Sicarius

Tagebuch eines Hausherrn #36

Sommerzeit, Handwerkerzeit – zumindest 2021 in der Casa Lysanda. Vergangene Woche war der Dachdecker da, Ende Mai kommt der Elektriker, Anfang Juni die Klimaanlage und dann vermutlich im Juli der Maler/Verputzer. Und ja, wir sind damit dann vermutlich schon wieder etwas über den in der Einkommenssteuer absetzbaren Handwerkerkosten drüber. Muss da irgendwie besser aufpassen. Die Grenze von 6.000€ hat man irgendwie schneller voll als man denkt. Entsprechend werden wir unser Kellerklo dann wohl doch erst 2022 angehen. Wir werden es aber überleben so lange noch die Treppe hoch gehen zu müssen :wink: .

Resignation

So viel Raufasertapete…

Während der Termin der Klimaanlage schon seit Ende 2020 feststeht – so einen vorausschauenden Handwerker habe ich bislang noch nicht erlebt -, sind die restlichen Themen eher ungeplant in den letzten Wochen zusätzlich dazu gekommen. Warum? Nun, einige würden sagen, weil wir faule Säcke sind. Solche Leute haben wir allerdings nicht gern und halten uns von ihnen fern. Wir haben hingegen mittlerweile einfach eingesehen, dass wir es uns leisten können unsere Zeit lieber mit anderen Dingen zu verbringen, die uns mehr Freude bereiten. Speziell das Thema „Raufasertapete entfernen“ steht weiterhin sehr weit unten auf meiner ToDo-Liste mit einem Spaß-Faktor von -100. Und selbst, wenn wir es selbst machen würden: Es würde einige Wochenenden dauern, wir wären dabei gestresst und frustriert und am Ende ist wäre es trotzdem nicht perfekt. Letzteres kann selbstverständlich auch mit einem Handwerker passieren. Aber dafür gibt es ja die Gewährleistung. Also haben wir uns entschieden den Kellerflur und den Öltankraum nun einfach machen zu lassen.

Den finalen Stein des Anstoßes für diese Entscheidung gab‘ zum einen der mangelnde Fortschritt im Keller seit bald einem Jahr inkl. dem dazugehörigen Chaos, weil nichts richtig weggeräumt werden kann sowie die Erneuerung der Terrassenüberdachung. Da dort speziell für den Maler/Verputzer noch einmal ein bisschen was an Arbeit dazu gekommen ist, haben wir uns gedacht: Jetzt lohnt es sich wenigstens einen kommen zu lassen. Für den Elektriker haben sich seit 2016 ebenfalls ein paar Kleinigkeiten angesammelt (darunter das Stromkabel für besagte Klimaanlage). Ja, alles nichts was wir wie gesagt nicht irgendwie hinbekommen würden (abseits des Anschließens an den zentralen Stromverteiler). Aber am Ende des Tages haben wir mittlerweile mehr davon, wenn der Großteil schlicht und einfach mal erledigt ist statt es nur vor uns her zu schieben und sich ständig darüber zu ärgern. Das bedeutet ja auch nicht, dass wir gar nichts machen. Am Boden von Flur und Öltankraum muss schließlich ebenfalls was getan werden (z.B. Linoleumplatten auslegen). Das machen wir dann wieder selbst.

Ich muss allerdings erneut feststellen, wie paradox es eigentlich ist, dass ich die Notwendigkeit sehe unsere Entscheidung Handwerker anzustellen statt es selbst zu machen verteidigen zu müssen. Ich scheine in der Hinsicht echt total versaut worden zu sein von meinem Umfeld. Keine Ahnung ob das eine reine Neiddebatte ist („Wie? Ihr könnt euch Handwerker leisten?! Unverantwortlich! Ihr habt gefälligst arm zu sein!“), eine fragwürdige „Früher haben wir das alles selbst hinbekommen!“-Einstellung oder ob die Marketing-Kampagnen der Baumärkte hier ganze Arbeit geleistet haben. Zumal in den „guten alten Zeiten“ der Beruf des Handwerkers ja wesentlich angesehener war als heute. Wer hat die denn bezahlt, wenn angeblich keiner einen gebraucht hat?! Aber gut: Am Ende des Tages alles nur Gerede von anderen. Lasst euch entsprechend nichts von Freunden, Verwandten und Baumärkten einreden: Es ist weder verwerflich sich einen Handwerker/andere Art von haushaltsnaher Dienstleitung leisten zu können noch eine Firma ins Haus zu holen, wenn man am selbst Werkeln/der jeweiligen Arbeit einfach keinen Spaß hat.

Viel zu warm

Sieht jetzt aus wie gewollt mit dem Blech :).

Nun aber zurück zu unseren Handwerkern. Letzte Woche war also der Dachdecker da und hat die Seitenmauer schön gemacht und abgedichtet. Total unspektakuläre Sache. Er hat auf die Mauer ein Brett mit Dachpappe montiert, darauf ein Blech befestigt und am Ende die Ränder an Hausmauer und Terrassenüberdachung mit Silikon abgedichtet. Kein Hexenwerk und sie waren vermutlich länger mit dem Aufstellen des kleinen Gerüsts beschäftigt als mit der eigentlichen Arbeit. Aber es sieht super aus und – viel wichtiger – ist einwandfrei dicht. Jetzt regnet es nicht mehr in den ehemaligen Vogelkäfig rein. Gab‘ passenderweise am gleichen Tag abends einen Wolkenbruch :smile: . Wenn der Verputzer dann alles auch noch innen schick gemacht hat, können wir endlich unser kleines Katzenparadies weiter updaten – wie ihr ja wisst gehört der Garten den Katzen, auch wenn Stubenhockerin Maya das nicht zu schätzen weiß. Als nächstes steht aber erstmal die Klimaanlage an.

Warum eine Klimaanlage? Weil es uns im Sommer zu warm ist. Speziell nachts im Schlafzimmer. Was für eine doofe Frage :smile: . Das grundlegende Problem ist aber natürlich ein anderes: Die Casa Lysanda ist so gut wie überhaupt nicht gedämmt. Entsprechend kalt ist es im Winter (bzw. die Heizung muss mehr arbeiten) und extrem warm im Sommer. Wir hatten 2016 zwar darüber nachgedacht zumindest eine Innensparrendämmung einzubauen. Aber als wir uns ein paar Angebote einholten waren tatsächlich alle Dachdecker unabhängig voneinander der ehrlichen Meinung, dass sich das nicht lohnen würde. Wir sollten lieber warten bis das ganze Dach fällig ist, was aber trotz seines Alters (fast 60 Jahre) noch einige Zeit dauern wird (Balken sind noch tiptop und es ist staubtrocken dort oben). Selbst von einer simplen Bodendämmung riet man uns ab.
Und eine Dämmung an der Außenfassade? Die Investitionssumme ist ebenfalls vergleichsweise hoch (ungeachtet irgendwelcher staatlicher Förderung) und soweit ich das ausrechnen konnte dauert es ebenfalls sehr lange bis sie sich amortisieren würde. Wir werden das zwar vielleicht mal angehen. Aber aktuell erschien es uns günstiger und sicherer (wie warm wird es trotz Dämmung im Sommer?) eine Klimaanlage anzuschaffen. Es ist zwar vermutlich nicht wirklich Klimafreundlich aber wenn mich das Klima nachts nicht schlafen lässt, dann hat es halt Pech gehabt :tongue: . Ziel ist es drei Räume runter zu kühlen (Wohn-, Arbeits- und Schlafzimmer). Entsprechend viele Wandgeräte werden montiert. Bin gespannt auf das Ergebnis und werde euch natürlich dann im Juni mit genaueren Details was und wie wir es verbauen haben lassen berichten.

Die (unbezahlbare) Konkurrenz

Im Sommer übersteigt der Kollektor locker länger die 150°C.

Die ultimative Lösung gegen die Sommerhitze (zusätzlich zur Dämmung) wäre übrigens eine Absorptionskältemaschine für unsere Solar-Thermieanlage. Diese Maschine nutzt die Energie aus der überschüssigen Wärme, die sich im Sommer in den Solarzellen auf dem Dach staut (und langfristig nicht gut für sie ist), um das Wasser im Kreislauf abzukühlen statt es aufzuheizen. Der Vorteil liegt klar auf der: Eure Heizkörper heizen dann nicht mehr, sondern kühlen und zwar das ganze Haus. Leider sind die Dinger scheinbar immer noch hauptsächlich nur für Industrie und Gewerbe ausgelegt. Entsprechend teuer (und vermutlich überdimensioniert) sind sie für Privatleute. Als ich vor ein paar Jahren mal bei einer Firma nachgefragt hatte antwortete der sichtlich überraschte Verkäufer („Wie ein Einfamilienhaus?!) „die fangen bei 45.000€ an“. Mit der Zeit (und dem Klimawandel) wird sich das aber bestimmt auch mal ändern. Begeistert bin ich von dem System auf jeden Fall.

Es passiert also in den nächsten Wochen mal wieder einiges im Haus. Bin entsprechend gespannt wie das Ergebnis am Ende aussehen wird und vor allem, ob wir aus unseren letzten Fehlern gelernt haben. Wir haben zumindest bei den aktuellen Angebotserstellungen deutlicher hingehört, mehr Nachfragen gestellt und genauer auf das Niedergeschriebene geschaut. Aber egal wie es ausgeht: Ich werde euch selbstverständlich ausführlich berichten.

P.S: Die Käferplage hatte sich nach dem Aufräumen tatsächlich erledigt. Fand zwar danach noch ein paar Tage lang 2-3 Stück mittlerweile aber tote Hose. Entsprechend hatten die sich vermutlich nur irgendwo verkrochen während dem Säubern.

Lysanda L'eau

Alles Käse oder was?

So viel reduzierter Käse – wer soll das alles essen?!

Wallace & Gromit-Fans wissen: Der Mond besteht aus Käse. Viele verschiedene Arten von Käse sogar. Und ein Roboter benutzt die Käseberge als Skipiste doch das ist ein anderes Thema. Aber nicht nur auf dem Mond gibt es haufenweise Käsesorten, sondern auch hier auf der Erde. Für jeden noch so ungewöhnlichen Geschmack ist etwas dabei und diese Geschmäcker sind wie immer was das Essen angeht extrem individuell. So kannte ich früher nur drei Käsesorten: Gouda, Butterkäse und Brie. Aber die waren alle nicht so meins. Erst als ich Edamer entdeckte, fand ich meinen ersten Lieblingskäse, der mich über viele Jahre als einziger begleiten sollte. Christoph hingegen? Nun, Käse war für ihn lange ein komplettes „Iiihhh bääh“-Thema (wie so vieles, was das Thema Essen angeht). Ich habe ihn immerhin mittlerweile davon überzeugt, dass es tatsächlich von Vorteil sein kann in bestimmten Situationen mal einen „Anfängerkäse“ wie Edamer mit in die Pfanne oder den Backofen zu packen. Bei Käsespätzle z.B. oder Lasagne. Seine Palette darüber hinaus erweitert hat er aber seitdem (noch) nicht.

Seit wir jedoch damit angefangen haben im Supermarkt tegut einzukaufen und dabei ein besonderes Augenmerk auf die stark reduzierte Ware (weil nah am Mindesthaltbarkeitsdatum/Verbrauchsdatum) legen, greife zumindest ich immer häufiger in die Käsetheke nach den Produkten auf denen die -30%-, -50%- oder sogar -75%-Hinweise kleben. Nicht alle davon entpuppen sich logischerweise als ein Hit. Aber dank dieser Schnäppchen konnte ich mein Käseportfolio definitiv stark erweitern. Sogar den einen oder anderen neuen Lieblingskäse fand ich. Da es aber wie erwähnt zig Käsearten gibt, wurde es so langsam aber sicher schwierig den Überblick zu behalten. Und was macht man, wenn man den Überblick verliert? Man fängt eine Tabelle an. Diese umfasst mittlerweile 33 Einträge und natürlich obwohl oder gerade, weil die Geschmäcker verschieden sind, möchte ich euch an meinen Erfahrungen teilhaben lassen. Den Anfang macht der heutige Eintrag.

Allgemeine Erläuterungen

Die reduzierte Ware in der Käsetheke des tegut besteht meist aus einzeln verpackten Teilstücken. Insofern sind wir abhängig davon, was tegut auf den Kassenzettel schreibt – was mitunter nicht ganz so viel ist. Somit fehlen uns beispielsweise in den meisten Fällen die genauen Herstellernamen. Die untenstehende Auflistung ist hingegen rein auf Zeit basierend. Sprich der erste Käse ist der, den ich zuerst probiert hatte als wir angefangen haben mitzuschreiben. Für mich unterscheide ich drei Käsearten: Schnittkäse, Hartkäse (der dann zu Reibekäse wird) und Weichkäse (Schmelzkäse zählen wir hier ebenfalls dazu). Die Fußkäseskala sagt hingegen aus wie stark der Käse aus meiner Sicht riecht (von Fußkäseskala 0 für „gar nicht“ bis zu Fußkäseskala 3 „stinkt durch die Kühlschranktür bis zum anderen Ende der Stadt“). Meine Bewertungsskala geht von Super guter Käse (Super gut) bis Bäh-Käse(Bäh) und die Preise sind hingegen logischerweise zum einen die von tegut und zum anderen zum Zeitpunkt unseres Kaufes und ohne die Reduzierung. Kann sich in der Zwischenzeit geändert haben.

tegut Bio Heubursche Blüten & Kräuter

Typ: Schnittkäse
Grundzutat: Heumilch mit Gewürzblütenmischung
Preis pro kg: 18,90€
Rinde essbar? Nein
Fußkäseskala: Fußkäseskala 1
Wertung: Guter KäseSchmeckt ähnlich wie Gouda und hat Streifen mit verschiedenen Arten von Kräutern in der Mitte. Diese gehen nicht im Käsegeschmack unter, sondern geben ihm tatsächlich eine spürbar „frische“ Note.
Bio Manchego

Typ: Hartkäse
Grundzutat: Menchega-Schafsmilch
Preis pro kg: 31,47€
Rinde essbar? Ja
Fußkäseskala: Fußkäseskala 0
Wertung: Naja-KäseEin ganz milder Hartkäse, der minimal salzig schmeckt. Abseits davon kein wirklich wahrnehmbarer Eigengeschmack aber für einen Käse ohne Geschmack ist er einfach zu teuer.
Bio Fitness Rebell

Typ: Schnittkäse
Grundzutat: Kuhmilch
Preis pro kg: 23,90€
Rinde essbar? Ja
Fußkäseskala: Fußkäseskala 2
Wertung: Guter KäseHat einen starken Eigenschmack und schmeckt etwas muffig. Es gibt bessere Käse aber er ist soweit okay.
Bio Landana Ziegenkäse

Typ: Schnittkäse
Grundzutat: Ziegenmilch
Preis pro kg: 22,20€
Rinde essbar? Nein (Kunststoffüberzug)
Fußkäseskala: Fußkäseskala 0
Wertung: Guter KäseIst soweit okay. Hat einen geringen Eigengeschmack und ist leicht salzig.
Saint Albray

Typ: Weichkäse
Grundzutat: Kuhmilch
Preis pro kg: 19,90€
Rinde essbar? Ja
Fußkäseskala: Fußkäseskala 0
Wertung: Guter Käse

Eine Art Schimmelkäse. Er ist aromatischer als Camembert und fühlt sich auf der Zunge an wie eine Art Mischung aus Camembert und Schmierkäse.

Bio Weißer Walnuss Rebell

Typ: Schnittkäse
Grundzutat: Heumilch und Walnüsse
Preis pro kg: 19,90€
Rinde essbar? Ja
Fußkäseskala: Fußkäseskala 0
Wertung: Guter Käse

Schmeckt wie ein Brie der mit Walnüssen durchzogen ist. Diese sind (logischerweise) nicht sonderlich knusprig aber obwohl der Käse insgesamt keinen starken Eigengeschmack hat, merkt man sie. Unterm Strich wie alle Rebell-Käse okay.

Bio Heublumen Rebell

Typ: Schnittkäse
Grundzutat: Heumilch
Preis pro kg: 18,90€
Rinde essbar? Ja (aus Heublumen)
Fußkäseskala: Fußkäseskala 1
Wertung: Guter Käse

Außen sind (essbare) Heublumen als Rinde dran. Ansonsten ein normaler „Rebell“. Leicht muffiger Geruch aber grundsätzlich solide im Geschmack.

Bauernkäse

Typ: Hartkäse
Grundzutat: Kuhmilch
Preis pro kg: 9,90€
Rinde essbar? Ja
Fußkäseskala: Fußkäseskala 1
Wertung: Super guter KäseBei dem vergleichsweise geringen Preis und dem unscheinbaren Namen hätte ich echt was anderes erwartet. Der Käse ist wirklich lecker, cremig, salzig und schmeckt wie Käse schmecken sollte. Der perfekte Käse, um damit Nudeln zu überbacken.
Bio Bergblütenkäse

Typ: Schnittkäse
Grundzutat: Kuhmilch
Preis pro kg:  19,90€
Rinde essbar? Ja (aus Kräutern)
Fußkäseskala: Fußkäseskala 1
Wertung: Naja-Käse

Etwas bitter im Geschmack durch die Kräuter, die aber gleichzeitig eine würzige Note reinbringen.

Délice d’Argental

Typ: Weichkäse
Grundzutat: Kuhmilch
Preis pro kg: 21,90€
Rinde essbar? Ja
Fußkäseskala: Fußkäseskala 0
Wertung: Bäh-Käse

Ist sehr weich und cremig schmeckt aber künstlich und irgendwie muffelig bitter. Hat zudem einen komischen Nachgeschmack. Nein, danke!

Cambozola

Typ: Weichkäse
Grundzutat: Kuhmilch
Preis pro kg: 19,90€
Rinde essbar? Ja
Fußkäseskala: Fußkäseskala 0
Wertung: Naja-Käse

Weicher als Camembert und leicht herb im Geschmack. Insgesamt okay aber nicht der Brüller.

Le Gruyère mild

Typ: Hartkäse
Grundzutat: Kuhmilch
Preis pro kg: 24,90€
Rinde essbar? Nein
Fußkäseskala: Fußkäseskala 0
Wertung: Guter Käse

Nicht nur in der Hand, sondern auch im Mund irgendwie bröckelig. Hat aber einen sehr guten und angenehm, milden Eigengeschmack. Er schmeckt wie Parmesan auf Nudeln schmecken müsste, wenn Parmesan nicht erfunden worden wäre und entsprechend speziell für Nudelauflauf gut geeignet.

Gouda Mittelalt

Typ: Schnittkäse
Grundzutat: Kuhmilch
Preis pro kg: 15,90€
Rinde essbar? Nein
Fußkäseskala: Fußkäseskala 0
Wertung: Guter Käse

Hat einen guten und an sich angenehm, milden Eigengeschmack. Ich muss mich aber trotz oder vielleicht wegen meiner Vergangenheit mit Gouda erst wieder an diesen Geschmack gewöhnen, bevor ich ihn gut finde. Komisch, ich weiß.

President Brie

Typ: Weichkäse
Grundzutat: Kuhmilch
Preis pro kg: 12,90€
Rinde essbar? Ja
Fußkäseskala: Fußkäseskala 0
Wertung: Guter Käse

Er ist schön weich und cremig. Sein Rand ist etwas dicker als bei normalen Brie aber abseits davon ist er eben ein typischer Brie. Sprich er schmeckt nicht sonderlich stark und schon gar nicht wirklich nach Käse.

Bio Bergkäse

Typ: Hartkäse
Grundzutat: Kuhmilch
Preis pro kg: 25,90€
Rinde essbar? Ja
Fußkäseskala: Fußkäseskala 1
Wertung: Guter Käse

Hat einen angenehm milden Geschmack, ist etwas bröselig und nutze ich gern um Essen zu überbacken.

Géramont mit gerösteten Kürbiskernen

Typ: Weichkäse
Grundzutat: Kuhmilch
Preis pro kg: 11,38€
Rinde essbar? Ja
Fußkäseskala: Fußkäseskala 1
Wertung: Guter Käse

Die Kürbiskerne sind leider nur ein optischer Gag. Man merkt sie beim Essen nicht. Es ist einfach nur ein normaler Géramont.

Bio Roccolo

Typ: Schnittkäse
Grundzutat: Kuhmilch
Preis pro kg: 23,90€
Rinde essbar? Ja
Fußkäseskala: Fußkäseskala 1
Wertung: Guter Käse

Sieht von außen total eklig aus, weil er eine grün-braune Rinde hat. Kommt man jedoch darüber hinweg erwartet einen ein angenehmer Geschmack, der sich von anderen Käsesorten hauptsächlich dadurch unterscheidet, dass er etwas salziger ist.

Chavroux Ziegenkäse

Typ: Weichkäse
Grundzutat: Ziegenmilch
Preis pro kg: 19,90€
Rinde essbar? Ja
Fußkäseskala: Fußkäseskala 0
Wertung: Guter Käse

Er ist überraschend bröckelig für einen Weichkäse hat im Mund aber eine sehr angenehm cremige Konsistenz. Geschmacklich ist er etwas auf der säuerlichen Seite, was aber für einen cremigen Käse mal was anderes ist. 

Bio Grienkenschmied

Typ: Schnittkäse
Grundzutat: Kuhmilch
Preis pro kg: 22,90€
Rinde essbar? Nein (Plastik)
Fußkäseskala: Fußkäseskala 0
Wertung: Guter Käse

Etwas bröckelig, was aber auch am Einfrieren liegen könnte. Geschmacklich ist er etwas bitterer als Edamer aber trotzdem angenehm und leicht.

Bio höhlengereifter Käse

Typ: Schnittkäse
Grundzutat: Kuhmilch
Preis pro kg: 15,90€
Rinde essbar? Nein
Fußkäseskala: Fußkäseskala 0
Wertung: Bäh-Käse

Etwas bröckelig aber das ist nicht sein Hauptproblem. Schlimmer ist, dass er sehr muffelig, säuerlich, bitter und ja, irgendwie gammelig schmeckt. Riecht nicht nach Fußkäse, schmeckt aber so. Oder anders ausgedrückt: Es fühlt sich auf der Zunge an als hätte man ihn zu lange in der Höhle vergessen.

 

 

Und damit habt ihr meine Meinung zu 20 verschiedenen Käsen aus der tegut-Käsetheke. Okay, sie unterscheiden sich teils nicht so stark. Hat man einen Rebell gegessen, hat man gefühlt alle gegessen. Entsprechend empfänglich bin ich für originellere Ideen wie eben eine Rinde aus Heublüten oder Wallnüssen. Schade, dass sie oft nur optisch gut sind :smile: . Und was ist mit euch? Käsefans? Oder lieber nicht? Was könnt ihr mir ans Herz legen?

Rainbow Six: Vegas (Herstellerbild)

Ubisoft schaltet mal wieder ein paar Online-Server ab. Das machen sie wie viele anderen Firmen hin und wieder (der verlinkte Forumpost geht bis 2013 zurück). Kann schließlich jeder nachvollziehen, dass man alten Kram mal weghaben will, der nicht mehr genutzt wird und nur Wartungskosten verursacht. Will gar nicht wissen auf welcher Hard- und Software die Server für diese Spiele noch laufen. Die ganzen Sicherheitslücken… Ja, Virtualisierung wäre vermutlich eine Lösung aber das kostet logischerweise auch Geld. Die aktuelle Welle bekam jedoch irgendwie besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt. Vermutlich, weil ein paar immer noch sehr gefeierte Titel wie Assassin’s Creed II, Rainbow Six Vegas: 1 + 2 sowie Splinter Cell: Conviction davon betroffen sind.

Ach und Die Siedler 7, was mich im ersten Moment etwas überrascht hatte. Aber mein Testbericht ist tatsächlich auch schon wieder elf Jahre alt. Und ich gebe offen zu: Ich habe es seit diesem Test nicht mehr gespielt obwohl ich die Kampagne damals aufgrund des Zeitdrucks (im Prinzip nur ein Wochenende) nicht beendet hatte. Immerhin lebt es als Teil der Die Siedler History Collection weiter und bekommt dadurch hoffentlich den ein oder anderen Fan mehr. Schließlich war und ist es ein gelungener Vertreter der Serie, der nur deshalb unterging, weil er einer der ersten Titel mit Uplay-Onlinezwang (inkl. den entsprechenden Kinderkrankheiten) war. Heutzutage sind die Stimmen ja größtenteils verstummt, die ein Problem damit haben.

Schade nur, dass Ubisoft im Gegenzug irgendwie die Existenz von Die Siedler II – Die nächste Generation und Die Siedler – Aufbruch der Kulturen vergessen hat (die Online-Server für letzteres sind schon 2012 geschlossen worden). Aber viele groß angekündigte Ubisoft-Projekte von damals wie besagte „Die Siedler-Traditionsreihe“ sind ja grundsätzlich sehr schnell wieder aufgegeben worden. Vermutlich, weil sie nicht die erhofften Verkaufszahlen erreicht haben – oder der zuständige Projektleiter hat gewechselt und sein Nachfolger fand die eingeschlagene Richtung nicht gut. Ich rede aus Erfahrung… Die beiden Ableger hatten aber zugebenermaßen auch abseits von mir nicht so viele Fans :smile: . So ist das halt. Zu Die Siedler Allianz, dem langerwarteten und glücklicherweise leicht umbenannten 8. Teil der Serie aus der Feder von Volker Wertich, soll es übrigens laut Gerüchteküche auf der diesjährigen gamescom endlich Neuigkeiten und vermutlich sogar einen Termin geben. Freuen würde es mich. Angekündigt wurde der Titel schließlich schon 2018.

Zurück zum Thema

Shadowrun Chronicles – Boston Lockdown (Herstellerbild)

Theoretisch betrachtet betrifft die Abschaltung der Online-Server – wenn es nicht gerade ein MMO ist – meist nur sehr, sehr wenige Leute. Die paar hartnäckigen, die tatsächlich immer noch ihre Stunden im Multiplayer-Modus verbringen. Insofern ist es zwar traurig, dass ein Teil des Spiels für immer verloren sein wird. Aber praktisch hat es wenig Auswirkungen. Zumal, wenn es einen Einzelspielermodus gibt, einem zumindest dieser weiterhin vollumfänglich erhalten bleibt, sollte man ihn wirklich noch erleben wollen. Leider ist diese Aussage heutzutage immer weniger zutreffend durch die stärkere und in vielen Fällen absolut unnötige (nur Kopierschutz) Abhängigkeit zu einer Internetverbindung. Ein extremer Fall war beispielsweise 2018 Shadowrun Chronicles – Boston Lockdown. Ein Einzelspielerlebnis (mit optionalem Online-Koop), das jedoch aufgrund der Lizenzvereinbarung mit Microsoft (Inhaber der Shadowrun-Videospielelizenz) einem vollständigen Onlinezwang unterlag und keinen Offlinemodus hatte. Diese Lizenz lief Ende 2018 aus und als Konsequenz wurden die Server abgeschaltet. Schicht im Schacht also. Seitdem kann niemand mehr dieses rundenbasierte Rollenspiel erleben (und ich hatte es erst ein paar Wochen vorher gekauft…).

Im Fall der Ubisoft-Titel fällt mit der Deaktivierung der Onlinefunktionalität auch der Zugang zu den „Uplay Rewards“ weg. Das waren die „Belohnungen“, die man sich mit den durch Achievements gesammelten Units (die Shop-Währung) kaufen konnte. Mit der Umstellung auf Ubisoft Connect Ende 2020 fiel das System bei allen älteren Titel bereits der Migration zum Opfer, aber zum Ausgleich wurde immerhin einfach alles für jeden freigeschaltet. Sprich die Bonussachen sind immer noch vorhanden – darunter Einzelspielerinhalte. Im einfachsten Fall ein paar kosmetische Sachen wie eine alternative Rüstung oder bei Die Siedler 7 ein paar Teile für eure Burg, deren Verlust ärgerlich aber nicht sonderlich tragisch ist. Man konnte aber auch zusätzliche Questreihen und Missionen darüber freischalten. In Assassin’s Creed II beispielsweise die „Auditore Family Crypt“, die nun nach dem Abschalten der Online-Server für alle Besitzer (egal ob neu oder alt) auf immer und ewig hinter dem Hinweistext „Bitte zuerst in Uplay freischalten“ unzugänglich bleiben wird. Sprich der Inhalt ist nicht nur nicht mehr verfügbar für kommende Generationen, sondern man wird zusätzlich noch schmerzlich darauf hingewiesen, dass man etwas verpasst hat.

Dies scheint übrigens eine reine Folge des Schwenks von Uplay auf Ubisoft Connect zu sein. Bislang war es unabhängig des Status des Online-Servers für das individuelle Spiel trotzdem noch möglich die Belohnungen freizuschalten und zu nutzen. Nun fällt dieser Zugang tatsächlich weg bzw. ist er bei den bereits abgeschalteten Titeln seit November 2020.

Wen interessiert’s?

Ghost Recon: Future Soldier (Herstellerbild)

Grundsätzlich eine ärgerliche Sache das Ganze und die dazugehörige Berichterstattung ruft vielen mal wieder ins Bewusstsein in was für einer Zeit wir eigentlich leben. Nämlich in einer Zeit, in der uns nur noch sehr selten Software tatsächlich gehört. Also unabhängig davon, dass wir technisch gesehen sowieso nur Nutzungslizenzen erwerben. Meine derzeit 2.765 Titel auf Steam? Können alle von heute auf morgen für immer unzugänglich werden, wenn Valve die Server runterfährt/mich nicht mehr mag und ich kann absolut gar nichts dagegen tun. Da hilft mir nicht einmal die CD/DVD im Schrank mehr was. Ich bin entsprechend froh, dass ich zumindest Assassin’s Creed II schon vor langer Zeit durchgespielt habe.

Gleichzeitig ist die Realität aber auch schlicht und einfach: Am Ende des Tages kümmert es offensichtlich die wenigsten, wenn es um einzelne Titel geht. Wenn Steam verschwinden würde gäbe es vermutlich dann doch einen extrem großen Aufschrei. Die Archivare und RetroTuber jammern zu Recht und natürlich der eine oder andere Spieler wie ich, der aktuell endlich mal versucht das extrem frustrierende Spielerlebnis namens Ghost Recon: Future Soldier (noch vier von zwölf Missionen) zu beenden, dessen Server ebenfalls in diesem Jahr abgeschaltet werden. Aber der Mainstream? Der interessiert sich doch für einen zehn Jahre alten Titel sowas von überhaupt nicht. Da ist alles älter als sechs Monate bereits erledigt und vergessen, wenn es nicht gerade ein extrem erfolgreicher Games-as-a-Service- oder eSport-Titel ist oder die Entwickler es schaffen ihren Titel immer wieder in die Nachrichten zu bekommen (siehe No Man’s Sky). Sieht man doch immer und immer wieder. Ganz aktuell beispielsweise das Einzelspieler-Rollenspiel Cyberpunk 2077. 332.000 Leute haben es im Dezember durchschnittlich am Tag auf Steam gezockt und es vermutlich bis Januar durchgespielt. Mittlerweile hat sich die Welt weitergedreht und es sind entsprechend „nur“ noch 14.000. Dürfte auf den anderen Plattformen nicht viel anders aussehen. Und ganz ehrlich: Ich versteh‘ das. Wir werden buchstäblich täglich mit Dutzenden von neuen Titeln überschwemmt (aktuell vor allem aus dem Genre „Survival Horror mit Zombies“), die niemals auch nur ein Mensch jemals alle spielen könnte. Da bleibt doch gar keine Zeit sich über seinen Backlog aufzuregen oder alten Spielen nachzutrauern, die man irgendwann mal verpasst hat. Man wird sie höchstwahrscheinlich sowieso nicht nachholen. Entsprechend ist es völlig egal ob es theoretisch noch möglich wäre oder nicht. Lieber seine Aufmerksamkeit dem Neuen zuwenden und damit seinen (temporären) Spaß haben. Da versteh‘ ich sogar den Trend selbst sehr junge Titel als „Remaster“ neu rauszubringen. Damit greift man sowohl alten Fans nochmal in den Geldbeutel und bekommt zusätzlich nochmal die Chance neue zu gewinnen.

Was will man machen?

Die Siedler – Aufbruch der Kulturen war ein tolles Spiel.

Nur, weil es die wenigsten „Gamer“ wirklich betrifft und/oder interessiert macht das die Abhängigkeit von irgendwelchen Servern ohne Backup-Lösung natürlich nicht weniger beschissen. Aber was bleibt einem mehr als mit der Schulter zu zucken? Ändern wird sich das sowieso nicht mehr. Im Gegenteil wird es noch viel „schlimmer“. Auf der einen Seite mit dem Netflix-Modell, wo man noch stärker als bisher vom Gegenüber abhängig ist auf was man überhaupt wann Zugriff hat und der Begriff „Besitz“ faktisch nicht mehr vorkommt. Und auf der anderen Seite das Stichwort „Cloud Computing“. So wird die lokale Hardware zwar theoretisch immer stärker und stärker aber dennoch ist Cloud Computing in vielen Bereichen bereits die neue Realität. Da ist es fast schon ein Wunder, dass eine so mächtige Funktion wie nVidias Deep Learning Super Sampling (DLSS) nicht ebenfalls voll auf eine ständige Internetverbindung und die Power in der Serverfarm setzt. Aber ob das auf Dauer so bleiben wird? Vor allem, wenn es um KI-unterstützen Kram geht, führt über lang oder kurz sicherlich der Weg nicht an einer Verlagerung oder eben gleich vollständiges Cloud Gaming vorbei. Und dann ist es mit dem Server-Aus definitiv alles aus.

Fakt ist aber auch: Egal was kommt, wir werden wie immer lernen damit umzugehen. Ein bisschen jammern natürlich aber am Ende wird es das neue Normal bis der nächste Aufreger kommt. Genauso wie wir uns an DLCs, Quick-Time-Events, Uplay, Lootboxen und was weiß ich noch alles bereits gewöhnt haben. Klingt vielleicht traurig aber ihr wisst genauso gut wie ich, dass es so ist.

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