Am 26.10.2013 war es soweit: Das Kellerkind Sicarius zog aus seinem Kinderzimmer mit Balkon im 1. Stock des Elternhauses aus in die erste eigene Wohnung. Dass er zu diesem Zeitpunkt schon fast 30 war… spielt für unser heutiges Thema keine Rolle.
Anders als heutzutage vor allem in Großstädten üblich, wurde die Wohnung nicht möbliert vermietet. Unser lieber Webmaster musste sich entsprechend fast komplett neu ausstatten. Ein Besuch in einem unterfränkischen Möbelhaus später, war alles Lebensnotwendige wie Esstisch, Stühle, (Schlaf-)Couch, Kommoden, Kleiderschrank bezahlt und im Auto verstaut. Ach und natürlich auch ein Doppelbett mit Lattenrosten, Matratzen und was man noch so alles benötigt. Ja, ein Doppelbett brauchte ich zu dem Zeitpunkt technisch gesehen nicht. Ich bin ziemlich platzsparend beim Schlafen. Aber ganz aufgegeben hatte ich die Hoffnung auf einen Partner dann doch noch nicht. Entsprechend wollte ich für alle Eventualitäten gerüstet sein – zu Recht, wie sich herausstellte.
Für die Ewigkeit!
Nun, 13 Jahre später, steht das Bett immer noch im Schlafzimmer. Es hat in dieser Zeit die ein oder andere Reparatur und Verbesserung erfahren. Aber es ist immer noch der gleiche Rahmen, die gleichen Lattenroste und, bis vor kurzem, die gleichen Matratzen.
Pi mal Daumen soll man seine Matratze ja so einmal im Jahrzehnt wechseln. Entsprechend war mir durchaus klar, dass sie demnächst mal fällig sein würden. Zwar schlafe ich bekanntlich schon länger im Keller, es wird also eigentlich nur eine Matratze dauerhaft belastet und wir haben entsprechend auch schon mal getauscht. Aber irgendwie kam eins zum anderen und jetzt liegen neue Matratzen im Rahmen.
Komm zum Punkt!
Seit ich Lysanda kenne, schläft sie auf einer Kombination aus normalem Kopfkissen auf das sie ein Kissen in Form einer Katze legt. Dieses Katzenkopfkissen war essentiell für ihren Schlaf. Egal ob Zuhause oder unterwegs – das Kissen musste dabei sein, sonst war die Nacht schon gelaufen, bevor sie begonnen hatte. Entsprechend mitgenommen sah es aus. Mal in die Waschmaschine stecken? Unmöglich, da wir keinen Trockner haben. Und selbst optisch gleicher Ersatz hat bisher nicht funktioniert. Er fühlte sich nie richtig an. Sie konnte so viel Füllung reinstecken oder rausnehmen wie sie wollte – am Ende brachte immer nur das Originalkissen den Schlaf.
Jetzt fragt ihr euch sicherlich: “Sicarius, was zum Geier hat das alles mit neuen Matratzen zu tun?!” Ganz einfach: Auch Lysanda war klar, dass das Katzenkissen so langsam aber sicher seinem Ende zugeht. Übertrieben gesagt wurde es nur noch von Fäden statt von Stoff zusammengehalten. Entsprechend haben wir angefangen nach Alternativen zu suchen. Vielleicht würden wir endlich ein Kissen finden, das ihrem empfindlichen Körper gerecht würde.
Dabei kam freilich das Gespräch wieder auf die, durchaus gut durchgelegenen, Matratzen. Schließlich wäre es ja doof, wenn wir das perfekte Kissen für sie finden, dann die Matratze wechseln und alles wieder “kaputt” ist. Aber Lysanda wollte es erstmal mit einem neuen Kissen versuchen. Den Anfang machte ein billiges Nackenkissen, das wir zufällig bei JYSK aufgegabelt haben. Das Ergebnis war überraschend vielversprechend. Wir haben zwar bereits Nackenkissen im Haus, die ich benutze. Aber die sind ihr zu groß und unbequem. Das von JYSK kam da schon näher an das ran, was sie brauchte.
Eine ausgeartete Einkaufstour
Ich kam dann auf die Idee, mal bei Liebscher & Bracht vorbeizuschauen. Mir ist bewusst, dass der Herr nicht unumstritten ist. Vor allem seine vollmundigen Behauptungen werden ihm gerne zur Last gelegt. Übertrieben, nicht wissenschaftlich fundiert und damit für den Laien gefährlich heißt es. Doch an den eigentlichen Übungen, die er vorstellt und auch an dem, was er so in seinem Shop verkauft, habe ich bislang wenig Kritik gelesen. Und ja, wir haben ebenfalls bereits das ein oder andere Trainingsgerät von ihm im Haus. Wenn auch das meiste Second Hand.
Da Schlaf bei ihm ein großes Thema ist, hat er auch ein Nackenkissen im Angebot. Das wollten wir uns entsprechend mal zum Testen holen. Dabei habe ich gesehen, dass sie eine Matratze im Portfolio haben sowie ein Kombiangebot aus Kissen und Matratze. Das Paket war zum damaligen Zeitpunkt sogar stark reduziert. Entsprechend konnte sich Lysanda meiner Logik nicht erwehren, zuzuschlagen, obwohl sie ja eigentlich nur ein Kissen wollte.
Einmal Retoure bitte!
Kissen und Matratze wurden separat geliefert. Die Matratze ist eingerollt und in Plastik eingetütet, um sie so platzsparend wie möglich zu machen. Ihr packt sie also erstmal aus, legt sie auf den Boden und entfernt das Plastik. Erst dann entfaltet sie sich zu ihrer wahren Größe. Leider stellte sich recht zügig heraus, dass Lysanda weder mit dem Kissen noch der Matratze etwas anfangen konnte. Das Kissen war schlicht zu schwer. Die Matratze hingegen empfand sie selbst auf der weichen Seite als viel zu hart. Sie beschreibt es als “tot”. Also, wenn man sich drauflegt, bleibt man genauso liegen. Da federt nichts zurück. Wir entschieden uns also, beides zurückzuschicken. Stellte sich nur die Frage: Wie?
Die Antwort: Ihr bekommt von Liebscher & Bracht ein Rücksendepaket zugeschickt. Da ist eine neue Plastiktüte drin, in die ihr die Matratze einpackt. Dann nehmt ihr einen Staubsauger, steckt ihn auf ein Loch in der Tüte und saugt die Luft raus. Dafür hat sogar der kleine Handstaubsauger* von Bosch ausgereicht, während Lysanda die Luft mit ihren Füßen rausdrückte. Anschließend könnt ihr die Matratze wieder zusammenrollen und in den Originalkarton packen. Absolut genial, muss ich sagen. Hätte ich nicht gedacht, dass das so einfach vonstatten geht. Und ja, auch das Geld für die Bestellung war zügig wieder auf dem Konto.
- Erst in die neue Tüte packen
- Dann buchstäblich aussaugen
- Den Glatzkopf ignorieren
- Das platzsparende Ergebnis
Einkaufstour Nr. 2
Soweit so gut also. Lysanda hatte aber immer noch kein neues Kissen und es lagen immer noch die alten Matratzen im Bett. Bevor wir jetzt aber das halbe Internet leerkaufen und wieder zurückschicken, haben wir uns dann doch entschieden, den lokalen Einzelhandel zu unterstützen und sind zu JYSK gefahren. Keine Ahnung, wie lange wir am Ende da waren, aber Lysanda hat in der Zeit fleißig die ausgestellten Matratzen in Kombination mit einigen Kissen ausprobiert. Und am Ende wurde sie tatsächlich fündig. Sowohl ein Kissen, das sich gut anfühlte als auch eine Matratze, die zumindest im ersten Moment einen angenehmen Eindruck machte.
Einen Haken hat das Einkaufen bei JYSK vor Ort allerdings: Ihr könnt Matratzen zwar zurückgeben, aber nur im Austausch gegen eine andere Matratze oder einen Gutschein. Geld zurück gibt es nur im Onlineshop. Es war also durchaus ein gewisses Risiko, bei ihnen zuzuschlagen und dann am Ende festzustellen, dass wir knapp 600€ für Gartenstühle oder so ausgeben müssen, weil keine Matratze passt. Aber Lysanda hatte ein gutes Gefühl, also haben wir zugeschlagen.
Die ersten Nächte
Wie bei Liebscher & Bracht kommt die Matratze zusammengerollt daher und muss sich erst einige Stunden entfalten. Für die Rückgabe gibt es allerdings nichts. Also müsst ihr sie irgendwie wieder in die Tüte packen und dann zusammengefaltet ins Auto schaffen. Da finde ich das andere System mit der Vakuumiertüte viel praktischer.
Lysanda hat dann erstmal das Kissen ausprobiert. Und zwar handelt es sich um das KVINA. Das ist ein Memoryschaum-Konturkissen 30x50x10/7. Einen anständigen Überzug haben wir dafür übrigens bei JYSK nicht bekommen. Sie haben für Nackenkissen nur einen Spannbezug vorrätig, der uns absolut nicht zusagte, da er zu klein wirkte. Wir haben uns stattdessen was bei Amazon* geholt.
Immerhin hat das Kissen tatsächlich Lysandas hohem Anspruch genügt. Sie schläft seitdem darauf. Kein Katzenkissen mehr notwendig und auch kein zusätzliches, normales Kissen darunter. Perfekt.
Bei der Matratze, einer Gold S60, sah es nach den ersten Nächten hingegen nicht so gut aus. Sie klagte über Schmerzen im unteren Rücken (ein Piksen in der Hüfte). Entsprechend stellte ich mich, etwas resigniert, bereits darauf ein sie zurück zu tragen. Aber nach etwas Google-Recherche und der daraus resultierenden Aussage, dass sich der Körper auch erstmal an die neue Situation gewöhnen muss, hat sie es doch noch weiter probiert. Und siehe da: Zumindest aktuell keine Probleme mehr und die Matratzen sind damit wohl dauerhaft in unser Schlafzimmer eingezogen. Ich hingegen tue mir teilweise schwer zu kommen, weil die Matratze so weich ist, aber bislang habe ich es immer noch geschafft mich, aus dem Bett heraus zu robben.
Ende gut, alles gut.
Epilog
Und das war die Geschichte, wie aus der Suche nach einem Ersatz für ein liebgewonnenes Katzenkissen eine kleine Odyssee wurde. Die Erzählung war sicherlich nicht so bombastisch wie Christopher Nolans Werk, aber immerhin musstet ihr dafür keine sündhaft teuren Tickets für ein IMAX-Kino bezahlen und eventuell habt ihr auch noch was fürs Leben gelernt, denn jeder braucht mal neue Matratzen
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