Jetzt hat der Webmeister Call of Duty: Modern Warfare 2 auch mal gespielt. Sogar schon fast durch, denn so wirklich lang ist es nicht. Vermutlich sogar nochmal kürzer als der erste Teil. Zumindest ist so für Daueraction ohne Leerlauf gesorgt. Doch das Wichtigste ist sowieso die Frage nach der Flughafenmission, auf die sich derzeit alle stürzen – und ganz ehrlich: ich verstehe das Problem nicht. Die Mission ist einfach langweilig und nicht einmal ansatzweise so packend wie der bisherige Rest. Und sie ist schon gar kein Vergleich zu der anderen kontroversen Mission “Death from Above” aus Teil 1. Mit der hatte ich allerdings auch keine Probleme.
Und natürlich war ich der erste, der auf die Zivilisten das Feuer eröffnet hat (englische Version). Ist ja auch logisch: Die jungen Erwachsenen von heute kennen sowas wie Mitleid oder Moral eben nicht mehr. Und bei den Jugendlichen sieht es vermutlich noch schlechter aus. Andererseits ist die Mission wie gesagt auch vollkommen plump. Darin wird der Hauptgrund liegen, warum sie mich völlig kalt ließ. Emotionen abseits des Ärgers über die Zeitverschwendung ruft man in einem normalen Spieler so nicht hervor. Da braucht es schon etwas besser Ausgearbeitetes. Zum Beispiel das Ende von Mass Effect bzw. war der gesamte letzte Level absolut fantastisch. Aber das hatte ich letztes Jahr schon zu genüge erwähnt. Die Flughafenmission ist stattdessen nur zu einem Zweck da: zu polarisieren – und die meisten Medien haben diese Vorlage mit offenen Armen entgegengenommen. Klar, die Redakteure beschweren sich eben gerade darüber, dass die Mission so absolut sinnlos ist. Aber Hype bleibt Hype – egal wie man es verpackt. Das einzig richtige wäre dementsprechend gewesen die ganze Sache gar nicht erst mitzumachen. Da bin ich ganz froh, dass Jörgs Kolumne sich nicht speziell darauf versteift hat, sondern allgemeiner an die Sache herangegangen ist. Und ja, ich bin mir im Klaren darüber, dass ich mit diesem Absatz genau auf den gleichen Zug aufgesprungen bin.
Kommen wir deshalb zurück zum Spiel: Call of Duty: Modern Warfare 2 ist nicht mehr als Call of Duty: Modern Warfare. Dementsprechend gibt es auch die gleichen Ärgernisse, wie die ständig wieder erscheinenden Gegner, falls man sich zu lange an einer Stelle aufhält. Und die Missionen sind wieder (gefühlt) ohne Plan zusammengestöpselt – was allerdings auch positive Auswirkungen hat, wie ihr weiter unten Lesen werdet. Im Multiplayer ärgert mich hingegen, dass es keinen Serverbrowser mehr gibt. Ein massiver Fauxpas in meinen Augen! Ich hasse Match-Making – vor allem wenn es so ewig dauert dann auf einen Server zu gelangen. Wenn man aber mal im Spiel ist, dann ist der Mehrspielermodus immer noch erstklassig. Das Rangsystem motiviert wie eh und je, die Karten sind gut gemacht und es ist einfach angenehm anspruchsvoll und taktisch – nur den Hardcoremodus habe ich noch nicht gefunden. Vielleicht muss man den erst freischalten, wie die meisten Mehrspielermodi – noch so ein dämlicher Einfall der Entwickler. Im Einzelspieler stehen auf der Haben-Seite hingegen die gelungene Atmosphäre und die Abwechslung in den Missionen. Es ist zwar alles streng linear, dafür ist aber dank Skripts auch ständig irgendetwas los und da die Missionen über die ganze Welt verteilt sind (Stichwort “Zusammengestöpselt”), gibt es immer was anderes zu sehen und zu tun. Am meisten motivieren mich aber wieder die Zwischensequenzen. Ich mag einfach tiefe Bassstimmen, die sinnlos pseudo-philosophischen Scheiß daher labern, unterlegt von cool animierten Menüs voller Satellitenbildern und Drahtgittermodellen. Solch ähnliche Sequenzen waren auch ziemlich das Beste am 22. Bondfilm Ein Quantum Trost. Und auch Der Staatsfeind Nr. 1 wurde gerade durch diese Satelliten-Zoom-Sequenzen noch einmal cooler. Aber die Filme wären ein Thema für einen anderen Eintrag. In Bezug auf Call of Duty: Modern Warfare 2 bleibt hingegen nur noch eins zu sagen: wer lineare Shooter mag und schon mit Call of Duty: Modern Warfare seinen Spaß hatte, kann blind zugreifen. Es sieht immer noch gut aus, und macht sowohl im Mehrspieler- als auch Einzelspielermodus immer noch mächtig Laune. Nur das Patriotismusgeschwätz muss man halt ertragen können, aber das war ja bei Call of Duty schon immer so. Da der Titel sich in Steam einbindet, ist der Kopierschutz dieses Mal zumindest kein Hinderungsgrund. Zum Abschluss noch ein Bild aus einer der coolsten Sequenzen, die ich bislang erlebt habe:

Mmh, jetzt habe ich den ganzen Eintrag über Call of Duty: Modern Warfare 2 geschwätzt und wieder kein Wort zu Borderlands verloren. Naja, der nächste Eintrag kommt bestimmt – wobei am Montag vielleicht sogar schon Folge 16 des Podcasts veröffentlicht wird. Mal schauen wie es zeitlich hinhaut mit dem Schneiden.
Und damit gebe ich ab zu GamersGlobal. Da wird es am Wochenende den nächsten Test von mir zu lesen geben. Zu welchem Spiel verrate ich natürlich nicht :).

Majesty 2: The Fantasy Kingdom Sim (
geben. Besonders die Einstellung “DirectX 10 mit dynamischer Objektbeleuchtung” reißt in Sachen Grafik tatsächlich richtig was raus und hat mich von Beginn an positiver gestimmt. Klar, die Engine ist mittlerweile stark veraltet. Zwischen der DirectX 9- und DirectX 10-Darstellungen liegen aber in vielen Situationen trotzdem Welten. Viel wichtiger ist aber selbstverständlich, dass das gesamte Spiel nicht nur rund, sondern auch so viel besser als selbst S.T.A.L.K.E.R.: Shadow of Chernobyl ist. Die Bugfreiheit, der bessere Bedienkomfort, die lebendige Spielwelt – es passt nun fast alles. Ich habe nur den Besuch beim Reaktor vermisst. Der war einfach das Highlight des ersten Teils gegen das Pripyat nicht ankommt. Mein größter Kritikpunkt war jedoch das Ende. Ja, das Ende hat mich sogar regelrecht aufgeregt. Also richtig wütend gemacht. Ich rede hier von einem “den Controller in die Ecke schmeißen”-Aufregen. Dabei ist es weniger der subtile Cliffhanger, oder dass das Outro nur aus billigen Texttafeln besteht. Vielmehr stürzt das Spiel rund eine Stunde vor Schluss komplett ab. Gerade so als wäre den Entwickler nichts mehr eingefallen oder als mussten sie schnell fertig werden. Statt einem anständigen Abschluss wird eine überraschende Wendung gebracht, der eigentliche Hauptquest damit ohne den Spieler in einem Satz aufgelöst und das war es. Das ist kein befriedigendes Ende – das ist ein Schlag ins Gesicht. Aber gut, kaufen könnt ihr es trotzdem. Wie schon bei Bioshock ist eben der Weg das Ziel. Und der Weg ist wie im Test zu lesen angenehm lang, durchweg unterhaltsam und kostet nur 28 Euro.