Reden wir heute mal ausschließlich über die Webseite. Ihr wisst ja, dass ich sowas immer gerne für die Nachwelt (=mich) ausführlich festhalten will. Denn dem ein oder anderen ist vielleicht aufgefallen, dass ich noch ein bisschen mehr am Design von Beim Christoph rumgespielt habe. Meine ersten Erfahrungen mit Claude in der Hinsicht haben mich quasi angefixt, weitere Punkte anzugehen, die mir schon ewig auf den Geist gingen:

Mobile Darstellung

Alle Infos auf weniger Platz

Die Tabellen wie z.B. die “Gespielt“-Übersicht, haben auf Smartphones immer das Layout gesprengt. Also sie sind nach rechts übergelaufen. Ich hab’ mir das entsprechend jetzt nochmal angeschaut und im ersten Lösungsversuch einen horizontalen Scrollbalken eingeführt. Das hat an sich technisch auch funktioniert – das Layout wurde nicht mehr gesprengt. In Sachen “Usability”, wie man so schön sagt, war es für unterwegs trotzdem nicht geeignet.

Entsprechend habe ich in den sauren Apfel gebissen und ein eigenes mobiles Design für diese Unterseiten definiert. Über eine @media-Regel wird nun bei einer Darstellungsbreite von unter 700px automatisch gewechselt. Es war dabei Chattys Vorschlag, den Tabelleninhalt als sogenannte “Cards” darzustellen. Sprich: die gleichen Informationen, aber halt kompakter. Dadurch fällt zwar die Sortierfunktion weg, doch die Übersichtlichkeit auf dem Smartphone ist viel besser.

Da die Tabellen auf den Unterseiten selbstverständlich nicht identisch sind (Anzahl Spalten, Spaltentypen, usw.), ist die style.css-Datei durch diese Anpassung allerdings um einiges länger geworden. Oder ums in Zahlen auszudrücken: Vorher hatte sie rund 650 Zeilen, jetzt sind wir bei knapp 1.250. Hätte es eine elegantere Lösung gegeben? Möglicherweise. Aber vermutlich dann nur mit Hilfe von Methoden, die ich nicht unbedingt benutzen möchte oder von einigen Besuchern sowieso standardmäßig blockiert werden (z.B. mehr JavaScript). Insofern eben die “Quick ‘n’ Dirty”-Lösung mit der Konsequenz, dass ich daran denken muss, die Datei anzupassen, wenn ich doch mal die Spaltenaufteilung der Tabellen ändern sollte.

Das Ergebnis sieht aus meiner Sicht definitiv schick aus. Nun müsste ich besagte Unterseiten nur mal wieder auf den aktuellen Stand bringen… Bislang habe ich es nur mal geschafft, das jQuery-Plugin Tablesorter von Version 2.0.5 auf 2.32.0 zu aktualisieren. Das ermöglicht die Sortierfunktion für die Tabellen. Keine Ahnung, was sich durch den Versionssprung geändert hat. Aber schon allein weil in der Zwischenzeit irgendwelche Sicherheitslücken behoben worden sein könnten, ist bei sowas ein Update immer sinnvoll.

MOAR SPACE!

Jetzt haben wir also die Ansicht für kleine Bildschirme verbessert. Die nächste Änderung habe ich hingegen für diejenigen unter uns gemacht, die was Größeres auf dem Schreibtisch stehen haben: Beim Christoph nimmt jetzt mehr Platz ein. 2014 haben wir die Seite für eine Bildschirmauflösung von 1920×1080 entwickelt. Das ist auch immer noch eine sehr verbreitete Auflösung. Und die Inhalte müssen am Ende immer noch anständig lesbar sein. Es hat glaube ich keiner was davon, wenn meine Einträge auf einem 8K-Ultrawide zu einem Strich verkommen. Trotzdem: Auf großen Monitoren war recht viel leerer Platz links und rechts neben dem Inhalt. Entsprechend habe ich das ein wenig angepasst.

Vertraut und doch irgendwie anders?

Konkret bedeutet das: Ab einer Größe von 1.600px wird der Inhaltsbereich jetzt 1.400px breit dargestellt. Das sind 230px mehr als bisher (1.170px) bei immer noch guter Lesbarkeit. Die beiden Kästen “Kategorien” und “Kommentare” sind hingegen unverändert breit (292px). Mir ist freilich bewusst, dass manche “moderne” Seiten tatsächlich mittlerweile hergehen und den Lesebereich sogar auf 700-800px verringern. Aber der Grund dafür erschließt sich für mich ehrlich gesagt nicht. Also außer, dass ich mehr Platz für Werbung an den Seiten habe :tongue: . Dank “Responsive Design” kann ich im Zweifel die Seite eh so hinschieben, wie es für mich am angenehmsten ist. Jetzt gibt es einfach noch eine weitere Konfigurationsebene dafür.

Passend dazu habe ich auch mal Bootstrap aktualisiert. Das ist das Framework, das viel von diesen Responsive-Sachen ermöglicht. Davon war noch die Version 3.0.0 aus 2013 installiert. Allerdings bin ich nicht auf die aktuelle Version 5.3 gewechselt. Bootstrap hat nämlich so einige Sachen grundlegend geändert. Entsprechend müsste ich tiefergreifende Änderungen am Theme machen. Das war mir erstmal zu heikel. Es bleibt aber auf meiner ToDo-Liste und immerhin läuft jetzt Version 3.4.1 im Hintergrund.

Dunkel war’s, der Sicarius schien helle

Ein Vorteil, den allerdings der Wechsel auf Bootstrap 5.3 gebracht hätte, wäre die native Unterstützung eines Dunkelmodus gewesen. Das ist nämlich die nächste Änderung, welche die Schattenliebhaber unter uns (=ich) bereits festgestellt haben. Ist euer System entsprechend eingestellt, blendet euch Beim Christoph nun nicht mehr. Das geht wieder über eine @media-Regel in der style.css.

Es gab natürlich ein paar Knackpunkte, die ich noch im Detail fixen musste. Mein Logo hatte beispielsweise plötzlich einen weißen Rand und war logischerweise in Schwarz nicht mehr wirklich gut erkennbar. Aber durch das Erzwingen von Transparenz und einer Invertierung war das tatsächlich ohne Bildanpassung erledigt. Und die Rundungen bei “Kategorien” und “Kommentare” auf der rechten Seite sind jetzt per CSS definiert. In der normalen Darstellung kommen hier hingegen Bilder zum Einsatz, die so nicht mehr funktionierten.

Bei den bereits erwähnten Tabellen waren hingegen die Überschriften nicht mehr lesbar, weil ich sie falsch definiert hatte und auch der Button zum Abschicken der Kommentare wollte eine Sonderbehandlung. Am meisten Aufwand hat hingegen vermutlich die Simple Lightbox verursacht. Dank dieses Plugins könnt ihr die Bilder anklicken und eine größere Version sehen. Das hat zwar von Haus aus eine dunkle Variante im Angebot – in den Einstellungen ist es aber eine 0 oder 1-Entscheidung, also nicht dynamisch. Sprich, ich erzwinge nun die passende Darstellung, wenn ihr im entsprechenden Modus unterwegs seid.

So viele Zeilen Code für ein bisschen Ergebnis

Aufgrund des dazugehörigen Aufwands (ja, selbst mit Claude-Unterstützung) gibt es jedoch keinen Umschalter. Wenn ihr es doch wieder hell wollt, müsst ihr stattdessen die Einstellung in eurem System/eurem Browser ändern. Sollte ich aber jemals auf Bootstrap 5.3 (oder neuer) wechseln, dann kommt damit vielleicht auch der Umschalter in der Navigationsleiste.

Mit dem Ergebnis bin ich definitiv zufrieden – sonst hätte ich es schließlich nicht so gelassen :wink: . Selbstverständlich hat Beim Christoph im dunklen Modus einen etwas anderen Charme als im hellen und das eine oder andere Detail am Design geht dadurch verloren. Aber im Gegenzug beim Konsum der Seite montags pünktlich um Mitternacht nicht mehr geblendet zu werden, ist diesen Kompromiss definitiv wert.

Unter der Haube

Und das müssten die für euch sichtbaren Änderungen gewesen sein, die ich an der Seite durchgeführt habe. Nicht nur, aber auch mit der Hilfe von Claude. Am Backend habe ich aber ebenso weiter rumgeschraubt. Neben Analysen der Webseitedateien durch Claude, bei denen er veraltete Methoden und sogar Schreibfehler gefunden hat, habe ich mich dafür vor allem auf die Seite PageSpeed Insights gestützt. Die analysiert neben der Geschwindigkeit der Seite auch die Barrierefreiheit, ob moderne Methoden eingesetzt werden und grundlegende SEO-Sachen. Und das sowohl für die Desktop- als auch die mobile Ansicht. Sehr coole Sache.

Beim Christoph war grundsätzlich schon in einem ganz guten Zustand, als ich angefangen habe. Hauptpunkte waren die Barrierefreiheit (81 Punkte) und die Performance in der mobilen Ansicht (ebenfalls irgendwo in den 80ern). Daraus ist beispielsweise die Umstellung der Bilder auf das WebP-Format entstanden. Aber auch die Reihenfolge, in der die Seite geladen wird, und wann der Browser tatsächlich Sachen neu laden muss statt sie aus dem Cache zu nehmen, habe ich nun optimiert. Und siehe da: Jetzt sind die Werte in den einzelnen Bereichen alle zwischen 96 und 100 von 100 Punkten. Bitte? Ob man davon tatsächlich bei der Nutzung der Seite in irgendeiner Weise merkt? Keine Ahnung. Schaden wird es nicht und wenn das Tool glücklich ist, dann bin ich auch glücklich. Lobet die Software, den Algorithmus und den geheiligten Chatbot!

Das aktuelle Desktop-Ergebnis von PageSpeed Insights

P.S.: Bei der ganzen Aktion habe ich festgestellt, dass sich Vivaldi auf dem Smartphone sehr stark an den Cache klammert. Ich konnte meine ganzen Änderungen nur in einem privaten Tab überprüfen und musste dann schlussendlich mal den kompletten Browsercache leeren. Anders hätte ich die neue Darstellung nicht bekommen.

Ich bin definitiv eher der loyale Typ. Im Gegensatz zu manch anderen, die gefühlt ihre Identität wie Unterhosen wechseln, trage ich zum Beispiel meinen Nicknamen schon seit 2004 – technisch gesehen sogar noch länger. “Sicarius” (lat. “Attentäter”) ist jetzt nicht so weit von “The Killer” entfernt. Meinen Avatar, ein Purple Heart, habe ich seit 2005 in Benutzung. Damals ist Battlefield 2 erschienen und hatte erstmals Medaillen mit im Paket. Das Bild ist in der Zwischenzeit nur etwas moderner in der Gestaltung geworden und verstößt hoffentlich nicht mehr gegen das Copyright von EA :wink: . Meine private E-Mail-Adresse hat sogar damals noch unser Don Quichotte angelegt, als wir 1996 ISDN im Elternhaus bekommen haben.

2003 lässt grüßen: Wir sind alt!

Und auf den Internetbrowser Maxthon bin ich schon gewechselt da hieß er noch MyIE2 und basierte auf Trident (Internet Explorer). Die Namensänderung war 2004 (!). Selbst als 2016 der Skandal rund um den Versand von sensiblen Daten nach China – da kommt der Browser her – durch die Medien ging, habe ich dem Produkt nicht den Rücken gekehrt. So bescheu… äh loyal bin ich!

Zu myIE2 hat es mich hingezogen, weil es schon damals viele Features bot, die wir mittlerweile als selbstverständlich ansehen: Tabs, Mausgesten, Drag & Drop, Skins und nachdem Firefox auf den Markt kam, konnte man sogar auf Knopfdruck den Core wechseln (also zwischen Trident und Gecko). Zur Einordnung: Die erste stabile Version von Mozilla Firefox kam erst Ende 2004 auf den Markt! Google Chrome sogar erst 2008. Insofern war MyIE2 aus meiner Sicht nicht nur seiner Zeit weit voraus – ich hatte bislang nie einen Grund zu wechseln.

Schluss, aus!

Doch auch ich habe meine Limits. Und bei Maxthon war dieses vor einigen Monaten erreicht. Zum einen setzen die Entwickler mittlerweile massiv auf KI. Beispielsweise wurde der englische Community Manager im Forum durch einen Bot ersetzt. Wie gut das Forum jetzt noch funktioniert, könnt ihr euch denken. Außerdem pushen sie schon seit vielen Versionen nicht nur bei der Installation ein entsprechendes Produkt – auch in der Anwendung selbst zieht der Kram zusammen mit Krypto immer mehr ein.

Zum anderen basiert Maxthon schon seit 2020 nur noch auf Chromium. Das ist an sich kein Problem und hatte seine Vorteile. Aber die Updatezyklen sind mittlerweile, ums auf Deutsch auszudrücken, unter aller Sau. Die aktuelle Version von Maxthon, 7.5.2.5801, nutzt Chromium 140. Das aktuelle Release ist 152 (!) und 153 steht frisch in den Startöchern. Schon der Wechsel auf Chromium 140 Anfang des Jahres hat mehr als ein Quartal gedauert. Eine richtige Begründung, warum die Entwickler sich mit der Aktualisierung so schwer tun, gab es dazu imForum auch nie.

In der Praxis bedeutet das nicht nur, dass Maxthon auf einem massiv veralteten Chromium-Unterbau sitzt und damit auch bei Sicherheitsupdates hinterherhinkt. Auch viele Seiten stellen bei mir mittlerweile ihre Funktion ganz oder teilweise deswegen ein. Sprich ich musste über die letzten Monate sowieso schon auf Mozilla Firefox oder Microsoft Edge ausweichen, um die eine oder andere Sache zu erledigen. Beispielsweise Lysandas Videos auf ihren TikTok-Kanal hochladen. Da mir das massiv gegen den Strich ging, habe ich nun nach fast 25 Jahren die Konsequenzen gezogen und Maxthon sowohl von meinem Rechner als auch meinem iPhone verbannt.

Gruß aus Norwegen

Jetzt ist es mit Browsern ja wie mit Linux-Distributionen: Es gibt so viele wie Sand am Meer und wenn man 10 Leute fragt, bekommt man 100 Antworten. Es dürfte entsprechend wenig verwundern, dass ich das gemacht habe, was heutzutage viele machen: Ich habe mit Google Gemini einen Chatbot befragt. Am Ende der Diskussion bin ich dann bei Vivaldi gelandet.

Ich hatte vorher noch nie von diesem Browser gehört. Dabei ist er auch schon elf Jahre alt und stammt von Jon Stephenson von Tetzchner. Das ist einer der Mitbegründer der norwegischen Firma Opera Software. Also eigentlich kein Unbekannter. Der war damals aber unglücklich damit, wohin sich der Opera-Browser entwickelte. Vor allem mit dem verringerten Funktionsumfang war er äußerst unzufrieden. Entsprechend hat er sich gesagt: “Mach‘ ich halt was Eigenes!”.

Und ums direkt zu sagen: Hat er gut gemacht, der Mann! Ich bin nach der ersten Eingewöhnungsphase wirklich zufrieden mit dem Browser.

Die Software

Alles Wichtige auf einen Blick!

Bei der Suche nach meinem Ersatzdesktopbrowser hatte ich fünf Anforderungen, an denen nicht zu rütteln war:

  • Mausgesten
  • Parallele Tab-Anzeige
  • Zügige Core-Aktualisierungen
  • Unterstützung von Chrome-Erweiterungen
  • Eine Version für Handys mit Desktopmodus

Und ja, alle diese Anforderungen erfüllt Vivaldi und bietet sogar noch viel mehr. Aber um es gleich vorweg zu nehmen: Nein, er ist nicht perfekt. Die Vorteile übertreffen aber ganz klar die kleinen Unstimmigkeiten, die ich bislang bemerkt habe. In Bezug auf die Mausgesten beispielsweise ist es für mich durchaus eine Umgewöhnung, diese nicht zu sehen. Maxthon hat, ähnlich wie im Videospiel Arx Fatalis, nämlich eure Geste beim Zeichnen angezeigt. Das macht Vivaldi nicht. Wenn ich im Eifer des Gefechts also irgendwo einen falschen Haken mache, dann sehe ich das nicht frühzeitig. Und beim Rausholen von Tabs in eine neue Instanz ist das System irgendwie hilfreicher, als es wirklich nützlich ist. Schon das ein oder andere Mal deswegen aus versehen eine Webseite in ein Word-Dokument eingefügt. Das ist mit Maxthon nie passiert. Auf dem iPhone hingegen habe ich bislang noch keine Einstellung gefunden, um alle Webseiten in den dunklen Modus zu zwingen, selbst wenn sie offiziell keinen haben.

Auf der Habenseite stehen dafür Sachen wie

  • Zwei Tabs nicht nur nebeneinander anzeigen, sondern auch untereinander
  • Mehr als zwei Tabs gleichzeitig anzeigen lassen
  • Blitzschnelle Core-Updates
  • Eigenes, unabhängiges Erweiterungsökosystem, aber mit voller Chrome-Kompatibilität
  • Umfangreiche Konfigurationsmöglichkeiten (Maxthon war hier stark beschränkt)
  • Kommt aus Norwegen und nicht aus China oder den USA
  • Keine integrierte Werbung, keine “optionalen” Programme bei der Installation, kein KI-Krempel – einfach nur ein kostenloser Browser.

Oder um es nochmal deutlich auszudrücken: Ich habe bislang den Wechsel weder am Desktop noch auf dem Smartphone bereut. Mal schauen, wie es in 25 Jahren aussieht :wink: .

Der Whirlpool ist formschön in der Ecke.

Gefühlt ploppen gerade sehr viele private Spas auf. Selbst in unserem lokalen Einkaufszentrum, dem LOOP5, gibt es mittlerweile eine. Aber warum auch nicht? Klingt schließlich durchaus verlockend seinen eigenen Wellnessbereich mit Whirlpool, Sauna & Co. nur für sich und seine Begleitung(en) zu haben statt ihn mit anderen teilen zu müssen. Allerdings kostet einen dieses Privileg im Gegenzug so einiges.

Happiger Preis

Wir gehen bekanntlich mittlerweile fast jeden Monat ins Jugendstilbad Darmstadt und bezahlen dafür gerade mal 35,80€ dank des Einsatzes von Schlemmerblöcken. Für den Preis können wir nicht nur parken, sondern auch fast das komplette Angebot (mehrere Saunen, Spa-Bereich, Schwimmbad) von 10 bis 22 Uhr nutzen.

Im Vergleich: Beim Anbieter wellext bezahlt ihr für drei Stunden am frühen Nachmittag mit zwei Personen und ohne weiteren Schnickschnack schon 174€. Das Privileg der Privatsphäre entspricht also fast fünf Ganztagsbesuchen im Jugendstilbad. Aber wie heißt es so schön? Man gönnt sich ja sonst nix :wink: , denn ja: Wir waren letzte Woche mal bei wellext in Frankfurt am Main und haben das mal ausprobiert. Allerdings hat es uns dank eines Gutscheins von vspots nur 120€ gekostet. Außerdem haben wir noch einen 10€ Verzehrgutschein direkt von wellext geschenkt bekommen.

Dieser Gutschein war richtig praktisch, da ihr weder eigenes Essen noch Trinken mit in die “wellbase” mitnehmen dürft – so heißen bei denen die Parzellen. Mit den 10€ haben wir uns entsprechend zwei 1L-Flaschen Wasser gegönnt (Stückpreis: 5€). Also durchaus vergleichbar mit einem normalen Restaurantbesuch. Wobei wir uns die anderen Preise nicht angeschaut haben.

Der Einstieg

Unser Slot ging dienstags von 14:15 bis 17:15 Uhr. Aber es wird vor allem für Erstlinge empfohlen, schon 15 Minuten vorher aufzuschlagen. Dank eigenem Parkhaus, war die Anfahrt mit dem Auto absolut kein Problem. Am Empfang erwartete uns dann eine junge Dame, die zwar nur englisch sprach, aber das war jetzt kein großes Hindernis. Nach dem Einchecken mit den Personalausweisen, bekamen wir einen Wäschekorb und gingen zu den gegenüberliegenden Spinden. Ihr dürft nämlich keine großen Taschen mit in die wellbase nehmen. Stattdessen alles was ihr braucht in den Wäschekorb umpacken. Da wir keine Textilen gemietet hatten, hieß das unter anderem die großen Saunatücher und sowas umzulagern. Mit dem QR-Code aus der Mail haben wir den Spind dann verschlossen und konnten – ebenfalls mit den QR-Codes – in die eigentliche Anlage hinein.

Die Bedienungsapp

Die Dame vom Empfang erklärte uns dann noch fix den Bedienungsbildschirm. Neben dem Einstellen der Saunatemperatur, könnt ihr darüber auch das Ambiente verändern. Also Art und Stärke der Beleuchtung. Da Lysanda es nicht so mit dem dunkeln hat, haben wir die volle Stärke angelassen. Außerdem könnt ihr über das Tablet Essen und Getränke bestellen. Abgerechnet wird ganz am Schluss, vor der Tür. Und geliefert wird alles über ein Fach inkl. automatischer Ansage “Sicarius, ihre Bestellung steht bereit”. Ihr habt also selbst in diesem Fall keinen Kontakt mit einem anderen menschlichen Wesen :smile: .

Wenn ihr wollt, könnt ihr euer Handy sogar über das Tablet mit dem hauseigenen WLAN verbinden. Das erlaubt es euch dann z.B. via Airplay eure Musik über die Boxen laufen lassen oder eure eigenen Inhalte auf dem Fernseher abzuspielen. Die Musikfunktion haben wir gerne in Anspruch genommen (wir ließen Beyond the Black laufen). Und damit ihr nicht jedes Mal aufstehen müsst, könnt ihr euch die Bedienung von allem auch einfach aufs Handy holen. Im Prinzip einfach eine Webseite, die ihr über einen QR-Code öffnet. Sehr praktisch.

Was allerdings nicht über das Tablet geht: Die Temperatur des Raums verändern. Das kann nur der Empfang. Für uns war die von der Dame gewählte Einstellung aber angenehm.

Die Ausstattung

Doch was erwartet euch überhaupt in einer wellbase? Na folgendes:

  • Eine integrierte Toilette – Was ich so gelesen habe, tatsächlich nicht in jeder privaten Spa ein Standardfeature. Stelle ich mir ziemlich nervig vor jedes Mal übern Flur laufen zu müssen. Entsprechend sehr gut, dass das in der wellbase nicht notwendig ist!
  • Massagestuhl und links die Sauna (schwarze Tür)

    Ein viereckiger Whirlpool – Seine Wassertemperatur könnt ihr selbst verändern und auf Knopfdruck Blubber und/oder Düsen aktivieren. Gefühlt war er schon für zwei Personen fast zu klein. Das lag zum einen daran, dass zwei der Sitzplätze in den Ecken aufgrund der Einstiegstreppe in den Whirlpool faktisch nicht bequem nutzbar waren. Zum anderen, weil er irgendwie sehr viele unebene Flächen am Boden hatte. Da war in der Mitte wenig Platz, irgendwo seine Beine anständig unterzubringen. Unterm Strich war er für uns aber angenehm und wir haben einen Großteil der Zeit darin verbracht.

  • Eine finnische Sauna – Stelle ich mir ebenfalls sehr schnuggelig vor, dort mit vier Personen reinzugehen. Ich konnte nicht einmal die Beine ausstrecken beim Hinlegen. Aber sie hat grundsätzlich ihren Zweck erfüllt. Die Temperatur könnt ihr über ein Tablett an der Wand direkt einstellen. Wir haben mit 95°C angefangen, sie dann aber gegen Ende auf 85°C reduziert. Am Empfang konnten wir außerdem zwischen drei Düften für unseren Aufguss wählen. Der erwartet euch dann in Form eines Eimers Wasser und einer Schöpfkelle in der Sauna selbst. Es kommt also keiner rein, sondern ihr macht das – mit allen dazugehörigen Gefahren sich dabei die Griffel zu verbrennen. Nein, ich spreche nicht aus eigener Erfahrung. Wie kommt ihr denn auf sowas?!
  • Eine Erlebnisdusche – Keine Ahnung, warum diese Duschen immer so einen hochtrabenden Namen haben. Es ist einfach ein großer Duschkopf an der Decke, der je nach gedrücktem Knopf ein wenig anders auf euch herabregnet, sowie eine Handbrause. Erfüllt seinen Zweck. Ach und kostenloses Duschgel hängt ebenfalls an der Wand.
  • Eine “Lounge & Entertainment-Area” – Noch so ein hochtrabender Begriff. Gemeint ist ein ziemlich großer Fernseher an der Wand mit einem kleinen wasserfesten Couchbereich inkl. noch kleinerem Tischchen davor. Wie die Dusche einfach und zweckmäßig. Euer Essen müsst ihr aber definitiv in die Hand nehmen. Der Tisch ist sowohl zu klein als auch viel zu niedrig, um sich da wirklich dran zu setzen.
  • Ein VAHA-Workout – An der Wand gegenüber der Sauna hängt ein mannshoher Spiegel, der in Wahrheit ein Bildschirm ist. Dabei handelt es sich um einen VAHA Fitness-Spiegel, mit dem ihr trainieren könnt. Er beobachtet euch wohl und kann euch live Feedback geben. Da wir nicht da waren, um unsere wertvolle Zeit mit Sport zu verschwenden, haben wir ihn auch nicht genutzt.
  • Gegen Aufpreis könnt ihr euch außerdem noch den Massagesessel aktivieren lassen, der mitten im Raum steht sowie eine Xbox Series X. Beides haben wir uns gespart. Wieso soll ich schließlich für teuer Geld außer Haus zocken, wenn ich schon daheim nicht dazu komme?

Alles in allem hätte ich gesagt, ist bei wellext drin und dran, was man in einer privaten Spa erwarten würde. Wenn ich mir andere Angebote so anschaue, hat das ein oder andere noch eine Hydrojetmassageliege oder ein Dampfbad mit dabei. Aber das ist dann auch häufig mit höheren Kosten verbunden.

Das Erlebnis

Nach der Einweisung und ein bisschen Rumgespiele am Display inkl. der ersten Wasserbestellung, konnte es endlich losgehen mit der Erholung. Eine Garderobe gibt es nicht. Also haben wir unsere Klamotten einfach auf die Couch gelegt und uns direkt erstmal eine Runde in den Whirlpool gesetzt, während die Sauna hochfuhr. Die Treppe hoch zum Whirlpool halte ich übrigens für gemeingefährlich. Fliesen, nass und kein Geländer. Holla, die Waldfee. Das flößt mir selbst mit Badeschlappen Respekt ein.

Die Sauna ist ein wenig klein zum hinlegen.

Wir sind aber heil rein- und rausgekommen und konnten entsprechend anständig relaxen. Ein bisschen die Düsen angemacht, den Kopf angelehnt und das warme Wasser genossen. Anschließend sind wir zum ersten Mal in die Sauna. Todesmutig, wie der Sicarius ist, hat er gleich mal 2-3 Schöpfkellen voll Wasser über den Ofen ausgekippt. Kein Wunder, dass er es dann nicht einmal zehn Minuten ausgehalten hat.

Und ja, so haben wir die drei Stunden verbracht. Eine Runde im Whirlpool relaxt, dann in die Sauna, dann zurück in den Whirlpool, und so weiter und so fort. Unspektakulär, ich weiß. Aber es soll ja entspannend sein. Und im Jugendstilbad machen wir es auch nicht viel anders. Hier mussten wir nur keine Rücksicht auf andere nehmen.

Circa zehn Minuten vor Schluss verabschiedet sich dann das Wasser aus dem Whirlpool, wenn ihr nicht verlängert. Das ist dann das Signal, sich so langsam alltagstauglich herzurichten und die wellbase zu verlassen. Vor dem Eingang ist dann das Terminal zum Bezahlen und danach geht’s wieder zum Spind am Empfang, um alles aus dem Wäschekorb in eure Tasche zurückzupacken.

Die große Frage

Lysanda und ich hatten also prinzipiell drei angenehme Stunden in der wellbase von wellext. Bleibt zum Abschluss freilich die Frage: Würden wir wieder in eine private Spa und konkret zu wellext gehen? Und die Antwort ist ein grundsätzliches “ja, aber”. Es war wirklich sehr nett und angenehm entspannend so allein und unter uns. Im Vergleich zum Jugendstilbad – vor allem an Tagen, wo dort mehr los ist -, definitiv was ganz anderes. Und die wellbase hat uns auch soweit alles geboten, was wir für die drei Stunden gebraucht haben. Die Technik funktionierte und das Ambiente war völlig okay. Ja, das mit der Tasche am Empfang umräumen ist ein wenig komisch. Aber man weiß es ja vorher und kann sich entsprechend darauf vorbereiten.

Doch wie eingangs geschrieben: Der Preis ist selbst mit Rabatt noch ganz schon happig. Es ist also definitiv nichts, was wir häufiger tun werden. Da bleibt unser Stammplatz weiterhin das Jugendstilbad. Wenn uns allerdings mal wieder ein Gutschein zuflattert, oder für einen besonderen Tag der Zweisamkeit? Da werden wir eine private Spa durchaus in Betracht ziehen.

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