Jetzt ist es aber endlich mal genug mit der neuen Hardware! Man stellt sich ja schließlich keinen Saug- und Wischroboter unter den Tisch, nur damit er schön aussieht. Er soll auch was tun für sein Geld! Also was tut er? Na saugen und wischen. Mensch, so kompliziert ist das doch nicht. Aber mein Desktop-PC war seitdem ich unter The Division einen Schlussstrich gezogen habe ebenfalls nicht untätig. Nein, ich meine damit nicht meine ganzen Steam-Einkäufe beim Herbst-Sale (33 Stück laut Steam aber es zählt jeden DLC einzeln). Da habe ich – wie es sich gehört – noch kein einziges davon installiert. Stattdessen habe ich weiterhin vor allem den Ubisoft Launcher gestartet. Das Ergebnis ist, dass ich zwei Titel seit Ende September durchgezogen habe. Also widmen wir uns doch heute mal einem dieser Werke:

(Cover)

FarCry 4 (2014; PC, PS3, PS4, X360, XONE) – Das Spiel zu dem ich eins meiner letzten Videos produziert habe. Und ja, ich hatte es trotz der Aussage „Ich starte es aktuell mehr als Dragon Age: Inquisition“ damals nicht signifikant mehr und schon gar nicht durchgespielt. Die Aussage stimmte aber natürlich trotzdem: Dragon Age: Inquisition habe ich seit dem dazugehörigen Video überhaupt nicht mehr angefasst und irgendwann auch mal deinstalliert im Gegensatz zu FarCry 4 :smile: . Aber genug der Anekdoten.

Zur Erinnerung: In FarCry 4 schlüpft ihr in die Rolle des Amerikaners Ajay Ghale. Seine Mutter ist gestorben und sie wünscht sich, dass ihre Asche in ihrem Heimatland Kyrat verstreut wird. Das ist ein fiktiver Staat im Himalaya, der von Pagan Min (im Englischen gesprochen vom wie immer fantastischen Troy Baker) mit harter Hand regiert wird. Also zumindest behaupten das die Rebellentruppe namens „Der Goldene Pfad“ und wenn ihr das Spiel tatsächlich erleben wollt, bleibt euch nichts anderes als sich ihnen anzuschließen und gegen Pagan Min in den Krieg zu ziehen. Ja, der erste Clou der Entwickler war es direkt am Anfang ein verstecktes Ende für geduldige Spieler einzubauen. Nicht nur eine absolut geniale Idee, sondern auch – Spoiler – die einzig richtige Art das Spiel zu spielen, um mal einen berühmten Film zu zitieren. Das bezieht sich allerdings nicht auf die spielerische Qualität von FarCry 4 – es ist ein gelungener AAA-Titel -, sondern nur auf das Ende.

Der Zwang zu Spielen

FarCry 4 (Herstellerbild)

Aber gehen wir mal davon aus, dass ihr das tut, was wir trotz unserer Erfahrungen zwei Jahre zuvor mit Spec Ops: The Line (ein Teil von euch hat es immer noch nicht gespielt, gebt es ruhig zu!) immer noch tun: Das Gelabbere eines Charakters ignorieren und uns stattdessen entscheiden rund 30 bis 50 Stunden in der Welt von Kyrat zu verbringen – wir haben ja schließlich dafür bezahlt! Als Belohnung für diese Entscheidung landet ihr in einem Ubisoft-Open-World-Titel. Das war schon damals wie bei den Kairosoft-Spielen: Thematisch immer etwas anders aber faktisch im Kern doch jedes Mal das Gleiche.

Sprich: In bester Ego-Shooter-Manier mit einem riesigen Waffenarsenal (aber max. vier Stück gleichzeitig) durch die auch heute noch sehr hübsche und lebendige Gegend laufen, alles abschießen was sich bewegt, Stützpunkte mehr oder weniger leise befreien und Regionen per Besteigen eines Turms offenlegen. Dazu einen Skillbaum nach und nach Freischalten (ihr bekommt genug Erfahrungspunkte, um am Ende alles zu haben) und etwas Crafting dazu gewürzt (Felle von Tieren sammeln, um z.B. mehr Munition tragen zu können). Zusammengehalten wird die Geschichte von zahlreichen, durchaus abwechslungsreichen und interessanten Missionen. Eine Drogenfabrik stürmen ist da noch das Normalste. Euch erwarten außerdem zahlreiche (unfreiwillige) Trips verursacht durch besagte Drogen, ihr reist zurück in die Vergangenheit und erlebt die Mythologie von Kyrat hautnah und besucht selbstverständlich die Gipfel des Himalaya-Gebirges – Gefahr von Sauerstoffmangel inklusive.

Übrigens ein häufig geäußerter Kritikpunkt in den Tests damals: Die meiste Zeit des Spiels seid ihr am Fuße der Bergkette unterwegs wo es schön grün und kuschelig ist. Nur an vordefinierten Punkten geht es in die luftigen, schneebedeckten Höhen. Hat mich persönlich nicht so wirklich gestört, auch weil die dortigen Inhalte über das normale „Geh dahin, hol‘ was und geh‘ wieder zurück“ nicht großartig hinausgingen. Aber ja, das Setting wird weniger des Schnees wegen genutzt, sondern viel mehr, um Vertikalität in die Spielwelt reinzubringen. Euer Greifhaken und ein Mini-Helikopter werden schnell zu euren besten Freunden. Erst im (empfehlenswerten) DLC Das Tal der Yeti verbringt ihr tatsächlich signifikant Zeit in der (eigens für den DLC erstellten) Schneehölle.

Noch mehr zu tun!

FarCry 4 (Herstellerbild)

Neben den Haupt- und Nebenmissionen gibt es aber noch eine feste Anzahl an optionalen Aktivitäten wie das Eskortieren eines Transporters – begleitet vom geilsten Track im ganzen Spiel sowie wirklich lustigen Dialogen -, das Befreien von Gefangenen oder für eine Filmfirma „spektakuläre“ Rennen zu fahren. Und wem das immer noch nicht genug ist, den erwartet nicht nur eine Kampfarena (mehrere Runden gegen Feinde bestehen), sondern ebenfalls noch ein dynamisches Eventsystem.

Die Welt von Kyrat lebt nämlich. Das gilt sowohl für die Tierwelt als auch die Menschen. Sprich es kommt immer mal wieder vor, dass sich nicht nur Tiere gegenseitig vermöbeln, sondern eine feindliche Patrouille auf eine Truppe Rebellen trifft oder ein Nashorn der Meinung ist ein paar Rebellen anzugreifen. Seid ihr zufällig gerade in der Nähe, startet ein sogenanntes Karma-Event und ihr habt die Möglichkeit die Rebellen zu retten. Klappt nicht immer aber wenn ihr es schafft (vor allem die wilden Tiere machen zügig kurzen Prozess), gibt es Karmapunkte (ja, ein weiterer Erfahrungspunktebalken) und ihr steigt in der Gunst der Rebellen auf – was logischerweise zusätzliche Sachen freischaltet. Tötet ihr hingegen „aus Versehen“ Zivilisten oder Rebellen, gibt es auch außerhalb dieser Events Abzüge.

Klingt nach vielen Inhalten und ist es auch. Und das meiste ist tatsächlich ganz nett gemacht. Und dabei haben wir noch gar nicht über die wie immer extrem zahlreichen Collectibles gesprochen, die in der riesigen Welt von Kyrat zu finden sind und zusätzliche Geschichte erzählen. So seid ihr z.B. einem Serienmörder auf der Spur. „Riesig“ mag zwar im Vergleich zu heutigen Ubisoft-Brechern wie Assassin’s Creed Odyssey (100+ Stunden Spielzeit) der falsche Begriff sein. Aber ihr seid schon ein, zwei Dutzend Stunden beschäftigt bevor die Entwickler die Bombe platzen lassen und unverhofft noch einmal eine Karte einer nur begrenzt kleineren Größe als die erste zugänglich machen. Da bin ich echt froh, dass ihr fast von Anfang an Zugriff auf den kleinen Helikopter habt. Das alles mit dem Auto zu fahren (trotz Autopilot) ist definitiv anstrengend. Und nein, ich bin immer noch kein Fan dieser Größe. So gut das spielerische Grundkorsett auch funktioniert: Man hat wie immer zu schnell alles gesehen und getan (allein schon in Bezug auf die Stützpunkte und die Türme). Entsprechend habe ich weder alle Collectibles gesammelt noch alle Aktivitäten abgeschlossen, weil es mir irgendwann einfach genug war und zudem noch die zwei DLCs auf mich warteten, die sich nicht ins Hauptspiel integrieren.

Massives Spoiler-Territorium

FarCry 4 (Herstellerbild)

Die Geschichte wollte ich aber selbstverständlich bis zum Ende durchziehen. Und damit begeben wir uns jetzt tief ins Land der Spoiler. Im Zweifel jetzt zum Fazit springen. Also: Wie oben angedeutet ist nicht alles so, wie es scheint. Im Laufe des Spiels müsst ihr entscheiden, welcher Rebellenanführer am Ende auf den Thron steigen wird. Auf der einen Seite steht Amita, die mit den Traditionen ihres Volkes brechen und es in die Neuzeit führen möchte. Und auf der anderen Sabal, der Konservative. In sogenannten „Entscheidungsmissionen“ müsst ihr beispielsweise die erwähnte Drogenfabrik entweder von den Feinden befreien (Amita) oder sie zerstören (Sabal). Für wen ihr euch entscheidet hat nur kleinere Auswirkungen auf den weiteren Spielverlauf aber natürlich größere auf das Ende.

Zuerst geht es aber im Finale darum, ob ihr Pagan Min über den Jordan schickt oder fliehen lasst. Schon hier habt ihr drei Entscheidungsvarianten (direkt töten, erst seinen Monolog anhören und dann töten, gar nicht töten). Wobei die Auswirkungen eurer Wahl sich erneut in Grenzen halten. Am Ende ist Pagan Min weg, alle freuen sich und ihr werdet sang- und klanglos zurück in die Spielwelt entlassen. Nichts Besonderes und relativ normal würde ich sagen. Aber das „wie“ ist natürlich entscheidend. Pagans finaler Monolog ist nicht ansatzweise so tiefgreifend wie Walkers Begegnung mit Konrad in Spec Ops: The Line. Aber es geht eindeutig in die gleiche Richtung. Er weist nochmal darauf hin, dass das ganze Morden nicht hätte sein können, wenn ihr als Spieler etwas Geduld gehabt und mit ihm geredet hättet (Hinweis auf das versteckte Ende), der goldene Pfad auch nicht immer die Wahrheit gesagt hat und er den Stuhl eigentlich nur für euch warmgehalten hat. Das könnte man nun als dummes Gelabbere des Bösewichts abtun. Das größte „Fuck You!“ der Entwickler kommt aber noch. Wenn man es nicht weiß, stößt man vermutlich nur zufällig darauf. Aber je nachdem wen man unterstützt hat bekommt man beim Besuch eines speziellen Ortes eine zusätzliche Endsequenz zu sehen und die ist in beiden Fällen…heftig. So treibt Amita unter Gewaltandrohung Kinder und Jugendliche zusammen, damit sie für den Goldenen Pfad kämpfen und auf den Drogenfeldern arbeiten. Sabal hingegen richtet die ehemaligen Anhänger von Amita hin.

FarCry 4 (Herstellerbild)

Wie man es macht, ist es quasi verkehrt. Es gibt kein weiß oder schwarz – nur weiter Unterdrückung einer ganzen Bevölkerung. Schade nur, dass es das Spiel nicht noch erlaubt den finalen Schritt zu gehen. Sowohl Amita als auch Sabal könnt ihr nach der Sequenz nämlich erschießen aber zu dem Zeitpunkt sind es nur noch 08/15-NPCs. Entsprechend hat es keinerlei Auswirkung. Man sieht aber was ich Eingangs meinte: Der richtige Weg wäre gewesen nicht zu spielen. Und das fand‘ ich cool. Ja, es führt meine gesamte Spielzeit ad absurdum. Aber ich finde es super, wenn Entwickler mal den Mut haben mich als Spieler zu fragen, ob ich wirklich der Held dieser Geschichte war. Das regt angenehm zum Nachdenken an.

Beim Christoph meint: Von mir gibt es für FarCry 4 4 von 5 Sics. Grundsätzlich ist es ein Ubisoft-Open-World-Titel mit allen Vor- und Nachteilen, die sich dadurch ergeben. Es ist spielerisch absolut solide aber ohne Überraschungen. Die Missionen sind größtenteils gut und abwechslungsreich gestaltet aber die interessanten Charaktere rar (z.B. einen Modedesigner für den ihr Felle sammelt). Und selbst die Geschichte ist in der Mitte nichts, was einem vom Hocker haut. Man hat also grundsätzlich seinen Spaß aber die Luft ist auch relativ zügig wieder raus – vor allem wenn man andere Ubisoft-Titel kennt. Mich persönlich hat jedoch das Finale definitiv umgehauen. Diese letzte Viertelstunde inkl. dem Wissen, dass es am Anfang des Spiels ein verstecktes Ende gab, war einfach nur genial. Und um dieses Gefühl zu kriegen, musste ich tatsächlich nicht nur das Spiel spielen, sondern vermutlich auch ein Stück weit schon von der Monotonie gelangweilt sein. Einfach nur die Sequenzen auf YouTube anzuschauen hätte nicht die gleiche Wirkung. Insofern: Ich habe es nicht bereut FarCry 4 gespielt zu haben.

Das große Finale ist da! Heute wird die Rechnervorstellung mit Grafikkarte, Soundkarte und Datenspeicher beendet. Und wir versuchen anhand von ein paar Benchmarks herauszufinden, ob sich denn der ganze (teure) Spaß gelohnt hat! Und ich beginne gleich mit einer faustdicken Überraschung:

Grafikkarte: Palit GeForce GTX 980 Ti Super Jetstream (0 €)

Palit 980GTX Ti (Herstellerbild)

Na hoppla! Was ist denn da jetzt los? Der aufmerksame Leser wird sich nun (hoffentlich) verwundert die Stirn reiben: ist das tatsächlich dieselbe Grafikkarte, die zuletzt bereits im alten Rechner von azzkickr verbaut war? Ja, das ist sie!

Ich denke, die Entscheidung, weiterhin auf die altbekannte Grafikkarte zu setzen, bedarf einer Erklärung. Es sind hauptsächlich zwei Gründe, die mich dazu bewegt haben, mich – nunja – nicht zu bewegen :smile: . Zum einen habe ich ja bereits im Einleitungsartikel erläutert, dass ich aktuell kaum noch Spiele spiele. Und wenn doch, laufen die allermeisten Titel selbst auf sehr hohen Details noch mit recht anständigen Frameraten. Man darf nicht vergessen, dass es sich bei der Grafikkarte immerhin um eine übertaktete Geforce GTX 980Ti handelt, ein ehemaliges Top-Modell von Nvidia. Natürlich merkt man der Karte in einigen Spielen trotzdem ihr Alter an, aber – und das bringt uns zu Punkt 2 – was wäre denn die Alternative gewesen?

Wie ich in der Einleitung ebenfalls erwähnt hatte, verfolge ich den Ansatz, dass eine neue CPU oder GPU mindestens das doppelte an Leistung liefern muss, bevor ich eine Anschaffung in Betracht ziehe. Und damit haben wir auch schon das Dilemma: selbst die aktuell schnellsten Grafikkarten – Nvidias GTX2080Ti – liefern im Durchschnitt „nur“ ca. 1.9x mehr Leistung. In z.B. Assassin‘s Creed: Origins sieht der Unterschied in UHD bei den 99. Perzentilen dann etwa wie folgt aus: 30fps vs. 52fps. Ein Upgrade würde mich daher noch nicht einmal in den Bereich oberhalb von 60fps bringen. Und man beachte dabei zwei essentielle Punkte: zum einen ist Assassin’s Creed: Origins zwar ein sehr hübsches, aber beileibe kein optisch bahnbrechendes Spiel wie seinerzeit Crysis. Zum anderen kostet selbst die günstigste (dann aber deutlich hörbare) Geforce RTX2080Ti noch etwa 1100 Euro! Das steht in meinen Augen in überhaupt keiner Relation. Da hilft mir auch das zweifellos schöne Raytraycing-Feature nichts, denn dafür reicht die Leistung erst recht nicht aus.

Zu wenig Power!

Kurzum: Es ist für meine Anforderungen noch zu früh für eine Neuanschaffung. Die Grafikkarte, die ich mir wünsche, gibt es schlicht und einfach noch nicht. Ein Neukauf lohnt sich in meinen Augen erst dann, wenn in sämtlichen neuen Spielen flüssige 60fps bei UHD und maximalen Details erreicht werden. Dabei ist es mir auch egal, dass ich selbst momentan nur einen Monitor mit 2560×1440 Pixeln habe. Bei den Preisen, die man mittlerweile für eine derartige Hochleistungsgrafikkarte zahlen muss, kann man eine gewisse Zukunftssicherheit erwarten. Im Übrigen ist für mich dann auch HDMI 2.1 Bedingung. Gegebenenfalls erscheint bereits im Frühjahr 2020 eine solche Grafikkarte. Sowohl AMD als auch Nvidia haben erste Andeutungen gemacht. Aber selbst dann bleibt die Sache mit dem Geld. Bereits die etwa 800 Euro, die ich damals für die GTX980Ti gezahlt habe, haben geschmerzt. Ich rechne aktuell nicht vor Ende 2020 mit Grafikkarten, die meine oben skizzierten Leistungsansprüche erfüllen, aber gleichzeitig unterhalb der 800-Euro-Grenze bleiben.

Aber wurscht: Der Stapel an hochklassigen Spielen ohne Blockbuster-Grafik ist noch groß genug, um die nächste Zeit mühelos zu überbrücken :wink: .

Soundkarte: Creative Sound BlasterX AE-5 (100 €)

Creative Sound BlasterX AE-5 (Herstellerbild)

Wenn die Spiele bis mindestens Ende 2020 schon nicht besser aussehen, sollen sie wenigstens besser klingen. Und dafür sorgt ab sofort wieder Creative mit der Sound BlasterX AE-5. Ein definitiv hörbares Upgrade. Und zwar nicht nur im Vergleich zur Onboard-Soundkarte, die ich ja die letzten Monate verwendet habe. Ich bilde mir auch ein, dass sie im Vergleich zur damaligen X-Fi XtremeMusic und zur zuletzt ebenfalls verwendeten SoundSound Blaster Z eine Verbesserung darstellt. Die technischen Daten bekräftigen meinen (zuhöchst subjektiven) Eindruck: sowohl beim Rauschabstand (116db Sound Blaster Z vs. 122db AE-5) als auch beim Klirrfaktor (0.0005% vs. 0.00032%) schneidet die neue Variante besser ab. Ob das wirklich hörbar ist? Keine Ahnung. Zumal man im Netz auch unterschiedliche Angaben findet, wenngleich die AE-5 in jedem mir bekannten Artikel rein technisch besser abschneidet.

Dabei gibt es mit der AE-7 und AE-9 mittlerweile zwei weitere Modelle, die nochmals oberhalb der AE-5 angesiedelt sind und die abermals bessere Werte liefern. Das Preis-Leistungs-Verhältnis kippt dann aber meiner Meinung nach mit Preisen deutlich oberhalb der 200 Euro ins Unattraktive.

Zumal diese beiden High-End-Modelle auch keine LED-Beleuchtung mehr mitbringen. Und ja: ich wiederhole hier, was ich beim Arbeitsspeicher schon einmal zu dem Thema gesagt habe: Gehäuse bitte ohne Bling-Bling, Komponenten im Inneren gerne. Ich muss zugeben, dass das definitiv schick aussieht.

Die Software

Zum Abschluss noch ein Wort zum Treiber, der ja bei Creative traditionell einen Schwachpunkt darstellt. Hier kann ich zu meiner eigenen Erleichterung berichten, dass ich bislang keine nennenswerten Probleme hatte. Ein einziges Mal verlor der Treiber meine Detaileinstellungen. Abgesehen davon gab es jedoch keinerlei Instabilitäten oder gar Abstürze. Creative scheint es nach all den Jahren anscheinend geschafft zu haben, einen ordentlichen Treiber zu programmieren.

Aber nun genug zum Thema Akustik. Widmen mir uns zum krönenden Abschluss noch einem Highlight meines neuen Rechners.

Datenspeicher: 2x Samsung SSD 970 Evo Plus 1TB, 1x Samsung SSD 970 Evo Plus 500GB (470 €)

Samsung SSD 970 Evo Plus 1TB (Herstellerbild)

Irgendwo muss ja meine Verrücktheit, oder nennen wir es besser: meine Leidenschaft für die Technik durchblitzen. Und wenn es schon nicht bei der Grafikkarte ist (die sich ja am ehesten dafür anbietet) und auch der Prozessor (halbwegs) eine Vernunftentscheidung war, dann halt beim Datenspeicher!

Hier erklärt sich nun auch, weshalb ich mich letzten Endes für das Gigabyte-Mainboard und eben nicht für das Asus-Pendant entschieden habe: die Möglichkeit ganze drei m.2-SSDs zu verwenden. Dieser Umstand brachte gleich zwei Vorteile mit sich. Zum einen sind die, via m.2-Slot angeschlossenen SSDs – PCIe-Anbindung sei Dank – zumindest in Benchmarks nochmals deutlich schneller als ihre S-ATA-Brüder im 2.5″-Format. Zum anderen erspart man sich durch die direkte Installation auf dem Mainboard die nervige und den Luftstrom sowie die Optik negativ beeinflussende Verkabelung – ein weiterer Schritt hin zu meinem Traum eines wirklich „cleanen“ PC-Systems, in welchem man möglichst überhaupt keine Kabel mehr sieht.

Anfangs war ich durchaus nervös, da es mein erster Kontakt mit der m.2-Technik war. Da schwingt immer die Angst mit, dass man die Komponenten entweder falsch einbaut (und dabei zerstört…“RAM“…“hust“) oder das im Nachhinein etwas nicht funktioniert („booten die Dinger auch wirklich?“). Aber ich kann Entwarnung geben: es hat alles reibungslos funktioniert. Es war sogar kinderleicht. Kühlkörper runterschrauben, Riegel einklemmen, Kühlkörper wieder draufschrauben. Fertig.

Ich hätte beim Datenspeicher sicherlich jede Menge Geld sparen können. Streng genommen hätte ich überhaupt keine neuen SSDs gebraucht. Schließlich hatte ich ja bereits im alten PC mehrere Terabyte SSD-Speicher verbaut. Aber die waren eben im 2.5″-Format und über S-ATA angebunden. Mal schauen, ob ich sie noch nachträglich einbaue. Aber aktuell brauche ich den Speicherplatz nicht. Und wie gesagt: die Optik ist mir schon viel Wert :smile: .

Definition of Done

Das waren sie nun, die Komponenten meines neuen Rechners! Wer sich fragt, was mit Monitor, Eingabegeräten und Lautsprechern ist, dem sei gesagt, dass hier alles beim Alten geblieben ist. Heißt: ich verwende weiterhin die viele Jahre alte Logitech G700s-Maus, die Logitech K800-Tastatur, mein heiß geliebtes Teufel Concept E Magnum PE (grandios!!) und meinen Dell S2716DG G-Sync-Monitor (2560×1440 Pixel bei 144Hz). Bei all diesen Komponenten gibt es schlicht und einfach keinen Grund sie zu erneuern. Sie laufen fehlerfrei und liefern seit vielen, vielen Jahren ihre Leistung. Toll!

Praxiserfahrungen

Und damit nun zur alles entscheidenden Frage: was hat diese, ganze 1.800 Euro teure Investition überhaupt gebracht? Nun, das kommt ganz darauf an :smile: . Zum einen hat es einfach mal wieder Spaß gemacht, sich einen neuen Rechner zusammenzubauen. Vor allem, weil es auch ohne Komplikationen funktioniert hat. Zum anderen sieht das neue Gehäuse, inklusive Einblick in die hübsch beleuchteten Innereien einfach schön und edel aus. Dass ich nun an der Gehäusefront meine heiß ersehnten USB 3.2 Gen 2 -Anschlüsse habe ist, wenngleich auf dem Papier nur ein kleines Detail, in der Praxis ebenfalls eine sehr große Verbesserung. Aber ja, dass alleine rechtfertig natürlich keine 1.800 Euro. Und ich weiß, euch interessiert vielmehr die pure Leistung. Die harten Fakten.

In Ordnung. Dann kommen wir eben darauf zu sprechen. Da ich wie bereits mehrfach erwähnt meine „Enthusiastenphase“ hinter mir habe, habe ich mich nur auf ein paar wenige Benchmarks konzentriert.

Fangen wir mal mit den noch recht theoretischen Werten meiner SSDs an, gemessen mit AS SSD.

Wir ihr sehen könnt, sind die rein theoretischen Zahlen mehr als nur beeindruckend. Faktor 5 beim Sequentiellen Lesen und Schreiben, fast Faktor 2 bei den wichtigeren 4K-Zugriffen. Insgesamt mehr als die vierfache Punktzahl.

Auch beim PCMark8, den ich als relativ praxisnah einstufe, hat sich etwas getan:

Wobei ich sagen muss, dass ein Plus von 33% bei der Gesamtpunktzahl vor dem Hintergrund der doppelt so vielen Prozesserkerne, den viermal so vielen Threads, des verdoppelten Arbeitsspeichers und den erheblich schnelleren SSDs doch ziemlich ernüchternd ist. Vor allem der Blick auf die fast unveränderten Ergebnisse beim „Web Browsing“ sind überraschend. Gerade hier hatte ich mir mehr Tempo erhofft. Überraschend aber auch, dass sich beim „Casual Gaming“ – Benchmark die „fps-Zahl“ von 86 auf 124 erhöht hat, obwohl doch die Grafikkarte dieselbe geblieben ist. Immerhin ergibt der Online-Resultatvergleich, dass mein Ergebnis besser als 99% der anderen Ergebnisse ist. Das ist dann wiederum auch unerwartet gewesen :smile: .

Kommen wir nun zum bekannteren Benchmark aus dem Hause UL (früher Futuremark): dem 3DMark.

Hier ist der Leistungszuwachs mit etwa 20% noch geringer als im PCMark8. Aber das war zu erwarten, werkelt ja schließlich weiterhin dieselbe Grafikkarte im Rechner. Während der CPU-Score sich beinahe vervierfacht hat (9.30fps vs. 33.07fps), stagniert der Graphics Score auf praktisch denselben Werten. So lande ich hier beim Online-Vergleich auch nur bei „better than 47% of all results“.

Die Realität

Aber was heißt das denn nun in der wirklichen Praxis? Nun, ich mache das jetzt sehr kurz: Forza Horizon 4 läuft bei 2560×1440 und nahezu maximalen Details mit 60-65fps. Metro Exodus bei gleichen Einstellungen mit 30-35fps. Hier merkt man also durchaus, dass ich ins GPU-Limit laufe und mich der Grenze der Unspielbarkeit nähere. Aber nochmal: mehr als 1000 Euro für eine RTX2080Ti ausgeben, nur damit ich dann 20-25fps mehr erhalte, sehe ich nicht ein.

Metro Exodus (Herstellerbild)

Der deutlich schnellere Prozessor macht sich bei meinem Nutzungsverhalten vor allem beim gleichzeitigen Öffnen von mehreren Internetseiten bemerkbar. Mein „Standard-Ordner“ enthält derer 16. Während beim alten System mit dem ehrwürdigen 2500K das System dann für ca. 15 Sekunden auf Tauchstation ging, ist mit dem neuen Prozessor alles binnen weniger Sekunden geladen. Sehr schön. Da wäre die „mindestens doppelt so schnell-Formel“ also wieder erfüllt.

Ein Flüstern

Bleibt zu erwähnen, dass der Rechner bei allen bisherigen Belastungsszenarien angenehm leise bleibt. Nicht unhörbar, nein. Aber mehr als ein – noch dazu sehr angenehmes – Hintergrundrauschen ist nicht zu hören. In Spielen zieht die Lautstärke zwar etwas an, diese wird aber von den dann auch aktiven Lautsprechern locker übertönt. Insgesamt bin ich auch hier sehr zufrieden und habe eine Verbesserung im Vergleich zum vorherigen System erreicht.

Bezüglich der Temperaturen bin ich soweit auch zufrieden. Im Prime95 Maximum-Heat-Test kam ich beim Prozessor nach 10min nicht über 69°C, beim Chipsatz nicht über 72°C hinaus. In Spielen waren es tatsächlich auch mal jeweils 76°C. Wenn ich diese Werte mit Online-Tests, in welchen in der Regel potentere Kühler verwendet werden, vergleiche, kann ich damit auch zufrieden sein. Ich mache aber auch keinen Hehl daraus, dass ich gerne unter der 70°C-Grenze geblieben wäre. Immerhin: im Idle-Betrieb dümpelt die CPU bei 42°C, der Chipsatz bei 62°C herum. Das sind wiederum sehr gute Werte. Man denke ja auch an die „silent-Einstellung“, die ich im Bios für die Lüfter ausgewählt habe.

War es das alles nun wert?

Nun, das liegt wie gesagt im Auge des Betrachters. 1.800 € auszugeben – wohlgemerkt ohne Grafikkarte, Monitor, Eingabegeräte und Lautsprechersystem – nur um Internetseiten schneller laden zu können ist natürlich absurd und überhaupt nicht rational erklärbar. Und dennoch bin ich sehr zufrieden. Warum? Weil ich eine, in meinen Augen hervorragende Grundlage geschaffen habe, um im nächsten Jahr mit einer neuen Grafikkarte wieder in die absolute Hochleistungsklasse aufzusteigen. Und ich wollte einfach nicht mehr mit dem Kauf der restlichen Komponenten warten. Denn einerseits gab es am alten Rechner doch zu vieles, das mich nervte (das lahme Laden der Internetseiten, das fehlende Front-USB3.2 Gen 2), andererseits hätte ich nächstes Jahr mindestens genauso viel Geld auf den Tisch legen müssen. Und zumindest was Ladezeiten und Nachladeruckler angeht profitiere ich ja jetzt schon von den neuen Komponenten.

Und damit beende ich nun meine Artikelreihe und hoffe, euch sowohl etwas Unterhaltung als auch Spannung geboten zu haben.

Zum Schluss interessiert mich natürlich eure Meinung: habe ich es übertrieben? Habe ich Schwachpunkte im System? Oder findet ihr vielleicht alles gut so, wie es ist? :wink: Bin gespannt auf eure Kommentare!

Crysis

Crysis sieht auch heute noch super aus! (Herstellerbild)

Schafft Azzkickr mit Hilfe seiner neusten Daddelkiste endlich konstante 30fps in Crysis oder muss er eine weitere Hardware-Generation warten, bevor er Cryteks FPS-Meisterwerk in aller Pracht ruckelfrei genießen kann? All das und noch viel weniger werdet ihr heute nicht erfahren, denn den vierten Eintrag u.a. mit der Enthüllung seiner Grafikkarte und den dazugehörigen Benchmarks gibt es erst frühestens kommende Woche. Und selbst dann ist es vermutlich unwahrscheinlich, dass er sich getraut hat Crysis zu testen :smile: .

Kommen wir stattdessen heute erneut zu mir. Was habe ich denn so die letzten Wochen getrieben – also außer ChuChu bei der Arbeit zuzuschauen? Nun, unter anderem habe ich ein paar Bugs auf der Webseite gefixt. Das Update auf die PHP-Version 7.73 hat BeimChristoph irgendwie nur sehr schlecht vertragen. Nein, Rondrer war daran aus meiner Sicht nicht schuld. Sein Code für das zugrundeliegende WordPress-Theme besteht größtenteils nur aus dem Aufrufen von an anderer Stelle definierten Variablen an der richtigen Stelle. Ist nicht negativ gemeint, aber dadurch kann da nicht wirklich viel kaputt gehen. Stattdessen war sowohl WordPress selbst als auch ein paar meiner Plugins die Übeltäter. Das ist halt der Nachteil, wenn man fremden Code einbindet.

Plugin-Ärger

Ein Großteil hat sich durch Updates automatisch ausgeregelt aber ein Plugin blieb übrig, das weiter fleißig PHP-Errors ausspuckte: Lightbox Plus Colorbox. Das macht u.a. die tollen Vergrößerungen, sobald ihr z.B. ein Bild in einem Eintrag anklickt. Warum auch immer wird die Lightbox Plus Colorbox in der offiziellen WordPress-Plugin-Datenbank nicht mehr geführt. Es gab‘ entsprechend seit mittlerweile über vier Jahren kein automatisches Update mehr. Auf der offiziellen Homepage des Plugins gibt es immerhin eine neuere Version 2.8 von 2016. Ebenfalls nicht taufrisch aber immerhin etwas. Also hab‘ ich mir die geholt und installiert. Problem gelöst? Nein, nicht ganz. Zum einen war PHP immer noch nicht ganz glücklich. Und zum anderen hatte der Autor mit dieser Version eine Verbindung zu einem Content Delivery Network eingebaut, um aktuelle jQuery-Bibliotheken zu ziehen. Das ist aber dank der DSGVO für mich nicht mehr vertretbar.

Lightbox Plus Colorbox

Codeauszug aus besagtem Plugin

Ich hatte also die Wahl entweder mir ein Ersatzplugin zu suchen (was extrem schwierig ist bei sowas…) oder, was man normalerweise nicht tun sollte, selbst Hand anzulegen. Grund ist ganz einfach, dass beim nächsten Update die eigenen Änderungen überschrieben werden. Da das Plugin aber scheinbar eh keinen offiziellen Support mehr erhält, habe ich mich für letztes entschieden. Und da ich niemanden Dumm sterben lassen will: In der Datei action.class.php sind die URLs zum CDN. Die habe ich einfach alle auf meinen Server abgeändert. Die angeforderten Dateien liegen eh im Plugin-Ordner bereit, falls vom CDN ein Timeout kommt. Ist vermutlich in Sachen Performance nicht die optimalste Lösung aber zum kompletten Umprogrammieren der Funktion bin ich dann doch (noch) zu blöd. Die PHP-Fehler versteckten sich hingegen in der Datei Minifier.php. Ich glaub‘ es war ein simples „Habe x erwartet, aber y bekommen“, wo ich als Lösung nur einen Begriff durch einen anderen ersetzen musste.

Update: Das Plugin ist aufgrund der Probleme mit dem €-Zeichen jetzt doch rausgeflogen. Stattdessen bin ich jetzt mal testweise auf Simple Lightbox umgestiegen.

Gleichzeitig habe ich das Plugin Lightbox Gallery deinstalliert, weil ich feststellen musste, dass sich die beiden beißen. Ich dachte bislang man benötigt beide, um die gewünschten Funktionen zu haben bzw. das eine für die Vorschauen, das andere für meine beiden Bildergalerien. Das war aber ein Irrglaube. Stattdessen führte es dazu, dass in der Großansicht der Text überlappend dargestellt wurde (passiert immer noch, wenn das Bild nicht breit genug ist, aber das lässt sich nicht ändern) und nach dem Update die Galerien wieder nicht so funktionierten, wie ich das wollte. Jetzt sollte es aber passen.

WordPress-Ärger

WordPress hat hingegen nach dem zum PHP-Update gehörenden Switch auf Version 5.3 plötzlich haufenweise „?“ in meine Einträge eingebaut. Der Fehler war schnell identifiziert: Anders als scheinbar jeder andere Blogger – zumindest ist der neue Gutenberg-Block-Editor absolut nicht darauf ausgelegt, weshalb ich weiter den Classic Editor nutze -, schreibe ich meine Einträge (wie jetzt gerade im Moment) in Microsoft Word und kopiere sie erst am Ende ins System. Leider hat Word hier und da seine eigene Interpretation was Zeichen angeht. Das ist prinzipiell für mich nichts Neues, weshalb ich schon vorher immer den Umweg über Notepad gegangen bin und z.B. die „…“ im Nachgang manuell ersetzt habe. Scheinbar ist jedoch diese Toleranz gegenüber Word-„Symbole“ ganz entfernt worden. Aber gut: Kein unlösbares Problem, weshalb auch bislang unkritische Zeichen plötzlich zum Fragezeichen wurden. Mit dem Plugin Better Search Replace konnte ich in der Datenbank aber nach und nach alle entsprechenden „?“ finden und durch das korrekte, HTML-gültige Zeichen ersetzen. Und seitdem achte ich eben noch stärker darauf in Notepad auch wirklich alle Zeichen zu korrigieren.

Blieb nur eine Sache übrig, die mir schon ewig auf den Zeiger geht, für die ich aber bislang keine Lösung gefunden hatte. Es ist nämlich durchaus keine Absicht von mir gewesen statt „€“ immer „Euro“ zu schreiben. Es hat nur schlichtweg nicht funktioniert. Also im WordPress-Editor schon aber auf der Webseite wurde daraus ein „?“. Also habe ich mich jetzt ebenfalls mal hingesetzt und geschaut woran es liegt. Zuerst hatte ich die im Verdacht, dass die Datenbank mit dem falschen Zeichensatz definiert ist. Aber dort ist das „€“ korrekt sichtbar. War also nicht der Verursacher. Am Ende meiner irgendwie doch sehr langen Recherche bin ich dann auf die Lösung gestoßen: WordPress war schuld.

Datenbankscreenshot

Auszug aus der MySQL-Datenbank

Und zwar wird der Zeichensatz beim erstmaligen Anlegen einer Datenbank durch WordPress in der wp-config.php definiert. Da stand auch „utf8“ drin (und in dem Modus sind die Datenbank), so ist es nicht. Wobei heutzutage wohl „utf8mb4“ richtiger wäre, wie ich jetzt gelernt habe. Aber ich habe mich ehrlich gesagt nicht getraut die Datenbanken zu switchen. Scheint viel zu viel schief gehen zu können dabei. Der Übeltäter war hingegen der „collate type“, bei dem so schön als Kommentar dransteht „sollte nicht geändert werden“. Die Definition war aber leer. Also habe ich spaßeshalber mal „utf8mb4_general_ci“ eingetragen (obwohl die mySQL-Datenbank technisch gesehen auf „utf8_general_ci“ sitzt) und siehe da: €s soweit das Auge reicht :smile: . Perfekt.

Update: Stellte sich heraus, dass das Problem scheinbar nicht die WordPress-Einstellungen war, sondern tatsächlich das Lightbox Plus Colorbox-Plugin. Ich versteh’s ned… :smile:

Und was hat sich sonst an der Seite getan, wenn wir schon dabei sind? Nun, oben unter „Serien“ habe ich mal Links zu den Serien-Einträgen zu den Themen Körpertuning, Tagebuch eines Hausherrn und Aus dem Leben des Webmasters ergänzt. Und vor längerer Zeit habe ich das Twitter-Plugin ausgewechselt, weil das alte ebenfalls keinen Support mehr hatte und nicht mehr funktionierte. Mal schauen wie lange das überhaupt noch existiert (meine Twitter-Nutzung ist massiv im Keller). Und zu guter Letzt habe ich tatsächlich Antispam Bee zumindest deaktiviert. Ich habe schon seit längerem bemerkt, dass seit meinen Änderungen für die DSGVO das Spamvolumen von teilweise 200 und mehr Kommentaren pro Tag auf faktisch „0“ gesunken ist. Also brauche ich auch derzeit das Plugin nicht. Hatte seit der Deaktivierung nur einen einzigen Spamkommentar. Mal schauen ob das so bleibt, oder ob das irgendwann wieder schlagartig ansteigt und ich das Plugin doch wieder brauche.

Und das war’s in Bezug auf die Änderungen an BeimChristoph. Nichts weltbewegendes und wenig, was für euch tatsächlich sicht- oder spürbar ist. Aber ab und zu ein bisschen Staubwischen und Putzen ist nie verkehrt :smile: .

Themawechsel

iPhone 11

Da ist ein Balu auf meinem Handy!

Kommen wir jetzt mal zu was anderem, denn ob ihr es glaubt oder nicht: Ich hatte ursprünglich nicht geplant so lange über die PHP-Umstellung zu referieren. Stattdessen standen drei andere Stichworte auf meiner Liste. Kommen wir also zumindest noch zu einem davon (die anderen sind durchgespielte Spiele): Ich habe mir ein neues Smartphone gegönnt. Der Hauptgrund ist so dämlich wie banal: Magic: The Gathering – Puzzle Quest kam mit meinem iPhone 6 Plus nicht mehr klar. Mit Version 3 fing das Spiel an immer häufiger abzustürzen und mit jedem Update wurde es schlimmer bis hin zur vollständigen Unspielbarkeit. Die Vermutung in den Foren ist (die Entwickler haben sich bis heute nicht dazu geäußert), dass schlicht die 1 GB Arbeitsspeicher nicht mehr ausgereicht haben, um alle Daten vorzuhalten.

Ein normaler Mensch hätte jetzt vermutlich einfach aufgehört das Spiel zu spielen (was ich auch einige Monate getan habe) und sich anderen Titeln gewidmet – z.B. den jeweils neusten Werken von Kairosoft (ich komm‘ schon gar nicht mehr hinterher!). Aber nach fünf Jahren, ebenso vielen übersprungenen iPhone-Generationen, dem nun erreichten Support-Ende für besagtes iPhone 6 Plus sowie tatsächlich besseren Tarifkonditionen bei einem Wechsel (zumindest für mich als Mitarbeiter) habe ich mir gedacht: Komm, hol‘ dir mal wieder was Neues.

Was es geworden ist? Ein iPhone 11 mit 128GB. Ja, ohne Zusatz. Kein Pro oder gar Pro Max. Ein Goldesel bin ich dann doch nicht und mit dem niedrigsten Tarif (mehr brauche ich nicht) hätten die Dinger immer noch extrem viel gekostet. Und ein Android ist es erneut nicht geworden, weil zum einen Lysanda gefühlt dauernd nur am Fluchen ist (hat ein Samsung Galaxy Xcover 4) und zum anderen, weil ich mir weiterhin einbilde in der iOS-Umwelt „gefangen“ zu sein. Zumindest müsste ich z.B. die Kairosoft-Spiele alle wieder neu kaufen. Und mein Spielstand lässt sich ohne Facebook-Account (ja, ich habe immer noch keinen!) bei Magic: The Gathering – Puzzle Quest sicherlich ebenfalls nicht einfach migrieren. Also bin ich Apple nicht nur erneut treu geblieben, sondern habe auch gleichzeitig noch die schlechteste Variante aus der aktuellen iPhone-Generation erstanden. Was bin ich nur für ein Versager :wink: .

Das Gerät

Und ja, auf den ersten Blick erscheint es wie ein Rückschritt: Das iPhone 6 Plus hat damals schon 1080p bei 401ppi geschafft während das iPhone 11 nur 1792×828 bei 326ppi bringt. Sprich nicht einmal 1080p trotz größerer Bildschirmdiagonale (6,1″ zu 5,5″) und hat gleichzeitig eine Art „Einkerbung“ am oberen Rand mit Lautsprecher und Frontkamera, die in das Display hineinragt, was die Auflösung einiger Apps reduziert und damit zu ungenutztem Raum oder zu Falschdarstellungen in nicht optimierten Apps führt. Und obwohl es kleiner ist (150,9×75,7×8,3 zu 158,1×77,8×7,1mm), wiegt es etwas mehr (194g zu 172g). Den Vergleich zum iPhone 11 Pro Max u.a. mit seinem OLED-Display braucht man da erst gar nicht zu versuchen.

Doch die Realität ist natürlich eine ganz andere. In fünf Gerätegenerationen hat sich einiges getan. Ja, es mag das schlechteste iPhone dieser Generation sein. Mit dem iPhone 6 Plus wischt es trotzdem den Boden auf. Das merke selbst ich als nicht wirklicher Hardcore-Nutzer. So bin ich z.B. beeindruckt wie gut Face ID funktioniert, die verbesserte Kamera (12 MP Zweifach-Kamera) mit ihren neuen Funktionen ist eine coole Sache und natürlich merke ich auch die Power des A13-Bionic-Chips im Vergleich zum alten A8. Magic: The Gathering – Puzzle Quest lädt z.B. deutlich spürbar schneller. Gleichzeitig hält zumindest aktuell noch der Akku angenehm lange.

Umgewöhnung

Magic: The Gathering - Puzzle Quest

Mein Suchtspiel

Der Wechsel ging soweit gut über die Bühne. Dank iCloud-Backup und drahtloser Übertragung vom alten auf das neue Smartphone ist das zwischen zwei iPhone ja tatsächlich nur eine Frage der Zeit. Sogar die Savegames besagter Kairosoft-Titel haben es rübergeschafft (hatte hier mit Verlusten gerechnet – Kairosoft ist in der Hinsicht ein echt unfähiger Verein). Der größte Aufwand war das Umziehen des Google Authenticators, den ich für einen Großteil meiner Zwei-Faktor-Authentifizierungen nutze. Da muss man leider in jedes einzelne Konto reingehen und mit mehr oder weniger Aufwand das alte Gerät entfernen und das neue registrieren. Dank der neuen Bankenrichtlinie PSD2 musste ich das dieses Mal zusätzlich auch noch für die diversen Zwei-Faktor-Systeme meiner Bankkonten tun. Ja, PSD2 mag gut gemeint gewesen sein aber die Umsetzung der Richtlinie ist bei manchen Banken echt total Banane.

Die größte Umstellung für mich als alter iPhone-Nutzer war logischerweise der Wegfall des Home-Buttons (inkl. Fingerabdrucksensor) sowie einer unter anderen damit verbundenen Änderung an den Funktionen der Seitentasten. Letzteres ist echt nervig für jemanden, der kein Siri benutzt. Jetzt muss ich zum Aus- und Einschalten des Smartphones zwei Tasten drücken. Und ja: Ich musste das tatsächlich googlen. Warum das nicht konfigurierbar ist, weiß vermutlich nicht einmal Apple. Ansonsten ist es eine Umgewöhnung z.B. beim Kauf im App Store doppelt auf die Seitentaste zu drücken oder die offenen Apps per Schieben von unten nach oben anzeigen zu lassen. Und bei Apps, die kein Face ID unterstützen jetzt wieder ein Passwort eingeben zu müssen ist natürlich auch eine kleine Umgewöhnung. Grundsätzlich habe ich den Home-Button aber schon nach ein paar Stunden nicht mehr vermisst. Und auch besagte „Einkerbung“ oben am Display stört mich im normalen Alltag nicht. Nur, dass irgendwie Uhrzeit, Empfang und Akkustand in vielen Ansichten nicht mehr angezeigt werden ist doof.  Das dürfte aber eher ein iOS 13-„Feature“ sein als ein iPhone 11-Problem.

Fazit

Ich bereue den Wechsel auf das iPhone 11 also absolut nicht und kann das Gerät erneut nur empfehlen – zumindest, wenn man mehrere Generationen überspringt. Hätte die Investition zum jetzigen Zeitpunkt stattfinden müssen? Natürlich nicht. Das iPhone 6 Plus hätte trotz fehlender iOS-Updates sicherlich noch 1-2 Jahre durchgehalten. Und ja, auch ohne Magic: The Gathering – Puzzle Quest wäre das Leben irgendwie weitergegangen :wink: . Aber ich vermisse meinen alten Klumpen nicht. Und wenn der eBay-Käufer tatsächlich bezahlt hätte, hätte ich dafür mittlerweile abzüglich Gebühren rund 150 Euro auf dem Konto. So werde ich es wohl nach Abschluss des Kaufabbruchs nochmal neu einstellen müssen. Habe ich schonmal erwähnt, dass eBay gefühlt mittlerweile für Privatverkäufer total scheiße ist? Überall nur noch Scammer und Abmahner unterwegs…

Bis Montag! Dann vermutlich mit dem letzten Teil von Azzkickrs Bericht zu seiner neuen Daddelkiste. Alternativ gibt’s die beiden Durchgespieltberichte.

Servus zusammen und herzlich Willkommen zum zweiten Teil meiner Artikelreihe zu meinem neuen Rechner. Dieses Mal geht es um die Themen Prozessor, Mainboard, Arbeitsspeicher und Prozessor-Kühler. Auf geht’s!

Prozessor: AMD Ryzen 7 3700X (325€)

AMD Ryzen 7 (Herstellerbild)

Wenn mich mein Gedächtnis nicht trügt – und ich habe nebenbei erwähnt echt lange nachgedacht – handelt es sich hierbei doch tatsächlich um meinen ersten AMD Prozessor! Soweit ich mich recht erinnere, besaß ich nämlich bislang: Intel i486DX2, Intel Pentium III 500, Intel Core 2 Duo E6600 und eben zuletzt den Intel i5-2500K. Aber selbst, wenn ich doch schon einen AMD mein Eigen habe nennen dürfen: der nun (abermals?) vollzogene Wechsel von Intel zu AMD fiel mir dann doch sehr leicht. Und das will was heißen, denn noch bis vor Kurzem war ich sozusagen Intel-Fanboy, was ob der Qualität der bislang benutzten Intel Produkte – allen voran dem i5-2500K – auch kein Wunder ist.

Aber mein Glaube geriet zuletzt dann doch gehörig ins Wanken. Und damit spiele ich nicht nur auf die – in Sachen Performance beeindruckende – Aufholjagd gegenüber Intel an, die AMD mit ihren Ryzen-Prozessoren hingelegt hat. Die bloße Arbeits- und Spieleleistung waren tatsächlich nur zweitrangig für meine Entscheidung das Lager zu wechseln. Ausschlaggebend war letztlich das Thema Sicherheit. Ich möchte die ganze Diskussion um „Meltdown“, „Spectre“ und die weiteren Sicherheitslücken hier gar nicht im Detail aufdröseln. Aber was – stand heute – wohl sicher zu sein scheint: AMD hat mit erheblich weniger Sicherheitslücken zu kämpfen als Intel. Und dabei ist es mir egal, wie wahrscheinlich oder unwahrscheinlich es ist, dass ein 0815-Privatanwender wie ich Opfer durch einen Angriff werden kann. Ich möchte diese Lücken einfach nicht haben – beziehungsweise: so wenig wie möglich davon – denn ganz frei von Problemen ist ja wie gesagt auch AMD nicht.

Die Power

Aber nun natürlich auch noch ein paar Sätze zur Leistung: Mein Credo ist in der Regel, erst dann CPU und GPU auszutauschen, wenn sie in praktischen Szenarien mindestens doppelt so viel Leistung bringen, wie die aktuell verbauten Pendants. Bereits die Rohdaten stimmten mich dahingehend optimistisch: 8 Kerne statt 4, 16 Threads statt 4, 4.4 Ghz Boost statt 3,7 Ghz. Dazu die Fertigung in 7nmFinFET statt in 32nm. Von den vielen Verbesserungen in der Architektur, die es seit 2011 gegeben hat mal ganz zu schweigen. Ob es letztlich gereicht hat, werdet ihr aber erst im nächsten Teil erfahren. Ich muss ja die Spannung noch etwas aufrechterhalten :smile: .

Durch das oben erwähnte Sicherheitsthema war es mir dann letztlich auch egal, dass Intel in Spielen nach wie vor – jedoch nur noch relativ knapp – die Nase vorn hat. Zumal AMD wiederrum bei (Mehrkern-)Anwendungen punkten kann und zumindest im Volllastbetrieb auch energieeffizienter ist. Ganz zu schweigen davon, dass ich für den vergleichbaren Intel i9-9900K (der ebenfalls 8 Kerne und 16 Threads bietet) etwa 180 Euro mehr auf die Ladentheke hätte legen müssen.

Angenehmes Detail: Durch gleich zwei AMD-Aktionen bekam ich neben Borderlands 3 auch noch einen dreimonatigen Xbox-Game-Pass für den Kauf des Ryzen 3700X geschenkt. Dadurch verstärkte sich der eh schon „preiswerte“ Eindruck des Ryzen 3700X im Vergleich zum Intel i9-9900K noch weiter. Und tatsächlich nutze ich den Game Pass auch schon fleißig: Gears of War 4 und Metro Exodus sind schon durchgezockt und Forza Horizon 4 steht ebenfalls kurz vor der Vollendung. Gears 5 ist zudem bereits heruntergeladen und schon in Lauerstellung. Hat sich also schon gelohnt :smile: .

Und dann gab es aber auch noch einen weiteren Grund, der mich in das AMD-Lager gezogen hat. Und damit kommen wir zur nächsten Komponente, dem Mainboard.

Kurzfassung der essentiellen Vor- und Nachteile
+ hervorragende Anwendungsleistung
+ sehr gute Spieleleistung
+ sehr gute Effizienz unter Last
+ konkurrenzloses Preis- Leistungsverhältnis
0 Intel bei Stromverbrauch im Leerlauf und Teillast etwas besser (wohl primär chipsatzbedingt)
0 Intel bei Spieleleistung im Durchschnitt nach wie vor etwas besser

Mainboard: Gigabyte X570 Aorus Master (370€)

Gigabyte X570 Aorus Master (Herstellerbild)

„370 Euro für ein Mainboard?!“ wird sich jetzt womöglich der ein oder andere denken. Und in der Tat, man muss nicht zwingend so viel Geld ausgeben. Zumindest, wenn es einem um die bloße Leistung des Rechners geht, denn hier unterscheiden sich erfahrungsgemäß die Einsteigermodelle nur im Rahmen der Messungenauigkeit von den Oberklasse- und Luxusmodellen. Die Unterschiede sind allen voran in Sachen Ausstattung und Übertaktungspotential zu suchen. Da mich letzteres nicht (mehr) interessiert, war es also die Ausstattung, die für mich ausschlaggebend war.

Mir war insbesondere wichtig, dass das künftige Mainboard neben reichlich USB 3.2 Gen 2-Anschlüssen auch über möglichst viele m.2-Steckplätze verfügt – natürlich mit zukunftssicherer PCIe 4.0 x4-Anbindung womit auch zwingend der nagelneue X570-Chipsatz erworben werden musste. Letzteres war wie bereits angedeutet dann eben auch noch ein weiteres Argument in das AMD-Lager zu wechseln, da Intel zum jetzigen Zeitpunkt noch kein PCIe 4.0 anbietet.

Darüber hinaus war integriertes WLAN ebenso Pflicht. Gerade dieses Kriterium ließ die Anzahl möglicher Kandidaten im ATX-Formfaktor auf weniger als ein Dutzend schrumpfen. Dadurch, dass ich letztlich auch nur Asus und Gigabyte ernsthaft in Betracht gezogen habe (ein sehr subjektives Kriterium), blieb – ich kürze etwas ab – am Ende des Tages die Wahl zwischen dem Asus ROG Crosshair VIII Hero Wi-Fi und dem Gigabyte X570 Aorus Master.

Der Vergleich

Das Asus bot mit 8xUSB3.2 Gen 2 und 4xUSB3.2 Gen 1 die moderneren externen Anschlüsse (Gigabyte: 4xUSB 3.2 Gen 2, 2x USB 3.2 Gen 1, 4x USB 2.0), das Gigabyte wiederum verfügte über drei m.2-Anschlüsse (alle über PCIe 4.0 x4 angebunden), das Asus hingegen nur über derer zwei. Weitere Unterschiede, vor allem im Bereich Stromversorgung (Mosfets), Kühlkörper und LED-Bling-Bling interessierten mich nicht wirklich, da ich nicht oder nur minimal übertakten werde und wir uns hier bereits in der absoluten Oberklasse bewegen und die Unterschiede abermals nur absoluten Enthusiasten auffallen würden.

Da eine grobe Recherche ergeben hatte, dass es für die klassischen Eingabegeräte wie Maus, Tastatur und Gamepad gar nicht schlecht ist, wenn man diese weiterhin an USB2.0-Anschlüssen anbringt (USB3.0 kann wohl zu Kompatibilitätsproblemen führen) und Asus wohl in letzter Zeit bei seinen Temperatursensoren etwas mogelt, damit diese niedrigere Werte ausgeben als tatsächlich anliegen, fiel – auch wegen dem dritten m.2-Slot – letztlich die Wahl auf das Gigabyte.

Für Asus hätte noch gesprochen, dass deren BIOS wohl in der Regel ausgereifter und optisch auch ansprechender ist. Da ich aber wie gesagt nicht zu dem Enthusiastenkreis gehöre, der auch das allerkleinste Detail einstellen muss, war das für mich nicht entscheidend. Zwar hatte ich tatsächlich anfangs Probleme mit dem Gigabyte BIOS (die Maus wurde nicht erkannt), ein entsprechendes BIOS-Update brachte aber Abhilfe. Darüber hinaus kann ich bislang überhaupt nicht meckern. Das BIOS ist ausreichend hübsch, bietet alle Einstellungen, die ich brauche und hat eine, für meine Zwecke, sehr gute Lüftersteuerung.

Ein Negativpunkt?

Bleibt noch ein letztes Wort zum Thema „Chipsatzkühler“ zu sagen. Dieser stand ja heftig in der Diskussion, da befürchtet wurde, dass er sehr laut sein würde. In dieser Hinsicht kann ich durchaus Entwarnung geben. Seit den jüngsten BIOS-Versionen lässt sich ein Balanced- und Silent-Modus auswählen. Und spätestens im letzteren ist der Kühler dann nicht mehr aus meinem Gehäuse herauszuhören. Wenn der Lüfter aber aufdreht – was er jedoch bislang nur standardmäßig einmal beim Hochfahren des Rechners macht – dann wird er elendig laut. Mehr Details zu Temperaturen und Lautstärke dann im dritten Teil.

Kurzfassung der essentiellen Vor- und Nachteile
+ herausragende Ausstattung und Anschlussvielfalt
+ sehr gute Kühlung und Stromversorgung
+ sehr schöne Optik, zweifache LED-Beleuchtung
0 BIOS stabil und umfangreich, aber sicher nicht Klassenbester
0 Chipsatzkühler nötig und in „Performance-Modus“ auch sehr laut

Arbeitsspeicher: G.Skill Trident Z Neo, 2x8GB, DDR4-3600, CL 16-16-16-36 (170€)

G.Skill Trident Z Neo (Herstellerbild)

Wohl keine Komponente eines Rechners schafft es, mich so nervös zu machen, wie der Arbeitsspeicher. Warum? Nun, da wäre zum einen mein persönliches Trauma, dass ich mir beim vorletzten Computer eingehandelt habe: in einem unaufmerksamen Moment habe ich – mit entsprechendem Druck – versucht, den damaligen RAM verkehrt herum in den Mainboard-Slot hineinzudrücken. Die Folge: nicht nur der Speicherriegel, auch das Mainboard waren hinüber. Natürlich war das damit kein Garantiefall womit mir letztlich Mehrkosten von ca. 500 Euro entstanden. Aber ok, selbst dran schuld. (Anm. d. Red.: Gewisse, namentlich nicht näher benannte Webmaster haben das auch schon geschafft)

Zum anderen ist da die Sache mit der Kompatibilität. Natürlich: es gibt die entsprechenden QVLs (qualified vendor lists). Nur stehen dort häufig nicht alle unterstützten Produkte drauf. Insbesondere kommt es vor, dass nagelneue RAM-Module nicht geführt werden. So auch dieses Mal: streng genommen wird von meinem Arbeitsspeicher lediglich das 32-GB-Kit geführt (und dann auch noch mit fehlerhaften Daten). Nun ist es zwar sehr wahrscheinlich, dass auch das kleinere Kit funktioniert, wenn auch das große Kit unterstützt wird. Aber garantiert wird es eben nicht.

Und dann ist da noch die Sache mit den schwankenden Preisen: bislang hatte ich immer ein Händchen dafür, just dann einen neuen Rechner kaufen zu müssen, wenn die Preise für Arbeitsspeicher sich auf einem Allzeithoch befanden.

Aber ok, ich bin erfreut, berichten zu können, dass dieses Mal der RAM richtig eingebaut wurde, vom Mainboard anstandslos erkannt wurde und die Preise ausnahmsweise auch eher im Keller waren. Alles also sehr gut. Bleibt zu erklären, weshalb ich mich ausgerechnet für diese Riegel entschieden habe.

Das Rationale

Fangen wir damit an, dass ich 16GB für einen Standard-Gamer wie mich aktuell und wohl auch noch in den nächsten Jahren für absolut ausreichend halte. Ich habe vor dem Kauf einige Tests gemacht und mir die RAM-Auslastung meiner vorherigen 8GB angeschaut. Ergebnis: ich habe nicht einmal diese 8GB ausgereizt. Und wie erwähnt unterstützt mein Mainboard auch die 32-GB-Bestückung mit meinem Arbeitsspeicher. Ich hätte also die Möglichkeit hier noch unproblematisch nachzurüsten.

Für 3600Mhz habe ich mich deswegen entschieden, weil das bei den Ryzen3000-Prozessoren bzw. dem X570-Chipsatz der „Sweet-Spot“ zu sein scheint. Ich zitiere hier mal Computerbase:

„In aller Kürze: Bis zu einem Takt von DDR4-3600 arbeiten die internen Teiler mit 1:1:1 (MEMCLK = UCLK = FCLK). Darüber hinaus verweilt das IF bei 1.800 MHz und das UCLK wird gegenüber dem MEMCLK halbiert, was eine „Straflatenz“ nach sich zieht.“

Darüber hinaus kommt es – wenn man wirklich das letzte Quäntchen Leistung haben will – eher auf die Timings und auch Sub-Timings an. Und das ist eben auch der Grund, weshalb ich mich für die, dann doch recht teuren CL16-16-16-36-Riegel entschieden habe. Die Variante mit CL16-19-19-39 hätte ganze 50 Euro weniger gekostet. Wobei ich hinzufügen muss, dass diese günstigere Variante nicht über die, in der Community hochgelobten und stets empfohlenen „Samsung B-Dies“ verfügt, denen man eine besonders hohe Wertigkeit und auch Übertaktbarkeit nachsagt.

Ach und meine Riegel verfügen über eine LED-Beleuchtung. Und wo ich beim Gehäuse noch die Meinung vertrete, dass dieses nicht blinken und leuchten soll, muss ich gestehen, dass ich von der RAM-Beleuchtung echt angetan bin. Liegt auch daran, dass die G.Skill Trident Z Neo’s über eine der besten Beleuchtungen verfügen. Ist wirklich sehr hübsch anzuschauen und in der Tat den Aufpreis wert (wenn man, wie ich, eine Glastür im Gehäuse hat).

Kurzfassung der essentiellen Vor- und Nachteile
+ mit 3600Mhz im „Sweet-Spot“ für die Ryzen-CPU
+ Samsung B-Dies, also sehr hohe Wertigkeit und Übertaktbarkeit
+ grandiose LED-Beleuchtung, programmierbar
0 16GB aktuell und mittelfristig noch ausreichend, langfristig aber wohl Aufrüstung auf 32GB nötig
– hoher Aufpreis für LED-Beleuchtung, die Samsung B-Dies und die niedrigen Sub-Timings

Prozessorkühler: Scythe Fuma 2 (50€)

Scythe Fuma 2 (Herstellerbild)

Es ist ja durchaus löblich, dass AMD ab Werk seine Prozessoren mit Kühler ausliefert. Und der „Wraith Prism“ scheint auch echt nicht schlecht zu sein. Aber im Vergleich mit den Produkten von Drittherstellern ziehen diese Standardvarianten eben häufig doch deutlich den Kürzeren. Ich habe anfangs durchaus darüber nachgedacht, dem „Wraith Prism“ wenigstens mal eine Chance zu geben. Immerhin übertakte ich ja wie gesagt nicht. Aber der Gedanke an den nötigen Zeitaufwand, einen Prozessorkühler wieder zu demontieren und den neuen zu montieren, hat mich dann doch dazu bewogen, es gleich mit einem besseren Kühler anzugehen. Meine Wahl fiel dabei – wie schon zuletzt – auf die Firma Scythe und deren Modell Fuma 2.

Die Begründung kann ich kurzhalten: der Kühler erreicht zwar nicht die absoluten Spitzenwerte der – allerdings auch immens schweren und riesigen – Referenzkühler (z.B. Noctua NH-D15), kommt diesen aber verdammt nahe. Er ist dabei aber wie bereits erwähnt kleiner, leichter, günstiger und verfügt – was mir besonders wichtig war – über ein sehr einfaches Montagesystem. Wie die genauen Temperaturwerte aussehen und wie laut oder leise sich die Lüfter verhalten, erfahrt ihr im nächsten Artikel. Ich kann jedoch schon einmal spoilern, dass ich bislang sehr zufrieden bin.

Kurzfassung der essentiellen Vor- und Nachteile
+ einfaches Montagesystem
+ sehr gute Leistung bei Kühlung und Lautstärke
+ dennoch nicht so riesig wie die absoluten Referenzkühler
+ mit 50 Euro „preiswert“
0 es geht noch kühler, noch leiser – aber dann eben auch schwerer und größer

Und damit wären wir für heute am Ende. Im nächsten und letzten Teil geht es dann noch um die Themen Grafikkarte, Datenspeicher, Soundkarte sowie Benchmarks und erste Eindrücke des Systems.
Bis dahin!

ECOVACS Robotics DEEBOT OZMO 930

Nein, heute gibt es noch nicht den nächsten Teil zu Azzkickrs neuster Daddelkiste. Total gemein, ich weiß. Schließlich wird es in Teil 3 erst so richtig interessant u.a. mit seinem Prozessor. Spoiler: Er hat weniger Kerne als ich von unserem Hardware-Experten erwartet hätte! *setzt einen enttäuschten Blick auf* Aber ich muss euch doch endlich mal von unserem neusten Familienmitglied berichten. Wir nennen es liebevoll ChuChu, sein bürgerlicher Name ist jedoch „ECOVACS Robotics DEEBOT OZMO 930„. Ja, wir haben uns einen Saug- und Wischroboter angeschafft.

Der Name ist natürlich nicht ganz zufällig gewählt. „ChuuChuu“ ist die japanische Lautmalerei für einen Kuss oder das Geräusch beim Aufsaugen von Flüssigkeiten. Und es ist zudem der Name eines Monsters (ein „Humanoides Mückenwesen“) aus dem Sailor V-Manga, welches den Menschen per Blutspende die Energie stehlen möchte. Nein, ich habe keine Ahnung warum im Sailor-Moon-Universum immer alle Energie klauen wollen. Red Bull gibt es doch schon seit 1987. Ich weiß aber, dass Lysanda ein absolutes Sailor Moon-Fangirl ist. Also gab’s da keine langen Diskussionen :wink: .

Hintergrund

Ein Saug- und Wischroboter also. Meines Wissens unser erstes Internet-of-Things-Gerät im Haushalt. Braucht man sowas? Absolut nicht. Saugen und Wischen kann man auch manuell oder eine Putzfrau bezahlen. In einem Haushalt mit fünf Katzen, in dem zudem die Dame des Hauses gerne barfüßig durch die Gegend läuft, heißt das aber leider praktisch jeden Tag saugen und mindestens einmal die Woche wischen. Bitte? Nein, Lysandas Füße werden nur immer so dreckig – war nicht so gemeint, dass sie den Boden verschmutzt durchs herumlaufen. So oft habe ich logischerweise nie gereinigt, weil ich dazu schlicht keinen Bock hatte (Sorry, Mama!). Und da andere Katzenbesitzer ebenfalls so sehr von den kleinen Brummern schwärmen, keimte auch in uns schon länger der Wunsch so ein Ding anzuschaffen. Und warum nur einen Saugroboter holen, wenn es mittlerweile preislich vertretbare Varianten mit beiden Funktionen gibt? Eben.

Meine Erfahrungen in dem Bereich waren jedoch quasi nicht vorhanden. Vom Pionier auf dem Gebiet, dem Roomba von iRobot, haben wir zwar alle schon einmal gehört. Aber zum einen haben die keine Kombigeräte und zum anderen sind die preislich in vollkommen anderen Sphären unterwegs als ich es unserem Geldbeutel zumuten wollte. Stattdessen habe ich getan, was man als fähiger Konsument halt so macht: Im Internet Testberichte und Meinungen gesucht, gelesen und in einen Kontext gesetzt. Und da stach der ECOVACS Robotics DEEBOT OZMO 930 als rundum gutes Gerät für seine Preis- und Funktionsklasse (Saug- und Wischroboter für um die 500-600€) heraus.

Warum die Wahl nicht auf das neue Modell der Reihe fiel, den 950? Ganz einfach: 210€. Durch den Release des 950, ist der Preis des 930 von 600€ auf 380€ gesunken. Und die aus meiner Sicht überschaubaren Unterschiede (u.a. kann sich der 950 mehrere Stockwerke merken und hat eine längere Akkulaufzeit) waren mir den Aufpreis absolut nicht wert. Er muss bei uns nur das Erdgeschoss bearbeiten und dafür reicht die Akkuleistung locker aus. Aber dazu gleich mehr. Ach und die 20 Euro Aufpreis nur dafür, dass er weiß statt schwarz ist haben wir uns natürlich ebenfalls gespart.

Der Roboter

ChuChu von unten

Für unser Geld haben wir einem 4,6kg schweren, 35,4cm breiten und 10,2cm hohen schwarzen Kreis bekommen. Ein nicht gerade kleines Ding und ja, mit 10cm Höhe gehört er wohl auch zu den etwas größeren Vertretern seiner Art. Bei uns gibt es aber keine relevanten Stellen an die er deshalb nicht rankommt. Problematischer sind da schon Ecken, schließlich ist er rund und vorsichtig. Das passt nicht ganz zusammen, wie wir schon im Kindergarten gelernt haben. Wer also glaubt, dass er nach der Anschaffung eines Robos nie wieder saugen/wischen muss, den darf ich an dieser Stelle sofort enttäuschen. Auch die Wischkraft ist nicht sonderlich groß. Hartnäckige Flecken bekommt er nicht weg, da er einfach nur in seinem Tempo einmal drüberfährt. Doch ich greife schon wieder vor.

Nach der Lieferung gilt es erst einmal den Kleinen zusammenzubauen. Er ist nämlich erfreulich modular aufgebaut. Alle reinigenden Teile lassen sich ohne viel Aufwand an- und abbauen (und somit gut saubermachen) und es gibt Ersatzteile dafür (es ist sogar für alles bis auf die Bürste gleich Ersatz mit dabei!). Konkret befindet sich am Hinterteil der Wasserbehälter (250ml) an dem ihr ein Mikrofasertuch befestigt für die Nassreinigung. Dann gibt es eine Bürste in der Mitte vor dem Einsaugloch und zwei sich drehende Wedel an der Front. Diese schleudern den Dreck in Richtung Robomund. Unter einer Klappe auf der Oberseite befindet sich hingegen der Staubbehälter (470ml) mit gleich zwei Filterstufen dran (gut für Allergiker) und ein kleines Multitool zur Unterstützung bei der Reinigung. Außerdem verstecken sich hier der Ein- und Ausschalter, der Resetknopf und ein sogenannter „Upgrade Port“.

Wichtig: Ist der Wasserbehälter gesteckt, ist der Roboter automatisch im Saug- und Wischmodus (der Sauger ist logischerweise vor und nicht hinter dem Wischtuch). Wollt ihr nur saugen, müsst ihr den Behälter abziehen. Die Bürste empfiehlt sich hingegen zu entfernen, wenn ihr z.B. viele Haare oder sowas herumliegen habt, die sich darin verheddern könnten. Hatten wir bislang aber kein Problem damit. Allerdings haben wir bekanntlich derzeit auch keine Maine Coons :smile: .

Habt ihr den kleinen zusammengebaut, gilt es noch einen Platz für die Ladestation zu finden. Die ist sein Dreh- und Angelpunkt, muss also jederzeit zugänglich sein und ausreichend Platz (1m in der Front, 50cm zu beiden Seiten) vorhanden sein, damit er andocken kann. Dann den DEEBOT draufgesetzt und los geht’s!

Die (zensierte) Hauptansicht

Die Einrichtung

Sobald man den OZMO 930 auf die Ladestation gesetzt und angeschaltet hat, kann er direkt loslegen. Ein Druck auf den einzigen (von außen sichtbaren) Button mit der Aufschrift „Auto“ und er beginnt mit seiner Arbeit. Auf seinem Rücken hat der Roboter einen kleinen Bruder, der die Umgebung scannt. Dabei wird eine interne Karte erstellt und ein entsprechender Reinigungswegs festgelegt (im Idealfall in gerade Linie nach vorne, wenden, in gerade Linie ein wenig versetzt wieder zurück, etc.) – ECOVACS nennt das Smart Navi 3.0-Technologie. Solange ihr ihn oder die Ladestation nicht im Betrieb versetzt, weiß er also immer wo er gerade ist, was er schon gemacht hat und findet selbstständig wieder zum Ausgangspunkt zurück. Ach und er weiß natürlich auch wo Hindernisse sind und versucht sie entsprechend zu umgehen. Klappt nicht immer z.B. bei Stuhlbeinen aber er ist grundsätzlich sehr vorsichtig was das Tempo in der Nähe von Hindernissen angeht und dank seiner flexiblen Stoßstange mit eingebautem Infrarot-Anti-Kollisionssensor kann ihm auch nichts passieren. Zusätzlich hat er unten an der Front einen Satz Sensoren. Die erkennen zum einen, ob er sich gerade in den Abgrund stürzen möchte (=Treppe) und verhindern das. Zum anderen erkennen sie die Art des Bodens. Im Wischmodus sieht er so quasi Teppiche und umfährt sie, statt nass drüber zu fahren.

Der OZMO 930 macht also prinzipiell bereits ohne Zugang zu eurem WLAN seine Arbeit und funktioniert. Aber damit verzichtet ihr logischerweise auf einige Zusatzfunktionen, die das Gerät bietet und den ganzen IoT-Kram. Also heißt es auf einem Smartphone eurer Wahl die dazugehörige App ECOVACS Home herunterladen. Es gilt zuerst den Roboter ins WLAN zu bringen und dann mit eurem Smartphone zu verknüpfen. Dabei ist zu beachten, dass der OZMO 930 nur 2,4Ghz-WLAN kann. Wer also Zuhause nur mit 5 Ghz unterwegs ist, muss wohl oder übel doch noch die zweite Frequenz aktivieren. App öffnen, Robo-Art auswählen, WLAN-Passwort eintippen und los geht’s – also zumindest ist der Robo dann im WLAN und fängt wohl schon fleißig an mit der ECOVACS-Cloud zu kommunizieren in der auch die Karte abgespeichert wird. Unter anderem prüft er ob eine neue Firmwareversion vorhanden ist. Im zweiten Schritt drückt ihr den Resetknopf und ihr müsst euch mit der in diesem Moment eigens generierten SSID eures Roboters verbinden. Nach ein bisschen Wartezeit in der eine Anzeige auf 100% hochzählt, ist es geschafft. Das ist quasi die eigentliche Konfiguration und Verbindung mit der App. Und das war’s. Das Smartphone wechselt automatisch in euer Standard-WLAN zurück, der Roboter sagt „Hallo“ (ja, er kann sprechen – in mehreren Dutzend Sprachen) und es kann losgehen.

Die Sicherheit

Bevor wir genauer auf die App und die Funktionen eingehen, ein Wort zum Thema Sicherheit. Ich habe dazu tatsächlich nur einen einzigen, kurzen Artikel gefunden, der sich mit einem ECOVACS-Produkt beschäftigt. Das finde ich erschreckend! Keine der Dutzenden Testseiten für Saugroboter scheint sich damit zu befassen. Der Artikel ist hingegen auch schon wieder über zwei Jahre alt und bezieht sich entsprechend nicht nur auf ein wesentlich älteres Modell, sondern zudem auf eine ältere Soft- und Firmwareversion. Andererseits: Wir kennen ja leider die Bereitwilligkeit von Firmen sich mit ihren Sicherheitslücken zu beschäftigen. Insofern befürchte ich, dass kein einziges der von ihm genannten Probleme behoben wurde.

Die Verbrauchsanzeige

Sicher ist auf jeden Fall, dass die Karte eurer Wohnung (im Falle des OZMO 930 immerhin nur eine Etage) über einen Jabber-Service irgendwo nach Hintertupfingen geschickt und dort gespeichert wird. Während die Verbindung der App mit dem Server zumindest über eine damals wohl schlecht konfigurierte HTTPS-Abfrage lief, kommunizierte der Roboter nur per HTTP mit diesem Server. Dort musste er sich zwar einloggen, aber die Zugangsdaten sind anscheinend schlicht die Seriennummer des Geräts. Dürfte nicht sonderlich schwer sein da eine gültige per Bruteforce zu finden und dann den dazugehörigen Roboter auszulesen. Schlimmer noch: die Firmware-Updates lagen unverschlüsselt rum. Und soweit ich feststellen konnte, ist das vom Roboter bereitgestellte WLAN zur Konfiguration komplett ungeschützt. Ja, das Netz taucht erst im Konfigurationsmodus auf. Aber anders als im Artikel beschrieben scheint dafür nach der ersten Verknüpfung mit der App kein physikalischer Knopfdruck mehr notwendig, um die SSID sichtbar zu machen. Das ging einfach über die App als der Robo mal die Verbindung verloren hatte.

Die Nachteile von IoT

Was könnte also passieren? Nun, zum einen könnte jemand in den Besitz des Grundrisses der von ChuChu befahrenen Etage kommen. Da sind zwar keinerlei zusätzliche Informationen enthalten (es ist nur ein 2D-Radarbild), den Nutzen für z.B. einen Einbrecher halte ich entsprechend für gering, aber schön ist es natürlich trotzdem nicht. Schlimmer ist vermutlich, dass er theoretisch den Roboter als Backdoor in euer WLAN nutzen könnte. Soweit ich das verstanden habe, könnte der Angreifer über eine modifizierte App sich mit dem Roboter verbinden und dann im schlimmsten Fall direkt die Zugangsdaten auslesen, weil sie vermutlich unverschlüsselt dort rumliegen. Er ist aber dann zumindest schonmal im WLAN drin und könnte sich dann von dort vorarbeiten.

Wie gesagt: Ich habe keine Ahnung ob diese Probleme mit der aktuellen Generation noch vorhanden sind. Ich bin zu doof dafür das selbst herauszufinden und im Netz habe ich nichts gefunden. Ich würde aber mal vom Schlimmsten ausgehen. Was ist also mein Tipp? Ehrlich gesagt „Kein IoT-Gerät“ anschaffen. Das scheint leider immer noch die beste Variante bis Kunden und Firmen endlich mal lernen, dass das alles scheiße ist. Zumindest aber würde ich den Roboter nur ins Gast-WLAN stecken und diesem möglichst minimale Rechte erteilen. Das stört ihn nicht und da kann im Zweifel der digitale Einbrecher nicht ganz so viel Schaden anrichten (hoffe ich zumindest). Aber vielleicht hat unser IT-Experte Rondrer da ja noch was in den Kommentaren zu sagen.

Die App-Funktionen

Die Ladestation ist klein, man braucht aber viel Platz davor und daneben.

Nun gut: Roboter und App sind verbunden. Was kann die nun Tolles? Die Hauptansicht besteht aus der (beim ersten Aktivieren noch nicht vorhandenen) Karte, dem aktuellen Roboterstatus (inkl. Ladestand), etwas Statistik und den vier Kontrollbuttons. Viel tun könnt ihr aber eh noch nicht, da ihr den DEEBOT erst einmal im Automodus losschicken und seine Arbeit machen lassen müsst. Erst wenn er einmal von alleine die komplette Umgebung abgefahren hat (natürlich inkl. Reinigung) und selbstständig zur Ladestation zurückgefahren ist, ist die Karte für ihn vollständig, wird abgespeichert und die weiteren Funktionen werden freigeschaltet. Zuerst teilt der Roboter nach mir unbekannten Kriterien (vermutlich definiert er bestimmte Arten von Engstellen als Türen) die Karte in separate Bereiche ein, die ihr leider auch nicht anpassen könnt. So ist für ihn unser Wohn- und Esszimmer ein einziger Bereich, während der Flur in zwei geteilt wurde. Sinn und Zweck dieser Funktion ist, dass ihr den Roboter auf Wunsch einen oder mehrerer dieser Bereiche reinigen lassen könnt statt komplett alles abzufahren.

Gleichzeitig gibt es die Möglichkeit temporäre, benutzerdefinierte Bereiche festzulegen. Habt ihr also gerade beim Essen Dreck unter dem Tisch verursacht, macht ihr ein Kästchen um diesen Bereich und schon legt er los. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit ihm „virtuelle Grenzen“ zu setzen. Es ist zum Beispiel äußerst unpraktisch, wenn er versucht den Futterplatz der Katzen zu reinigen. Also einfach in der Kartenverwaltung vor diesem Bereich eine Linie gezogen und schon meidet ChuChu diese Ecke. Sehr praktisch!

Alles was man braucht

In den Einstellungen könnt ihr hingegen in vier Stufen festlegen, wie viel Wasser er beim Wischen verbrauchen soll, könnt Reinigungen planen sowie die letzten Protokolle einsehen (wann hat er wieviele m² in wieviel Zeit gemacht). Außerdem gibt es eine Anzeige zur Verbrauchsmaterialnutzung, die aber einfach nur die Betriebsstunden berücksichtigt und somit keine echte Aussage über den Zustand trifft. Man sieht zudem die installierte Firmwareversion (mit Updatemöglichkeit), kann die Sprachfunktion an- und ausschalten sowie die Art der Sprache ändern und hat Zugriff auf eine Karte der WLAN-Abdeckung in den einzelnen Bereichen der Karte. Und wenn einem der DEEBOT mal abhandengekommen ist, gibt es einen Button „DEEBOT Suchen“, der dazu führt, dass sich der kleine lautstark bemerkbar macht.

Der Staubbehälter nach zwei Teilreinigungen

Alles in allem habe ich in der App an Funktionen bislang nur eine Sache vermisst: Eine Füllstandsanzeige für den Wasserbehälter. Getestet habe ich es zwar noch nicht, aber gefühlt interessiert es ChuChu nicht ob Wasser im Behälter ist oder nicht. Ist der Wasserbehälter gesteckt, ist er einfach im Wischmodus. Ein wenig doof aber zumindest in unserem Einsatzfall nicht ganz so schlimm. Der zweite Negativpunkt ist hingegen, dass es mit meinen dicken Wurstfingern mitunter nicht ganz so einfach ist die virtuellen Grenzen zu setzen bzw. einen benutzerdefinierten Reinigungbereich festzulegen. Aber so ist das halt mit Touch-Bedienung. Insofern bin ich mit der App unter dem Strich absolut zufrieden. Schon allein, weil es irgendwie extrem entspannend ist ChuChu auf der virtuellen Karte (wird live aktualisiert) bei seiner Arbeit zuzuschauen.

Die Praxis

So viel zum Drumherum. Kommen wir endlich zur wichtigsten Frage: Wie macht er sich in der Praxis? Die kurze Antwort: Sehr gut. Laut Statistik hat er bei uns bislang in 22 Reinigungsvorgängen 257m² in knapp 6 Stunden gereinigt. Für eine komplette Reinigung der frei zugänglichen Bereiche der gesamten Etage (vier Zimmer plus Flur ohne Arbeitszimmer, weil da zu viele Kabel rumliegen) braucht er eine Stunde (43m²). Türschwellen machen ihm keine Probleme (er kann wohl bis 1,6cm überwinden) und die Lautstärke von ChuChu gibt ECOVACS mit 65dB an. Das ist weniger als ein normaler Staubsauger und definitiv noch angenehm. Auch die Katzen haben im Gegensatz zu unserem normalen Hausstaubsauger mit ihm kein Problem. Im Gegenteil hat ihn Maya sogar bereits adoptiert. Sie läuft ihm nach und stupst ihn an, wenn er gerade mal eine Denkpause macht oder an einem Stuhlbein scheitert. Anders als die Katzenvideos im Internet es einen glauben machen wollen, hat sich aber noch niemand draufgesetzt und ist mitgefahren.

Die Katzen überwachen ChuChu bei der Arbeit

Die Qualität der Reinigung selbst ist absolut okay. Wie oben erwähnt schafft er es nicht hartnäckige Flecken (z.B. getrocknetes Mäuseblut) zu entfernen, er kommt in keine Ecken rein und umgeht Hindernisse (auch Katzen) im Zweifel eher großzügig. Aber die grobe Arbeit auf den großen Fliesen- und Laminat-Flächen (Stichwort Laufwege, Küche, Esstisch) meistert er sehr gut und sammelt einiges auf, was ansonsten an Lysandas Füßen hängen bleiben würde. Ist also ein spürbarer Unterschied. Teppiche haben wir zwar auch ein paar kleinere, die stehen aber immer voll oder ich nehm‘ sie weg. Entsprechend haben wir da noch keine Erfahrung. Bei einer Betriebszeit laut Hersteller von 110min, hatten wir zudem noch nicht die Situation, dass er Zwischendurch mal Nachtanken gehen musste. Somit sind wir absolut zufrieden mit dem Kleinen. Wichtig ist nur: Der Reinigungsbereich muss frei sein von Kabeln, Bändern, niedrigen Kartons und ähnlichem Krimskrams sein, den man vor allem als Katzenbesitzer gerne mal herumliegen hat. Da verheddern sich ansonsten die Bürsten oder er zieht was mit durch die Gegend. Ach und Katzenkotze sollte man ebenfalls vorher wegmachen – nur so als Tipp :smile: . Daher darf ChuChu auch niemals in unserer Abwesenheit fahren.

Übrigens: Das Wischtuch ist ein 08/15-Mikrofasertuch, welches sich wie ein normaler Lappen einfach in der Waschmaschine waschen lässt. Auch ein Grund für die Wahl des ECOVACS Robotics DEEBOT OZMO 930, da viele andere Hersteller auf verschwenderische Einmal-Tücher setzen.

Fazit

Abseits der oben erwähnten Sicherheitsaspekte mit denen leider vermutlich jeder Saug- und Wischroboter zu kämpfen hat, können wir unseren kleinen ChuChu absolut nur empfehlen. Ja, er ersetzt das manuelle Putzen/die Putzhilfe nicht vollständig. Aber zumindest in unserem Haushalt mit zwei Erwachsenen und fünf Katzen macht es einen saumässigen *wink* Unterschied, wenn er regelmäßig seine Runden dreht. Vor allem die Möglichkeit ihn einfach spontan mal loszuschicken, weil ich mal wieder die Aminosäuren auf dem Boden verteilt habe statt sie in mein Glas zu schütten, ist echt praktisch. Somit passen Preis, Funktionalität und Ergebnis für mich als bislang unerfahrener Roboterbesitzer absolut zusammen.

Nächste Seite »