Die neuen Innereien

Fast genau fünf Jahre ist es her, da hatte ich mir kurz vor meinem Umzug nach Eckental noch ein großes Rechnerupgrade gegönnt. Lustigerweise waren es davor auch fünf Jahre seit dem letzten Upgrade. Scheint sich irgendwie als neuer Rhythmus einzuspielen, denn ich habe wieder zugeschlagen! War es der richtige Zeitpunkt („Coffee Lake Refresh kommt doch demnächst, du Depp!„)? Vermutlich nicht aber gibt es beim Kauf von PC-Hardware überhaupt jemals einen richtigen Zeitpunkt? Eben.

Über eine neue Grafikkarte hatte ich ja schon länger nachgedacht aber zum einen waren mir die Preise lange viel zu hoch (scheiß Cryptomining!) und zum anderen war ich mir nicht sicher, ob das wirklich ausreicht oder nicht doch meine CPU ein Stück weit schon ein Flaschenhals ist. Nach langem hin und her überlegen habe ich dann die selbstverständlich einzig richtige Entscheidung getroffen: Einfach noch mehr Geld ausgeben und ein „komplettes“ Upgrade durchführen.

Das Ergebnis

Normalerweise hätte ich mich für die Zusammenstellung ausführlich mit unseren Hardwareexperten Azzkickr und Dod unterhalten. Aber erster erholt sich grad von einer Operation und letzterer ist aktuell mehr in Sachen VR unterwegs (er hat VR-Legion gegründet), entsprechend habe ich mich dagegen entschieden sie zu belästigen. Ich hoffe, ich werde es nicht bereuen :wink: . Stattdessen habe ich mich auf die Expertise der Community von Computerbase verlassen. Dort im Forum gibt es nämlich einen Thread namens „Der Ideale Gaming-PC“ mit preislich sortieren Konfigurationsvorschlägen. Die habe ich als Basis genutzt, um die für mich beste Variante aus Zukunftssicher, preislich vertretbar und guter Leistung zu finden. Das Ergebnis seht ihr in meiner Hardwareübersicht aber hier in Kurz:

Alter Computer Neuer Computer
(2013-2018) (2018)
Prozessor: Intel Core i7-4770 (Haswell) Intel Core i5-8400 (Coffee Lake)
Mainboard: Asus Z87-A (C2) MSI Z370 PC Pro
Speicher: Kingston, 2×4 GB, DDR 3, 1600 Mhz, CL9
Corsair, 2×4 GB, DDR 3, 1600 Mhz, CL9
G.Skill Aegis, 2×8 GB, DDR4, 3000 MHz, CL16
Grafikkarte: Palit GeForce GTX 780 Super JetStream Asus GeForce GTX 1070 Ti Cerberus Advanced
Soundkarte: Creative Soundblaster X-Fi Titanium Fatal1ty Professional Series Creative Soundblaster X-Fi Titanium Fatal1ty Professional Series
SSD: Samsung SSD 840 Evo 250 GB Samsung SSD 840 Evo 250 GB
HDD: WD Desktop Black 4TB WD Desktop Black 4TB
Seagate Barracuda XT SATA III 2TB Seagate Barracuda XT SATA III 2TB
Seagate Barracuda 7200.12 1TB Seagate Barracuda 7200.12 1TB
BluRay: Asus BW-16D1HT Asus BW-16D1HT
Kühler: Scythe Ninja 3 Scythe Mugen 5 Rev.B
Gehäuse: CoolerMaster COSMOS 1000 CoolerMaster COSMOS 1000
Netzteil: CoolerMaster V650 CoolerMaster V650

Macht summa summarum 924 Euro (inkl. Versand und einem Displayport auf DVI-Adapterkabel) an neuer Technik.

Technisch gesehen stimmt die Spalte „Alter Computer“ nicht mit dem überein, was ich tatsächlich anno 2008 zusammengeschraubt hatte. In der Zwischenzeit wurden schon ein paar Teile gewechselt (Netzteil, Laufwerke) und ergänzt (mehr RAM) aber es macht ja keinen Sinn hier etwas aufzulisten, was gar nicht mehr unter meinem Tisch stand. Wenn jemand Interesse an den alten Teilen hat: Gerne auf mich zukommen. Ansonsten landen sie nächste Woche auf eBay.

Die Gedankengänge

Ein Teil der neuen Komponenten

Aber kommen wir zu den Komponenten: Die Wahl fiel auf einen Intel Core i5-8400 statt eines i7-8700 (das aktuelle Maximum) weil er zum einen 120 Euro billiger ist und zum anderen, weil das Leistungsminus lt. den Tests mit um die 10-15% für mich (bin ja nicht mehr Day-1-Spieler) vernachlässigbar erscheint. Andersherum war es beim Mainboard, wo ich die 30-40 Euro mehr in das MSI Z370 PC Pro statt in bspw. ein Asrock-Modell investiert habe, um mehr Anschlüsse sowie Luft für ein zukünftiges CPU- (z.B. einen i7-9700 oder so) oder RAM-Upgrade (geht bis 64 GB) oder vielleicht mal ne M2 zu haben.

In den Arbeitsspeicher ging hingegen nicht viel Gehirnschmalz. Es ist der, den das Computerbase-Forum empfiehlt. Ich hatte zwar kurz überlegt, vielleicht gleich 32 GB reinzupacken aber da sind mir die Preise aktuell zu hoch und gebrauchen kann es vermutlich allerhöchstens Star Citizen. Und für den Kühler habe ich mich hingegen wieder für Scythe entschieden, weil der Ninja 3 sehr gute Dienste geleistet hat und der Mugen 5 nicht nur extrem gute Bewertungen hat, sondern aufgrund seiner versetzten Bauform nicht ganz so dominant ist (und über den RAM hängt).

Bleibt noch die Grafikkarte: Ich hätte wirklich gerne wieder eine Palit in der Super Jetstream-Variante genommen. Hatte trotz der damaligen Startschwierigkeiten gute Erfahrungen damit. Aber selbst auf dem Gebrauchtmarkt bezahlt man derzeit für eine GTX 1070 Super Jetstream schon fast so viel wie ich jetzt für die Asus 1070 Ti bezahlt habe. Die 1070 TI Super Jetstream ist dann nochmal teurer. Und dafür ist der Leistungsunterschied aus meiner Sicht nicht groß genug. Entsprechend fiel die Wahl erneut auf die Computerbase-Empfehlung. Abseits der Kühllösung unterscheiden sich die meisten Grafikkarten ja heutzutage gefühlt eh nicht mehr großartig und die ASUS wirbt gleichzeitig damit, dass sie sehr langlebig wäre.

Die ersten Erfahrungen

Zum Einbau an sich gibt es nichts Besonderes zu berichten. Altes Zeugs raus, neues Zeugs rein (das neue Mainboard ist wieder breiter als das alte) und alles schön verkabelt. Netterweise konnte ich dabei ein Stromkabel rausschmeißen, weil das MSI-Board genug Lüfteranschlüsse hat (alt war einer direkt ans Netzteil angeschlossen). Unschön ist hingegen, dass die Grafikkarte über die SATA-Anschlüsse ragt. Gut, das ist tatsächlich relativ normal und normalerweise kein Problem, aber warum auch immer sind SATA-Port 3 und 4 nicht zur Seite ausgerichtet, sondern nach oben. Das Ergebnis ist, dass SATA-Port 3 quasi gar nicht nutzbar (Stecker passt wegen der Plastikhülle der Grafikkarte nicht mehr rein) und Port 4 hingegen nur mit dem beigelegten und wie immer viel zu kurzen SATA-Kabel mit Eck-Stecker. Zum Glück brauche ich aktuell nur fünf Stück (vier für die Festplatten, einen für das optische Laufwerk). Frag‘ mich, wer da nicht mitgedacht hat, schließlich sind 2-Slot-Grafikkarten mit dickem Kühlsystem nicht unbedingt was total Neues.

Auch wieder rausgefallen sind meine Front-USB-Anschlüsse. Bei meinem alten ASUS-Board konnte ich zumindest zwei der vier anschließen. Theoretisch hat das MSI sogar noch zwei weitere interne USB-Schnittstellen neben den zweien, die ich für meine zusätzlichen hintere Ergänzung nutze. „Leider“ sind die komplett auf USB3 ausgelegt und damit nicht kompatibel (weil mehr Pins). Ist etwas schade, aber das sind halt so die Nachteile, wenn man seit mittlerweile 10 Jahren das gleiche Gehäuse nutzt. Kommt der USB-Hub eben wieder mehr zum Einsatz.

Es lebt und funzt!

Der erste Start gelang dann ohne Probleme (*yay* alle Kabel des Frontpanels beim ersten Versuch richtig eingesetzt!). Im BIOS wurde alles erkannt was da sein sollte und ich konnte XMP aktivieren und damit meinen RAM auf die 3.000 Mhz boosten, die er haben soll (ohne sind es nur 2.100 Mhz). Auch Windows lief ohne Murren an, erkannte die neuen Gerätschaften alle und richtete sie fleißig ein. Anfangs fehlte die externe Festplatte aber ich hatte scheinbar vergessen sie vor dem Hardwarewechsel auszuschalten. Aus- und Wiedereinschalten löste das Problem entsprechend zügig. Dann stimmte zwar der Laufwerksbuchstabe nicht (das optische Laufwerk hatte sich vorgedrängelt), womit Windows erstmal nicht seine bekannten Daten finden konnte (auf der Externen liegen z.B. die Eigenen Dateien). Aber das war logischerweise genauso wenig etwas, was nicht zügig behoben werden konnte.

Die Windows-Aktivierung zickte hingegen anfangs rum. Ihr wisst ja: Wenn ihr bestimmte Hardware austauscht, verlangt Windows eine erneute Aktivierung quasi als Schutz vor Raubkopierern. In der Theorie sollte das mittlerweile ein Klacks sein, denn eure Lizenz ist mit eurem Microsoft-Konto verbunden. Irgendwie behauptete er aber, dass der Server nicht erreichbar wäre und ich es später nochmal versuchen sollte. Das war mir aber zu blöd, also habe ich einfach meinen alten Windows-8-Produktkey (den ich in das kostenlose Windows 10-Upgrade umgewandelt hatte) nochmal eingegeben und Schwups: Aktiviert!

Die Problemzonen

Es wäre natürlich zu einfach, wenn tatsächlich alles so funktionieren würde wie man es sich erhofft. Stattdessen habe ich zum Verfassungszeitpunkt noch folgende Problemstellen:

  • Das Blu-ray-Laufwerk will gar nicht. Im BIOS war es da, habe ich aber in Windows ein Medium eingelegt, lief es kurz an, verschwand dann aber komplett und war beim Neustart auch im BIOS nicht mehr vorhanden. Stecker ziehen und neu stecken, dann wurde es wiedererkannt und das Spielchen begann von vorne. Mittlerweile funktioniert selbst das nicht mehr. Ich habe weder einen Grund noch eine Lösung dafür (es hängt an besagtem SATA-Port 4). Im Internet gibt es Berichte, dass Windows irgendeine Funktion hätte bei Nichtbenutzen das Laufwerk schlafen zu legen. Aber dann wird es zumindest noch angezeigt. Hier ist es einfach komplett weg. Ein Rätsel. Zum Glück habe ich noch ein externe Blu-ray-Laufwerk. Ist also nicht das ganz große Thema, wenn es hart auf hart kommt.

Folgendes Problem habe ich auf meine eigene Art und Weise schon gelöst:

  • Beim Ausschalten des PCs fährt die externe Festplatte nicht wie gewohnt in den Energiesparmodus runter. Scheinbar hat das MSI standardmäßig selbst im ausgeschalteten Zustand noch Strom auf den USB-Anschlüssen oder Windows schickt kein entsprechendes „ich bin aus“-Signal. Eine direkte Einstellung dafür habe ich im BIOS nicht gefunden („Wake on“ ist deaktiviert). Momentan stehe ich auf dem Schlauch. Klar, kann ich sie manuell ausschalten (und tue das auch trotz Energiesparmodus). Aber wenn sie nicht vorher im Energiesparmodus ist, habe ich immer etwas Angst, dass sie doch mal einen Schlag wegkriegt dadurch.
    Lösung: Wir hatten schon länger überlegt einen NAS zu kaufen. Das Vorhaben haben wir nun vorgezogen (mehr dazu vermutlich kommenden Montag). Dadurch ist ein großer Teil der Daten auf der externen Festplatte auf den NAS gewandert und für das, was noch übrig ist, habe ich jetzt eine WD Elements mit 2TB von Lysanda (die Daten, die da vorher drauf waren, sind nun auch auf dem NAS). Vorteil: Sie ist viel kompakter als die Buffalo DriveStation, die ich bis jetzt hatte – und unterstützt sogar USB3.

Und folgendes Problem muss ich leider als gelöst ansehen:

  • Microsoft Office 2016 mag meinen Key nicht mehr. Wie Windows, reagiert auch Office auf eine Hardwareänderung mit der Bitte um Reaktivierung. Theoretisch ist es hier das gleiche Spiel: Im Microsoft-Konto ist die Lizenz hinterlegt und er kann sie wieder laden. Blöd nur, dass meinem Konto keine Lizenz mehr zugeordnet ist? Und beim erneuten Eingeben des Keys bekomme ich ein „Kennsch ned, magsch ned“? Wad?! Ein Chat mit der Microsoft-Support-Hotline offenbart mir, dass es sich um einen ungültigen Key handelt, der mittlerweile gesperrt wurde. Also vermutlich aus einem Volumenlizenzen-Bestand oder so stammt. Na klasse. Da denkt man, man kauft bei einem respektablen Händler und dann sowas. Ich habe natürlich direkt mysoftware angeschrieben, bei denen ich 2015 die Lizenz gekauft hatte aber ein Ersatz wurde mir mit dem Hinweis auf die abgelaufene Gewährleistungsfrist verweigert. Ich würde sagen: Bei diesem Shop solltet ihr nicht kaufen. Das hat man davon, wenn man sich vom billigen Preis blenden lässt.
    Lösung: Neuen Key kaufen, Office 2013 re-installieren oder endlich auf OpenOffice umsteigen.

Die synthetischen Bechnmarks

Jetzt aber genug vom allgemeinen Geblubber. Der Rechner funktioniert im Großen und Ganzen, schnurrt wie eine Katze (oder sitzt Maya schon wieder dahinter?) und ist betriebsbereit. Zeit also, ihn durch den Parkour zu schicken. Zuerst natürlich die ePenis-Sachen: CineBench, 3DMark (Demo) und FurMark. Catzilla funktioniert seit irgendeinem Windows Update nicht mehr (und keinen von den Entwicklern scheints zu kümmern) und kam deshalb nicht zum Einsatz.

 

Die Ergebnisse sind aus meiner Sicht wie erwartet. Anders als 2013 in 3DMark 2011 ist mein 3DMark-Score in Time Spy (die anderen hab‘ ich aber auch mal gemacht) zwar „nur“ besser als 68% aller anderen (damals 89%) aber ich habe ja im Vergleich zu damals eine CPU eine Stufe unter den derzeit besten eingebaut. Und bei FurMark habe ich auch ein Ergebnis auf dem Niveau anderer Leute mit gleicher Grafikkarte. Wenn ihr also nichts anderes sagt, dann mache ich an das Thema einen Haken und sage: Passt alles so und ist im grünen Bereich für mein System.

Die Spielebenchmarks

Das Benchmarkergebnis von GRID Autosport

Eine Stufe über den synthetischen Benchmarks stehen die integrierten Benchmarks in Spielen. Eine praktische (aber sicherlich nicht 100% vollständige) Liste findet man unter anderem hier. Da ich zwar viele der genannten Titel habe aber nicht extra nur wegen dem Benchmark sie installieren wollte, habe ich mal Warhammer 40.000: Dawn of War III durchlaufen lassen, welches mir nun mit 136,18/48,32/80,80fps (max/min/avg) fantastische Ergebnisse auf vollen Details liefert. GRID Autosport lief auch mit dem alten Rechner bereits ganz gut, aber nun grafisch voll aufgedreht (natürlich inkl. 2. Monitor) komme ich trotzdem auf saubere 123,22/65,21/94,99fps. Anspruchsvoller ist da schon Rainbow Six: Siege mit 48,6/30,7/43,1. Hier musste ich deshalb ein Detail runterschrauben und zwar die Ambient Occlusion nur auf SSBO statt auf HBAO+. Letzteres hat im Maximum und Average zwar nur ein paar Frames pro Sekunde gekostet, aber das Minimum ist total eingesackt auf um die 9 FPS. Fürs echte Spielen sollte ich aber vermutlich trotzdem das ein oder andere Detail noch weiter absenken.

Als nächstes war Mittelerde: Schatten über Mordor dran. Damit hatte der alte Rechner schon ein wenig zu kämpfen, sollte aber nun mit 158,77/59,00/88,04 bei noch höheren Grafikeinstellungen definitiv Vergangenheit sein. Ähnlich sah auch Thief aus mit 114,4/71,1/86,0 sowie Sleeping Dogs mit 116,8/47,4/83,1. Ja, das Spiel ist von 2012, hat extrem viele Ecken und Kanten in der Geometrie und saugt trotzdem massiv an der Performance (vor allem beim Fahren). Aber jetzt kann ich es endlich flüssig genießen.

Die eigentliche Praxis

Just Cause 3 (Herstellerbild)

Dass die „Ultra“-Einstellung in Spielen meistens keinen großen grafischen Mehrwert bringt (vor allem im Vergleich zum Leistungsverlust), ist ja nichts Neues. Entsprechend ist es zwar ganz nett, wenn ich die Titel so hochstellen kann und trotzdem meine 60fps kriege (V-Sync & Co. mache ich mittlerweile immer an, wenn es keine Probleme verursacht). Aber es ist absolut kein „Muss“ mehr. Und natürlich gibt es weiterhin Titel, die ich trotz neuer Hardware nicht auf Anschlag drehen kann. Grand Theft Auto V und Wolfenstein: The Old Blood z.B., die zwar nun wesentlich mehr Details erlauben und gleichzeitig flüssiger läufen aber eben immer noch nicht alle Grafikoptionen komplett auf Anschlag. Auch No Man’s Sky ist um Welten besser (solide 60fps statt 20-30fps) doch nur auf gleicher Detailstufe. Da gibt’s übrigens ein absolut empfehlenswertes Video von Digital Foundry zu No Man’s Sky NEXT, in dem die Jungs genau schauen welche Auswirkungen welche Grafikeinstellungen sowohl auf die Optik als auch auf die Leistung haben. Ich zocke derzeit genau auf der Stufe wie im Video.

Ein weiteres Problemkind war bekanntlich Just Cause 3, wo vor allem die physikalischen Effekte meinem alten System das Genick gebrochen hatten. Das gehört nun der Vergangenheit an. Butterweich das Teil und der Titel, den ich tatsächlich bislang am Längsten gespielt habe mit der neuen Hardware unter der Haube (sinnlose Zerstörung geht halt immer). Schade, dass es keinen integrierten Benchmark mehr gibt wie noch in Teil 2. Ich musste allerdings auch hier eine Grafikeinstellung reduzieren. Nicht, weil sie mich großartig Performance kostete. Nein, SMAA_T2X verursachte extremes Ghosting (bei Bewegungen sieht man quasi die Zwischenbilder). Das ist wohl ein bekanntes Problem und die einzige Lösung ist auf FXAA zu reduzieren. Auch zwei Abstürze hatte ich schon aber soweit ich das beurteilen kann, hatte das nichts mit der neuen Hardware zu tun, sondern mit dem Spiel.

Fazit

Was bleibt also zum Abschluss zu sagen? Nun, ich hab‘ noch ein paar kleine Probleme aber nichts, was sich nicht auf irgendeine Art und Weise lösen lassen wird bzw. schon gelöst wurde. Gleichzeitig habe ich aber definitiv wieder „moar pow0r“ unter dem Schreibtisch stehen, die es mir erlaubt meine bislang grenzwertigen Titel, wenn vielleicht auch immer noch nicht in voller Pracht zumindest anständig flüssig zu erleben. Es ist vielleicht nicht der ganz große Sprung (der i7-4770K ist in manchen Benches schneller als der i5-8400) aber wenn der Bedarf besteht, habe ich die Option ohne gleich wieder das Mainboard auszuwechseln zu müssen noch mehr Power reinzustecken. Entsprechend sehe ich das Geld gut investiert und behaupte mal, dass ich damit die nächsten fünf Jahre damit locker überbrückt kriege. Wobei dann vermutlich doch mal ein Gehäuseupgrade notwendig ist…

Und nein, VR ist leider immer noch kein Thema in meinem Haushalt. Bis Montag!

Sicarius

Eine ewige Aufregung

Ein Ausschnitt des Verlaufs

Nein, die neue Hardware ist noch nicht im Haus. Sie wurde zwar am Dienstag von Mindfactory verschickt aber es war tatsächlich auch so geplant. Unter der Woche hätte ich sowieso keine Zeit gehabt und am Wochenende war ich nicht im Haus (Verwandtentreffen). Entsprechend hatte ich bereits am Dienstag den Wunschtag auf den heutigen Montag gesetzt. Eigentlich hätte man erwarten können, dass damit die Geschichte zu Ende ist. Aber DHL macht es spannend:

Am Mittwochmorgen um 6 Uhr kam eine Mail, dass mein Wunschtag abgelehnt wurde und das Paket weiterhin am Mittwoch kommen würde. Aber der nächste Schritt („Ins Zustellfahrzeug eingeladen“) folgte im Laufe des Vormittags nicht. Stattdessen kam irgendwann der Hinweis im Sendungsverlauf „Paket wird bis zum Wunschtag eingelagert“. *yay* – hat die Umstellung doch noch geklappt! Anscheinend hat der Postbote aber nicht richtig hingeschaut, denn am Samstagmorgen poppte erneut die Mail „Ihr Paket kommt heute“ in meinem Postfach hoch und es wurde tatsächlich ins Zustellfahrzeug geladen. Am Ende kam es trotzdem nicht (obwohl Lysanda daheim war…) und der Status wechselte zurück auf „Lieferung am Wunschtag“. Vermutlich hatte der Postbote dann irgendwann im Auto gesehen, dass der Aufkleber eben nicht Samstag, sondern Montag sagte. Es ist auch weiterhin bei ihm im Auto lt. Sendungsverfolgung. Er hat es also augenscheinlich nicht ausgeladen.

Kann natürlich die Denke des Lieferanten nachvollziehen, weil wir, wenn notwendig den Wunschtag oft auf Samstag ändern und er deshalb wahrscheinlich gar nicht weiter drüber nachgedacht hatte beim Einladen. Aber ein wenig amüsant ist es schon. Ich hoffe nun, dass es heute tatsächlich wie geplant eintrifft und – viel wichtiger – durch den Heckmeck nicht doch irgendwas abbekommen hat. Will euch ja schließlich wie angekündigt kommenden Montag darüber berichten was ich gekauft habe und wie es sich in der Praxis so macht. Und nicht davon berichten wie ich mich mit dem Support von Mindfactory rumschlagen musste. Drückt mir die Daumen!

Die Erde bebte!

RAGE 2 (Herstellerbild)

Nun aber genug von den Leiden des jungen Paketdienstnutzers. Kommen wir zum wirklich interessanten Thema des Wochenendes: Die QuakeCon 2018. Ja, zum mittlerweile 21. Mal luden id Software und ihr neuer Herrscher Bethesda zum Stelldichein in Dallas (Texas). Mit im Gepäck? Mehr Infos zu Fallout 76, das mich weiterhin nicht die Bohne interessiert und The Elder Scrolls Online (neuer DLC), dessen weitere Entwicklung ich auch höchstens am Rande verfolge. Ach und Quake Champions ist nun (wie ursprünglich angekündigt – das haben einige Magazine scheinbar vergessen) in den Free-to-Play-Modus gewechselt. Außerdem wurde der Death Knight (ein Gegner aus Quake) als neuer Champion vorgestellt und zum Kaufen freigeschaltet.

Als nächstes gab es am Freitag neues Gameplay von RAGE 2 zu sehen. Das Setting wurde vorgestellt und – viel wichtiger – eine (stark zusammengekürzte) Mission durchgespielt bei der zahlreiche Neuerungen im Vergleich zum Vorgänger sichtbar wurden. Bei der E3 2018 war ich zwar optimistisch aber noch skeptisch, ob aus der Kooperation von id Software (Shooter-Experten) und Avalanche Studios (Open-World-Experten) was Anständiges entstehen wird. Aber nach den sieben Minuten muss ich ganz klar sagen: Immer her damit. Das sieht nicht nur nach einer abwechslungsreichen Menge Spaß aus – es kommt auch sehr viel näher an das heran, was viele schon von RAGE erwartet hatten. Avalanche Studios haben tatsächlich „einfach“ die Grundelemente (Autos mit Bewaffnung, offene Welt, Konvois, etc.) von Mad Max genommen, mehr Geld und Iteration draufgeworfen und gleichzeitig das wie immer geniale Shooter-Gameplay (Waffen, die sich nach etwas anfühlen – ja, es gibt immer noch keinen, der es besser macht) von id Software drüber gestülpt. Frühjahr 2019 soll es erscheinen. Ich freu mich drauf.

Der ewige Untergang

DOOM Eternal (Herstellerbild)

Das Highlight des Abends und das, auf was alle seit der E3 2018 gewartet hatten, war aber natürlich das Gameplay-Reveal von DOOM Eternal. Und was soll nach den 25 Minuten anders sagen als „Fuck, ist das geil!“. DOOM (2016) war ja schon der Hammer aber der Nachfolger setzt eindeutig noch einmal eine sehr, sehr große Schippe oben drauf. Wie erwartet, geht es wie damals bei DOOM II: Hell on Earth auf die Erde. Mit im Gepäck die doppelläufige Schrotflinte und neue Gegner wie der Pain Elemental (mit einer amüsanten Fluganimation) oder der Arch-vile (das Reveal am Ende des Trailers: absolute Gänsehaut). Also nur eine Wiederholung von damals mit schickerer Grafik? Quark. Wie kann man nur so einen Blödsinn behaupten, mein vergangenes Ich?!

Nein, DOOM Eternal dreht den Wahnsinn richtig auf. Aufgrund des geänderten Settings sind die Levels wesentlich offener und vertikaler gestaltet. Also fleißig mit Double Jump, Teleportern und Treppen sich durch die Gegend bewegen? LANGWEILIG! Das ist doch unter der Würde des DOOM Slayers! Nein, die doppelläufige hat einen eingebauten Hookshot. Und warum damit sich irgendwo an Geometrieobjekten hochziehen (geht natürlich ebenfalls), wenn man auch einfach Gegner als Empfangseinheit benutzen kann? Eben. Als das bei Minute 5:20 erstmals gezeigt wurde, ist nicht nur der Saal völlig ausgeflippt – ich fand (und finde) es gleichermaßen genial. Gut, dass auch der Gore-Level noch einmal massiv nach oben geschraubt wurde (gibt jetzt sogar verschiedene Verletzungsstufen), hätte ich jetzt nicht zwingend gebraucht. Aber irgendwie cool ist es natürlich schon, wenn er dem Mancubus das Auge herausreißt und in den Mund steckt. Bitte? Sowas hat Duke schon vor 22 Jahren gemacht? Mag ja sein, aber es verliert nie seinen Reiz :wink: . Oder als er dem Zombie mit der Faust den Kopf in den Brustkorb schlägt. Ähm…wir sind ja in Deutschland. Gewalt ist nicht cool. Gewalt ist nicht lustig. Gewalt ist doof.

DOOM Eternal (Herstellerbild)

Entsprechend gibt es nun neben der Kettensäge die Möglichkeit einen Faustschlag auszuführen (ich hoffe der Soundeffekt bleibt so im finalen Spiel) oder mit einem ausfahrbaren Messer zuzustechen (Altair ruft an, er will das Ding). Und die „Story“-Sequenz auf Phobos fand ich auch genial. Ja, der Slayer hat nicht nur unter Dämonen seinen Ruf weg. Ansonsten scheint alles beim Alten zu sein – und das ist das Beste, was id Software tun konnte. DOOM (2016) war und ist ein neuer Höhepunkt in der Geschichte meines Lieblingsentwicklerstudios und ich will mehr davon haben. Die Chancen für einen Day-One-Kauf von DOOM Eternal beim Release irgendwann in 2019 sind durch die Decke.

Epilog

Ja, die QuakeCon war dieses Jahr mal wieder einen Blick wert. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das mal sagen würde: Der Aufkauf von id Software durch Bethesda hat dem Studio eindeutig neues Leben eingehaucht und war die völlig richtige Entscheidung. Und damit verabschiede ich mich bis Montag – dann hoffentlich mit einem ausführlichen Bericht auf die (nicht ganz so neuste) Hardware auf dem PC-Markt.

Sicarius

Der nächste Niemandshimmel

No Man’s Sky (Herstellerbild)

Ich vermute jede Spielergeneration hat ihren Hype-Titel, der am Ende die hochgesteckten Erwartungen nicht erfüllt oder nicht mehr erfüllen kann, weil der Hype zu groß geworden ist. Command & Conquer: Tiberian Sun (1999) oder Black & White (2001) sind zwei Beispiele aus der Jahrtausendwende. Anders als damals, gibt es dank „Internetverbindung erforderlich“ auf der Packung aber für die Entwickler nun die Möglichkeit den Karren noch aus dem Dreck zu ziehen. Die ursprüngliche Vision der Spieler wird zwar sicherlich nie erreicht aber man kann sein Image und damit ggf. auch die Verkaufszahlen noch retten. Und ja, wenn ihr den Spielenachrichten zumindest etwas folgt, wisst ihr selbstverständlich schon wovon ich rede: No Man’s Sky.

Die Entwicklung

Der Hype war extrem groß vor der ursprünglichen Veröffentlichung im August 2016. Gefühlt erwarteten die Spieler die ultimative Weltraumsimulation. Das Spiel aller Spiele, das alle anderen Spiele überflüssig machen sollte (leichte Übertreibung von mir). Eine zufällig generierte Galaxie voller unendlicher Möglichkeiten zu tun und zu lassen was man möchte. Das Ergebnis sah wohl hübsch aus und hatte viele Spore-Elemente aber war an echten Inhalte abseits von „Ich schau mir heute Planet Nr. 1.238 an“ relativ leicht. Je nachdem wen man dann gefragt hat, war das dann entweder der geilste Zen-Scheiß oder der größte Betrug aller Zeiten. Früher wäre die Sache damit erledigt gewesen. Ein paar Leute hätten sich ein paar Monate lang aufgeregt und dann wäre das Spiel als Geheimtipp unter den Teppich gekehrt worden. Dank des Internets konnte sich Entwickler Hello Games jedoch entscheiden weiter an seiner ursprünglichen Vision zu arbeiten – was sie auch getan haben und weiter tun. Am 24. Juli 2018 ist nun das mittlerweile vierte, sehr umfangreiche Updates namens No Man’s Sky NEXT veröffentlicht worden. Mit dem Spiel von 2016 hat No Man’s Sky anno 2018 wohl nur noch die Grundlagen gemeinsam.

Zeit also für mich endlich mal zuzuschlagen. Ich hatte zwar immer gehofft, dass die PC-Version doch noch ein Retail-Box bekommen würde (die PS4-Fassung hat eine). Aber nach zwei Jahren habe ich diese Hoffnung genauso begraben wie die auf dauerhafte Preisreduzierung (kostet weiterhin 55 Euro). Also habe ich beim aktuellen Angebot auf Steam (28 Euro) zugegriffen und schon ein paar Stunden darin versenkt.

No Man’s Sky (Herstellerbild)

Die Erfahrungen

Den Vergleich zum Original habe ich natürlich nicht, kann also nur für die aktuelle Version sprechen. Und in dieser handelt es sich bei No Man’s Sky um ein Überleben-, Erkundung- und Bauen-Titel aus der First- oder auf Wunsch aus der Third-Person-Perspektive wie sie vor allem im Mehrspielerbereich gerade den Markt überschwemmen. Anders als die Konkurrenz, steht aber nicht nur der Solospaß im Fokus: Ihr werdet auch einfach auf einen der Abermilliarden von zufallsgenerierten Planeten des Universums aussetzt ohne, dass ihr konkret gesagt bekommt, was ihr nun tun sollt. Es gibt natürlich ein Tutorial und auch eine Art Kampagne mit ca. 30 Stunden Spielzeit – beides ist aber vollkommen optional. Ich weiß, die Veteranen unter uns denken jetzt sicherlich ein Stück weit an die letzte Phase in Spore aber das ist nicht nur um Welten, sondern um Universen von einander entfernt, deswegen gehe ich da gar nicht weiter drauf ein. Stattdessen könnt ihr euch mit eurem Raumschiff völlig frei bewegen, auf jedem Planeten landen (oder auf Raumstationen), mit den Einheimischen schwätzen (jede der vier Rassen mit ihrer eigenen Sprache, die ihr erst noch lernen müsst!) oder die lokale Flora und Fauna bewundern bzw. ernten/töten.

Was nach den ewig langen Ladezeiten („Loading Shaders“ dauert bei jedem Spielstart gefühlte Stunden) zu allererst auffällt, ist natürlich die wunderschöne Grafik. Der Stil soll bewusst an die SciFi-Literatur der 70iger und 80iger Jahre erinnern und ist entsprechend poppig (bunt, runde Formen) und aus meiner Sicht richtig hübsch. Wettereffekte, echte Wolken, fließender Tag- und Nachtwechsel, fließender Wechsel zwischen Boden und Weltall – man kann dem Titel sicherlich einiges vorhalten, aber garantiert nicht, dass er selbst auf mittleren Details nicht noch extrem gut aussehen würde. Leider hält die Performance diese Detailtiefe und die dazugehörigen Effekte (z.B. in Echtzeit berechnete Sonnenstrahlen) nicht wirklich aus. Nicht nur je Planet schwanken die FPS von flüssig bis unspielbar, auch wenn es z.B. anfängt zu regnen oder man bestimmte seiner Werkzeuge (z.B. das Terraforming-Tool) benutzt, sackt mitunter alles ab. Und dann werden viele der Grafikeinstellungen erst nach einem Neustart des Spiels wirksam. Echt nervig. Übrigens tatsächlich mit ein Grund, warum ich mir jetzt ein Rechnerupgrade gönne (mehr dazu vermutlich in zwei Wochen).

Immerhin weiß man, wofür die Rechnerleistung gebraucht wird. Jeder Planet sieht wirklich einzigartig aus. Nirgends hat man das Gefühl nur wie damals bei Mass Effect über einen leeren und völlig leblosen Planeten zu spazieren. Und es gibt immer irgendetwas zu tun. Die Hauptstory (keine Ahnung wie die genau lautet) spielt da eine völlige Nebenrolle. Stattdessen ist man tatsächlich ähnlich wie in Minecraft sein eigener Herr und macht theoretisch einfach, wonach man Lust hat. Das besteht freilich am Anfang vor allem aus „Überleben“, „Erkunden“ und „Ausprobieren“ sowie sich über das viel zu kleine Inventar aufregen.

No Man’s Sky (Herstellerbild)

Das Doing

Ausgestattet mit einem schwachen Laser, beginnt ihr wie es sich für einen Zweibeiner gehört damit eure Umgebung zu zerstören. Von einer Pflanze erntet ihr dabei z.B. Sauerstoff, dass u.a. für euere Lebenserhaltungssysteme wichtig ist. Aus einem komischen Stein extrahiert ihr hingegen Eisenstaub, der als Energielieferrant für euren Laser dient und auch als erste Grundlage für komplexere Rezepte. Dann könnt ihr erste (portable) Objekte wie einen Signalbooster (scannt die Umgebung nach interessanten Lokalitäten) oder eine Raffinerie bauen (macht aus einer Ressourcen mit Hilfe von Treibstoff eine höherwertige Ressource). Aber Vorsicht: Verwüstet ihr zu viel, kommen die Sentinels vorbei und werden sauer. Es gibt ähnlich wie in der GTA-Serie ein fünf-Sterne-System. Je mehr und je länger ihr Radau schlagt, desto stärker werdet ihr angegriffen (zum Schluss dann sogar im Weltraum).

Lauft ihr neuen Arten von Flora oder Fauna über den Weg (sowohl über als auch unter der Erde!), könnt ihr sie scannen. Das gibt nicht nur ein paar Units (die Währung des Spiels), sondern erlaubt euch zudem direkt zu sehen welche Ressource sie beim Töten fallen lassen. Durchaus sinnvoll zu wissen. Nicht nur, um nicht dauernd vor den Sentinels fliehen zu müssen wegen zielloser Vernichtungsorgien, sondern auch weil sich Flora und Fauna zwar regenerieren, das aber sehr lange dauert. Außerdem ist wie gesagt am Anfang euer Inventar (am Mann und im Raumschiff) extrem begrenzt. Da kann man gar nicht alles mitschleppen, was man theoretisch finden könnte.

No Man’s Sky (Herstellerbild)

Repeat as necessary

Ist euer Rucksack voll und ihr habt grad nichts, was ihr daraus bauen wollt oder könnt (ohne Rezept, kein Objekt), dann ab zum nächsten Handelsposten. Da ist ein stetiges Kommen und Gehen von Kreaturen mit denen ihr nicht nur handeln (inkl. kompletten Raumschiffen), sondern euch auch unterhalten könnt, um z.B. neue Wörter der lokalen Sprache zu lernen oder von interessanten Punkten in der Umgebung zu lernen (z.B. abgestürzte Raumschiffe). Diese Interaktion mit den NPCs ist vom Ablauf her durchaus rudimentär. Aber ich gebe ehrlich zu, dass es schon verdammt cool ist zu sehen wie nach und nach der Kauderwelsch in den Textboxen durch verständliche Worte ersetzt wird.

Und so geht es immer weiter: Ressourcen aller Art Sammeln, neue Technologien entdecken (oder kaufen), daraus tolle Sachen bauen oder die Ausrüstung verbessern (inkl. größerem Inventar), Kohle scheffeln (ein neues Raumschiff kostet locker 2.000.000 Units und mehr), seine Basis weiter ausbauen, die Freundschaft zur lokalen Population verbessern, eine Weltraumhandelsflotte aufbauen (ja, ihr habt richtig gelesen!) oder alles hinter euch lassen, in die Weiten des Weltalls entfliehen und einen neuen Planeten entdecken/erkunden. Ihr könnt natürlich jederzeit wieder zurück zu eurem Kram, wenn ihr noch wisst wo er war – gibt sogar ein Teleporternetz, an das ihr euch anschließen könnt. Im Grundsatz ein simples Spielprinzip aber noch mehr als bei Minecraft mit einer großen Tiefe, in die ich bislang nicht einmal im Ansatz vorgedrungen bin (hab‘ erst eine Holzhütte). Und das Ganze jetzt sogar zusammen mit Freunden im Mehrspielermodus.

Fazit

Ja, man könnte durchaus sagen, dass ich von No Man’s Sky aktuell wirklich beeindruckt bin. Ob mich das allein bei der Stange halten wird, ist natürlich noch einmal ein anderes Thema. Theoretische Unendlichkeit heißt ja nicht unbedingt auch unendlich viel Spielspaß. Aber momentan ist die Motivation hoch (und das kleine Inventar nervig…) und die Möglichkeiten zahlreich. Wer auf ein etwas ruhigeres Spielerlebnis steht und lieber selbst der Mann/Frau ist statt an den Händen zum Ziel geführt zu werden, der dürfte hier nicht nur zahllose Stunden, sondern sogar monatelangen Spielspaß finden. Könnte mir sogar vorstellen, dass der Titel sich gut für Paare eignet.

Hätte ich tatsächlich nicht gedacht, dass ich so positiv über das Werk schreiben würde. Ich gehörte 2016 nämlich zu den Leuten, die selbst nach der Veröffentlichung nicht so recht wussten was No Man’s Sky überhaupt für ein Spiel sein soll. Aber das ist eben Fluch und Segen des Internets: Ein heute veröffentlichter Titel kann morgen schon wieder ganz anders aussehen.

Sicarius

Die fünfte im Bunde

Unsere Maya

Okay, bevor jetzt gleich die ersten in die Kommentare springen und schreiben „WAD?! Habt‘ ihr’n Knall?!“: Die Katze wurde nicht extra für uns gezüchtet und saß bereits seit über einem Jahr in einer Pflegestelle fest. Und wie ich schon bei Jules‘ Ankunft geschrieben hatte: Wir haben den Platz und die Ressourcen – also warum nicht einem lieben Tier ein schönes Zuhause geben?

Außerdem haben wir die kleine Dame erneut nicht ohne Grund in unser Heim aufgenommen: Lyssi hat totale Langeweile. Das liegt natürlich vor allem am Hausarrest, unter dem sie immer noch steht. Aber selbst, wenn wir ihn aufheben, wird sie weiterhin nur eine begrenzte Freiheit genießen. Wir bauen nämlich einen katzensicheren Zaun. Somit kann sie ihrer Langeweile durch lange Streifezüge oder Mäusemorden nicht mehr entkommen aber eben auch nicht überfahren, vergiftet, in einem Pool/Wassertank ersaufen oder sonst was werden (gilt natürlich auch für die anderen).

Durch den Hausarrest hat sich allerdings das typische Problem verdeutlicht, dass Katzenmädels anders spielen (Jagen) als die Jungs (Balgen). Jules hat zuviel Angst vor ihr, sie selbst zu viel Respekt vor Balu und Pichu keinen Bock mit ihr zu spielen – der rauft nämlich lieber mit Jules. Eine recht schwierige Situation somit als Mädel unter Jungs. Also haben wir uns auf die Suche nach einer Spielpartnerin für sie gemacht. Dazu sind wir wie schon bei Pichu auf die netten Leute vom Verein Katzenherzen zugegangen, haben ihnen unsere „Anforderungen“ beschrieben und sie haben aus ihrem spanischen Fundus ein paar Miezen rausgesucht, die ihrer Meinung nach in Frage kämen. Unser Entscheidungsergebnis wurde uns vergangenen Sonntag um 5 Uhr morgens auf einem Rettungsplatz neben der A3 übergeben: Maya (ursprünglich Mary Puri).

Die Katze

Maya und der Wedel

Maya ist im August 2016 geboren, also rund vier Monate jünger als Lyssi, und wie Pichu vermutlich ein Siam-Mix. Sie hat das typisch dreckig-weiße Fell und vor allem diese leuchtenden blauen Augen. Angekündigt wurde sie als zart, schüchtern und zurückhaltend Menschen gegenüber aber sehr sozial zu Katzen. Was ihren Körperbau angeht entspricht sie auch ganz gut unserer Lyssi. Die eine 3,7kg, die neue 3,5kg – also kein Grund für Lyssi vor ihr Angst zu haben. Die schüchtern und zurückhaltende Katze suchen wir nach einer Woche allerdings vergebens.

Stattdessen haben wir einen kleinen, neugierigen Wirbelwind bekommen. Hochheben mag sie zwar nicht aber sie ließ sich bereits am Sonntag streicheln und wollte schon ab Mittwoch unbedingt aus ihrem Quarantäne-Zimmer raus. Leider hatte sie sich vor kurzem trotz Impfung einen Katzenschnupfen zugezogen, der durch den Umzugsstress wieder zurückkam. Also mussten wir sie erst eine Weile separat halten und mit Breitband-Antibiotika behandeln (und anschließendem Darmaufbau mit effektiven Mikroorganismen). Das wurde uns direkt bei der Übergabe mitgegeben. Durch den Schnupfen hat sie bei uns erst einmal den Spitznamen „Rotzbacke“ bekommen, der aber später wahrscheinlich durch „Silberfuchs“ ersetzt wird (Lyssi ist der Rotfuchs).

Nun macht sie das Haus unsicher (und verschwindet gerne in der Couch), will dauernd spielen und geschmust werden. Wenn das unter „Zurückhaltung“ fällt, dann will ich gar nicht wissen wie eine „aufgeschlossene“ Katze aussieht. Aber es ist natürlich schön, dass sie sich so zügig hier bei uns wohlfühlt… der „Ultimate Ten-Fingers-Knuddeltechnik“ von Lysanda kann einfach keine Katze widerstehen.

Zu unserer großen Freude hat sie unser Nassfutter auch sofort angenommen. Keine komplizierte Umgewöhnung – nein, direkt „Ich habe Hunger! Gib’s mir!!!“. Im Gegenteil: Das Fressen von Leckerlis müssen wir ihr erst noch beibringen. Sowas scheint sie bislang nicht einmal zu kennen. Und typisch Katze – was man nicht kennt ist nicht essbar. Daher sind Futterumstellungen bei Katzen häufig nur mit viel Geduld und Tricks überhaupt zu realisieren.

Reaktionen

Maya auf dem Regal

Maya ist also gut angekommen und macht sich prächtig. Stellt sich die Frage, wie die Sicht unserer anderen vier Mitbewohner ist. Zumindest drei davon müssten ja theoretisch das Thema „Neuzugang“ bereits kennen. Die Antwort: Durchwachsen. Der schüchterne Jules traut ihr nicht über den Weg. Er reagiert so, als hätte er einen Geist gesehen. So schnell kann man gar nicht schauen, wie er durch die Katzenklappe nach draußen flitzt. Unser aller Freund Pichu ist da schon geselliger, ist ihr entsprechend bereits nachgelaufen und hat eine Runde genäselt. Aber aufgrund der Hitze ist er aktuell einfach nicht der munterste, entsprechend stört ihn Mayas Existenz nicht weiter. Balu hingegen hat lange gebraucht, bis er Maya überhaupt gesehen hat (streunt aktuell sehr viel rum) – wurde jedoch in diesem Moment von Jules umgerannt. Entsprechend war es nicht verwunderlich, dass er dann Jules‘ Beispiel folgte und hinter ihm her durch die Katzenklappe in die Freiheit entfloh. So kann man seinen Problemen auch aus dem Weg gehen…

Viel wichtiger ist aber natürlich, wie sich Maya und Lyssi verstehen. Hier sehen wir durchaus einige Parallelen zu Pichus Ankunft. Damals hat Lyssi erst einmal ein paar Tage lang Bohrmaschine gespielt, wovon sich Pichu aber überhaupt nicht beeindrucken ließ. Genauso ist es mit Maya. Sie nimmt das Gebrummel und Gefauche von Lyssi wenig ernst. Im Gegenteil versucht sie mit ihr in eine Verhandlung zu treten. Das äußert sich darin, dass man aus unterschiedlichen Ecken des Hauses öfters komische Maunzgeräusche vernimmt (und hin und wieder einen Todesschrei von Lyssi). Gleichzeitig ist Lyssi trotzdem extrem neugierig und behält Maya immer genau im Blick. Besserung ist aber schon in Sicht: Lyssis Schwanz bauscht sich nicht mehr auf.

Grundsätzlich sieht man hier, dass unsere Katzen sehr sozial sind. Keiner springt den anderen (außer im Spiel) an, es gibt weder Kämpfe noch Verletzte und nicht mal am Futternapf entsteht Streit. Wir sind daher davon überzeugt, dass Lyssi und Maya in den nächsten Wochen gute Freunde werden. Lyssi ist eben in erster Linie Angsthase und braucht daher etwas um über ihren Schatten zu springen. Die nächsten Tage/Wochen werden es zeigen.

Battlefield Hardline (Herstellerbild)

Egal ob Call of Duty oder Battlefield draufsteht: In den Einzelspielerkampagnen geht es vor allem um eins: Möglichst viel Spektakel mit einem hohen Bodycount. Entsprechend interessant und erfrischend fand ich die Kampagne von Battlefield Hardline. Das ist das im Großen und Ganzen nicht ganz so erfolgreich Spin-off von Visceral Games (trotzdem allein in der ersten Woche 1,4 Millionen Mal verkauft) aus dem Jahre 2015. Statt schon wieder Krieg zu spielen, wurde der Fokus auf etwas „weltlichere“ Dinge gelegt und böse gesagt ein Counter-Strike-Abklatsch geboten.

Im Mehrspielermodus bedeutet das, dass ihr als Kriminelle z.B. Banküberfälle durchführt und die Polizisten diese vereiteln müssen. Oder die Polizei muss Geiseln befreien und die Kriminellen das verhindern. Oder die Polizei muss einen Zeugen schützen und die Kriminellen ihn töten. Counter-Strike Beta 6.5 eben :smile: . Auch die Fahrzeuge spielen außerhalb bestimmter Spielmodi (CTF mit Autos!) nicht die ganz große Rolle, wodurch die Karten etwas übersichtlicher sind und der Kampf Mann gegen Mann (maximal 32vs32) wichtiger ist. Könnt ihr euch ungefähr so vorstellen wie damals Battlefield 2: Special Forces nur wesentlich heller und in amerikanischen Großstädten und Umgebungen angesiedelt. Und was soll ich sagen: Es macht Laune.

Das geerdetere Setting, die etwas kleineren Waffen und die Konzentration auf das Wesentliche (=Nahkampf) sind erfrischend anders als die bekannten „Ich schieß dir aus 3km-Entfernung die Augen aus“-Gefechte aus den Haupttiteln (Battlefield 1 hab‘ ich noch nicht gespielt). Und ja: Man kann den Mehrspielermodus weiterhin erleben. Zum Verfassungszeitpunkt kriege ich immerhin sechs Server mit insgesamt 241 Spielern angeboten. Nur die Karten- und Spielmodiauswahl ist mittlerweile stark auf die Lieblinge der Community reduziert. Viele bekommt man deshalb gar nicht mehr zu Gesicht.

Das eigentlich Interessante

Battlefield Hardline (Herstellerbild)

Doch ein Battlefield kauft man ja bekanntlich nicht wegen dem Mehrspielermodus, sondern wegen der Einzelspielerkampagne. Bitte? Ich hätte das falsch verstanden? Mmmh…ich weiß nicht. Ein Spiel nur wegen dem Mehrspielermodus kaufen? Klingt unplausibel. Egal: Ihr übernehmt die Rolle von Nick Mendoza, einem prototypischen „guten“ Polizisten. In Miami herrscht ein Dorgenkrieg und ihr sollt mit eurer neuen Partnerin Khai aufräumen. Schnell wird klar, dass in die Sache auch Polizisten verwickelt sind und als guter Polizist wollt ihr ihnen natürlich das Handwerk legen – was sich selbstverständlich einfacher anhört als es ist. Aufgemacht wie eine Polizeiserie (inkl. einer Vorschau, wenn ihr das Spiel zwischendurch beendet und einer Rückschau, wenn ihr es wieder startet), ist die Kampagne 10 Episoden lang und bietet durchaus ihre 8-10 Stunden Spielzeit je nachdem wie gründlich ihr unterwegs seid. Die Geschichte ist dabei zwar vollgestopft mit Klischees aber dank guter Dialoge und zahlreichen Zwischensequenzen sowie der ein oder anderen Überraschung spannend und unterhaltsam.

Spielerisch ist das Besondere dabei, dass ihr eben ein Polizist seid und die dürfen normalerweise nicht einfach alles über den Haufen ballern, was euch für die Flinte kommt (ihr könnt zwei Waffen sowie zwei Gadgets tragen). Das müsst ihr zwar auch oft genug (was schade ist), aber seine besten Moment hat das Spiel, wenn ihr es wie ein Puzzle angehen dürft: Wie kann ich den Bösewicht festnehmen ohne, dass es jemand anderes merkt? Da ihr erst „Halt! Polizei“ rufen müsst, um bis zu drei Verbrecher gleichzeitig zu stellen und ihnen dann einzeln Handschellen anlegen müsst, ist es mitunter gar nicht so einfach. Zum einen ist euer Ruf ein paar Meter zu hören, was andere Wachen auf euch aufmerksam macht. Zum anderen ziehen die Drecksäcke ihren Ersatzschießprügel, wenn ihr sie aus den Augen lasst (=mit der Waffe drauf zielen). Das kann nicht nur tödlich enden, sondern alarmiert alle anderen in der Nähe. Allerdings ist das Spiel durchaus etwas zu großzügig. Man kann beispielsweise Leute verhaften, die nur durch eine Reihe Drogenpflanzen von jemand anderes getrennt sind. In der Realität würde das der Gegenüber definitiv hören. Aber gut: Details :wink: .

Battlefield Hardline (Herstellerbild)

Zusätzlich gilt es in fast jeder Episode optional Hinweise zu finden und Haftbefehle zu vollstrecken. Insgesamt acht Fälle (71 Indizien) könnt ihr dadurch aufklären und 23 gesuchte Bösewichter festnehmen. Letzteres geht nur, wenn ihr sie anschreit und festnehmt. Sobald ein Schuss fällt, geht das große Geballere los und alle können nur noch Sterben. Für das Finden der Indizien steht euch hingegen ein Scanner bereit. Der brummelt nicht nur, wenn ihr in der Nähe seid – er zeigt auch aus größerer Entfernung an wie weit und in welcher Richtung sich das nächste Indiz ungefähr befindet (übrigens teilweise sogar am Körper von Feinden). Ist trotzdem nicht ganz einfach vor allem die kleineren Sachen wie Briefe oder Fotos zu finden und zu scannen oder wenn das Gebäude mehrere Stockwerke hat. Als Belohnung für die Mühen gibt es beim Lösen eines Falls eine schicke Zusammenfassung anhand einer Schautafel, Zugang zu neuen Waffen sowie Battlepacks (Lootboxen für den Mehrspielermodus). Übrigens: Rund ein Viertel des Waffenarsenals könnt ihr weder so noch durch Erfahrungspunkte (=Gegner festnehmen, Hinweise sammeln, usw.) und dem damit verbundenen Levelaufstieg freischalten. Stattdessen müsst ihr sie von getöteten Gegnern aufheben. Erst dann stehen sie euch für den Rest des Spiels zur Verfügung. Nettes Detail, wie ich finde.

Beim Christoph: Ich gebe Battlefield Hardline großzügige 4 von 5 Sics. Ich war wirklich überrascht, wie gut mich vor allem die Kampagne in ihren Bann gezogen hat (zum Leidwesen von Lysanda). Die Aufmachung als Serie, die Missionen, die Schleichherausforderungen – es ist einfach ein rundes Paket. Ja, es ist technisch gesehen nicht sonderlich anspruchsvoll. Weder die Komplexität der Levels noch die Intelligenz der Gegner hält den Vergleich mit einem Hitman stand. Aber auch das hat für mich ein Stück weit den Charme dieses klischee-behafteten Rachefeldzugs ausgemacht: Ein bisschen Denken aber nicht zu viel, um das Tempo nicht zu stark rauszunehmen. Insofern ist es schade, dass es wohl auf längere Zeit der einzige Ausflug dieser Art für die Battlefield-Reihe bleiben wird. Schließlich wollen ja alle lieber Battlefield: Bad Company 3. Wenn ihr also mal so wie ich für wenig Geld über Battlefield: Hardline stolpert, dann gebt ihm eine Chance. Ich habe es nicht bereut.

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