Eine der Zeichnungen aus dem Entwässerungsgesuch

Vergangenen Freitag fand wie geplant die Aufzeichnung des GamersGlobal Jubiläumspodcasts statt. Wir waren zu sechst (mit Jörg) und haben rund 1 1/2 Stunden aufs Band gebracht. Unter anderem erwarten euch von mir folgende Themen: Warum ich 2011 Dark Souls nicht getestet habe, meine 8,5/10 für Duke Nukem Forever und die zwei Wertungen, mit denen ich im Nachhinein nicht ganz so glücklich war. Dürfte für fleißige Leser dieser Webseite alles nichts Neues sein aber reinhören solltet ihr natürlich trotzdem :smile: . Die Veröffentlichung erfolgt morgen um 8 Uhr an dieser Stelle.

Und damit ist das Thema „10 Jahre GamersGlobal“ für mich soweit ich weiß auch schon wieder abgeschlossen. Ich konnte zwar die Finger nicht davonlassen und habe tatsächlich ein bisschen mitgearbeitet (einen News-Vorschlag, ein paar Steckbriefe, News redigiert, etc.) – scheinbar zur Freude des aktuellen Oberarchivars :wink: . Das ist aber nur eine temporäre Sache, weil ich grad einfach wieder relativ häufig auf der Seite bin, um die Kommentare unter den Grußworten zu lesen. Das legt sich dann ganz schnell wieder.

Unterm Strich war (und ist) es ganz nett mal wieder etwas im Rampenlicht zu stehen (ich hoffe ein paar Leser bleiben dadurch auch hier auf der Seite hängen – hallo!) aber die Entscheidung GamersGlobal den Rücken zu kehren war und ist weiterhin die Richtige gewesen.

Zurück in den Alltag

Der Lese-/Ruhe-/Schlafbereich

Kommen wir nun zu den eigentlichen Themen des heutigen Eintrags: Was gibt es Neues zu berichten im Hause Lysanda? Nun, das Entwässerungsgesuch wurde schneller als erwartet genehmigt. Und auch die Anzahl der Korrekturen durch die Bearbeiterin bei den Stadtwerken war signifikant niedriger als erwartet. Soll uns recht sein, denn dadurch wird die Maßnahme für uns etwas billiger (so ein Revisionsschacht wird schon verdammt teuer je größer man ihn machen muss). Jetzt heißt es auf den Tiefbauer warten bis er uns endlich einen Termin nennt an dem es losgehen kann. Gas braucht sechs Wochen Vorlaufzeit, Zuwasser (die sind zuerst dran) zwei Wochen und Abwasser macht der Tiefbauer selbst. Muss nur anschließend bei offenem Graben von den Stadtwerken abgenommen werden. Unser Ziel ist es das alles noch dieses Jahr über die Bühne zu bekommen, damit wir dann nächstes Jahr bis Mai (nächste Öltankprüfung) die Innenarbeiten abschließen können.

Der Freizeitraum im Keller ist hingegen soweit fertig. Ja, wir haben in die Regale und Schränke immer noch nichts eingeräumt (hier und da muss noch etwas Rauchgeruch raus) und die ein oder andere Dekoration fehlt noch sowie ein kleiner Vorhang. Aber ich kann euch nun endlich mit einem zusammenfassenden Abschlussbericht beglücken. Also lasst uns mal zusammenfassen, was Lysanda und ich da unten getrieben haben und was es am Ende gekostet hat.

Der Anfang

Unsere Ausgangsbasis war ein Kellerraum mit ca. 40m² Grundfläche, der durch zwei in den Raum ragende Ecken grob in der Mitte geteilt ist. Es gab ein Fenster mit Holzrahmen, das sich nicht mehr richtig öffnen und schließen ließ. An einem Teilstück der östlichen Wand hing eine uralte Tapete, am anderen klebten in der Vergangenheit mal Bierdeckel. Die südlichen und nördlichen Wände waren hingegen rot gestrichen und die eine Hälfte der westlichen Wand ist mit einer Holzvertäfelung versehen. Der Rest war und ist wie auch die Decke weiß angemalt. Der Boden hatte hingegen irgendwann mal eine Versiegelung erhalten, die hat sich aber offensichtlich schon vor längerer Zeit angefangen in ihre Einzelteile zu zerlegen. Aufgrund des Wasserschadens unserer Vorbesitzer, war zudem der Putz an mehreren Wänden bis auf teilweise 30cm Höhe völlig unbrauchbar. Diesen Raum wollten wir nun in unser persönliches Fitnesstudio und eine Art Ruhe-/Leseraum/Sommerschlafplatz umwandeln.

So sah der Keller bei der Besichtigung vor dem Hauskauf aus

Der erste Schritt war das Aufräumen. Wie es sich für einen Keller gehört, stand natürlich alles kreuz und quer in der Gegend rum und es war auch in den anderen Räumen nicht genug Platz, um alles unterzubringen. Also haben wir erst alles von der einen Hälfte des Raumes in die andere geräumt, um Anfangen zu können. Dann habe ich die Tapeten und die Bierdeckelreste entfernt. Ging so weit ganz gut im Gegensatz zum Kellerflur, der leider immer noch auf mich wartet. Der nächste Schritt war der Austausch des alten Kellerfensters durch etwas Moderneres in Sachen Energieeffizienz und Einbruchschutz. Damit haben wir eine Firma beauftragt, da uns das bei aller DIY-Mentalität dann doch etwas zu heikel war. Auch die zum Fenster passenden Gardinen haben wir uns nähen lassen, da es irgendwie in den Geschäften für diese Größe nichts vorkonfektioniertes gab. Dafür haben wir eine Fensterbank aus einem Reststück weißem Deckenpanel  gebastelt (=zurechtgeschnitten und mit Montagekleber befestigt). Das sieht genauso gut aus wie ein Stück Metall oder Stein und war wesentlich billiger – und für die Katzen zum draufsitzen reicht es allemal.

Grobgestaltung

Anschließend konnten wir den alten, bröckligen Putz runterholen. Eine große Sauerei aber nicht das große Problem. Im Raum waren bereits vier Steckdosen vorhanden. Leider passte die Verteilung überhaupt nicht. An der westlichen Wand waren gleich vier Stück, auf der anderen Seite gar keine. Entsprechend wollten wir neue Steckdosen verlegen und da der Putz am Sockel eh ab war, war natürlich die Idee es Unterputz zu tun. Ich musste jedoch feststellen, dass ich vermutlich noch die nächsten Jahrzehnte damit beschäftigt gewesen wäre in die Steine der Außenmauer einen Schlitz reinzuklopfen. Entsprechend haben wir die Idee dann verworfen. Also einfach nur Knauf-Rotband an die Wand geklatscht und versucht einen guten Abschluss zwischen Wand, Boden und restlichem Putz hin zu bekommen. Keine einfache Sache und wir haben es auch definitiv nicht 100% gerade und gleichmäßig hinbekommen, da wir frei Hand gearbeitet haben. Wahrscheinlich hätten wir die Holzleistenmethode (gleichgroße Leisten setzen, dazwischen mit Putz auffüllen und dann mit dem Schieber drüberziehen) nutzen müssen. Aber Nägel habe ich in die Außenmauer partout nicht reinbekommen. Wenn man es allerdings nicht weiß, fällt es jetzt im fertigen Zustand nicht mehr auf. Davon abgesehen ist der Rest der Wand schon schief und krumm gewesen, von einheitlich verputzt gar nicht zu reden.

Die Löcher sind geflickt und die Farbe ist drauf.

Nach dem Verputzen kam logischerweise das Bemalen der Wände. Für die roten Wände haben wir uns entschieden sie weiß zu streichen. Die gleiche Farbe hätten wir eh nirgends gefunden und es hat auch den Raum ziemlich dunkel gemacht. Ich musste dadurch zwar 1 1/2mal Streichen aber dank der gut deckenden Farbe von Südwest hat es sehr gut funktioniert. Man sieht keine Flecken oder irgendetwas durchschimmern. Da wir beide aber kein Fan von komplett weißen Räumen sind, haben wir die östliche Wand komplett lachsfarben eingepinselt (vorher mit weiß die kritischen Stellen vorgestrichen). Das hatten wir noch vom Schlafzimmer übrig, es passt gut zu weiß und ist selbst nicht so dunkel, dass es stören würde. Die Beleuchtung des Raums erfolgt schließlich nur durch zwei Lampen und einem Kellerfenster. Da muss man schon etwas drauf achten wie man ihn gestaltet. Ursprünglich hatte der Raum sogar nur eine Röhrenlampe an der nördlichen Wand. Die haben wir dann entfernt und stattdessen die beiden Deckenlampen in jeder Raumhälfte in der Mitte montiert – plus einer teuren Doppelschaltersteckdose neben der Tür, um sie getrennt voneinander an- und ausschalten zu können.

Der Boden

Nach den Wänden folgte der größte Kostenpunkt: Der Bodenbelag. Wir hätten ihn zwar einfach neu versiegeln können, aber da es ja ein „Freizeitraum“ werden sollte, wollten wir schon auch gerne mal Strümpfig/Barfüßig drin herumlaufen können. Das ist auf einem Beton/Estrichboden natürlich nicht besonders angenehm. Und da wir im Schlafzimmer so gute Erfahrungen mit Kork gemacht haben, entschieden wir uns dafür hier ebenfalls welchen zu verlegen. Statt jedoch Korklaminat zu verwenden, griffen wir zu Klebekork. Der Hauptgrund dafür ist die wesentlich einfachere Verarbeitung (und vermutlich sogar ein günstigerer Preis). Klebekork lässt sich ganz einfach mit dem Messer schneiden. Das geht nicht nur schneller, man hat auch wesentlich weniger Verschnitt. Das Verlegen geht ganz einfach (Kleber auf den Boden und die Platte, warten, draufdrücken, fertig) und man kann sich besser an der Wand ausrichten. Außerdem muss man bei einer Beschädigung nicht gleich das halbe Zimmer wieder auseinanderbauen. Einfach die beschädigte und alle die bei dem Unterfangen mit kaputt gehen rausnehmen, neue einstreichen, rein und fertig. Nachteil ist aber, dass ihr Fugen kriegen könnt. Das ist uns in der zweiten Raumhälfte passiert. Da haben wir uns scheinbar in der Ecke irgendwie vermessen.

Beim Klebekork gibt es wie üblich preisliche Unterschiede. Wir haben uns im Keller für die nackte Variante entschieden, also ohne Versiegelung. Das ist die billigste, die man im Baumarkt findet (rund 10 Euro pro m²), gleichzeitig aber auch die empfindlichste. Aufgrund des Preisunterschieds zwischen mit und ohne Versiegelung und der Tatsache, dass wir eben nicht jeden Tag dort unten sind, haben wir mit eingerechnet, dass dadurch öfters mal eine Platte getauscht werden muss und sind zum Ergebnis gelangt, dass es trotzdem noch günstiger ist. Einziger, signifikanter Nachteil bisher: Die Oberfläche der unversiegelten Platten ist scheinbar so rau, dass ich mit einem normalen Putzlappen nicht zurande komme. Ohne viel Kraftaufwand komme ich da keinen Millimeter voran.

Vor dem Acryl sahen die Bodenleisten so aus

Zu guter Letzt mussten wir noch die Steckdosen befestigen, den Strom verlegen und die Bodenleisten montieren. Das haben wir dann einfach miteinander kombiniert. Sprich wir haben einen weißen Kabelkanal am Boden mit dem Kontaktkleber vom Kork festgeklebt und dort das Stromkabel durchgezogen. An der Wand mit der Holzverkleidung kam eine klassische Bodenleiste zum Einsatz (mit Nägeln). Für den Übergang an den restlichen Wänden haben wir uns hingegen für eine simple, weiße L-Plastikleiste entschieden. Da die Wände so dermaßen krumm und schief sind, dass wir das mit Nägeln sowieso nicht gescheit hinbekommen hätten, haben wir die dann auch auf den Boden geklebt und die Abstände (wie beim Kabelkanal) einfach mit weißem Acryl ausgespritzt. Sieht super aus und fällt absolut nicht auf – zumindest solange bis das Acryl vergilbt. Was wir aber nicht hoffen, schließlich haben wir extra zu Knauf gegriffen was ja angeblich hochwertig sein soll.

Der Inhalt

Da aufgrund des Korks ein paar Millimeter mehr Platz unter der Tür benötigt wurde, mussten wir die entsprechend etwas abschneiden. Da es sich aber glücklicherweise um eine alte Holztür handelte, war das absolut kein Problem. Angezeichnet, Stichsäge ausgepackt, fertig. Nun konnten wir also damit beginnen sauber zu machen, die Möbel aufzustellen und fleißig auszusortieren. Ja, wir hatten mehr Möbel im Keller stehen als wir gebrauchen konnten/wollten. Sowieso haben wir für den Raum nur zwei Sachen zusätzlich angeschafft: Einen Crosstrainer und ein Trampolin. Alles andere hatten wir entweder schon (z.B. mein altes Schlafsofa) oder haben es auf die eine (Nachbarn, Verwandtschaft, Kollegen) oder andere Weise (Free Your Stuff-Gruppen auf Facebook) geschenkt bekommen. Darunter einen Stepper, eine Rüttelplatte, zwei Nachttischchen, mehrere Regale und Schränke, einen Sekretär, einen Fernseher und einen Fernsehtisch. Von Don Quichotte haben wir sogar ein paar Spiegelfliesen bekommen. Die haben wir an der Holzvertäfelung befestigt (mit Spiegelklebestreifen), um stilecht eine kleine Spiegelwand zu haben. Sehr praktisch, um beim Training die eigene Stellung zu korrigieren. Billiger geht es nicht. Und bevor der Kram auf dem Sperrmüll landet, warum ihm nicht ein zweites Leben schenken? Wir hatten wie gesagt sogar noch einiges übrig, dass wir bis auf die Vitrine bereits weiterverschenkt haben.

Zwei Nachteile hat diese Methode natürlich: Die Möbel passen farblich mitunter nicht ganz zusammen (siehe z.B. Fernsehtisch und Schränke), was uns aber relativ egal ist, und die Nachbarschaft war eine Raucherfamilie. Entsprechend mussten wir diesen Geruch irgendwie aus den Möbeln rausbekommen. Sonst wären wir da unten bestimmt nicht glücklich geworden. Die Lösung: Effektive Mikroorganismen. Die funktionieren nicht nur bei Katzen und Menschen, sondern fressen eben auch die stinkenden Mikroben in den Möbeln auf. Dauert halt hier und da etwas länger (standen ja Jahrelang im Mief), weshalb wir bei zwei abschließbaren Schränken noch nicht ganz fertig sind. Aber selbst bei denen ist schon ein himmelweiter Unterschied seit den Behandlungen riechbar.

Der Aufwand

Der Fitnessbereich

Kommen wir zum Abschluss noch zum eigentlich interessanten Teil: Den Kosten. Ein Ziel mit dem Freizeitraum war, dass wir uns die Gebühr für das Fitnessstudio in Zukunft sparen können. Anfang September ist unsere Mitgliedschaft entsprechend ausgelaufen und der Fitnessbereich des Zimmers war auch tatsächlich pünktlich fertig. Gekostet hat die Zugehörigkeit für jede Person rund 45 Euro pro Monat. Macht 1.080 Euro im Jahr. Also nicht unbedingt wenig. Für das Herrichten und Ausstatten des Raumes haben wir hingegen am Ende rund 3.500 Euro ausgegeben. Etwas mehr als wir den Handwerkern für den Doppelstabmattenzaun in die Hand gedrückt haben. Davon entfallen aber allein gut 2.000 Euro auf den Crosstrainer, das Trampolin und kleinere Sportgeräte wie Hanteln und Therabänder. Das Fenster hat hingegen mit Gardinen rund 800 Euro gekostet und der Kork um die 450 Euro. Bleibt nicht mehr viel übrig für das restliche Material (250 Euro, um genau zu sein). Und die Möbel haben uns wie gesagt überhaupt nichts gekostet, weil sie entweder sowieso schon rumstanden oder wir sie geschenkt bekamen.

Durch den Verzicht auf das Fitnessstudio macht sich der Raum quasi schon nach drei Jahren bezahlt – und wir haben logischerweise noch mehr Vorteile davon. Ja, wir müssen dafür jetzt wieder Zuhause Duschen aber wie schon mehrfach erwähnt ist Wasser in Deutschland eh viel zu billig. Dafür haben wir keine Fahrtkosten und haben einen nun ausgebauten Wohnraum, der nur zur Hälfte ein Fitnessbereich ist. In die andere Hälfte kommen Bücher, da unsere Regale im ersten Stock schon aus allen Nähten platzen und er kann als Gästeschlafzimmer und als „Chillzone“ dienen. Ach und es ist natürlich grundsätzlich eine Wertsteigerung für das Haus, auch wenn wir weiterhin nicht planen hier auf lange Sicht auszuziehen.

Ausgelassen habe ich bei dieser Rechnung freilich unsere Arbeitszeit. Wir haben schließlich so einige Wochenenden und Abende im Keller verbracht. Aber das ist ja bekanntlich immer Abwägungssache und uns war es das logischerweise Wert diese Zeit zu investieren.

Epilog

Und damit habe ich hoffentlich alle Fragen beantwortet, die ihr nicht hattet. Wir haben unser Haus wieder ein Stück mehr an unsere Vorstellung angepasst und es noch wohnlicher gemacht. Ja, es hat wieder Geld und Zeit gekostet aber ich vergleiche es mal mit Dark Souls: Die Bosskämpfe sind anstrengend, liegt er aber erst einmal mit der Nase im Dreck ist das Glücksgefühl es geschafft zu haben sehr groß. Und für die Katzen ist es aktuell ein Wunderland.

Jetzt entschuldigt mich aber: Ich muss runter und Sport treiben. Mein Bauch ist immer noch viel zu fett. Und ja: Wir haben uns dafür trotzdem wieder Termine eingestellt (drei Mal die Woche). Ihr wisst ja wie das sonst laufen würde :wink: .

Die Startseite von GamersGlobal

Der eine oder andere hat es sicherlich schon gesehen: GamersGlobal feiert aktuell seinen 10. Geburtstag (offizieller Start war am 15.09.2009). Und wie könnte es anders sein als das bei solchen Jubiläen auch diejenigen zu Wort kommen, die zwar nicht mehr dabei sind aber mal dabei waren. Wenig verwunderlich also, dass am Freitag mein Grußwort bzw. technisch gesehen meine Antworten auf die vier Fragen von Jörg live geschaltet wurde. Das ist aber nicht mein einziger Beitrag zum Event. Ihr werdet mich vermutlich auch noch zu hören bekommen, da im Rahmen der GamersGlobal-Gulden-Rückrufaktion ein Jubiläumspodcast mit der alten Mannschaft freigeschaltet wurde. Der Termin für die Aufzeichnung steht und ich erwarte die Veröffentlichung  dann im Laufe der kommenden Woche.

Dass in den Kommentaren zu meinem Grußwort ein Streit über die mittlerweile nicht mehr ganz so neue Rechtschreibreform entbrennen würde war von mir übrigens nicht beabsichtigt. Ebenso wollte ich mit meinem lustig gemeinten Seitenhieb auf den Test von Mass Effect 3 den Verantwortlichen nicht in irgendeinen Rechtfertigungszwang bringen. Jeder darf eine andere Meinung haben und seine entsprechende Wertungen vergeben. Die eine Wahrheit gibt es nicht. Stattdessen gilt  im Falle von GamersGlobal am Ende für alle Redakteure: Die Zahl muss ich zuerst gegenüber mir selbst, dann Jörg und abschließend dem Leser verteidigen.

Das Dilemma

In einem seiner Kommentare hat Benjamin allerdings etwas erwähnt auf das ich etwas näher eingehen möchte: Die Altlasten, die mit dem Test eines Nachfolgers verbunden sind. Er schreibt:

[…]dass ich Mass Effect 3 ohne die vorherige Wertung zu Mass Effect 2 deutlich weniger gegeben hätte, aber der Ansicht war, dass es ein falsches Signal wäre, unter die 9.5 des Vorgängers zu gehen.

Das war weder der erste noch der letzte Fall bei dem ein Redakteur mit so einer Bredouille zu kämpfen hat. Auch ich, obwohl ich ja „nur“ drei Jahre dabei war, kann mich zumindest an einen Test erinnern bei dem es mir genauso erging. Der Vorgänger war ebenfalls von einem Kollegen begutachtet worden und sein Ergebnis entsprach absolut nicht meiner Meinung. Details werde ich an dieser Stelle selbstverständlich keine nennen. Belassen wir es einfach dabei zu sagen, dass Jörg und ich eine Lösung gefunden haben im Wertungskasten zum Nachfolger sowohl meine echten Gefühlen zur Qualität des Spiels auszudrücken und trotzdem zu zeigen, dass es besser als der Vorgänger ist.

Wertungen sind komisch

Mass Effect 3 (Herstellerbild)

Im Nachhinein betrachtet zeigt sich hier ein grundsätzliches Problem bei der Wertungsfindung. Was ich meine? Nun, rein von der Logik her bewerte ich das Produkt an sich. Gut, das stimmt schon nicht ganz. Ich lasse dabei natürlich nicht das Drumherum (Konkurrenz, eigene Erfahrung, etc.) außen vor. Ich ordne es immer bewusst oder unbewusst ein, was wiederrum meine Wertung beeinflusst. Ein vereinfachtes Beispiel wäre die Aussage „Für ein Spiel aus dem Jahr 2019 erwarte ich eine wesentlich bessere Grafik“. Die Wertung ist also erst einmal wie das Produkt selbst ein Ergebnis ihrer Zeit und ihrer Umwelt.

Das bedeutet aber nicht, dass es unwichtig ist zu schauen was sich im Vergleich zum Vorgänger geändert hat. Im Gegenteil hilft es dem Konsumenten sehr zu wissen was besser oder schlechter funktioniert, um das Produkt für sich selbst besser einordnen zu können. Wenn Staubsauger X mehr Dreck pro Sekunde einsaugen kann als sein Vorgänger Y, dann ist das eine wichtige Information. Und ja, er ist dadurch klar besser. Aber daraus ergibt sich nicht automatisch der Zwang sich unter die Knute der vorherigen Bewertung zu begeben, die zu einer anderen Zeit und unter anderen Voraussetzungen entstanden ist. Nur weil Staubsauger Y damals die Krone der Schöpfung war und Staubsauger X grundsätzlich besser ist muss er auch eine gleichwertige/höhere Wertung bekommen? Nein. Die Welt hat sich weitergedreht. Staubsauger X ist zwar besser als sein Vorgänger aber Staubsauger Z ist mittlerweile auf den Markt gekommen und ist das neue Nonplusultra.

Oder um es konkret zu sagen: Mass Effect 2 war für mich (Betonung!) 2010 der heiße Scheiß auf dem Computerrollenspielmarkt – genauso wie Mass Effect zwei Jahre zuvor (wobei es aufgrund der Mako-Fahr-Sektionen selbst damals keine 9,5/10 von mir bekommen hätte). Zwischen Teil 2 und Mass Effect 3 sind zwar „nur“ zwei Jahren vergangen, doch in der Zeit stand die Spieleindustrie logischerweise nicht still. Es hat sich einiges getan und auch einige andere hochkarätige Rollenspiele wie z.B. The Witcher 2: Assassins of Kings kamen auf den Markt und verschoben die Messlatte. Es wäre also völlig legitim gewesen zu sagen: Ja, Mass Effect 3 ist besser als Teil 2. Aber es bekommt trotzdem eine niedrigere Wertung, weil 2012 eben mehr/anderes erwartet wird als noch 2010. Schwierig wird es hingegen, wenn mir rein persönlich der Vorgänger nicht so gefallen hat wie dem anderen Autor und es keine „objektiven“ Argumente gibt. Das ist dann einfach doof.

Die Konsequenz

Final Fantasy VI (Android-Herstellerbild)

Also einfach die Note vergeben die zum Produkt passt unabhängig von allem? In einer idealen Welt auf jeden Fall. Leider funktioniert die Wahrnehmung der Leser so nicht. Da wird stattdessen die Zahl direkt verglichen und das Geschrei in den Kommentaren geht los von wegen „Wie? Schlechter als der Vorgänger?!!!!111“. Entsprechend kann ich nachvollziehen, warum es anders gehandhabt wird. Mir ist auch nur die GameStar bekannt, die zumindest in früheren Zeiten (lese sie ja nicht mehr) alle paar Jahre ihre alten Wertungen in den Toplisten nach unten korrigiert hat, um der allgemeinen Entwicklung auf dem Spielemarkt Rechnung zu tragen (und die Wertungsinflation etwas zu stoppen). So wurde dem Leser versucht zu verdeutlichen, dass eine 9/10 für Final Fantasy VI eben nicht 1:1 mit einer 9/10 für Final Fantasy XV vergleichbar ist. Stattdessen wäre unter heutigen Umständen Final Fantasy VI eben nur eine 2/10. Und ja, das war jetzt nur eine Übertreibung und ein Beispiel. Also bitte die Steine wieder einpacken. Die GameStar hat nie Final Fantasy VI getestet und für Final Fantasy XV gab es 84%.

Was außerdem helfen könnte: Den gleichen Redakteur beide Titel testen lassen. Funktioniert nicht immer, ich weiß. Fluktuationen gibt es in der Branche ja leider sehr viele. Aber da eine Wertung am Ende des Tages eben völlig subjektiv ist (egal was wir uns alle vorgaukeln), würde zumindest der Maßstab auf der gleichen Grundlage angesetzt werden und der Tester müsste sich nur mit sich selbst einig werden. Denn ja: Ich hätte Mass Effect 3 auch keine 9,5/10 gegeben (nein, nicht wegen dem Ende – das hat mich nicht so gestört). Ich hätte es aber ganz anders begründen können als es dem armen Benjamin aufgrund meiner Vorleistung und der oben beschriebenen Problematik möglich war.

Epilog

Was lernen wir aus der Sache? Nichts Neues, würde ich sagen. Es ist immer noch alles nur Lug und Trug und ich deshalb weiterhin kein Fan von Zahlen unter Produkttests. Ja, ich mache es hier auf der Webseite nach anfänglicher Verweigerung auch. Aber ich behaupte nicht, dass sie in irgendeiner Form objektiv ist. Sie spiegelt ausschließlich mein eigenes Bauchgefühl zu diesem Zeitpunkt wider. Ich sehe sie somit mehr als eine Hilfe besser den dazugehörigen Text einordnen zu können oder eine schnelle Einschätzung zum Produkt zu haben. Lesen  sollte ich ihn dann besagten Text trotzdem, um wirklich zu verstehen was die Zahl bedeutet.

Interessanterweise finde ich mittlerweile gar keine Zusammenfassung wie es z.B. Kotaku tatsächlich etwas doof. Da gefällt mit die Variante von Eurogamer mit ihren Labels (Finger weg!, Empfehlung, Herausragend) besser. Das ist wie ich finde ein guter Kompromiss, um diesen sinnlosen Zahlenvergleichszwang rauszunehmen und trotzdem dem Leser einen Anhaltspunkt zu geben. Sieht nicht jeder so aber auch hier gilt: Das Internet bietet für jeden Geschmack das Richtge :smile: .

PS: Nach 128 Stunden habe ich mit The Division jetzt abgeschlossen und es deinstalliert. Ich hätte vermutlich noch doppelt so viel Zeit investieren müssen, um die letzten Schilde freizuschalten. Das ist mir bei meinem Backlog dann doch zu viel des Guten. Next up? Vermutlich Might & Magic X Legacy oder Rise of the Tomb Raider

Herstellerbilder zu Metal Gear Rising: RevengeanceVergangenen Donnerstag war ich also in Offenbach am Main. Hasst ihr übrigens auch diese Einleitungen, die einen Rückbezug zu einem Nebensatz aus dem vorherigen Eintrag herstellen? Nein? Gut. Ich hab‘ also mein Einreisevisum für Hessen abgestaubt und bin zum Mainloft gefahren. Nachdem ich einmal um den Block gefahren bin und den PR-Manager angerufen hatte, hatte ich das kleine Stübchen dann auch im hintersten Hinterhof gefunden. Dort hatte sich Konami für den Tag eingemietet, um einem Teil der deutschsprachigen Onlinepresse Metal Gear Rising: Revengeance zu zeigen. Nein, ich verrate nicht wer noch da war. Und da ich ja vor kurzem erst etwas von wegen „Journalisten-Ethik“ geblubbert hatte, nachfolgend eine „kleine“ Erläuterung zum Event:

Abhängen im Mainloft

Im Hauptraum des Mainloft waren zehn Fernseher zusammen mit jeweils einem PS3-Devkit mit dem Spiel drauf Rücken an Rücken auf einem Tisch aufgereiht. Bevor wir losspielen durften, erklärte uns der PR-Manager noch kurz anhand einer kleine Präsentation, was uns erwartet und über was wir etwas berichten dürfen, danach ging es aber direkt an die Gamepads. Dabei gab es keinerlei Einschränkungen oder gar Vorgaben abseits von „Bitte nicht weiter als Kapitel 3 spielen“. Auf einer Anrichte standen gleichzeitig Getränke und Häppchen bereit. Ich hab‘ ein Glas Cola Zero getrunken, weil mir die Bedienung falsch eingeschenkt hatte.

Nach gut zwei Stunden wurde vom Chefkoch des Etablissements dann das Mittagessen aufgetischt. Es gab ein Menü aus drei Gängen mit Vorspeisensalat, Hauptspeise und Nachtisch. Wer meine Essgewohnheiten kennt, der wird mir glauben, dass ich definitiv nur das Hauptgericht gegessen habe und zur Verwunderung/Erheiterung der anwesenden Kollege (und dem Unmut des Kochs) sowohl Vor- und Nachspeise dankend abgelehnt habe. Vom Fleisch habe ich allerdings gleich zwei „Portionen“ gegessen. In Anführungszeichen deshalb, weil das dort wohl eine gehobene (moderne) Küche ist und da ist ja bekanntlich nicht immer so viel auf den Tellern drauf. Dazu wurde Wein (rot und weiß) gereicht, aber ich habe nur zwei Gläser Wasser getrunken, da ich es mit Alkohol nicht so habe.

Im Anschluss an das Essen wurde dann fleißig weitergezockt. Es war zwar ein offizielles Ende angesetzt, aber man wurde jetzt nicht rausgeschmissen. Als ich nach gut fünf Stunden Anwesenheit den Abflug gemacht habe, waren auch noch ein paar Kollegen da. Die Atmosphäre war den ganzen Tag durch locker und es konnte sich jeder voll auf das Spiel konzentrieren. Zum Abschied gab es eine Stoffhängetasche sowie ein Metal-Gear-Notizbuch. In der Hängetasche befanden sich ein T-Shirt, zwei Aufkleber sowie eine CD mit Assets und ein Booklet mit weiteren Infos zum Spiel. Das T-Shirt befindet sich in der Waschmaschine, das Notizbuch in meiner Schreibtischschublade und der Rest ist von mir bereits entsorgt worden, nachdem ich den Artikel fertig hatte und die Materialen nicht mehr brauchte. Das Embargo endete für die Vorschau am Freitag um 16 Uhr, mein Text ging aber erst Samstagnacht online. Ich war zwar rechtzeitig inklusive Layout fertig, aber es stand vorher niemand zum Redigieren zur Verfügung.

Und jetzt wisst ihr mehr zu dem Thema, als ihr vermutlich jemals wissen wolltet :smile: . Kommen wir deshalb endlich mal zum eigentlichen Thema:

Metal Gear Rising: RevengeanceAngetestet zu Metal Gear Rising: Revengeance – Das Metal-Gear-Universum ist wie das von Final Fantasy: Beide finde ich durchaus sehr interessant, aber wirklich gespielt habe noch keinen einzigen Titel aus diesen Serien. Warum? Keine Ahnung. Hat mich einfach nie wirklich gereizt die nötige Zeit zu investieren. Selbst jetzt mit dem Release der HD Collection und den 3DS-Titeln, womit der Punkt „mangels Hardware“ wegfällt, konnte ich mich noch nicht wirklich dazu hinreißen so richtig loszulegen. Vermutlich weil mich die umfassende Hintergrundgeschichte dann plötzlich abschreckt :smile: .

Mit Metal Gear Rising: Revengeance sind die Chancen zumindest etwas höher, dass ich mich auch tatsächlich hinsetze und es durchhaue. Trotz all der Story ist und bleibt es ein Actiontitel und die sind prinzipiell doch einfacher zu verdauen. Aber wie ich auch im Fazit schreibe: Mir waren die vier Stunden erst einmal genug. Am Stück kann ich so etwas einfach nicht so lange spielen. War aber auch beispielsweise bei Warhammer 40.000: Space Marine schon so. Da musste ich auch zwischendrin immer mal wieder aufhören. Es ist also ein Kritikpunkt, keine Frage, aber man darf ihn vielleicht nicht ganz so überbewerten. Die echten Hardcore-Jungs prügeln das Spiel so oder so in ein paar Stunden am Releasetag durch.

Das Spiel

Grundsätzlich macht der Titel aber schon einen guten Eindruck. Er ist wirklich flott, die Steuerung geht die meiste Zeit gut von der Hand (mal abgesehen von den Kameraproblemen) und die Herausforderung in den Kämpfen scheint dem Standard für solche Actiontitel zu entsprechen. Also durchaus etwas härter, aber nicht gleich so extrem wie ein Dark Souls oder Ninja Gaiden 2. Auch der Klingenmodus gefällt mir, wenngleich im Hinterkopf immer wieder eine Stimme rief „mit einer Maus würde das so viel besser und intuitiver funktionieren“. Dann wäre es vermutlich sogar möglich den Charakter zu bewegen. Auf der Konsole werde ich hingegen zu einem verletzbaren Baum und muss etwas Glück haben, um meine Gegner in 150+ Einzelteile zerlegen zu können. Und nein, ich übertreibe nicht. Bei so manchem Roboter geht das tatsächlich. Aber leider wird es eine PC-Version (vorerst) nicht geben. Dabei könnte das Spiel auch noch so viel besser aussehen.

Und sonst gibt es eigentlich nicht viel mehr dazu zu sagen, was ihr nicht auch aus der Vorschau erfahren könnt. Meine persönliche Einschätzung ist, dass sich der Titel irgendwo zwischen Vanquish und Bayonetta einordnen wird. Vielleicht mit ein paar Prozentpunkten mehr, weil es die tiefergehende Hintergrundgeschichte hat. Wer also entweder Metal-Gear-Fan ist oder dieses Genre mag, der wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch mit Metal Gear Rising: Revengeance seinen Spaß haben. Am besten einfach mal die Demo ausprobieren, wenn sie im Laufe der Woche dann erscheint.

Ich widme mich nun wieder meinem Plätzchenteig und verabschiede mich bis Donnerstag!

Jetzt habe ich so oft drauf hingewiesen, da werde ich euch heute nicht noch mit einer Einleitung langweilen. Lasst uns stattdessen direkt zu meinen letzten beiden gamescom-Berichten auf GamersGlobal kommen:

Dead Island: RiptideDead Island Riptide – Zum Vorgänger darf ich an dieser Stelle ja leider keine großen Worte verlieren. Belassen wir es deshalb schlicht bei der Aussage, dass ich auf Dead Island: Riptide durchaus gespannt bin. Klar, der ein oder andere empfindet es derzeit noch als Frechheit sfür das Stand-Alone-Addon den Vollpreis zu verlangen. Aber in Anbetracht des angekündigten Umfangs (laut den Entwicklern wieder zwischen 20 und 30 Stunden) finde ich das durchaus vertretbar. Zumal der Titel wieder reichlich Spaß verspricht.

Die Neuerungen scheinen abseits der Belagerungskämpfe auf den ersten Blick zwar überschaubar und das übliche „Mehr vom Gleichen“ zu sein, doch sie reichen meiner Meinung nach völlig aus und ergänzen das Spiel sinnvoll. So grundlegend das Spielprinzip „Metzle Zomibes“ auch ist, so überraschend gut funktioniert es auch immer noch. Da brauchen die Entwickler nicht wirklich viel dran zu drehen. Interessant wird natürlich zu sehen, was sie an kleinen Dingen aus Teil 1 gelernt haben. Ich habe nicht ohne Grund in der Mitte einfach mal ein paar Wochen Pause gemacht. Aber um das zu beurteilen, war die 30-Minuten-Demo zum einen zu kurz und zum anderen aus mehreren Abschnitten zusammengestückelt. Sie machte auf jeden Fall Lust auf mehr, auch wenn es mehr die Tatsache ist, dass ich mein altes Savegame importieren darf, die in mir die Freude auf das Spiel weckt. Das motiviert mich nicht erst seit Mass Effect wesentlich mehr zum Spielen. Abseits davon ist schon jetzt klar: Wer Teil 1 mochte, der wird um Dead Island: Riptide nicht herumkommen. Punkt.

Sacred 3Sacred 3 – Darf man einen Nachfolger dafür verurteilen, dass er das komplette Spielprinzip der Vorgänger über den Haufen schmeißt? Nein — zumindest nicht in einer halbwegs professionellen Vorschau und schon gar nicht im dazugehörigen Test. Man muss natürlich darauf hinweisen, dass sich etwas geändert hat. Aber nicht nur meiner Meinung nach muss ein Spiel vor allem erst einmal für sich und im Vergleich zu seinen jetzigen Genrekollegen betrachtet werden. Ich hab‘ Red Faction: Armageddon ja auch nicht dafür abgewatscht, dass es kein Red Faction: Guerilla 2 geworden ist, obwohl ich es mich persönlich glücklicher gemacht hätte.

Darf man persönlich darüber enttäuscht sein, dass Sacred 3 abseits der Hintergrundgeschichte nicht mehr viel mit Sacred 2: Fallen Angelgemeinsam hat? Aber hallo! Und wie enttäuscht ich bin. Für mich war Sacred zu Diablo, was Gothic zu The Elder Scrolls ist: Das wesentlich bessere Spiel. Das sehe ich derzeit bei Teil 3 nicht so. Für mich ist durch die Umstellung auf action-lastiges Koop-Gemetzel die Seele des Spiels verloren gegangen. Für mich stand Sacred für eine atmosphärische und mit Liebe zum Detail gestaltete Spielwelt, in der ich eben nicht nur sinnlos von Gegnergruppe zu Gegnergruppe gelatscht bin, damit mein Erfahrungsbalken sich füllt oder ich den nächsten guten Gegenstand erhalte wie es auch in Diablo III wieder der Fall ist. Sacred und Sacred 2: Fall Angel legten ganz klar den Fokus stärker auf das „Rollenspiel“ im „Action-Rollenspiel“ und das hob sie angenehm von der Konkurrenz ab. Dass der starke Koop-Fokus oder die übersichtlichere Spielwelt kein Grund dafür ist, das alles über den Haufen zu werfen, zeigt schon jetzt eindrucksvoll Divinity: Original Sin.

Aber gut. Mal schauen was aus Sacred 3 am Ende wird. Für ein Zwischendurch-Spiel sieht es ja ganz lustig aus. Und wer weiß: Vielleicht hat es doch noch die ein oder andere Überraschung in Peto. Kaufen und Spielen werde ich es bekanntlich so oder so, von daher stellt sich die Frage bei mir nicht :smile: . Und für Koop-Fans ist es sicherlich auch ein interessantes Projekt. Wobei es momentan so aussieht, als würde 2013 der Markt in der Hinsicht absolut übersättigt sein — zusammen mit Spielen voller Zombies.

Überleitung

Damit wäre also endlich meine Berichterstattung zur gamescom 2012 abgeschlossen. Zeit, die Augen mal wieder von der Zukunft abzuwenden und uns der Gegenwart und der Vergangenheit zu widmen. Die Weihnachtszeit hat im Spielegeschäft ja bereits begonnen, da darf ich nicht ins Hintertreffen geraten. Aber da ich bekanntlich ein Langweiler bin, habe ich seit dem Ende der Messe keinen der Blockbuster wie Darksiders II oder Guild Wars 2 gespielt. Nein, ich habe mein Zeit mal wieder an einen Titel verloren, der bei Metacritic gerademal so die 70% erreicht hat. Ihr habt doch sicherlich noch nicht meinen Eintrag von Mitte August Das Gute im Schlechten vergessen, oder? :smile: .

The Amazing Spider-ManThe Amazing Spider-Man (PC, X360, PS3) – Ich bin zwar noch nicht ganz durch (eine Mission fehlt noch), weil ich versuche 100% zu erreichen, aber an der Wertung von 4 von 5 Sics wird das auch nichts mehr ändern.

Das Spiel setzt nach dem gleichnamigen Film an, den ich bislang aber noch nicht gesehen habe. Ich hatte ehrlich gesagt auch überhaupt nicht vor ihn mir zu holen. Aber jetzt werde ich denke ich doch mal reinschauen, um etwas mehr Kontext für das Spiel zu kriegen. Zwar ist die Hintergrundgeschichte jetzt nicht so tiefgängig, dass man nichts versteht, wenn man den Film nicht kennt. Aber es hilft doch zu wissen, wer eigentlich Gwen ist, was alle mit Curt Connors für Probleme hatten und dergleichen. Im Spiel bricht dann die Seuche aus (in einer verbesserten Version) und neue Kreaturen entstehen und bedrohen die Stadt. Und natürlich muss mal wieder de Schpeidämän ran und die Sache regeln.

Offene Spielwelt

Das Spiel findet, wo auch sonst, auf der Insel Manhattan statt. Diese ist zwar von Anfang an frei begehbar, aber die einzelnen Nebenmissionen müsst ihr erst im Laufe des Spiels freischalten. Darunter ist jetzt nichts weltbewegendes, zum Beispiel sollt ihr infizierte Zivilisten in Camps bringen, Verbrecher verprügeln, Checkpointrennen (mit Bruce Campbell!) absolvieren, ein paar Fotos für eine Reporterin machen oder mal ein geheimes Labor zerstören. Aber sie sind eine nette Abwechslung, sind in sich sehr unterschiedlich gestaltet und Dauern auch jeweils nicht zu lang. Die Suche nach den satten 700 Comicseiten, die in der Stadt versteckt sind, dauert da schon etwas länger. Keine Angst: Das klingt schlimmer, als es tatsächlich ist. Am Anfang stoßt ihr ständig auf eine Seite, die selbst aus großer Entfernung sehr deutlich leuchten und habt ihr einmal 500 beisammen, werden sie ab sofort auf der Minimap angezeigt. Auch für das andere Sammelobjekt, die entflohenen aus der Irrenanstalt, könnt ihr gegen Ende ein Upgrade kaufen und euch die Sucherei ersparen. Als Belohnung für die Erledigung gibt es Erfahrungspunkte, die zu Levelaufstiegen und neuen Fähigkeiten und Upgrades von bestehenden führen, sowie Concept Art und, sehr cool, ganze Ausgaben des realen Comichefts zum Lesen.

Herstellerbild zu The Amazing Spider-ManEs macht auch definitiv sehr viel Spaß sich durch die Stadt zu schwingen — selbst mit Tastatur und Maus. Und das, obwohl ich keine 30fps dabei habe. Die PC-Version des Spiels ist zumindest auf meinem System ein Krampf und ich gehe sehr stark davon aus, dass es mal wieder an Crossfire liegt. Egal ob ich mit den höchsten oder niedrigsten Einstellungen unterwegs bin, die Performance wird absolut nicht besser. Dabei ist die Grafik zwar okay, inklusive einer angenehm hohen Weitsicht, lässt aber im Vergleich zu einem Batman: Arkham City dann doch einiges zu wünschen übrig. Dazu kommen noch regelmäßige Abstürze, meist während der Ladebildschirme und schon könnte einem echt die Lust vergehen. Zumal die schlechte Performance sich auch auf die Steuerung auswirkt. Zwar hat sie auch so hin und wieder Aussetzer und Spidy macht einfach mal was er will, aber bei niedrigen Frameraten ist es natürlich noch schlechter. Die Missionen selbst finden hingegen ausschließlich in Innenräumen statt und hier ist dann bis auf 1-2 Ausnahmen alles im grünen Bereich.

Hüpfen, Schwingen, Prügeln

Natürlich schwingt und hüpft ihr nicht so zum Spaß durch Manhattan (geht aber auch), sondern müsst auch gegen allerlei Bösewichte verteidigen. Menschen, Maschinen und Monster heißt das Motto und alle kommen in verschiedenen Stärkestufen und haben ihre Eigenarten. Gegen sie tretet ihr ausschließlich mit euren Fäusten und euren Spinnenfäden an. Das Kampfsystem erinnert dabei stark an Batman: Arkham City, kann aber nicht ganz an dessen Finesse herankommen. Dafür kann Spider-Man an der Decke herumkriechen und aus dem Hinterhalt die Leute einwickeln. Gibt auch mit die meisten Erfahrungspunkte. Eine echte Herausforderung sind sie aber meistens nicht. Ich bin eher aus Unachtsamkeit oder weil die Steuerung gerade rummachte (auf den Dächern von Wolkenkratzern will er öfters mal schwingen statt Fäden zu verschießen…) gestorben.

Die Bosskämpfe, die euch am Ende jeder der Hauptmissionen erwarten, sind da schon interessanter. Diese sind alle beeindruckend (vor allem die Hochhaushohen Roboter) und jeder Boss will natürlich mit einer etwas anderen Taktik besiegt werden. Am Ende des Tages liegt es aber mal wieder an euch, wie viel Spaß ihr an den Kämpfen habt. Nutzt ihr wirklich das zur Verfügung stehende Repertoire an Kombos und Spezialmanövern, wird es selten langweilig. Macht ihr hingegen einfach nur einen auf Haudrauf, was in den meisten Fällen auch klappt, ist es natürlich schnell eintönig.

Bagdadsoftware meint: Keine Frage: Batman: Arkham City ist, was die Einzelteile angeht, das klar bessere Spiel. Doch als Gesamtpaket gefällt mir The Amazing Spider-Man tatsächlich besser. Das liegt vor allem daran, dass die offene Welt zu Spider-Man einfach besser passt, im Vergleich übersichtlicher ist und das dazugehörige Herumschwingen angenehm flott und flüssig von der Hand geht. Die Entwickler haben glücklicherweise auch darauf geachtet, dass genau dieses Spielelement in 90% der Fälle zum Einsatz kommt. Egal ob ihr drinnen oder draußen unterwegs seid, eure Spinnenfäden sind eure mächtigste und spielerisch interessanteste Waffe. Dass ihr euch zudem in allen Dimensionen des Raumes bewegen könnt, macht es noch interessanter sich vor den Kämpfen genau zu überlegen, wie ihr diese Situation im Gegensatz zur letzten angeht.

Spider-Man-Fans können bedenkenlos zugreifen, aber auch wer Batman: Arkham City mochte beziehungsweise generell etwas mit Superheldenspielen anfangen kann, macht hier meiner Meinung nach trotz aller Schwächen absolut nichts verkehrt. Dass zumindest die PC-Version bereits zum Budget-Preis erhältlich ist, hilft sicherlich bei der Kaufentscheidung.

Wie JakillSlavik zumindest mir gegenüber bereits prophezeit hatte, dauerte es bis Dienstagabend um 22 Uhr, bevor Michael Shapcott seine Vision von Kessy veröffentlichte. Hat sich das Warten (und vor allem die $125) gelohnt? Urteilt selbst:

Porträt von Kessy

Ob die Zeichnung jetzt tatsächlich das Geld wert war, wird zwar nur JakillSlavik beurteilen können. Mir persönlich gefällt das Ergebnis aber wirklich ausgesprochen gut und das ist ja erst einmal das Wichtigste :smile: . Ich finde Michael hat nicht nur Kessys Äußeres, sondern auch ihre Persönlichkeit sehr gut eingefangen. Dieser ernste beziehungsweise eher entschlossene Gesichtsausdruck und der dazugehörige Blick in die Ferne zeigen mir eine Katze, die ganz genau weiß, was sie will. Sehr cool. Und anders als die Katzen auf meinem Maine-Coone-Kalender, wo Frau Mama jeden Monat behauptet „die sieht doch aus wie Kessy“, für mich auf den ersten Blick auch wirklich „meine“ Kessy. Freue mich definitiv auf die Ankunft des Originals. Wird einen Ehrenplatz an der Wand erhalten. Außerdem kann ich dann den mittlerweile zweiten Kickstarter als erledigt abhaken. Fehlen nur noch gefühlt 2 Milliaren Stück :smile: .

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Schon um 17 Uhr ging am Dienstag meine Vorschau zu Divinity: Original Sin online. Ich kann vermutlich nicht behaupten, dass man dem Text nicht meine Begeisterung für das Spiel anmerkt. Wie ich im Fazit schreibe, hätte ich zwar auch Spiel ähnlich Divinity 2: Ego Draconis cool gefunden, aber was Larian Studios stattdessen abzuliefern scheint, ist definitiv nicht weniger gut und gefällt mir tatsächlich noch besser als Divinity: Dragon Commander. Morgen um 17 Uhr gehen dann die letzten beiden Texte basierend auf meinem gamescom-Besuch online und zwar die Berichte zu Sacred 3 und Dead Island: Riptide. Da erfahrt ihr dann auch, welches Spiel ich im Podcast gemeint hatte, als ich sagte, dass ich über eines meiner Lowlights der Messe noch nichts sagen darf. Doch dazu dann am Montag mehr. Kommen wir stattdessen noch zu einem zweiten Bild:

Sicarius mit Brille

„Wie? Macht der Webmaster jetzt einen auf coole Sau? Dann ist ihm das aber absolut misslungen!“ – Stimmt, lieber Besucher, auch wenn dich keiner gefragt hat. Modisch ist sicherlich etwas anders, oder so behaupten es zumindest immer bestimmte Leute. Aber das ist ja auch keine Brille, mit der ich draußen rumlaufe. Nein, es handelt sich hier um die Gunnar Optiks e11ven (Onyx) aus der Office-Collection für vermutlich nicht gerade billige 59 Öcken (zumal es sich schon um ein Auslaufmodell handelt).

Von diesen Brillen erfahren habe ich zum ersten Mal beim Schauen der von EA-gesponserten Reality-Serie The Controller – Battlefield 3 (und darauf bin ich durch FPS Russia gestoßen, der wohl bei der Aufzeichnung der 2. Staffel mit dabei war). Dort trug Kelly „MrsViolence“ Kelley eine solche Brille beim Spielen und mich hat natürlich interessiert, für was das gut ist. Lange Rede kurzer Sinn: Ich habe mir mal eine zum Testen geholt. Dank zwei Wochen Widerrufsrecht ist das ja kein großes Problem.

Sinn und Zweck

Aber was bringen diese Brillen denn? Nun, ich sitze fast täglich mindestens 10 Stunden, meist noch mehr, vor einem Rechner. Das ist bekanntlich nicht wirklich gut für die Augen und führt zum Computer Vision Syndrom (brennende Augen, Kopf- und Nackenschmerzen, allgemeine Müdigkeit und derlei Kram). Auch ich bemerke das leider immer wieder. Und wer kennt das nicht: Das Zimmer ist dunkel und man macht ein Word-Dokument auf oder beim Spielen eines Assassin’s Creed blendet einen das grelle Weiß. Genau hier setzen die Brillen von Gunnar Optiks an. Es gibt zwar auch noch andere Hersteller, aber Marktführer ist derzeit wohl tatsächlich Gunnar Optiks.

Die nutzen die hauseigene i-AMP Technologie. Damit sind logischerweise die Brillengläser gemeint. Diese sind gelb getönt und besitzen eine Stärke von +0,2 Dioptrin. Das ist angeblich schwächer als die schwächste erhältliche Lesebrille. Die gelbe Tönung filtert die Blautöne aus der Szene heraus und soll so irgendwie für ein schärferes Bild sorgen (ganz verstanden habe ich das alles nicht, muss ich zugeben :smile:). Zudem dringt dadurch weniger Licht zu den Augen, was wiederum zu einem dunkleren Bild führt und Überstrahlen verhindert. Sprich das grelle Weiß brennt nicht mehr so in den Augen. Unter Windows beziehungsweise beim normalen Arbeiten macht sich allerdings ein starker Gelbstich bemerkbar. Ich habe mich mittlerweile allerdings schon dran gewöhnt. Zumal das auch zu einem stärkeren Kontrast führt. Es ist echt ein himmelweiter Unterschied mit und ohne Brille Texte zu lesen. Dazu tragen auch die +0,02 Dioptrin bei. Die sorgen nicht nur für eine Vergrößerung des Sichtfelds, das Bild wird also etwas vergrößert, sondern machen es auch noch schärfer (die auch? Wie gesagt, ich kapier da auch nur die Hälfte).

Beim Spielen

Das wiederum hat einen Vorteil beim Spielen, wo auch der Gelbstich nicht mehr wirklich auffällt. Speziell in einem schnellen oder effektreichen Shooter wie Quake Live oder Battlefield 3 habe ich nicht nur das Gefühl besser die Details erkennen zu können, sondern merke definitiv auch, dass sich meine Augen nicht mehr ganz so stark beansprucht werden. Vor allem in Battlefield 3 blitzt ja ständig irgendwas auf dem Bildschirm auf.

Überraschenderweise kann ich mich als Nichtbrillenträger über den Tragekomfort nicht beschweren. Selbst mit Headset drückt da nichts. Ich merke zwar natürlich, dass ich etwas auf meiner Nase sitzen habe. Aber ich vermute, dass geht mit der Zeit auch weg. Habe die Brille ja erst seit ein paar Tagen.

Einen dicken Negativpunkt gibt es allerdings dann doch: Die Gläser sind nicht entspiegelt. Je dunkler es im Zimmer wird, desto deutlicher bemerke ich tatsächlich ein leichtes bläuliches Schimmern auf beiden Augen. Quasi wie so ein undeutliches Bild-im-Bild. Bislang hat es mich noch nicht massiv gestört. Aber es ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Und irgendwie scheint mein Kopf ziemlich fettig zu sein. Bin ständig nur am Putzen der Innenseite. Hier wäre mal ein Bericht von erfahrenen Brillenträgern interessant, für die es übrigens auch eine verschreibungspflichtige Variante der Gunnar-Gläser gibt. Setze ich die Brille vielleicht zu weit hinten auf?

Bagdadsoftware meint: Noch bin ich mir nicht sicher, ob ich die Brille tatsächlich behalte. Dazu muss ich sie erst noch ein paar Tage testen. Aber meine ersten Erfahrungen damit sind überraschend positiv. Hätte wirklich nicht gedacht, dass das so ein Unterschied ist, sondern es (wie vermutlich jeder) mehr für ein Gimmick gehalten. Speziell beim ganz normalen Arbeiten, und damit verbringe ich ja 90% meiner Zeit vor dem Rechner, empfinde ich die Brille bislang als klare Verbesserung.

Natürlich sind 60 bis 100 Euro nicht gerade billig für so etwas. Andererseits stimme ich den anderen Testern im Internet zu, die argumentieren, dass der Preis für die langfristige Gesundheit der eigenen Augen sogar ziemlich günstig ist. Meine Empfehlung deshalb: Wenn ihr viel vor dem Rechner sitzt, dann solltet ihr sie definitiv mal ausprobieren. Schaden tut es auf jeden Fall nicht.

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