Kratzfestes Katzenrad

Wie angekündigt hatten wir in den letzten Wochen mal wieder Handwerker im Haus. Genauer gesagt Elektriker und Klimaanlagenmonteure. Maler/Verputzer waren zwar auch für ein Angebot da aber irgendwie sind die völlig überlastet derzeit. Haben selbst von dem, dem wir zusagen wollen, seit der Besichtigung und der Zusendung des Angebots keine Rückmeldung bekommen. Aber ist bei uns ja nicht ganz so dringend. Solange es noch dieses Jahr klappt ist alles okay :smile: . Bevor wir aber zu dem kommen, was andere für uns gemacht haben: Wir waren ebenfalls nicht (ganz) faul.

Noch mehr Kratzstellen

Fast zwei Jahre ist es schon wieder her, dass wir für unsere lieben Vierbeiner ein nicht gerade billiges Katzenrad angeschafft hatten. Der Nutzungsgrad der Hauptfunktion des Rads (darin Laufen) ist leider weiterhin eher übersichtlich. Maya hat ab und zu mal einen Anfall wo sie dann für ein paar Sekunden wie eine bekloppte darin rumrennt. Und Jules läuft ein paar Meter, um uns dazu zu bringen ihn zu streicheln. Aber der Rest? Lyssi setzt sich rein und schaukelt ein bisschen, Balu braucht starke Motivationshilfen (=Leckerli/Spielzeug) bevor er auch nur einen Schritt tut und Pichu schaut es nicht mit der Schwanzspitze an. Wir würden es trotzdem nicht als Reinfall bezeichnen aber ja, wir hatten uns das doch etwas anders vorgestellt. Fazit: Wir haben wohl faule Katzen erwischt.

Das bedeutet aber nicht, dass die Katzen das Rad nicht grundsätzlich toll finden. Oben auf der Ablage rumliegen – mittlerweile mit einer extra angefertigten Decke versehen, um das Holz zu schützen – finden speziell Maya und Jules super. Hinter dem Rad auf dem Befestigungsbalken ist ebenfalls ein beliebter Rückzugsort. Die ganze Rückseite des Rads ist entsprechend voll mit Katzenhaaren. Und auch das Kratzen an den (unbehandelten) Holzbalken ist eine Lieblingsbeschäftigung vor allem von Pichu. Der hat da bereits tiefe Kerben reingearbeitet – was logischerweise nicht ganz so toll aussieht aber er würde wohl doch länger brauchen um sich durch einen 10cm Balken durchzuarbeiten. Gelöst haben wir das optische Problem relativ einfach: Sisal. Um die beiden Balken der Ablage haben wir Seil gewickelt. Für alle, die ähnliches planen bei einem Katzenrad von Kessler: Es sind ca. 28 Meter dafür notwendig bei einem Sisal mit einer dicke von 10mm. Unten an den Seiten haben wir zusätzlich Sisal-Teppich befestigt. So geschnitten, dass er auf beiden Seiten etwas übersteht, um ihn um die Ecke zu schlagen und anschließend mit reichlich Nägeln dran befestigt. Sieht schick aus und erfreut die Katzen, erfüllt also seinen Zweck. Im Nachhinein betrachtet hätten wir das zwar schon direkt von Anfang an machen sollen, bevor Pichu das Holz darunter bereits zu einem Zahnstocher reduziert hat. Aber das fällt jetzt nicht mehr auf :wink: .

Oh yeah, Plexiglas!

Unsichtbares Plexiglas

Apropos Ausbrecherkönig Pichu: Wir haben uns außerdem wie geplant mal wieder mit Plexiglas beschäftigt. Die ganze Zeit hing noch das alte Katzennetz an der Seite der Terrasse als Provisorium rum. Mittlerweile haben wir es endlich geschafft dort die „alte“, riesige Plexiglasplatte zu ersetzen. Zum einen war sie beim Abbau der alten Terrasse beschädigt worden (wurde uns ohne Probleme bezahlt), zum anderen stellte sie aufgrund der mit der neuen Terrassenüberdachung geänderten Situation keinen wirksamen Pichu-Ausbruchsschutz mehr dar. Neu sind es nun zwei Platten. Eine rechteckige über das Zauntor und eine fast quadratische, um ihn daran zu hindern von der Terrassenmauer einfach über den Zaun in die Garageneinfahrt zu springen. Plus wie vorher die Sperre, die ihm es nicht erlaubt direkt auf das Garagendach zu springen. Hatte ich schon erwähnt, dass der Kerl verdammt viel Kraft in den Beinen hat?!

Da wir mittlerweile den Umgang mit Plexiglas gewohnt sind und auch die Verarbeitungstemperatur gut war (Plexiglas bohren ist an warmen Tagen einfacher und ungefährlicher, was das Brechen angeht), war die ganze Sache an sich kein Hexenwerk. Stattdessen waren wir selbst schuld daran, dass es dann doch etwas länger dauerte als geplant und wir die quadratische Platte mehrfach ab- und anmontieren mussten. Die Quersperre hat sich nämlich auch für uns als sperrig erwiesen. Zuerst hatten wie die Löcher an die falsche Stelle gepackt (sie saß zu niedrig) und der Lochabstand war auch noch falsch (die Winkel lassen nämlich keinerlei Spielraum zu). Aber gut: Am Ende des Nachmittags haben wir es geschafft, Pichu ist uns bislang nicht wieder entwischt und wir konnten das Katzennetz und die dazugehörigen Halterungen abbauen. Fehlt nur noch das Plexiglas für die andere Seite der Terrasse mit dem Kartonprovisorium. Dazu brauchen wir aber erst den Maler/Verputzer.

Fremde Arbeiter

Sieht ordentlich aus.

Und was haben die anderen für uns gemacht? Nun, der Elektriker kam hauptsächlich, um das Kabel für die Klimaanlage vom Dachboden in den Keller zu verlegen und anzuschließen. Ging dank unseres Kamins ziemlich einfach. Die eine Hälfte ist ungenutzt – da laufen sogar schon die Verbindungen zur Solaranlage durch. Entsprechend war nur die Frage wie einfach er da durchkommen würde. Klappte aber super, was sich zudem positiv auf unsere Rechnung auswirkte. Insgesamt hatte er im Angebot nämlich zwei Tage eingeplant. Entsprechend waren sie technisch gesehen in einem Tag fertig und die Rechnung entsprechend 600€ billiger. So muss das sein. „Technisch gesehen“ deshalb, weil zwar ein Tag Arbeitszeit abgerechnet wurde, es fehlte jedoch ein Bauteil und er musste deshalb am nächsten Tag nochmal kurz vorbeikommen. War also nicht an einem Tag komplett fertig.

Aber natürlich haben sie zu zweit (Meister und eine Azubine) nicht einen Tag gebraucht, nur um diese zwei Kabel (Klimaanlage und Licht) in den Keller zu ziehen. Wir haben im Spitzboden auch ein paar Lampen installieren lassen, der Öltankraum wurde voll verkabelt und mit Beleuchtung ausgestattet und das alte Zeug im Kellerflur entfernt sowie draußen ein paar Steckdosen und Schalter ausgetauscht und eine neue Verteilung für unsere Kamera und die Beleuchtung der Terrassenüberdachung aufgebaut. Unterm Strich alles Kleinigkeiten aber auch die muss irgendeiner machen. Und dafür, dass es nun schnell erledigt war und gleichzeitig anständig gemacht ist, habe ich gern‘ die 16 Stunden Arbeitszeit (plus Material) bezahlt.

Die Klimaanlage(n)

Ein grauer Kasten auf dem Dach

Die größere Aktion der letzten Wochen war hingegen die dreitägige Installation besagter Klimaanlage bzw. technisch gesehen sogar zwei. Unser Ziel war die Möglichkeit zu haben drei Räume runter zu kühlen: Schlafzimmer (ca. 14m²), Arbeitszimmer (ca. 18m²) und Wohnzimmer (ca. 38m²). Ursprünglich sollten es nur Schlaf- und Wohnzimmer werden aber aufgrund der ganzen Home-Office-Situation haben wir festgestellt, dass das Arbeitszimmer sicherlich ebenfalls Sinn macht. Somit brauchten wir drei Innengeräte. Grundsätzlich wieder kein Problem. Es gibt schließlich Multi-Split-Anlagen, die bis zu fünf Geräte bedienen können (vermutlich sogar noch mehr). Wir haben uns am Ende aber dagegen entschieden und für das Arbeitszimmer stattdessen eine eigene Mono-Split installieren lassen während für die anderen beiden nun eine Duo-Split auf dem Dach montiert ist. Dadurch mussten an der Hausfront nicht viele Meter Kabel und Rohr verlegt werden, was die ganze Maßnahme spürbar billiger werden ließ aufgrund der reduzierten Material- und Montagekosten.

Das zweite Geräte sollte hingegen zuerst auf den Spitzboden gestellt werden. Der Monteur meinte aber nach dem ersten Tag, dass es auf unserem Spitzboden doch irgendwie sehr warm wird und er das Gerät deshalb lieber draußen haben möchte. War für uns kein Problem und hat auch keine Mehrkosten verursacht. Die Wahl fiel hingegen auf Geräte aus dem Hause Daikin. Die sind wohl die Weltmarktführer was Klimaanlagen angeht. Mitsubishi oder Midea kamen zwar ebenfalls in Frage aber da wir keine Ahnung haben, Daikin gleichzeitig überall gelobt wird und auch die Klimaanlagenfirma uns diese empfahl, haben wir eben die genommen. Sind zwar preislich etwas teurer aber wenn es dafür länger was taugt…

Mehr Details

Eins der Wandgeräte

Im Arbeitszimmer wurde es eine Daikin Perfera Mono-Split (FTXM/RXM 25M9), die ganz normal an eine Steckdose angeschlossen ist. Auf dem Dach steht hingegen eine Daikin 2MXM-M an der zwei Wandgeräte ebenfalls aus der Perfera-Reihe angeschlossen sind. Dieser Kreis hängt an einem eigenen Stromkreis mit einer 16A-Absicherung. Innen quasi alle drei Geräte identisch, nur außen leichte Unterschiede – die allerdings für mich als leihen nur bedingt sichtbar sind. Das Gerät auf dem Dach hat irgendwie nur mehr Anschlussmöglichkeiten und ist ein paar Zentimeter größer. Aber ansonsten sieht es halt aus wie so ein Klimaanlagenaußengerät halt aussieht :smile: . Alle Geräte haben eine Energieeffizienzbewertung von A+++ im Kühlbetrieb, was ja bei solchen Stromfresser nicht ganz unwichtig ist und als Kältemittel kommt R32 zum Einsatz.

Die Installation ging ohne größere Probleme von statten. Wie gesagt hat sich der Standort der einen Außeneinheit etwas verändert und auch der Weg vom Dach ins Schlafzimmer wurde aufgrund von Platzgründen leicht anders gebaut als geplant. Unterm Strich aber wirklich nichts Besonderes. Am Ende von Tag 1 konnten wir bereits im wohl-temperierten Arbeitszimmer sitzen und mittlerweile einen Großteil des Erdgeschosses runterkühlen. Bedient werden können die Wandgeräte übrigens entweder klassisch per Fernbedienung (aber mit digitalem Display) oder neumodisch als IoT-Gerät im WLAN per App oder sogar Alexa/Google Assistant. Wir haben uns (derzeit) noch gegen letzteres entschieden. Es mag zwar theoretisch super komfortabel sein von überall aus seine Klimaanlage steuern zu können. Aber wer weiß wie sicher die Dinger sind und sowieso braucht man nicht noch mehr Elektronik im Haushalt die sinnlos rumstrahlt. Stattdessen drücken wir lieber ganz klassisch auf Knöpfe und nutzen eine Infrarot-Sichtverbindung. Am Gerät selbst gibt es nur einen An/Aus-Schalter (immerhin!) und ein paar (deaktivierbare) LED-Lampen.

Komfort auf Knopfdruck

Stellt sich jetzt noch abschließend die Frage, was das Gerät denn so kann und ob es sich lohnt. Nun, es kann vor allem erst einmal nicht nur Kühlen, sondern auch Heizen. Letzteres werden wir vermutlich höchstens sporadisch nutzen. Außerdem lassen sich für die Außeneinheiten und die Wandgeräte jeweils separate Einstellungen (über dieselbe Fernbedienung) treffen. Beispielsweise unterstützen die Außengeräte einen „Economy“-Modus sowie einen Flüsterbetrieb. Beides führt logischerweise dazu, dass es nicht so schnell kalt/heiß wird im Raum aber ihr spart dafür dann auch Strom bzw. stört eure Nachbarn nicht so stark. Die genauen Werte konnte ich nicht finden aber zumindest was die Lautstärke angeht ist definitiv ein massiver Unterschied zwischen „Volle Pulle“ und „Flüsterbetrieb“ zu hören.

Die Fernbedienung

Bei den Innengeräten gibt es ebenfalls die Möglichkeit einen leisen Modus zu aktivieren. Der hätte dann einen Schalldruckpegel von 19 dB(A) lt. Anleitung im Vergleich zu 41 dB(A) bei voller Power z.B., wenn man schnell einen Raum kühlen/heizen will. Außerdem besitzen die Geräte steuerbare Lamellen. So könnt ihr beeinflussen wohin der Luftstrom bläst, damit er euch nicht stört. Das geht sowohl manuell als auch in zwei Stufen automatisch. Bei der ersten Stufe hebt er die Abdeckung des Lüftungsschachts etwas an, damit es quasi über eure Köpfe bläst. Im zweiten, zusätzlich aktivierbaren Modus, springt dann noch eine Art Bewegungsmelder mit rein. Der erkennt wo im Raum sich Wärmequellen befinden und stellt die Lamellen dann so ein, dass sie in genau die andere Richtung pusten. Echt praktisch genauso wie die Tatsache, dass sich jedes Wandgerät eure Einstellungen merkt. Ihr müsst also nicht bei jedem Anschalten erneut eingeben, dass sie im Flüstermodus laufen soll. Zeitschaltung und den ganzen Kram gibt es selbstverständlich auch, nutzen wir aber aktuell noch nicht. Stattdessen schalten wir sie bei Bedarf ein, stellen die gewünschte Temperatur (in 0,5er-Schritten) ein und lassen es uns nach einem Moment Anlaufzeit gut gehen. Ist die gewünschte Temperatur erreicht schaltet es automatisch ab bzw. fährt die Leistung soweit runter wie es noch notwendig ist, um die Temperatur zu halten. Total einfach und super angenehm in jeder Hinsicht.

Fazit

Unterm Strich sind wir nach den ersten Tagen mit dieser teuren Investition (hoher, vierstelliger Betrag) absolut zufrieden. Es wird wie gewünscht angenehm kühl und, dass selbst im Flüsterbetrieb gefühlt ziemlich schnell. Die spannende Frage wird nun noch sein wie es sich am Ende in der Stromrechnung niederschlägt und eine regelmäßige Wartung ist ebenfalls notwendig (abseits der integrierten Reinigungsfunktion). Aber ganz ehrlich: Nicht vor dem Rechner zu zerfließen oder im Sommer nachts schlafen zu können (Lysanda mag keine offenen Fenster – und selbst das hilft ja mitunter nicht) ist uns die Mehrkosten von lt. Internet ca. 17ct pro Betriebsstunde mehr als wert.

Ich bin mir natürlich bewusst, dass ich das Thema „Umwelt“ dabei komplett ausgeklammert habe. Und ja, eine Klimaanlage ist alles nur nicht umweltfreundlich. Da gibt es nichts schön zu reden. Ich kann nur als leicht abschwächende Argumente anführen, dass sie schon R32-Kältemittel verwendet und wir die Anlage nicht jeden Tag und ständig laufen lassen werden. Aber am Ende des Tages ist und bleibt es eine rein egoistische Anschaffung. Und wenn Mutter Natur uns um unseren erholsamen Schlaf bringt, dann darf sie sich nicht wundern, wenn wir Zurückschlagen!!!!!1111 :wink:

Warum ist da schon wieder ein Katzenhaar drauf?!

Der letzte Eintrag über neue Hardware ist noch gar nicht so lange her. Aber ich hatte ja bereits mehrfach angedeutet, dass ich noch 2-3 Sachen vorhatte. Nein, eine neue Grafikkarte ist bei den aktuellen Preisen leider immer noch reine Utopie. Das wird vor 2022 und der nächsten Generation vermutlich nichts. Aber es standen ja auch noch eine neue CPU und ein neues Gehäuse auf meinem Einkaufszettel – und die habe ich mir nun beide mal gegönnt. Der Kauf machte aus meiner Sicht nur zusammen Sinn, weil ich dann eh das Mainboard ausbauen musste und so den CPU-Tausch gemütlich am Küchentisch durchführen konnte.

Das neue Gehirn

Gewechselt habe ich von einem nicht übertaktbaren Intel Core i5-8400 mit 6 Kernen á 2,8 Ghz (Boost 4,0 Ghz) ohne Hyperthreading und einem Thermal Design Power von 65W (Markteinführung Ende 2017) auf einen freigeschalteten Intel Core i9-9900K mit 8 Kernen á 3,6 Ghz (Boost 4,7 Ghz bzw. Single Core sogar 5,0 Ghz) inkl. Hyperthreading bei einem TDP von 95W (Markteinführung Ende 2018). Warum? Weil der i9-9900 die stärkste CPU ist, die auf mein MSI Z370 PC Pro passt und wenn ich schon den Aufwand betreibe dann bis ans aktuelle Limit. Stellte sich also nur noch die Frage welcher von der Sorte. Gibt ja einige Varianten mit jeweils unterschiedlichen Eigenschaften: i9-9900, i9-9900K, i9-9900KF und i9-9900KS.

Der „KS“ ist zwar der Neuste (Markteinführung Ende 2019) und der Stärkste in dieser Reihe mit einem Basistakt von 4,0 Ghz und für Übertakter sicherlich das Größte. Aber aufgrund des exorbitanten Preises – gab‘ soweit ich weiß nur eine limitierte Auflage – und der höheren Leistungsaufnahme (TDP 127W) kam er nicht in Frage. Der einzige Unterschied zwischen dem „KF“ und dem „K“ ist hingegen schlicht, dass der „KF“ keine integrierte GPU hat. Das macht ihn im Vergleich logischerweise etwas billiger (~30€ zum Verfassungszeitpunkt). Im Fall der Fälle den Computer ohne dedizierte Grafikkarte nutzen zu können war mir jedoch diesen geringen Aufpreis wert. Und der ohne Zusatzbuchstaben? Der hat nur einen Basistakt von 3,1 Ghz (und einen TDP von 65W), ist tatsächlich trotzdem teurer als der „KF“ und wieder nur um die 25-30€ billiger als der „K“. Somit habe ich mich im Sinne von „Mein Mainboard“ auslasten trotz fehlender Übertaktungsambitionen für den i9-9900K entschieden – und ihm auch gleich noch etwas die Zähne gestutzt. Dazu gleich mehr.

Die CPU

Der Austausch der CPU ging grundsätzlich ohne Probleme vonstatten. Am längsten hatte ich mit meinem Scythe Mugen 5 Rev. B zu kämpfen. Ich hab‘ keine Ahnung, wie ich den 2018 montiert bekommen habe aber durch seinen versetzten Kopf steht der Kühlkörper über eine der Befestigungsschrauben drüber. Musste ich also mit der Zange ran. Hat aber am Ende offensichtlich hingehauen. Als Wärmeleitpaste hatte ich mir eine Spritze voll Arctic MX-4 2019 geholt. Kein besonderer Grund außer, dass Arctic einen guten Ruf hat und sie gerade bei Mindfactory im Angebot war. Hatte zwar kurz über ein Wärmeleitpad nachgedacht. Schließlich sind die einfacher zu handhaben (keine Wissenschaft in Bezug auf die Dosierung sowie Wiederverwendbar). Aber in den Tests schneiden die immer wesentlich schlechter ab und da ich sicherlich nicht die optimalsten Bedingungen in meinem Gehäuse habe, war mir es dann doch lieber das 1°C weniger durch den Einsatz von Wärmeleitpaste zu bekommen.

Sieht gut aus aktuell.

Kühler wieder drauf, PC ins neue Gehäuse eingebaut (dazu weiter unten mehr) und beim ersten Start gleich wunderbar funktioniert. Und ja: Er hat definitiv mehr Power unterm Hintern (je nach Anwendungsfall 15-30%). Die Renderzeit eines kleinen ~2 1/2-Minuten-Videos hat sich sogar um mehr als die Hälfte reduziert mit Adobe Premiere Pro CS5. Gehe aber davon aus, dass es weniger aufgrund des erhöhten Takts ist und mehr dank Hyperthreading. Dabei ist mir aber bereits etwas (negativ) aufgefallen – und da kommen wir nun zum Zähne ziehen und dem, was ich neu gelernt habe. Und zwar wurde die CPU unter dieser Last extrem schnell warm und zog massiv Strom. Ja, der TDP ist technisch gesehen ein Durchschnittswert. Aber laut Core Temp zog er sowohl unter Stresstest- (Cinebench R23) als auch unter Renderbedingungen durchgängig 180W und war sofort auf 100°C Temperatur. Die Lüfter drehten auf und es folgte thermal-bedingtes Runterschrauben des Basistakts (Hardware hat heutzutage ja dankenswerter Weise viele Sicherheitsmechanismen). Unschön und auf Dauer weder gut für den Geldbeutel noch für die Hardware.

Stromhunger

Ja, der i9-9900K ist wohl grundsätzlich dafür bekannt, dass er ziemlich warm wird. Aber, dass er gleichzeitig so extrem viel aus der Steckdose zieht? Das war dann doch beides irgendwie sehr extrem. Nach ein bisschen Internetrecherche bin ich dann auf das (scheinbar reine Intel-)Problem gestoßen: Das „Long Duration Power Limit“ im UEFI. Dahinter verbirgt sich wie viel Strom der CPU bei längerer Belastung maximal ziehen darf. Gibt gleichzeitig noch das „Short Duration Power Limit“. Das ist dann logischerweise für eine kurzzeitige Belastung. Im Auto-Modus lässt MSI zumindest auf meinem Board in beiden Fällen bis zu 255W auf die CPU los. Für Übertakter sicherlich wieder super (und vielleicht trotzdem zu wenig) aber wie oben erwähnt war die praktische Folge für mich, dass es der CPU sofort heiß unterm Hintern und entsprechend viel Strom verbraucht wurde. Normalerweise – zumindest soweit ich das bei meinen Recherchen verstanden habe – sollte das LDPL auf dem TDP-Wert sitzen. Machen aber viele Mainboardhersteller scheinbar nicht. Vermutlich speziell die, die ihre Produkte vor allem an Enthusiasten vermarkten, die ja mitunter diese Power haben wollen, um in den Benchmarks zu punkten. Und ja, Das Cinebench R23-Ergebnis war entsprechend mit der „Auto“-Einstellung um ca. 14% höher als mit dem TDP-Wert von 95W. Der Grund ist simpel: Er schafft es dann nicht mehr auf 4,7 Ghz zu boosten, sondern nur noch auf 3,9 Ghz. Die Temperaturanzeige blieb dafür dann mit unhörbaren Lüftern bei 65°C stehen und ging nicht höher.

Es war also noch Luft nach oben und ich hab‘ dann etwas experimentiert. Beispielsweise mit 100W. Da habe ich aber festgestellt, dass die Taktrate dann sehr stark fluktuierte zwischen 3,9 Ghz und 4,0 Ghz. War also nicht genug, um es unter den Stresstestbedingungen oben zu halten. Am Ende habe ich den Wert nun erst einmal auf 125W gesetzt. Also ungefähr dem TDP des „KS“. Damit drehen die Lüfter zwar schon etwas lauter und die Temperaturen steigen auf ca. 75°C aber dafür schafft er auch auf 4,3/4,4 Ghz zu boosten, was dann nur noch 5% Leistungsverlust sind im Vergleich zu keinem Limit. Das sieht für mich wie ein ganz guter Kompromiss aus. Zumal wir hier ja wirklich nur von speziellen Einsatzfällen reden, wo das überhaupt relevant ist. Während ich z.B. No Man’s Sky spiele, boosten alle Kerne ganz normal auf 4,7 Ghz bei einem Verbrauch irgendwo bei 50-70W und einer Temperatur von 55-70°C. Es liegt also definitiv sehr stark an dem was er zu berechnen hat, ob er wirklich vollständig ausgelastet ist und ihm die Puste wegen dem „niedrigen“ LDPL ausgeht oder eben nicht. Aber unser Azzkickr könnte das sicherlich besser erklären als ich. Im Idle-Modus drosselt er übrigens auf 800 MHz bei 3,5W und entsprechend niedrigen Temperaturen von 35-45°C je nachdem wie warm es im Arbeitszimmer ist. Und nein, so viel rumgespielt und gebenchmarkt habe ich noch nach keinem Rechnerupgrade :smile: .

Bevor wir nun zum Gehäuse kommen noch eine Randbemerkung: Durch das CPU-Upgrade habe ich tatsächlich auch wieder ein bisschen mehr RAM-Geschwindigkeit bekommen. Nachdem ich auf vier Sticks (die Vollbestückung) gewechselt hatte, kam ich nur noch auf 2.933 MT/s. Jetzt sind es wieder die vollen 3.000 MT/s, die mein Arbeitsspeicher unterstützt. Keine Ahnung warum das beim i5-8400 ein Problem war.

Die neue Hülle

Vor 13 Jahren hatte ich zuletzt mein PC-Gehäuse ausgetauscht. Über diese Zeit hinweg fanden im Prinzip vier Rechner ihren Platz im relativ geräumigen CoolerMaster Cosmos 1000 – ein Big Tower. Aber in 13 Jahren tut sich natürlich einiges was Ausstattung und Design eines Gehäuses angeht. USB 3 wurde 2008 gerade erst spezifiziert, „Airflow“ und „Kabelmanagement“ waren noch nicht ganz so wichtig und auch SSDs steckten für den Massenmarkt noch in den Kinderschuhen. Entsprechend war es wirklich mal an der Zeit ein Upgrade durchzuführen und die Wahl fiel auf ein Fractal Define 7 Dark Tempered Glass – ein Mid-Tower. Ich hab‘ zwar so gut wie kein RGB im Gehäuse aber der preisliche Unterschied zwischen den einzelnen Varianten (Glas, kein Glas, weiß, schwarz, etc.) ist übersichtlich. Entsprechend habe ich einfach das genommen, was sofort lieferbar war :smile: .

Fractal hingegen ist im Gehäusemarkt zumindest für mich kein Unbekannter. Auf den einschlägigen Technik-YouTube-Kanälen kommen die gefühlt immer ganz gut weg – mit hier und da ein paar Abstrichen. Dazu kommt noch, dass ich eine absolute Spezialanforderung hatte: Ein 5,25″-Laufwerksschacht. Ja, ich habe mein Blu-ray-Laufwerk nicht in Rente geschickt. Ich brauche es zwar nicht mehr so oft aber wenn bin ich sehr froh es zu haben und nicht mit einem externen rumhantieren zu müssen. Und das Define 7 ist eins der wenigen gut getesteten Gehäuse, das diesen Schacht noch im Angebot hat. Was allerdings in den Tests etwas bemängelt wurde war das Thema „Airflow“ entsprechend viel habe ich mich im Vorfeld damit beschäftigt. Noch so eine Sache mit der ich mich früher so überhaupt nicht auseinandergesetzt hatte. Im Cosmos 1000 waren beispielsweise fünf Lüfter vormontiert. Die habe ich nie versetzt und nur ab und zu mal sauber gemacht. Keine Ahnung in welche Richtung die geblasen haben. Dank des Kabelwusts gehe ich aber eh davon aus, dass ich irgendwo einen Wärmestau hatte. Am Ende des Tages hat es irgendwie funktioniert und war halt (noch) nicht so wichtig. Da aber sowohl die CPU als auch dann zukünftig eine neue Grafikkarte etwas mehr Abluft produzieren sehe ich die Sache nun etwas anders. Glücklicherweise gibt es ja im Internet nichts, was es nicht gibt. Darunter z.B. das Airflow-Guide von Hardware Helden für genau dieses Gehäuse.

Der Luftzug

Da passt irgendwas nicht…

In Bezug auf den Airflow war mein Gedanke erst einmal mit den drei bereits verbauten Gehäuselüftern ins Rennen zu gehen. Allerdings nicht an den Lieferpositionen, sondern auf Basis des Guides. Gleichzeitig habe ich ja wie oben erwähnt einen Scythe Mugen 5 Rev. B auf der CPU sitzen. Das Modell erlaubt die Montage eines zweiten Lüfters. Also habe ich mir entsprechend einen bestellt mit der Idee eine Push-Pull-Konfiguration auf die CPU zu bauen und so die Abwärme noch besser nach hinten raus zu schaffen. Leider hatte mein Plan einen fatalen Fehler: Ich hatte nicht erwartet, dass Scythe verschiedene Sorten an Lüftern mit dem gleichen Namen verkauft. Der, der geliefert wurde ist dünner als der alte (17 vs. 27mm) und entsprechend passen die Halteklammern am Kühler nicht. Also doch (erstmal) keine zwei Lüfter am CPU-Kühler und stattdessen eine Konfiguration mit vier Gehäuselüftern.

Gewählt habe ich dann entsprechend die Variante in der ein Lüfter im Boden versenkt ist (der Scythe) und Luft von unten anzieht, zwei an der Decke die nach oben rausblasen und der eine, der nach hinten rausbläst (die drei Fractal). Die an der Decke machen logischerweise nur Sinn, weil ich gleichzeitig den im Paket enthaltenen offenen Deckel verbaut habe statt den geschlossenen. Wenn ich also von Lautstärke rede, dann immer bedenken, dass das Gehäuse technisch gesehen offen ist. Das macht es noch beeindruckender, dass ich es im Idle überhaupt nicht höre. Ein Ziel voll erfüllt (das Cosmos 1000 war laut und hat sogar teilweise vibriert).

Wer jetzt Angst hat wegen Dreck: Fractal hat praktischerweise überall Filter verbaut, die sich sogar ohne Werkzeug rausnehmen und ausschütteln lassen. Kann aber trotzdem sein, dass ich langfristig umdenken und doch zum geschlossenen Deckel wechseln muss. Wir sind ja schließlich ein Katzenhaushalt und besagte Katzen spazieren auch einfach mal über das Gehäuse drüber. Auf die Idee darauf zu schlafen ist (zum Glück) noch keine gekommen. Könnte aber mal passieren. Da hält dann zwar der Filter einiges ab aber eben nicht alles. Maya hat es allerdings schon geschafft den oben positionierten Schalter zu drücken und den Rechner herunterzufahren. Warum sind die Dinger immer so leichtgängig?!

Der Zusammenbau

So schön aufgeräumt das Innere.

Wie es sich für ein modernes Gehäuse gehört, hat das Fractal Define 7 einen Lüfter-Hub, umfangreiche Vorrichtungen für Kabelmanagement (inkl. Klettverbände) auf der Rückseite, das Netzteil ist unsichtbar im Boden versenkt und auch die Speichermedien können (auf Wunsch) an unscheinbaren Stellen angebracht werden. Die Folge ist entsprechend, dass mein Rechner von vorne betrachtet so sauber und aufgeräumt ist wie vermutlich noch nie ein PC in meinem Haushalt. Perfekt für den Luftzug. Da tut es schon fast weh, dass ich nicht genug schwarze SATA-Kabel habe, das Blu-Ray-Laufwerk nicht schwarz ist und der interne USB-2-Hub mit seinem hässlichen Beige fällt ebenfalls unschön ins Auge. Der wird zwar demnächst durch einen USB-3-Hub ersetzt aber der hatte zumindest auf den Bildern blaue Kabel. Wird also nicht wirklich besser :smile: .

Das Gehäuse lässt sich fast vollständig und mit wenigen Schrauben in seine Bestandteile zerlegen. Was auf der einen Seite gut ist, auf der anderen Seite aufgrund der absolut nicht hilfreichen Anleitung (ein paar Bilder mehr nicht) mir das Leben aber echt schwer gemacht hat. Wie geht das raus? Wie komme ich da ran? Muss ich hier Gewalt anwenden oder wo ist der Trick?! Ich gebe sogar offen zu, dass ich es schon kaputt gemacht habe. Und zwar habe ich es oben am Rahmen hochgehoben, wie man es halt so ab und zu bei einem Gehäuse macht. Blöd nur, dass ich die zwei Schrauben an der Lüfterschiene gelöst hatte und die ansonsten nur ins Gehäuse gesteckt ist. Es machte also Krachbumm, das Gehäuse lag auf dem Boden und der obere Filter, der ja nur eingerastet ist, war rausgerissen. Drei seiner Beine kaputt. Sehr ärgerlich. Aber immerhin beeinträchtigt es weder die Leistung des Filters noch seine Festigkeit, da er an vier weiteren Stellen einrastet und entsprechend trotzdem noch bombenfest sitzt.

Ich dachte außerdem, dass im Paket ein Teil fehlen würde. Und zwar fand ich die Halterung für das 5,25″-Laufwerk nirgends. Es war nur eine Lüfterhalterung dabei, die in besagtem Schacht steckte. Was mir erst eine Runde Internetrecherche offenbarte, weil das Handbuch wie gesagt echt nutzlos ist: Man muss die Lüfterhalterung einfach nur um 90°C drehen, dann wird sie zur Haltung des 5,25″-Laufwerks. So einfach und genial, dass ich von selbst absolut nicht drauf gekommen bin…

Weitere Erkenntnisse

Hinten auch nicht ganz so viel Chaos.

Der Nexus+ 2 Lüfter-Hub auf der Rückseite hat Platz für sechs 3-pin- und drei PWM(=steuerbare)-Lüfter. Das wollte ich also ausnutzen, um den Kabelsalat zu verlagern, habe mir aber beim CPU-Lüfter gedacht: Das Kabel und der Weg aufs Mainboard sind so kurz, da lohnt es sich doch gar nicht das nach hinten zum Hub zu führen. Also alle anderen Lüfter angeschlossen und den Hub auf SYS_FAN1 gepackt. Funktioniert auch super, wenn man eine dauerhaft auf volle Pulle blasende Windmaschine haben möchte. Eine RPM-Steuerung ist so nämlich nicht möglich, wie ich nach dem ersten Start gemerkt habe. Die gibt es nur, wenn man den Hub an CPU_FAN anschließt. Also doch den CPU-Lüfter ebenfalls auf den Hub gehängt und alles gut – also bis auf die Tatsache, dass ich vermutlich in der Konfiguration nicht jeden Lüfter einzeln steuern kann. Aber das ist zumindest aktuell okay für mich.

Ein weiteres „Problem“ war die Stromversorgung. Ich wunderte mich warum meine HDD (unten im Gehäuse versenkt) nicht erkannt wurde. Es war alles richtig angeschlossen aber sie machte keinen Mucks. Des Rätsels Lösung: Es hingen am selben Strang meine zwei SSDs (hinten im Gehäuse) und der Lüfter-Hub. Da war dann scheinbar nicht mehr genug für die Festplatte übrig. Andererseits habe ich sowieso einen zweiten Strang gebraucht, um noch das Blu-Ray-Laufwerk anschließen zu können. Insofern war das jetzt nicht so tragisch und nur etwas Fummelei bis ich das zweite Kabel ins Netzteil bekommen habe (ist ja unten drin versteckt). Anschließend hatte ich noch kurz das Problem, dass meine schwarzen SATA-Stromkabel warum auch immer einen Ticken zu kurz sind. Musste entsprechend auf eins meiner guten alten mit Netz ummantelten Rot-Schwarz-Gelben von 2008 zurückgreifen. Wieder die Ästhetik etwas versaut. Nene :smile: .

Und ich glaub‘ damit habe ich alles erwähnt, was mir zu diesem ca. 500€ teuren Rechnerupgrade einfällt. Ich bin sehr glücklich über die zusätzliche Leistung, die mir die CPU bringt aber noch viel mehr erfreut über das neue Gehäuse. Es ist kleiner und trotzdem aufgeräumter als das Alte und bei wesentlich besseren Temperaturverhältnissen absolut flüsterleise. Einfach genial. Gleichzeitig hat das Front-Panel nun Unterstützung für so neuen Kram wie USB 3 und sogar Type C (was wiederum mein Mainboard nicht kann…), viel Platz für Erweiterungen und das Fractal Define 7 sieht zudem um Längen stylischer aus als der alte CoolerMaster Cosmos 1000-„Klumpen“. Es wird mir über die nächsten Jahre definitiv gute Dienste leisten, da bin uch mir sicher. Nur eine Sache fehlt, warum auch immer: Es gibt keine LED mehr an der Front für die Festplattenaktivität. Komisch aber am Ende des Tages nicht sonderlich tragisch.

Ein weiteres NAS-Upgrade

24 TB für einen Heim-NAS

Doch nicht nur mein Hauptrechner hat nach nur ein paar Monaten wieder ein Upgrade erfahren. Auch unsere Synology DiskStation 720+ bekam etwas zusätzliche Liebe spendiert. Schon bei der Anschaffung hatte ich überlegt, dass uns die 4 TB mittelfristig vermutlich nicht mehr ausreichen werden (war schon dreiviertel voll). Im Februar waren mir aber die Preise schlicht zu hoch also habe ich einfach die „alten“ HDDs übernommen. Was ich damals nicht wusste: Die Preise sollten ansteigen und es sieht so aus, als würden sie es noch weiter tun und zwar wegen dem neuen Trend auf dem Krypto-Mining-Markt bei dem nicht mehr (GPU-)Leistung zählt, sondern Speicherplatz. Blöd nur, dass nach unserem Kauf dann doch nochmal ein kleiner „Sturz“ nach unten stattfand. Naja, so ist das Leben.

Gleichzeitig schaufeln wir mittlerweile mehr Daten auf den NAS. Die gerenderten Videos wollen ja irgendwo abseits von YouTube aufgehoben werden. Und ja, ich weiß, dass ich euch bislang noch nicht verraten habe, um welche Videos es geht. Ganz einfach: Diese hier auf dem YouTube-Kanal von Lysanda, die weder was mit Pr0n noch mit Beim Christoph zu tun haben. Insofern wurde auch der Druck etwas größer mehr Platz bereit zu stellen. Und bevor ich jetzt anfange nächstes Jahr schon wieder aufzurüsten habe ich mir gedacht: Mach’s etwas zukunftssicherer und greif gleich zu was Größerem. Zumal der Preis pro GiB je nachdem tatsächlich günstiger ist. Die Wahl fiel am Ende auf 12 TB. Also 2 x 12 TB. Wir betreiben im NAS ja ein Synology Hybrid RAID. Und geworden sind es zwei Seagate IronWolf Pro – wodurch sich zwei Fragen ergeben:

  • Warum Seagate und nicht wieder Western Digital?

Western Digital ist der Pionier was NAS-Festplatten angeht. Seagate kam erst später dazu und hat kräftig von WD abgeschaut. Insofern sind sich die Red-Serie und die IronWolf-Serie technisch sehr ähnlich, wenn nicht sogar identisch. Die Unterschiede sind einzig allein bei der garantierten Betriebsdauer, Geschwindigkeit und dem Stromverbrauch. Seagates NAS-HDD verbrauchen ca. 2-3W mehr, sind dafür etwas schneller und trotzdem etwas leiser im Betrieb und haben eine länger garantierte Betriebsdauer. Da aber selbst da diese Zahlen nicht ganz so weit auseinander liegen war der ausschlaggebende Punkt schlicht und einfach der zum Kaufzeitpunkt günstigere Preis, der das Pendel in Richtung Seagate schwingen ließ. Hoffen wir mal, dass es auch langfristig die richtige Entscheidung war…

  • Warum eine Pro statt einer normalen IronWolf?

Weil warum auch immer die Pro zum Kaufzeitpunkt ca. 100€ billiger (!) war als die normale. Ich konnte es selbst nicht glauben und hab‘ entsprechend mehrfach nachgeschaut sowie intensiv recherchiert was denn die Unterschiede zwischen den beiden ist. Aber der einzige Nachteil, den ich finden konnte war, dass die Pro lauter ist als die normale (32 dB im Betrieb im Vergleich zu 28 dB bzw. 28 dB im Leerlauf im Vergleich zu 18 dB), was uns im Alltag aber nicht stört (der NAS steht ja in einer gut belüfteten Kommide). Ansonsten hat sie ausschließlich Vorteile: Zwei Jahre mehr Garantie, eine längere garantierte Laufzeit (1,2 vs. 1 Millionen Betriebsstunden), eine höhere Durchsatzrate (250 MB/s vs. 210 MB/s), einen etwas geringeren Stromverbrauch im Standby- und Idle-Modus sowie einen besseren Vibrationsschutz. Die Pro-Variante ist schließlich für Server mit bis zu 24 Laufwerken ausgelegt. Die normale hält es „nur“ mit bis zu sieben Freunden aus. Warum hätte ich dann bei dem Preisunterschied zur normalen greifen sollen? Bitte? Weil offensichtlich die Pro zum regulären Preis verkauft wurde und die normale einfach nur grad eine Preisüberhitzung erlebte? Ich hätte also besser einfach noch ein wenig warten sollen bis es sich ggf. normalisiert? Ja, da hast du vermutlich Recht lieber Besucher. Aber zu dem Zeitpunkt war mir das logischerweise nicht bewusst. Also gib‘ Ruh‘ und lass mir meinen völlig überdimensionierten Einkauf :tongue: !

Der Tausch

Kann man zu viel Speicherplatz haben? Nein.

Als wir uns vor mittlerweile fast drei Jahren den ersten NAS angeschafft hatten, schrieb ich im dazugehörigen Eintrag, dass es vermutlich ein größeres Unterfangen sein wird die Festplatten auszuwechseln. Die Realität könnte nicht weiter von dieser Aussage entfernt sein:

  • Server herunterfahren (theoretisch unterstützt der DS720+ sogar Hot Swapping)
  • Erste Festplatte durch die neue ersetzen
  • Server wieder hochfahren und den Speicherpool reparieren
  • Nach ca. 9 Stunden Konsistenzprüfung der Parität den Server wieder runterfahren
  • Zweite Festplatte durch eine neue ersetzen
  • Server wieder hochfahren und den Speicherpool reparieren
  • Nach ca. 5 Stunden Konsistenzprüfung der Parität sich über 10,9 TB statt bisher 3,6 TB Speicherplatz freuen.

Hatte ich schon Synology dafür gelobt, dass der ganze Kram so einfach und problemlos vonstatten geht? Ja? Egal. Kann ich nicht oft genug tun. Was Einsteigerfreundlichkeit angeht sind die Kisten absolut erste Sahne. Als Belohnung werde ich dem NAS übrigens auch noch ein RAM-Upgrade spendieren. Aktuell hat er nur 2 GB drin, die sich aber mit einem (leider proprietären) Erweiterungsmodul auf 6 GB erhöhen lassen. Ich hatte sogar über einen M.2-SSD-Cache nachgedacht. Aber als ich mir das mal genauer durchgelesen habe, sah ich zumindest aktuell keinen Sinn darin. Für unseren Nutzungszweck müsste es ein Lese/Schreib-Cache sein und soweit ich verstanden habe leidet da dann nur die Betriebsdauer der SSD drunter, weil so viel Aktivität dann drauf ist. Und so nötig haben wir es jetzt auch wieder nicht. Dauert die Datenpbertragung halt ne Minute länger. Ich weiß, klingt angesichts des Upgrades auf 12 TB ein wenig komisch. Aber hey: Irgendwo muss man ja (vorerst) aufhören :wink : .

Sirup-Vielfalt mit unterschiedlichen Deckeln.

Ende März hatte ich erwähnt, dass wir die wunderbare Welt der Sirups für unseren Wassersprudler entdeckt und mittlerweile dadurch fast komplett das Kistenschleppen hinter uns gelassen haben. Was mir damals noch nicht so bewusst war: Der Sirup-Markt ist schon wesentlich größer als wir dachten. Vor allem in der Fitness-Ecke gibt es da schon seit Jahren ein großes Angebot. Das habe ich erst so richtig realisiert als ich vor kurzem mal in einem EDEKA war, weil sie die offiziellen SodaStream-Sirups wahnsinnig günstig im Angebot hatten. Am (total versteckten) Regal angekommen war ich z.B. überrascht zu sehen, dass selbst Coca-Cola mittlerweile mitmischt – allerdings derzeit nur mit Fanta, Sprite und Mezzo Mix jeweils in der nicht-zuckerfreien Variante. Und ja, sogar Säfte gibt es. Allerdings noch nichts, was mich anmacht. Holunderblüte ist einfach nicht so meins :smile: .

Da wir allerdings nur zur zuckerfreien Variante greifen, stand dann doch nicht so viel im Regal, was ich tatsächlich eingepackt habe. Hauptsächlich Kram von der EDEKA-Gruppe-Eigenmarke Gut & Günstig, die aus unserer Sicht zwar tatsächlich günstig ist aber über das „gut“ haben wir eine…sagen wir nicht ganz so zustimmende Meinung. Trotzdem hab‘ ich mir mal den Cola- und Orangengeschmack mitgenommen zum Testen. Dabei ist mir schon im Laden aufgefallen: Die Art und Weise wie man den Sirup in die Flaschen umfüllt ist sehr unterschiedlich.

Mehr oder weniger viel Sauerei

Während Coca-Cola gar keine Mess- und Füllhilfe beifügt und von euch verlangt mit Esslöffeln zu hantieren, hat selbst SodaStream zwei unterschiedliche Deckelsorten. Das Prinzip ist zwar identisch, der Deckel hat einen integrierten Messbecher, aber der in den kleinen grauen Behälter ist nicht ganz so tief. Der Nachteil: Man kriegt den Mist nicht ganz so gut in die Flasche gekippt inkl. hoher Gefahr Sauerei zu machen. Tipp: Die Flasche ebenfalls schräg halten beim Umfüllen vom Messbecher. Das ist bei den PepsiCo-Marken mit ihrem tieferen Messbecher wesentlich besser gelöst. Da muss ich nicht mit der Flasche rumhantieren.

Der ist voll.

Und bei Gut & Günstig? Der letzte Scheiß. Es ist ein Messbecher der auf der Sirupflasche draufsitzt. Am Becher selbst ist zu bemängeln, dass zumindest ich die Messlinien so gut wie nicht erkennen kann. Und dann sitzt er anders als bei SodaStream wie gesagt einfach auf der Flasche drauf. Sprich, wenn ihr ihn nicht vorher sauber und trocken macht, saut ihr euch die Flasche und den dazugehörigen Deckel ein. Keine Ahnung wer das für ein tolles Konzept hielt. Meine Begeisterung hält sich in Grenzen. Das gilt auch für den Geschmack an sich. Speziell die zuckerfreie Orange ist irgendwie nur gelbes Wasser, selbst wenn ich mehr reinkippe als der Messbecher vorgibt für unsere Flaschengröße. Wir bleiben entsprechend vorerst weiterhin SodaStreams PepsiCo-Reihe treu trotz dem höheren Preis.

Weitere Kosteneinsparungsmaßnahmen

Mit der Umstellung auf Sirup drang jedoch ein neuer Faktor in den Vordergrund: Die Kosten für den CO²-Zylinder, schliesslich verbrauchen wir jetzt mehr. Seit das Patent für das SodaStream-Original abgelaufen ist (deswegen hat SodaStream nun ein neues Gerät inkl. geändertem und wieder patentiertem Zylinderdesign rausgebracht), gibt es zwar sehr viele Anbieter von Zylindern und entsprechend stark sind die Preise gefallen (5-7€). Doch wir brauchen trotzdem pro Monat durchschnittlich zwei Stück davon. Die pro Zylinder jeweils ca. 90 Flaschen mit 0,6L ergeben. Immer noch viel, viel billiger als ein Kasten Coca-Cola. Es gibt aber Optimierungspotential. Und was kann man optimieren? Na natürlich selbst die Zylinder nachfüllen statt sie im Laden zu tauschen.

Lysanda hatte das schonmal vor längerem erwähnt, dass das ginge. Aber ich hatte davor durchaus massiven Respekt. Eine Gasflasche im Haus zu haben (egal ob Propan, Kohlendioxid oder sonst was) ist schon allein so eine Sache. Was, wenn das Ding einem z.B. wegen falscher Lagerung plötzlich um die Ohren fliegt?! Und dann das Befüllen: Woher weiß der CO²-Zylinder, wenn er voll ist? Fliegt der mir um die Ohren, wenn ich nicht aufpasse und rechtzeitig abdrehe? Diese und weitere Fragen kamen mir in den Sinn als Lysanda das Thema erneut auf die Tagesordnung brachte. Aber wenn ich eins in bald fünf Jahren Ehe gelernt habe: Dieser Frau versuchen etwas auszureden ist eine Lebensaufgabe :wink: (Anm. v. Lysanda: Das sehe ich nicht so.). Außerdem arbeitet jeder Gastronom täglich mit sowas (wg. Bier) – also zumindest, wenn irgendwann die Pandemie vorbei ist. Entsprechend kann es so gefährlich auch wieder nicht sein. Also haben wir es einfach mal versucht. Spoiler: Es ist einfacher und ungefährlicher als gedacht.

Die Beschaffung

Bevor es ans erste Befüllen gehen kann, muss man das Gas erstmal haben. Dazu tauchen folgende Fragen auf: Wie groß soll die CO²-Flasche sein, woher kriegen wir sie und, viel wichtiger, wo können wir sie wieder auffüllen/tauschen lassen? In Sachen Größe war die Entscheidung relativ schnell getroffen und zwar zu Gunsten eines 10kg-Monsters. Das liegt zum einen am Preis. Die 2kg-Flasche nachzufüllen kostet bei Hornbach beispielsweise 8,25€/kg. Bei der 10kg-Flasche sind es nur 2€/kg. Zum anderen kann man mit 2kg logischerweise weniger Flaschen auffüllen bis man wieder durch die Gegend fahren muss. So gehen in einen regulären SodaStream-CO²-Zylinder theoretisch 425g. Da reichen die 2kg nicht einmal für fünf Füllungen. Bei 10kg sind es 23. Gut, dafür wiegt die 10kg dann mit 28-31kg (je nach Modell) das vierfache was den Transport mitunter etwas schwieriger macht für kleine, schwache Männer. Aber einmal im Jahr bekommt man das schon irgendwie hin.

Das Angebot von Hornbach

Nachfüllen und Transport sind übrigens gute Stichpunkte: Es bringt nichts sich bei eBay die billigste Flasche zu holen, wenn man dann nur 800km entfernt in Hintertupfingen eine Neubefüllung bekommt. Entsprechend haben wir uns in den umliegenden Bau- und Getränkemärkten umgeschaut und sind am Ende (mal wieder) bei Hornbach gelandet. Die nutzen Gas von GlobalGas, die ebenfalls bundesweit vertreten sind. Insofern sollte es auf absehbare Zeit kein Problem sein eine neue Füllung zu kriegen. Gleichzeitig hat Hornbach was das angeht tatsächlich auch einen günstigsten Preis mit besagten 20€ pro Füllung. Dazu kommen dann noch einmal 134€ Nutzungsgebühr für die Flasche.

Aufmerksame Besucher werden allerdings jetzt anmerken, dass die 20€-Füllung bei Hornbach nur „normales“ Kohlendioxid ist ohne „Lebensmittelqualität“-Kennzeichnung. Diese Füllung wiederrum kostet 7€ mehr und auch die Flasche ist mit 135€ etwas teurer. Allerdings: Bei der Flasche mit Lebensmittelqualität ist es keine Nutzungsgebühr, sondern Pfand. Sprich, die bekommt ihr wieder, wenn ihr irgendwann keinen Bock mehr auf den Kram habt. Gleichzeitig stellt sich natürlich die Frage: Wenn das „normale“ Gas für Aquarien verwendet werden darf und mir die Fische nicht wegsterben, warum ist es dann nicht für Menschen geeignet?! Antwort: Ist es schon, denn lt. GlobalGas kommt der Inhalt beider Flaschen aus dem exakt gleichen Tank. Der einzige Unterschied ist, dass auf der Flasche mit „Lebensmittelqualität“ ein Siegel zur Nachverfolgung draufklebt. Wenn also mal was passiert, wissen sie ganz genau aus welchem Tank es kommt. Ist also eine Versicherungssache. Bedeutet im Umkehrschluss, dass man einfach zum normalen Gas greifen? Nicht unbedingt. Dadurch, dass ihr für diese Flasche nur Pfand bezahlt, könnt ihr erstmal 19 Jahre lang für 7€ Aufpreis befüllen bevor es euch tatsächlich mehr kostet und habt in dieser Zeit eben diese zusätzliche Sicherheit sollte tatsächlich mal passieren. Aber ja: Am Ende des Tages ist es zumindest im Falle von GlobalGas was den Inhalt angeht tatsächlich Jacke wie Hose.

Die Vorbereitungen

Nun haben wir also die Gasflasche zu Hause stehen. Leider passt der CO²-Zylinder (in unserem Fall einer von Soda Trend) dort nicht einfach drauf. Es braucht einen Adapter. Und zwar einen der umsetzt von einem TR21.4-Ventil (CO²-Zylinder) auf ein W21.8-14-Ventil (CO²-Flasche). Die Beschaffung ist hier aber kein Problem. Es gibt haufenweise Angebote im Internet für einen Preis um die 30€. Die passen dann meistens für viele verschiedene Varianten von CO²-Zylinder, denn nicht unbedingt jeder ist an der Spitze gleich aufgebaut. Das gilt auch für die CO²-Flasche selbst. Die gibt es mit Steig-/Tauchrohr und Druckventil, ohne Steig-/Tauchrohr aber mit Druckventil oder komplett ohne. Im Fall von Hornbach sind es Flaschen ohne Steig-/Tauchrohr aber mit Druckventil.

Der Nachteil einer Flasche ohne Steigrohr ist, dass ihr sie auf den Kopfbstellen müsst bei der Befüllung. In der Flasche ist nämlich Kohlendioxid in flüssiger Form enthalten. Das ist etwas nervig, weil wie gesagt die Flasche selbst im komplett leeren Zustand noch ihre 17-20kg hat. Funktioniert aber. Und nein: Soweit ich verstanden habe, sollte man sie nicht umgedreht lagern. Sich eine entsprechende Aufhängung im Keller an die Wand schrauben geht also scheinbar nicht – es sei denn sie ist drehbar. Mmmh… wäre sicherlich eine rückenfreundliche Überlegung sich da was zu basteln :smile: .

Geht’s endlich los?!

Noch einmal drehen, dann kann’s losgehen.

Gasflasche? Check. Adapter? Check. Gasflasche und Zylinder über Adapter miteinander verbunden? Check. Komplettes Konstrukt umgedreht? Check. Also aufdrehen und los geht’s? Ja, tatsächlich ist es so einfach – zumindest bei den Soda Trend-Universal-Zylindern in unserem Haushalt. Es macht für ein paar Sekunden psssscchhh und das war’s. Keine Angst vor Überfüllung und Explosionen, da das Ventil im Zylinder automatisch schließt. Hätte echt nicht gedacht, dass es so einfach ist. Noch kurz den Druck im Adapter ablassen und zurück in den Wassersprudler damit. Perfekt – also fast. Es gibt noch einen kleinen aber feinen Stolperstein.

Die CO²-Zylinder fassen wie erwähnt 425g Kohlendioxid. Wenn ihr die Flasche aber vor und nach der Befüllung wiegt, werdet ihr feststellen, dass ihr maximal die Hälfte davon reinbekommen habt. Bei uns kam die Flasche so über 925g Gesamtgewicht einfach nicht hinaus was ca. 150g Füllgewicht entspricht. Der Grund ist simpel: Das Ventil schließt zu schnell. Die Lösung: Den Zylinder für 2-3 Stunden in den Gefrierschrank/die Truhe packen. Hat was mit Kompression und so zu tun. Das CO² ist ja sowohl in der Flasche als auch dem Zylinder flüssig. Fragt mich allerdings nicht nach dem genauen physikalischen Prozess. Das ist absolut nicht meine Ecke :smile: . Aber so bekommen wir jetzt 370g umgefüllt (ca. 1.160g Gesamtgewicht). Plus ein Rest, der noch im Zylinder war (wir machen sie nie ganz leer, da die letzten Flaschen dann mir nicht mehr spritzig genug sind) und es dürften wieder die vollen 425g sein. Astrein! Natürlich könntet ihr auch ohne Einfrieren arbeiten und entsprechend öfters nachfüllen. Allerdings geht bei jeder Füllung ein wenig Gas verloren (das, was ihr über das Ablassventil rauslasst).

Ein Risiko des Befüllens in den eigenen vier Wänden habe ich noch nicht erwähnt: Das Ventil am CO²-Zylinder. Wenn ihr ihn im Laden zurückgebt und einen neuen kauft, wird der alte vom Hersteller vor dem Neubefüllen (angeblich) überprüft und bei Defekt entsprechend ausgetauscht. Das könnt ihr natürlich nur bedingt selbst erledigen (z.B. Sichtprüfung). Ich habe leider bislang keine handfesten Informationen gefunden wie oft es Sinn macht deshalb doch den Zylinder mal wieder in den Laden zu tragen und gegen einen neuen zu tauschen. Das werden wir hoffentlich mit der Zeit noch rausfinden.

Die Kosten

Bleibt zum Abschluss noch die Frage, ob sich der ganze Aufwand überhaupt lohnt. Fassen wir also mal alle Einträge zusammen:

  • Wir haben eine Osmoseanlage, um unser Wasser zu reinigen. Die kostet uns jährlich ca. 210€ in der Wartung. Die vierstelligen Anschaffungskosten ignorieren wir, da wir das Wasser ja nicht nur zum Sprudeln verwenden.
  • Wir haben einen SodaStream, um es zu sprudeln. Das war eine einmalige Anschaffung für 129€, verursacht also an sich keine regelämssigen Kosten.
  • Wir kaufen Sirups, um den Sprudel in Erfrischungsgetränke umzuwandeln. UVP 5,99€ für 9L.
  • Lysanda nutzt Bolero, um ihr Glas Wasser aufzupimpen. Da kostet eine Packung 0,60€, die sie auf ca. vier 0,6l-Flaschen aufteilt (mehr  als vom Hersteller empfohlen).
  • Wir befüllen die CO²-Zylinder mit Hilfe einer 10kg-CO²-Flasche selbst. Macht 27€ für ca. 27 Zylinderfüllungen mit denen wir ein Jahr auskommen. Nicht jede gesprudelte Flasche wird allerdings zu einem Erfrischungsgetränk (vielleicht 3 von 9). Insgesamt kriegen wir aus einem CO²-Zylinder 80 Sprudelflaschen mit 0,6l.
  • Und natürlich verwenden wir dafür unser gefiltertes Leitungswasser. Das kostet 1,52€/m³ also zehn Flaschen mit 0,6l nicht einmal 1ct (0,000912ct pro Flasche).

Excel for the win (oder die Berechnungen)!

Ganz viele Zahlen mit denen man schön rechnen kann. Zusammengefasst gehen wir davon aus, dass wir mit einer CO²-Flasche 1.296 Liter Sprudel herstellen können. Zusammen mit den Wasserkosten und der Wartung der Osmoseanlage – auch, wenn die natürlich nicht nur Wasser zum Sprudeln herstellt – kommen wir auf einen Literpreis von ca. 0,18€. Wenn Lysanda Bolero reinpackt, wird der Liter 0,44€ teuer. Eine Flasche mit Sirup kostet uns hingegen ca. 0,85€ pro Liter. Zum Vergleich: Eine Kiste Gerolsteiner Mineralwasser in Plastikflaschen (!) schlägt laut Google aktuell mit 0,42€ zu Buche. Eine Kiste Coca-Cola in der PET-Flasche kommt auf 1,06€/l – kann aber tatsächlich im Angebot auch mal auf 0,77€ rutschen. Wäre dann also tatsächlich billiger als eine Flasche mit Sirup. Andererseits kaufen wir auch den Sirup nicht zum UVP. Insofern dürfte die Rechnung trotzdem noch knapp zu Gunsten des Sirups ausgehen. Die Realität liegt natürlich irgendwo dazwischen. Weder wird jede Flasche mit Bolero noch mit Sirup befüllt. Entsprechend sind die durchschnittlichen Kosten für uns pro Liter vermutlich bei um die 0,40€.

Ich hab‘ natürlich die Anschaffungskosten ignoriert, die man erst noch wieder reinholen muss. Aber die haben sich vergleichsweise fix amortisiert in unserem Haushalt. Vor allem, weil wir in der ganzen Rechnung noch nicht die Aspekte Umwelt und Gesundheit berücksichtigt haben. Weniger durch die Gegend fahren, keine Getränke in Kunststoffflaschen saufen, gereinigtes Wasser nutzen, weniger Verschleiß durch Kalk, etc. Die lassen sich (für mich) schlecht beziffern waren aber für uns ein noch größerer Faktor als die reinen Kosten. Insofern: Zumindest für uns lohnt sich das aktuelle Setup auf jeden Fall. Sowohl was den Geldbeutel als auch unsere Gesundheit angeht. Hat Lysanda gut gemacht :wink: (Anm. v. Lysanda: Sicarius aber auch).

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