play vanilla

 

Diskussion

Ich halte gerade die Erstausgabe der play vanilla in den Händen. Ich hab die mir am Mittwoch geholt aber noch nicht angeschaut weil ich quasi eine Livedokumentation meines Ersteindrucks vornehmen möchte. Ich werde also jetzt das Magazin von vorne beginnend durchgehen (natürlich nicht jetzt alles lesen) und meine Eindrücke hier niederschreiben. Wie detailliert das Ganze ausfällt und ob ich bis zum Ende komme, kann ich noch nicht beurteilen. Wichtig ist aber zu beachten, dass dies natürlich ein absolut subjektiver Eindruck eines Mannes ist, der Erfahrung mit normalen, Männerorientierten Spielezeitschriften und den dazugehörigen Games hat. Lasst uns einfach beginnen:

Zuallererst fällt das ungewöhnliche Format auf. play vanilla ist nur etwas größer als ein DINA5-Blatt was sie sehr handlich macht (wahrscheinlich passend für die handelsübliche Handtasche) aber ich denke, dass dies im Heft selbst dann in einen Nachteil umschlägt. Sie hat sowieso nur 146 Seiten und da stelle ich es mir bei dem Format zum einen schwer vor längere Texte und vor allem große Screenshots unterzubringen. Das Titelblatt bietet ansonsten das übliche Bild von überladener Werbung. Allerdings sieht man schon hier deutlich an welche Zielgruppe sich das Ganze wendet mit Überschriften wie "Fit Wii nie - Die neuen Schlankmacher: Wii und Eyetoy im Fitness-Test!". Ganz besonders komisch finde ich die Werbung in der rechten Ecke (guckt als Teil der Mitmachkarte auch noch einmal aus dem Heft heraus) die Werbung "Paris Hiltons PSP - play vanilla verlost ihr handsigniertes Goldstück". Wenn das kein Deadgiveaway ist, dass es sich hier um eine Frauenzeitschrift handelt, dann weiß ich auch nicht. Weiter auf dieses Thema eingehen werde ich allerdings nicht.

Besonders gut an der Titelseite gefällt mir das Bild welches eine Dame mit einem Nintendo DS in der Hand zeigt, die in die Kamera lächelt. Würde die weiße Phase der PC Action zurückkehren, würde ich mir statt den aufgetakelten Pornoludern sowas wünschen, da es relativ realistisch, schlicht und erwachsen wirkt und trotzdem ein hohes Maß an Sexappeal ausstrahlt.

Seite 2: Werbung für Harvest Moon für den DS - Zweites Anzeichen dafür, dass man eine Frauenzeitschrift liest.

Seite 3: Das Editorial erklärt zum einen die Beweggründe für diese Zeitschrift und zum anderen versucht es ein Bild der typischen Spielerfrau zu zeichnen. Wirkt in Verbindung mit dem Bild eines Models (Typ: Idealfrau), dass eine Wii in der Hand hält doch etwas verwirrend. Es wird aber auch der Aufbau des Magazins erläutert. Und ist es nicht nach Action/Echtzeitstrategie etc. pp. unterteilt wie bei den meisten anderen Spielezeitschriften sondern hat sich zum Ziel gemacht die Spiele nach der Spielzeit einzuteilen. Somit gibt es die Rubriken Short Play (Spiele die man auch mal 15 Minuten in der U-Bahn zocken kann), Happy Hour (Spiele bei denen man ne gute Stunde Zeit mitbringen sollte für das gelegentliche Zocken) und die Ladies Night (für die richtig dicken Dinger). Diese Aufteilung finde ich gar nicht mal so schlecht und ist äußerst innovativ muss ich sagen.

Seite 4: Hier wird kurz vorgestellt für welche Hardware die play vanilla Spiele und Zubehör testet. Kurz gefasst fallen darunter alle Konsolen, PCs und Handys.

Seite 6 + 7: Informationen zum Gewinnspiel und noch mehr schwachsinnige Mädchenpreise (ein Sims-Handy das mit Swarovski-Kristallen besetzt ist - samma geht’s noch?). *schnell weiterblätter*

Seiten 12 - 27: Interviews mit "weiblicher Prominenz die spielt" von der ich aber nur Anastasia Zampounidis (eine echt geile Frau - um mal kurz meine Hormone durchblitzen zu lassen) und Regina Halmich kenne. Zwischendrin ist neben Eigenwerbung auch Werbung für Spiele wie "Isabell Wert Reitsport" zu finden - Spiele von denen ich wohl zu Recht noch nie was gehört habe und die wohl selbst für die Zielgruppe nicht empfehlenswert sind.

Seite 28 + 29: Ein sehr dürftiger Bericht über den PS3-Launch in Berlin. 1 ½ der zwei Seiten sind bedeckt von 3 Fotos und einer Überschrift...

Seiten 30-33: Preview zum Spider-Man 3-Spiel. Interessiert mich jetzt weniger aber der Film wird sicher geil!

Seite 34 + 35: Bericht über MySims (Vorsicht ein Besuch der Webseite ist tödlich, wenn man die Boxen an hat!) der Knuddelversion von "Die Sims" was für die Wii kommt. Fast so schlimm wie Hello Kitty.

Seite 36: Interview mit einer Designerin von MySims.

Seite 37: Werbung für Bounty Bay Online. Ich finde es erschreckend dass immer die mülligsten MMOs Werbung en mass machen.

Seite 38: ANNO 1701 für den DS.

Seite 39: Werbung für die Role Play Convention. Kommt mir doch etwas fehlplaziert in solch einer Zeitschrift vor, denn in der Domäne der Pen & Paper RPGs und Tabletopgames ist kein wirklicher Zuwachs an Frauen zu verspüren weshalb ich bezweifle, dass sehr viele Leserinnen diese Werbung überhaupt zur Kenntnis nehmen werden. Aber vielleicht täusche ich mich ja auch. Die Convention ist auf jeden Fall fett und ich finde es schade, dass ich nicht hinkomme.

Seite 40: Preview zu GoPets - Noch ein so ein totales Mädchenspiel, welches passenderweise von Konami kommt.

Seite 41: Brooktown High: Senior Year. Aus der Kategorie "Ich weiß schon warum ich das nicht kenne.", lese ich hier, dass dies eine Dating-Simulation für die PSP ist - allerdings mit einem Strip-Poker-Minigame?!?
Seite 42 + 43: Herr der Ringe Online. Ah, endlich ein Männerspiel. Das Preview bietet einen sehr oberflächlichen Einblick in das Game aber dafür sind die Screenshots für die Größe ganz in Ordnung und zahlreich.

Einschub: Der oberflächliche Eindruck entstand auch schon vorher bei den anderen Previews. Der Text ist kurz bis teilweise sehr kurz und bietet sehr wenige Infos dafür gibt es aber immer einige Screenshots deshalb vermute ich, dass Frau gar nicht so viel über die Details wissen möchte sondern quasi die Grafik den auschlaggebenden Kaufimpuls bringt.

Seiten 44 - 47: War Herr der Ringe Online wenigstens noch ein bisschen frauenfreundlich, gibt es nun ein Bericht über den kommenden "Blut & Morde"-Blockbuster Assasin‘s Creed. Interessant an dem Bericht ist, dass sie Jade Raymond (ihres Zeichens Projektleiterin) in den Vordergrund stellen. Das ist ein lobenswerter Touch. Am Ende des Previews prankt dann auch noch eine Grafik "Vorsicht Splatter!".

Seiten 48 + 49: Hat der Beginn der Zeitschrift zwar schon grundsätzlich den Begriff "Frauenzeitschrift" herausgeschrien, folgt auf diesen Seiten der ultimative Beweis: Vorstellung von solch tollen Accessoires wie die Popblasterhandtasche oder modische IPod-Hüllen.

Seiten 50 + 51: Danach folgt gleich die nächste Schreckensbotschaft: Ein Bericht über "Mittendrin" - die Handysoap. ARGH!

So hier schließ ich den Eintrag erst einmal, da wir schon auf Seite 3 sind. Soweit zusammengefasst kann man sagen, dass der Schreibstil nicht wirklich anspruchsvoll ist und Technikgesülze sogar gänzlich vermieden wird. Dafür dominieren viele Bilder mit aussagekräftigen Untertiteln und dem üblichen Frauenmagazine-Stil (Profilbilder auf denen kein Fältchen zu sehen ist oder Bilder mit dem zugehörigen Mann, auf denen sich die Darsteller ganz dolle freuen). Also im Prinzip, wie bereits vermutet und eigentlich auch logisch -> Insgesamt ein typisches Frauenmagazin.[CH]

(Veröffentlicht am 20.04.2007)