Sicarius

Frohes Neues Jahr 2026

Ich geb’s zu: Ich bin nicht ganz zufällig wieder auf das Transkript des Briefs meiner Tante aus dem Jahr 1934 gestoßen. Nein, ich habe ihn gezielt gesucht, um ihn nochmal zu lesen. Als Vorbereitung auf diesen Neujahrsgruß. Wir leben nämlich aktuell leider wieder in einer Zeit, in der es mit der Welt gefühlt massiv bergab geht. Und da kam mir Elisabeths Satz „Nach der gegenwärtigen politischen Lage wird es über kurz oder lang zum Kriege kommen.” wieder in den Sinn. Als ich ihn zum ersten Mal gelesen hatte, war ich über diese Aussage überrascht. War es 1934 wirklich schon klar, dass es zu einem Krieg kommen würde?

Jetzt zu Beginn des Jahres 2026 kann ich jedoch ihre Worte voll und ganz verstehen. Die aktuelle politische Lage erweckt bei mir ebenfalls den Eindruck, dass über kurz oder lang der Krieg auch wieder vor unserer Haustür stehen wird. Ich hoffe inständig, dass ich dahingehend zu pessimistisch denke. Doch nichts, was aktuell in Deutschland, Europa und der ganzen Welt passiert, lässt mich freudig in die Zukunft blicken. Dabei sah es jahrelang so gut aus…

Nichtsdestotrotz – oder gerade deswegen:

Beim Christoph wünscht euch ein frohes und erfolgreiches Jahr 2026!

Wenigstens haben sich unsere Katzen gern.

Wir mögen die Spielbälle irgendwelcher machtgieriger Milliardäre sein. Doch es gibt trotzdem immer noch vieles in unserem Leben, was wir selbst beeinflussen können. Beispielsweise hat das fleißige Essen von Sauerkraut vor einem Jahr offensichtlich geholfen. Uns ging das Geld nicht aus und wir konnten die Casa Lysanda abbezahlen. Also lasst uns bei all den negativen Nachrichten wieder mehr auf die positiven Seiten des Lebens blicken und aktiv daran arbeiten, dass es zumindest uns, unserer Familie, unseren Freunden und allen anderen mit denen wir zu tun haben, gut geht.

2 Kommentare

Auch von meiner Seite aus ein frohes, neues Jahr!

Auf das es endlich einmal ruhiger und ohne Horrorereignis ablaufen möge. 2025 hatte (auch) für mich persönlich leider wieder viel zu viel Negatives zu bieten. Ganz vorne im negativen Sinn: der plötzliche Tod meiner erst 61 Jahre alten Mutter.
Demgegenüber im Positiven die Geburt meiner Tochter (die übrigens auch Elisabeth heißt :wink: ), die uns aber leider auch bis an die absolute Belastbarkeitsgrenze beansprucht und wir auch nicht erst einmal vor dem kompletten Nervenzusammenbruch standen.

Ansonsten stimme ich dir zu, was die pessimistische Weltlage im Allgemeinen und jene in Deutschland im Speziellen angeht.

Das Schlimme ist aber ja: rein gefühlt ist man sich zwar einig, beim Befund (“es geht bergab”), aber alle zerstreiten sich über die Ursachen und entsprechend über die Lösungsmöglichkeiten. Und während die politischen Extreme immer stärker werden, bekommt es die immer kleiner werdende “Mitte” nicht ansatzweise hin, wirkliche, also substantielle Reformen zu beschließen und zerstreitet sich immer wieder aufs Neue, bricht ein Wahlversprechen nach dem anderen und hält vernarrt an Ideologien fest, anstatt pragmatisch zu denken.

Vergleiche mit dem römischen Reich oder das Bild der bereits sinkenden Titanic, auf der aber noch die Blaskapelle spielt, drängend sich regelrecht auf.

Das für mich Schlimmste an all dem: es gibt gefühlt (!) keinen übergeordneten gesellschaftlichen Konsens mehr. Nichts Verbindendes mehr. Etwas, wo sich (wenigstens fast) alle einig sind, wofür es sich “zu kämpfen” oder “zu leiden” lohnt. Auch die Diskussionsfähigkeit zwischen unterschiedlich denkenden Personen ist ziemlich verloren gegangen. Man redet nicht mehr miteinander, sondern (abwerten und gar hasserfüllt) über einander.

Nicht gut. Gar nicht gut.

Mein Beileid. 61 ist definitiv noch kein Alter.

Zum Thema: Ich verstehe halt auch überhaupt nicht das Ziel des Ganzen (Geld und Macht zentralisieren, die Massen gegeneinander aufwiegeln/extremisieren, Hass und Vernichtung sähen, etc.). Was haben die Reichen und Mächtigen davon, wenn sie noch reicher und mächtiger werden? Was bringt dem Kapitalismus noch mehr Wachstum, wenn am Ende nur noch wenige in der Lage sind den Kram zu konsumieren? Wenn ich Ressourcen nur sammele (und dafür Kriege führe), damit ich sie habe? Wenn faktisch nur noch Geld von einem Milliardär zum anderen und wieder zurück überwiesen wird?

Wenn dieser vermeintliche Masterplan irgendwie Sinn ergeben würde, wäre es zwar trotzdem völlig beschissen aber wenigstens könnte ich es irgendwie nachvollziehen. Doch was gerade abgeht entbehrt sich mir jedweder rationalen Grundlage. Und zwar weder in Bezug auf den einzelnen, der aktiv daran mitarbeitet noch für das Gesamtbild der Gesellschaft/Menschheit, wie sie in Zukunft aussehen soll. Wenn ich mir z.B. Nordkorea als ein potentieller Worst Case anschaue: Was hat die dortige Elite von diesem Zustand? Warum ist das unter allen Umständen erhaltenswert und jedweder Alternative gegenüber zu bevorzugen? Weil man es schon immer so gemacht hat? Nochmal: Ich verstehe es einfach nicht.

Und ja, beim Thema Religion gibt es die gleichen Probleme, ich weiß. Machts nicht besser.

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