Kaliumpulver

Kaliumcitrat

Beim Thema Gesundheit kommt man sich fast wie in einem Hamsterrad vor. Hat man ein Problem gelöst, kommt direkt schon das nächste hoch. So hatten wir im Eintrag über Eisen geschrieben, dass Lysanda ihr Restless Legs Syndrom (RLS) durch die Behebung ihres Eisenmangels verschwunden ist. Das war im Nachhinein betrachtet aber nur die halbe Wahrheit. Ja, sie hatte nicht mehr jeden Tag die Probleme aber komplett weg war es doch nicht. Es musste also noch irgendwo etwas sein. Bei ihren weiteren Recherchen ist sie dann auf eine relativ frische Studie (2016) aus Bangladesch gestoßen in der ein Zusammenhang zwischen RLS und einem Kaliummangel festgestellt wurde. Da stellte sich natürlich erst einmal die Frage:

Was ist Kalium?

Wie formuliert es Wikipedia so schön? „Kalium ist ein für die Erhaltung des Lebens essenzieller Mineralstoff“. Finde ich immer gut, wenn sich die Wissenschaft mal darüber einig ist, dass bestimmte Sachen für uns extrem wichtig sind. Aber Scherz beiseite: Kalium, früher auch Potassium genannt, gehört zu den Elektrolyten in unserem Blut und ist ein sogenanntes Makromineral. Dieser Begriff bedeutet nichts anders als, dass unser Körper eine relativ große Menge davon benötigt. Zu einem Elektrolyte wird hingegen ein Mineralstoff dann, wenn er in der Lage ist elektrische Ladung zu tragen, sobald er sich in einer Flüssigkeit auflöst. In unserem Körper ist das logischerweise vor allem unser Blut. Die Elektrolyte teilen sich außerdem auf in positiv geladene Kationen (Kalium, Natrium, Calcium und Magnesium) sowie negativ geladene Anionen (Chlorid und Bikarbornat und Phosphat).

Diese Elektrolyte sind immens wichtig für uns, denn sie helfen unter anderem bei der Regulierung der Nerven- und Muskelfunktionen und halten den Wasserhaushalt stabil. Oder um es an einem einfachen Beispiel festzumachen: Hätten wir keine Elektrolyte im Körper würden wir buchstäblich zu einem Haufen Matsch und Knochen zerfallen, weil alles Wasser aus uns herauslaufen würde. Die Zellmembranen sind nämlich grundsätzlich Wasserdurchlässig. Besonders Natrium sorgt jedoch dafür, dass der Flüssigkeitsspiegel in den sogenannten Flüssigkeitskompartimenten (Zellen, Zellzwischenräume und Blut) auf einem bestimmten Niveau gehalten wird. Der Körper stellt quasi fest, dass ihm irgendwo Flüssigkeit fehlt, schickt Elektrolyte hin und die rufen dann ihren Freund das Wasser an, um sie zu ihrer tollen Party in Zelle 123C einzuladen.

Gesteuert wird die Anzahl der Elektrolyte (und dem Wasser) im Blut übrigens durch die Niere. Sind zu viele da, filtert sie das Zeug raus und lässt es euch über den Urin und Kot ausscheiden. Ansonsten schickt sie sie zurück ins Blut. Durch unseren Atem verlieren wir zusätzlich ständig ein paar Elektrolyte. Und ja, ihr habt es richtig erkannt: Elektrolyte gehören zu den Salzen. Ohne die übrigens auch Wasser nichtleitend wäre. Kommen wir aber nun zurück zum Kalium.

Was macht’s?

Speck und Kalium

Es heißt, dass 98% des gesamten Kaliums in unserem Körper sich in Zellen befindet und davon wiederrum 80% in den Muskeln. Dort unterstützt es nicht nur das Wachstum, sondern ist vor allem zuständig zur Weiterleitung von Nervenimpulsen. Das Gehirn schickt quasi ein Signal an euren Arm von wegen „jetzt die Muskeln anspannen“ und das Kalium sorgt dafür, dass es dort ankommt und umgesetzt wird. Deswegen bekommt ihr bei einem zu hohem (Hyperkaliämie) oder zu niedrigem (Hypokaliämie) Kaliumwert im Blut unter anderem Probleme mit dem Herzen. Sprich Herzrhythmusstörungen und im schlimmsten Fall der Herzstillstand.

Allerdings ist unser Körper extrem gut darin mit Kalium umzugehen. Ist der Kaliumspiegel im Blut zu niedrig, holt es einfach welches aus den Zellen heraus. Und stellt ihr ihm zu viel zur Verfügung, dann ignoriert er es und leitet es direkt zum Hinterausgang. Entsprechend selten kommt es zur Hyperkaliämie. In so einem Fall liegt das Problem entweder bei den Nieren oder die Zellen haben irgendeinen Schaden, wodurch es ungehindert rausfließt. Nur wenn das eintritt kann der Kaliumspiegel im Blut zu hoch werden und tolle Sachen wie Darmverschluss, Muskelschwäche und Lungenversagen eintreten.

Der umgekehrte Fall ist da schon wahrscheinlicher. Entweder, weil ihr nicht genug Kalium über eure Ernährung aufnehmt oder aus diversen Gründen (z.B. Durchfall oder Nierenüberfunktion) einen erhöhten Ausschuss habt. Die Symptome einer Hypokaliämie sind jedoch relativ identisch zur Hyperkaliämie. Auch hier können Lähmungen, Muskelschwäche und dergleichen auftreten. Also definitiv keine lustige Angelegenheit.

Menge?

Kalium in Reinform gibt es in der Natur nicht. Es ist stattdessen in anderen Mineralien wie Kainit, Slyvin oder Muskovit zu finden. Außerdem gibt es die Kaliumsalze, die durch Verdampfung auf ehemaligen Meeresböden entstanden sind. Wir bekommen das Kalium aber natürlich vor allem über unsere Nahrung in den Körper. Der absolute Minimumwert liegt wohl bei 2g/Tag. Nehmt ihr weniger zu euch, habt ihr bereits massive Probleme. Die DGE empfiehlt hingegen 4g/Tag. Sie gibt offen zu, dass sie für diesen Wert keine richtige Begründung hat. Stattdessen basiert dieser Schätzwert auf einer Studie in der die Kaliumausscheidung von in Deutschland lebenden Männern und Frauen gemessen wurde. Sprich man hat dabei festgestellt, dass im Durchschnitt 4g/Tag Kalium in Deutschland konsumiert werden und das als Richtwert festgelegt. Wahnsinn…

Die WHO empfiehlt hingegen mindestens 3,5g/Tag während z.B. Kanada schon einen Schritt weiter ist. Die sagen es sollten schon 4,7g/Tag sein, um nicht nur eine erhaltende, sondern auch eine präventive Wirkung zu haben. Studien haben wohl gezeigt, dass sich so Schlaganfällen, Nierensteinen und anderen Sachen vorbeugen lässt. Eine dieser Studien behauptet gleichzeitig, dass eine Menge von über 4,7g/Tag keinen gesundheitlichen Mehrwert hätte. Sprich hier wird der Körper einfach alles darüber direkt an den Darm weiterschicken.

Zu viele Bananen!

Kommen wir nun zur wichtigsten Frage: Woher bekommen wir unsere 4,7g/Tag? Durch Essen von Obst- und Gemüse – wie immer. In 100g getrockneten Sojabohnen sind z.B. 1,8g enthalten. Isst natürlich keiner. Auch 100g Pistazien (1g) dürften nur Hardcorepistazienliebhaber schaffen. Immerhin sind Nüsse grundsätzlich ein guter Kaliumlieferant (Mangeln 705mg, Erdnüsse 674mg). Gerne genannt werden außerdem Bananen (gekocht – 464mg) und Spinat (gekocht – 466mg). Wir empfehlen es aber nicht jetzt 10 Bananen zu essen. Da habt ihr dann zwar vielleicht eure Tagesdosis Kalium aber dafür u.a. sehr viel Zucker intus.

Und auch für Leute, die Obst- und Gemüse für unnötige Platzverschwendung auf dem Teller halten: Wer viele Kohlenhydrate zu sich nimmt, kommt dadurch tatsächlich (wie die DGE-Studie gezeigt hat) ebenfalls relativ einfach auf seine 4g/Tag. In 100g Pommes Frites sind z.B. immerhin 550mg enthalten, Vollkornbuchweizenmehl hat auch seine 577mg. Wer 100g Weizenkleie (die Schale der Weizenkörner) isst, bekommt sogar die volle Dröhnung mit 1,35g. Aber das macht keiner. In normalem Weizenmehl sind hingegen nur noch 107mg. Die Portion Spaghetti Bolognese (100g Tomatenmark hat 1g) ist trotzdem gut für den Kaliumhaushalt.

Ein etwas hoher Kaliumwert im Blut.

Ihr seht: Probleme mit einem niedrigen Kaliumspiegel haben also vor allem die, die sich Low Carb ernähren oder an Krankheiten leiden. Es empfiehlt sich zwar trotzdem mal nachzuschauen, was man den ganzen Tag so isst und ob da genug Kalium drin ist. Im Normalfall sollte das Minimum aber erreicht werden – solange der Bauer fleißig düngt, denn wo nichts ist, kann nichts rauskommen. Das Kalium in der Erde wird von der Pflanze aufgenommen, der Bauer holt sie aus dem Acker raus und ihr esst es dann. Vergisst er anschließend Kalium zu düngen, habt ihr nicht nur keins auf dem Teller. Auch die Pflanzen leiden bereits darunter und werden nicht so schön, wie es der normale Verbraucher erwartet.

Wertermittlung

Euer Kaliumwert ist tatsächlich im normalen Bluttest enthalten. Die Normwerte liegen hier je nach Labor so zwischen 3,5 und 5,1mmol/l. Dabei entspricht 1 mmol 39,1mg womit wir bei 136,85mg bzw. 199,41mg Kalium im Blut wären. Es stellt sich für mich aber die Frage wie Aussagekräftig dieser Wert tatsächlich ist. Wie oben erwähnt befinden sich 98% des Kaliums in den Zellen und der Körper reguliert selbstständig wie viel im Blut rumfleucht. Das bedeutet für mich: Der Wert ist ähnlich wie beim Magnesium solange normal bis im Prinzip alles Kalium in den Zellen ausgesaugt wurde und man vermutlich schon tot irgendwo rumliegt. Der Blutwert dürfte hingegen nur dann schlecht sein, wenn z.B. ein Nierenproblem vorliegt.

Eine genauere Aussage liefert entsprechend vermutlich der Urintest, bei dem man ähnlich wie beim Jod- oder Vitmain B-Test oben was reinkippt und schaut wie viel davon unten wieder rauskommt (=Überschuss). Da ist zwar auch eine gewisse Unschärfe drin, weil man die Schnelligkeit berücksichtigen muss mit der der jeweilige Proband das Kalium verarbeitet. Aber man bekommt immerhin eher ein Gefühl dafür wie viel Kalium der Körper verbraucht und kann daraus dann besser ableiten ob das gut oder schlecht ist als beim reinen Blutwert.

Unsere Erfahrung

Ein Eimer Kalium

Lasst uns nun zum Abschluss des heutigen Eintrags den Kreis schließen. Lysanda ist auf Kalium gestoßen, weil sie immer noch Probleme mit RLS hatte. Sie hat dann von der Studie erfahren, bei der 100% der 68 Probanden nach 45 Tagen vollständig beschwerdefrei waren und hat angefangen Kalium zu substituieren. Da die Kapseln immer so extrem teuer sind, haben wir uns dafür vor zwei Jahren unseren ersten Eimer Kaliumcitrat Monohydrat gekauft. Das Produkt hat eine Pharmaqualität von 99% und einen Kaliumgehalt von 36%. Reines Kalium gibt es wie gesagt nicht. Davon hat sie Anfangs zwei gehäufte Teelöffel pro Tag genommen, was ungefähr 12g entspricht und ca. 4,3g Kalium enthält. Mittlerweile ist es nur noch ein gehäufter Teelöffel pro Tag. Und siehe da: Das Restless Legs Syndrom ist komplett verschwunden. Keine schlechten Tage mehr, an denen es doch noch hochkommt. Perfekt!

Nach der Recherche für diesen Eintrag ist das für mich sogar logisch: Kalium ist vor allem in den Muskeln und steuert dort die Nervenimpulse. Für den Körper sind hingegen die Extremitäten keine ganz so essentiellen Körperbestandteile. Sprich wenn ihm Kalium irgendwo fehlt, zieht er es vermutlich erst einmal aus den Beinen und den Armen ab, um den restlichen Körper am Leben zu erhalten. Zwar kann RLS – anders als der Name impliziert – auch an anderen Stellen als nur den Beinen auftreten. Es ist aber doch am häufigsten dort zu finden. Warum es hingegen vor allem abends auf der Couch oder im Bett auftritt, kann ich allerdings nicht ganz so klar erklären. Könnte es mir aber damit herleiten, dass hier die Beine entspannt sind und keiner Belastung ausgesetzt sind. Also denkt vermutlich auch hier der Körper: „Geil, da wird?s grad nicht gebraucht! Raus damit und z.B. ab ins Herz!“. Das ist aber jetzt wirklich reine Spekulation von mir.

Und damit gebe ich ab bis Montag!

P.S: Natürliches Kalium ist übrigens radioaktiv. Das Kalium in eurem Körper verursacht mit 0,17mSv/Jahr fast 10% der natürlichen radioaktiven Belastung in Deutschland. Noch ein Grund eine Überdosis zu vermeiden :smile: .

Wir mussten sie mit der Spritze zum Fressen motivieren.

Maya ist seit Freitag offiziell die teuerste Katze in diesem Haus. Ihre Therapie hat uns schon knapp 2.500 Euro gekostet – und sie ist erst 15 Monate bei uns! Bislang hielt diesen Rekord Lyssi dank ihres mehrtägigen Aufenthalts in der Tierklinik, der mit rund 1.340 Euro zu Buche schlug obwohl sie nichts gefunden haben. Nein, Maya ist zum Glück nichts (Ungeplantes) passiert. Aber nachdem wir die Sache mit dem Schnupfen weiterhin einfach nicht in den Griff kriegen und die Tierärztin beim letzten Besuch meinte, dass das Zahnfleisch schon wieder stark entzündet ist haben wir uns entschieden den Kahlschlag anzuordnen.

Zahnlose Prinzessin

Ja, Maya besitzt jetzt nur noch ihre vier Eckzähne. Die neun anderen nach der ersten Operation verbliebenen Zähne (ob noch Gesund oder schon Befallen) wurden ihr entfernt. Warum auch die Gesunden? Nun, ihre erste Zahnbehandlung fand im April statt und kein halbes Jahr später sind schon wieder die nächsten befallen. Wesentlich schneller als von allen Beteiligten erwartet. Und da jede Narkose ein Risiko ist – vor allem für eine Katze, die immer noch zu wenig Fleisch auf den Rippen hat – wollten wir mit ihr nicht alle paar Monate dieses Spielchen spielen. Maya scheint die Narkose zudem nur schlecht zu vertragen und so war die Gehirn-Körper-Anbindung im Gegensatz zu Balu, der abends schon wieder rumlief, erst am nächsten Morgen halbwegs vorhanden. Also haben wir gesagt: Noch einmal aber dann alles bis auf die Eckzähne, da diese eher selten von Forl betroffen sind und für die Kieferstabilität wichtig sind.

Und da sie schon in Narkose war gab es gleichzeitig eine schicke Nasenspülung sowie erneut einen Abstrich, um zu schauen ob wir zumindest die Mykoplasmen und Pasteurellen losgeworden sind (Ergebnis erwarten wir diese Woche). Den Calicivirus kriegen wir ja bekanntlich nie los aber Lysanda meint nach mehreren intensiven Recherchen, dass selbst bei einer chronisch kranken Katze dadurch eben nicht so ein dauerhafter Nasenausfluss stattfinden sollte. Wir hatten nach der Behandlung im April zwar mehrere Wochen Antibiotika in die Katze geworfen aber geholfen hat es faktisch nicht. Der Herd muss also irgendwo sein wo das Mittel entweder nicht hinkommt oder der immer wieder zügig nachwächst. Der einzige uns bekannte, dauerhafte Entzündungsherd waren neben der Nase an sich ihre Zähne. Entsprechend ist nun die Hoffnung, dass es ohne Gebiss zumindest spürbare Fortschritte gibt.

Der Oberkiefer von Balu

Hoffen wir das Beste. Das Narkosemittel ist zum Verfassungszeitpunkt endlich aus ihrem System und sie wieder voll bei Sinnen – nachdem sie uns am Freitagabend von der Heizung gepinkelt hat. Ja, sie stört das alles (zum Glück) zumindest äußerlich ziemlich wenig. Sie war und ist eine quietschfidele Katze mit viel Blödsinn im kleinen Hirn, die beim Futter wie vorher gut zulangt. Aber die Rotzerei belastet durchaus nicht nur uns, sondern auch das Haus (ihr wollt kein aktuelles Foto unserer Wohnzimmerwände sehen…).

Tanker mit vorbildlichem Gebiss

Nicht nur Mayas Katzenzähne waren ein Thema in unserem Haushalt. Auch der liebe Balu „durfte“ (er ist auf der Fahrt fast gestorben) zum Tierarzt, nachdem unsere mobile Ärztin ihm massiven Zahnstein im Bereich der Backenzähne diagnostizierte. Ja, das gibt es nicht nur bei Menschen. Tiere bekommen das ebenfalls. Muss zwar nicht jedes Jahr gereinigt werden aber 1-2mal im Tierleben sollte man es erfahrungsgemäß tun, um Entzündungen vom Zahnfleisch entweder vorzubeugen oder wieder verschwinden zu lassen. Leider geht das bei Katzen nur in Narkose mit – wie oben erwähnt – entsprechenden Risiko. Und da Balu mit seinen 7 1/2 Jahren nicht mehr ganz der Jüngste ist, war das jetzt ein ganz guter Zeitpunkt für seine vermutlich einzige Zahnsanierung im Leben – auch wenn ihn offensichtlich der Zahnstein nicht am Essen gehindert hat. Es sei denn, er ist mit 15 immer noch so fit wie heute und hat wieder viel Zahnstein. Dann gibt es vielleicht noch eine Zweite :smile: .

Hat knapp 240 Euro gekostet die Sache (Zahnreinigung + Dentalröntgen) und jetzt hat er wieder ein strahlendes Gebiss. Wurde sogar von der Tierärztin gelobt. Und er durfte mit seinem kompletten Gebiss wieder nach Hause fahren. Er mag eine dicke Wampe haben unser Großer aber gesundheitlich ist er definitiv gut in Schuss. Zumal wir endlich die Quelle seiner Allergie gefunden haben: Lysandas Schokominze im Garten. Wenn die blüht, dann bekommt Balu seine Hubbelchen auf der Nase. Also hat Lysanda ihr über den Sommer regelmäßig die Haare gestutzt. Vermutlich fliegt sie langfristig sogar ganz aus dem Garten (wir schmecken keinen Unterschied zwischen Minze und Schokominze). Unseren Katzen soll es ja schließlich gut gehen.

Ein Kuschelmonster unter Beobachtung

Unser hübscher Jules

Beim Thema Zähne dürfte hingegen Jules als nächstes dran sein. Der hat ebenfalls schon eine Stelle mit gerötetem Zahnfleisch. Wir wissen aber noch nicht was sich dahinter verbirgt. Das findet man nur per Dentalröntgen raus. Auch Forl ist ohne nicht zu erkennen, da dabei ja bekanntlich sich die Wurzeln in Luft auflösen. Also wird er ebenfalls mal einen Ausflug zum stationären Tierarzt machen. Da es aber erst eine Stelle ist und der Rest seines Mundes – abseits seiner riesigen Hauer namens Eckzähne – soweit gut aussieht, hat es offensichtlich noch Zeit. Man muss ja die Katzen (und den Geldbeutel) nicht unnötig quälen.

Pichu und Lyssi hingegen haben weiterhin ein perfektes Gebiss. Okay, Lyssi fehlt seit dem Unfall bekanntlich ein Eckzahn aber ansonsten ist soweit alles super. Und ich behaupte sogar, dass es Lyssi durchaus cool findet, dass der eine Zahn fehlt. Zumindest macht sie sehr häufig einen auf Pirat (die Lefze etwas hochgezogen) und brummelt dabei abfallend, wenn ihr etwas nicht passt. Gibt gar keinen Grund für sie das Gesicht zu verziehen außer eben, dass ihr das auf irgendeine Art und Weise zu gefallen scheint. Oder sie weiß um die bedrohliche Wirkung dieser Geste. Stören tut sie es auf jeden Fall nicht.

Und damit wisst ihr mehr über den Zustand der Zähne unserer Katzen als ihr jemals wissen wolltet. Schaltet also auch nächste Woche wieder ein, wenn es nicht schon wieder heißt: Aus dem Leben von fünf Katzen.

Eine der Zeichnungen aus dem Entwässerungsgesuch

Vergangenen Freitag fand wie geplant die Aufzeichnung des GamersGlobal Jubiläumspodcasts statt. Wir waren zu sechst (mit Jörg) und haben rund 1 1/2 Stunden aufs Band gebracht. Unter anderem erwarten euch von mir folgende Themen: Warum ich 2011 Dark Souls nicht getestet habe, meine 8,5/10 für Duke Nukem Forever und die zwei Wertungen, mit denen ich im Nachhinein nicht ganz so glücklich war. Dürfte für fleißige Leser dieser Webseite alles nichts Neues sein aber reinhören solltet ihr natürlich trotzdem :smile: . Die Veröffentlichung erfolgt morgen um 8 Uhr an dieser Stelle.

Und damit ist das Thema „10 Jahre GamersGlobal“ für mich soweit ich weiß auch schon wieder abgeschlossen. Ich konnte zwar die Finger nicht davonlassen und habe tatsächlich ein bisschen mitgearbeitet (einen News-Vorschlag, ein paar Steckbriefe, News redigiert, etc.) – scheinbar zur Freude des aktuellen Oberarchivars :wink: . Das ist aber nur eine temporäre Sache, weil ich grad einfach wieder relativ häufig auf der Seite bin, um die Kommentare unter den Grußworten zu lesen. Das legt sich dann ganz schnell wieder.

Unterm Strich war (und ist) es ganz nett mal wieder etwas im Rampenlicht zu stehen (ich hoffe ein paar Leser bleiben dadurch auch hier auf der Seite hängen – hallo!) aber die Entscheidung GamersGlobal den Rücken zu kehren war und ist weiterhin die Richtige gewesen.

Zurück in den Alltag

Der Lese-/Ruhe-/Schlafbereich

Kommen wir nun zu den eigentlichen Themen des heutigen Eintrags: Was gibt es Neues zu berichten im Hause Lysanda? Nun, das Entwässerungsgesuch wurde schneller als erwartet genehmigt. Und auch die Anzahl der Korrekturen durch die Bearbeiterin bei den Stadtwerken war signifikant niedriger als erwartet. Soll uns recht sein, denn dadurch wird die Maßnahme für uns etwas billiger (so ein Revisionsschacht wird schon verdammt teuer je größer man ihn machen muss). Jetzt heißt es auf den Tiefbauer warten bis er uns endlich einen Termin nennt an dem es losgehen kann. Gas braucht sechs Wochen Vorlaufzeit, Zuwasser (die sind zuerst dran) zwei Wochen und Abwasser macht der Tiefbauer selbst. Muss nur anschließend bei offenem Graben von den Stadtwerken abgenommen werden. Unser Ziel ist es das alles noch dieses Jahr über die Bühne zu bekommen, damit wir dann nächstes Jahr bis Mai (nächste Öltankprüfung) die Innenarbeiten abschließen können.

Der Freizeitraum im Keller ist hingegen soweit fertig. Ja, wir haben in die Regale und Schränke immer noch nichts eingeräumt (hier und da muss noch etwas Rauchgeruch raus) und die ein oder andere Dekoration fehlt noch sowie ein kleiner Vorhang. Aber ich kann euch nun endlich mit einem zusammenfassenden Abschlussbericht beglücken. Also lasst uns mal zusammenfassen, was Lysanda und ich da unten getrieben haben und was es am Ende gekostet hat.

Der Anfang

Unsere Ausgangsbasis war ein Kellerraum mit ca. 40m² Grundfläche, der durch zwei in den Raum ragende Ecken grob in der Mitte geteilt ist. Es gab ein Fenster mit Holzrahmen, das sich nicht mehr richtig öffnen und schließen ließ. An einem Teilstück der östlichen Wand hing eine uralte Tapete, am anderen klebten in der Vergangenheit mal Bierdeckel. Die südlichen und nördlichen Wände waren hingegen rot gestrichen und die eine Hälfte der westlichen Wand ist mit einer Holzvertäfelung versehen. Der Rest war und ist wie auch die Decke weiß angemalt. Der Boden hatte hingegen irgendwann mal eine Versiegelung erhalten, die hat sich aber offensichtlich schon vor längerer Zeit angefangen in ihre Einzelteile zu zerlegen. Aufgrund des Wasserschadens unserer Vorbesitzer, war zudem der Putz an mehreren Wänden bis auf teilweise 30cm Höhe völlig unbrauchbar. Diesen Raum wollten wir nun in unser persönliches Fitnesstudio und eine Art Ruhe-/Leseraum/Sommerschlafplatz umwandeln.

So sah der Keller bei der Besichtigung vor dem Hauskauf aus

Der erste Schritt war das Aufräumen. Wie es sich für einen Keller gehört, stand natürlich alles kreuz und quer in der Gegend rum und es war auch in den anderen Räumen nicht genug Platz, um alles unterzubringen. Also haben wir erst alles von der einen Hälfte des Raumes in die andere geräumt, um Anfangen zu können. Dann habe ich die Tapeten und die Bierdeckelreste entfernt. Ging so weit ganz gut im Gegensatz zum Kellerflur, der leider immer noch auf mich wartet. Der nächste Schritt war der Austausch des alten Kellerfensters durch etwas Moderneres in Sachen Energieeffizienz und Einbruchschutz. Damit haben wir eine Firma beauftragt, da uns das bei aller DIY-Mentalität dann doch etwas zu heikel war. Auch die zum Fenster passenden Gardinen haben wir uns nähen lassen, da es irgendwie in den Geschäften für diese Größe nichts vorkonfektioniertes gab. Dafür haben wir eine Fensterbank aus einem Reststück weißem Deckenpanel  gebastelt (=zurechtgeschnitten und mit Montagekleber befestigt). Das sieht genauso gut aus wie ein Stück Metall oder Stein und war wesentlich billiger – und für die Katzen zum draufsitzen reicht es allemal.

Grobgestaltung

Anschließend konnten wir den alten, bröckligen Putz runterholen. Eine große Sauerei aber nicht das große Problem. Im Raum waren bereits vier Steckdosen vorhanden. Leider passte die Verteilung überhaupt nicht. An der westlichen Wand waren gleich vier Stück, auf der anderen Seite gar keine. Entsprechend wollten wir neue Steckdosen verlegen und da der Putz am Sockel eh ab war, war natürlich die Idee es Unterputz zu tun. Ich musste jedoch feststellen, dass ich vermutlich noch die nächsten Jahrzehnte damit beschäftigt gewesen wäre in die Steine der Außenmauer einen Schlitz reinzuklopfen. Entsprechend haben wir die Idee dann verworfen. Also einfach nur Knauf-Rotband an die Wand geklatscht und versucht einen guten Abschluss zwischen Wand, Boden und restlichem Putz hin zu bekommen. Keine einfache Sache und wir haben es auch definitiv nicht 100% gerade und gleichmäßig hinbekommen, da wir frei Hand gearbeitet haben. Wahrscheinlich hätten wir die Holzleistenmethode (gleichgroße Leisten setzen, dazwischen mit Putz auffüllen und dann mit dem Schieber drüberziehen) nutzen müssen. Aber Nägel habe ich in die Außenmauer partout nicht reinbekommen. Wenn man es allerdings nicht weiß, fällt es jetzt im fertigen Zustand nicht mehr auf. Davon abgesehen ist der Rest der Wand schon schief und krumm gewesen, von einheitlich verputzt gar nicht zu reden.

Die Löcher sind geflickt und die Farbe ist drauf.

Nach dem Verputzen kam logischerweise das Bemalen der Wände. Für die roten Wände haben wir uns entschieden sie weiß zu streichen. Die gleiche Farbe hätten wir eh nirgends gefunden und es hat auch den Raum ziemlich dunkel gemacht. Ich musste dadurch zwar 1 1/2mal Streichen aber dank der gut deckenden Farbe von Südwest hat es sehr gut funktioniert. Man sieht keine Flecken oder irgendetwas durchschimmern. Da wir beide aber kein Fan von komplett weißen Räumen sind, haben wir die östliche Wand komplett lachsfarben eingepinselt (vorher mit weiß die kritischen Stellen vorgestrichen). Das hatten wir noch vom Schlafzimmer übrig, es passt gut zu weiß und ist selbst nicht so dunkel, dass es stören würde. Die Beleuchtung des Raums erfolgt schließlich nur durch zwei Lampen und einem Kellerfenster. Da muss man schon etwas drauf achten wie man ihn gestaltet. Ursprünglich hatte der Raum sogar nur eine Röhrenlampe an der nördlichen Wand. Die haben wir dann entfernt und stattdessen die beiden Deckenlampen in jeder Raumhälfte in der Mitte montiert – plus einer teuren Doppelschaltersteckdose neben der Tür, um sie getrennt voneinander an- und ausschalten zu können.

Der Boden

Nach den Wänden folgte der größte Kostenpunkt: Der Bodenbelag. Wir hätten ihn zwar einfach neu versiegeln können, aber da es ja ein „Freizeitraum“ werden sollte, wollten wir schon auch gerne mal Strümpfig/Barfüßig drin herumlaufen können. Das ist auf einem Beton/Estrichboden natürlich nicht besonders angenehm. Und da wir im Schlafzimmer so gute Erfahrungen mit Kork gemacht haben, entschieden wir uns dafür hier ebenfalls welchen zu verlegen. Statt jedoch Korklaminat zu verwenden, griffen wir zu Klebekork. Der Hauptgrund dafür ist die wesentlich einfachere Verarbeitung (und vermutlich sogar ein günstigerer Preis). Klebekork lässt sich ganz einfach mit dem Messer schneiden. Das geht nicht nur schneller, man hat auch wesentlich weniger Verschnitt. Das Verlegen geht ganz einfach (Kleber auf den Boden und die Platte, warten, draufdrücken, fertig) und man kann sich besser an der Wand ausrichten. Außerdem muss man bei einer Beschädigung nicht gleich das halbe Zimmer wieder auseinanderbauen. Einfach die beschädigte und alle die bei dem Unterfangen mit kaputt gehen rausnehmen, neue einstreichen, rein und fertig. Nachteil ist aber, dass ihr Fugen kriegen könnt. Das ist uns in der zweiten Raumhälfte passiert. Da haben wir uns scheinbar in der Ecke irgendwie vermessen.

Beim Klebekork gibt es wie üblich preisliche Unterschiede. Wir haben uns im Keller für die nackte Variante entschieden, also ohne Versiegelung. Das ist die billigste, die man im Baumarkt findet (rund 10 Euro pro m²), gleichzeitig aber auch die empfindlichste. Aufgrund des Preisunterschieds zwischen mit und ohne Versiegelung und der Tatsache, dass wir eben nicht jeden Tag dort unten sind, haben wir mit eingerechnet, dass dadurch öfters mal eine Platte getauscht werden muss und sind zum Ergebnis gelangt, dass es trotzdem noch günstiger ist. Einziger, signifikanter Nachteil bisher: Die Oberfläche der unversiegelten Platten ist scheinbar so rau, dass ich mit einem normalen Putzlappen nicht zurande komme. Ohne viel Kraftaufwand komme ich da keinen Millimeter voran.

Vor dem Acryl sahen die Bodenleisten so aus

Zu guter Letzt mussten wir noch die Steckdosen befestigen, den Strom verlegen und die Bodenleisten montieren. Das haben wir dann einfach miteinander kombiniert. Sprich wir haben einen weißen Kabelkanal am Boden mit dem Kontaktkleber vom Kork festgeklebt und dort das Stromkabel durchgezogen. An der Wand mit der Holzverkleidung kam eine klassische Bodenleiste zum Einsatz (mit Nägeln). Für den Übergang an den restlichen Wänden haben wir uns hingegen für eine simple, weiße L-Plastikleiste entschieden. Da die Wände so dermaßen krumm und schief sind, dass wir das mit Nägeln sowieso nicht gescheit hinbekommen hätten, haben wir die dann auch auf den Boden geklebt und die Abstände (wie beim Kabelkanal) einfach mit weißem Acryl ausgespritzt. Sieht super aus und fällt absolut nicht auf – zumindest solange bis das Acryl vergilbt. Was wir aber nicht hoffen, schließlich haben wir extra zu Knauf gegriffen was ja angeblich hochwertig sein soll.

Der Inhalt

Da aufgrund des Korks ein paar Millimeter mehr Platz unter der Tür benötigt wurde, mussten wir die entsprechend etwas abschneiden. Da es sich aber glücklicherweise um eine alte Holztür handelte, war das absolut kein Problem. Angezeichnet, Stichsäge ausgepackt, fertig. Nun konnten wir also damit beginnen sauber zu machen, die Möbel aufzustellen und fleißig auszusortieren. Ja, wir hatten mehr Möbel im Keller stehen als wir gebrauchen konnten/wollten. Sowieso haben wir für den Raum nur zwei Sachen zusätzlich angeschafft: Einen Crosstrainer und ein Trampolin. Alles andere hatten wir entweder schon (z.B. mein altes Schlafsofa) oder haben es auf die eine (Nachbarn, Verwandtschaft, Kollegen) oder andere Weise (Free Your Stuff-Gruppen auf Facebook) geschenkt bekommen. Darunter einen Stepper, eine Rüttelplatte, zwei Nachttischchen, mehrere Regale und Schränke, einen Sekretär, einen Fernseher und einen Fernsehtisch. Von Don Quichotte haben wir sogar ein paar Spiegelfliesen bekommen. Die haben wir an der Holzvertäfelung befestigt (mit Spiegelklebestreifen), um stilecht eine kleine Spiegelwand zu haben. Sehr praktisch, um beim Training die eigene Stellung zu korrigieren. Billiger geht es nicht. Und bevor der Kram auf dem Sperrmüll landet, warum ihm nicht ein zweites Leben schenken? Wir hatten wie gesagt sogar noch einiges übrig, dass wir bis auf die Vitrine bereits weiterverschenkt haben.

Zwei Nachteile hat diese Methode natürlich: Die Möbel passen farblich mitunter nicht ganz zusammen (siehe z.B. Fernsehtisch und Schränke), was uns aber relativ egal ist, und die Nachbarschaft war eine Raucherfamilie. Entsprechend mussten wir diesen Geruch irgendwie aus den Möbeln rausbekommen. Sonst wären wir da unten bestimmt nicht glücklich geworden. Die Lösung: Effektive Mikroorganismen. Die funktionieren nicht nur bei Katzen und Menschen, sondern fressen eben auch die stinkenden Mikroben in den Möbeln auf. Dauert halt hier und da etwas länger (standen ja Jahrelang im Mief), weshalb wir bei zwei abschließbaren Schränken noch nicht ganz fertig sind. Aber selbst bei denen ist schon ein himmelweiter Unterschied seit den Behandlungen riechbar.

Der Aufwand

Der Fitnessbereich

Kommen wir zum Abschluss noch zum eigentlich interessanten Teil: Den Kosten. Ein Ziel mit dem Freizeitraum war, dass wir uns die Gebühr für das Fitnessstudio in Zukunft sparen können. Anfang September ist unsere Mitgliedschaft entsprechend ausgelaufen und der Fitnessbereich des Zimmers war auch tatsächlich pünktlich fertig. Gekostet hat die Zugehörigkeit für jede Person rund 45 Euro pro Monat. Macht 1.080 Euro im Jahr. Also nicht unbedingt wenig. Für das Herrichten und Ausstatten des Raumes haben wir hingegen am Ende rund 3.500 Euro ausgegeben. Etwas mehr als wir den Handwerkern für den Doppelstabmattenzaun in die Hand gedrückt haben. Davon entfallen aber allein gut 2.000 Euro auf den Crosstrainer, das Trampolin und kleinere Sportgeräte wie Hanteln und Therabänder. Das Fenster hat hingegen mit Gardinen rund 800 Euro gekostet und der Kork um die 450 Euro. Bleibt nicht mehr viel übrig für das restliche Material (250 Euro, um genau zu sein). Und die Möbel haben uns wie gesagt überhaupt nichts gekostet, weil sie entweder sowieso schon rumstanden oder wir sie geschenkt bekamen.

Durch den Verzicht auf das Fitnessstudio macht sich der Raum quasi schon nach drei Jahren bezahlt – und wir haben logischerweise noch mehr Vorteile davon. Ja, wir müssen dafür jetzt wieder Zuhause Duschen aber wie schon mehrfach erwähnt ist Wasser in Deutschland eh viel zu billig. Dafür haben wir keine Fahrtkosten und haben einen nun ausgebauten Wohnraum, der nur zur Hälfte ein Fitnessbereich ist. In die andere Hälfte kommen Bücher, da unsere Regale im ersten Stock schon aus allen Nähten platzen und er kann als Gästeschlafzimmer und als „Chillzone“ dienen. Ach und es ist natürlich grundsätzlich eine Wertsteigerung für das Haus, auch wenn wir weiterhin nicht planen hier auf lange Sicht auszuziehen.

Ausgelassen habe ich bei dieser Rechnung freilich unsere Arbeitszeit. Wir haben schließlich so einige Wochenenden und Abende im Keller verbracht. Aber das ist ja bekanntlich immer Abwägungssache und uns war es das logischerweise Wert diese Zeit zu investieren.

Epilog

Und damit habe ich hoffentlich alle Fragen beantwortet, die ihr nicht hattet. Wir haben unser Haus wieder ein Stück mehr an unsere Vorstellung angepasst und es noch wohnlicher gemacht. Ja, es hat wieder Geld und Zeit gekostet aber ich vergleiche es mal mit Dark Souls: Die Bosskämpfe sind anstrengend, liegt er aber erst einmal mit der Nase im Dreck ist das Glücksgefühl es geschafft zu haben sehr groß. Und für die Katzen ist es aktuell ein Wunderland.

Jetzt entschuldigt mich aber: Ich muss runter und Sport treiben. Mein Bauch ist immer noch viel zu fett. Und ja: Wir haben uns dafür trotzdem wieder Termine eingestellt (drei Mal die Woche). Ihr wisst ja wie das sonst laufen würde :wink: .

Die Startseite von GamersGlobal

Der eine oder andere hat es sicherlich schon gesehen: GamersGlobal feiert aktuell seinen 10. Geburtstag (offizieller Start war am 15.09.2009). Und wie könnte es anders sein als das bei solchen Jubiläen auch diejenigen zu Wort kommen, die zwar nicht mehr dabei sind aber mal dabei waren. Wenig verwunderlich also, dass am Freitag mein Grußwort bzw. technisch gesehen meine Antworten auf die vier Fragen von Jörg live geschaltet wurde. Das ist aber nicht mein einziger Beitrag zum Event. Ihr werdet mich vermutlich auch noch zu hören bekommen, da im Rahmen der GamersGlobal-Gulden-Rückrufaktion ein Jubiläumspodcast mit der alten Mannschaft freigeschaltet wurde. Der Termin für die Aufzeichnung steht und ich erwarte die Veröffentlichung  dann im Laufe der kommenden Woche.

Dass in den Kommentaren zu meinem Grußwort ein Streit über die mittlerweile nicht mehr ganz so neue Rechtschreibreform entbrennen würde war von mir übrigens nicht beabsichtigt. Ebenso wollte ich mit meinem lustig gemeinten Seitenhieb auf den Test von Mass Effect 3 den Verantwortlichen nicht in irgendeinen Rechtfertigungszwang bringen. Jeder darf eine andere Meinung haben und seine entsprechende Wertungen vergeben. Die eine Wahrheit gibt es nicht. Stattdessen gilt  im Falle von GamersGlobal am Ende für alle Redakteure: Die Zahl muss ich zuerst gegenüber mir selbst, dann Jörg und abschließend dem Leser verteidigen.

Das Dilemma

In einem seiner Kommentare hat Benjamin allerdings etwas erwähnt auf das ich etwas näher eingehen möchte: Die Altlasten, die mit dem Test eines Nachfolgers verbunden sind. Er schreibt:

[…]dass ich Mass Effect 3 ohne die vorherige Wertung zu Mass Effect 2 deutlich weniger gegeben hätte, aber der Ansicht war, dass es ein falsches Signal wäre, unter die 9.5 des Vorgängers zu gehen.

Das war weder der erste noch der letzte Fall bei dem ein Redakteur mit so einer Bredouille zu kämpfen hat. Auch ich, obwohl ich ja „nur“ drei Jahre dabei war, kann mich zumindest an einen Test erinnern bei dem es mir genauso erging. Der Vorgänger war ebenfalls von einem Kollegen begutachtet worden und sein Ergebnis entsprach absolut nicht meiner Meinung. Details werde ich an dieser Stelle selbstverständlich keine nennen. Belassen wir es einfach dabei zu sagen, dass Jörg und ich eine Lösung gefunden haben im Wertungskasten zum Nachfolger sowohl meine echten Gefühlen zur Qualität des Spiels auszudrücken und trotzdem zu zeigen, dass es besser als der Vorgänger ist.

Wertungen sind komisch

Mass Effect 3 (Herstellerbild)

Im Nachhinein betrachtet zeigt sich hier ein grundsätzliches Problem bei der Wertungsfindung. Was ich meine? Nun, rein von der Logik her bewerte ich das Produkt an sich. Gut, das stimmt schon nicht ganz. Ich lasse dabei natürlich nicht das Drumherum (Konkurrenz, eigene Erfahrung, etc.) außen vor. Ich ordne es immer bewusst oder unbewusst ein, was wiederrum meine Wertung beeinflusst. Ein vereinfachtes Beispiel wäre die Aussage „Für ein Spiel aus dem Jahr 2019 erwarte ich eine wesentlich bessere Grafik“. Die Wertung ist also erst einmal wie das Produkt selbst ein Ergebnis ihrer Zeit und ihrer Umwelt.

Das bedeutet aber nicht, dass es unwichtig ist zu schauen was sich im Vergleich zum Vorgänger geändert hat. Im Gegenteil hilft es dem Konsumenten sehr zu wissen was besser oder schlechter funktioniert, um das Produkt für sich selbst besser einordnen zu können. Wenn Staubsauger X mehr Dreck pro Sekunde einsaugen kann als sein Vorgänger Y, dann ist das eine wichtige Information. Und ja, er ist dadurch klar besser. Aber daraus ergibt sich nicht automatisch der Zwang sich unter die Knute der vorherigen Bewertung zu begeben, die zu einer anderen Zeit und unter anderen Voraussetzungen entstanden ist. Nur weil Staubsauger Y damals die Krone der Schöpfung war und Staubsauger X grundsätzlich besser ist muss er auch eine gleichwertige/höhere Wertung bekommen? Nein. Die Welt hat sich weitergedreht. Staubsauger X ist zwar besser als sein Vorgänger aber Staubsauger Z ist mittlerweile auf den Markt gekommen und ist das neue Nonplusultra.

Oder um es konkret zu sagen: Mass Effect 2 war für mich (Betonung!) 2010 der heiße Scheiß auf dem Computerrollenspielmarkt – genauso wie Mass Effect zwei Jahre zuvor (wobei es aufgrund der Mako-Fahr-Sektionen selbst damals keine 9,5/10 von mir bekommen hätte). Zwischen Teil 2 und Mass Effect 3 sind zwar „nur“ zwei Jahren vergangen, doch in der Zeit stand die Spieleindustrie logischerweise nicht still. Es hat sich einiges getan und auch einige andere hochkarätige Rollenspiele wie z.B. The Witcher 2: Assassins of Kings kamen auf den Markt und verschoben die Messlatte. Es wäre also völlig legitim gewesen zu sagen: Ja, Mass Effect 3 ist besser als Teil 2. Aber es bekommt trotzdem eine niedrigere Wertung, weil 2012 eben mehr/anderes erwartet wird als noch 2010. Schwierig wird es hingegen, wenn mir rein persönlich der Vorgänger nicht so gefallen hat wie dem anderen Autor und es keine „objektiven“ Argumente gibt. Das ist dann einfach doof.

Die Konsequenz

Final Fantasy VI (Android-Herstellerbild)

Also einfach die Note vergeben die zum Produkt passt unabhängig von allem? In einer idealen Welt auf jeden Fall. Leider funktioniert die Wahrnehmung der Leser so nicht. Da wird stattdessen die Zahl direkt verglichen und das Geschrei in den Kommentaren geht los von wegen „Wie? Schlechter als der Vorgänger?!!!!111“. Entsprechend kann ich nachvollziehen, warum es anders gehandhabt wird. Mir ist auch nur die GameStar bekannt, die zumindest in früheren Zeiten (lese sie ja nicht mehr) alle paar Jahre ihre alten Wertungen in den Toplisten nach unten korrigiert hat, um der allgemeinen Entwicklung auf dem Spielemarkt Rechnung zu tragen (und die Wertungsinflation etwas zu stoppen). So wurde dem Leser versucht zu verdeutlichen, dass eine 9/10 für Final Fantasy VI eben nicht 1:1 mit einer 9/10 für Final Fantasy XV vergleichbar ist. Stattdessen wäre unter heutigen Umständen Final Fantasy VI eben nur eine 2/10. Und ja, das war jetzt nur eine Übertreibung und ein Beispiel. Also bitte die Steine wieder einpacken. Die GameStar hat nie Final Fantasy VI getestet und für Final Fantasy XV gab es 84%.

Was außerdem helfen könnte: Den gleichen Redakteur beide Titel testen lassen. Funktioniert nicht immer, ich weiß. Fluktuationen gibt es in der Branche ja leider sehr viele. Aber da eine Wertung am Ende des Tages eben völlig subjektiv ist (egal was wir uns alle vorgaukeln), würde zumindest der Maßstab auf der gleichen Grundlage angesetzt werden und der Tester müsste sich nur mit sich selbst einig werden. Denn ja: Ich hätte Mass Effect 3 auch keine 9,5/10 gegeben (nein, nicht wegen dem Ende – das hat mich nicht so gestört). Ich hätte es aber ganz anders begründen können als es dem armen Benjamin aufgrund meiner Vorleistung und der oben beschriebenen Problematik möglich war.

Epilog

Was lernen wir aus der Sache? Nichts Neues, würde ich sagen. Es ist immer noch alles nur Lug und Trug und ich deshalb weiterhin kein Fan von Zahlen unter Produkttests. Ja, ich mache es hier auf der Webseite nach anfänglicher Verweigerung auch. Aber ich behaupte nicht, dass sie in irgendeiner Form objektiv ist. Sie spiegelt ausschließlich mein eigenes Bauchgefühl zu diesem Zeitpunkt wider. Ich sehe sie somit mehr als eine Hilfe besser den dazugehörigen Text einordnen zu können oder eine schnelle Einschätzung zum Produkt zu haben. Lesen  sollte ich ihn dann besagten Text trotzdem, um wirklich zu verstehen was die Zahl bedeutet.

Interessanterweise finde ich mittlerweile gar keine Zusammenfassung wie es z.B. Kotaku tatsächlich etwas doof. Da gefällt mit die Variante von Eurogamer mit ihren Labels (Finger weg!, Empfehlung, Herausragend) besser. Das ist wie ich finde ein guter Kompromiss, um diesen sinnlosen Zahlenvergleichszwang rauszunehmen und trotzdem dem Leser einen Anhaltspunkt zu geben. Sieht nicht jeder so aber auch hier gilt: Das Internet bietet für jeden Geschmack das Richtge :smile: .

PS: Nach 128 Stunden habe ich mit The Division jetzt abgeschlossen und es deinstalliert. Ich hätte vermutlich noch doppelt so viel Zeit investieren müssen, um die letzten Schilde freizuschalten. Das ist mir bei meinem Backlog dann doch zu viel des Guten. Next up? Vermutlich Might & Magic X Legacy oder Rise of the Tomb Raider

The Divison (Herstellerbild)

118 Stunden zeigt der Spielzeitzähler mittlerweile für The Division und ich muss sagen: Ich bin kurz davor das mit den letzten vier Schilden einfach sein zu lassen. So fehlen mir noch vier exotische Waffen, die einfach nicht droppen wollen und von den drei notwendigen High-End-Sets habe ich sogar noch kein einziges vollständig. Und obwohl es im Spiel theoretisch 5.335 Commedations-Punkte (Mini-Achievements) zu verdienen gibt, fehlen mir immer noch 600 bis zum Ziel von 3.000 für das Schild. Das einzige Schild, welches tatsächlich in Reichweite ist, ist das wofür ich den Survival-Modus mindestens fünf Stunden lang spielen muss.

Es macht sich halt doch sehr stark bemerkbar, dass ich zum einen keine richtige Gruppe zum Zocken habe, um z.B. die Missionsherausforderungen zu meistern („Schaffe Mission X in einer Gruppe auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad ohne zu sterben“). Und zum anderen die Spielerzahl grundsätzlich nicht mehr ganz so hoch ist, um es zumindest mit „Randoms“ zu versuchen. So bleibt mir nur das Farmen der stupiden Sachen wie „töte 10.000 Gegner vom Typ X“ oder „schaffe X Missionen“ und das hört sich nicht nur langwierig an, es ist es logischerweise auch. Luxusprobleme – ich weiß :smile: .

Und sonst?

Immerhin ist Mr. Subwoofer vergangenen Mittwoch erfolgreich und funktionsfähig aus Berlin zurückgekehrt. Trotz der guten Qualität des Teufel CAGE ist es definitiv sehr angenehm endlich mal wieder ohne Kopfhörer vorm Rechner sitzen und Musik hören zu können (aktuell das Album Simple Forms von The Naked and Famous). Den Karton mit dem Teufel den Subwoofer zurückgeschickt hat, werde ich mir dieses Mal logischerweise aufheben. Allerdings sichert sich Teufel erneut ab: Es liegt ein Zettel darin, der darauf hinweist, dass zwar der Außenkarton für mehrfachen Versand geeignet ist. Für die gespritzten (Styropor?)Ecken geben sie aber keinerlei Garantie. Sprich: Schick ich Subbi mit genau der Verpackung nochmal nach Berlin und er kommt wieder beschädigt an, wird DHL erneut behaupten, dass es nicht richtig verpackt wurde. Hoffen wir einfach, dass er dieses Mal wieder länger durchhält und es dann adäquaten und bezahlbaren Ersatz gibt.

Und wenn wir schon am munteren Labern sind: Der Freizeitraum im Keller ist prinzipiell fertig. Alle Renovierungsarbeiten sind abgeschlossen und die Möbel und Fitnessgeräte stehen dort, wo sie hinsollen. Am Freitag haben wir auch das erste Mal dort unten trainiert (Fitnessstudio lief am 5.9. aus). Doch Details und Fotos gibt es erst in einem der kommenden Einträge. Aktuell sieht es noch etwas aus wie auf einem Schlachtfeld (überall Werkzeug), die Dekoration fehlt und eingeräumt ist ebenfalls noch nichts in die Schränke und Regale. Lysanda muss erst noch den Rauchgeruch endgültig aus den Möbeln der Nachbarn rausbekommen.

Und sonst noch?

Der alte Feuerungsmanager unserer Ölheizung.

In Sachen Tiefbau sind wir hingegen mittlerweile soweit, dass das Entwässerungsgesuch bei den Stadtwerken eingereicht werden konnte. Hat doch etwas länger gedauert vom Ingenieur die Unterlagen erstellen zu lassen (und dadurch ca. 400 Euro mehr gekostet) als erwartet aber dafür sollte es keine großen Probleme geben und wir in 2-3 Wochen die Freigabe haben. Danach kann es dann endlich losgehen – mit der zeitlichen Planung der Maßnahme. Ja, bis der Bagger kommt wird noch ein paar Wochen dauern. Muss ja alles koordiniert werden (Zuwasser darf anfangen) :smile: .

Netterweise hat uns jetzt die Ölheizung auch nochmal kurz vor ihrem Lebensende gut 120 Euro an ungeplanten Kosten verursacht. Keine Ahnung warum aber irgendwie scheinen Sachen, die man plant abzulösen, immer plötzlich kaputt zu gehen. Hatte ich in Bezug auf meine PC-Hardware schon häufiger beobachtet. Egal: Der Feuerungsmangager hatte den Geist aufgegeben. Er empfing zwar noch das Signal, dass er loslegen soll aber die Zündung kam nicht. Somit blieb der Brenner aus und die Heizung kalt. Vermutlich ist er schon länger hinüber aber dank der Solarheizung merken wir sowas logischerweise erst, wenn draußen nicht mehr genug Sonne ist, um das Wasser im Puffer warm zu machen. Das war nun quasi der Fall. Aber das Ersatzteil war zügig da und der Einbau kein großer Akt (drei Schrauben). Jetzt wird?s wieder warm.

Lesestoff

Nachdem nun die erste DINA4-Seite in Word voll mit Text ist, kommen wir nun zum eigentlichen Thema des heutigen Eintrags: Ich lese weiter fleißig Bücher. Ja, der Fernseher bleibt im Hause Lysanda aktuell sehr häufig aus (noch 42 Folgen Sailor Moon und 1 Film). Stattdessen lesen wir viel. Zum einen, um unseren Snackkonsum am Abend zu reduzieren. Zum anderen aber auch einfach, weil unsere Regale voll sind. Und da ich sonst nichts zu erzählen habe (spiele ja nur The Division), belästige ich euch eben mit einem weiteren Bericht zu einem Buch von meinem Nachtschrank:

(Cover)

Hints & Tips for Videogame Pioneers (2016, Englisch) – Andrew Hewson ist einer der Pioniere auf dem britischen Spielemarkts und sogar Mitbegründer der ELSPA – quasi von 1989 bis 2003 die britische Version der USK. 1984 hat er mehr zufällig als tatsächlich geplant mit Hewson Consultants einen Spielepublisher eröffnet – mit großem Erfolg. Hewson schaffte es sich einen sehr guten Ruf zu erarbeiten und so die besten britischen Programmierer anzulocken, die über ihn ihre Spiele veröffentlicht haben wollten. Darunter Titel von denen ich bisher nie gehört hatte wie Uridium, Pilot, Technician Ted oder Exolon. Ja, irgendwie weiß ich über die Spieleindustrie der 80iger echt wenig…

Hewson Consultants existierte bis 1991 ihm eine große deutsche Ladenkette plötzlich einen Abnahmevertrag kündigte. Der dadurch entstandene Einnahmeneinbruch zwang ihn zur Insolvenz. Anschließend gründete er mit 21st Century Entertainment einen weiteren Spielepublisher, der sich neben der Neuvermarktung der Hewson-Consultants-Bibliothek voll und ganz auf Pinball-Spiele konzentrierte (Pinball Dreams, Pinball Illussions, etc.) und damit zumindest bis 1998 erfolgreich war, dann aber in finanzielle Schwierigkeiten gerit und anno 2000 endgültig geschlossen wurde. Nach einer längeren Pause hat er mittlerweile mit seinem Sohn Rob Huey Games gegründet und hilft erneut Indie-Titeln auf den Markt.

Der Inhalt

Der Titel des Buchs ist eine Anlehnung an Hints and Tips for the ZX Spectrum, Hewsons erstem Buch und der Entstehungsgrund für Hewson Consultants. Nach der Veröffentlichung schickten ihm Hobbyprogrammierer einfach ungefragt ihre Spiele und er sah das Potential darin. Im Buch selbst erwarten euch jedoch weniger Hinweise und Tipps für Videospielepioniere als vielmehr eine Autobiographie über Andrew Hewson und seine beiden Firmen. Beginnend mit einer umfangreichen Historie zu seinem Familienstammbaum berichtet er auf den knapp 250 Seiten über seine Anfänge, den damaligen Zustand der britischen Spieleindustrie und reflektiert über die Entscheidungen, die er getroffen hat. Dazu gibt es viele Hintergrundinformationen über die Entstehung der zahlreichen Spiele, die seine Firmen über die Jahre veröffentlicht hat. Dazwischen kommen immer mal wieder die Entwickler selbst zu Wort und dürfen ihre Sicht der Dinge darlegen. Das hilft den logischerweise etwas einseitigen Blickwinkel etwas zu vergrößern. Zumal – und das rechne ich Andrew Hewson stark an – darüber auch kritische Aussagen über ihn und seine Arbeit ins Buch kommen.

Leider flacht der Detailgrad mit zunehmender Seitenzahl stark ab. So wird die Zeit von 1991 bis 2000 auf nur 40 Seiten abgehandelt – sehr viele davon gefüllt mit O-Tönen von DICE (ja, das Battelfield-Studio), den Machern von Pinball Dreams. Und selbst davor merkt man Hewson an, dass er entweder nichts mehr zu erzählen hat oder will. Vermutlich eher letzteres, da man im Intro erfährt, dass ihn sein Sohn faktisch dazu zwingen musste das Buch zu schreiben. Er gibt offen zu, dass er eigentlich keine Lust dazu hatte und sich mehr gequält hat als mit Freude seine Lebensgeschichte nieder zu schreiben. Das ist äußerst schade und natürlich leidet die Qualität des Werks darunter merklich. Ich bin mir sicher, dass noch mindestens 50, wenn nicht sogar 100 Seiten mit interessanten Fakten hätten gefüllt werden können. So fliegt man über die Jahre und die Spiele nur so drüber und die nicht weniger spannende Zeit Ende der 80iger (u.a. Nintendos Einschlag auf dem britischen Markt) kommt nicht richtig zur Geltung.

Beim Christoph meint: Von mir gibt es magere 2 von 5 Sics. Trotz des irreführenden Titels ist das Buch prinzipiell sehr interessant und man erfährt theoretisch einiges über die Entstehung des britischen Spielemarkts und den ersten Blockbustern. Es leidet aber einfach zu stark darunter, dass der Autor keinen Bock hatte wirklich seine Geschichte zu erzählen. Das führt nicht nur dazu, dass ich selbst als Leser schon nach dem Vorwort keinen Bock mehr habe. Warum soll ich schließlich einem Autor meine wertvolle Zeit schenken, der selbst zugibt einfach nur was hingeklatscht zu haben? Viel schlimmer ist aber wie gesagt, dass dadurch nach den ersten Kapiteln die Jahre nur so verfliegen und viele spannende Details, die so jemand liefern könnte, der tatsächlich live dabei war gefühlt nicht zur Sprache kommen. Und so super es auch ist die Entwicklersicht zu erfahren: Sehr böse ausgedrückt sind diese Textboxen nur dazu da den Umfang des Buchs zu erweitern. Und dann hätte ich mir zudem den ein oder anderen Screenshot zu den besprochenen Titeln gewünscht. Nach dem Lesen blieb ich entsprechend enttäuscht zurück. Zumal das Werk definitiv sehr viel Potential gezeigt hat. Es ist grundsätzlich gut strukturiert, Hewson hat eine gute Schreibe und es gibt die Lichtblicke hier und da, wo er viel und leidenschaftlich erzählt. Es bringt aber nichts, wenn am Ende des Tages dann doch die Hälfte des Inhalts fehlt. Somit bleibt mir als Empfehlung nur: Wenn man es für wenig Geld in der Ramschkiste findet, kann man es mitnehmen. Eine absolute Leseempfehlung ist es aber nicht. Wer sich hingegen ernsthaft für die Thematik interessiert ist mit Werken wie Britsoft: An Oral History oder A Gremlin in the Works wesentlich besser bedient.

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