Bagdadsoftware NOCAs 2008

 

Diskussion

Die Gewinner des No-One-Cares-Award, bestimmt und verliehen durch den Webmaster, in den jeweiligen Kategorien:

Bestes Action-Adventure des Jahres 2008: Prince of Persia

Oberflächlich scheint für Prince of Persia nur die visuelle Einzigartigkeit zu sprechen. Die negativen Aspekte mit sich wiederholenden Aufgaben, einer relativ offenen Welt, die mehr Verwirrung darstellt als Freiheit und eine störrische Kamera scheinen jeden Spielspaß zu ersticken. Aber hat man einmal das Gamepad in der Hand, entwickelt sich ein Flow, wie ihn kein Tomb Raider oder gar vorheriges Prince of Persia enthält. Man steht nicht erst fünf Minuten in einem Raum herum und überlegt wie es nun weitergeht. Man lässt sich von Elika die grobe Richtung zeigen und legt einfach los. Der Tod wird nebensächlich, da er nur einen kleinen Rückschritt darstellt. Dank Elikas Rückendeckung lässt er sich sogar in sehr vielen, aussichtlos erscheinenden Fällen noch im letzten Moment vermeiden. So springt, hüpft und hangelt sich der Spieler in einem rasanten Tempo und in einem Rutsch durch die anspruchsvollen Akrobatikeinlagen und erfreut sich an der Geschmeidigkeit der Bewegungen und Abläufe anstatt ständig jeden Sprung genau zu bemessen in der Angst alles noch einmal von vorne beginnen zu müssen.

Platz 2 & 3: Tomb Raider: Underworld, Rise of the Argonauts

Bestes Add-on des Jahres 2008: World of Warcraft: Wrath of the Lich King

Alleine der schiere Umfang der neuen Gebiete und der damit verbundenen neuen Quests und Dungeons hätten ausgereicht um ein würdiges Add-on darzustellen. Das zusätzlich auch noch die Levelbegrenzung um 10 Level angehoben, ein neuer Beruf und die erste Heroklasse Teil dieses Pakets sind, übertraf jede Erwartung die man an ein Add-on stellen konnte. Blizzard hat es geschafft mit World of Warcraft: Wrath of the Lich King das Spiel noch einmal differenzierter zu gestalten. Neue, interessante Mechaniken wie steuerbare Fahrzeuge und zumindest ansatzweise abwechslungsreichere Quests sind nur ein kleiner Teil der positiven Aspekte, die den Vorjahresgewinner World of Warcraft: The Burning Crusade noch ein weiteres Mal weit übertreffen und das Spiel noch besser machen.

Platz 2 & 3: The Lord of the Rings Online: Mines of Moria, Neverwinter Nights 2: Storm of Zehir

Bestes Adventure des Jahres 2008: Edna bricht aus

Eine Auflösung von mageren 800x600, eine handgezeichnete 2D-Grafik mit wenigen Animationen und ein leicht umständliches Inventar - klingt nicht gerade nach dem Adventure des Jahres . Aber sieht man über die technische Seite hinweg, erwartet einen das lustigste und durchdachteste Adventure der letzten Jahre. Die schrägen Charaktere und die überzogenen Dialoge entfalten ein Spiel, das weit davon entfernt ist sich selbst ernst zu nehmen. Dazu kommen logische Rätsel und interessante, neue Ansätze wie die Reisen in die Vergangenheit in denen der Spieler Edna nur indirekt durch Harvey steuert. Das alles ist mehr als genug Grund um mit Edna und Harvey in die absurden Tiefen des Irrenhauses hinabzusteigen und die Wahrheit zu finden.

Platz 2 & 3: Sam & Max - Season 2, Geheimakte 2: Puritas Cordis

Bester Arcadetitel des Jahres 2008: World of Goo

Lemmings hat mich Monate meines Lebens gekostet. Bridge Builder hat meinen Arbeitgeber damals während der Ausbildung viele Stunden unproduktiver Tätigkeit gekostet. Da war es nur logisch, dass mich ein Spiel, welches beide Prinzipien verbindet, fest in seinen Bann ziehen würde. Besonders wenn es auch noch glupschäugige Kreaturen enthält, die lustige Geräusche machen und eine Onlinehighscore zu immer wahnwitzigeren Bauten anspornt. Hinzu kommen anspruchsvolle Aufgaben, die aber immer schaffbar bleiben und so dazu motivieren es trotz unzähliger Fehlschläge doch noch ein weiteres Mal zu versuchen.

Platz 2 & 3: Audiosurf, Everyday Shooter

Bestes Remake des Jahres 2008: Sid Meier's Civilization IV: Colonization

Sid Meier's Civilization IV: Colonization zeigt, dass auch ein 13 Jahre altes Spielprinzip auch heute noch stundenlang Spaß macht. Und alles was es gebraucht hat war nur eine bessere Grafik, eine aktuellere Steuerung und ein paar, größtenteils sinnvolle, Neuerungen. Das Spiel will einfach nicht mehr sein als eine Neuauflage des Originals und aktualisiert nur das was das Original groß gemacht hat. Und da es das tut ohne größenwahnsinnig und zerstörerisch einzugreifen und mit aller Gewalt zu versuchen das Rad neu zu erfinden, hat es verdient den Sieg davongetragen.

Platz 2 & 3: King's Bounty: The Legend, Bionic Commando Rearmed

Bestes Rennspiel des Jahres 2008: Race Driver GRID

Codemasters hat sich mit Race Driver GRID auf das konzentriert, was in einem Rennspiel wichtig ist: das Fahren. So viel Spaß auch die Zerstörungsorgie Flatout: Ultimate Carnage und das Getrickse in Pure machen, nichts ist spannender als mit einem hochgezüchteten LMP1 die 24 Stunden von Le Mans zu bestreiten oder mit einem Formel 3 über den Circuit de Spa-Francorchamps zu brettern. Dank der bewährten aber immer noch fantastischen Grafik, macht es noch drei Mal so viel Spaß in den unzähligen Rennklassen Stoßstange an Stoßstange um den Sieg zu fahren. Und dank vieler unterschiedlicher Rennmodi, zu denen auch eher untypische wie Drift gehören, ist immer genug Abwechslung geboten. Auch die Kampagne, in der man einen eignen Rennstall zum Erfolg führen muss, motiviert dadurch trotz fehlender Hintergrundgeschichte ungemein. Die individuellen Einstellungsmöglichkeiten am Auto, das allgemeine Drumherum und die wirklich exakte Simulation mögen fehlen, aber das Ergebnis ist ein herausragendes und spaßiges Rennspiel bei dem das wichtigste, nämlich das Fahren, einfach stimmt und in allen Aspekten überzeugen kann.

Platz 2 & 3: Flatout: Ultimate Carnage, Pure

Bestes Rollenspiel des Jahres 2008: Mass Effect

Abseits der Hauptgeschichte hat Mass Effect so seine dicken Macken. Die Planeten und Umgebungen der Nebenquests sind öde und sehen immer gleich aus und auch die kleinen Geschichten können in der spielerischen Umsetzung nicht ihr volles Potenzial entfalten. Zusätzlich ist der statistische Teil des Rollenspiels mit Erfahrungspunkten, Skillpunkteverteilung und ähnlichem im Vergleich zu Schwergewichten wie Baldur's Gate geradezu lachhaft flach. Dafür besitzt der Titel eine Atmosphäre, die nur mit einer Kettensäge geteilt werden kann. Unterstützt durch die Grafik, die Animationen und die perfekte (englische) Synchronisation wirken die Welt und die Charaktere nicht nur lebendig - sie fühlen sich auch so an. Als Spieler wird man tatsächlich vollständig in das Universum hineingezogen und geht darin auf. Die Entscheidungen werden nicht mehr einfach so getroffen, dass sie zum vermeintlich besten Ergebnis führen. Man entschließt sich stattdessen aus dem Bauch heraus und akzeptiert die Konsequenzen. Man lässt sich von seinen Emotionen treiben und vom Zusammenspiel mit den anderen Charakteren leiten. Man steuert nicht mehr nur den Charakter Shephard - man ist Shephard. Und das ist eine Leistung, die kein noch so überragendes Gameplay übertrumpfen kann.

Platz 2 & 3: Drakensang, Sacred 2: Fallen Angel

Bestes Strategiespiel des Jahres 2008: Command & Conquer: Red Alert 3

Die Entscheidung kommt für die Jury genauso überraschend wie alle anderen. Hätte mir letztes Jahr jemand gesagt, dass ich in dieser Kategorie mal ein Command & Conquer als Sieger wählen würde, hätte ich ihn ausgelacht und vom Balkon gestoßen. Aber was EA Los Angeles mit Command & Conquer: Red Alert 3 geschafft hat, nämlich mich wirklich hinterm Ofen hervorgelockt und dazu angehalten es durchzuspielen, ist eine wirklich beachtliche Leistung für ein schnelles und unerbittliches Echtzeitstrategiespiel wie es Command & Conquer schon immer ist. Viel Anteil daran hat selbstverständlich der Koopmodus, der es auch schlechten Spielern wie mir erlaubt die KI zu meistern. Aber auch so ist der Einzelspielermodus wirklich ansprechend und motivierend gestaltet und verkommt nicht einfach nur zum langweiligen Trainingsplatz für Multiplayermatches.

Platz 2 & 3: Sins of a Solar Empire, Multiwinia: Survival of the Flattest

Bester Shooter (1st Person) des Jahres 2008: Left 4 Dead

Zombies töten. Hunderte von Zombies. Das allein würde schon für Platz 1 reichen. Aber Valve South (ehemals Turtle Rock Studios) hat es auch verstanden die coolste Sache neben Ninjas und Piraten in einen ansprechenden Team Shooter zu verpacken, bei dem es auch wirklich stark auf Teamplay ankommt. Der KI Direktor sorgt zusätzlich dafür, dass kein Spiel wie das nächste abläuft und man sich nie sicher sein kann wann von wo Zombies auf einen einstürmen. Noch cooler wird das Spiel jedoch im Versusmode in dem die Spieler nicht nur die Rolle der Überlebenden übernehmen sondern auch die der Bosszombies. Das ist nicht nur spannend und abwechslungsreich, es macht auch verdammt viel Spaß.

Platz 2 & 3: Crysis Warhead, Call of Duty: World at War

Bester Shooter (3rd Person) des Jahres 2008: Dead Space

System Shock 2 hat gezeigt wie viel Angst man ganz alleine an Bord eines Raumschiffs haben kann obwohl gerade nichts passiert. Dead Space versucht das gleiche, schafft es jedoch dank einer etwas schwachbrüstigen Hintergrundgeschichte und fehlendem, ikonischen Bösewichte nicht ganz die vorgelegte Hürde zu nehmen. Dennoch ist das Abenteuer an Bord der USG Ishimura ein furchteinflößendes Erlebnis, dass einen die Haare zu Berge stehen lässt. Dass das Spiel dabei auch technisch und spielerisch überzeugen kann und einige nette Ideen besitzt, wie das vollkommen in die Spielwelt integrierte HUD, verkommt da fast zur Nebensache. Vorsichtig durch die abwechslungsreich gestalteten Gänge zu schleichen, mit allen Sinnen auf Anschlag, und beim kleinsten Geräusch vor dem Monitor vom Stuhl zu fallen, ist bereits ein Erlebnis für sich. Das können keine Mechs (Lost Planet Colonies) und keine Zerstörungsorgie (Mercenaries 2: World in Flames) ausgleichen.

Platz 2 & 3: Lost Planet: Colonies, Mercenaries 2: World in Flames

Bester Spielesoundtrack (Original) des Jahres 2008: WorldShift

Wie das Spiel an sich, werfen auch die Komponisten Borislav Slavov und Victor Stoyanov viele bekannte Elemente in einen Topf und erschaffen daraus etwas gleichsam Gewohntes und doch Neues. Größtenteils mit einem klassischen Orchester und einigen Chorelementen aufgenommen und nur sanft mit leichten elektronischen Elementen versehen, werden die 51 Minuten nie wirklich langweilig. Während Jack Wall sich bei Mass Effect öfters dem Spiel unterordnet und so mit Stücken wie "Battle at Eden Prime" viel zu viel Belanglosigkeit in die ansonsten herausragenden und teils majestätischen Klänge mischt, schöpfen Borislav Slavov und Victor Stoyanov durchgängig aus den Vollen. Kein Lied gleicht dem vorherigen. Hier werden orientalische Elemente eingestreut, da indianische und doch wirkt alles aus einem Guss. Zusätzlich wird der Hörer mit Motiven konfrontiert, die er meint schon einmal gehört zu haben (war das nicht eine, aus der Matrix-Serie, bekannte Tonfolge mitten in Track 02? Und dort, in Track 07, klang das nicht verdächtig nach einem Element aus Gustaf Grefbergs Komposition zum Spiel The Chronicles of Riddick: Escape from Butcher Bay?) und oberflächlich betrachtet einem klassischen Filmsoundtrack entsprungen sein könnten. Und doch gibt es neue Facetten und subtile Nuancen die dem Ganzen ihren eigenen Stil aufdrücken. Dabei bleibt das Tempo insgesamt sehr hoch und selbst vermeintlich ruhige Passagen verwandeln sich urplötzlich in spannungsgeladene Instrumentalduelle.

Platz 2 & 3: Mass Effect, Command & Conquer: Red Alert 3

Enttäuschung des Jahres 2008: GTAIV

GTAIV hätte spielerisch das Zeug zum Spiel des Jahres , ja zum Spiel des Jahrtausends gehabt. Die riesige und lebendige Welt, die unzähligen Möglichkeiten und das herausragende Grafikgerüst wären bereits mehr als ausreichend gewesen. Aber irgendein Entscheidungsträger bei Rockstar wollte dies verhindern - mit Erfolg. Games for Windows Live, Rockstar Social Club und Securom in einem so doppelt und dreifach gesichertem Paket haben es erfolgreich geschafft den Weg ins Spiel wie ein eigenes Glücksspiel wirken zu lassen. Dazu kommen Hardwareanforderungen die selbst ein Crysis in den Schatten stellen, bei schlechterer Grafik, und eine ignorante Haltung der Verantwortlichen Personen bei Rockstar ("We are aware that a small number of fans are having problems[?]"), die nur mit einem Kopfschütteln kommentiert werden kann. So verkommt das ehemals sichere Spiel des Jahres zu einer der größten Enttäuschungen des Jahres .

Platz 2 & 3: Alone in the Dark, Assassin's Creed (Director's Cut)

Überraschung des Jahres 2008: Dead Space

Das bei Electronic Arts, trotz Strategieänderung, solch ein Werk überhaupt entstehen kann, war schon eine Überraschung an sich. Das sie damit aber auch noch EA Redswood Shore Studio beauftragten, die bislang eher solide aber nicht überragende Lizenzumsetzungen wie The Godfather oder die Tiger Woods PGA Tour-Serie produziert hatten, war ein weiterer Grund skeptisch zu sein. Dementsprechend überraschend ist mit Dead Space das Ergebnis dieser Arbeiten. Ein so bugfreies, technisch wie spielerisch hochwertiges und vor allem furchteinflößendes Spiel basierend auf einer neuen IP (egal von wem) hatten die wenigstens erwartet - ich inklusive.

Platz 2 & 3: Drakensang, Prince of Persia

Spiel des Jahres 2008: Mass Effect

Nicht ganz 22 Stunden habe ich zum Durchspielen gebraucht. 22 Stunden die ich nicht vermisse. 22 Stunden
die ich gegen (fast) nichts auf der Welt eingetauscht hätte. Ich hatte, dank Unreal Engine 3, mit technischen Problemen zu kämpfen und die Steuerung des Gummiballs in Form des Geländewagens Mako hat mich ab und zu in den Wahnsinn getrieben. Aber ich habe es ausgehalten. Der Geschichte, der Charaktere und des Universums wegen. Jeder noch so belanglose Dialog, jede noch so trivial erscheinende Entscheidung und jeden Eintrag im Codex (Ingamelexikon) habe ich gierig aufgesaugt und mich immer weiter in der Galaxie und vor allem Shephard verloren. Die Schicksale aller Beteiligten haben mich mehr interessiert als die Erfahrungspunkte oder die Kämpfe. Bis der Abspann über den Bildschirm lief war es ein fantastisches und emotionales Erlebnis, dass so nur eine exklusive Auswahl an vergleichbaren Spielen bietet. Deshalb ist Mass Effect nicht nur mein Spiel des Jahres . Es ist auch in meine persönliche Top10 der besten Rollenspiele aller Zeiten eingezogen. Eine Top10, die auch unbestrittene und doch genauso wenig perfekte Meisterwerke wie Deus Ex, Gothic II oder System Shock 2 enthält.

Platz 2 & 3: Race Driver GRID, Command & Conquer: Red Alert 3[CH]

(Veröffentlicht am 25.12.2008)