Gefühlt ploppen gerade sehr viele private Spas auf. Selbst in unserem lokalen Einkaufszentrum, dem LOOP5, gibt es mittlerweile eine private Spa. Aber warum auch nicht? Klingt schließlich durchaus verlockend seinen eigenen Wellnessbereich mit Whirlpool, Sauna & Co. nur für sich und seine Begleitung(en) zu haben statt ihn mit anderen teilen zu müssen. Allerdings kostet einen dieses Privileg im Gegenzug so einiges.
Happiger Preis
Wir gehen bekanntlich mittlerweile fast jeden Monat ins Jugendstilbad Darmstadt und bezahlen dafür gerade mal 35,80€ dank des Einsatzes von Schlemmerblöcken. Für den Preis können wir nicht nur parken, sondern auch fast das komplette Angebot (mehrere Saunen, Spa-Bereich, Schwimmbad) von 10 bis 22 Uhr nutzen.
Im Vergleich: Beim Anbieter wellext bezahlt ihr für drei Stunden am frühen Nachmittag mit zwei Personen und ohne weiteren Schnickschnack schon 174€. Das Privileg der Privatsphäre entspricht also fast fünf Ganztagsbesuchen im Jugendstilbad. Aber wie heißt es so schön? Man gönnt sich ja sonst nix
, denn ja: Wir waren letzte Woche mal bei wellext in Frankfurt am Main und haben das mal ausprobiert. Allerdings hat es uns dank eines Gutscheins von vspots nur 120€ gekostet. Außerdem haben wir noch einen 10€ Verzehrgutschein direkt von wellext geschenkt bekommen.
Dieser Gutschein war richtig praktisch, da ihr weder eigenes Essen noch Trinken mit in die “wellbase” mitnehmen dürft – so heißen bei denen die Parzellen. Mit den 10€ haben wir uns entsprechend zwei 1L-Flaschen Wasser gegönnt (Stückpreis: 5€). Also durchaus vergleichbar mit einem normalen Restaurantbesuch. Wobei wir uns die anderen Preise nicht angeschaut haben.
Der Einstieg
Unser Slot ging dienstags von 14:15 bis 17:15 Uhr. Aber es wird vor allem für Erstlinge empfohlen, schon 15 Minuten vorher aufzuschlagen. Dank eigenem Parkhaus, war die Anfahrt mit dem Auto absolut kein Problem. Am Empfang erwartete uns dann eine junge Dame, die zwar nur englisch sprach, aber das war jetzt kein großes Hindernis. Nach dem Einchecken mit den Personalausweisen, bekamen wir einen Wäschekorb und gingen zu den gegenüberliegenden Spinden. Ihr dürft nämlich keine großen Taschen mit in die wellbase nehmen. Stattdessen alles was ihr braucht in den Wäschekorb umpacken. Da wir keine Textilen gemietet hatten, hieß das unter anderem die großen Saunatücher und sowas umzulagern. Mit dem QR-Code aus der Mail haben wir den Spind dann verschlossen und konnten – ebenfalls mit den QR-Codes – in die eigentliche Anlage hinein.
Die Dame vom Empfang erklärte uns dann noch fix den Bedienungsbildschirm. Neben dem Einstellen der Saunatemperatur, könnt ihr darüber auch das Ambiente verändern. Also Art und Stärke der Beleuchtung. Da Lysanda es nicht so mit dem dunkeln hat, haben wir die volle Stärke angelassen. Außerdem könnt ihr über das Tablet Essen und Getränke bestellen. Abgerechnet wird ganz am Schluss, vor der Tür. Und geliefert wird alles über ein Fach inkl. automatischer Ansage “Sicarius, ihre Bestellung steht bereit”. Ihr habt also selbst in diesem Fall keinen Kontakt mit einem anderen menschlichen Wesen
.
Wenn ihr wollt, könnt ihr euer Handy sogar über das Tablet mit dem hauseigenen WLAN verbinden. Das erlaubt es euch dann z.B. via Airplay eure Musik über die Boxen laufen lassen oder eure eigenen Inhalte auf dem Fernseher abzuspielen. Die Musikfunktion haben wir gerne in Anspruch genommen (wir ließen Beyond the Black laufen). Und damit ihr nicht jedes Mal aufstehen müsst, könnt ihr euch die Bedienung von allem auch einfach aufs Handy holen. Im Prinzip einfach eine Webseite, die ihr über einen QR-Code öffnet. Sehr praktisch.
Was allerdings nicht über das Tablet geht: Die Temperatur des Raums verändern. Das kann nur der Empfang. Für uns war die von der Dame gewählte Einstellung aber angenehm.
Die Ausstattung
Doch was erwartet euch überhaupt in einer wellbase? Na folgendes:
- Eine integrierte Toilette – Was ich so gelesen habe, tatsächlich nicht in jeder privaten Spa ein Standardfeature. Stelle ich mir ziemlich nervig vor jedes Mal übern Flur laufen zu müssen. Entsprechend sehr gut, dass das in der wellbase nicht notwendig ist!
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Ein viereckiger Whirlpool – Seine Wassertemperatur könnt ihr selbst verändern und auf Knopfdruck Blubber und/oder Düsen aktivieren. Gefühlt war er schon für zwei Personen fast zu klein. Das lag zum einen daran, dass zwei der Sitzplätze in den Ecken aufgrund der Einstiegstreppe in den Whirlpool faktisch nicht bequem nutzbar waren. Zum anderen, weil er irgendwie sehr viele unebene Flächen am Boden hatte. Da war in der Mitte wenig Platz, irgendwo seine Beine anständig unterzubringen. Unterm Strich war er für uns aber angenehm und wir haben einen Großteil der Zeit darin verbracht.
- Eine finnische Sauna – Stelle ich mir ebenfalls sehr schnuggelig vor, dort mit vier Personen reinzugehen. Ich konnte nicht einmal die Beine ausstrecken beim Hinlegen. Aber sie hat grundsätzlich ihren Zweck erfüllt. Die Temperatur könnt ihr über ein Tablett an der Wand direkt einstellen. Wir haben mit 95°C angefangen, sie dann aber gegen Ende auf 85°C reduziert. Am Empfang konnten wir außerdem zwischen drei Düften für unseren Aufguss wählen. Der erwartet euch dann in Form eines Eimers Wasser und einer Schöpfkelle in der Sauna selbst. Es kommt also keiner rein, sondern ihr macht das – mit allen dazugehörigen Gefahren sich dabei die Griffel zu verbrennen. Nein, ich spreche nicht aus eigener Erfahrung. Wie kommt ihr denn auf sowas?!
- Eine Erlebnisdusche – Keine Ahnung, warum diese Duschen immer so einen hochtrabenden Namen haben. Es ist einfach ein großer Duschkopf an der Decke, der je nach gedrücktem Knopf ein wenig anders auf euch herabregnet, sowie eine Handbrause. Erfüllt seinen Zweck. Ach und kostenloses Duschgel hängt ebenfalls an der Wand.
- Eine “Lounge & Entertainment-Area” – Noch so ein hochtrabender Begriff. Gemeint ist ein ziemlich großer Fernseher an der Wand mit einem kleinen wasserfesten Couchbereich inkl. noch kleinerem Tischchen davor. Wie die Dusche einfach und zweckmäßig. Euer Essen müsst ihr aber definitiv in die Hand nehmen. Der Tisch ist sowohl zu klein als auch viel zu niedrig, um sich da wirklich dran zu setzen.
- Ein VAHA-Workout – An der Wand gegenüber der Sauna hängt ein mannshoher Spiegel, der in Wahrheit ein Bildschirm ist. Dabei handelt es sich um einen VAHA Fitness-Spiegel, mit dem ihr trainieren könnt. Er beobachtet euch wohl und kann euch live Feedback geben. Da wir nicht da waren, um unsere wertvolle Zeit mit Sport zu verschwenden, haben wir ihn auch nicht genutzt.
- Gegen Aufpreis könnt ihr euch außerdem noch den Massagesessel aktivieren lassen, der mitten im Raum steht sowie eine Xbox Series X. Beides haben wir uns gespart. Wieso soll ich schließlich für teuer Geld außer Haus zocken, wenn ich schon daheim nicht dazu komme?
Alles in allem hätte ich gesagt, ist bei wellext drin und dran, was man in einer privaten Spa erwarten würde. Wenn ich mir andere Angebote so anschaue, hat das ein oder andere noch eine Hydrojetmassageliege oder ein Dampfbad mit dabei. Aber das ist dann auch häufig mit höheren Kosten verbunden.
Das Erlebnis
Nach der Einweisung und ein bisschen Rumgespiele am Display inkl. der ersten Wasserbestellung, konnte es endlich losgehen mit der Erholung. Eine Garderobe gibt es nicht. Also haben wir unsere Klamotten einfach auf die Couch gelegt und uns direkt erstmal eine Runde in den Whirlpool gesetzt, während die Sauna hochfuhr. Die Treppe hoch zum Whirlpool halte ich übrigens für gemeingefährlich. Fliesen, nass und kein Geländer. Holla, die Waldfee. Das flößt mir selbst mit Badeschlappen Respekt ein.
Wir sind aber heil rein- und rausgekommen und konnten entsprechend anständig relaxen. Ein bisschen die Düsen angemacht, den Kopf angelehnt und das warme Wasser genossen. Anschließend sind wir zum ersten Mal in die Sauna. Todesmutig, wie der Sicarius ist, hat er gleich mal 2-3 Schöpfkellen voll Wasser über den Ofen ausgekippt. Kein Wunder, dass er es dann nicht einmal zehn Minuten ausgehalten hat.
Und ja, so haben wir die drei Stunden verbracht. Eine Runde im Whirlpool relaxt, dann in die Sauna, dann zurück in den Whirlpool, und so weiter und so fort. Unspektakulär, ich weiß. Aber es soll ja entspannend sein. Und im Jugendstilbad machen wir es auch nicht viel anders. Hier mussten wir nur keine Rücksicht auf andere nehmen.
Circa zehn Minuten vor Schluss verabschiedet sich dann das Wasser aus dem Whirlpool, wenn ihr nicht verlängert. Das ist dann das Signal, sich so langsam alltagstauglich herzurichten und die wellbase zu verlassen. Vor dem Eingang ist dann das Terminal zum Bezahlen und danach geht’s wieder zum Spind am Empfang, um alles aus dem Wäschekorb in eure Tasche zurückzupacken.
Die große Frage
Lysanda und ich hatten also prinzipiell drei angenehme Stunden in der wellbase von wellext. Bleibt zum Abschluss freilich die Frage: Würden wir wieder in eine private Spa und konkret zu wellext gehen? Und die Antwort ist ein grundsätzliches “ja, aber”. Es war wirklich sehr nett und angenehm entspannend so allein und unter uns. Im Vergleich zum Jugendstilbad – vor allem an Tagen, wo dort mehr los ist -, definitiv was ganz anderes. Und die wellbase hat uns auch soweit alles geboten, was wir für die drei Stunden gebraucht haben. Die Technik funktionierte und das Ambiente war völlig okay. Ja, das mit der Tasche am Empfang umräumen ist ein wenig komisch. Aber man weiß es ja vorher und kann sich entsprechend darauf vorbereiten.
Doch wie eingangs geschrieben: Der Preis ist selbst mit Rabatt noch ganz schon happig. Es ist also definitiv nichts, was wir häufiger tun werden. Da bleibt unser Stammplatz weiterhin das Jugendstilbad. Wenn uns allerdings mal wieder ein Gutschein zuflattert, oder für einen besonderen Tag der Zweisamkeit? Da werden wir eine private Spa durchaus in Betracht ziehen.




Wahnsinn, dass es sowas gibt. Höre ich zum ersten Mal.
Aber wirklich viel zu teuer. Und dann noch nicht mal eine Sauna, in der man sich hinlegen kann (für mich ein Muss). Und dann wirkt das auch alles sehr kalt und überhaupt nicht gemütlich.
Klar, für Leute denen Privatsphäre über alles geht und die Probleme haben, nackt mit fremden Personen im Saunabereich zu sein, ist das vielleicht ein Angebot. Aber auch hier: viel, viel zu teuer.
Das Jugendstilbad schaut übrigens richtig klasse aus!