Sicarius

Tagebuch eines Hausherrn #39

Ja, wir warten immer noch auf den Maler. Aber Handwerker haben aktuell halt extrem viel zu tun irgendwie trotz der gestiegenen Rohstoffpreise. Zum Glück ist es bei uns nicht so dringend. Er kommt irgendwann und bis dahin kommen wir auch so zurecht :smile: . In der Zwischenzeit bin ich seit langem mal wieder mit dem Kärcher über die Terrasse gegangen. Dort wo es bislang immer draufgeregnet hat, war es nach all der Zeit logischerweise wieder ziemlich dreckig geworden. Wird hoffentlich jetzt besser. Ist ja kein Teil der Terrasse mehr ohne Dach. Fließt also nur noch Wasser beim Blumen gießen drüber. Entsprechend haben wir es uns erneut gespart die Versiegelung zu erneuern – obwohl seit 2016 die Flasche im Keller steht. Wir sind schon irgendwie faul… :wink: .

Das neue Blech

Außerdem hatten wir noch eine potentielle Lücke in unserem Katzenzaun gefunden. Wurde zwar von Pichu noch nicht ausgenutzt aber wir wollten es auch nicht länger drauf ankommen lassen. Und zwar war zwischen Terrassenüberdachung und Zaun noch ein Spalt. Durch den kommt zwar kein Katzenkopf aber besagte Katze hätte auf den Zaunpfahl springen und von dort aus dann stiften gehen können. Die Lösung für das Problem war dieses Mal allerdings kein Plexiglas. Ja, ich weiß: Totaler Frefel. Stattdessen haben wir uns ein dünnes Stück Blech in der Farbe der Überdachung geholt – dieses Mal bei Blechprofi24 – und es mit zwei Schrauben am Pfosten der Überdachung befestigt. Wenig Aufwand, wenig Kosten und wieder ein Stück mehr Sicherheit, dass uns niemand stiften geht. Bleibt noch das Provisorium auf der anderen Seite. Aber dazu brauchen wir erst den Maler…

Fliegengitter, die Zweite

Unerwartet komplizierter war der Umbau des Spannrahmens für das Fenster. Zur Erinnerung: Vor rund einem Monat haben wir die Fliegengittertür an der Terrasse umgebaut und mit einer richtigen Katzenklappe versehen. Hab‘ das Ergebnis übrigens auch mal an Windhager geschickt. Sie wollten es an die Produktentwicklung weiterleiten. Wer weiß: Vielleicht kommt ja irgendwann was Offizielles raus. Bei uns im Haus hingegen wurde diese bauliche Veränderung von unseren Vierbeinern sehr positiv aufgenommen. Wir haben seitdem nur noch zusätzlich einen Klebepuffer zwischen Klappe und Terassentür angebracht. Speziell Lyssi klopft mit sehr viel Kraft an, um wieder reingelassen zu werden. Da hatten wir dann doch etwas Angst um das Glas.

Der fertig umgebaute Spannrahmen

Nun haben wir auch den Spannrahmen am Terrassenfenster entsprechend umgebaut. Die grundsätzliche Idee ist identisch: Zwei Bleche, welche in den Falz des Spannrahmens passen. Daran die Katzenklappe montiert und darüber ein Mittelsprossenprofil installiert, um das Fliegengitter wieder anbringen zu können. Die erste Schwierigkeit sind die Einhängefedern. Diese verhindern, dass ihr das Blech in den Falz stecken könnt. Eine Variante: In den Blechen entsprechend links und rechts so viel wegschneiden, dass die Einhängefedern nicht mehr stören. Noch einfacher: Ins Blech neue Löcher für die Schrauben der Einhängefedern bohren. Dann kann man das Blech in den Falz stecken und anschließend die Einhängefedern darauf montieren. Sieht wesentlich besser aus und hält weiterhin bombenfest – selbst, wenn ihr wie ich bei einer Schraube den Kopf abdreht.

Unbekannte Hürden

Dass wir uns mit den Einhängefedern beschäftigen müssen, war uns schon im Vorfeld klar. Als wir dann aber das Blech mit der Katzenklappe in den Falz stecken wollten kam die erste „böse“ Überraschung: Die Muttern an den Schrauben der Katzenklappe verhinderten, dass sich das Blech komplett reinstecken ließ. Das Profil unten war im Weg. Das Problem hatten wir bei der Spannrahmentür interessanterweise nicht. Dort ist aber auch ein weiteres Mittelsprossenprofil verbaut. Die Katzenklappe stößt dort nicht direkt an den eigentlichen Rahmen.

Die Lösung für dieses Problem war relativ zügig gefunden – solltet ihr aber unter keinen Umständen nachmachen! Warum sage ich gleich. Wir haben einfach in den Rahmen Einkerbungen reingemacht (Seitenschneider reicht), damit die Muttern dahinter versenkt werden können. Hat auch wunderbar funktioniert bis wir auf den zweiten ungeplanten Knackpunkt gestoßen sind: Der Spannrahmen passte nicht mehr ins Fenster. Der untere Teil der Katzenklappe war zu niedrig und stieß entsprechend an den Fensterrahmen. Die Einkerbungen zu machen war also völlig überflüssig. Auf der Höhe konnte die Klappe eh nicht bleiben.

An diesem Problem haben wir dann etwas länger geknabbert. Von „neues Blech“ über „noch ein Mittelsprossenprofil“ bis hin zu „Fensterrahmen einschneiden“ war alles Mögliche an Überlegungen dabei. Am Ende war die Lösung jedoch wesentlich einfacher und weniger destruktiv: Da nur ca. 1-2cm fehlten haben wir einfach die Katzenklappe auf dem Blech etwas höher gesetzt. Ich musste dazu nicht einmal durch das komplette Mittelsprossenprofil bohren, um die Muttern befestigen zu können. Die Schrauben halten auch so im Blech. Krise erfolgreich abgewendet. Schaden: Vier unnötige Löcher (die aber innen von der Katzenklappe verdeckt werden), ein leicht beschädigter Spannrahmen und mehr Zeitaufwand als ursprünglich gedacht. Hätte schlimmer kommen können. Dafür haben wir jetzt erfolgreich beide Windhager-Katzenklappe durch unsere DIY-Lösung ersetzt – wie gesagt sehr zur Freude unserer Vierbeiner.

Kleinvieh

Was gibt es sonst noch so zu berichten? Also außer, dass wir die Klimaanlage weiterhin super finden? Ich übrigens etwas mehr als Lysanda (sie friert früher). Nun, wir haben für die Küche einen neuen Brausekopf gebraucht. Der alte hat plötzlich einen Riss an der Seite bekommen aus dem es dann logischerweise fleißig rausspritze. Zum Glück sind die Dinger standardisiert. Es reichte ein Besuch im lokalen Baumarkt und die Abgabe von 25€ für einen brauchbaren Ersatz. Nichts worüber es sich zu berichten lohnt also.

Die aussortierten Filme

Das beträfe unter Umständen auch die zweite Kleinigkeit. Aber wir reden hier ja schließlich von mir, dem Sammler vor dem Herrn. Es war mal wieder dringend an der Zeit mein Filme-Regal aufzuräumen. Die Neuanschaffungen stapelten sich schon in allen Zwischenräumen. Aber anders als früher habe ich diese nicht einfach nur eingeräumt, nein ich habe tatsächlich erstmals in der zwanzigjährigen Geschichte meiner umfangreichen Sammlung gleichzeitig auch aussortiert. Der Webmaster trennt sich von Teilen seiner Medienbibliothek. Unfassbar, ich weiß. Aber selbst ich muss langsam aber sicher einsehen: Selbst, wenn ich die Zeit dazu hätte, würde ich bestimmte Filme nie wieder anschauen. Beispielsweise SAW oder Der Club der toten Dichter, den ich schon viel zu oft sehen musste (Schule und so). Über 80 Filme habe ich am Ende aussortiert. Darunter einige meiner ältesten Anschaffungen. Klingt bei einer Sammlung von über 1.000 Stück erstmal nach nicht viel aber hey: Es ist schon mehr als ich bislang bereit war abzugeben :smile: . Und es war genug, um am Ende eine Nullsumme zu bekommen. Sprich ich hab‘ für die Sachen, die ich eingeräumt habe, nicht mehr Regalplatz gebraucht! Zukünftig werde ich direkt nach dem Anschauen entscheiden ob ich den Film/Serie tatsächlich gut genug fürs Regal finde oder gleich aussortiere.

Die betroffenen DVDs und Blu-rays landen übrigens (erstmal) nicht bei reBuy oder momox. Stattdessen werden wir sie erstmal für einen guten Zweck in einer der Tierschutzauktionen-Gruppen wie diese auf Facebook anbieten. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass ihr vielleicht was davon haben wollt könnt ihr mich aber auch mal direkt anschreiben und ich gebe euch die Liste.

Autosorgen

Eine Sache, die uns schon etwas länger beschäftigt ist hingegen die Klimaanlage in Lysandas Chevrolet Spark. Gut, dass „länger“ liegt schlicht daran, dass wir es aktuell weiterhin nicht so oft bewegen und Probleme entsprechend nicht bemerken. Die Kühlflüssigkeit geht nämlich flöten. Zuerst war ich vor gut einem Jahr mal bei einem Klimaanlagencheck. Den hatte das Auto in seiner 10jährigen Geschichte noch nie entsprechend konnte es ja mal sein, dass die tatsächlich von sich aus stark abgenommen hat. Aber Anfang dieses Jahrs mussten wir feststellen, dass sie schon wieder nicht geht. Also dieses Mal in eine Opel-Werkstatt (gibt es in Groß-Gerau ja einige) und siehe da: Der Klimakondensator hatte ein Leck. Keine ganz so billige Sache (~500€) aber da wir die Karre doch noch ein paar Jahre fahren wollen (kam wieder problemlos durch den TÜV) haben wir die Investition getätigt.

300€ für ein Stück Rohr…

Leider hielt die Freude über die nun wieder kühle Luft nicht lange an. Ich musste vor kurzem nämlich erneut feststellen, dass nichts Kaltes mehr aus der Lüftung kommt. Also wieder zurück in besagte Opel-Werkstatt und siehe da: Noch ein Leck gefunden. Dieses Mal am Kühlmittelrohr. Super. Warum haben sie das nicht beim ersten Besuch schon entdeckt? Egal. Werkstatt hat sich entschuldigt aber das größere Problem war, dass sie nicht alle Ersatzteile beschaffen konnten. Chevrolet hat sich bekanntlich schon vor längerer Zeit vom deutschen Markt entfernt, Opel (als deutscher Vertreter von Chevrolet) hat das Geschäft ebenfalls eingestellt und hergestellt wird er in Südkorea auch nicht mehr. Der Monteur hat mich dann mit den Teilekennzeichen losgeschickt in der Hoffnung, dass ich z.B. auf eBay oder so noch was finde. Geklappt hat es am Ende bei der genuine parts GmbH, die sowohl das Rohr als auch die dazugehörigen Dichtungsringe noch liefern konnte. Kostenpunkt? Nochmal fast 300€ allein für das Rohr *puh*. Aber gut: Im Auto schwitzen ist extrem doof und die kühle Luft entsprechend (fast) jeden Cent wert. Ich hoffe jedoch inständig, dass damit nun wirklich das Thema erledigt ist und nicht in vier Wochen dann das nächste Leck auftaucht…

Stichwort zurückgesendete Sachen: Um zu schauen wer so auf die Couch pieselt und ins Katzenklo macht, haben wir uns eine dritte Kamera angeschafft. Da wir mit der HiKam S6 absolut zufrieden sind, fiel zuerst die Wahl auf das neue Modell, die HiKam S6 3. Generation. Eine höhere Auflösung (1080p statt 720p) ist schließlich immer super. Leider mussten wir sie am Ende wieder zurückschicken und erneut zum Vorgängermodell greifen. Der Grund: Unser Synology NAS.

1. Stolperstein

Drei aktive Kameras

Die Einrichtung der Kamera in der HiKam-App und die Integration in unser WLAN ging gewohnt einfach vonstatten. Also „einfach“ im Sinne von: Mit Lysandas Android-Smartphone gings, mein iPhone wollte die Ersteinrichtung mal wieder weder im Airlink noch im AP Modus durchführen. Keine Ahnung warum. Aber am Ende zum Glück egal. Im nächsten Schritt die Synology Surveillance Station geöffnet und erfolgreich nach der Kamera gesucht (ONVIF-Gerät). Astrein und so einfach – zumindest bis auf den „Weiter“-Knopf drücken wollte und die Fehlermeldung „Nicht genug Lizenzen“ zu sehen bekam. War logischerweise erstmal verwirrt aber lange Rede kurzer Sinn: Um eine Kamera mit der Synology Surveillance Station zu nutzen benötigt man eine Lizenz und im Standard sind nur zwei Lizenzen kostenfrei enthalten. Fragt mich nicht warum, weshalb und wieso. Ist einfach so. Es bedurfte entsprechend einer dritten Lizenz.

Als naiver Nutzer würde ich nun erwarten, dass Synology ein geschäftstüchtiges Unternehmen ist und einfach einen Button anbietet mit „jetzt Lizenz für X kaufen“. Aber nein, die Lizenzen gibt es nur bei Vertragshändlern und die meisten davon verschicken sie nicht einmal per E-Mail, sondern ganz klassisch per Post. Ja, das moderne Internetzeitalter. Aber gut: Nach etwas Recherche bei Geizhals fiel der Hammer für rund 47€ bei Expert Security für eine weitere Lizenz. Schlicht, weil sie zum Kaufzeitpunkt das günstigste Angebot inkl. Versandkosten hatten.

Ein paar Tage später kam der Brief an, ich hab‘ den Lizenzcode in der Synology Suveillance Station hinterlegt und konnte anschließend endlich die Katzenklo-Kamera hinzufügen. Ende gut, alles gut?

2. Stolperstein

Ich konnte zwar die Kamera in der Station hinzufügen und angeblich funktionierte sie auch (sie war verbunden, es wurden Aufnahmen angefertigt und im Livestream eine Bitrate angezeigt). Leider war der Livestream einfach nur grau und die Aufnahmen ließen sich in der Station nicht abspielen („Falsches Format“). Nur lokal mit dem VLC ging es. Nachdem ich alle möglichen Einstellungen probiert habe (so viele sind es ja nicht) und alles kein Erfolg brachte, hab‘ ich mich an den HiKam-Support gewandt. Von dort kam auch relativ zügig eine erste Mail zurück mit der Aussage „die Kamera haben wir noch nicht mit der Synology Surveillance Station getestet. Wir könnten das aber tun. Haben Sie schonmal folgende Einstellung probiert?“

Ja, die Einstellung hatte ich schon probiert und ja, es wäre super, wenn sie es mal selbst testen würden?! Warum brauchen die meine Erlaubnis dazu?! Keine Ahnung. Naja, auf jeden Fall entsprechend zurückgeschrieben und bis heute nichts mehr gehört. Also kurz bevor die Widerrufsfrist auslief zurückgeschickt und wie erwähnt das (günstigere) Vorgängermodell geholt. Das funktionierte wieder sofort. Muss man nicht verstehen aber am Ende des Tages wollen wir unsere Kameras und die dazugehörigen Aufnahmen alle an einem Fleck nutzen. Insofern benötige ich die Integration in die Station. Da kann die sonstige Technik so toll sein. Insofern: Vorsicht beim Kauf dieses Modells, wenn ihr ebenfalls einen Synology NAS nutzt/nutzen wollte.

Themenwechsel

Docker auf dem Synology NAS

Kommen wir nun zurück zur Reihe „Der Webmaster spielt Werke von Ubisoft“. Ja, mein Steam-Profil behauptet zwar, dass ich zum Verfassungszeitpunkt 400 Stunden in den letzten Wochen auf Steam gespielt hätte. Aber das liegt an meiner ArchiSteamFarm, die ich mittlerweile auf dem NAS laufen lasse.

An dieser Stelle ein Typ für Synology NAS-Nutzer: Docker installieren, das Image „justarchi/archisteamfarm“ runterladen und die Konfigurationsdatei für den Roboter irgendwo auf dem NAS ablegen. Diesen Ordner dann im Container als Volume zuordnen und den Mount-Pfad „/app/config“ eintragen. Danach den Container starten und alles sollte soweit passen.

Was macht dieser Bot? Nun in meiner Konfiguration einfach die Trading Cards in den Spielen aus meiner Steam-Bibliothek farmen. Dauert noch ~4 Monate bis er damit komplett durch ist (ich hab‘ verdammt viele ungespielte Titel). Versaut zwar meine Statistik (er simuliert, dass ich den jeweiligen Titel spiele ohne ihn tatsächlich auf meinem Rechner starten zu müssen) aber auf normalem Wege würde ich an die sonst niemals im Leben alle rankommen. Und warum will ich an diese Steam Trading Cards rankommen? Einfach nur, weil es den Bot gibt und es damit ohne Zutun geht. Sonst nichts. Viele wandle ich in Badges um, wenn’s was Teures ist (speziell die Foil) verticke ich sie. Und die ganzen Coupons, die es für das Erzeugen der Badges gibt, verschenke ich größtenteils an die Gruppe Coupon Dumpster. Dort kann sich dann jeder die Coupons raussuchen, die er tatsächlich nutzen möchte. Gab‘ zwar mal jemand, der einem dafür tatsächlich auch ein paar Gems gegeben hat. Aber denen wurde der Aufwand zu groß und das Angebot entsprechend eingestellt.

Eine völlig sinnlose Angelegenheit, die ihr absolut nicht nachmachen müsst. Aber bin definitiv weit davon entfernt der einzige zu sein, der das tut.

Macht & Magie

Ich tummele mich also weiterhin sehr viel in Uplay…pardon, Ubisoft Connect. Splinter Cell: Blacklist habe ich in der Zwischenzeit erfolgreich auf „Perfektionist“ beendet (war nicht wirklich schwer), schon einige Stunden in Ghost Recon: Wildlands investiert und zuletzt endlich das Ende von Might & Magic X: Legacy erlebt. Das war vor kurzem in den Medien, weil es ebenfalls von Ubisofts 2021er Abschaltewelle betroffen war und diese – zumindest auf Steam – die Nebenwirkung hatte, dass man das Spiel nur noch bis zum Ende von Akt 1 erleben konnte. Danach kommt scheinbar irgendeine Art von DRM-Check und da der gegenüberliegende Server fehlt, schlägt dieser logischerweise fehl. Total bescheuerte Sache.

Ich mit meiner Uplay-Version war von der ganzen Thematik zum Glück nicht betroffen. Akt 1 hatte ich vermutlich vor der Abschaltung schon hinter mir gelassen und selbst die beiden DLCs (der Moew Dungeon und The Falcon and the Unicorn) konnte ich weiterhin erleben. Möglicherweise, weil ich bereits einen entsprechenden Spielstand hatte oder so. Keine Ahnung aber so konnte ich das rundenbasierte Rollenspiel tatsächlich noch voll und ganz „genießen“ und meine in einer Folge Christoph spielt anno 2014 begonnene Reise erfolgreich beenden.

Might & Magic X: Legacy (Herstellerbild)

Ich hatte zwar über die Jahre immer mal wieder ein wenig gespielt aber lange Zeit nur sehr kleine Fortschritte gemacht. Zu viele Kämpfe an denen ich mir die Zähne ausgebissen hatte und so bis dann doch endlich mal ein Groschen gefallen ist und es zumindest bis zum Ende etwas zügiger voranging. Ja, der Titel bietet definitiv eine Herausforderung vor allem, wenn die eigene Vier-Mann-Truppe vielleicht nicht so optimal ausgestattet/die Skillpunkte verteilt sind. Aber am Ende des Tages ist es schaffbar. Mit teils häufigem Nachladen aber es ist schaffbar. Vor allem entwickelt man dadurch bis zum Schluss neue Taktiken. Zaubersprüche, die man bislang überhaupt nicht benutzt hat werden plötzlich überlebenswichtig und so. Hat natürlich gleichzeitig den Nachteil, dass beispielsweise eine Truppe nur mit Kriegern besetzt es sicherlich noch viel schwerer hat.

Fazit

Eine Kaufempfehlung gibt es logischerweise aufgrund der Serverabschaltung keine mehr. Unterm Strich war das Hauptspiel für mich jedoch ein unterhaltsames Erlebnis. Solide 3 von 5 Sics quasi. Technisch selbst für 2014 nicht der Brüller (bloß nicht HDR aktivieren und es fehlen gefühlt viele Soundeffekte) aber trotzdem ein gut umgesetztes Old-School-Rollenspiel in einem interessanten Universum, welches Ubisoft ja leider ins Archiv verbannt hat. Gleichzeitig gibt es aber mittlerweile haufenweise Konkurrenz in diesem Genre. Speziell Legend of Grimrock 2 aus dem gleichen Jahr wischt mit der Ubisoft-Konkurrenz den Boden auf. Doch wie gesagt: Ich habe meinen Ausflug trotzdem nicht bereut. Es war mal wieder was anderes und im Gegensatz zu vielen anderen finde ich Ubisofts MIght & Magic-Universum ganz nett.

„Ganz nett“ gilt übrigens auch für den äußerst übersichtlichen Meow-Dungeon, den man damals noch mit Uplay-Punkten freischalten musste. Ein paar Rätsel, ein neues Setting (Wüste und Pyramide), viele vierarmige Katzen und ein anspruchsvoller Bossgegner. Unterhält für 30-60 Minuten. Gibt’s von meiner Seite aus nicht viel zu meckern. Der echte DLC, The Falcon and the Unicorn hingegen…darüber muss ich ein paar Zeilen mehr verlieren.

Der DLC

Zu The Falcon and the Unicorn, der am 27.3.2014 veröffentlicht wurde, gibt es echt wenig im Internet zu lesen/anzuschauen. Nicht einmal eine Komplettlösung oder ein Guide obwohl er auf dem Papier gar nicht so viel Inhalt hat. Stattdessen ist der Story-DLC anscheinend völlig untergegangen und die wenigen, die ihn tatsächlich spielen wollten, sind schon im ersten Level gescheitert. Deshalb möchte ich für die Nachwelt etwas genauer berichten:

Der DLC startet direkt nach dem finalen Bosskampf des Hauptspiels. Ihr werdet beim nächsten Besuch der Stadt Karthal im Auftrag von Herzog Oswin Unicorn festgenommen und für eure angeblichen Taten gegen das Imperium angeklagt. Eine Gerichtsverhandlung wird zwar versprochen aber nie stattfinden. Stattdessen werdet ihr einfach auf die Gefängnisinsel „Fort Laegaire“ verfrachtet mit dem Ziel euch dort bis ans Ende eures Lebens versauern zu lassen. Sie ist eine der zwei neuen Lokationen, die ihr im DLC besucht. Zum Glück gibt es eine Wache, die auf eurer Seite ist und euch den Schlüssel zu eurer Zelle gibt. Der Ausbruch kann beginnen! Anschließend geht es zum Sommerpalast der Imperatorin Gwendolyn Falcon, um Oswin davon abzuhalten seinen hinterhältigen Plan umzusetzen: Die Chefin heiraten, sie mit seinem Kind zu schwängern, sie nach der Geburt umzubringen und so seine Familie auf den Thron zu bringen. Spoiler: Unsere vier Helden schaffen das logischerweise rechtzeitig zu verhindern.

Schwierigkeitsgrad „Unmöglich“

The Falcon & The Unicorn (Herstellerbild)

Wie es sich gehört, wenn man Personen ins Gefängnis steckt, wird euch eure komplette Ausrüstung abgenommen – also bis auf eure Taschen voller Gold. Keine Ahnung, warum die Entwickler das übersehen haben aber es hilft euch im einzigen Hub des DLC etwas einzukaufen. Und das ist auch bitter notwendig, denn wie gesagt ist alles weg. Ihr bekommt es erst kurz vor der Flucht vom Felsen wieder. Aber bis ihr zum Hub gelangt, gilt es erst einmal an den Wachen vorbei zu schleichen. Werdet ihr gesehen, macht eine Gefängnistür auf oder legt einen Hebel um heißt es sofort „Game Over“. Echt nervig. Die Lösung ist aber recht simpel: An bestimmten Wänden (erkennbar an Gittern oben) könnt ihr anklopfen. Dann locken die jeweiligen Gefangenen den Wächter zu sich und der Weg ist frei. Kleine Rätsel quasi, die ziemlich einfach zu lösen sind, wenn man es mal verstanden hat.

Im Hub angekommen bekommt ihr ein bisschen ultraschlechte Ausrüstung geschenkt und könnt ein wenig einkaufen. Weniger schlecht als recht bewaffnet geht es dann zurück ins Gefängnis. Euer Ziel ist es an die frische Luft gelangen, um magisch nach Hilfe zu rufen und zudem die Ballistas auf den Mauern zerstören, damit besagte Hilfe nicht im Anflug getötet wird. Und jetzt das Problem: Ihr seid zwar Helden irgendwo auf Stufe >30 aber mit einer Ausrüstung, die höchstens für einen Helden der Stufe 1 ausreichend wäre. Gleichzeitig sind die Gegner noch einmal stärker als am Ende des Hauptspiels. Nur eure Zauberer haben noch halbwegs ihre alte Stärke, da die nur ihre Ausrüstung aber eben nicht ihre Fähigkeiten eingebüßt haben. Im Ergebnis ist trotzdem jeder Kampf eine mühselige Herausforderung. Ein falscher Klick, ein unglücklicher Würfelwurf und schon liegt eure ganze Truppe im Dreck. Und spätestens beim ersten Bossgegner, Perren, haben vermutlich 98% der Spieler einfach aufgehört. Der Typ kann mit einem einzigen Feuerball die gesamte Truppe töten und da Bossgegner immun gegen Statuseffekte wie „darf nicht zaubern“ sind, könnt ihr das absolut nicht verhindern.

Renn gegen die Wand!

Starker Boss hin oder her: Ich bin ja bekanntlich der „jetzt erst recht“-Typ, der nicht so einfach aufgibt. Und ich habe am Ende tatsächlich die Lösung gefunden. In diesem Fall war der „Trick“ sich zuerst voll und ganz auf den Bossgegner zu konzentrieren statt auf seine Handlanger. Mein Zauberer hat gebufft, geheilt und Stürme herbeigezaubert was das Zeug hält während meine Nahkämpfer auf ihn einschlugen. Im ersten Versuch mit der neuen Taktik hat es gerade so geklappt aber mein Zauberer war tot. Im zweiten Versuch hatte ich den Dreh raus und kam schon fast „locker“ durch. Das war definitiv ein befreiender Dark Souls-Moment.

Ich war also bereit Level 2 von Fort Laegaire zu betreten und einen weiteren nützlichen (Erd-)Zauberspruch zu entdecken, dem ich bislang überhaupt keine Beachtung schenkte: Harmonie. Euch erwarten an der frischen Luft nämlich buchstäbliche Gegnerhorden, die zudem Inquisitoren dabeihaben. Die Typen heilen nicht nur fleißig, sie schläfern eure Mannen auch noch ein. Müssen also schnellstmöglich das Zeitliche segnen. Zwei davon gleichzeitig? Vergiss es. Der Zauberspruch „Harmonie“ sorgt dafür, dass fünf Runden lang euch alle Gegner außerhalb eines bestimmten Bereichs nicht angreifen. So könnt ihr kleinere Gruppen anlocken, erledigen, anschließend heilen und speichern und die nächste kiten. Dauert seine Zeit und brauchte ebenfalls einige Neustarts. Hat aber am Ende wunderbar funktioniert bzw. an der letzten Gruppe bin ich dank des Zaubers sogar einfach zum Bossgegner vorbeigeschlichen, habe den besiegt und anschließend meine Ausrüstung geholt (er hat den Schlüssel). Wieder voll ausgestattet waren die letzten auf Fort Laegaire verbliebenen Feinde kein großes Problem mehr.

Der 2. Teil des DLC

The Falcon & The Unicorn (Herstellerbild)

Nach dem Ausflug ins Gefängnis geht es erst einmal zurück in die normale Spielwelt. Die letzte Gelegenheit unerledigtes zu beenden, aufzurüsten und so weiter. Anschließend geht es zum Sommerpalast. Hier werfen euch die Entwickler eine riesige Gruppe von Gegnern nach der nächsten vor. Ein buchstäbliches Setpiece ist beispielsweise ein großer Platz am Hafen, der auffällig aussieht wie ein Schachbrett. Und wie soll es anders sein: Kaum betretet ihr in, wird eine komplette Armee zusammengesetzt wie Schachfiguren herbeigezaubert. „Harmonie“ war erneut mein bester Freund hier.

Kleiner Tipp am Rande: Die Lösung für die „Mysteriöse Krypta“ ist das Buch „Dynastien des Lichts“. Ihr müsst die Statuen in der Reihenfolge der Namen aus dem Buch aktivieren, um den Schatz zu bekommen.

Der Palast hat noch zwei Flügel (ein Quartier und eine Art Festhalle) in der euch erneut haufenweise Gegner erwarten. Diese sind aber komplett optional. Ja, ihr findet dort noch haufenweise Gegenstände und schafft vielleicht noch ein „Level up“ aber meine Ausrüstung hat sich im Laufe des DLCs nicht wirklich verändert. Gibt einfach nichts besseres mehr als das, was ihr im Hauptspiel schon gefunden habt. Das Finale erwartet euch dann im Palast. Erst zwei weitere Gegnertrupps (erneut ist „Harmonie“ mein Schlüssel zum Erfolg) und dann der Bosskampf gegen eine mächtige Justiziarin, die zwei Aktionen pro Runde durchführen kann. Hier haben Nahkämpfer dann vermutlich endgültig verloren. Die Dame hat einen Zauberspruch, der sie faktisch jeden Nicht-magischen Angriff ausweichen lässt. Das ist echt harter Tobak. Zum Glück müsst ihr sie „nur“ auf ca. 50% ihrer Lebensenergie runterbringen bevor die Imperatorin den Kampf stoppt und das Spiel endgültig vorbei ist.

Fazit zum DLC

Ich war echt froh als ich Adria besiegt hatte. Diese Gegnermassen, die euch die Entwickler im DLC vor die Füße werfen, waren einfach viel zu viel des Guten. Ja, ich habe es am Ende geschafft und reihe mich damit in einen sehr exklusiven Kreis ein. Ich war aber zu dem Zeitpunkt auch selbst sowas von fertig mit dem Spiel (eigentlich schon nach dem Bossgegner der Hauptgeschichte), dass es mir keine wirkliche Befriedigung mehr bereitete den endgültigen Abspann zu bewundern. Technisch gesehen hat der DLC vermutlich nicht mehr als 30-60 Minuten Inhalt aufgebläht auf mehrere Stunden dank der beinharten Kämpfe und der vielen Neustarts. Insofern: Es war ein taktisch extrem anspruchsvolles Erlebnis, das mich neue Seiten des Spiels kennenlernen hat lassen und dadurch definitiv einen gewissen Reiz hatte. Aber verpasst habt ihr trotzdem nichts, wenn ihr diesen DLC niemals in eurem Leben selbst erfahrt. Dann doch lieber Legend of Grimrock (Fantasy) oder Vaporum (Steampunk).

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