Star Wars Galaxies hatte mich die letzten 30 Tage ganz schön im Griff in Sachen Spiele. Den Account jetzt zu verlängern verlangte gar kein langes Nachdenken. Die Hauptgründe dafür sind weiterhin unverändert der Weltraumkampf und die Gilde, auch wenn ich langsam aber sicher auch auf dem Boden meinen Weg finde. Gestern war auch das erste Gildenevent in Form des Besuchs der heroischen Instanz “The Battle for Echo Base”. Leider konnte ich daran nicht teilnehmen, da mir als kleiner Level 27 Commando der Zugang noch versperrt ist. Und auch wenn ich in meiner Pilotenausbildung schon viel weiter bin, muss ich auch hier noch einiges an XP verdienen, bevor ich zumindest über diesen Weg reinkomme. Aber genug von Star Wars Galaxies und Spielen. Schauen wir stattdessen mal wieder auf die nicht interaktiven Medien (alle Links führen zu Amazon):
Hellboy + Hellyboy II: Die goldene Armee – Gleich vorweg: Ich habe die Comics nie gelesen. Nach dem Genuss der Kostenproben, die den Special Edition-Fassungen der beiden Filmen beilagen, werde ich auch nicht wirklich damit anfangen. Nichtsdestotrotz ist der erste Film eine klare Empfehlung wenn man mit Comicverfilmungen etwas anfangen kann.
Die Geschichte um eine Gruppe Abnormale, die freiwillig die Menschheit beschützen ist zwar nichts Neues, aber Guillermo Del Toro hat gute Arbeit bei der Umsetzung geleistet so das auch Nichtkenner auf ihre Kosten kommen. Dabei halten sich Gefühlsduselei und Action im Gleichgewicht und es gibt einen anständigen Bossfight am Ende. Ein wichtiger Punkt sowohl für Spiele als auch Filme. Und Ron Perlman ist, wie gewohnt, einfach eine coole Sau. Egal ob mit oder ohne tonnenweise Makeup ist er von der tiefen Stimme bis zur Körperhaltung richtig “badass”.
Darunter leiden natürlich die anderen Charaktere, die trotz guter Besetzung doch irgendwie nur im Hintergrund stehen. Besonders Ape Sapien hätte man rausschneiden können, ohne dass es jemand wirklich gemerkt hätte. Aber dieses Los teilen wohl alle Helden die mit “Ich spüre was”-Kräften ausgestattet sind. Der Charakter von Deanna Troi war zu Beginn von Star Trek: The Next Generation auch mehr ein Witz als eine sinnvolle Ergänzung des Casts.
Im zweiten Teil wurde deshalb wohl versucht ihm etwas mehr Zeit zu gönnen, was jedoch in meinen Augen vollkommen in die Hose gekommen ist.
Wie schon Emo-Spidy die prinzipiell gute Storyidee vom Kampf gegen sich selbst in Spider-Man 3 den ganzen Film zerstört hat, schwappt auch in Hellboy II: Die goldene Armee die Emotionswelle über. Herausgekommen sind so 115 Minuten, die am Ende mehr wirken wie eine Doppelfolge Beverly Hills 90210.
Es ist zwar schön, dass versucht wird den Charakteren Gefühle zu geben, aber irgendwann muss mit dem Geheule dann doch bitte einmal Schluss sein. Das Ende von Teil 1 hat doch bereits gezeigt, dass Hellboy und Liz im Bett landen. Warum muss die ganze Sache dann noch einmal mit einer moralischen Tragödie neu aufgeheizt werden, die sowieso nur dazu dient zum Showdown zu gelangen?
Schlimmer ist nur noch die Beziehung zwischen Ape Sapien und Prinzessin Nuala, die bis zum Ende unheimlich aufgesetzt wirkt und auch die Geschichte nicht wirklich vorantreibt.
Dabei hätte man so viel mehr machen können aus der Geschichte der Zwillinge Nuada und Nuala, ihrem unterdrückten Volk und der goldenen Armee. Aber am Ende enttäuscht selbst der Showdown, der einzige Zeitpunkt wo die ganzen Beziehungskarten wirklich ausgespielt gehört hätten um einen emotionalen Höhepunkt zu schaffen. Stattdessen erwarteten den Zuschauer ein kurzes CGI-Gewitter und ein witzloser Zweikampf. Dafür hätte man weder die goldene Armee noch die Elfen gebraucht…
Auf die völlige Sinnlosigkeit der B-Story um die öffentliche Bekanntmachung der Existenz von Hellboy und seinen paranormalen Freunden, gehe ich erst gar nicht an.
Zusammengefasst kann ich also nicht verstehen, warum Teil 2 bei IMDB höher bewertet ist als Teil 1. Er hat zwar seine guten Momente (die Trollmarktsequenz zum Beispiel) und Ron Perlman kann auch hier wieder überzeugen, aber der Versuch des Films am Ende mehr zu sein als eine Verfilmung eines Comics scheitert in meinen Augen kläglich und zieht das gesamte Erlebnis nach unten – genauso wie damals in Spider-Man 3.
Und nach den beiden Filmen jetzt noch ein paar Kurzkritiken:
Max Payne – Wer einen Actionkracher erwartet, der sich voll den Spielen ergibt, findet hier keinen Spaß. Wer jedoch über die fehlende Tiefe der Nebencharaktere und die Linearität der Geschichte hinwegsehen kann, bekommt einen ansprechenden visuellen Look und einen Mark Wahlberg, der Max Payne gut darstellt. Dazu kommen viele Momente, die anders als die Holzhammerverweise in Hitman, subtil Erinnerungen an den ersten Teil der Spieleserie wecken. Der Film ist kein Blockbuster, aber in der Extended Director’s Cut definitiv eine gute Interpretation des Stoffes und unter den Spieleumsetzung sehr weit vorne mit dabei.
Sweeney Todd – Der teuflische Barbier aus der Fleet Street – Ein Musical mit Johnny Depp. Allerdings kann er tatsächlich singen und auch sein “Sidekick” Helena Bonham Carter hat es richtig drauf. Hinzukommen der dreckige Look des Films, der irgendwie schwarzweiß aber eben doch nicht schwarzweiß ist, und vor allem die fantastische Musik, die vom Autor des echten Musicals Stephen Sondheim stammt.
Tim Burton hat es damit aus meiner Sicht geschafft die uralte Legende um den mörderischen Frisör Sweeney Todd und seiner kanibalistischen Komplizin Mrs. Lovett ansprechend auf die große Leinwand zu bringen ohne daraus eine Kostümparty voller Gesang zu machen.
Und das sagt jemand, der um Filme wie Moulin Rouge oder, noch schlimmer, Evita auch in Zukunft einen großen Bogen macht. Das sollte meiner Empfehlung noch einmal mehr Gewicht geben :). Hätte ich vorher genauer hingeschaut und gewusst, dass Sweeney Todd ein Musicalfilm ist, hätte ich ihn wahrscheinlich auch nicht gekauft und hätte so wirklich etwas verpasst.
My Name is Bruce – Der Film des Jahrtausends. Aber nur für Kenner und Fans von Bruce Campbell und seinen Filmen. Alle anderen können mit dieser schrägen B-Movie-Produktion (oder vielleicht sogar C-Movie-Produktion) garantiert nichts anfangen. Zu viel geht verloren, wenn man die unzähligen Andeutungen und subtilen Gags nicht versteht und als reiner Horrorfilm funktioniert My Name is Bruce absolut nicht. Fans werden sich hingegen köstlich darüber amüsieren wie Bruce Campbell sich selbst und seine Filme gehörig durch den Kakao zieht und müssen einfach zuschlagen.