Bevor wir uns mit anderen Sachen beschäftigen, noch ein wenig „Housekeeping“ vorweg: Zum einen habe ich mich nach reiflicher Überlegung dazu entschieden Google Analytics doch schon jetzt von der Seite zu verbannen. Ich hatte mir den Auftragsverarbeitungsvertrag mit Google durchgelesen, den ich hätte unterzeichnen sollen und ehrlich gesagt war mir das definitiv zu doof für alles und jeden Grade stehen zu müssen. Da ich faktisch die Informationen sowieso nur für den Jahressrückblick und meine persönliche Neugier verwendet habe hält sich der Verlust in Grenzen (der Jahresrückblick wird halt nun kürzer :wink: ). Dafür werden beim Aufruf der Seite nun gar keine Cookies mehr angelegt (der Hinweis bleibt aber sicherheitshalber erst einmal da) und die Third-Party-Requests beschränken sich auf Twitter wegen der Anzeige meiner Tweets. Damit ist auch der Seitenaufruf wieder um ein paar Millisekunden schneller geworden. Ganz ohne Zugriffsstatistiken bin ich dadurch übrigens nicht, denn der Server loggt zumindest diese Information in absoluter Reinform (keine Zusatzinfos jedweder Art) mit.

Krankheitsstatus

Lyssi umgeben von ihren Gefägniswärtern

Zum anderen wollt ihr sicherlich wissen, wie es Lyssi nach ihrem Klinikaufenthalt geht. Nun, sie ist seit Dienstagabend wieder bei uns. Sie musste eine Nacht länger bleiben (was die Kosten auf zwischen 1.100 und 1.300 Euro [Rechnung haben wir noch nicht] erhöht hat) für weitere Diagnosen aber am Ende haben sie quasi nichts gefunden, was in irgendeiner Art und Weise einer weiteren Behandlung bedurfte. Stattdessen muss sich die Katze nun selbst zu Ende heilen.

Sie hat dann noch drei Tage lang jeweils fünfmal ein wenig Katzen-Morphium von uns bekommen und muss noch mindestens eine weitere Woche Schmerzmittel einmal am Tag nehmen. Was aber schlimmer ist: Sie muss mindestens zwei Wochen (eher drei) ohne Freigang auskommen und darf weder spielen noch toben. Sprich wir waren am Dienstagabend mal kurz einkaufen, haben uns ein riesiges Hundezelt gekauft (siehe Bild) und da wohnt sie nun für die nächste Zeit drin. Passt ihr logischerweise so überhaupt nicht. Also wirklich überhaupt nicht. Es hilft aber nichts: Bei den wenigen Versuchen, die sie jetzt schon unternommen hat irgendwo hochzuspringen, ist sie schmerzlich gescheitert. Entsprechend muss sie da jetzt einfach durch. Genauso wie durch das Ziehen ihres kaputten Zahns, was dann Anfang Juni ansteht. Der Rest ist nämlich offen, weshalb Bakterien ins Zahnfleisch eindringen können und das ist nicht gut. Deshalb muss er komplett raus.

Das Hauptmenü

Kommen wir nun zu dem, über was ich eigentlich schon letzte Woche reden wollte: Uralte Spiele, die (zu Recht?) keine Sau mehr interessieren:

Cover

Conflict: Denied Ops (2008; PC, X360, PS3) – Der fünfte und bislang letzte Teil der durchgehend mittelmäßigen Conflict-Reihe von Pivotal Games (wurden ein halbes Jahr nach Release geschlossen). Die ursprünglichen Titel waren 3rd-Person-Taktikshooter in denen ihr ein Squad aus vier Mann befehligt habt bzw. im Mehrspielermodus dann jeder die Hälfte. Der fünfte Ableger hingegen beschränkt sich auf zwei Personen und die Ego-Shooter-Perspektive und war ursprünglich gar nicht als Teil der Conflict-Reihe geplant. Der Grundansatz ist aber gleich: Ihr sollt als Eliteteam 10 Spezialeinsätze überall auf der Welt durchführen und den Bösewicht fangen. Dazu könnt ihr im Solomodus entweder per Knopfdruck zwischen den Protagonisten Graves (Scharfschütze) und Lang (schweres Geschütz) wechseln bzw. im Coop-Modus übernimmt euer Freund jeweils den anderen. Wenn ihr nicht wechseln wollt, könnt ihr per Knopfdruck auf simple Befehle erteilen, welche mehr oder weniger gut befolgt werden.

Conflict: Denied Ops (Herstellerbild)

Wie es das Klischee so will, mögen sich Graves und Lang nicht so wirklich was zu – aus Entwicklersicht – amüsanten Dialogen während den Missionen führt. Die Realität sieht hingegen genauso trist und langweilig aus wie die Grafik und das Leveldesign an sich. Zwar mag das Spiel von 2008 gewesen sein, aber schon damals waren wir selbst auf den Konsolen schon wesentlich weiter (siehe Gears of War von 2006). Das Gameplay kann es leider auch nicht herausreißen. Die Partner-KI ist strunzdumm, die Gegnerverteilung ist gefühlt unfair (und sie treffen euch aus den größten Entfernungen haargenau), die Waffen ohne jedweden Rums und die Geschichte um irgendeinen Bösewicht, der mit Nuklearwaffen hantiert ist so 08/15, dass sie selbst chinesische Entwickler nicht mehr kopieren würden.

Beim Christoph meint: Die Metacritic-Wertungen liegen bei 51-58% und auch von mir bekommt der Schrott gnadenlose 1 von 5 Sics. Ich bezweifle, dass das Spiel selbst im Coop-Modus einen Funken mehr Spaß gemacht hat, selbst wenn man all die viel besseren Alternativen zu der Zeit nicht mitberücksichtigt. Ja, ich frage mich wirklich warum ich das Ding damals (zum Release versteht sich!) gekauft habe. Auch wenn ihr vermutlich nicht mehr auf die Idee kommen würdet: Finger weg von dem Ding. Dann lieber zu Clive Barker’s Jericho (2007) greifen. Das bietet auch die „frei zwischen den Charakteren wechseln“-Mechanik im Solomodus und ist in allen Belangen so viel besser. *macht in Winamp Cris Velsaco – Clive Barker’s Jericho – 12 – Final Confrontation an*

Cover

Serious Sam II (2005; PC, Xbox) – Grafisch auch heute noch absolut sehenswert. Zwar im Vergleich zu den Vorgängern extrem bunt und überdreht aber man kann definitiv nicht meckern. Leider sind die Zwischensequenzen vorgerendert und haben sich entsprechend weniger gut gehalten – was auch für die Witze gilt. Aber Humor ist ja bekanntlich subjektiv und sowas kann ich einem 13 Jahre alten Titel jetzt auch nicht unbedingt vorhalten. Ansonsten ist es Serious Sam nicht nur auf 180, sondern mindestens 1800 aufgedreht. Mehr Levels, mehr Umgebungen, mehr spielerische Abwechslung (z.B. durch Fahrzeuge), mehr Gegner, mehr Waffen, mehr Secrets und so weiter und so fort.

Serious Sam II (Herstellerbild)

Das ist aber auch das Problem von Serious Sam II: Man kann es eigentlich nicht am Stück spielen. Es ist einfach viel zu viel. Da denkt man, man ist durch die aktuelle Gegnerwelle durch, schon kommt die nächste. Das macht die eigentlich nett und abwechslungsreich gestalteten Levels vor allem zum Ende hin elendig lang, erschöpfend und damit auch nervtötend. Es ist ja schön, wenn beim großen Finale noch einmal alles ausgepackt wird, was einem in den letzten Spielstunden so vorgesetzt wurde. Aber müssen es jedes Mal gefühlt 100 Wellen sein? Hätten 2 oder 3 nicht ausgereicht? Keine Ahnung – ich war auf jeden Fall froh, als Mental endlich im Dreck lag und ich das Spiel deinstallieren konnte.

Beim Christoph meint: Von mir gibt es 3 von 5 Sics. Serious Sam II ist besser als Serious Sam III aber an die beiden Vorgänger kommt es für mich nicht dran. Das liegt zum einen daran, dass ich die Duke-Witze lustiger fand und zum anderen eben daran, dass der Titel seine Willkommenszeit weit überschreitet. Ja, man kriegt viel Spiel für sein Geld (scheint ja heute wie damals ein wichtiger Faktor für so manche zu sein) aber zumindest ich kann nur eine gewisse Menge an sinnlosem Geballere ertragen – so viel Spaß es auch grundsätzlich macht. Vermutlich auch der Grund, warum ich 13 Jahre gebraucht habe bis ich es endlich durchgespielt hatte. Ach und weil es auf meinem damaligen Rechner häufig abgestürzt ist :smile: . Insofern: Wenn ihr es irgendwo auf dem Grabbeltisch seht (auf Steam kostet es zum Verfassungszeitpunkt ganze 2 Euro), ihr Serious Sam mögt und grade nichts Besseres zu tun habt könnt ihr aber definitiv zugreifen. Es hat sich sehr gut gehalten (was sicherlich auch an der hervorragenden Engine liegt) und macht in kleinen Dosen immer noch Spaß.

 

Und damit haben wir genug über uraltes Zeug geblubbert. Bis Montag!

P.S.: Backer Build One von Phoenix Point (der inoffizielle X-COM-Nachfolger vom Schöpfer von X-COM: Ufo Defense) steht für die Backer zum Testen bereiten. Mein erster Eindruck: Es orientiert sich bei den Grundlagen sehr stark an XCOM: Enemy Unkown (2012) – was erst einmal nicht schlecht ist -, versucht aber taktisch anspruchsvoller zu sein (bspw. Rückkehr zu Aktionspunkten). Wenn ich mehr Zeit hatte mit der Build zu verbringen, werde ich vielleicht mal einen Eintrag dazu machen (oder sogar ein Video?). Sollte man auf jeden Fall im Auge behalten den Titel.

Sicarius

Sonntäglicher Notfall

Lyssi im Katzenkorb

Eigentlich hatte ich geplant heute mal wieder über Spiele zu schreiben. Trotz des vielen Werkelns an zwei Webseiten (die zweite kennt ihr noch nicht), habe ich es schließlich geschafft ganze drei uralte Schinken endlich mal fertig durch zu spielen (Conflict: Denied Ops, Serious Sam 2 und einen indizierten Titel aus dem Jahre 2008 über den ich euch nichts erzählen darf). Stattdessen haben Lysanda und ich gestern rund sieben Stunden in der Tierklinik Hofheim verbracht. Somit fehlte mir die Zeit für den besagten Eintrag. Stattdessen erzähle ich euch kurz, was passiert war und mülle euch mit Katzenfotos zu :smile: .

Arme Lyssi

Lyssi kam heute Morgen laut jammernd ins Schlafzimmer. Das an sich ist erst einmal nur bedingt ungewöhnlich (sie ist allgemein sehr mitteilsam). Aber sie konnte nicht so richtig aufs Bett springen und zog sich mehr oder weniger elegant hoch. So richtig hinlegen konnte sie sich jedoch nicht. Egal auf welcher Seite sie lag, ihr schien etwas weh zu tun. Von uns anfassen war genauso wenig gewünscht. Sie suchte eindeutig einen Platz, um in Ruhe vor sich hinzuvegetieren – immer ein sehr schlechtes Zeichen. Geschnurrt hat sie ebenso wenig. Äußerlich haben wir zwar nichts gesehen aber lieber einmal zu viel zum Tierarzt als einmal zu wenig auch wenn der Sonntagsdienst immer gleich heftig auf den Geldbeutel schlägt. Aber für unsere Katzen tun wie selbstverständlich alles.

Lyssi draußen in der Sonne

Dort angekommen hat sie Lyssi nur sehr kurz untersucht, denn vorne der linke Zahn war abgebrochen und aus der Scheide kam Blut sprich sofort ab in die Tierklinik. Nach circa drei Stunden Warten kamen wir dann auch zum ersten Mal dran. Am Ende wurde ihr Blut abgenommen, ein Röntgenbild der hinteren Katze gemacht und eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Blut war (abseits von verständlich erhöhten Stressmarkern) soweit okay und auf dem Röntgenbild war auch kein Bruch oder sowas zu sehen. Beim Ultraschall hat man dann aber Flüssigkeit um die Blase und den Nieren entdeckt. Damit stand quasi der Verdacht im Raum, dass entweder die Blase irgendetwas abbekommen hat oder – schlimmer noch – die Harnleiter irgendwo gerissen sind. Außerdem soll ihr der kaputte Zahn noch komplett gezogen werden und der Zahnarzt ist erst heute wieder im Dienst. Also wurde sie stationär aufgenommen und musste die Nacht für weitere Untersuchungen dort bleiben.

Guter Ausgang?

Der aktuelle Stand zum Verfassungszeitpunkt ist, dass sie im Brustbereich auch keine Verletzungen hat (wurde nochmal geröntgt) und die Blase soweit in Ordnung ist. Um das festzustellen, wurde sie leicht betäubt und dann ein Katheter eingeführt. Durch den wurde ein Kontrastmittel in die Blase „gespritzt“, die beim Ultraschall auffällt, um zu sehen, ob etwas aus der Blase ausdringt. Da das nicht der Fall ist, wird jetzt die Nacht abgewartet und morgen nochmal geschaut, ob die Flüssigkeit zugenommen hat. Wenn ja, ist das schlecht. Dann gibt es nochmal Kontrastmittel und anschließend eine Runde im Computertomographen (700 Euro). Worst Case läuft es auf eine Operation hinaus (1400 Euro). Aber wir hoffen mal das Beste und das wäre, dass wir sie heute Nachmittag schon wieder abholen können und alles von selbst verheilt.

Faule Katzen: Jules und Balu

Was sie angestellt hat, werden wir sicherlich nie erfahren. Eine Vermutung ist, dass sie unglücklich irgendwo hinuntergefallen ist oder erschreckt wurde und sich nicht besonnen in Sicherheit bringen konnte. Ehrlich gesagt ist sie die Letzte, von der ich erwartet hätte, dass wir mit ihr mal was Größeres haben werden (eher von Pichu, dem Knallkopf). Sie macht schließlich sonst einen sehr intelligenten und besonnen Eindruck. Aber das wie und warum ist auch egal: Hauptsache sie wird wieder gesund! Schließlich habe ich mit allen unseren Katzen einen Vertrag gemacht, der besagt, dass sie mindestens 15 Jahre alt werden müssen. Und sie ist jetzt erst zwei! Also hat sie gar kein Recht jetzt anzufangen irgendwelche Wehwehchen zu kriegen! *hmpf*

Und damit gebe ich auch schon ab bis Montag – dann hoffentlich mit guten Neuigkeiten und einem normalen Eintrag.

Drei von vier Katzen im Garten

Die Phase der Gefangenschaft ist vorüber! Seit einer Woche sind Pichu und Lyssi nun in der Katzenklappe registriert und haben freien Zugang zur Außenwelt. Klappt nach einigen Anfangsschwierigkeiten auch mittlerweile ganz gut. Am schnellsten hat es Pichu kapiert, wie das komische Ding funktioniert durch das Balu und Nica immer verschwunden sind.

Lyssi hingegen…nun, bei ihr mussten wir etwas nachhelfen. Rein ging zwar relativ schnell (Panik kann Wunder wirken) aber raus wollte sie partout nicht – zumindest durch die Klappe. Am Ende hat es geholfen sie 2-3mal gegen ihren Willen durchzuschieben. Jetzt hat sie es anscheinend kapiert. Aber während Pichu sich draußen sofort sehr wohl fühlte, ist sie weiterhin etwas unsicher. Am Samstag hat es beispielsweise etwas geregnet, das fand sie gar nicht toll und hat hilflos rumgemaunzt als sie ein etwas dickerer Tropfen traf. Ganz am Anfang hing sie sogar panisch im Fliegennetz (das jetzt entsprechend stark beschädigt ist), weil sie das mit der Katzenklappe noch nicht verstanden hatte. Aber das hat sich nun zum Glück auch gelegt. Fehlt nur noch die Umschulung von „drinnen ins Katzenklo machen“ auf „draußen auf den Acker kacken“ (reimt sich!), dann ist diese Umstellung genauso abgeschlossen. Wenn wir jetzt noch Pichu beibringen könnten nicht auf die Küchenzeile zu springen und Balu nicht immer die Krallen auszupacken, nur weil er Essen riecht…

Ist übrigens nun ganz lustig: Wenn wir abends zu Bett gehen und die Wohnzimmertür schließen (wollen ja frühmorgens nicht von Radau an der Schlafzimmertür geweckt werden), dann sind zwei Minuten später alle Katzen aus dem Wohnzimmer verschwunden. Sind wir Zuhause und wach, sind alle vier Katzen fast immer in unserer Nähe. Haben wir doch heimlich Hunde bekommen?

Menschen! Draußen!

Der Garten nach dem Hauskauf und der ersten Rasur

Aber nicht nur die Katzen halten sich vermehrt draußen auf, auch wir beschäftigen uns mittlerweile etwas ausführlicher mit unserem Garten (abseits vom Rasen mähen und Erdbeeren züchten). Letztes Jahr hatten wir uns hauptsächlich mit Aufräumen beschäftigt. Da sich faktisch drei Jahre lang kein Schwein darum gekümmert hatte, war er entsprechend verwildert. Aber das hatte ich schon einmal erwähnt. Dieses Jahr wollen wir ihn nun in Schuss bringen (und halten).

Die ersten Maßnahmen haben wir dazu mittlerweile schon ergriffen. So habe ich eine Seite des Garagenkabuffs mit weißer Silikonfarbe gestrichen, damit sie (fast) wieder wie neu aussieht. Hat auch soweit ganz gut geklappt bis auf die Tatsache, dass am Anfang wohl meine Farbrolle noch etwas zu nass und damit die Farbe nicht 100% deckend war. Aber man sieht es aus meiner Sicht nur, wenn man genau hinschaut (oder es weiß). Anschließend hieß es ein paar Löcher davor auszuheben, um die Himbeersträucher einzupflanzen. Die stehen tatsächlich schon seit einem Jahr hier rum, fristeten aber ihr Dasein bislang in einem Eimer – gab einfach zu viel Anderes zu tun. Auch der Johannisbeerstrauch, der aktuell mehr ein Johannisbeerpflänzchen ist, durfte sein Eimergefängnis mittlerweile verlassen und fand einen (hoffentlich) angenehmen Platz im Garten.

Der restliche Garten

Der Garten heute – wesentlich leerer

Das Gewächshaus, welches wir zusammen mit dem Haus erstanden hatten, hat hingegen mittlerweile einen neuen Besitzer gefunden. Zum einen wussten wir nie so recht was wir damit anfangen sollten und zum anderen war es bei einem heftigen Sturm (weil im Boden anscheinend überhaupt nicht befestigt) umgefallen und hatte sich etwas verbogen. Statt mich damit weiter rumzuschlagen, haben wir es dann einfach über Facebook verschenkt. Der neue Besitzer hat hoffentlich seine Freude dran. Das Beet darunter hat Lysanda aber dann doch wieder in Beschlag genommen und etwas Gemüse reingeplfanzt. Wird sich zeigen, ob davon irgendwas tatsächlich ausgewachsen wird (Pfefferminze und Gras finden das Beet ebenfalls absolut dufte). Aber wie heißt es so schön? Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!

Das gilt auch für unsere Neuanschaffung (46 Euro): Einen Mangelbaum. Ja, wir haben uns einen jungen Baum angeschafft und ihn in den Garten gepflanzt. Bislang schießt er schon fleißig nach oben (mittlerweile schon über 2 Meter hoch). Wird aber sicherlich noch so einige Zeit dauern, bis wir tatsächlich die ersten Mandeln davon ernten können – sollte er bis dahin überleben. Haben mit sowas ja auch noch überhaupt keine Erfahrung. Haupttreiber für diesen Kauf war ausschließlich unser sehr hoher Mandelverbrauch. Zwar wird der sicherlich nicht mit einem Baum gedeckt werden können. Aber selbst gezogen ist das selbstverständlich etwas ganz Besonderes.

Weitere Fortschritte

Geschmacklich top aber im Wachsen schlimmer als Unkraut

Richtig gut geht es hingegen unserem Rosmarin. Auch den haben wir vom Vorbesitzer übernommen. Obwohl er nur in einem Pflanzstein saß, hat er sich ganz schön entwickelt. So sehr, dass er seinen Pflanzstein schon lange hinter sich gelassen und in alle daruntergelegenen weiter ausgebreitet hatte – zum Nachteil der darin enthaltenen Pflanzen. Also haben wir ihn nun auch von seiner Enge erlöst und auf einen freien Platz im Garten umgesiedelt. War ein ganz schöner Kraftakt ihn von seinem alten Platz zu lösen. Erst musste ich seine Wurzeln unter dem Pflanzstein durchschneiden (ganz schöne dicke Dinger) und dann war er mit seinem Stein schon so fest verbunden, dass es einen ganz schönen Kraftakt gekostet hat ihn da raus zu bekommen. Meint man gar nicht wie stark sich ein paar poplige Wurzeln in ein paar Sandsteinporen verankern können.

Als nächstes stehen nun drei Sachen an: Die restlichen der bestehenden Pflanzsteine mal komplett zu säubern und neu zu setzen. Am anderen Rand des Gartens neue Pflanzsteine zu platzieren und eine weitere Garagenwand zu säubern, um darunter weitere Pflanzsteine (die großen Dinger mit 48x30x5cm, die 45kg pro Stück wiegen) zu platzieren. Da sollen vermutlich die Erdbeeren ihre neue Heimat finden. Dann wären auf der Terrasse nur noch die Kräuter und die Schokoladenminze (ja, sowas gibt es) übrig, die man unter keinen Umständen in die Freiheit entlassen darf. Die Vermehren sich alle wie Hasen, wenn man sie lässt :smile: .

Und über die kahlen Stellen, die ich durch die Umbauaktionen geschaffen habe, wächst ebenfalls langsam aber sicher schon wieder Gras drüber (mit etwas Unterstützung durch Nachsähen). Da kommt Freude auf, auch wenn ich sicherlich nie einen richtigen grünen Daumen bekommen werde. Spaß, das gebe ich offen zu, macht es mir aber tatsächlich trotzdem. Werde ich doch noch zu einem echten Mannskerl? Vermutlich nicht. Aber Hauptsache unser Garten sieht halbwegs anständig aus.

Nica

Beobachtungsbericht

Möwe in der Mittagspause

Ministerrat der rumänischen Katzendiktatur
Ministerium für Katzensicherheit

Hauptabteilung: Internationale Spionage
Unterabteilung: Langzeitobservation
Telefon: Schnurr-Knatsch-Quietsch

Betrifft: Balu und Lyssi
Wohnhaft: Casa Lysanda
Decknamen: Taube und Papagei

Für die Zeit vom 28.11.2016 bis 05.03.2017

Status: Gegen Ende des Jahres 2016 habe ich, Agent Möwe, erfolgreich meinen Beobachtungsposten „Viel zu kleine Kiste auf der Kommode“ eingenommen. Ich habe ihn bis Februar immer nur kurzzeitig für meine Pausen (Toilette, Futter, Erholung im Arbeitszimmer) sowie diverse Haus- und Umgebungserkundungen verlassen, um einen möglichst detaillierten Bericht über das Werken der beiden potentiellen Rebellenführer Taube und Papagei abliefern zu können. Meine Tarnung als Geliebte von Observationsobjekt Taube ist weiterhin voll intakt. Er ist unverändert gerne in meiner Nähe, putzt mich fleißig und informiert mich über wichtige Vorkommnisse sowohl in der Casa Lysanda als auch in der näheren Gegend. Ab und zu versucht er zwar mit mir zu spielen, diese Avancen muss ich jedoch aus professionellen Gründen immer ablehnen und weiße ihn entsprechend mit einem deutlichen Fauchen zurecht.

Taube in meiner Kiste

Meine Beziehung zu den Dosenöffnern, Deckname Knuddelriese und Futterlady, ist ebenso in einem hervorragenden Zustand. Zwar nehmen sie mich ab und zu hart ran und tropfen mir Drogen in die Augen – ich vermute, um mich gefügiger zu machen – bislang zeigen diese jedoch glücklicherweise keine Wirkung. Der Catnip-Ball ist da ein ganz anderes Thema aber ich benutze ihn selbstverständlich nur während meiner offiziellen Pausen! Ich erhalte außerdem regelmäßig ausreichend Nahrung (zweimal am Tag), bekomme ab und zu ein paar Leckerlis direkt an meinen Observationspunkt geliefert (aufstehen dafür liegt nicht in meiner Befugnis) und werde vor allem vom Knuddelriesen oft gut durchgeknuddelt. Meine Tarnung ist also auch hier vollkommen in Takt.

Observationen über Taube: Objekt Taube (so bezeichnet wegen den gurrenden Geräuschen, die er von sich gibt) ist weiterhin sehr auf Dosenöffner Knuddelriese bezogen. Als Knuddelriese im November für drei Wochen nicht im Haus war, konnte man ihm die Trauer sehr stark ansehen. Selbst bei einer eintägigen Abwesenheit vermisst er den warmen und vor allem großen Schoß des männlichen Dosenöffners. Für mich total unverständlich, da Knuddelriese es gar nicht so angenehm zu finden scheint, dass Taube auf ihm draufliegt. Zumindest hält er es auf der Couch nicht allzu lange aus und verscheucht Taube dann wieder. Taube entscheidet sich danach auf dem Ottomanen sitzen zu bleiben und sich Schlafen zu legen. Im Bett legt er sich hingegen immer außer Reichweite der Dosenöffner ans Fußende.

Abseits zu seiner innigen, wenngleich nicht wirklich in gleichem Maße erwiderten Beziehung zu Knuddelriese, ist er ein begeisterter Esser. Es ist zwar dank des hochwertigen Futters, das wir nun bekommen, nicht mehr ganz so schlimm und er geht nicht mehr so massiv in die Breite. Aber wenn auch nur die Chance besteht, dass es etwas zu futtern gibt, dann ist er gleich zur Stelle. Dabei geht er durchaus intelligent vor. So macht Dosenöffner Futterlady aktuell Experimente namens „Clickertraining“ mit ihm, bei denen er sich äußerst schlau anstellt und ziemlich schnell weiß, welches Verhalten Futterlady von ihm erwartet. Und er war schon immer absoluter Meister in der Katzenkönigsdisziplin „Süß und Knuddelig-Aussehen“.

Taubes Verhältnis zu Papagei lässt sich hingegen als „Vorsichtig“ zusammenfassen. Man merkt ihm an, dass er gerne mehr mit ihr machen möchte (vor allem balgen). Der große Gentleman ist aber sehr schüchtern und traut sich nicht so richtig an sie ran. Es ist zwar schon besser geworden über die letzten Monate und es gibt entsprechend mittlerweile hin und wieder Momente, in denen sie sich durch das Haus jagen. Aber so richtig viel Zeit möchte Taube weiterhin nicht mit Papagei verbringen. Verlassen die Dosenöffner das Haus, lässt auch er Papagei ganz alleine zurück.

Papagei mag Schuhe

Observationen über Papagei: Objekt Papagei (so bezeichnet wegen ihrer Vorliebe bei Dosenöffner Katzenlady im Bett auf der Schulter zu sitzen und ihrem hohen Mitteilungsbedarf) möchte endlich nach draußen. Nicht nur langweilt sie sich die meiste Zeit, da Objekt Taube nur selten mit ihr spielt. Sie hat natürlich auch mitbekommen, dass es da draußen vor den Türen und Fenstern etwas Interessantes gibt. Wenn Taube die Casa Lysanda durch die Katzenklappe betritt, wartet sie schon ganz hibbelig davor und springt Taube an. Warum die Dosenöffner sie immer noch nicht rauslassen, ist mir derzeit nicht bekannt. Ich habe sie nur von einer vierten Katze namens Pichu reden hören. Ich vermute hier einen direkten Zusammenhang, der sich aber noch erhärten muss. Weitere Berichte folgen.

Um meine Tarnung als fürsorgliche Mutter aufrecht zu erhalten, bringe ich ihr hin und wieder sowohl lebende als auch tote Mäuse mit. Sie hat das Konzept des Tötens zwar offensichtlich noch nicht verstanden aber immerhin ist sie dann einige Stunden beschäftigt und die Maus an einem Herzinfarkt gestorben. Sowie mag sie alle Arten von Tieren und sitzt immer sehr gespannt vor dem Fernseher, wenn gerade eine Tiersendung läuft.

Ansonsten ist sie sehr massiv auf Dosenöffner Futterlady bezogen und traut Knuddelriese nicht wirklich über den Weg. Morgens, wenn die Türen geöffnet werden, sprintet sie sofort zu ihr ins Bett. Und kaum sitzt Futterlady irgendwo, ist Objekt Papagei sofort wieder auf ihrem Schoss. Weiter ist festzuhalten, dass die kleine Scheißbratze (ich toleriere sie zwar aber mag sie überhaupt nicht – und lasse sie das auch immer wissen!) vor Wasser keinen Respekt hat, ähnlich wie Kessy mit Schuhen spielt und von der Toilette sehr fasziniert ist. Wenn einer der Dosenöffner sein Geschäft verrichtet, ist sie immer zur Stelle und schaut genau hin. Ich vermute eine massive Verhaltensstörung, die ebenso dafür verantwortlich ist, dass sie sich eher springend („Parkour“) und mit einem rasend hohen Tempo durch das Haus bewegt. Von geruhsamen Gehen hat sie wohl bislang noch nichts gehört.

Fazit: Die aktuellen Beobachtungen legen nahe, dass derzeit von Taube und Papagei keine Gefahr für unsere glorreiche Katzendiktatur ausgeht. Sie sind beide zu sehr mit sich selbst beschäftigt und alles andere als verbrüderte Rebellen. Ich empfehle dennoch die Fortsetzung der Langzeitbeobachtungen. Vor allem die bereits erwähnten, äußerst mysteriösen Entwicklungen rund um diesen ominösen „Pichu“ sollten weiter im Auge behalten werden. Dadurch könnte sich die gesamte Situation noch einmal verändern.

Gezeichnet

Agent Möwe

Was gibt's?

Was gibt’s? Ich bin der Balu.

Ich muss hier glaube ich so langsam mal was klar stellen. Kann ja nicht angehen, dass die beiden Mädels ständig nur über mich lästern und so tun als wären sie hier die Chefs im Haus (auch wenn ich bislang die meisten Einträge geschrieben habe…). Nein, dass ich ihnen beim Essen den Vortritt lasse hat damit ÜBERHAUPT nichts zu tun! Das macht man als Gentleman so und ich bin definitiv ein gut erzogener, wenn auch etwas schüchterner Kerl. Wobei ich mich eher als „besonnen“ bezeichnen würde – zumindest so lange die Chefin nicht mit Käse, Fisch oder Hähnchenfleisch hantiert. Dann werde ich, das gebe ich offen zu, etwas hibbelig. Aber kann ich was dafür, dass der Kram so gut schmeckt? Da muss ich doch sicherstellen, dass ich definitiv was davon ab kriege und nicht nur meine Konkurrenz namens Nica und Lyssi. Dass es dabei Kollateralschäden geben kann (Aua an diversen Körperstellen der Chefin) tut mir ja durchaus leid aber hey: ESSEN!

Mehr Essen!

Essen kriege ich in diesem Haushalt sowieso viel zu wenig. Die Chefin hat mich nämlich dreist auf Diät gesetzt. Als wären 7,2kg für einen ausgewachsenen Kater zu viel (Anm. d. Red.: Ja, sind es!). Bitte? Ich hätte Ende August nur 5,8kg gewogen? Das stimmt aber jetzt wiege ich doch wieder 6,15kg. Also kann ich bitteschön wieder mehr Essen haben, oder nicht?! Ich wiederhole noch einmal: Das Essen der Chefin schmeckt mittlerweile richtig, richtig gut. Aktuell gibt es nämlich nur noch hochwertiges nasses Katzenfutter (kein zuckerhaltiges Felix mehr!) bzw. „echtes“ Fleisch sowie als Leckerli vor allem getrocknetes Fleisch (aus der Hundeabteilung) oder Fische statt ungesundem (=fett machendem) Trockenfutter und anderem Kram. Ach und eben ab und zu mal ein Stück Käse oder Hähnchenreste. Da muss man doch einfach drauflosschlemmen, oder seht ihr das etwa anders?

Vor allem wenn sie dann auch noch so gemein ist und Nica und Lyssi auf dem Regal mit einer vollen Dose füttert. Da konnte ich bislang immer nur neidisch unten sitzen und zuschauen nachdem mein eigener Napf viel zu schnell leer war. Mittlerweile sind diese Zeiten aber endlich vorbei. Es hat viel Mut gekostet aber ich habe mich endlich getraut mal da hoch zu springen (Lyssi fliegt eher halsbrecherisch durch die Gegend – das hat mit „Springen“ nicht viel zu tun) und siehe da: Gar nicht so schlimm und endlich Zugang zu noch mehr Essen (Anm. d. Red.: Durch das hochwertige Essen und dem damit verbundenen schneller herbeigeführten Völlegefühl dürfte sich sein Gewicht jetzt automatisch einpegeln)! Lyssi passt es zwar nicht, dass wir deswegen nun alle wieder auf dem Boden essen. Aber die Dame muss auch endlich mal lernen, dass die Welt sich eben nicht nur um sie dreht.

Der sanfte Riese

Groß genug für zwei!

Groß genug für zwei!

Abseits der ganzen Essensthematik (man muss ja schließlich sehen wo man bleibt!) bin ich aber definitiv ein ganz lieber und seelenruhiger Kerl, der am liebsten in Gesellschaft ist. Deshalb warte ich immer vorbildlich auf der Terrasse bis Chef und Chefin nach Hause kommen (zumindest bis zu einer gewissen Uhrzeit) und wenn sie dann mal daheim sind, verbringe ich sehr viel Zeit mit ihnen oder zumindest in ihrer Nähe. Zugegeben: Manchmal ruft die Natur und ich muss kurz durch dieses komische Ding namens Katzenklappe, das immer so ewig braucht bis es „klack“ macht (Anm. d. Red.: Der Chip sitzt halt nun einmal nicht in der Pfote, sondern im Hals…) und mich rauslässt (passe jetzt aber wieder etwas besser durch – frage mich nur warum?) und meine Tätigkeit im Garten erledigen. Aber anschließend bin ich sofort zurück an Ort und Stelle. Am schönsten ist es vermutlich, wenn die gesamte Mannschaft auf der Couch sitzt. Dann lege ich mich gerne zufrieden auf dem Ottomanen dazu oder setze mich beim Chef auf den Schoß und lasse mich kraulen. Wenn er nur nicht so unruhig wäre der Typ…immer macht er irgendwas mit Händen oder Füßen. Hat der nie stilles Sitzen gelernt?!

Den Chef mag ich sowieso irgendwie am liebsten. Wenn er da ist, stupse ich ihn gerne an und fordere ihn auf zum Streicheln. Vor allem wenn er sich rüber ins Arbeitszimmer an den Computer begibt. Das finde ich wahnsinnig toll. Da komme ich dann immer gleich mit, springe auf den Schreibtisch und lege mich am liebsten auf sein kuscheliges Mousepad. Ab und zu zwickt und zieht da zwar etwas komisch an meinem Bauch (Anm. d. Red.: Das Mauskabel auf dem er drauf liegt) aber unterm Strich ein total angenehmer Ort an dem ich mich immer gerne aufhalte – also zumindest so lange der Computer an ist und der Chef davor sitzt. Bin im Herzen halt doch ein kleiner Schmusekater. Tut er das nicht, dann ist mein nächster Lieblingsort die Bettdecke der Chefin im Schlafzimmer. Wenn sie drin liegt, dann mag ich das zwar nicht so sehr und lege mich auf die andere Bettseite (Thema „Unruhe“) aber wenn die Hütte leer ist, dann verziehe ich mich schon sehr gerne an diesen sicheren und kuschelig warmen Ort während andere Vertreter meiner Art in diesem Haushalt vor allem Kisten zu bevorzugen scheinen.

Der schlafende Bär

Nica auf einem "fliegenden Teppich"

Nica auf einem „fliegenden Teppich“

Mit den „anderen Vertretern“ meine ich natürlich zu aller erst Nica, meine liebe, wenn auch etwas begriffsstutzige Freundin (liegt vielleicht an der Sprachbarriere – mein rumänisches ist immer noch nicht so gut). Sie versteht zwar weiterhin nicht, dass ich ab und zu schon gerne mit ihr spielen möchte und geht dann einfach weg. Aber deswegen lasse ich sie die meiste Zeit einfach in Ruhe und behandele sie mit liebevollem Respekt. Ich lecke ihr beispielsweise gerne das Fell wenn sie das möchte (stupst mich dann an), sitze/liege still in ihrer Nähe und leiste ihr Gesellschaft, teile mir mit ihr ein Körbchen und gebe ihr Bescheid, wenn es etwas Relevantes zu beachten gibt (Essen). Wir sind quasi mittlerweile ein eingespieltes Team bzw. mit der Ankunft von Lyssi vielleicht sogar eher wie ein altes Ehepaar. Sie fängt die Mäuse und ich ignoriere sie weil ich besseres Futter von der Chefin bekomme :smile: . Und im Gegensatz zu mir will sie irgendwie dauernd in den Keller. Sobald nur einer unserer Dosenöffner sich auf den Weg macht, springt sie auf und hinterher. Verstehe ich einfach nicht. Hat sie denn nichts aus dem Ich war drei Tage im Kohlenkeller eingesperrt-Fiasko gelernt?

Aber Nica ist definitiv schon etwas Besonderes. Derzeit befindet sie sich ein wenig im Winterschlaf und verbringt die meiste Zeit irgendwo im absoluten Ruhemodus. „Irgendwo“ ist dabei durchaus wörtlich zu verstehen. Zwar hat sie wie wir alle bestimmte Lieblingsorte (mit Pullis ausgelegte Kiste auf der Kommode im Wohnzimmer, grundsätzlich Kisten aller Art sowie offene Schränke und Schubladen und die Couch-Ecke). Aber sie ist eindeutig offen für Neues. Egal ob auf Fensterbänken, in der Katzenhöhle, auf den Regalen, in den Regalen oder auf fliegenden Mappen (siehe Bild) – es gibt nichts wo sie sich nicht hinlegen und schlafen würde. Okay, das stimmt nicht ganz: Bei der Chefin auf den Schoß geht sie nur mit Widerwillen. Passt ihr gar nicht, wenn vor allem der Chef sie morgens ins Schlafzimmer holt und sie dann „Zwangsgestreichelt“ wird. Verstehe ich gar nicht. Da ist unser Springbock eindeutig ein anderes Kaliber.

Der aufgedrehte Springbock

"Wad upp Lyss'sis?!"

„Jo! We cool, sis!“ – „So cool, bro!“ – „Word!“

Jaja, die Lyssi. Hoffentlich wird die Kleine mit der Zeit noch ruhiger und vielleicht sogar etwas weniger anhänglich. Kaum sitzt oder liegtdie Chefin irgendwo, ist Lyssi auf ihrem Schoss und will die volle Aufmerksamkeit. Sie kann deshalb mittlerweile morgens schon gar nicht mehr aufstehen weil da immer so eine langgezogene Katze ihr fast im Gesicht liegt. Ansonsten wird durch das Haus gerannt und alles unsicher gemacht, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Sie hat sogar aus Langeweile schon den Kalender angefressen. Einen Kalender! Wie kommt auf so eine Idee?! Ich kann sogar nicht mehr durch die Katzenklappe rein, weil sie mich dann immer sofort anspringt! Müsst ihr euch mal vorstellen: Ich muss Angst haben ins Haus zu gehen. Aber sie ist noch lernfähig mit ihren sieben Monaten, keine Frage. Letzte Woche hat sie beispielsweise ihre erste Maus gefangen, die Nica für sie lebend mitgebracht hat. Sind wir als ihre Ersatz-Eltern natürlich sehr stolz darauf! Das wird noch was mit ihr, wenn sie dann endlich mit uns raus darf.

Für sie bin ich wohl auch das große Vorbild – mit allen Vor- und Nachteilen. Zum Beispiel ist es nicht ganz so gut, dass sie beim Futter genauso wie ich ganz vorne mit dabei sein will. Und ihr wisst was das bedeutet: Ich könnte weniger kriegen! Und das sehe ich mal so gar nicht ein! Natürlich schimpfe ich nicht mir ihr aber ich drängele mich dann durchaus etwas härter vor oder schnappe ihr das Leckerli unter den Pfoten weg. Sie soll schließlich lernen wer hier der Herr im Haus ist – nach Nica zumindest. Aber gut, das sind Details. Ansonsten werden wir definitiv warm miteinander vor allem seit sie mal eine Woche lang so ein komisches blaues Ding anhatte nach einem Tierarztbesuch (Anm. d. Red.: Kastration). Ich lasse sie jetzt näher ran an mich und jage sie auch mal voller Freude durchs Haus. Natürlich nur alles gespielt aber deswegen ist es ja so spaßig. Dass sich dadurch die Situation mit der Katzenklappe ergeben hat muss ich wohl für das erste aktzeptieren. Trotzdem schön, dass wir uns so langsam verstehen und sie ihre Angst vor mir verliert (im gleichen Napf mitessen mag sie trotzdem noch nicht). Ja, ich habe sie am Anfang vielleicht etwas zu aggressiv angegangen. Aber das war nicht so ernst gemeint wie sie es anscheinend interpretiert hat. Es ist deshalb schön zu sehen, dass sich das nun zu ändern scheint und sie versteht, dass ich sie nicht auffressen werde – zumindest solange ich noch anderes Futter bekomme…

Katzenspedition

Auch Lyssis Verhältnis zu meiner Nica scheint sich etwas zu lockern. Zwar ruft sie Nica weiterhin gerne mal mit einem Knurren zur Ordnung (natürlich zu recht). Aber wie es sich für Tratschtanten gehört, unterhalten sie sich gerne und viel miteinander (wobei Lyssi eher „gurrt“) und wie erwähnt hat Nica ihr sogar schon eine Maus mitgebracht. Ist halt doch unser Mädchen, die Lyssi. Leider hat Nica letzte Woche nicht nur Mäuse ins Wohnzimmer geholt, es waren zusätzlich noch illegale Einwanderer mit dabei: Flöhe! Dank meinem dicken Fell merke ich ja nichts von und Nica scheint sich ebenso wenig dran zu stören. Und vielleicht würde ich noch schneller abnehmen dank der kleinen Springteufel. Aber besonders mögen tue ich die trotzdem nicht und bin froh, dass sich unsere Chefin aktuell drum kümmert sie zu beseitigen (Anm. d. Red.: Mit Advantage für Katzen).

Über das Ergebnis berichte ich euch allerdings ein andermal. Meine Pfoten tun von dem ganzen Tippen schon weh und ich brauche so langsam mal wieder was zu essen! *pruuh*

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