Sicarius

Tagebuch eines Hausherrn #21

Ist es ein Löwe? Nein, es ist Balu!

Der Frühling ist da. Die Blumen sprießen, das Gras wächst und die Katzen liegen trotzdem den ganzen Tag im Haus, weil es ihnen draußen schon zu warm ist. Und während die Nachbarn fleißig ihre Gärten mit der Pinzette pflegen (leichte Übertreibung), sind wir die „Komischen“, die bislang noch nicht einmal den Rasen zum ersten Mal für dieses Jahr gemäht haben. Warum auch? Den Katzen gefällt das hohe Gras und die vielen Blumen sind gut für die Umwelt (und die dazugehörigen Insekten). Außerdem kriege ich eh nie einen perfekten englischen Rasen hin (so viel Zeit und Lust habe ich nicht).

Der Hauptgrund ist aber, dass vorher erst noch ein paar Unebenheiten (vor allem in der Einfahrt zur Garage) mit zusätzlicher Erde ausgleichen möchte und die fängt erst so langsam an bei eBay Kleinanzeigen verschenkt zu werden. Warum schließlich für teuer Geld Erde kaufen, wenn andere ihren Garten umgraben und sie loswerden wollen? Eben. Also sieht unser Garten halt noch ein paar Tage etwas natürlicher aus. Andererseits: Lysanda hat gesagt, dass Naturgärten heutzutage total „in“ wären. Also könnte ich ihn theoretisch einfach so lassen. Blöd nur, dass es mich schon auch ein wenig selbst stört, dass er etwas wild aussieht. Eigene Ansprüche sind echt total doof… :wink:

Verstopfung

Jaja, die lieben Nachbarn. Eigentlich sollte es einem ziemlich egal sein, was sie denken. Leben und leben lassen quasi. Zumindest wüsste ich nicht, dass unser Garten jemandem physischen oder psychologischen Schaden bereitet nur weil die Grashalme etwas länger sind. Aber man will ja den mitunter nur oberflächlichen Frieden nicht unnötig belasten. Man weiß ja nie, welche Kaliber gleich ausgepackt werden, nur weil man sie falsch angeschaut hat (oder noch schlimmer: vergessen hat zu grüßen!). Und wenn besagte Nachbarn dann auch noch zu einer etwas älteren Generation gehören, wird die Sache nicht gerade einfacher. Insofern bin ich ganz froh, dass es mit unseren derzeit (zumindest soweit ich das beurteilen kann) halbwegs klappt – unabhängig davon, was sie vielleicht hinter geschlossenen Türen denken. Sprich bislang hat sich tatsächlich noch keiner über den Zustand unseres Gartens tatsächlich beschwert – ich stelle mir das Getuschel darüber nur vor (ja, ich hab‘ einen Knall). Pichu sollte dieses Jahr aber vielleicht trotzdem nicht ganz so viel ins frisch gemachte Nachbarbeet kacken :smile: .

Ja, da ist etwas Dreck drin.

Mehr als der Garten beschäftigen uns aktuell sowieso unsere Dachrinnen. Die sind schon so einige Jahre nicht mehr sauber gemacht worden und entsprechend etwas zugesetzt mit Kram. Da wir aber in einem Haushalt voller Leute mit Höhenangst leben, haben wir uns am Wochenende mal einen Arbeitskollegen mit seiner Kameradrohne kommen lassen. Nein, leider konnte diese die Dachrinnen nicht sauber machen. Das wäre natürlich absolut genial gewesen. Stattdessen ging es darum mal zu schauen, wie es da oben überhaupt aussieht und ob tatsächlich Reinigungsbedarf besteht. Antwort: Grundsätzlich ja, aber tatsächlich sind sie nicht so dicht, wie ich erwartet hatte. Vermutlich werden wir jetzt mal ein bisschen Geld in die Hand nehmen (Internet sagt zwischen 200-300 Euro) und einen Handwerker beauftragen. Ja, selbst machen wäre freilich billiger aber ich komm halt keine Leiter hoch und ihr kommt auch nicht vorbei und macht es. Dann eben lokale Unternehmen unterstützen!

Sonstiges

Im Keller hat sich hingegen immer noch nicht ganz so viel getan. Ein paar Tapeten sind mehr oder weniger im Flur runter (scheiß Raufaserdrecksmistzeugs) aber es geht wirklich nur sehr langsam voran – was vor allem an meiner eigenen Faulheit liegt. Gibt halt aktuell keine Notwendigkeit sich zu beeilen und auch wenn man nur ab und zu ein paar Quadratmeter Tapete runterreißt, ist sie irgendwann weg. Bis dahin büßt der Keller ja keine Funktionalität ein – sieht halt einfach nur nicht ganz so schick aus. Aber was habt ihr auch verdammt nochmal in unserem Keller verloren?! Also kann es euch herzlich egal sein, wie er aussieht!

Der Bestand vor der Ölfüllung

Viel wichtiger war sowieso mal wieder das Heizöl aufzufüllen. Die letzte Lieferung war Ende 2016 und die Füllstandsanzeige näherte sich doch so langsam dem Ende. Die Preise haben zwar seitdem doch ganz schön angezogen, aber mit 60 Euro/100 Liter (damals um die 45 Euro) war ich offensichtlich doch ganz gut dabei. Passte glücklicherweise sogar weniger rein als ich gedacht hatte ( *yay* 500 Euro gespart). Habe ihn dieses Mal nämlich komplett volllaufen lassen, um einen besseren Überblick über unseren Verbrauch zu bekommen (und wie viel tatsächlich in den Tank passt). Es muss ja schließlich immer rechtzeitig genug Kohle da sein für die nächste Füllung. Hatte ich schon einmal erwähnt, dass monatliches Ansparen (Dauerauftrag ftw.!) für einen Hausbesitzer immens wichtig ist? Egal – es lohnt sich das nochmal zu betonen. So lassen sich nicht nur vorhersehbare Ausgaben sicherstellen, sondern im Zweifel genauso mal Notfallsituationen überbrücken.

Aber zurück zum Heizöl: Langfristig werden wir sicherlich auf Erdgas umsteigen werden (liegt hier in der Straße). Ist natürlich erst einmal wieder eine größere Investition (Anschlusskosten, neue Heizung, etc.) aber der Ölbrenner ist mittlerweile auch schon 18 Jahre alt. Da kann man durchaus damit rechnen, dass er in den nächsten 10 Jahren mal fällig wird und nach Alternativen und die dazugehörigen Preise Ausschau zu halten. Mal abgesehen davon, dass Erdgas auf lange Sicht nicht nur ökonomischer und umweltfreundlicher – wir könnten dadurch logischerweise den Öltank rausbauen und einen weiteren Raum im Keller gewinnen. Und Platz kann man bekanntlich nie genug haben. Gleichzeitig wäre das ebenso die Chance Wasser und Abwasser neu verlegen zu lassen. Ich hatte ja erwähnt, dass beides zum Nachbarn läuft statt direkt bei uns in die Straße. Und das Teuerste am Umbau ist der Tiefbau, entsprechend macht es eben Sinn das dann mal alles auf einmal zu machen – sollte bis dahin nicht irgendwas anderes passieren, was den Tiefbau notwendig macht.

Und damit gebe ich bei diesem schönen Wetter ab bis nächsten Montag!

Sicarius

Schutz für alle!

Hässliche Banner

Viel zu tun hatte ich mit der eigentlichen Webseite letztes Jahr nicht. Hier und da mal einen externen Link repariert, der in der Zwischenzeit gestorben ist (vor allem YouTube-Links sind absolut unzuverlässig…) und in der ein oder anderen Sektion mal einen Link ergänzt. Aber im Großen und Ganzen war mein „Doing“ im Hintergrund darauf beschränkt einen neuen Eintrag einzustellen. Das war in den letzten Wochen anders, wie ihr vielleicht beim Aufruf bemerkt habt. Erst kam das Cookie-Bestätigungs-Banner, dann das Google-Analytics-Opt-Out-Banner und jetzt ist neben der URL auch noch ein (hoffentlich) grünes Vorhängeschloss zu sehen. Was ist da nur los?

Ganz einfach: Am 25. Mai 2018 wird die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verpflichtend. Die soll grob zusammengefasst nicht nur verhindern, dass eure Daten missbraucht werden. Sie soll euch zudem die Mittel in die Hand geben darüber Informationen zu erhalten, wer welche Infos sammelt und wie er diese verwendet. Wer die Verordnung nicht beachtet, kann mit einem verdammt hohen Geldbetrag belangt werden (anders interessiert es Leute wie Facebook oder Google ja nicht). Das ist selbstverständlich erst einmal eine gute Sache und entsprechend rödelt gerade alles und jeder rum, um die Vorgaben zu erfüllen – darunter aber auch ich. Zwar heißt es bei Wikipedia „Regeln zur Verarbeitung personenbezogener Daten durch private Unternehmen und öffentliche Stellen„. Aber für die Abmahnindustrie ist der Unterschied zwischen „Privater Blog mit etwas Amazon-Werbung“ und „Privatunternehmer“ leider nicht sehr groß. Deshalb gehe ich lieber auf Nummer sicher.

Wenn ich im Abmahnsektor beruflich unterwegs wäre, hätte ich mir sogar mittlerweile einen Crawler geschrieben, der ab 25. Mai automatisch alle *.de-Domänen abgrast und einfach nur schaut, ob die Datenschutzhinweise vorhanden sind. Ich hoffe ja nicht, dass es so ist. Aber gefühlt machen die Verbände und Anwälte in Deutschland nichts anderes als vor allem die „kleinen“ abzuzocken, die sich ihrerseits keinen Rechtsbeistand leisten können. Dabei ist der eigentliche Sinn der Funktion „Abmahnung“ eine ganz andere (Stichwort unlauterer Wettbewerb). Aber in unserem Land darf man eben allem und jedem eine Abmahnung schicken, dafür schon Geld verlangen (was bereits mehrere hundert Euro sein können) und auch noch eine gepfefferte Unterlassungserklärung unterzeichnen lassen. Aber das ist ein Thema für einen anderen Eintrag. Schauen wir uns stattdessen an, was ich so alles gemacht habe.

Plugins ftw!

So viele nützliche Plugins!

Die einfachste Sache war meine Datenschutzerklärung aufzumotzen, die gefühlt jetzt länger ist als mein Westwood-Artikel. Netterweise gibt es Anwälte wie der Hr. Christian Solmecke, die dafür kostenfreie Generatoren anbieten. Ich habe noch nicht ganz verstanden, ob mir jemand einen Strick draus drehen kann, dass ich Impressum und Datenschutzerklärung auf der gleichen Seite (aber aus meiner Sicht klar getrennt) darstelle. Aber damit lebe ich jetzt erst einmal.

Für die nächsten Schritte war ich unglaublich dankbar dafür, dass Rondrer sich damals (auch schon wieder vier Jahre her!) für WordPress als Content Management System entschieden hat. Da gibt es quasi für alles und jeden ein Plugin – darunter eines zur Erfüllung der europäischen Cookie Richtlinie (der schwarze Balken) und den Opt-Out-Banner für Google Analytics. Installieren, ein bisschen Konfigurieren und schon war die Sache erledigt.

Ohne die Plugins hätte ich Rondrer sehr viel belästigen müssen. Zwar habe ich das trotzdem, weil hier und da irgendwas nicht funktionierte aber bis er diese Textwände gelesen hatte, hatte ich das Problem doch schon behoben :smile: . Ich habe übrigens versucht die Banner so wenig nervig zu gestalten wie möglich aber drum herum kommt Beim Christoph wie gesagt nicht mehr. Immerhin: Eure Eingaben werden einige Zeit gespeichert. Ihr müsst also nicht bei jedem Seitenaufruf am selben Tag den Kram erneut anklicken.

Verschlüsselung

Ein grünes Schloß!

Eine etwas größere Sache war die Anforderung, dass ab sofort alle Übertragungen verschlüsselt stattfinden müssen. „https“ ist hier das Stichwort. Doch um das „s“ in die Adressleiste zu bekommen, ist etwas mehr Arbeit notwendig. Zuballerst braucht man ein gültiges SSL-Zertifikat, das von einer vertrauenswürdigen Quelle ausgestellt wird. Da gibt es durchaus einige und sogar welche, die seriös sind und trotzdem kostenlos angeboten werden wie beispielsweise das von der Linux Foundation geförderte Let’s Encrypt. Leider unterstützt nicht jeder Webhoster auch das Hochladen eigener SSL-Zertifikate. Domainfactory.eu ist einer davon. Entsprechend musste ich mir über die eines von AlphaSSL holen. Das billigste enthält keine Inhaberinformationen und ist nur für eine einzige Subdomain gültig aber dafür im ersten Jahr kostenlos. Ab dem 2. Jahr kostest es 1,99 Euro pro Monat (23,88 Euro). Also nicht so ganz ohne so ein SSL-Zertifikat für einen privaten Blog ohne echte Einnahmequelle (bitte mehr über meinen Amazon-Partner-Link bestellen, danke!) aber was tue ich nicht alles für euch :smile: .

Note A *yay*

Einziger Vorteil, dass ich das SSL-Zertifikat über meinen Webhoster bezogen habe war, dass ich es nicht selbst installieren musste. Keine 5 Minuten später war es aktiv und https://www.beimchristoph.de in Betrieb – allerdings noch ohne grünes Vorhängeschloss. Ein SSL-Zertifikat ist nämlich nur die halbe Miete. Wenn trotzdem Inhalte noch über unverschlüsselte (also nicht-https) Verbindungen bezogen werden, dann ist die gesamte Seite immer noch gefährdet. Wird auch als „Mixed Content“ bezeichnet. Also musste ich bei allen internen Links auf der Seite das http:// in https:// ändern. Hier kam mir beim Hauptteil erneut ein Plugin zu Hilfe: Velvet Blues Update URLs. Quasi Suchen und Ersetzen für große Webseiten. Hat auf einen Schlag um die 11.000 Links angepasst. Blieben nur noch ein paar Kleinigkeiten, die Rondrer fest ins WordPress-Theme gepackt hat (wie der besagte Link zum Impressum unten auf der Seite). Aber dank der Entwickler-Tools in Google Chrome, wo „Mixed Content“ auch explizit ausgewiesen wird, konnte ich die relativ zügig identifizieren und ausmerzen. Seitdem gibt es von den Browsern das Prädikat „Sicher“ (und von Qualys SSL Labs die Note A).

Aber damit war ich immer noch nicht ganz fertig, denn viele von euch werden in den Favoriten sicherlich https://www.beimchristoph.de/ abgespeichert haben und Google kennt aktuell ebenso nur Links mit http://. Also musste ich noch eine automatische Weiterleitung von https://www.beimchristoph.de/ auf https://www.beimchristoph.de einrichten. Das passiert über einen zusätzlichen Befehl in der .htaccess, der quasi mit einer Art „Suchen und Ersetzen“ die Anfrage eueres Browsers automatisch überschreibt.

Vor- und Nachteile

Es macht aber trotzdem Sinn eurer Lesezeichen anzupassen, denn die Weiterleitung kostet logischerweise ein paar Millisekunden Zeit. Und auch die Verschlüsselung an sich drückt ein wenig auf die Performance. Solltet ihr im Normalfall nicht wirklich merken aber ich wollte es erwähnt haben. Vorteil des SSL-Zertifikats ist zum einen natürlich, dass eure Verbindung je nach Browser mit bis zu 256 Bit verschlüsselt ist. Und zum anderen kriege ich nun ein besseres Google Ranking, weil Google sowas auch in die Bewertung mit einfließen lässt *yay*.

Aktueller Stand des Link-Checkers

Und damit wäre zu dem Thema alles gesagt und getan. Der 25. Mai kann aus Sicht von Beim Christoph kommen. Ich habe jetzt nur noch im Hintergrund einige kaputte Links und Umleitungen (der verwendete Link führt auf eine andere Seite, funktioniert aber prinzipiell), die entweder repariert oder übernommen werden müssen. Hier hilft mir das Plugin Broken Link Checker. Beide Listen hatte ich zwar schon einmal ziemlich weit bereinigt, aber durch die Umstellung ist jetzt doch noch einmal ein bisschen was vor allem aus der Zeit vor 2014 aufgetaucht was ins Leere führt und sowieso mal bereinigt gehört. Da aber leider die wenigsten von euch im Archiv stöbern, fällt das sowieso keinem auf… :(

Unabhängig davon: Wenn ihr irgendetwas finden solltet, was nicht wie gewünscht funktioniert, dann bitte einfach einen Hinweis in die Kommentare packen und ich kümmere mich drum!

PS: Ach und die Übersicht über die Spiele, die ich besitze, ist jetzt zu Google Doc ausgelagert worden. War mir zu blöd immer zwei Listen zu pflegen (meine eigene mit allen Infos und die gekürzte für Beim Christoph), deswegen habt ihr nun einfach lesenden Zugriff auf die Gesamtliste. Hat auch den Vorteil, dass die immer aktuell ist – mit einer Einschränkung: Meine rein digitalen Einkäufe sind immer noch nicht alle drin (da bin ich nicht so hinterher wie bei den Retailboxen).

Sicarius

Warten oder nicht warten?

Final Fantasy XV (Herstellerbild)

Zum Beginn des heutigen Eintrags möchte ich eine ganz einfache Frage stellen: Ab wann macht es eigentlich heute Sinn ein Spiel zu spielen? Hintergrund sind unter anderem mehrere Ankündigungen in der letzten Woche wie Dark Souls Remastered oder, dass Square Enix noch bis mindestens Mitte/Ende 2019 Story-DLCs für Final Fantasy XV veröffentlichen wird. Außerdem die Tatsache, dass Ubisoft mittlerweile vor allem bei ihren mehrspielerlastigen Titeln nur noch in „Staffeln“ denkt, Paradox gefühlt ausschließlich von seinen DLCs für seine Globalstrategietitel lebt und, dass vor allem im Indie-Bereich sich Spiele quasi über Nacht durch einen Patch vollständig verändern können.

An sich alles keine neuen Themen. Tatsächlich hatte ich schon vor einigen Jahren sowohl über Games as a Service als auch die Sache mit den ewigen Re-Releases referiert. Seitdem haben sich nur zwei Sachen aus meiner Sicht geändert: Zum einen ist es wesentlich schlimmer geworden und zum anderen sind die „Kollektionen“ (Stichwort „Game of the Year“ oder „Definitive Collection“) quasi ausgestorben. Ja, natürlich gibt es auf Steam & Co. weiterhin Bundles wo man mehrere Sachen gleichzeitig kaufen kann (z.B. das Love Bundle mit den wichtigsten [aber wieder nicht allen!] DLCs für Crusader King II und es vielleicht dadurch 10% weniger kostet. Aber die Sache ist nicht mehr so klar von wegen „Okay, wenn ich das kaufe, habe ich alles“. Wenn der Entwickler meint morgen nochmal einen DLC zu veröffentlichen, hat man wieder Pech gehabt. Da hilft höchstens noch der Season Pass – wobei der wie im Falle von Ubisoft oder Valve eben auch kein „jeder Content auf Lebenszeit kostenlos“-Schein mehr ist, sondern nur noch Teile umfasst.

Die Qual der Wahl

World of WarCraft: Cataclysm (Herstellerbild)

Entsprechend schwer ist es aus heutzutage zu beurteilen, wann ein Titel überhaupt fertig ist. Klar, bei Mehrspielersachen ist es okay und sogar gewünscht, wenn es hin und wieder mal was Neues gibt, was das Spiel am Leben hält (wobei ich persönlich schon die massiven Veränderungen durch World of WarCraft: Cataclysm störend fand). Aber wie ich schon 2015 geschrieben habe: Wenn ich schon mehrere dutzend Stunden in das ursprüngliche Werk investiert habe, motiviert mich der „Director’s Cut“ nur bedingt dazu noch einmal den ganzen Kram von vorne zu beginnen. Weder die Enhanced Edition von Divinity: Original Sin noch der Director’s Cut von Deus Ex: Human Revolution habe ich bislang angefangen, will sie aber beide durchspielen bevor ich mich an die jeweiligen Fortsetzungen machen. Total dämlich. Was prinzipiell ein cooler Service ist, wird hier zu einem (Luxus-)Problem – vor allem eben für die, die schon ganz am Anfang mit dabei waren.

Gleichzeitig stelle ich mir, jetzt wo ich (abseits von Crowdfunding-Projekten) definitiv nicht mehr zum Releasetag kaufe, eben immer öfter die Frage ob der Kauf zum jetzigen Zeitpunkt wirklich Sinn macht. Dabei werde ich zusätzlich zum Buchhalter und muss rumrechnen, ob die Gold Edition nicht vielleicht doch langfristig billiger ist als die normale Edition mit einem späteren Kauf des Season Pass oder sowas. Und selbst wenn ich den Kauf gewagt habe, muss ich schauen, ob der Entwickler noch aktiv werkelt und abwägen, ob ich meine kostbare Zeit jetzt schon investiere oder eben noch einige Monate warte bis die „finale“ Version verfügbar ist. Je besser die bereits erhältliche Version, desto schwieriger wird die Entscheidung aus meiner Sicht, weil ich halt schon mächtig Spaß habe und unbedingt weiterspielen möchte.

Die Lösung?

Was ist also die Antwort auf die eingangs gestellte Frage „Ab wann macht es eigentlich heute Sinn ein Spiel zu spielen?“ Nun, eine richtige gibt es aus meiner Sicht nicht, weil man leider nicht vorab weiß, was passieren wird. Persönlich – auch aufgrund des Preisgefälles – würde ich keinen Titel ohne Multiplayerinhalte mehr innerhalb der ersten sechs Monate kaufen. Multiplayer sind da nur nicht mit drin, weil einem die anderen Spieler in den sechs Monaten entweder davon ziehen oder keiner mehr da ist :smile: . Ansonsten wissen die Hersteller nach einem halben Jahr ziemlich genau wie gut der Titel ankam und haben ihre Planung entsprechend angepasst (z.B. mehr oder weniger DLC).

Dark Souls Remastered (Herstellerbild)

Am Ende läuft es aber wohl leider einfach darauf hinaus das jeweilige Werk dann zu spielen, wenn man dazu Lust hat und dabei die eigenen Gefühle im Hinterkopf zu ignorieren. Kommt doch noch was „Besseres“ (egal ob durch Patch oder irgendeine Edition) nachdem man schon durch (oder sehr weit ist), freut man sich entweder und fängt noch einmal von vorne an oder man lässt es eben. Letzteres vermutlich vor allem, wenn der Hersteller dafür noch einmal Geld von euch will. Ja, Dark Souls – ich schaue dich an! Eine extrem unbefriedigende Antwort, ich weiß. Aber mir fällt schlicht nichts Besseres ein. Euch vielleicht?

Epilog

Abseits dieser Gedanken ist in Sachen „Spiele“ noch nicht wieder viel los bei mir. Ich habe mich noch nicht auf einen neuen Titel eingeschossen nach dem Abschluss von Homefront: The Revolution (das „richtige“ Ende ist auch doof). Ich habe ein bisschen in For Honor (definitiv seit langem mal wieder ein interessantes Schwertkampfkonzept) und Titanfall 2 (endlich eine Kampagne) reingeschaut sowie Ghost Recon: Future Soldier, Victor Vran und Warhammer 40.000: Dawn of War II – Retribution mehr oder weniger weitergespielt. Wobei sich das Werk von Relic etwas als Fokus für die nächsten Sessions heraus zu kristallisieren scheint. Mal schauen

Homefront: The Revolution (Herstellerbild)

Der letzte DLC (Beyond the Walls) noch und ich habe Homefront: The Revolution endlich abseits des Multiplayers (Coop-Missionen aber auch Solo spielbar) komplett durch. Dürften am Ende ca. 22 Stunden sein. Meine Meinung hat sich in dieser Zeit nicht wirklich geändert. Das Moment-to-Moment-Gameplay (hauptsächlich feindliche Soldaten auf unterschiedlichste Art und Weise töten) wie es so schön heißt funktioniert und macht die meiste Zeit Spaß. Selbst die Geschichte, wenn sie denn mal vorankommt, ist okay und aufgrund des Settings interessant. Leider leidet sie extrem unter den technischen Problemen. Vor allem die hakeligen Charakteranimationen sind zum Haare raufen – vor allem wenn man sich im Vergleich Crysis 3 (2013) auf Basis der gleichen Engine anschaut.

So ned!

Das Hauptproblem von Homefront: The Revolution ist aus meiner Sicht aber schlicht und einfach, dass es rund 10 Stunden zu lang ist bzw. nicht genug interessante und abwechslungsreiche Inhalte für die volle Zeit vorhanden sind. Ja, ich höre die Kinder schon wieder im Hintergrund jammern von wegen „60€ für 8 Stunden ist viel zu viel!!!!!111“ aber ich habe lieber acht richtig intensive Spielstunden als jeweils 30 intensive Minuten umhüllt von zwei Stunden Füllmaterial.

Klar, wenn man nicht wie ich versucht (fast) alles zu machen fällt von den 20 Stunden sicherlich nochmal einiges ab. Das macht es aber nicht besser. Genauso wenig wie die Tatsache, dass euch im dritten Akt häufiger die Kontrolle entrissen wird. Mir ist klar warum – die Geschichte würde sonst nicht funktionieren. Aber das macht die vorherige Spielzeit nur noch sinnloser, wenn ich vor vollendete Tatsachen gestellt werde, nur weil es die Entwickler so wollen und keinen anderen Weg gefunden haben zum gewünschten Ergebnis zu kommen. Hätte ich selbst die Kontrolle über meinen Charakter in den Schlüsselszenen behalten dürfen, wären sie anders ausgegangen. Aber Spoiler man muss natürlich noch irgendjemanden sterben lassen, damit es auch so richtig emotional wird Spoiler Ende. Echt dämlich und so extrem viel verschenktes Potential, dass man einfach nur noch heulen könnte.

Von mir gibt es nach langem hin und her nur 2 von 5 Sics. Für den dritten Sic nervte es einfach zu sehr an allen Ecken und Enden. Von den teilweise nicht funktionierenden Achievements, über die besagten technischen Probleme bei Animation und KI bis hin zum Thema „viel zu aufgebauscht“.

Die Zusatzinhalte

Homefront: The Revolution – Beyond the Walls (Herstellerbild)

Abseits der eigentlichen Solokampagne gibt es noch wie erwähnt einen Coop-Mehrspielermodus und drei DLC. Der erste DLC The Voice of Freedom ist zwar verdammt kurz und linear, aber er konzentriert sich dabei wenigstens auf das Wesentliche und bauscht es nicht unnötig auf. Hier seid ihr mit dem Charakter unterwegs, der euch im Hauptspiel am Anfang bereit und erlebt den Weg bis zu eurer Befreiung. Im zweiten DLC, Aftermath, geht hingegen die Geschichte aus dem Hauptspiel weiter. Auch vergleichsweise übersichtlich und linear (etwas freizügiger als The Voice of Freedom) aber dafür angenehm knackig und kurzweilig. Und im 3. DLC, Beyond the Walls, wird die Geschichte endlich zum „richtigen“ Ende geführt. Den habe ich aber noch nicht durch. Erwarte aber mindestens das Niveau des zweiten DLC.

Ob die DLC tatsächlich ihren Preis wert sind, kann ich nicht abschließend beurteilen. Aber wer wirklich die komplette Geschichte erfahren will, kommt leider nicht drum herum. Das ist absoluter Mist aber leider ja heute irgendwie auch ein Standard. Andererseits haben wir ja schon festgestellt, dass sowieso nicht viele Leute den Titel gespielt haben und ihr es sicherlich mit hoher Wahrscheinlichkeit genauso wenig tun werdet.

Das Unhaltsamste

Bleibt noch der Mehrspielermodus. Viel Aktivität gibt es da logischerweise nicht (hab‘ nur vergangen Sonntag mal 2-3 Runden mit menschlichen Spielern hinbekommen) aber er ist prinzipiell auch Solo spielbar – nur entsprechend schwieriger (zusätzlich zu den bereits vorhanden drei Schwierigkeitsgraden). Als Teil des Widerstands müsst ihr verschiedene Missionen erfüllen und seid dabei mit bis zu drei menschlichen Mitstreitern unterwegs. Die Levels selbst sind Ausschnitte von Zonen aus der Solokampagne – man findet sich also relativ schnell zurecht – und bieten tatsächlich genauso viele Freiheiten, um euer Ziel zu erreichen. Zwar versucht euch das Missionsdesign dennoch an bestimmte Punkte zu lotsen, weil es nur dort wirklich weitergeht. Der Weg dazwischen steht euch aber frei und ist trotzdem unterhaltsam gestaltet durch geschickt platzierte Feindpatrouillen.

Homefront: The Revolution (Herstellerbild)

Durch das Erfüllen der Missionen (bzw. gnädiger Weise auch, wenn ihr nur Teilerfolge vor dem Ableben hinbekommt) erhaltet ihr Erfahrungspunkte und Geld. Mit den Erfahrungspunkten levelt ihr euren Widerstandskämpfer hoch und schaltet neue Fähigkeiten für ihn frei. Mit dem Geld kauft ihr Lootboxen über die ihr nach und nach alle Waffen, Waffenaufbauten und Gadgets erhaltet (die ebenso wieder verbessert werden wollen). Etwas nervig, vor allem wenn man sich im Hauptspiel schon an seine hochgerüsteten Knarren gewöhnt hat. Aber heutzutage muss ja irgendwie jeder Mehrspielermodus ein Progressionssystem haben. Unterm Strich macht die Sache aber tatsächlich Spaß – sogar Solo. Warum? Nun, weil hier wieder Punkt greift „auf das Wesentliche konzentrieren“. Ihr habt ein klares Ziel, auf dem Weg dahin habt ihr reichlich Freiheiten und nach spätestens 15-20 Minuten ist die Sache erledigt (oder ihr schon vorher gescheitert). Reduziert auf sein Core-Gameplay funktioniert Homefront: The Revolution. Ansonsten halt leider nicht.

Damit habt ihr nun vermutlich mehr über diesen Titel erfahren, als ihr jemals wissen wolltet. Aber irgendwie hat mich das Spiel nicht losgelassen (im negativen Sinne). Vermutlich, weil ich den 1. Teil so gut fand. Welches Werk ich mir als nächstes vorknüpfe weiß ich aber noch nicht.

Sicarius

Frohe Ostern!

Nein, es ist leider kein Aprilscherz. Es sind tatsächlich schon wieder die Zeit, um komische bunte Eier zu verstecken und die lieben Kleinen auf die Suche zu schicken. Zugegeben: Nur über Eier freuen sich die verwöhnten Bengel sicherlich heutzutage nicht mehr. Bin mir nicht einmal sicher, ob noch so viele Eltern überhaupt die Eier verstecken. Mittlerweile ist Ostern gefühlt schon zu einem zweiten Weihnachten geworden. Aber wenn die Eltern meinen – ist schließlich ihr Geld und Konsum kurbelt die Wirtschaft an. Lysanda macht das hingegen ein wenig anders. Sie geht mehr in Richtung Upcycling:

Das ist ein Deckel einer Katzenfutterdose, den sie passend zu Ostern und exklusiv für Beim Christoph bemalt hat. Aber sie bemalt nicht nur die Deckel, sondern auch die dazugehörigen Dosen. Katzenbettchen aus Pappe fertigt sie mittlerweile ebenso an wie Aquarellpostkarten, wie ihr auf ihrem deviantArt-Profil sehen könnt. Bitte? Ich soll euch an diesem Hochfest nicht mit Werbung belästigen? Na gut, dann eben nicht:

Das gesamte Team von Beim Christoph wünscht euch ein frohes Osterfest!

Erholt euch fleißig von den alltäglichen Strapazen, knuddelt eure Haustiere (und von mir aus auch den Rest eurer Familie) und macht euch mit dem ganzen Ostern-Kram nicht zu viel Stress. Wir lesen uns dann am Montag wieder!

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