Shaun White Snowboarding

 

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Das Spiel des Jahres – ganz einfach! Warum? Weil es erstmals seit Ski or Die wieder ein Spiel ist, in dem das Werfen mit Schneebällen auf andere Leute ein wichtiges Spielelement ist! Allerdings muss erst der Schock über die Grafik überwunden werden, denn die maximale Auflösung liegt bei 1280x720 und wer nicht im Besitz eines Widescreen-TFTs ist, wird mit schön breiten Balken oben und unten begrüßt. Zusätzlich unterstützt der Titel kein Anti-Aliasing, was die niedrige Auflösung noch einmal mehr schmerzhaft in Erinnerung ruft. Nur die Animationen können wirklich überzeugen und liegen gleichauf mit vergleichbaren Spielen. Dafür kann der Titel aber spielerisch punkten.

Nachdem der Spieler einen Charakter erstellt hat, geht es ab auf eine von vier Bergregionen. Dort darf man sich dann in einem riesigen Areal vollkommen frei bewegen und nach Herzenslust austoben. Verteilt auf den Strecken gibt es aber auch diverse Challenges wie Todesrennen, in denen der Einsatz von Schneebällen ausdrücklich erlaubt ist, oder Trickchallenges, denn Shaun White Snowboarding ist im Kern ein Tony Hawk’s Pro Skater im Schnee. Selbst die Namen der einzelnen Tricks und Stunts wie "Melon" oder "Indy" kommen Skatern sehr bekannt vor. Die Steuerung hat sich Ubisoft Montreal allerdings nicht von Neversoft abgeschaut, sondern von EA Black Boxs Skate. Anstatt die Combos also durch das gleichzeitige Drücken von Tasten auszulösen, wird der Großteil der Arbeit mit Hilfe der beiden Analogsticks erledigt. Dementsprechend ist der Titel auch mit der Tastatur quasi unspielbar und macht nur mit einem halbwegs aktuellen Gamepad wirklich Spaß. Und selbst dann ist die Steuerung zu Beginn sehr ungewohnt und benötigt ein wenig Einarbeitungszeit bevor die ersten Tricks und Stunts wirklich gut gelingen und das Punkte- und Geldkonto endlich nach oben geht.

Und so weiter und so fort

Das Geld wird nicht nur dafür gebraucht um den eigenen Charakter mit cooleren Klamotten auszustatten, sondern auch um andere Snowboards zu kaufen. Während der Charakter keine Statistiken besitzt, wird die eigene Leistung stark vom jeweiligen Board beeinflusst. So gibt es Freestyleboards, die ausgeglichene Werte aufweisen und damit nicht immer die beste Wahl sind, genauso wie spezielle Rennboards, die voll auf Geschwindigkeit ausgelegt sind.

Lose zusammengehalten wird das Spiel von Shaun White höchstpersönlich, der dem Spieler die Aufgabe gibt große Münzen einzusammeln, die auf den Strecken verteilt sind. Jeweils nach dem Einsammeln von 12 Stück, erhält man Zugriff auf eine weitere der Fokusfähigkeiten. Diese verstärken auf Knopfdruck temporär zum Beispiel den Bodycheck oder geben einen Tempoboost. Die jeweils neugelernte Fähigkeit wird dann auch gleich benötigt um die nächsten 12 Münzen zu sammeln. Das alles ist ein ganz netter, roter Faden aber als motivierende Hintergrundgeschichte taugt dies nicht.

Motivieren müssen sich der Spieler oder die Spieler schon selbst gegenseitig. Dadurch, dass im Multiplayer auch die komplette Einzelspielerwelt für bis zu 16 Spieler gleichzeitig bereitsteht (auch im LAN), gibt es keinen Grund warum man es überhaupt offline starten sollte. Außerdem gibt es spezielle Challenges, die nur im Multiplayer bestritten werden können (darunter eine "King of the Hill"-Schneeballschlacht).

Fazit

Grafisch verliert Shaun White Snowboarding massiv gegen Pure, dem einzigen vergleichbaren PC-Titel des Jahres in dieser Kategorie. Aber nicht nur weil das Genre so leicht besetzt ist und auch das letzte, gute Snowboardspiel schon eine Weile her ist, ist Shaun White Snowboarding eine klare Empfehlung für Fans. Spielerisch ist der Titel über alle Zweifel erhaben und kann mit der Konkurrenz mithalten, auch wenn er keine wirklichen Innovationen bietet. Das Geschwindigkeitsgefühl ist gut, die Umsetzung ist solide (keine Bugs oder Abstürze bislang), die Steuerung funktioniert und die Jagd nach der nächsten Highscore ist immer noch der größte Motivationsfaktor. Ach und habe ich schon die Schneebälle erwähnt, die man anderen Nichtspieler- und Spielercharakteren voll ins Gesicht werfen kann?

Shaun White Snowboarding kostet bei OkaySoft derzeit 28,90€. Die deutsche Version ist ungeschnitten, multilanguage und benutzt keinen Kopierschutz. Nach der Installation wird die DVD nicht im Laufwerk benötigt und der CD-Key wird anscheinend nur zum Online spielen gebraucht (allerdings inkl. Ubisoft-Konto).[CH]

(Veröffentlicht am 15.12.2008)