Der aktuelle Gartenzustand

Herzlich Willkommen, liebe Webseitenbesucherinnen und Besucher!

Wir berichten heute live und in Farbe aus dem Garten von Casa Lysanda. Es erwarten Sie (unter Umständen) schockierende Augenzeugenberichte, (möglicherweise) mitreißende Geschichten und (vielleicht) emotionale Momente. Doch was ist hier geschehen? Nun, das können Sie in diesem Eintrag nachlesen. Seit unserem ersten Bericht wurde der Garten fertigstellt, der Natur freien Lauf gelassen und erste Zusatzmaßnahmen auf Basis von Ausbruchsversuchen ergriffen. Aber was erzähle ich Ihnen das, reden wir doch stattdessen direkt mit einem der Verantwortlichen. Ich begrüße den Webmaster, einer der Dosenöffner in der Casa Lysanda:

Namenloser Moderator: Erzählen Sie unserem Publikum: Was hat sich in den letzten Wochen getan?

Der Webmaster: Nun, nachdem Hornbach endlich die DSM-Clips wieder auf Lager hatte, konnten wir zuallerst natürlich die letzten Plexiglasscheiben am Zaun befestigen. Stellte sich als schwieriger heraus, als wir gedacht hatten, da wir uns irgendwie total vermessen hatten. Und beim Kürzen mussten sich auch natürlich Risse bilden. Naja, wir haben nun das Beste draus gemacht und dann das Katzennetz montiert. Zusätzlich bekamen wir von einem Arbeitskollegen ein paar Baumstämme und haben sie um das Beet gelegt sowie wie geplant ein Kunststoffseil um einen der Terrassenpfosten gewickelt. Fand Pichu sofort super und hat darüber erfolglos versucht auf das Terrassendach zu klettern – was ihm aber nicht gelang. Zusätzlich zum Traktorreifen gibt es zudem nun einen mit Steinen abgegrenzten Bereich mit einem Torf-Humus-Rindenmulch-Mix zum Reinkacken. Wurde bereits erfolgreich angenommen, wenn ich mir so die Kackhaufen anschaue.

Namenloser Moderator: Klingt nach viel Arbeit für so ein paar Katzen. Aber jetzt sind sie endlich fertig?

Der Webmaster: Nein, komplett dicht scheint der Garten trotzdem noch nicht zu sein. Wir haben zwar die ersten Schlupflöcher gestopft indem wir zusätzliche Plexiglasscheiben an das Gartentor sowie besagten Terrassenpfosten montiert haben. Zumindest Pichu haben wir aber am Wochenende dabei erwischt, wie er über das Garagendach wieder in den Garten gesprungen ist. Wie er rauskam sind wir uns aber noch nicht sicher. Es bleibt also spannend. Aber besser er als z.B. die noch unerfahrene Maya.

Namenloser Moderator: Und wie haben die Katzen auf diese Neuerung reagiert?

Der Webmaster: Das sollten Sie sie wohl besser selbst fragen.

Maya auf Erkundungstour

Namenloser Moderator: Da haben Sie wohl recht. Wie gut, dass die fünf unserem Sender Exklusivrechte eingeräumt haben und wir sie hier und jetzt interviewen dürfen. Auf meinem Gesicht liegt Maya und versucht sich die ganze Zeit an mich zu kuscheln. Wie findest du den neuen Garten?

Maya: Neu? Keine Ahnung wovon Sie reden aber ich darf endlich raus! Nicht mehr muss ich nur dabei zuschauen wie die Jungs durch eine durchsichtige Klappe in der Wand verschwinden. Oder durch das Fenster mit ansehen wie das grüne Zeugs wächst und ab und zu einen Windhauch erschnüffeln, der mir von unbekannten Sachen erzählt. Nein, wenn jemand von den Dosenöffnern so nett ist und die Terrassentür öffnet, kann ich endlich da raus und die Welt erkunden und das macht echt viel Spaß!

Namenloser Moderator: Warum durch die Terrassentür? Haben dich die Dosenöffner nicht in der Katzenklappe registriert?

Maya: Was ist eine Katzenklappe? Lysanda hat mir ein paar Mal diese durchsichtige Tür in der Wand geöffnet. Meinen Sie das? Kann ich da auch alleine durch? Versteh ich nicht. Erscheint mir zu gruselig. Naja, egal. Auf jeden Fall bin ich bei meiner ersten Tour auch gleich hoch hinaus. Ich bin über den Kratzbaum hoch auf das Terrassendach und dann auf das Hausdach. Ein bisschen Angst hatte ich schon und der Untergrund war etwas steil und rutschig aber da oben war es echt cool. So viele Gerüche und man konnte so weit sehen. Der große Dosi hat dann ein Dachfenster geöffnet und ich war so doof da rein zu gehen. War zwar ein Raum, den ich vorher noch nie gesehen hatte aber jetzt komme ich nicht mehr auf das Hausdach, Die haben so eine blöde Scheibe am Pfosten befestigt, an der ich nicht vorbeikomme. Das ist echt doof und frustrierend! Ich will da wieder hoch und noch mehr von der Welt erkunden. *hatschi*

Namenloser Moderator: Iiiih…ähhh Gesundheit. Ich sehe gerade, dass ein schwarzes U-Boot um meine Beine schleicht und um Aufmerksamkeit buhlt. Was hast du zum Thema zu sagen, Jules?

Jules & Pichu kabbeln sich

Jules: Ich kann damit leben. Ja, ich wäre schon lieber draußen. Ich finde es z.B. schade, dass ich mich nicht mehr in die Einfahrt legen und sonnen kann. Oder hinter dem alten und nicht mehr vorhandenen Sichtschutz im Schatten liegen darf. Aber es gibt auch so noch viele schöne Plätze zum ausruhen und rumtoben. Solange mein Bro Pichu bei mir ist und ich mit ihm balgen kann bin ich sowieso glücklich. Blöd ist nur, dass ich dem riesigen Ding namens Balu nicht mehr entfliehen kann. Der scheucht mich durch den ganzen Garten, wenn er mal wieder seine fünf Minuten hat. Das ist echt unheimlich und furchteinflößend. Der wird mich bestimmt irgendwann doch mal fressen. Und jetzt knuddel mich endlich, mir ist langweilig!

Namenloser Moderator: Ich kann jetzt nicht. Zum einen habe ich Maya immer noch im Gesicht und zum anderen sehe ich aus dem Augenwinkel Lyssi aus dem Spieltunnel hervorlugen. Lyssi, haben Sie sich gut von Ihrem Unfall erholt?

Lyssi: Ja, mir geht es wieder gut. Werde ich nie wieder machen so eine Dummheit.

Namenloser Moderator: Das freut mich zu hören. Angeblich war Ihr Unfall ja ein Grund für die neue Gartengestaltung. Wie finden Sie das?

Lyssi: Wissen Sie, es ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite bin ich überglücklich, dass ich nach fünf Monaten Hausarrest endlich wieder hinaus an die frische Luft darf. War echt anstrengend jeden Tag die Dosenöffner davon zu überzeugen das Schlafzimmerfenster zumindest zu kippen, damit ich Zeitung lesen konnte. Die Stippvisiten im Garten sind da einfach was ganz anderes. Außerdem macht es Spaß mit Pichu und Jules durch das hohe Gras zu flitzen oder im Spieltunnel verstecken zu spielen. Hätte nicht gedacht, dass das Ding etwas taugt als er noch im Haus rumlag. Auf der anderen Seite belastet es mich natürlich schon etwas zu wissen, dass ich mit ein Auslöser dafür war, dass die anderen nun nicht mehr hinaus in die weite Welt…ach, das glaubt mir doch eh keiner. Es ist mir völlig egal, was die anderen für Probleme haben. Hauptsache ich kann endlich wieder raus! Freiheit für Lyssi!

Namenloser Moderator: Na dann. Maya, jetzt doch mal von mir runter!

Lyssi glücklich im Garten

Maya: Aber Intensivknuddeln! *hatschi*

Namenloser Moderator: Igitt! Voll in die Haare. *verscheucht Maya und putzt sich mit einem Taschentuch* Wann wird die endlich gesund?! Naja, da drüben liegt Pichu auf einem Gartenstuhl. Pichu, wie gefällt Ihnen der neue Garten?

Pichu: Ehrlich gesagt verstehe ich den ganzen Aufstand nicht. Ich finde es zwar schön zu klettern, aber warum die Dosenöffner mir unbedingt das rein- und rauskommen erschweren mussten? Keine Ahnung. Abseits davon merke ich nicht viel Unterschied. Ja, Balu der alte Streuner ist gefühlt mehr da als früher und meine Sis Lyssi darf endlich wieder raus. Aber ich gehe weiterhin nachts auf Tour und bringe Mäuse mit nach Hause. Insofern passt das für mich schon alles.

Namenloser Moderator: Eine überraschend positive Einschätzung. Haben Sie keine Angst, dass Ihnen die Fluchtwege abgeschnitten werden?

Pichu: Fluchtwege? Abschneiden? Warum sollten die Dosenöffner sowas tun? Ich habe mich bislang weder einsperren lassen noch war ich nicht pünktlich Zuhause. Also erzählen Sie nicht so einen Schmarrn und geben mir stattdessen ein paar Leckerlis.

Namenloser Moderator: Mmmh. Da hat wohl jemand noch nicht den Ernst der Lage begriffen. Wie schaut es bei dir aus, Balu?

Balu denkt über das Leben nach.

Balu: Was ein Scheiß! Ich bin anständig und kacke ich nicht in mein eigenes Revier. Deshalb habe ich denen auch aus Frust in den Kellerflur gemacht, da bin ich sonst ja nie. Außerdem brauche ich als alter Schrebergartenkater meine Freiheit. Ich muss hinaus, mein Revier verteidigen und meine andere Familie besuchen. Die vermissen mich wahrscheinlich schon. Gott, da kriege ich schon wieder so eine Wut, dass ich Jules am liebsten eine überbügeln möchte. Warum werde ich, die vorbildlichste Katze überhaupt so bestraft?! Die Welt ist ungerecht!

Namenloser Moderator: Du bist also mit der Situation unzufrieden?

Balu: Haben Sie mir gerade nicht zugehört? Das ist vollkommen bekloppt! Mir ist langweilig, ich will raus hier! *haut Jules*

*Jules rast durch den Garten und Balu rennt ihm hinterher*

Namenloser Moderator: Da haben Sie es meine Damen und Herren. Live und exklusiv nur bei uns die harten und echten Fakten aus dem Garten von Casa Lysanda. Wir danken, dass sie eingeschaltet haben und verabschieden uns bis zum nächsten Mal. Haben Sie noch ein Wort um Abschluss für uns, Herr Nachbarshund?

Buddy: Ich mag Katzen. Katzen sind cool! Endlich kann ich den ganzen Tag mehr Katzen sehen *kläff* Kommt zu mir Katzies! Ich möchte mich euch spielen! *kläff*

*Alle Katzen rennen auf die Terrasse oder ins Haus*

Sicarius

Körpertuning: Entgiftung

Eins von unzähligen Detox-Produkten

„Entgiftung“ oder auch gerne als „Detox“ bezeichnet ist ein Begriff, der schon häufiger in unseren Gesundheitseinträgen gefallen ist. Und egal ob in Frauenzeitschriften oder Lifestyle-Blogs: Detox ist „in“ und viele Hersteller und Diäterfinder machen mit neuen Produkten fleißig mit. Wie der Name schon sagt, geht es darum den Körper zu entgiften bzw. ihn bei diesem Prozess zu unterstützen. Denn auch während ihr diesen Eintrag lest, ist er ebenfalls damit beschäftigt.

Was passiert da?

Giftstoffe gelangen von überall in unseren Körper. Wir nehmen sie mit der Nahrung auf, wir atmen sie ein und selbst über die Haut können sie ins Innere gelangen. Ein paar Beispiele sind Quecksilber (z.B. aus Wildfisch), Weichmacher aus Verpackungsmaterial, Alkohol oder Oxalsäure (kommt in Gemüse vor). Aber selbst wenn ihr euch von allen äußeren Einflüssen befreien würdet: Unser Körper produziert sie sogar selbst in Form von Säuren beispielsweise als Nebenprodukt beim Verdauungsprozess. Damit meinen wir aber keine Furze. Die fallen nicht in die Kategorie der Giftstoffe egal wie sehr sie stinken und gegen die Genfer Konvention verstoßen. Und wie der Name schon sagt handelt es sich hier um Sachen, die unserem Körper Schaden zufügen und er deswegen schnellstmöglich wieder loswerden will. Das funktioniert folgendermaßen:

Er fängt den Giftstoff z.B. mit Hilfe von Salz ein und macht ihn Transportfähig (binden). Anschließend wird er über das Blut (=Wasser) an die entsprechenden Entgiftungsorgane geliefert (Leber, Niere, Haut, etc.) und dort in harmlose Stoffe umgewandelt. Am Ende werden diese dann aus dem Körper geschafft z.B. über den Urin oder das Schwitzen. Das kann unser Körper normalerweise richtig, richtig gut. Damit dieser Prozess aber einwandfrei funktioniert, muss er zum einen die dafür notwendigen Mineralstoffe, Wasser und Vitamine haben. Zum anderen darf er nicht überfordert werden, denn sind es zu viele Giftstoffe, kommt er mit der Entgiftung nicht mehr hinterher. In diesem Fall muss er zu seiner eigenen Sicherheit diese irgendwo Zwischenlagern. Ja, der Vergleich zu Atommüll ist nicht ganz abwegig. Die Giftstoffe werden in Fett eingeschlossen und dann vor allem im Bauchraum angesiedelt. Deswegen hat man häufig beim Abnehmen oder zu Beginn von Entgiftungskuren ein Problem mit Übelkeit, Kopfschmerzen und anderen Vergiftungserscheinungen. Das Fett löst sich auf, die Giftstoffe werden freigesetzt und müssen über den normalen Prozess verarbeitet werden – der aber vielleicht immer noch überlastet oder nicht arbeitsfähig ist (z.B. Organprobleme aufgrund von Nährstoffmängel). Dann kommt es auch gerne zum Jojo-Effekt, denn die Giftstoffe sind immer noch unterwegs, der Körper kann sie aber nicht abbauen und tut alles dafür sie wieder einlagern zu können (=wieder Fett bilden). Ein weiteres Beispiel dafür, wie wichtig es für unseren Körper ist mit Giftstoffen umgehen zu können. Selbst bei einer Überforderung hat er noch einen Plan B.

Ein Kater (Pichu-Symbolbild)

Wenn ihr euch allerdings selbst vergiftet, indem ihr zu viele Giftstoffe auf einmal aufnehmt, gibt es keinen Plan C mehr. Hier kommt der Körper selbst mit dem Wegräumen nicht mehr hinterher und die Bösewichte können frei ihr Unwesen treiben. Der Kater nach einer durchzechten Nacht ist beispielsweise nichts anderes als eine Vergiftungserscheinung und er geht erst weg, wenn die Giftstoffe abgearbeitet oder eingelagert wurden.

Hohe Belastung

Die Wahrscheinlichkeit, dass euer Körper mit der Entgiftung überfordert ist, ist heutzutage sehr hoch. Im Grunde begegnen wir schädlichen Stoffen überall. Über die Auspuffabgase und den Zigarettenrauch, das Bierchen am Feierabend und die belastete Nahrung (Arsen, Pestizide, Schwermetalle, Plastik, Arzneimittel), die Zahnfüllung (Amalgam) sowie Hygieneartikel wie Shampoo oder Makeup – die Belastung ist stark und vor allem dauerhaft. Selbst Biofelder sind nicht sicher, denn dem Pestizid vom Feld nebenan ist es egal ob da im Katasteramt eine Grenze eingezeichnet wurde, der Wind trägt es trotzdem weiter. Insofern liegen die Frauenmagazine nicht verkehrt, wenn sie euch empfehlen regelmäßig Detox-Kuren zu machen. Aber ob die Art und Weise, wie diese Kuren aufgebaut sind, wirklich vorteilhaft sind? Vermutlich nicht immer.

Koriandertropfen

Im Grunde gibt es viele Möglichkeiten zu entgiften. Wichtig ist jedoch immer zu beachten, dass eine Entgiftung aus zwei Teilen besteht: Giftstoffe lösen und binden, um sie aus dem Körper heraus zu befördern. Eine beliebte und einfache Variante ist das Fasten. Dadurch, dass ihr weniger Nahrung zu euch nehmt, hat der Körper mehr Zeit sich mit dem alten Zeug zu beschäftigen. Um mit den dabei entstehenden Entgiftungserscheinungen besser umgehen zu können, ist es vor allem wichtig viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Dadurch werden die Giftstoffe zum einen verdünnt und zum anderen ausgeschwemmt.

Unterstützungsmaßnahmen

Weiterhin gibt es eine ganze Reihe von Hilfsmitteln, um beide Prozesse zu unterstützen. Jod wirft beispielsweise viele Arten von Schwermetallen aus den Zellen während Antioxidantien – wie der Name schon sagt – ihren Teil dazu beitragen frei laufende Giftstoffe zu stellen und gleich zu terminieren. Heilerde (z.B. Zeolith) oder Flohsamenschalen eignen sich hingegen sehr gut dazu im Darmtrakt angekommene Feinde aufzusammeln und nach draußen zu schaffen. Passiert das nicht, könnte es zu einer Rückvergiftung kommen. Die Theorie ist zudem, dass ein einzelnes Mittel nur gegen bestimmte Giftstoffe hilft – teilweise sogar organspezifisch wegen z.B. der Blut-Hirn-Schranke. So soll Koriander in der Lage sein auch das Gehirn zu entgiften während die Alge Chlorella dort nicht hingelangt. Inwieweit da tatsächlich was dran ist, wissen wir nicht.

Zudem ist eine Entgiftung sehr individuell. Ein Patentrezept gibt es aus unserer Sicht nicht und jeder muss für sich entscheiden welchen Weg er gehen möchte. Auf jeden Fall ist es ein Thema mit dem man sich auseinandersetzen sollte. So wird vermutet, dass ein Grund für Alzheimer eine Aluminiumvergiftung im Gehirn sein könnte. Aber auch andere Krankheiten bzw. ihre Symptome können durch Giftstoffe im Körper entstehen. Sprich bei einer richtigen und kontinuierlichen Entgiftung (und vermutlich einer dazugehörigen Ernährungs- und Lebensumstellung) besteht zumindest die Chance einer Milderung, wenn nicht sogar ein Verschwinden der Symptome. Und wer noch nicht krank ist, dem kann es vorbeugend helfen. Man muss ja nicht immer erst warten bis der Mülleimer überquillt, bevor man ihn rausträgt.

Sicarius

Die Nachfolgersuche

Just Cause 3: Sky Fortress (Hestellerbild)

Es ist fast geschafft. Nein, ich meine nicht unseren Garten. Da sind wir zwar auch schon etwas weiter (Baumstämme liegen rum und eine Terrassensäule ist mit einem Kunststoffseil als Kratzmöglichkeit umwickelt) aber es fehlen uns immer noch die DSM-Clips zur Befestigung der letzten drei Plexiglasscheiben. Laut Hornbach-Hotline sollen sie am Freitag endlich kommen. Schauen wir mal. Ich rede hingegen von Just Cause 3 in dem ich seit gestern 64 von 66 Steam-Achievements habe. Was fehlt ist noch das „Bekomme 5 Gears in allen Challenges“-Achievement für das Hauptspiel sowie das 100%-komplett-Achievement, das es dann automatisch gibt. Mal schauen ob ich dafür tatsächlich die Geduld habe (einige der fehlenden Herausforderungen sind schon extrem schwer).

Es wird auf jeden Fall so langsam Zeit, dass ich mir Gedanken mache auf was ich mich als Nächstes konzentriere. Kandidaten gibt es bekanntlich viele inkl. ein paar ganz frisch veröffentlichte AAA-Titel (Crowdfunding-Projekte) wie The Bard’s Tale IV: Barrows Deep oder Pathfinder: Kingmaker. Aber ich glaub‘ mir dürstet es nach mittlerweile 50 Stunden Just Cause 3 doch erstmal wieder nach einem etwas kürzerem Spielerlebnis. So ist beispielsweise am 18. September Version 1.0 von Distance erschienen. Ja, wieder ein Kickstarter aus dem Jahre 2012, der sich endlich seinem Ende zuneigt (die Boxed Copy fehlt noch).

Coole Sache

Distance (Herstellerbild)

Wer Distance nicht kennt und keinen Bock hat mein hoffnungslos veraltetes Video von 2013 zu schauen: Es handelt sich im Kern um ein Cyber-Arcade-Survival-Rennspiel. Sprich erreicht die Ziellinie in bestmöglicher Zeit und überlebt dabei die Gefahren der Rennstrecke wie Kreissägen oder Betonblöcke. Dazu kann euer Auto nicht nur fahren (inkl. an Wänden und Decken), sondern auch springen (wer macht Stufen in eine Straße?!) und fliegen (hin und wieder fehlt die Fahrbahn). Das Setting erinnert dabei sehr stark an TRON (für mich bereits ein großer Pluspunkt!) und ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob man nicht tatsächlich in einem Computer unterwegs ist.

Und ja, eine Besonderheit des Titels ist eine Einzelspielerkampagne in die ich bereits etwas reingeschnuppert habe. Während das bei anderen Rennspielen meist bedeutet, dass ihr irgendwie eine Rennfahrerkarriere erlebt, ist hier der Protagonist einfach nur das Rennauto. Ihr werdet ohne Hintergrundwissen in eine neon-durchfluteten Stadt geworfen und wisst nur, dass irgendetwas in vier (Echtzeit-)Stunden passiert (der Countdown ist immer auf dem Auto sichtbar). Was genau, wird quasi nebenbei erzählt. Eure Aufgabe ist es zu fahren und zu überleben während in der Stadt verteilte Lautsprecher irgendetwas von einer Evakuieren erzählen, Schilder auf ein Unglück hinweisen, mysteriöse Stimmen aus dem Off ertönen, treibende Elektromusik das Adrenalin durch eure Adern pumpt und sich plötzlich auch mal die Spielwelt bedrohlich verändert und eure Wahrnehmung in Frage gestellt wird. Ist leider nicht sehr lange dieser Adventuremodus (gibt ein Achievement ihn in einer Stunde durchzuspielen) aber eine richtig coole Sache – und natürlich ein perfektes Tutorial für den Rest des Spiels, denn das Erstlingswerk (6 1/2 Jahre in Entwicklung) von Refract hat nicht nur dank der Modding-Community (der Level Editor ist seit der ersten spielbaren Version drin) sehr viel mehr zu bieten.

Schon im Auslieferungszustand gibt es über 100 Entwickler-Levels mit Modi wie Challenge oder Sprint. Auch ein Multiplayer-Modus für zwölf Spieler online oder vier im lokalen Splitscreen laden dazu ein massenhaft Zeit in den Titel zu versenken. Ach und ein VR-Modus steht ebenfalls zur Verfügung. Definitiv ein Kickstarter-Projekt, das ich nicht einmal im Ansatz bereue unterstützt zu haben. Und obwohl ich Version 1.0 noch nicht intensiv gespielt habe: Mein Fazit von 2013 ist unverändert. Für 21 Euro (auf Steam) ist es unbedingt für normale Rennspiel-Fans ein Geheimtipp aber wer auf knifflige Arcaderacer steht, sollte sich das Produkt unbedingt mal anschauen.

Depressiv

Hellblade: Senua’s Sacrifice (Herstellerbild)

Aber vielleicht ist mir Distance zu abgedreht und ich beschäftige mich stattdessen erstmal mit Hellblade: Senua’s Sacrifice. Da hatte ich lange auf eine Retail Version gehofft aber für den PC kommt da nichts mehr. Ninja Theory hatte schon vor Release gesagt, dass sie lieber mehr Geld für sich haben wollen (nachvollziehbar) und deshalb auf die klassische Publisher-Beziehung verzichteten – und damit auch auf eine Retailbox. Und in der Zwischenzeit scheint kein Budget-Publisher die Rechte bekommen zu haben. Blöd für mich aber mehr Selbstbestimmung für die eigentlichen Entwickler ist ja ein Grund, warum ich so viele Crowdfunding-Projekte unterstütze. Also habe ich beim letzten Sale endlich zugeschlagen, da ich den Titel extrem interessant finde trotz oder gerade wegen den gespalteten User-Bewertungen.

Senuas Reise in die grausame Unterwelt der keltischen und nordischen Mythologie hat es auch definitiv in sich. Sie leidet nämlich unter Psychosen, hört Stimmen, ist praktisch dem Tode geweiht und entsprechend alles andere als eine Frohnatur – sonst würde man sich vermutlich nicht in den buchstäblichen Abgrund begeben. Aber genau darum geht’s ja. Hellblade: Senua’s Sacrifice ist sowas wie der erste AAA-Titel, der ernsthaft versucht Sachen wie Schizophrenie realistisch und vor allem greifbar für „Normalos“ darzustellen. Dass das nicht jedermanns Sache ist, dürfte klar sein. Vor allem wird bei so einer Ausgangsbasis definitiv kein normales Spiel daraus. Es ist mehr Walking Simulator als 3rd-Person-Actiontitel. Zwar gibt es Kämpfe, aber die sind wohl nicht ganz so anspruchsvoll (in der ersten Stunde, die ich bislang erlebt habe, sowieso). Stattdessen liegt der Hauptfokus der Entwickler woanders:

  • Die beeindruckende Darstellung von Hel (sowohl optisch als auch das Leveldesign) und vor allem des Hauptcharakters (vollständige Körper-Mocap-Aufnahme von Melina Jürgens aus Deutschland). Grafisch kann sich der Titel absolut sehen lassen solange man hier und da nicht zu genau hinschaut (Senuas Augenbewegungen sind teilweise etwas zu erratisch und auf Entfernung fällt in der Umgebung hier und da ein gewisser Detailmangel auf).
  • Hellblade: Senua’s Sacrifice (Herstellerbild)

    Die bedrückende Heldenreise von Senua und die Art und Weise wie sie erzählt wird. Während Lara in Tomb Raider gefühlt mehr zum Spaß der Entwickler auf diverse Art und Weise gefoltert wurde (Stichwort „brutale Tode“) und ihre Entwicklung zur toughen Abenteurerin zumindest für mich nur bedingt glaubhaft rüberkam (trotzdem super Spiel!), wird Senuas Leiden schon ab der ersten Minute wie erwähnt wesentlich greifbarer und damit in gewisser Weise noch schlimmer dargestellt. Sie ist ein Mensch, der nur noch von einer einzigen Sache getrieben wird und genau das macht sie stark genug den Stimmen zu trotzen, weiter zu machen und den Gefahren von Hel zu trotzen. Einziger Negativpunkt, den ich jetzt schon habe: Man muss wirklich sehr genau zuhören (oder sich schon damit auskennen), sonst weiß man am Ende nicht mehr welcher nordische Gott jetzt was gemacht hat :smile: .

Ja, Hellblade: Senua’s Sacrifice ist kein Spiel um nach der Arbeit abzuschalten würde ich sagen. Aber ich bin immer Fan davon, dass Entwickler auch außerhalb von „Serious Games“ das Medium für mehr als nur normale Unterhaltung nutzen. Ob ich es am Ende tatsächlich ertragen kann ist eine andere Frage. Aber die erste Stunde hat mich definitiv sowohl schockiert als auch fasziniert zurückgelassen. Mal schauen wie es weitergeht.

Von eurer Seite irgendwelche Empfehlungen, denen ich mich nach Just Cause 3 unbedingt widmen sollte? Aber nein, ich werde nicht endlich mit Europa Universalis IV oder Crusader Kings II anfangen. Ich hatte doch erwähnt, dass ich erst einmal eine etwas kürzere Spiellaufzeit möchte :wink: .

Sicarius

Tagebuch eines Hausherrn #23

Maya ist noch eine Hauskatze

Ich bin ja durchaus dafür, dass (kastrierte) Katzen ihr natürliches Bedürfnis auf Freiheit ausleben können. Klar, an einer Hauptverkehrsader würde ich sie ebenfalls zu ihrer Sicherheit zu Wohnungskatzen deklarieren. Aber in ruhigeren/ländlicheren Bereichen spricht normalerweise nichts dagegen. Selbst ein Nachbar darf sich rechtlich gesehen erst ab drei freilaufenden Katzen pro Haushalt beschweren. Es ist auch jahrelang nichts passiert, egal wie langsam Kessy über die Hauptstraße stolzierte: Sie kam immer wieder heim.

Ja, Nica war tatsächlich meine allererste überfahrene Katze. Kurz darauf sammelte Lysanda dann eine fremde tote Katze von der Straße ein. Der Besitzer konnte über Facebook schnell gefunden werden. Und so traurig das auch war (und ist): Die Freiheit der Katzen war mir weiterhin wichtiger als meine eigenen Gefühle („warum ist Balu noch nicht da?!“). Bei Lysanda sah‘ das schon anders aus und als uns dann Lyssi einige Tage große Sorgen bereitet hat (und rund 1.350 Euro kostete), kam bei ihr der Wunsch auf unseren Garten katzensicher zu gestalten. Weitere Gründe waren bei uns, dass zumindest Balu sich gefühlt eine zweite Heimat (=Fremdfressen) bei jemand anderes aufbaut (wie zu seinen Schrebergartenzeiten) sowie seine Allergie gegen irgendeine Pflanze oder Pestizid auf einem der umliegenden Äcker. Wir wollen ihn ja nicht jedes Jahr mit Kortison vollpumpen. Außerdem haben sowohl Nica als auch Lyssi schon mehrere Tage unfreiwillig eingeschlossen in anderen Häusern/Kellern verbracht. Immer wieder liest man außerdem von Katzenhassern (oder Hundehassern), die Gift auslegen oder von erschossenen Katzen. Keine rosigen Aussichten quasi.

Die Grundlage

Der fertige Zaun

Anfangs war ich trotzdem noch dagegen, eben weil aus meiner Sicht ein Freigänger seinen großen Auslauf haben sollte. Aber natürlich mache ich mir wie geschrieben ebenfalls Sorgen, wenn z.B. Balu morgens nicht da ist. Mein Widerstand hat entsprechend nicht lange gehalten und wir haben einen Gartenbauer damit beauftragt einen 1,8m hohen Doppelstabmattenzaun (Maschenweite 50x200mm, damit keine Katze durchkommt) zu errichten. Ja, theoretisch hätten wir das bestimmt selbst irgendwie hinbekommen aber in dem Fall war es uns die rund 1.500 Euro (Netto-Arbeitslohn) wert. Zum einen haben wir noch nie einen Zaun gebaut und zum anderen hätte es vermutlich einige Monate gedauert statt nur einen Tag ohne irgendeine Garantie, dass das Ergebnis tatsächlich gerade wäre und anständig aussehen würde. Vom zusätzlichen Werkzeug, dass wir uns erst noch hätten kaufen müssen, mal ganz abgesehen. Außerdem ist man nicht verpflichtet alles selbst zu machen. Schon ein wenig bekloppt, dass man sich heutzutage je nach Umfeld dafür entschuldigen muss einen Handwerker zu rufen.

Beauftragt hatten wir den Zaun schon Ende Mai aber gebaut wurde er erst Anfang September, denn Handwerker sind bekanntlich aktuell extrem gut ausgelastet. Mit Material (insgesamt 8 Matten, 8 Pfosten, ein Tor sowie eine Reihe Rasenkantenstein, damit sie nicht zum Nachbarn buddeln können) hat der Zaun gut 4.000 Euro (brutto) gekostet. Durchaus eine stattliche Summe, nur um Katzen einzusperren. Aber damit war es freilich noch nicht getan, denn so ein Doppelstabmattenzaun hält keine Katze auf – die klettert da einfach drüber, wie uns Jules direkt am ersten Abend gezeigt hat. Nein, der Zaun bildete nur die Grundlage unseres Vorhabens.

Der Eigenanteil

Die ersten beiden Plexiglasscheiben am Zaun

Den zweiten Teil des Projekts „katzensicherer Garten“ haben wir dann selbst in die Hand genommen. Wir sind aufgrund von Materialmangel auch zum Verfassungszeitpunkt noch nicht ganz fertig. Aber erzählen kann ich es euch trotzdem schon. Und zwar gibt es verschiedene Möglichkeiten seine Vierbeiner daran zu hindern über den Zaun zu kraxeln. Einige Leute setzen z.B. auf Strom – ähnlich eines Schaf- oder Pferdezauns. Das wollte ich aber nicht, weil ich es zum einen nicht gut finde Tieren Stromschläge zu versetzen (egal wie klein sie ausfallen) und zum anderen, hatte ich bedenken, dass dann eine unserer Katzen vielleicht vor Schreck vom Zaun fällt und sich weh tut. Deshalb haben wir uns für die Variante mit Plexiglasscheiben entschieden. Auch wieder nicht ganz billig mit gut 500 Euro für 10 Plexiglas XT Transparent-Scheiben (gekauft bei Plattenzuschnitt24) aber es soll ja halbwegs gut aussehen und vor allem lange halten.

Die Platten sind 3mm dick, 50cm hoch und jeweils so breit wie ein Zaunfeld (gut ausmessen!). Die Idee ist, dass sie 20cm über den Zaun hinausragen sowie 30cm den Zaun überlappen. So kommt die Katze nicht hoch genug, um aus dieser Position drüber zu springen. Testen konnten wir es logischerweise noch nicht, da uns aktuell die Befestigungen für drei Platten fehlen, aber Pichu hat schon sehr misstrauisch hochgeschaut und es zumindest nicht versucht hoch zu springen. Ein Thema für lange Diskussion war die Befestigungsart. Andere Katzenfreunde haben es z.B. mit dutzenden Kabelbindern gemacht. Aber die sind natürlich nur bedingt außen geeignet und müssen regelmäßig ersetzt werden. Außerdem sieht es aus meiner Sicht schon recht doof aus. Mein Vater hatte die Idee U-Schienen am Zaun zu befestigen und dann die Scheiben quasi rein zu schieben. Aber das klang noch nicht so ganz durchdacht.

Je nach Sonnenstand ist das Plexiglas nicht zu sehen

Am Ende stieß Lysanda zufällig auf ein relativ neues Produkt auf dem Markt: Doppelstabmatten-Clips. Die Dinger sind so einfach wie genial. Zwischen den Doppelstab einklemmen und sie sitzen bombenfest. Dann einfach an den notwendigen Stellen Löcher in die Scheibe bohren und festschrauben (6er Schrauben mit Unterlegscheiben und selbstsichernden Muttern). Theoretisch könnte man mit nur zwei davon eine Plexiglasscheibe 2,5×0,5m am Zaun befestigen. Aber wir haben festgestellt, dass dann noch sehr viel Bewegung möglich ist. Bei Wind hätte sie nicht nur relativ laut geklappert, es bestand auch die Gefahr, dass sie dann doch mal nachgibt und zerbricht. Deswegen haben wir uns jetzt dazu entschieden für die ganz großen 8 Clips auf zwei Stabreihen verteilt (also 20cm auseinander) zu verwenden und dann je nach Größe zu reduzieren. Erhöht natürlich die Kosten (wir werden insgesamt 56 DSM-Clips brauchen) aber immer noch günstiger als nach jedem Sturm alle Scheiben erneuern zu müssen. Für die Felder, die direkt an einer Wand enden, haben wir zusätzlich Glasklemmhalter für 3mm-Platten montiert.

„Hab‘ ich noch nie gesehen!“

Die DSM-Clips zu bekommen war keine einfache Sache. Online haben wir zuerst nur einen Shop gefunden aber da wir nicht wussten, ob sie wirklich unseren Zwecken genügen, wollten wir sie lieber aus einem Baumarkt in der Umgebung holen (einfacher zurück zu geben). Laut Hersteller sollte Hornbach sie als einziger haben, aber online waren sie auf der deutschen Seite (nur Schweiz und Österreich) nicht zu finden – selbst mit der Hornbach-internen Artikelnummer, die ich dann vom Hersteller bekommen habe. Auch im Markt selbst waren wir am Anfang nicht erfolgreich, woran ich aber unmotivierten Mitarbeitern definitiv eine Mitschuld gebe (wie wäre es mal im System zu schauen statt nur „Kenn‘ ich ned! Lass mich in Ruh'“ zu signalisieren?). Aber selbst mit Artikelnummer bekamen wir nur die Info, dass theoretisch 12 Päckchen mit je 4 Stück in der Gartenabteilung sein müssten. Gefunden haben sie weder wir, noch die Mitarbeiter. Am Ende haben wir uns welche bestellen lassen. Als wir die dann abgeholt haben, sind wir spaßeshalber nochmal in die Gartenabteilung und siehe da: Plötzlich gab es bei den Doppelstabmattenzäune ein neues Fach mit den DSM-Clips.

Online kann man sie zwar immer noch nicht kaufen aber immerhin war es ein Fortschritt. Leider hatten sie nicht genug (wir brauchen immer noch 3 Päckchen), weshalb wir erneut bestellen mussten und nun auf die Lieferung warten. Aber die Chancen stehen extrem gut, dass wir kommendes Wochenende die letzten drei Platten montiert bekommen. Einen Vorteil hatte die Odyssey übrigens: In der Zwischenzeit hatte Lysanda festgestellt, dass es online gleiche Clips für die Hälfte des Preises gibt und Hornbach wirbt bekanntlich mit einer Tiefpreisgarantie. Entsprechend haben wir so einen ganz schönen Batzen Geld gespart.

Weiteres ToDo

Jules ist schon ganz verzweifelt

Für das größte Loch an der Terrassenseite haben wir uns gegen Plexiglas entschieden. Die Platte wäre sehr groß (teuer) oder zweigeteilt und schwierig zu befestigen gewesen. Außerdem hätten die Katzen dann ggf. nicht mehr auf der Fensterbank „chillen“ können. Deswegen werden wir neben den letzten drei Scheiben auch noch ein drahtverstärktes Katzennetz (da können sich die Katzen nicht durchbeißen) befestigen. Dieses ist zudem sehr flexibel bei der Montage. Damit wären dann alle uns derzeit bekannten Fluchtmöglichkeiten geschlossen. Anschließend werden wir sehen wie Balu, Pichu und Jules reagieren. Bevor wir die Mädels rauslassen, wollen wir schließlich sicherstellen, dass nicht doch noch irgendwo ein Schlupfloch ist. Wir sind gespannt ob sie was finden und vor allem wie sich dann die Gruppendynamik verändern wird, wenn sie den ganzen Tag aufeinander hocken müssen.

Gleichzeitig sind wir dabei den Garten katzenfreundlich herzurichten. Ein Katzenklo haben wir bereits mit Hilfe eines alten Traktorreifens gebaut (will die „Scheiße“ endlich aus dem Haus haben) und auch ein Rascheltunnel ist windfest montiert und von den Katzen als „nutzbar“ identifiziert worden. Jetzt fehlen nur noch ein Baumstamm sowie etwas Kunststoffseil um einen Pfosten herum, damit sie ordentlich kratzen können. Sie werden euch vermutlich beizeiten berichten, wie ihre Sicht auf diese Veränderung ist.

Sicarius

Tagebuch eines Hausherrn #22

Der Waschraum vor der Behandlung

Andere fahren im Urlaub möglichst weit weg von Zuhause, wir sind eher die, die lieber daheim bleiben. Für was kauf‘ ich mir schließlich ein Haus, wenn ich darin nur Esse und Schlafe (zu mehr ist in der normalen Arbeitswoche ja normalerweise nicht Zeit). Bitte? Um daran zu werkeln? Ja, da hast du recht, Stimme aus dem Off. Vielleicht fahren deswegen immer alle im Urlaub weg, um nicht die Arbeit Zuhause zu sehen? Naja, egal. Was andere machen ist mir wurscht. Wir waren auf jeden Fall fleißig und haben nicht nur arbeiten lassen (Details dazu dann im Tagebuch-Eintrag Nr. 23), sondern auch selbst gearbeitet:

Der Keller

Als der erste Stock im Februar 2017 soweit fertig geworden ist, hat die Sache mit dem „Weiter renovieren“ zugegebenermaßen plötzlich eine extrem niedrige Priorität bekommen. Ja, wir haben den Keller absolut vernachlässigt im letzten Jahr. Ich hatte mich zwar zwischen durch mal daran versucht die Raufasertapeten im Flur zu entfernen aber einer der Vorbesitzer hat diese scheinbar mit Wandkleber an die Wand geklebt (was sonst?). Die sitzen bombenfest und kommen selbst nach minutenlangem Einweichen nur mit viel Anstrengung herunter. Entsprechend hoch war meine Motivation mich damit zu beschäftigen (dürfte ~1-2m² bislang geschafft haben). Gleichzeitig hatten wir aber nicht den großen Druck. Wir brauchten die Räume nicht dringend und das Werkzeug aus einem Haufen herauszusuchen war zwar etwas nervig aber kam nicht so häufig vor. Nur, dass die Wäsche wieder dreckig wurde, wenn man sie beim auf- oder abhängen vom Ständer herunterfiel, das war echt blöd.

Aber der tatsächliche Grund, warum wir im Urlaub plötzlich in hektische Betriebsamkeit verfallen sind, ist ein anderer: Wir bezahlen ja bekanntlich aktuell jede Woche gutes Geld für’s Fitnessstudio (und gehen normalerweise auch 2-3x pro Woche hin) und das geht logischerweise ganz schön ins Geld. Deswegen haben wir uns entschieden den Vertrag zu kündigen (geht noch ein Jahr) und stattdessen endlich unseren Freizeitraum in Angriff zu nehmen indem wir einen Crosstrainer bestellt haben (ein Fahrrad-Home-Trainer aus einer Betreibsaufgabe und so eine Art „zugelaufener“ Stepper stehen schon unten). Aber bevor wir den Freizeitraum herrichten können wo die starken Jungs von der Spedition ihn hinstellen sollen, mussten die anderen beiden Räume (von uns als Werk- und Wäscheraum tituliert) auf Vordermann gebracht und dafür die derzeitigen Inhalte im zukünftigen Freizeitraum zwischengelagert werden (lag sowieso schon sehr viel dort kreuz und quer da rum).

Der Ablauf

Der Waschraum nach dem Streichen

Natürlich könnte man sich fragen, warum wir es in den nun schon bald drei Jahren nicht geschafft haben da unten ein wenig aufzuräumen. Ganz einfach: Die Überbleibsel des Wasserschadens (unten an der Leiste mindestens 20cm fehlender Putz und damit sichtbares Mauerwerk) unseres Vorgängers wollten wir nicht einfach nur hinter einem (sehr großen) Regal verstecken, sondern vorher flicken. Also blieb erst einmal alles einfach verstreut liegen, weil wir keinen Bock hatten es endlich fertig zu machen. Nun hieß es nach dem Ausräumen den losen Putz von der Wand klopfen, die Löcher mit Tiefengrund streichen und dann mit unserem Liebling Knauf Rotband eine neue Schicht drüberziehen. Anschließend konnten wir mit weißer Farbe (wie gewohnt Südwest Euro Classic) eine Runde drüber streichen. Auf dem größten Teil der Fläche reichte auch ein Anstrich. Nur hier und da mussten wir nochmal mit dem Pinsel drüber, um das Durchscheinen des Putzes zu unterbinden.

Die Decke habe ich hingegen einfach nur gründlich abgekehrt. Die ist schon weiß gestrichen und noch soweit in Ordnung. Und der Boden…, nun der war (und ist im Flur) noch ein anderes Thema. Entweder wurde die Betonbodenplatte des Hauses nie versiegelt oder die Versiegelung hat sich im Laufe der Jahre in Luft aufgelöst. Auf jeden Fall ist alles sehr rau und damit quasi nicht wirklich zum reinigen geeignet (der Putzlappen geht dabei nur kaputt). Also haben wir überlegt, was wir tun können. Fliesen oder eine andere Art von Bodenbelag wollten wir nicht rein machen, da es uns als „Overkill“ erschien. Im Freizeitraum ist das was anderes (da kommt vermutlich Klebekork auf den Boden) aber wie der Name Wäscheraum schon sagt, machen wir da nicht viel und im Werkraum ist die Gefahr, dass beim Werkeln mal was Schweres/Spitzes runterfällt sowieso recht groß. Da geht Laminat oder ähnliches nur kaputt. Mal ganz abgesehen davon, dass weder Boden noch Wände wirklich gerade sind was eine Materialverlegung erschwert hätte.

Eine Runde Versiegeln

Der Waschraum mit fertiger Bodenversiegelung

Am Ende fiel unsere Entscheidung darauf einfach den Beton nochmal richtig zu versiegeln (oder eben erstmals…). Nach einer Runde googeln kamen wir dabei auf Epoxidharz mit dazugehörigem Härter (sprich ein Zwei-Komponenten-System) aber als wir das bei PROSOL kaufen wollten, kam die Empfehlung doch stattdessen Metaacryl-Fußbodenfarbe (natürlich genauso von Südwest) zu nehmen. Damit muss man ebenso zwei Anstriche machen (Nr. 1, um die Poren zu verschließen und Nr. 2 dann der richtige) aber es ist nur eine Komponente, wesentlich günstiger und reicht für unseren Anwendungsfall. Epoxidharz ist mehr für stark beanspruchte Böden wie z.B. in der Garage oder einer richtigen Werkstatt, wie wir gelernt haben.

Ging auch wunderbar von der Hand die Sache. So einfach (wenn nicht sogar einfacher) wie die Wand streichen nur statt einer flauschigen Rolle mit einer etwas Glatteren. Während des 1. Anstrichs hatten wir zwar noch ein paar Bedenken, weil es nicht 100% deckte und ich hier und da die Farbe wieder herunterzog. Aber nach dem 2. Anstrich 24 Stunden später kann ich mich absolut nicht mehr beschweren. Alle Flecken sind weg und wir haben eine saubere, durchgehende und vor allem glatte Oberfläche.

Das Einräumen

Leere Räume sind natürlich schön und gut, aber zum ordentlichen Einräumen nicht geeignet. Entsprechend habe ich als nächstes für den Werkraum drei 08/15-Schwerlastregale aus Metall zum Zusammenstecken von toom aufgebaut. Die lagen tatsächlich schon seit Dezember 2015 da unten im Keller. Ja, wir waren am Anfang sehr idealistisch und voller Tatendrang :wink: . Das erste ging nicht wirklich gut von der Hand (musste jede Verbindung mit dem Gummihammer richtig reinhämmern). Die nächsten zwei am darauffolgenden Tag flutschten hingegen wie Schmitz‘ Katze und verdienten den Namen „Steckregal“. Lysanda vermutetet, dass es am Wetter lag (Metall + Hitze = Ausdehnung). Als Arbeitstisch nutzen wir nun meinen Schreibtisch aus Eckental. Danach konnten wir damit beginnen alles was in den Werkraum gehört aus dem Freizeitraum zumindest wieder umzuräumen. Eingeräumt ist es noch nicht ganz, weil dazu natürlich auch viel sortieren und wegschmeißen gehört, aber das ist jetzt nur noch eine Frage der Zeit.

Der fertige (aber noch leere) Werkraum

Und im Wäscheraum zum trockenen Lagern von Lebensmitteln (plus Gefrierschrank und -truhe) und den vielen anderen Dingen, die sich so ansammeln, haben wir zwei Schränke und eine Truhe reingestellt. Die sind uns tatsächlich zugeflogen und zeigen wieder einmal, wie wichtig es ist sich mit den Nachbarn gut zu stellen. Die haben nämlich ausgemistet und uns gefragt, ob wir den Kram haben wollen bevor sie ihn auf den Sperrmüll stellen. Da haben wir selbstverständlich nicht nein gesagt (soweit es noch in Ordnung war und wir es gebrauchen konnten). Darunter eben zwei Schränke und eine Truhe sowie ein Vollholz-Esstisch und zwei seit längerem nicht mehr genutzte Fahrräder. Allein für den Tisch bezahlt man im Möbelhaus vermutlich 600 Euro oder mehr. Das ist aus meiner Sicht übrigens einer der wenigen Vorteile von Facebook. Dort gibt es quasi für jeden Ort „Free Your Stuff“-Gruppen, in denen Leute ihren Kram verschenken. Haben wir schon vieles nicht nur losbekommen, sondern auch bekommen – darunter unseren vorherigen Esstisch, den wir jetzt natürlich wieder darüber ein neues Zuhause geben werden.

Das weitere ToDo

Am Freitag kommt nun der Crosstrainer und nein, der Freizeitraum ist leider nicht fertig geworden in unserem Urlaub. Und jetzt müssen wir uns erst einmal mit dem Garten beschäftigen (dazu am Montag mehr). Aber das ist quasi das nächste ToDo: Werk- und Wäscheraum fertig einräumen und dann im Freizeitraum loslegen. Auch dort sind wieder die Löcher zu stopfen, eine zusätzliche Lampe wollen wir montieren, ein bisschen „normale“ Tapete entfernen, anschließend die Wände streichen und wie oben erwähnt tatsächlich einen Korkboden reinlegen. Aufgrund unserer guten Erfahrungen mit dem Klebekork an der Schlafzimmerdecke ist derzeit geplant eine günstige Variante davon zu nutzen. Und ganz am Schluss steht noch der Flur an…naja, ich werde euch selbstverständlich von unseren Erfahrungen berichten, wenn wir das soweit erledigt haben.

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