(Cover)

Ich geb’s offen zu: Vor dem heutigen Eintrag habe ich mich etwas gedrückt. Wir haben nämlich mittlerweile schon fast die Hälfte von Staffel 7 hinter uns und sind sogar schon mitten in Staffel 2 von Star Trek: Deep Space Nine. Also hätte ich schon längst über die 6. Staffel von Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert* berichten können (und Staffel 1 von DS9). Aber bevor wir dazu kommen, sollte ich vielleicht kurz erklären, warum wir auch schon die nächste Serie parallel angefangen haben. Die Begründung ist simpel: Es gibt drei Crossover-Episoden plus ein paar (größtenteils) eher harmlose Querbezüge zwischen beiden Serien. Faktisch nichts Weltbewegendes, denn Rick Berman & Co. hatten Angst ansonsten die Zuschauer zu verschrecken. Eine Angst, die den Machern des Marvel Cinematic Universe echt gut tun würde… doch ich schweife ab.

Da ich es “richtig” machen wollte, haben wir also ab Folge 12 von Staffel 6 parallel mit den Abenteuern von Sisko & Co. angefangen. Und nicht nur das: Ich nutze dafür die absolute Hardcore-Liste vom The Star Trek Chronology Project. Hardcore ist die deshalb, weil sie nicht einfach nur die Episoden irgendwie halbwegs passend zusammenwirft, sondern tatsächlich chronologisch basierend auf der Sternzeit der jeweiligen Folge und anderen Kriterien. Sprich, auch wenn keinerlei Bezug zwischen den Folgen der einzelnen Serien existiert, werden sie trotzdem bunt durcheinandergemischt. Das machen wir jetzt aber wirklich nur für die letzten Staffeln von Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert. Eben, weil es tatsächlich ein paar Überschneidungen gibt. Star Trek: Voyager hat hingegen mit Star Trek: Deep Space Nine nicht mehr wirklich was zu tun außer ein paar Sequenzen in der Pilotfolge. Nein, Dr. Bashirs Geheimnis aus Staffel 5 zählt nicht. Das ist der echte Doktor, nicht das Hologramm von der Voyager. Entsprechend schauen wir dann einfach erst die eine Serie fertig und fangen dann die nächste an.

Zu viel Star Trek?

Warum habe ich mich also um den heutigen Eintrag gedrückt? Ist die Qualität der Serie plötzlich so massiv gesunken? Nein, das ist es nicht. Staffel 6 hat technisch gesehen weiterhin ein hohes Niveau. Die Schauspieler sind mittlerweile vollkommen mit ihren Charakteren verbunden, die Autoren haben ebenfalls ihre Routine gefunden und auch in der Präsentation brennt so gut wie nichts an. Gleichzeitig wird dem Zuschauer wieder einiges an inhaltlicher Abwechslung geboten inkl. der üblichen Gesellschaftskritik. Aber trotzdem hat es mich irgendwie nicht wirklich umgehauen. Schlimmer noch – die meisten Folgen habe ich mittlerweile schon wieder vergessen.

Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert (Promobild)

Ein Faktor dahingehend war aus meiner Sicht, dass sich die Staffel irgendwie mehr als die anderen extrem willkürlich zusammengewürfelt anfühlte. Klingt komisch bei einer Serie, wo es an sich keine große Kontinuität gibt. Aber beim Versuch möglichst jedem Charakter mindestens eine Folge zu spendieren, sind die Autoren für meinen Geschmack teilweise zu sehr über das Ziel hinausgeschossen. So ist nicht nur ein sehr buntes Potpourri an Themen entstanden, sondern in vielen Episoden kommt auch gefühlt kein richtiges Gemeinschaftsgefühl auf. Ja, natürlich erfährt der Zuschauer mehr über den jeweiligen Hauptcharakter und es gibt sogar ein paar echte Charakterentwicklungen. Aber die jeweilige Folge dreht sich halt dann nur um Picard, Data oder Worf und 1-2 Nebenpersonen – mitunter nicht einmal aus der restlichen Crew. Und das erzeugte über die gesamte Staffel hinweg eine Art Austauschbarkeit und Zusammenhanglosigkeit. Als würde ich ein Spin-off schauen statt die Abenteuer der neuen Enterprise. Klingt komisch, ich weiß.

Der zweite und vermutlich größere Faktor ist hingegen, dass ich tatsächlich der Crew rund um Captain Picard mittlerweile ein wenig müde bin. Bin mir durchaus bewusst, dass man das gar nicht sagen darf :smile: . Aber vor allem seit wir mit Star Trek: Deep Space Nine angefangen haben, wird mir mal wieder sehr bewusst, wie glattgeschliffen und langweilig viele der Abenteuer der Enterprise eigentlich sind. Erschwerend kommt noch hin, dass wir seit über einem halben Jahr fast nichts anderes schauen. Gibt vermutlich wenige Serien, die man so lange am Stück konsumiert und davon nicht einen kleinen Burnout bekommt. Insofern bin ich über den jetzigen Austausch der Blu-ray mit einer DVD im Laufwerk alle paar Folgen durchaus froh.

Die positiven Seiten

Doch ich will selbstverständlich nicht nur jammern. Obwohl mein Gesamteindruck zur Staffel vor allem aus persönlichen Gründen eher negativ ist, habe ich trotzdem ein paar absolute Highlights:

  • Besuch von der alten Enterprise – Die Geschichte rund um die Dyson-Sphäre hat so viele Logiklöcher, da würden alle Flagschiffe der Sternenflotte gleichzeitig reinpassen. Aber das Wiedersehen mit Montgomery Scott ist ungeachtet dessen was Besonderes. Keine Ahnung warum, aber die alte Crew kommt immer dann am besten zur Geltung, wenn sie sich ihrem Alter bewusst wird und damit hadert. Und Scotty hat nach 75 Jahren gefangen im Transporter definitiv mit so einigem zu hadern.
  • Eine Handvoll Datas – Auch bei dieser Folge darf man nicht zu sehr über die Situation nachdenken. Zu viel ergibt mal wieder keinen Sinn. Sowieso ist es jedes Mal wieder komisch, dass die Existenz der Holodecks irgendwie gekonnt ignoriert wird und erst ganz am Ende da mal einer vorbeischaut. Angesichts einer ansonsten sehr amüsanten Episode mit einem Brent Spiner in absoluter Höchstform, ist das aber definitiv zu verschmerzen. Viele zu viele fantastische Szenen, die einen mit einem Schmunzeln zurücklassen.
  • Geheime Mission auf Celtris III Teil 2 – Der Vergleich zu 1984 ist naheliegend. John Hurts dortige Performance ist aber nochmal auf einem ganz anderen Level als Patrick Stewarts Schlagabtausch mit David Warner. Dennoch: Die Verhörszenen sind extrem intensiv. Picards allmählicher Zusammenbruch lässt mich jedes Mal wieder mit fiebern und Gul Madred äußerst manipulative Art ist auf seine verdrehte Weise einfach nur genial.
  • Das Schiff in der Flasche – Endlich wird der Handlungsstrang aus Staffel 2 (!) abgeschlossen. Und was für ein Abschluss! Daniel Davis‘ Professor Moriarty ist ein wundervoller Charakter und das Katz- und Mausspiel so gekonnt inszeniert, dass man selbst als Zuschauer gegen Ende daran zweifelt was jetzt real ist und was nicht. Echt schade, dass es insgesamt nur zwei Folgen zum Thema gab. Das ist sowieso im Nachhinein eine Überraschung für mich: Ich hatte in Erinnerung, dass es mehr Holodeckfolgen mit Data und Picard geben würde. Aber da habe ich mich anscheinend getäuscht.

Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert (Promobild)

  • Das Gesicht des Feindes – Endlich darf Deanna mal was anderes machen als nur spüren, rumheulen oder vergewaltigt werden. Stattdessen wird sie in eine Situation geworfen, die für sie völlig neu ist und ja, sie erstmal völlig überfordert. Aber wie es sich für einen Sternenflottenoffizier gehört, wächst sie in ihre Rolle als romulanische Agentin zügig hinein und liefert eine gelungene Performance ab – sowohl für die Romulaner als auch uns für uns Zuschauer. Eine anfangs (bewusst) konfuse aber insgesamt echt spannende Folge.
  • Gefangen im temporären Fragment – Inhaltlich ist diese Episode jetzt nichts herausragendes. Was sie für mich zum Highlight macht, ist die Optik und die Performance. Die Enterprise gefangen in einem (vermeintlich) ewigen Kampf mit einem romulanischen Warbird. Unsere vier Helden, wie sie sich durch die Umgebungen voller eingefrorener Charaktere bewegen. Definitiv sehr cool inszeniert und mal was ganz anderes was Zeitreisen angeht.

Und selbstverständlich darf Willkommen im Leben nach dem Tode nicht unerwähnt bleiben. Picards Ausflug in die eigene Vergangenheit ist nicht nur nett anzusehen und verrät mehr über den Charakter, auch das Thema an sich finde ich gut umgesetzt. Die Frage “würde ich es anders machen, wenn ich könnte?” beschäftigt uns schließlich immer mal wieder. Umso überraschender ist das Ende. Dass die Folge mittlerweile unangenehme Erinnerungen an Star Trek: Nemesis weckt, ist allerdings sehr schade.

Das Staffelfinale, Angriff der Borg, fand ich hingegen nicht wirklich begeisterungswürdig. Ja, Hugh wieder zu sehen und zu erfahren, welche Folgen Ich bin Hugh auf die Borg hatte, war cool. Aber Lore ist irgendwie in der gesamten Serie ein sehr zweidimensionaler und uninteressanter Charakter und da Data von ihm manipuliert wird, fällt auch der ganze “seine ersten Emotionen”-Strang für mich ziemlich ins Wasser.

Fazit

So viel also zur 6. Staffel von Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert. Wie ich schon zur 5. Staffel geschrieben habe: Wer soweit kommt, schaut auch den Rest noch, egal was kommt :smile: . Aber obwohl ich es ungern zugebe, freue ich mich tatsächlich darauf, wenn es dann jetzt demnächst doch erstmal zu Ende ist. Nächstes mal geht es dann um die 1. Staffel von Star Trek: Deep Space Nine. Spoiler: Ich fand sie erneut besser als ihr Ruf.

PS: Bei Das fehlende Fragment musste ich selbstverständlich ständig an schwarzen Kaffee und Mopedrennen denken. Hab’ Lysanda anschließend auch gleich (sanft) mit Sinnlos im Weltraum bekannt gemacht. Sie schien tatsächlich nicht abgeneigt davon mal alle Folgen zu schauen. Ob sie ihre Worte am Ende bereut? Wir werden es irgendwann erfahren. :wink:

Thomas Bergersen und Nick Phoenix gehen seit Anfang April getrennte Wege. Damit ist nach 18 Jahren Schluss mit Two Steps From Hell. Angefangen haben sie damals damit Musik für Trailer und Werbespots zu komponieren – mit viel Erfolg. Zahlreiche bekannte Franchise wie J. J. Abrams Star Trek, Pirates of the Caribbean oder Harry Potter nutzten ihre Werke, um bombastisch/episch klingende Trailer auf die Leinwand zu zaubern.

So weit, so uninteressant. Sie waren jedoch das erste Produktionsstudio dieser Art, welches seine Werke dann auch auf CD brannte und so erstmals der Öffentlichkeit zugänglich machte (außerhalb von schlechten YouTube-Rips). Invincible* (2010) und Archangel* (2011) waren damals ihre ersten, sehr erfolgreichen Veröffentlichungen. Mit SkyWorld* (2012) erschien dann die erste Platte mit komplett neuer Musik, die nicht ursächlich für Trailer geschrieben worden war. Da sie damit ebenfalls einen großen Erfolg hatten, wurden die Arbeiten für die Film- und Fernsehbranche anschließend immer weniger. Stattdessen brachte das Duo über die Jahre fleißig weitere Alben heraus und veranstaltete sogar Konzerte – bis jetzt. Myth* (2022) ist dann wohl das letzte gemeinsame Album der beiden. Solo-Alben hatten sie schon davor rausgebracht.

Die Konkurrenz

Doch obwohl Two Steps From Hell dem Trailer-Musik-Markt schon vor langer Zeit den Rücken zukehrte, ist der Bedarf immer noch vorhanden. Entsprechend sind andere Firmen in ihre Fußstapfen getreten. Eine davon ist Phantom Power. Das Geniale an denen ist, dass die ihre Musik tatsächlich kostenlos zur Verfügung stellen und man sie sogar in nicht-gewerblichen, nicht-monetarisierten YouTube-Videos verwenden darf (mit Namensnennung und ein paar Links). Nur die darüber hinausgehende Nutzung ist lizenz- und damit kostenpflichtig. Seit ich die kennen gelernt habe flattert entsprechend jetzt immer mal wieder eine E-Mail mit einem WeTransfer-Link in mein Postfach. Der Inhalt ist das jeweils neuste Machwerk inkl. zusätzlichen Mixes und das alles im Audio Interchange File Format (=sehr hohe Qualität). Ihr neustes Album ist das hier:

(Cover)

Rhythm Labs Vol. 2 (2024)

Komponist: Phantom Power
Umfang: 00:41:02 (20 Lieder)
Mögliche Bezugsquellen: WeTransfer (Link funktioniert nur bis Juli 2024; kostenlos)

(Extrem) hartes Schlagzeug und Trommeln verfeinert mit viel Elektronik erwarten den Hörer auf diesem Album – mit einem kleinen Twist. Und zwar ist der Name eines Liedes quasi Programm. Das Motiv von Overcharged klingt beispielsweise wie ein aktiver Taser oder eine elektrische Leitung, die Funken schlägt. In Mechanical Disruption gibt es hingegen harte Pausen und der Rhythmus gleicht einer schwer arbeitenden Maschine, die unnachgiebig ihrer Funktion nachgeht. Und in Seven Samurai ertönen Schwertklingen. “Foley” ist das – neben der durchgängig schweren Klänge – Stichwort. Dank dieser teils eingestreuten, teils nachgeahmten Geräusche ergibt sich ein äußerst interessantes und abwechslungsreiches Hörerlebnis. Dabei sind die Tracks an sich eigentlich ziemlich gleichförmig. So dominierten harte und schwere Klänge (wie ich jetzt schon zum 3. Mal erwähne – aber es ist halt so :smile: ) und man kann durchaus die ein oder andere thematische Wiederholung heraushört. Dennoch ist es ein gelungener Hörgenuss. Allerdings definitiv eine Sammlung, die man eher beim Gewichtheben als vor dem Schlafen gehen hören sollte.

Persönliches Lieblingslied: Track 12 – Abolish [01:53]

Das aus meiner Sicht ungewöhnlichste Lied auf der (virtuellen) CD. Es nutzt sehr viele unterschiedliche Geräusche, die im ersten Moment scheinbar nichts miteinander zu tun haben. Doch spätestens ab der Hälfte des Stücks dämmert es dem Zuhörer, dass er es hier mit einer Bombe zu tun hat. Ob der Entschärfungsversuch der Dame am Ende zum Erfolg führt, wird nicht deutlich (es ist schließlich Trailer-Musik). Aber das Stück nimmt mich trotzdem jedes Mal wieder mit auf eine sehr hart klingende und emotionale Reise.

Homeworld 3 (Herstellerbild)

Die Tage klingelte überraschenderweise Fedex an der Tür und brachte ein riesiges Paket. Die Tracking-Informationen kamen lustigerweise erst 1-2 Tage später per E-Mail :smile: . In besagtem Paket befand sich etwas, worauf einige Fans seit 21 Jahren warten: Homeworld 3. Zugegeben: Die Stimmung scheint nach der Demo (wurde Anfang Februar veröffentlicht) und dem Early-Access für Vorbesteller unter Veteranen etwas gekippt zu sein. Die Hauptkritik ist wohl, dass es im Vergleich zu den ersten beiden Titeln sehr stark vereinfacht worden wäre. Aber ich als Echtzeitstrategien00b kann da eh nicht wirklich mitreden. Insofern habe ich dazu erstmal noch keine richtige Meinung. Stattdessen ergötze ich mich bis derweil an der schicken Optik und dem coolen Design und freue mich einfach darauf endlich zu erfahren, wie die Geschichte weitergeht – nach einem Zeitsprung von ca. 100 Jahren.

Vorgeschichte

Nach der Veröffentlichung von Teil 2 passierte erst einmal 10 Jahre lang nichts. 2013 wechselten die Rechte mit dem Untergang von THQ (dem Original – nicht THQ Nordic) dann zu Gearbox Software. Die kündigten umgehend die Homeworld Remastered Collection* an. Den Entwicklungsauftrag bekam Blackbird Interactive, das von einigen ehemaligen Relic-Entertainment-Veteranen gegründet worden war – den ursprünglichen Entwicklern der Reihe. 2015 kam die Kollektion auf den Markt und war grundsätzlich ein voller Erfolg. Ja, der ein oder andere Serienveteran hatte wieder was zu meckern, weil Homeworld und Homeworld 2 spielerisch etwas näher zusammengebracht wurden. Aber die sind ja nie glücklich. Was es tatsächlich zu bemängeln gab: die Standalone-Erweiterung Homeworld: Catacylsm wurde nicht mit neu aufgelegt wurde. Als Begründung wurde angeführt, dass der Source Code nicht mehr auffindbar war. Finde ich persönlich etwas schwach diese Aussage aber es ist, wie es ist.

Und falls ihr euch wundert, worum es sich beim ominösen Homeworld: Emergence auf GOG handelt: Blizzard Entertainment hat dank World of WarCraft: Cataclysm ein Trademark. Sicherheitshalber änderte GOG deshalb den Namen. Warum ein Wort wie “Cataclysm” als Marke eingetragen werden kann verstehe ich zwar nicht, aber das ist halt die Welt, in der wir leben.

Schon 2016 erschien dann mit Homeworld: Deserts of Kharak ein Prequel zu Teil 1, das nicht mehr im Weltraum spielte. Stattdessen ist es ein klassisches, bodenbasiertes Echtzeitstrategiespiel mit interessantem (Wüsten-)Setting. Aber nein, mit Dune hat es nichts zu tun. Anders als die aktuelle Steamwertung vermuten lässt, ist es ein gelungener Titel. Leider war Gearbox der völlig bescheuerten Meinung vor ein paar Monaten plötzlich einen Online-Zwang über den Epic Online Service einführen zu müssen. Deswegen ist die Steam-Bewertung in den Keller gegangen. Warum schießen sich die Publisher grad alle in den Fuß mit sowas?!

Es ist endlich soweit!

Sehr weiß

Doch zurück zu Homeworld 3: Die offizielle Entwicklung begann vor sieben Jahren. Hat also durchaus eine lange Zeit im Ofen verbracht, der Titel. Wobei in der heutigen Zeit das gefühlt nur ein Richtwert ist. Die geplante Roadmap reicht schließlich schon bis tief nach 2025 hinein. 2019 kam dann noch eine Crowdfunding-Kampagne über Fig. Die habe ich damals unterstützt und deshalb nun das riesige Paket von Fedex geliefert bekommen. Darin enthalten ist die Collector’s Edition* des Spiels. Die gibt/gab (vermutlich mittlerweile überall ausverkauft) es auch regulär im Handel – für schlappe 200 EUR. Ich hab‘ damals bei Fig tatsächlich nur 150 US-Dollar in den Topf geworfen. Also überraschenderweise mal wieder ein Schnäppchen gemacht :wink: .

Aber taugt die Spezialedition auch tatsächlich was? Nun, nach dem Öffnen der riesigen und echt schicken Box, kommt als erstes eine DINA3-große Lithografie zum Vorschein. Es ist die Konzeptzeichnung von Paul Chadeisson mit der damals das Spiel angekündigt wurde. Sie zeigt, wie das neue Mutterschiff Khar-Kushan aus einem Hyperspacetor kommt. Ich finde das Bild sehr cool. Leider habe ich keinen Platz mehr im Haus zum Aufhängen. Alles voller Sailor-Moon-Poster hier…

Unter dem Bild befinden sich dann drei Ausbuchtungen. In der mittleren ist ein unscheinbares aber extrem wichtiges Blatt Papier mit dem Steam-Code für das Spiel. Man bekommt damit die Fleet Command Edition – auch, wenn Steam bei der Aktivierung etwas anderes behauptet. Das führte bei uns Käufern etwas zur Verwirrung aber am Ende landeten die DLCs dann doch korrekt im Account. Die Fleet Command Edition ist die umfangreichste Edition, die man derzeit kaufen kann. Daneben gibt es noch die Deluxe-Variante.

Die Fleet Command Edition enthält zusätzlich zum Hauptspiel den Year One Pass (ebenfalls Teil der Deluxe Edition). Damit erhalte ich Zugang zu drei zusätzlichen DLCs, die bis 2025 erscheinen sollen. Zudem gibt es den Soundtrack von Paul Ruskay sowie zusätzliche Cosmetics für den Multiplayermodus. Außerdem durfte ich theoretisch bereits drei Tage früher loslegen (das Spiel erscheint offiziell erst heute). Und zu guter Letzt habe ich auch noch den Vorbestellbonus erhalten (ebenfalls Teil der Deluxe Edition): Einen Skin für den Kushan Carrier, den ich im neuen Spielmodus War Games einsetzen kann. Dieser Modus ist übrigens sogar kooperativ spielbar!

Weitere Extras

Als nächstes erwartet einen in der Packung ein Schlüsselanhänger mit dem Logo des Spiels. Der große Kreis stellt Hiigara da, die namensgebende Heimatwelt der Kushan. Der kleine Kreis ist der Angel Moon, der Mond des Planeten. Und die Flügel – nun, das sind einfach Engelsflügel. Die tiefere Bedeutung dahinter ist wohl, dass Monde Planeten beschützen. Ganz nett aber mit Schlüsselanhängern habe ich es jetzt nicht so wirklich.

Das dritte Extra in der Collector’s Edition ist hingegen ein Kartenspiel mit französischem Blatt. Inspiriert von den Spotterdecks aus dem 2. Weltkrieg (mit z.B. Panzern oder Schiffen), zeigt jede Karte eine Silhouette von den Raumschiffen der verschiedenen Fraktionen im Spiel. Stilistisch entsprechend eher minimalistisch gehalten. Macht mich persönlich jetzt nicht so sehr an und fällt somit ebenfalls in die Kategorie “ganz nett aber nichts für mich”.

Eine Weltraumflunder!

Das Highlight der Edition

Das eigentliche Highlight der Homeworld 3 Collector’s Edition verbirgt sich hingegen eine Ebene tiefer: Das ca. 36cm große Modell der Khar-Kushan. Mit dem Ständer in Form des Homeworld 3-Logos und den beigefügten Befestigungsstangen kann es entweder in horizontaler oder in vertikaler Position ins Regal gestellt werden. So bescheuert es klingt, ist das nämlich eine der großen Neuerungen im Spiel. In den alten Teilen waren die großen Schiffe alle nur vertikale Brocken. Die Khar-Kushan kann sich hingegen auch auf die Seite legen. Und ja, das Modell hat sogar Lichter und macht Krach. Klingt aber nach mehr, als es tatsächlich ist. Oder um Lysanda zu zitieren:

“Soll das eine Startsequenz sein? Klingt eher nach einem Unfall. Und das Gleiche macht das Teil, wenn man den Knopf nochmal drückt, um wieder auszugehen?! Ich hätte mir da jetzt echt mehr erwartet… Über das Aussehen kann man ja reden, schließlich ist es ein Raumschiff. Aber was soll dieses Geräusch?”

Ja, dieser Kunstbanause gefällt die Optik des flachen und im Spiel 2,4km langen Raumschiffs nicht. Als ich es in der vertikalen Position aufgebaut hatte, bezeichnete sie es als “Flunder am Stil”. In der horizontalen Position fand sie es ein bisschen besser aber trotzdem kam der Kommentar “Flunder bleibt Flunder”. Immerhin konnte ich es aufgrund von Platzmangel in der Höhe nur so ins Regal stellen. Beziehungskrise erfolgreich abgewendet :wink: .

Die letzten Extras in der Packung sind drei kleinere, nicht weniger schicke Modell. Und zwar ein hiigaranischer Zerstörer, eine hiigaranische Torpedofregatte sowie hiigaranaische Späher in Delta-Formation. Das coole am Zerstörer ist, dass er zweite Funktion hat. Und zwar lässt sich im horizontalen Aufbau der Khar-Kushan der Hangar des Schiffs öffnen und separat positionieren. Auf dem Hangardeckel lässt sich dann der Zerstörer befestigen.

Fazit

200 EUR für eine Collector’s Edition sind schon sehr happig und um diese Preisklasse habe selbst ich tatsächlich schon immer einen Bogen gemacht mit nur sehr wenigen Ausnahmen. Ja, sie hat mich nur 150 USD gekostet aber selbst das war schon hart am Limit und ich habe vergleichsweise lange überlegt. Doch das Schiffsmodell ist ein echter Hingucker geworden. Hochwertig verarbeitet, viele Details – es sieht wirklich cool aus im Regal. Ja, auf die paar Lichter und den komischen Sound hätte ich ebenfalls verzichten können. Man ist aber ja nicht gezwungen das USB-Kabel tatsächlich anzuschließen. Insofern: Zusammen mit den restlichen Extras im Paket für Homeworld-Fans definitiv eine lohnenswerte Edition – wenn man sie noch zu dem Preis bekommt.

PS: Das Unboxing und den Zusammenbau des Modells haben wir mitgefilmt und in unserem TikTok-Kanal veröffentlicht.

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