeugt, um weiterzukommen. Nicht unbedingt Sinn der Sache, hat aber wenigstens funktioniert.

Beim Christoph meint: Von mir bekommt Super Mario Odyssey nur 3 von 5 Sics. Es hat spielerisch extrem viel zu bieten, sprüht nur so vor originellen Ideen und ist abseits des Metro Kingdom (eine hässliche, menschliche Stadt) ein richtig geniales Abenteuer, das jeder erlebt haben sollte. Aber ein Jump ‘n’ Run steht und fällt am Ende des Tages mit der Qualität der Steuerung und die fand ich buchstäblich zum Controller-gegen-die-Wand-werfen in viel zu vielen Situationen. Ja, vielleicht liegt es an mir. Möglicherweise bin ich einfach zu alt/blöd/unfähig. Fakt ist dennoch: Es hat mir meinen Spielspaß massiv kaputt gemacht und das kann ich einfach nicht schön reden. Deswegen keine fünf, sondern nur drei Sics.

Ich habe aber ja unter anderem noch Super Mario 3D World + Bowser’s Fury* und Super Mario 3D All-Stars* im Regal stehen. Mal schauen wie ich mit denen klarkomme. Dann kann ich vermutlich eindeutiger sagen, ob es einfach nur an meiner Unfähigkeit oder tatsächlich an Super Mario Odyssey lag. Ich werde euch natürlich entsprechend berichten.

PS: Lysanda möchte, dass ich unbedingt noch etwas erwähne. Und zwar haben wir vor Kurzem durch die Sendung 42 – Die Antwort auf fast alles: Sollten wir mehr träumen? bei ARTE gelernt, dass Oktopusse im Schlaf träumen und dabei unkontrolliert ihre Farbe/Muster ändern. Macht sie natürlich in dem Zustand besonders anfällig für Angreifer aber trotzdem irgendwie eine coole Sache :smile: .

Sicarius

Alt aber immer noch spassig

Jets ‘n’ Guns Gold (Herstellerbild)

In einem der vielen Bundle auf Fanatical (hatten letzte Woche mal wieder ihr Bundlefest) war auch Jets ‘n’ Guns Gold enthalten. Das habe ich schon seit 2008 im Regal stehen und damals mindestens einmal durchgespielt. Aber für ein paar Cent hole ich mir Regaltitel mittlerweile gerne noch einmal, um sie einfach und schnell über Steam & Co. starten zu können. Und genau das habe ich mit Jets ‘n’ Guns Gold gleich getan: Einen neuen Durchgang auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad (Hard) gestartet. Und ich muss sagen: Es ist immer noch ein absolut fantastisches Spiel.

Gefühlt bekommt man im Bereich der Shoot’em Ups heutzutage nur noch die Bullet-Hell-Varianten (Danmaku), die vor allem dank der DonPachi-Reihe des japanischen Entwicklers CAVE populär wurden. Aber irgendwie werde ich mit sowas einfach nicht warm. Die sind mir meist zu schwer (ich weiß, „git gud”…) und vor allem zu anstrengend. Das ist eher wie in einem Kampfspiel, wo man Angriffs- und Verteidigungsmuster auswendig lernen und in Millisekunden abrufen muss. Bei Jets ‘n’ Guns Gold komme ich etwas übertrieben gesagt auch noch weiter, wenn ich einfach nur die Leertaste (=schießen) gedrückt halte. Zwar hatte ich 2008 einen hohen Schwierigkeitsgrad selbst auf „Mittel” kritisiert, aber ich glaube das lag im Nachhinein betrachtet eher an meiner persönlichen Unfähigkeit. Zumindest komme ich auf Hard überraschend gut und ohne viele Probleme voran (schon die Hälfte des Spiels durch).

Kreativität und Humor

Der Titel von Rake in Grass lebt aber nicht nur vom soliden und vergleichsweise einfach zugänglichen Gameplay, sondern auch vom gelungenen Drumherum. Allen voran der Soundtrack* von Machinae Supremacy. Der ist immer noch absolut genial und die Band mittlerweile eine meiner Favoriten. Die nicht so ganz ernst gemeinte Geschichte mit den dazugehörigen, teils echt bescheuerten Levels bringt mich ebenfalls noch zum Schmunzeln. Und, dass ich mein Schiff jederzeit zwischen den Missionen ohne irgendwelche monetären Verluste frei verändern kann ist extrem erfrischend. Ich werde nie verstehen, warum selbst kostenpflichtiges „Respeccen” in den meisten Titeln nicht möglich ist. Zusammengefasst: Auch im Jahr 2022 ist Jets ‘n’ Guns immer noch ein Titel, den ich vollkommen und uneingeschränkt jedem ans Herz legen kann.

Jets ‘n’ Guns 2 (Herstellerbild)

Seit 2020 (bzw. 2018 war Early-Access-Start) gibt es sogar einen zweiten Teil, den ich aber tatsächlich noch nicht besitze und nur kurz über Steam Remote Play mit Rondrer angespielt habe. Die Meinungen der Veteranen klingen leider nicht durchweg positiv. Die Unterstellung ist, dass der Titel nur aus dem Restposten von Jets ‘n’ Guns besteht. Außerdem soll die Kampagne ziemlich kurz und der Humor aus dem Vorgänger etwas auf der Strecke geblieben sein. Schade. Aber Immerhin soll der Soundtrack immer noch zu rocken und es gibt tatsächlich einen lokalen Co-Op-Modus für zwei Spieler. Ungeachtet dieser Meinungen werde ich ihn aber auf jeden Fall irgendwann mal kaufen. So viel ist sicher. Außerdem hat er unterm Strich trotzdem immer noch eine sehr gute Bewertung auf Steam.

Erinnerungen

Ich stelle übrigens gerade fest, dass ich tatsächlich noch nie die Geschichte erzählt habe, wie ich an Jets ‘n’ Guns rangekommen bin. So ein Budget-Indie-Titel war damals ja noch nicht wirklich präsent. Stattdessen habe ich ihn tatsächlich geschenkt bekommen. Ich war zu der Zeit bekanntlich noch bei MobyGames (sehr) aktiv. Eines Tages kam die Firma Toro-Publishing GmbH auf mich. Damals noch mit Sitz in Goldbach, also nah an meiner alten Heimat. Diese war Anfang 2007 gegründet worden und fing als erstes Betätigungsfeld damit an genau solche Budget-Titel aus dem Internet in den stationären Handel zu bringen. Sie waren aufgrund meiner Aktivitäten auf mich aufmerksam geworden und wussten aufgrund meines Impressums natürlich auch, dass ich in der Nähe wohnte. Also schrieb mich einer der Geschäftsführer an mit der Frage, ob ich Lust hätte ihre Spiele in die MobyGames-Datenbank einzubringen. Also fuhr ich vorbei und packte War on Folvos, AirStrike II: Gulf Thunder, Strike Ball 2 Deluxe sowie eben Jets ‘n’ Guns Gold ein.

Es sollte leider das einzige Paket bleiben. Zwar kamen noch eine Handvoll weitere Titel von ihnen auf den Markt aber MobyGames war scheinbar keine Priorität mehr :smile: . Oder meine Kritik an AirStrike II: Gulf Thunder war zu vernichtend. Mit dem Thema Videospiele haben sie glaube ich dann Ende 2008 komplett aufgehört und sich eher auf Software spezialisiert. Und seit 2018 ist die Klitsche meines Wissens komplett dicht. Passiert. Aber schon irgendwie lustig sich mal wieder in Erinnerung zu rufen, wie viele Kontakte ich eigentlich über MobyGames geknüpft habe. Selbst mit Epic Games hatte ich mal zu tun. Sie wollten meine Big Box für Unreal Tournament, da sie sie wohl noch nicht in ihrem Archiv hatten. Das Gespräch ist aber leider relativ zügig im Sande verlaufen. Vielleicht haben sie dann doch noch eine Kopie gefunden, die sie nicht über den Atlantik schippern mussten.

Aber das nur am Rande. Ich geh’ jetzt wieder zocken und darauf hoffen, dass irgendwann in diesem Monat endlich wie angekündigt der Maler/Verputzer kommt. Echt schwierig aktuell mit den Handwerkern…

Mehr als drei Jahre begleitet uns der Epic Games Store nun schon und am Wochenende habe ich nun tatsächlich das erste Spiel im Epic Games Launcher beendet: Shadow Complex Remastered. Es war der Grund, warum ich den Client seit 2015 überhaupt installiert habe. Quasi der allererste Titel, den Epic Games jemals darüber verschenkt hat. Lange, bevor der heutige Shop existierte.

3 out of 10: Season One (Herstellerbild)

Okay, ich geb’s zu: Technisch gesehen war Shadow Complex Remastered nicht mein erster durchgespielter Titel auf der Plattform. Diese Ehre gebührt eigentlich der ersten Staffel von 3 Out of 10 aus dem Jahre 2020, ein durch Epic Games finanziertes Experiment von Terrible Posture Games (MOTHERGUNSHIP). Weiß gar nicht, wie viele überhaupt die Existenz von dem Ding mitbekommen haben. Dabei war es fünf Wochen lang auf der Startseite des Clients zu sehen, weil jeden Donnerstag eine Episode veröffentlicht wurde. Auf Xbox und Nintendo Switch kam es ebenfalls raus. Aber das Machwerk als Spiel zu bezeichnen ist schon sehr weit hergeholt. Da hat selbst ein Walking Simulator mehr zu bieten. Andererseits war wohl genau das der Ansatz: Es sollte eine interaktive Sitcom werden.

Langweiliges Gag-Feuerwerk

In 3 Out of 10 geht es um den Spieleentwickler Shovelworks. Der hat, wie der Name schon andeutet, noch nie ein Spiel entwickelt, welches von den Kritikern mehr als 3/10 Punkten bekommen hat. Mit ihrem neusten Werk, Surfing with Sharks, soll sich das aber nun endlich ändern. Die Geschichte beginnt aus Sicht von Midge Potter, die einen Job sucht. Praktischerweise ist der Lead Animator von Shovelworks gerade… unpässlich. Also wird sie schnurstracks eingestellt und nun Teil dieser chaotischen Gruppe voller bunter Charaktere – wie es vermutlich die Entwickler beschreiben würden. Im Laufe des Spiels schlüpft ihr auch selbst in die Rolle des einen oder anderen Mitarbeiters.

Jede Episode dauert rund 20-30 Minuten und die Interaktivität besteht hauptsächlich darin, dass ihr durch die Locations lauft, Sachen anklickt und mit den Leuten redet, um die Geschichte voran zu bringen. In jeder Episode gibt es außerdem noch 1-2 zum Glück optionale Minispiele, die eher nerven als spielerisch gelungen sind. Leider ist inhaltlich ebenfalls nicht viel zu holen. Alle Charaktere sind buchstäblich wandelnde Klischees und der Humor geht über 90iger Jahre IT-Witze (“Die Programmierer leben im dunklen Keller und fressen Volontäre” HAHAHAHA…) nicht hinaus. Die übergeordnete Geschichte (Midge wurde ins Studio eingeschleust) kommt zumindest in den ersten fünf Episoden ebenfalls nicht wirklich in Fahrt. Unterm Strich wird der Titel seinem Namen also gerecht: 3/10 bzw. 1 von 5 Sics

Es hat mich entsprechend nicht weiter überrascht, dass Anfang 2021 die zweite Staffel am Stück und ohne großes Tamtam veröffentlicht wurde. Okay, mich hat überrascht, dass überhaupt eine zweite Staffel in Entwicklung war, aber gut. Davon habe ich mir dann noch die erste Episode gegeben in der Hoffnung, dass sich irgendetwas verbessert hat. Aber nein: Immer noch nicht mein Humor und auch sonst das Niveau absolut unterirdisch. Schade.

Das andere Spiel

Shadow Complex Remastered (Herstellerbild)

Zurück zu Shadow Complex Remastered. Das Original erschien 2009 auf der Xbox 360 (als Xbox Live Arcade-Titel) und kam bei Kritikern und Spielern überraschend gut an. Mit 200.000 verkauften Einheiten allein in der ersten Woche stellte es sogar einen Rekord auf. Aber obwohl sich Entwickler Chair Entertainment anfangs mit einem Nachfolger beschäftigte, kam ihnen irgendwie immer etwas dazwischen (u.a. die Infinity Blade-Trilogie für Apple Smartphones). Stattdessen erschien 2015 eine hauptsächlich grafisch verbesserte Version. Beide Fassungen nutzen die Unreal Engine 3 als Motor, das Remaster aber eine aktuellere Fassung mit mehr Details und mehr Effekten. Spielerisch kam nur die Möglichkeit dazu Gegner auch im Nahkampf zu besiegen.

Abseits davon unterscheidet sich beide Fassungen inhaltlich nicht. Stattdessen erwartet euch hier wie dort ein 2.5D-Metroidvania. 2.5D, weil ihr euch nur seitwärts durch die 3D-Levels bewegt, aber auch auf Gegner im Hintergrund schießen könnt. Ihr schlüpft in die Rolle von Jason Fleming (vertont von Nolan North), der mit seiner neuen Freundin Claire eine Wanderung durch die Berge machen möchte. Dabei stoßen sie auf eine Höhle, sie geht verloren und auf der Suche nach ihr stolpert Jason über einen unterirdischen Militärkomplex voller böser Jungs. Es stellt sich heraus, dass die eine feindliche Machtübernahme der lieben US of A planen und das kann Jason natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Angesiedelt ist die Geschichte wohl parallel zu Orson Scott Cards (Enders Spiel*) Empire* und bereitet die Events vom zweiten Teil, Hidden Empire*, vor. Da ich beide Werke nicht kenne und Hr. Card als Person zudem nicht gerade hoch im Kurs steht, ist das aber nur eine Information am Rande. Auf das Spiel selbst hat es keine Auswirkung, denn die Geschichte ist in sich abgeschlossen – inkl. Bosskampf.

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Donald Mustard, Creative Director von Chair Entertainment, nennt als Hauptinspirationsquelle für Shadow Complex den Nintendo-Klassiker Super Metroid. Und ja: Die Parallelen sind selbst für Nicht-Hardcore-Metroidfans sicht- und spürbar. So startet ihr mit nichts in eurer Hand die Erkundung des Komplexes, findet zügig eine Pistole und stoßt auf die ersten Hindernisse, die ihr noch nicht überwinden könnt – praktischerweise farbcodiert, wenn ihr mit der Taschenlampe darauf leuchtet. Ist es rot, dann braucht ihr eine Rakete, um weiter zu kommen. Für grüne Hindernisse reichen hingegen Granaten. Manchmal ist aber auch einfach die Wand zu hoch, um drüber zu springen ohne die Schubdüsen auf dem Rücken. Also macht ihr euch auf die Suche nach den Upgrades und erkundet dabei fleißig den Komplex von oben bis unten, von links nach rechts und in jede andere beliebige Richtung.

Shadow Complex Remastered (Herstellerbild)

Ja, ausgiebiges Backtracking ist in den rund 5-7 Stunden Spielzeit inklusive. Vor allem, wenn ihr auch wirklich alle Upgrades finden und einsammeln wollt. Praktischerweise habt ihr jederzeit Zugriff auf eine Karte. So könnt ihr nicht nur eure Wege planen bzw. bekommt den zum aktuellen Ziel sogar angezeigt, Fragezeichen markieren zudem die Positionen der Upgrades. Insofern ist abseits einiger ganz fiesen Sachen (z.B. hinter Kisten versteckte Öffnungen) immer klar, wo es was zu holen gibt. Nur das drankommen, das ist meist die spannende Frage und “später wiederkommen” gerne die Antwort :smile: .

Spielerisch geht das Rennen, Springen, Klettern und Ballern sehr gut von der Hand. Die Geschichte an sich ist zwar eher vernachlässigbar und bietet höchstens eine einzige Überraschung gegen Ende, aber das Erkunden der Basis macht tatsächlich Laune. Vor allem, wenn man dann mal den Großteil der Upgrades hat und noch akrobatischer durch die Räume flitzt. Doppelsprung, Schubdüsen, Greifhaken, Rennboost – das Repertoire ist erfreulich umfangreich. Waffen gibt es hingegen nur eine (mit unendlich Munition), die ihr im Laufe des Spiels einfach nur gegen eine stärkere Variante ersetzt plus besagte Upgrades wie Granaten, Raketen oder auch Schaum (ja, Schaum). Aber das ist okay. Eine echte Herausforderung ist das Spiel selbst auf höheren Schwierigkeiten nicht wirklich (selbst in den Bosskämpfen) und wenn man doch mal stirbt, ist der letzte Saveroom nicht weit entfernt. Das mag dem ein oder anderen nicht gefallen, hilft aber die Spielgeschwindigkeit angenehm oben zu halten.

Alles in allem ist Shadow Complex Remastered also kein AAA-Blockbuster aber was es macht, macht es größtenteils gut. Es ist ein echt nettes, kleines Spielchen mit dem ich meinen Spaß hatte: 4 von 5 Sics. Trotz der veralteten Grafik (=Unreal Engine 3-Braun) immer noch eine Empfehlung.

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