Sicarius

Ruf der Pflicht

Jetzt hat der Webmeister Call of Duty: Modern Warfare 2 auch mal gespielt. Sogar schon fast durch, denn so wirklich lang ist es nicht. Vermutlich sogar nochmal kürzer als der erste Teil. Zumindest ist so für Daueraction ohne Leerlauf gesorgt. Doch das Wichtigste ist sowieso die Frage nach der Flughafenmission, auf die sich derzeit alle stürzen – und ganz ehrlich: ich verstehe das Problem nicht. Die Mission ist einfach langweilig und nicht einmal ansatzweise so packend wie der bisherige Rest. Und sie ist schon gar kein Vergleich zu der anderen kontroversen Mission “Death from Above” aus Teil 1. Mit der hatte ich allerdings auch keine Probleme.

Und natürlich war ich der erste, der auf die Zivilisten das Feuer eröffnet hat (englische Version). Ist ja auch logisch: Die jungen Erwachsenen von heute kennen sowas wie Mitleid oder Moral eben nicht mehr. Und bei den Jugendlichen sieht es vermutlich noch schlechter aus. Andererseits ist die Mission wie gesagt auch vollkommen plump. Darin wird der Hauptgrund liegen, warum sie mich völlig kalt ließ. Emotionen abseits des Ärgers über die Zeitverschwendung ruft man in einem normalen Spieler so nicht hervor. Da braucht es schon etwas besser Ausgearbeitetes. Zum Beispiel das Ende von Mass Effect bzw. war der gesamte letzte Level absolut fantastisch. Aber das hatte ich letztes Jahr schon zu genüge erwähnt. Die Flughafenmission ist stattdessen nur zu einem Zweck da: zu polarisieren – und die meisten Medien haben diese Vorlage mit offenen Armen entgegengenommen. Klar, die Redakteure beschweren sich eben gerade darüber, dass die Mission so absolut sinnlos ist. Aber Hype bleibt Hype – egal wie man es verpackt. Das einzig richtige wäre dementsprechend gewesen die ganze Sache gar nicht erst mitzumachen. Da bin ich ganz froh, dass Jörgs Kolumne sich nicht speziell darauf versteift hat, sondern allgemeiner an die Sache herangegangen ist. Und ja, ich bin mir im Klaren darüber, dass ich mit diesem Absatz genau auf den gleichen Zug aufgesprungen bin.

Kommen wir deshalb zurück zum Spiel: Call of Duty: Modern Warfare 2 ist nicht mehr als Call of Duty: Modern Warfare. Dementsprechend gibt es auch die gleichen Ärgernisse, wie die ständig wieder erscheinenden Gegner, falls man sich zu lange an einer Stelle aufhält. Und die Missionen sind wieder (gefühlt) ohne Plan zusammengestöpselt – was allerdings auch positive Auswirkungen hat, wie ihr weiter unten Lesen werdet. Im Multiplayer ärgert mich hingegen, dass es keinen Serverbrowser mehr gibt. Ein massiver Fauxpas in meinen Augen! Ich hasse Match-Making – vor allem wenn es so ewig dauert dann auf einen Server zu gelangen. Wenn man aber mal im Spiel ist, dann ist der Mehrspielermodus immer noch erstklassig. Das Rangsystem motiviert wie eh und je, die Karten sind gut gemacht und es ist einfach angenehm anspruchsvoll und taktisch – nur den Hardcoremodus habe ich noch nicht gefunden. Vielleicht muss man den erst freischalten, wie die meisten Mehrspielermodi – noch so ein dämlicher Einfall der Entwickler. Im Einzelspieler stehen auf der Haben-Seite hingegen die gelungene Atmosphäre und die Abwechslung in den Missionen. Es ist zwar alles streng linear, dafür ist aber dank Skripts auch ständig irgendetwas los und da die Missionen über die ganze Welt verteilt sind (Stichwort “Zusammengestöpselt”), gibt es immer was anderes zu sehen und zu tun. Am meisten motivieren mich aber wieder die Zwischensequenzen. Ich mag einfach tiefe Bassstimmen, die sinnlos pseudo-philosophischen Scheiß daher labern, unterlegt von cool animierten Menüs voller Satellitenbildern und Drahtgittermodellen. Solch ähnliche Sequenzen waren auch ziemlich das Beste am 22. Bondfilm Ein Quantum Trost. Und auch Der Staatsfeind Nr. 1 wurde gerade durch diese Satelliten-Zoom-Sequenzen noch einmal cooler. Aber die Filme wären ein Thema für einen anderen Eintrag. In Bezug auf Call of Duty: Modern Warfare 2 bleibt hingegen nur noch eins zu sagen: wer lineare Shooter mag und schon mit Call of Duty: Modern Warfare seinen Spaß hatte, kann blind zugreifen. Es sieht immer noch gut aus, und macht sowohl im Mehrspieler- als auch Einzelspielermodus immer noch mächtig Laune. Nur das Patriotismusgeschwätz muss man halt ertragen können, aber das war ja bei Call of Duty schon immer so. Da der Titel sich in Steam einbindet, ist der Kopierschutz dieses Mal zumindest kein Hinderungsgrund. Zum Abschluss noch ein Bild aus einer der coolsten Sequenzen, die ich bislang erlebt habe:

Schneemobil fahren in Call of Duty 2: Modern Warfare 2

Mmh, jetzt habe ich den ganzen Eintrag über Call of Duty: Modern Warfare 2 geschwätzt und wieder kein Wort zu Borderlands verloren. Naja, der nächste Eintrag kommt bestimmt – wobei am Montag vielleicht sogar schon Folge 16 des Podcasts veröffentlicht wird. Mal schauen wie es zeitlich hinhaut mit dem Schneiden.

Und damit gebe ich ab zu GamersGlobal. Da wird es am Wochenende den nächsten Test von mir zu lesen geben. Zu welchem Spiel verrate ich natürlich nicht :).

Sicarius

Grenzländer

Alle Welt spielt Call of Duty: Modern Warfare 2 nur der Webmaster, der war mit dem Update des Dragon Age Kompendiums, MobyGames und Borderlands beschäftigt. Sogar so beschäftigt, dass er für heute keinen anständigen Eintrag aufs virtuelle Papier gebracht hat. Was für eine Sauerei! Zumindest befinden wir uns mittlerweile im Endspurt. In spätestens vier Wochen sollte die Weihnachtszeit rum sein. Das meiste wird sogar noch diese Woche erscheinen (der 19.11. ist dick vollgepackt). Der Rest ist hauptsächlich Wii-Kram, den sowieso keine Sau interessiert. Oder wer will wirklich New Super Mario Bros. Wii spielen? Ich zumindest nicht – da nehm ich mir lieber den Abschleppwagen-Simulator 2010 (seit heute im Handel) vor. Er ist schließlich nicht umsonst ein heißer Anwärter auf die Auszeichnung “Spiel des Jahres 2009” bei allen großen Spielemagazinen.

Nun muss ich euch aber wirklich schon wieder verscheuchen. Ich brauche meinen Schönheitsschlaf. Zum Abschluss noch ein Screenshot von Borderlands oder besser bekannt als Hellgate-London-in-Richtig:

Borderlands

Am Donnerstag gibt es dann vielleicht den eigentlich für heute geplanten Angespielt-Bericht dazu, denn der Titel ist ein heißer Anwärter auf einen der NOCAs 2009. Ja, richtig gelesen – bald ist es wieder soweit! Obwohl es bei GamersGlobal sicherlich auch einen umfassenden Rückblick geben wird, sehe ich gar nicht ein die Bagdadsoftware NOCAs deswegen nicht zu vergeben. Zur Erinnerung (und um die Seite zu füllen) hier noch einmal die 13 Sieger (und ein Verlierer) von 2008:

Bestes Action-Adventure: Prince of Persia
Bestes Add-on: World of Warcraft: Wrath of the Lich King
Bestes Adventure: Edna bricht aus
Bester Arcadetitel: World of Goo
Bestes Remake: Sid Meier’s Civilization IV: Colonization
Bestes Rennspiel: Race Driver GRID
Bestes Rollenspiel: Mass Effect
Bestes Strategiespiel: Command & Conquer: Red Alert 3
Bester Shooter (1st Person) : Left 4 Dead
Bester Shooter (3rd Person) : Dead Space
Bester Soundtrack (Original) : WorldShift
Enttäuschung des Jahres: GTAIV
Überraschung des Jahres: Dead Space
Spiel des Jahres 2008: Mass Effect

Und die Begründungen dazu könnt ihr natürlich immer noch im dazugehörigen Artikel nachlesen.

PS: Thema und Gast für Podcast-Folge Nr. 16 stehen fest – und es ist dieses Mal keine der bereits hinlänglich bekannten Stimmen!

Sicarius

Die Mauer ist gefallen

Samstagmittag habe ich mich endlich dazu durchgerungen vollständig auf Windows 7 umzusteigen. Die entscheidenden Gründe waren, wie damals bei Windows Vista, natürlich Spiele. Es reicht, wenn ich so schon so viel neuinstallieren muss – da brauch ich nicht auch noch bei der ganz frischen Ladung das gleiche machen. Um 19:40 Uhr dann die allgemeine Verkündigung: Windows Vista ist in das ewige Datennirvana hinabgestiegen und die geteilte Festplatte war wieder vereint.

An den Umstieg auf Windows Vista kann ich mich zwar nicht mehr so deutlich erinnern, aber ich hatte zumindest das Gefühl, dass dieses Mal alles reibungsloser ablief. Selbst das anfängliche Installationsproblem war schneller und weniger umständlich gelöst als zuerst angenommen vermutet.

Für Google und alle Interessierten:

Ich hatte bei der Windows-Installation mit der folgenden Fehlermeldung zu kämpfen ->

“Beim Setup konnte keine neue Systempartition erstellt oder eine vorhandene Systempartition gefunden werden.”

Des Rätsels Lösung: Die SSD-Festplatte, auf die ich Windows 7 installieren wollte, war im BIOS nicht als erstes Boot-Device eingestellt. Ein relativ bekannter Fehler, der wohl bereits bei Vista auftrat. Verstehen tue ich ihn zwar nicht, aber behoben ist er entsprechend schnell und man braucht nicht erst die Festplatten abstöpseln. Das würde zwar auch helfen, aber wäre eben umständlicher.

Dafür hat Windows 7 nicht kapiert, dass Windows Vista installiert war. Ein Bootmanger wurde nicht erzeugt. Andererseits hatte ich so weniger Arbeit beim Löschen des alten Betriebssystems. War also auch zu verschmerzen.

Doch zurück zum Thema:

Es lief wohl auch deshalb alles reibungslos ab, weil ich dieses Mal richtig vorbereitet war. Ich wollte schließlich nicht noch ein drittes Mal Prince of Persia: Warrior Within von vorne beginnen, nur weil ich wieder nicht alle Ordner nach den Savegames abgesucht habe. Nein, dieses Mal wurde gründlich gearbeitet! Nur das Deaktivieren der Adobe Master Collection CS4 hatte ich zuerst vergessen. Zum Glück bemerkte ich es vor dem Formatieren, sonst hätte ich vielleicht Probleme gehabt. Ein Punkt der Zwangs-Online-Aktivierung, der mich auf jeden Fall nervt. Auch bei der Hardware gab es keine nennenswerten Probleme. Bis auf den Scanner-Treiber (Canon CanoScan 4200F) hatte Windows 7 alles dabei, oder konnte es zumindest herunterladen. Und nur die wenigstens musste ich dann noch manuell aktualisiert (Soundkarte, Grafikkarte). Für den Scanner reichte die Installation des Vista-Treibers um ihn in Gang zu bringen. Windows 7 ist eben doch nicht mehr als Windows Vista SP2…

Besucher Az: “Ist ja schön für dich, wenn alles so super geklappt hat, aber das interessiert uns doch überhaupt nicht. Die entscheidende Frage ist vielmehr: Wie macht sich die SSD?”

Gut macht sie sich. Zu einem Teil liegt es sicherlich auch am 64bit System und dem Gig mehr RAM, der nun zur Verfügung steht. Aber meine Maschine fühlt sich tatsächlich schneller an. Allein das Booten: besonders gegen Ende hat es teils Minuten gedauert bis Vista endlich meine Extra-Tasten auf der Tastatur aktiviert hatte und ich meine Progrämmchen öffnen bzw. überhaupt arbeiten konnte. Bei Windows 7 geht der Login-Bildschirm weg und ich bin in Sekunden voll einsatzbereit – richtig super. Und auch im normalen Arbeitsalltag merk ich Verbesserungen. Programme starten schneller, die Windows-Updates sind wahnsinnig fix installiert, sobald der Download beendet wurde und so weiter und so fort. Die volle Leistung kriege ich zwar nicht, dafür ist vor allem meine externe USB-Festplatte zu stark in das System integriert, aber ich bin tatsächlich glücklich mit der SSD. Und mehr Platz auf der Hauptplatte habe ich auch endlich. 50 GB wurde dann doch etwas eng. Der richtige Härtetest kommt für die SSD aber natürlich beim nächsten Podcast. Mal schauen ob ich mit Soundbooth jetzt auch etwas schneller arbeiten kann. Und ich warte auch immer noch auf meine 1 TB Speicherplatz für günstiges Geld – wenn es mal soweit ist, dann ist die alte Festplattentechnik definitiv gestorben.

Anekdote am Rande: Majesty 2: The Fantasy Kingdom Sim lief unter Windows Vista nur ein einziges Mal. Danach verweigerte es den Start mit einer Fehlermeldung (selbst nach Neuinstallation). Seit dem Umstieg auf Windows 7 kann ich es problemlos (und ausgiebig) zocken.

Ansonsten gibt es eigentlich wenig zu Berichten von Windows 7. Es ist, wie schon erwähnt, eben nicht viel mehr wie ein aufgebohrtes Windows Vista – was natürlich nichts Schlechtes ist. Stellenweise ist es aber auch wieder etwas gewöhnungsbedürftig. So muss man in den Windows Explorer erst einmal Zeit investieren um ihn wieder gangbar zu machen – oder wie Rondrer gleich komplett auf ein anderes Programm umsteigen – und der Button “Desktop anzeigen” ist nun rechts an der Taskleiste. Da benutzt ihn doch kein Mensch. Seitdem bin ich komplett auf [Win + D] umgestiegen. Zumindest konnte ich ohne Aufwand meine alte Taskleiste wiederherstellen (musste nur die Programmpfade anpassen) und komme trotzdem in den Genuss des neuen Gruppen-Features mit der tollen Vorschau. Auch etwas woran man sich erst gewöhnen muss, das sich aber am Ende als ganz nett bis nützlich herausstellt.

Die Benutzerkontensteuerung ist hingegen noch so eine Sache. Sie nervt zwar bei weitem nicht mehr so oft wie früher. Trotzdem frage ich mich, warum ich bei jedem Start von Fraps immer wieder den Button drücken zu müssen – warum gibt es da kein “immer Zulassen”-Button? Und auch das berüchtigte “als Administrator ausführen” hat mir schon einiges Kopfzerkratzen bereitet. Da wundert man sich, dass Winamp es nicht schafft sich die Dateitypen zu reservieren und muss feststellen, dass es a) nicht richtig installiert war, da ich einfach nur den Programmordner von der Vista-Partition kopiert hatte – und nicht richtig installierte Programme mag Windows 7 anscheinend überhaupt nicht und b) explizit als Administrator ausgeführt werden muss. Und so ist es mir in den letzten Tagen bei so einigen Programmen ergangen. Das ist zwar prinzipiell eine einmalige Angelegenheit, aber wenn etwas nicht funktioniert und man sich auf Teufel kommt raus fragt woran es liegt, kann es sehr frustrierend sein.

Mein Fazit bleibt: Wer immer noch Windows XP nutzt und halbwegs viel mit seinem Rechner macht bzw. spielt, für den gibt es keinen Grund mehr sich selbst nach acht Jahren noch dem Umstieg zu verweigern. Vista-Nutzer sollten hingegen schon überlegen, ob ihnen das kleine Upgrade die 100-150 Euro (Systembuilder) wert ist. Da DirectX 11 auch für Windows Vista bereits erschienen ist, gibt es außer einer verbesserten Performance tatsächlich keinen wirklichen Grund umzusteigen.

Sicarius

Ignorante Helden

Dragon Age, Dragon Age, Dragon Age. Bah! Geht mir weg mit dem Scheiß. Wenns schon Fantasy sein muss, dann doch lieber etwas originelles:

Majesty 2 Majesty 2: The Fantasy Kingdom Sim (Screenshots) – Den ersten Teil habe ich nie gespielt, aber was ich so gehört habe, hat sich am Spielprinzip nicht viel geändert. Und das ist immer noch sehr innovativ und macht viel Spaß.

Etwas andere Strategie

Grundsätzlich ist Majesty 2: The Fantasy Kingdom Sim ein Strategiespiel. Ihr zieht eure Basis hoch, produziert und verbessert Einheiten und erfüllt euer Missionsziel. Klingt soweit normal. Doch habt ihr eure Einheiten produziert, lassen die sich nicht herumkommandieren. Sie haben stattdessen ihren ganz eigenen Kopf. Damit sie trotzdem tun, was ihr von ihnen wollt, müsst ihr eine Belohnung aussetzen. Dafür setzt ihr eine der verschiedenen Flaggenarten (Angriff, Verteidigung etc.) auf das gewünschte Ziel und gebt ein wenig Geld aus. Je mehr, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass einer der Helden euren Quest annimmt und ausführt. Allerdings werden eure Mannen mit der Zeit auch anspruchsvoller. Für 100 Gold rennt spät in einer Mission keiner mehr irgendwo hin. Im Gegenzug geben sie das Geld dann aber auch wieder bei euch in der Basis aus. Ihr könnt nämlich Gebäude wie Schmieden oder Marktplätze. Da gehen dann die Helden hin und decken sich mit den Gegenständen ein, die ihr dort erforscht habt. In Gasthäusern hingegen heilen sich die Helden und treffen sich um in Gruppen zusammen loszuziehen. Zusätzliches Geld gibt es von euren Bewohnern, wenn der Steuereintreiber vorbeikommt sowie durch fahrende Händler, die jedoch beschützt werden wollen.

Monstermässiger Ärger

Wie in jedem guten Rollenspiel, kommen die Helden in verschiedenen Formen. Krieger, Zauberer, Heiler – alles ist vorhanden und will eigens bedient werden. Auch bei den Gegnern wird jedes Fantasy-Klischee abgearbeitet. Und ja: Ratten werden das erste sein, was ihr bekämpft. Der Grund: um eure Basis herum entstehen mit der Zeit zusätzliche Monstergeneratoren. Zuerst ist es nur ein Zugang zu den Abwasserkanälen (=Ratten), dann entsteht plötzlich ein Friedhof (auf dem ihr jedoch auch gefallene Helden wiederbeleben dürft) und aus allem kommen regelmäßig Gegner raus. Zerstören lassen sich diese nicht. Ohne anständige Verteidigung seht ihr also schon sehr schnell alt aus. Nur bereits von Spielbeginn an auf der Karte platzierte Monstergeneratoren können durch Helden zerstört werden. Das gibt genauso wie das Töten von Monstern gut Erfahrungspunkte, die euer Recke natürlich wie immer braucht um im Level aufzusteigen. Da ihr am Ende einer Mission immer einen Helden zum Lord befördern dürft, lohnt es sich auf sie aufzupassen. Lords könnt ihr dann in den Folgemissionen für einen sehr hohen Preis zurück ins Spiel bringen. Doch auch ihr seid nicht ganz untätig: In den Gildengebäuden, in denen ihr auch die Helden produziert, könnt ihr Zaubersprüche wie “Heilen“ erforschen. Die dürft ihr dann gegen ein geringes Entgelt jederzeit einsetzen. Aber Geld habt ihr nie genug…

Ungeschliffener Diamant

Und genau hier liegt das Hauptproblem des Spiels: Es wird sehr schnell, sehr schwer. Gold habt ihr nie genug und je länger eine Mission dauert, desto mehr Monster erscheinen direkt vor eurer Haustür. Wer da nicht von Beginn an jede Goldmünze richtig umdreht, wird massive Probleme bekommen – wird es aber erst spät merken. Hinzu kommt, dass die Helden stellenweise sehr egoistisch sind. Es kam mehr als einmal vor, dass ich zwei Helden (einen Krieger und einen Heiler) am selben Fleck gesehen habe und der Krieger fröhlich tot umgefallen ist, weil der Heiler sich lieber mit etwas anderem beschäftigt hat.

Grafisch ist das Spiel auch weit davon entfernt an heutige Standards anzuknüpfen. Zumindest ist sie in sich stimmig und bietet ein paar nette Details, die die Levels zum Leben erwecken (Killerkarnickel!). Das gilt auch für den Sound und die Musik, an denen ich nichts auszusetzen habe. Richtig abartig schlecht ist hingegen die deutsche Sprachausgabe. Ich weiß nicht was sich Koch Media dabei gedacht hat, aber besonders der Erzähler ist nur noch nervig. Jedes Mal wenn er wieder anfängt, hoffe ich, dass es bald vorbei ist. Da ist es etwas schade, dass man durch einen Patch zwar die Texte auf Englisch bekommt, aber nicht auch die Sprachausgabe.

Fazit: Definitiv einen Blick wert

Trotz dieser Probleme, vor allem der Schwierigkeitsgrad raubt mir die Nerven, gefällt mir Majesty 2: The Fantasy Kingdom Sim gut und ich beiße mich derzeit gerne durch die Missionen. Eben, weil es so viel anders ist als die typischen Echtzeitstrategiespiele. Außerdem erfährt man dadurch auch mal am eigenen Leib wie es einem NPC in einem Rollenspiel geht, der auf uns Helden angewiesen ist. Schaut euch also zumindest die Demo an und gebt dem Spiel eine Chance. Es ist definitiv ein Geheimtipp.

Die Vollversion gibt es entweder über Steam oder ganz normal im Handel für 35 bis 40 Euro. Kopierschutz ist wie bei allen Paradox-Spielen eine Onlineaktivierung, im Gegenzug braucht ihr die DVD dann nicht mehr im Laufwerk. Ach und Multiplayer gibt es auch, den habe ich aber noch nicht getestet. Da man aber auch in der Kampagne bereits gegnerische Lords platt machen muss, wird es vermutlich im Mehrspielermodus nicht viel anders sein.

Sicarius

Drachenzeit: Ursprünge

Es kommt heute eigentlich erst offiziell raus und trotzdem kann ich es schon nicht mehr sehen: die Rede ist natürlich von Dragon Age: Origins. Und doch kann ich das Thema immer noch nicht abhaken. Ihr wollt ja schließlich auch was von mir zu dem Thema lesen, wenn ich schon nicht Federführend den dazugehörigen Megatest verfasst habe – worüber ich ehrlich gesagt auch ganz froh bin. Ich bin hingegen für die begleitenden Sachen verantwortlich gewesen. Während die Origin-Stories bereits gestern Abend online gegangen sind, folgt heute ein umfangreiches HowTo-Special. Fast eintausend Screenshots habe ich nur dafür gemacht, um dann daraus unzählige Excel-Tabellen zu machen. Das war eine Arbeit, sage ich euch! Morgen folgt dann Jörgs und mein Weg durch das Spiel und Ende dieser oder Anfang nächster Woche vermutlich noch ein paar Worte zu den DLCs, die mit in der Packung sind.

Jetzt wollt ihr bestimmt auch meine persönliche Meinung zu Dragon Age: Origins wissen. Ganz ehrlich: mir hängt das Spiel derzeit echt zum Hals raus. Ich habe den letzten Monat einfach viel zu viel Zeit damit verbracht. Dementsprechend negativ würde vermutlich der ausführliche Durchgespielt-Bericht ausfallen :). Machen wir es deshalb ganz kurz: das Spiel ist weit davon entfernt perfekt zu sein, aber die PC-Version ist für Rollenspielfans auf jeden Fall ein Pflichtkauf – in der englischen Version. Die deutschen Stimmen sind teilweise echt grauselig. Müsste ich jedoch zwischen Risen und Dragon Age: Origins wählen, würde ich persönlich eher zu Risen greifen. Das hat einfach die schönere und liebevoller gestaltete Welt. Zudem dauert nicht jeder belanglose Dialog (Vorsicht: Übertreibung!) drei Stunden, genauso wenig wie die Kämpfe gegen Standardgegner.

Und obwohl Dragon Age: Origins meinen Alltag klar dominiert hat, blieb trotzdem noch Zeit einen zweiten Artikel “einzuschieben”:

Test zu Stalker: Call of Pripyat – Die Preview-Version, über die ich bekanntlich auch berichtet hatte, zeigte bereits einige gute Ansätze. Aber Abstürze im 30-Minuten-Takt und eine wirklich abstoßende Grafik ließen mich um den Zustand des Endprodukts bangen. Deses Mal wurde ich jedoch tatsächlich positiv überrascht und kann dem Spiel zu Recht eine Bagdadsoftware-Wertung von 4 von 5 Sics geben. Besonders die Einstellung “DirectX 10 mit dynamischer Objektbeleuchtung” reißt in Sachen Grafik tatsächlich richtig was raus und hat mich von Beginn an positiver gestimmt. Klar, die Engine ist mittlerweile stark veraltet. Zwischen der DirectX 9- und DirectX 10-Darstellungen liegen aber in vielen Situationen trotzdem Welten. Viel wichtiger ist aber selbstverständlich, dass das gesamte Spiel nicht nur rund, sondern auch so viel besser als selbst S.T.A.L.K.E.R.: Shadow of Chernobyl ist. Die Bugfreiheit, der bessere Bedienkomfort, die lebendige Spielwelt – es passt nun fast alles. Ich habe nur den Besuch beim Reaktor vermisst. Der war einfach das Highlight des ersten Teils gegen das Pripyat nicht ankommt. Mein größter Kritikpunkt war jedoch das Ende. Ja, das Ende hat mich sogar regelrecht aufgeregt. Also richtig wütend gemacht. Ich rede hier von einem “den Controller in die Ecke schmeißen”-Aufregen. Dabei ist es weniger der subtile Cliffhanger, oder dass das Outro nur aus billigen Texttafeln besteht. Vielmehr stürzt das Spiel rund eine Stunde vor Schluss komplett ab. Gerade so als wäre den Entwickler nichts mehr eingefallen oder als mussten sie schnell fertig werden. Statt einem anständigen Abschluss wird eine überraschende Wendung gebracht, der eigentliche Hauptquest damit ohne den Spieler in einem Satz aufgelöst und das war es. Das ist kein befriedigendes Ende – das ist ein Schlag ins Gesicht. Aber gut, kaufen könnt ihr es trotzdem. Wie schon bei Bioshock ist eben der Weg das Ziel. Und der Weg ist wie im Test zu lesen angenehm lang, durchweg unterhaltsam und kostet nur 28 Euro.

In diesem Sinne: Peggle!

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