Ich kenne nur sehr wenige Spiele, die mit Patches schlechter statt besser werden. Hero Siege beispielsweise, weil die Entwickler warum auch immer plötzlich einen Diablo-Klon haben wollten und entsprechend von heute auf morgen das komplette Ding umkrempelten. Der Titel hat mit dem, was ich euch damals im verlinkten Eintrag beschrieben habe, überhaupt nichts mehr zu tun. Und nein, besser geworden ist er weder durch den Switch noch durch die zahlreichen Patches seitdem.
Ganz aktuell trifft es das Gothic Remake*. Ja, die Releaseversion war wohl nicht im besten Zustand. Aber so wirklich besser wird es irgendwie nicht. Im Gegenteil wurde vergangenen Freitag ein Hotfix für den bereits katastrophalen Patch 1.0.3 veröffentlicht, der nun endgültig alles kaputt gemacht hat. Nicht nur dauert das Starten des Spiels plötzlich eine halbe Ewigkeit, es fehlen auch die Laufgeräusche. Und je länger ihr spielt, desto weniger Sounds werden es insgesamt. Und da reden wir von einem Zeitraum von nur rund 15 Minuten! Immerhin gibt es seit gesten Abend einen Betapatch und wir müssen nicht wieder bis Ende der Woche warten. Ich bin ja ganz klar für geregelte Arbeitszeiten. Manchmal ist es aber definitiv besser einfach mal den ITler in seiner Bereitschaft anzurufen und einen Rollback anzuordnen.
Spielerische Fragwürdigkeit
Neben den technischen Problemen, die gefühlt mehr als weniger werden, gibt es aber noch einen weiteren Aufreger: Entwickler Alkimia Interactive änderte bislang mit jedem Patch die Position und/oder Verfügbarkeit von begehrenswerten Gegenständen – und zwar größtenteils undokumentiert. Ziel ist es wohl zu verhindern, dass man in Kapitel 1 bereits zu stark wird. Mal abgesehen davon, dass sich die echten Min/Maxer davon wenig beeindrucken lassen, verstehe ich nicht, warum mich die Entwickler bei einem Einzelspielerspiel so bevormunden wollen? Irgendeiner hatte sich doch schließlich was dabei gedacht, als er sie dort während der Entwicklung hinterlegt hatte.
Die negative Folge dieser Verschiebungen ist jetzt, dass sich das Erkunden der Spielwelt und das dazugehörige kreative Denken immer weniger lohnt. Was bringt es mir, wenn ich es erfolgreich schaffe an eigentlich viel zu schweren Gegnern vorbeizukommen oder an einen eigentlich momentan unerreichbaren Ort zu gelangen, wenn mich am Ende als Belohnung dann doch nur das buchstäblich rostige Schwert erwartet? Dabei lebt speziell Gothic doch gerade davon, dass die statische Spielwelt (=Gegner leveln nicht mit) dazu einlädt, Risiken einzugehen. Das waren doch damals mit die geilsten Momente, für die man vom Spiel auch noch mit guten Gegenständen belohnt wurde.
In Gothic Remake? Erwartet mich nach den Strapazen schlimmstenfalls noch ein halbstündiges Schlösserknacken-Minispiel an einer Kiste, die dann nur ein Erzstück und ein Wolfsfell enthält. Und das Wolfsfell kann ich dann nicht einmal gewinnbringend verkaufen, weil Alkimia warum auch immer ein Warenwirtschaftssystem einbauen musste! Wie kann man Spielern die Möglichkeit geben, wilde Tiere auszuweiden, aber sie gleichzeitig dafür bestrafen, dass sie es tun und so den Markt überschwemmen?! Das ist doch dämlich. Warum musste hier unbedingt im Namen irgendeiner fiktiven Balance rumgeschraubt werden? Ich verstehe es wirklich nicht.
ARGH!
Und ja, ich hasse das Minispiel zum Schlösser knacken. Nicht nur, weil ich einfach zu dumm dafür bin. Sondern auch, weil es viel zu lange dauert. Wenn ich eh nur 30 Minuten Zeit habe zum Spielen, will ich die in so einem Titel doch nicht mit einem Logikpuzzle verbringen. Im Original musste man durchschnittlich 10-20 rechts-links-Kombinationen auswendig lernen, um Truhen zu öffnen. Das klingt nach viel, war aber okay und funktionierte wirklich gut. Hier brauchen selbst einfache Schlösser 30 und mehr Schritte und ich muss vorher erstmal die Funktionsweise des Schlosses analysieren! Allein das führt schon zu zahlreichen abgebrochenen Dietrichen.
Die Fähigkeit zu verbessern entschärft die ganze Problematik aus meiner Sicht nur minimal. Am schlimmsten ist jedoch, dass die Belohnung für die ganze Mühe dann eine Bratpfanne und ein paar Erzbrocken sind. Das ist kein spielerfreundliches Design, sondern eine Antidiebstahlmaßnahme. Wollte der Designer eigentlich ein Puzzlespiel entwickeln und wurde stattdessen gezwungen, an Gothic Remake zu arbeiten?! „Not my Gothic!”, frei angelehnt an eine gewisse Protestbewegung. Ich habe mir deshalb schon kurz nach Spielstart einfach die Modifikation Lockpick Settings installiert. Sie hat den Vorteil, dass man sie so konfigurieren kann, dass es trotzdem noch ein Risiko ist, eine Truhe zu öffnen. Mit dem eigentlichen Puzzle muss ich mich aber nicht mehr rumschlagen.
Was Positives
Diese ganzen Sachen nerven besonders viel, weil das Spiel an sich wirklich richtig gut geworden ist. Es steht tatsächlich nicht nur Gothic drauf – es ist auch Gothic drin. Nicht nur in Sachen Atmosphäre (die Spielwelt ist wirklich wunderschön) oder der Nostalgie (vieles ist so, wie es im Original war), sondern auch spielerisch. Ihr trefft beispielsweise bei eurem ersten Besuch im alten Lager auf den Gardisten Bloodwyn. Der ist, kein großer Spoiler, ein ziemliches Arschloch, das euch ausnehmen will. Ich habe selbstverständlich dankend abgelehnt, ihm Schutzgeld zu zahlen. Die Konsequenz ist, dass ihr Ärger bekommt. Darunter ein Kampf mit drei Gegnern gleichzeitig. Etwas, für das ihr theoretisch zu diesem Zeitpunkt nicht gewappnet seid. Aber schon lange vor Demon’s Souls (2009) oder Dark Souls (2011) haben Spieler die Macht des Käses entdeckt.
Nachdem ich also die ersten paar Versuche (vorhersehbar) volles Pfund aufs Maul bekommen habe, habe ich nach Alternativen gesucht. Eine sehr erfolgreiche war es, die Jungs zu einer Gruppe Blutfliegen zu lotsen. Die hat kurzen Prozess mit ihnen gemacht. Das konnte ich aber nicht auf mir sitzen lassen, weil ich dadurch (glaube ich?) keine Erfahrungspunkte bekommen habe. Also erneut den letzten Spielstand geladen und stattdessen die Truppe in den nahegelegenen Fluss gelockt. Damit kam die KI nicht so gut klar, was es mir ermöglichte, sie mit Pfeil und Bogen zu schwächen und dann mit meinem rostigen Schwert den Rest zu geben. Und solche Erlebnisse kenne ich gefühlt nur aus der Gothic-Serie, oder sind mir hier zumindest am besten in Erinnerung geblieben.
Es nervt mich entsprechend schon massiv, dass ich jetzt wegen diesem blöden Patchkram nicht wirklich weiterspielen kann. Ja, auf dem PC steht jetzt der Betapatch bereit bzw. ich hätte tatsächlich die Möglichkeit selbst einen Rollback durchzuführen. Da ist mir allerdings die Gefahr zu groß, dass es am Ende doch mal meine Spielstände zerschießt. Da harre ich lieber der Dinge und hoffe auf Besserung mit Patch 1.0.4. Schließlich habe ich noch genug anderes zum Zocken *zeigt auf seine Steambibliothek mit 8.577 Einträgen*.
Sommerzeit, Gastkatzenzeit in der Casa Lysanda – zumindest scheint sich das so zu entwickeln. Schon zum dritten Mal haben wir einen Vierbeiner temporär in unserem Keller einquartiert. Immerhin, auch wenn es etwas böse klingt: Es ist dieses Jahr eine halbwegs normale Katze. Kein liebenswerter Blindfisch mit seinem schüchternen Kumpel und kein notorischer Danebenpinkler. Einfach nur Leo, der schwarz-weiße 4kg-Kater.
Okay, er frisst ausschließlich eine bestimmte Sorte Trockenfutter und schaut Nassfutter nicht mit dem Hintern an, aber es kann ja nicht alles perfekt sein
. Seine Pienzigkeit geht sogar so weit, dass er nur ganze Stücke von seinem Trockenfutter isst. Wenn er eins durchbeißt und dabei Reste zurück in den Napf fallen? Bleiben liegen, wenn sie nicht zufällig beim nächsten Bissen wieder mit in den Mund kommen. Katzen… man muss sie irgendwie mögen.
Ein junger Hüpfer
Abseits dieser kleinen Besonderheit beim Thema Futter, ist er aber ein netter und quirliger kleiner Typ mit viel Bewegungsdrang. Ungefähr zwei Jahre ist er alt und obwohl er grundsätzlich gestreichelt werden will, bleibt er dafür selten mal länger als eine Minute an einem Ort. Stattdessen kurz zum Menschen ein paar Streichler abholen, dann gleich wieder aufstehen und weiterziehen – nur, um dann wenige Momente später wiederzukommen. Er klettert außerdem gerne, spielt selbstständig mit seinen Spielsachen und fordert lautstark aus dem Waschraum entlassen zu werden, wenn jemand auch nur droht, an der Tür vorbei zu gehen.
Die ersten paar Tage haben wir ihn freilich trotz seiner Forderung erstmal drin gelassen. Mittlerweile darf er aber auch den restlichen Keller erkunden, sobald einer von uns unten ist. Dafür bedankt er sich dann bei uns, indem er die Regale im Freizeitraum obendrauf säubert. Warum suchen sich Katzen immer die engsten Stellen aus? Er findet es außerdem super unter Decken zu schlüpfen und da Schabernack zu treiben. Sah lustig aus, als ich mit einem Buch in der Hand im Bett lag, die Decke über meinen Beinen und dann plötzlich Bewegung dort unten war. Besonders süß ist es, wenn er irgendwo draufliegt und dann seinen Kopf über den Rand hängen lässt. Nein, wir behalten ihn nicht. Selbstverständlich wollen ihn die Besitzer am Samstag wieder haben. Da sind dann seine zwei Wochen Aufenthalt bei uns vorbei. Außerdem würde er bei uns ja verhungern aufgrund seiner Nassfutterverweigerungshaltung.
Die anderen Maunzer
Bekanntschaft mit vier unserer fünf Vierbeiner hat er ebenfalls schon gemacht. Nur Jules, sein Farbbruder, weiß nichts von seiner Existenz. Also abseits vielleicht von urbanen Legenden, die die anderen Katzen ihm erzählt haben von dem komischen Vieh in den tiefsten Tiefen des Hauses.
Die Aufeinandertreffen verliefen auch grundsätzlich überraschend friedlich. Nur unser Verbindungskater Pichu, von dem wir das am allerwenigsten erwartet hätten, ist von Leo überhaupt nicht begeistert. Er knurrte ihn direkt an und bauscht dabei auf. Sehr komisch und hat Leo logischerweise sehr verunsichert. Lyssi hingegen hat sich den Kerl erstmal in Ruhe angeschaut und hat ihn sogar ziemlich nah an sich rangelassen. Er war aber auch flach wie eine Flunder, als er auf sie zuging. Am Ende ist Lyssi dann doch lieber erstmal stiften gegangen und will jetzt definitiv nichts mehr mit ihm zu tun haben.
Ayla und Miro hingegen waren gefühlt erstmal mehr daran interessiert, mal wieder in den Keller zu dürfen. Aber auch hier verlief der Erstkontakt grundsätzlich friedlich. Leo schaute sich die ganze Sache aus der Ferne an und legte sich dafür zurückhaltend und doch irgendwie seelenruhig im Flur auf die Seite. Miro war interessiert daran, näher zu kommen, aber er ist sehr auf Ayla fixiert. In unbekannten Situationen muss sie häufig vorgehen und erst dann geht er mit. Ayla wollte jedoch erstmal mehr den Waschraum inspizieren als sich mit der komischen Katze im Flur zu beschäftigen
. Irgendwann sind sie dann nach einem kurzen Beschnuffeln einfach abgezogen.
Und falls ihr euch fragt, warum wir das machen: Die Besitzer von Leo stellen sich die Frage, ob er mit anderen Katzen verträglich wäre. Er hat sich nämlich mit seinem Bruder wohl nicht so gut verstanden und wurde daher nur einzeln vermittelt. Für eine erst zweijährige Katze ist das aber eher ungewöhnlich. Und daher haben sie uns gebeten das einfach mal zu testen. Bisher lief es dahingehend gar nicht mal so schlecht. Also als nicht vergesellschaftungsfähig würde ich Leo definitiv nicht abstempeln.
Hilfe, eine Schlange!
Wir können selbstverständlich nicht den ganzen Tag im Keller bei ihm verbringen. Das wäre nicht nur unfair unseren Katzen gegenüber, wir haben ja auch noch zu tun. Da hilft es, dass er sich wie geschrieben tatsächlich selbstständig beschäftigen kann und entsprechend Spielzeug mitbekommen hat. Wir haben ihm außerdem noch zusätzliche Sachen in den Keller gestellt. Zuerst eine längliche Kugelbahn* – die er so gar nicht gut fand. Möglicherweise, weil sie aussieht wie eine Schlange. Doch er ist ein mutiger Kater, das muss man ihm lassen. Interessiert hat ihn das Ding nämlich doch irgendwie. Also ist er nach dem ersten Schrecken immer mal wieder vorsichtig in die Gefahrenzone eingedrungen. Jedes Mal ein wenig weiter und fleißig geschnuffelt dabei. Als er ganz nah dran war, hat er sogar todesmutig mehrfach auf das komische Ding draufgeschlagen. Nach ein paar Durchgängen dieses Schauspiels hatte er dann verstanden, dass es ungefährlich ist und nachdem ich ihm das mit dem Ball gezeigt habe, hat er auch angefangen damit zu spielen. Anschließend habe ich ihm noch die größere, zu einer acht geformten*, Bahn dazu gepackt und zuletzt noch diese Matte*. Da hatte er ebenfalls erst ein bisschen Respekt vor – vermutlich, weil sie etwas Krach macht. Jetzt findet er es ebenfalls super, wenn wir es anmachen. So muss das sein.
Alles in Allem geht es ihm also definitiv gut bei uns. Ja, es ist grundsätzlich doof, dass er nicht Zuhause bei seiner Familie ist und stattdessen bei uns im Keller wohnen muss. Aber er ist definitiv frohen Mutes und interagiert viel mit uns. Mal schauen, ob wir ihn nächstes Jahr oder vielleicht sogar schon im Herbst wieder begrüßen dürfen. Zumindest waren seine Besitzer bereits im Vorfeld hellauf begeistert von der Casa Lysanda
.









