Sicarius

Film Special

Aus Gründen der persönlichen Faulheit (Recherchieren ist ermüdend), verschiebe ich noch einmal meinen Kommentar zu Peter Moores (Präsident von EA Sports) und Peter Zettenbergs (Buisness Development Manager bei Microsoft Games Studio Europa) tollen Aussagen, die wieder einmal ihre „liebevolle“ Beziehung zum PC verdeutlichen. Stattdessen lass ich mich mal über drei Filme aus – da kann auch jeder mitreden. Bevor wir beginnen, warne ich jedoch ausdrücklich vor Spoilern!

Aviator – Leonardo DiCaprio. Lange Zeit gehörte ich zu der Fraktion, die dieses Milchgesicht nicht sehen konnten. Ich gebe aber zu, dass Titanic insgesamt viel zu dieser Einstellung beigetragen hat. Aber Filme wie Catch me if you can oder The Departed haben meine Einstellung zu ihm durchaus geändert. Zwar ist er immer noch ein Milchgesicht aber seine schauspielerische Leistungsfähigkeit steht tatsächlich außer Frage und besonders in der Rolle als Howard Hughes in Martin Scorseses The Aviator wird dies deutlich.

Basierend auf dem Buch Howard Hughes: The Secret Life von Charles Higham, erzählt der Film einen Teil der Lebensgeschichte des berühmten Luftfahrpioniers und Filmproduzenten Howard Robard Hughes Jr. Beginnend bei den Dreharbeiten von Hell’s Angels, von dem es bis heute keine anständige DVD gibt, geht es bis zum Jungfernflug der wohl noch berühmteren „Spruce Goose“. In wieweit die Darstellung des Mannes „Howard Hughes“ dabei natürlich der Realität entspricht und wie sehr sie für das Buch und den Film entsprechend stilisiert wurde, ist natürlich ein anderes Thema. Aber selbst ein biografisches Drama soll ja den Zuschauer in erster Linie unterhalten und erst im zweiten Schritt ein Porträt der Person zeichnen.

Gelungen ist dies Martin Scorsese auf jeden Fall, besonders durch die glaubwürdige Darstellung des Hauptcharakters durch Herrn DiCaprio. Aber die noch größere Leistung hat natürlich Robert Richardson vollbracht – und dafür auch verdient den Oskar für die beste Kinomatografie erhalten. Alles ist einfach atemberaubend in Szene gesetzt, auch wenn ein paar Flugsequenzen, die angeblich nicht CGI sondern mit Modellen gemacht wurden, sehr künstlich wirken. Der gesamte Look des Films ist durchaus bereits ein beachtliches Meisterwerk für sich. Am meisten überrascht hat mich jedoch die Besetzung.

Hier hat der Herr Regisseur tatsächlich alle Register gezogen und Größen wie Alec Baldwin, Alan Alda, Brent Spiner (okay – Geekfaktor :) ) und einige mehr eingespannt. Selbst William Dafoe gibt sich ein kurzes Gastspiel. Alan Alda (M*A*S*H) mal wieder außerhalb des Fernsehens zu sehen war für mich persönlich jedoch das absolute Highlight. Er hat es einfach trotz grauer Haare immer noch voll drauf.

Um die Lobeshymne also abschließend zusammen zu fassen: Wer mit dieser Art von Film etwas anfangen kann, sollte zuschlagen. Die fünf Oskars und elf Nominierungen sind definitiv nicht unverdient.

Angel Heart “ Mein erster Gedanke nach dem Abspann war ein „Hä?“, und auch jetzt kann ich immer noch nicht sagen, ob der Film jetzt ein brillanter Psychohorrortrip war oder Alan Parker absolut nicht wusste, was er mit seinen hochkarätigen Schauspielern anfangen sollte. Der Film basiert auf dem Buch Falling Angel von William Hjortsberg und die Geschichte geht so:

Ein gewisser Louis Cyphre (Robert De Niro) heuert den Privatdetektiv Harry Angel (Mickey Rourke) an um einen Typen namens Johnny Favourite zu finden. Dieser schuldet angeblich dem Herrn Cyphre noch irgendwas, ist aber seit einigen Jahren verschwunden. Harry beginnt also mit der Suche und fängt an überall rumzustochern. Und natürlich werden seine ehemaligen Gesprächspartner dann alle nach einander äußerst grausam ermordet (der schwarze Musiker erstickt an seinem eigenen Penis, die Dame in der obligatorischen Sexszene bekommt einen Schießprügel zwischen die Beine, etc.). Harry ist in allen Fällen hochverdächtig und zweifelt so langsam an seinem Verstand während er weiter durch eine komische Mischung von Voodoo und Satanismus stapft. Und am Ende löst sich alles in einer Fight Club-ähnlichen Storywendung mit mystischer Komponente in Luft auf.

Am Anfang war auch noch alles okay und man fühlt sich in einem guten Detektivfilm. Aber im späteren Verlauf wird die Sache irgendwie sehr verwirrend und äußerst seltsam. Besonders die Albträume, die Harry immer mal wieder hat, verstärken dieses Gefühl noch. Zwar ist mir im Nachhinein durchaus klar welche Symbolik zum Beispiel die äußerst komische Sexszene hatte, aber zusammen mit Szenen wie dem Voodooritual, ergibt sich doch ein undeutlicher Wust dessen Sinn mir sich nicht unbedingt gänzlich erschließt. Am Ende ist man jedoch wieder voll dabei, wenn selbst dem dümmsten Zuschauer schon vor der offiziellen Auflösung so langsam dämmert was hier eigentlich gespielt wird.

Abschließend kann ich also nicht sagen ob der Film jetzt gut oder schlecht ist. An der schauspielerischen Leistung gibt es auf jeden Fall absolut nichts auszusetzen. Zwar kann ich nicht ganz nachvollziehen, wenn Leute Robert De Niros Darstellung als die zweitbeste seiner Karriere bezeichnen, aber Mickey Rourke hat mir durchaus sehr gut gefallen. Außerdem hat Kinematograf Michael Seresin teilweise sehr beeindruckende Bilder geschaffen.

Aliens vs. Predator 2 – „I want to believe“ wären Mulders Worte, aber am Ende des Films würden ihn vermutlich auch starke Zweifel überkommen ob es noch einen Wert hat zu glauben. Zwar haben die Drehbuchautoren durchaus aus dem fast schon unterirdisch schlechten ersten Teil gelernt, aber AVP:R schafft es wieder nicht an die Größe von Alien oder die Atmosphäre des erstklassigen Spiels Aliens vs Predator 2 heranzukommen.

Die Geschichte selbst setzt direkt am Ende des ersten Teils an und beginnt mit der Geburt des Predalien an Bord des Predatorschiffs. Nachdem sich die Mischung aus Alienkönigin und Predator dann fröhlich durch das Schiff geschlachtet hat, stürzt es in der Nähe einer amerikanischen Kleinstadt ab und fängt logischerweise an Nachkommen zu zeugen. Währenddessen kommt das Notsignal des Predatorschiffs auf dem Predatorheimatplaneten an und Mister Big Boss himself macht sich auf um die Sache endgültig zu regeln. So weit so prinzipiell eigentlich ganz gut.

Auf menschlicher Seite kommen jedoch die üblichen Klischees zum Einsatz. Besonders schlimm ist dabei wieder die Teenyclique mit dem gutaussehenden Mädel, dem schüchternen Idioten und dem breitschultrigen Footballspieler. Als gäbe es auf der Welt nichts anderes…

Andererseits, und das dürfte eigentlich kein wirklicher Spoiler sein, bekommt man als Zuschauer zumindest die Genugtuung mit anzusehen wie, bis auf drei Leute, alle mehr oder weniger brutal über den Jordan geschickt werden. Besonders (jetzt richtig heftiger Spoiler) wenn die dumme Tussy voll an die Wand genagelt und in der Mitte zerteilt wird, ist das nicht nur etwas überraschend, sondern bringt auch eine gewisse Genugtuung mit sich.
Letzteres sieht man jedoch nur in der Extended Edition. In der normalen Kinoversion, bleibt die Dame vollständig. Aber in der dicken Century³ Cinedition sind sowieso wieder beide Fassungen drin – eine Tatsache, die ich hier mal lobend erwähnen muss! Persönlich finde ich die Extended dennoch besser. Wobei „besser“ natürlich immer noch mit äußerstem Durchschnitt gleichzusetzen ist.

Auf der einen Seite gibt es zwar keine vollkommen idiotischen Situationen, wie diese Herz-Schmerz Verabschiedung am Ende von Teil 1, aber dennoch ist die menschliche Seite des Films immer noch viel zu flach, klischeebehaftet und einfach störend. Hat man zu sehr Angst davor, dass die Zuschauer von zu viel Außerirdischen auf dem Bildschirm abgeschreckt werden? Wenn ihr schon eine menschliche Komponente braucht, dann nehmt einen starken, tiefgründigen Charakter wie es Ripley aus Alien oder Dutch aus Predator waren (okay, „tiefgründig“ ist bei letzterem eher *ähm*) sind, setzt ihn auf einer Raumstation oder einem ähnlich begrenzten Raum ab, schmeißt ein Alien und einen Predator dazu und arbeitet wieder mehr mit subtilen Horror. Das Piepsen des Bewegungsmelder läuft mir heute noch wesentlich kälter den Rücken runter als dieser Folterporn bei dem einer schwangeren Frau Alienbabies oral vom Predalien eingespeist werden.

Mal ganz abgesehen davon, dass das Predalien einfach eine bescheuerte Idee ist. Wenn ich dann im Making Of höre, dass im Originalscript das Predalien bereits in den ersten 15 Minuten gestorben wäre, frage ich mich ernsthaft was daran so falsch war, dass man es unbedingt ändern musste. Und lasst mich erst gar nicht anfangen mich über diesen „epischen“ Endkampf auf dem Dach auslassen…

Ich könnte mich noch stundenlang über den Film aufregen, aber es hat ja doch keinen Wert. Würde der Film Monster A vs. Monster B heißen, würde mich das alles vermutlich nicht einmal so stark stören. Aber zu beobachten wie bereits zum zweiten Mal anscheinend völlig unfähige Leute sich an der Umsetzung einer so genialen Grundidee versuchen, ist einfach nur traurig. Wenn ich an Teil 1 zurückdenke, glaube ich sogar, dass es Uwe Boll besser hinbekommen hätte. Dementsprechend empfehle ich allen lieber noch einen 10er draufzulegen und zur Alien Quadrioligy zu greifen – von den 9 DVDs hat man definitiv mehr. Und wenn es doch Aliens vs. Predator sein soll: ab zu OkaySoft und für 13 Euro die englische Gold Edition von Teil 2 kaufen!

Und damit gebe ich ab bis Montag!

5 Kommentare

hmmm..also ich fand aviator richtig schlecht und langweilig.. ausserdem viel zu lang und gestreckt. aber mir gefällt quasi kein film von scorsese, mit ausnahme von the departed. liegt also wohl daran, dass es der regisseur in meinen augen einfach nich drauf hat. (ich höre schon die weltweite bestürzung über diese aussage ^^)

naja, titanic fand ich hingegen echt cool :)

die andren beiden filme habsch nich gesehn.

The Departed ist meiner Meinung nach auch kein typischer Scorsese (trotzdem guter Film natürlich), wenn man sich seine anderen Werke so im Vergleich anschaut. Deswegen hat er es damit vermutlich auch geschafft endlich seinen verdienten Oskar zu bekommen :).

Und Titanic – vielleicht ist der Film ja wirklich supermegahypergeil aber ich hab halt damals beim Release ein Trauma davongetragen und hab mich seitdem noch nicht getraut ihn noch einmal anzuschauen :).

Richtig gezeigt werden nur zwei Morde wenn ich mich recht entsinne. Der Rest wird nur erzählt (die Penissache) oder nur das Ergebnis gezeigt (die Dame mit einem weißen Tuch das einen roten Fleck hat bedeckt).

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