Sicarius

Herr über die KI

Vergangene Woche bin ich mal wieder 25 Kilometer gegangen. Hat meinen Füßen und Beinen nicht so gefallen. Hat mich etwa der Altersschub erreicht? Oder für alle Nicht-Insider: Ich hatte meinen Bildungsurlaub an der VHS Darmstadt. Da parke ich dann immer bei meinem Arbeitgeber und laufe die 2,5 km in die Innenstadt und zurück, um mir die Parkgebühren zu sparen.

Besucht habe ich den Kurs “KI-Tools clever im Beruf einsetzen Chancen und Herausforderungen von KI für die Gesellschaft”. Gebucht hatte ich ihn schon im Januar. Also eine Ewigkeit bei dem rasanten Tempo, das in dem Bereich gerade vorgelegt wird. Aber gerade deshalb hatte ich die Hoffnung, dass ich mit dem Bildungsurlaub zumindest ein bisschen aufholen kann. Nur weil ich ein bisschen privat mit Chatty und Claude rummache und wir auf der Arbeit “motiviert” werden, Copilot und Chatty in unseren Arbeitsalltag zu integrieren, heißt das ja noch nicht, dass ich wirklich Ahnung von dem ganzen Kram habe.

Chatten mit Chatty

Kleine Vorschau auf einen kommenden Eintrag.

Allerdings muss ich sagen, dass sich der Informationsgehalt der fünf Tage zumindest für mich in Grenzen hielt. Es klingt etwas hart, aber ich glaube, so ein Kurs braucht dann doch einen etwas fitteren/agileren Trainer, der KI auch wirklich intensiv und breitgefächert nutzt. Quasi jemanden, der an vorderster Front steht und reale Anwendungsfälle mitbringt. Überrascht zu sein, dass ein Anbieter jetzt anders funktioniert oder in der freien Version plötzlich Features fehlen, zeugt leider nicht gerade von guter Vorbereitung. Und zu erwarten, dass die größtenteils unerfahrenen Teilnehmer ad hoc einen Anwendungsfall aus ihrem Leben parat haben, ist halt auch nur bedingt erfolgreich. Ich habe mich in meiner Not beispielsweise an Spaghetti Bolognese gehalten und unter anderem einen KI-Agenten gebaut, der mir bei der Vorbereitung (Erinnerung, Einkaufsliste) und Umsetzung (Rezept) half. Bezweifle irgendwie, dass das ein wirklich gutes Beispiel für seine Fähigkeiten war :smile: . Da hätte ich mir wesentlich mehr Input vom Trainer gewünscht, der uns tatsächlich nachvollziehbare Beispiele für den Einsatz der jeweiligen KI-Modelle zeigt.

Gleichzeitig fehlte es in Sachen Theorie für mich ebenfalls irgendwie an Mehrwert. Zwar standen auf dem Lehrplan Grundlagen wie “Generative KI verstehen” oder gesellschaftlich relevante Themen wie “Rechtliche Rahmenbedingungen & ethische Herausforderungen bei der Nutzung KI-generierter Bilder”. Aber so richtig Fleisch am Knochen war da nicht. Also die Themen wurden sehr oberflächlich behandelt und gingen nicht sonderlich über das hinaus, was man z.B. auch in der Tagesschau sehen würde. Da erwarte ich vor allem bei einem Bildungsurlaub einfach mehr. Da kann es nämlich wahrlich nicht an fehlender Zeit liegen, um die Themen ausführlich zu behandeln.

Entsprechend muss ich ehrlich zugeben, dass ich mich während eines Großteils der Veranstaltung ziemlich gelangweilt habe bzw. mit Chatty zukünftige Einträge vorbereitete. Beispielsweise habe ich mit seiner Hilfe die nächsten Titel für Meine Lieblingsspiele ermittelt. Dafür hätte ich aber wahrlich keine 327 € ausgeben müssen.

Ich bin ein Prompter!

Doch ich will nicht nur jammern. Ein paar für mich neue Sachen gab es dann doch. Allen voran natürlich das Thema “Prompt” bzw. “Prompt Engineering”. Das haben wir tatsächlich etwas intensiver gemacht, da es schließlich (aktuell noch) ein extrem wichtiger Bestandteil im Umgang mit KI ist. So haben wir beispielsweise zwei Prompt-Frameworks kennengelernt:

  • RICE – Role, Instruction, Context, Examples
  • CRAFT – Context, Role, Action, Format, Tone/Target Audience

Beide Frameworks sollen euch dabei helfen, Prompts so zu formulieren, dass die KI bessere Ergebnisse liefert. RICE benutzt man wohl vornehmlich, um mit Informationen zu interagieren. Also ihr ladet z.B. ein paar Dokumente hoch und wertet diese dann mit der KI aus. CRAFT hingegen geht mehr in die Richtung Informationen zielgruppengerecht aufzubereiten. Und ja, man erhält tatsächlich spürbar andere Ergebnisse, als wenn man einfach nur “Ey Babbsack, mach‘ mal ne Zielgruppenanalyse für den Text da.” eintippt.

Allerdings sind die Prompt-Ingenieure auch schon wieder arbeitslos, denn dafür gibt es mittlerweile ebenfalls KI. Wir haben im Kurs dahingehend den AI Prompt Creator genutzt. Aber es stehen noch viele weitere bereit, die aus euren “einfachen” Sätzen dann Prompts auf Basis der besagten Frameworks ausspucken können. Ein konkretes Beispiel:

Mein Input:
Ich möchte eine Spaghetti Bolognese kochen.

Output des Generators:
ChatGPT – Spaghetti Bolognese Meisterrezept
Du möchtest ein klassisches italienisches Gericht zubereiten, das nicht nur lecker ist, sondern auch ein Familienliebling sein kann. Spaghetti Bolognese vereint einfache Zutaten mit intensiven Aromen und eignet sich perfekt für ein gemütliches Abendessen.
Agiere in der Rolle eines erfahrenen Kochs mit umfangreicher Erfahrung in der italienischen Küche, der gerne Tipps und Tricks teilt. Du bist geduldig, erklärst die Schritte detailliert und gibst Ratschläge zur Auswahl der besten Zutaten und Küchentechniken.
Die Zielgruppe sind Hobbyköche und Essensliebhaber, die lernen möchten, wie man ein authentisches Spaghetti Bolognese zubereitet, unabhängig von ihrem Kochniveau.
Erkläre mir Schritt für Schritt, wie ich eine köstliche Spaghetti Bolognese zubereiten kann. Beginne mit der Zutatenliste, gefolgt von den einzelnen Zubereitungsschritten. Vergiss nicht, auch Tipps zur Variierung des Rezepts und zur Harmonisierung mit Beilagen oder Weinen zu geben.
Die Ausgabe sollte in Form eines strukturierten Fließtextes erfolgen, der klar und einfach zu folgen ist.

Und ja, Chatty spuckt bei beiden Prompts unterschiedliche Ergebnisse aus. Zwar bekommt ihr jeweils ein Rezept, aber die Qualität des Ergebnisses und die dazugehörigen Erklärungen sind beim ausführlichen Prompt definitiv besser. Vor allem der KI mitzugeben, aus welcher Sichtweise sie antworten soll, ist scheinbar echt wichtig.

Passend dazu haben wir gelernt, dass viele KI-Modelle auf xml-Tags reagieren. Das ist hilfreich, um zu verhindern, dass sie sich mitunter selbst verwirren. So lassen sich die Informationen im Prompt klar strukturieren. Beispielsweise trenne ich mit <instruction>Inhalt</instruction> bzw. <context>Inhalt</context> die eigentliche Aufgabe von den Quellinformationen. Und dass es Kurzcodes gibt, wusste ich ebenfalls vorher nicht, auch wenn es naheliegend ist. Also wenn ich Chatty z.B. einen Text gebe und “ELI5” dranschreibe, dann erklärt er mir den Inhalt, als wäre ich ein Fünfjähriger. Oder mit “AUDIENCE [ZIELGRUPPE]” fordere ich ihn auf den Text entsprechend anzupassen ohne dass ich dafür einen vollständigen Prompt ausformulieren muss. Sehr praktisch. Allerdings: Auch hier muss man beachten, ob man den Kurzbefehl an den Anfang oder das Ende des Prompts schreibt. Schon irgendwie sehr empfindlich diese KIs. Ich dachte, die wären so total intelligent :wink: .

Haufenweise Tools

Neben dem Prompting war ein zweiter großer Punkt auf der Tagesordnung das Kennenlernen der vielen verschiedenen KIs und dazugehörigen Tools dort draußen in den Weiten des Internets. Ich habe mir wahrlich nicht alle notiert, die wir angerissen haben. Aber am interessantesten klangen die nachfolgenden. Achtung: Die Liste ist mit Stand 25.10.2026. Keine Garantie, dass die Seiten nächste Woche überhaupt noch existieren.

  • Merlin – Statt für jedes KI-Modell einzeln zu bezahlen, holt ihr euch bei Merlin ein Abo und habt dann je nach Tarif Zugriff auf alle und seid somit theoretisch billiger unterwegs – zumindest so das Versprechen.
  • Wispr Flow – Erinnert ihr euch noch an Dragon NaturallySpeaking? Das war zu Urzeiten DIE ultimative Spracherkennungssoftware. Wispr Flow macht erstmal das gleiche, also es wandelt eure Sprache in Text um, soll aber qualitativ wesentlich besser sein. Beispielsweise korrigiert er auch gleich eure Sätze, entfernt Füllwörter und setzt sogar automatisch Satzzeichen!
  • ElevenLabs – Wispr Flow nur umgekehrt. Ihr lasst euren Text von einer KI-Stimme sprechen.
  • descript – Ein Videoeditor mit einem Twist: Wenn ihr wollt, könnt ihr komplett über Prompts die Bearbeitung vornehmen. Die KI übernimmt die eigentliche Arbeit für euch.
  • HeyGen – Erstellt komplette Videos für euch. Der Witz: Er nimmt euch dazu. Ihr erstellt euch quasi einen digitalen Zwilling, der dann in den Videos auftritt.
  • Napkin – Ihr gebt ihm einen Text und er macht visuelle Informationen daraus (Mindmaps, Diagramme, Zeichnungen). Eine echt coole Sache, muss ich sagen.
  • Rytr – Ihr habt zu viele Bekanntschaften und könnt den Überblick nicht mehr behalten? Dann ist Rytr der richtige für euch. Quasi ein Tool, mit dem ihr Kontakte managt, aber eben mehr als nur Telefonnummer und Adresse.
  • SaaSHub – Eine Datenbank nicht nur für KIs, sondern im Prinzip alle Arten von Software. Der Witz: Es werden euch auch direkt andere Anbieter angeboten, wenn es welche gibt. Also z.B. wenn ihr Videoeditiersoftware sucht und bei Adobe Premiere Pro landet, stehen darunter gleich Dutzende Alternativen.
  • AlternativeTo – Geht in die gleiche Richtung wie der SaaSHub, also eine Softwaredatenbank, ist aber voll auf Crowdsourcing ausgelegt und kostenlos.
  • Ich war nicht sonderlich höflich zu Karen…

    There’s An AI For That – Wie der Name schon sagt eine Datenbank für alle KIs, die so da draußen unterwegs sind. So könnt ihr (relativ) schnell die finden, die für euren aktuellen Einsatzfall relevant ist.

  • ContextMinds – Viele von euch dürften sie kennen, die Mindmaps. Diese großen Spinnengewebe, in denen Informationen und Abläufe theoretisch übersichtlich dargestellt werden. Und ContextMinds ist gefühlt das ultimative Tool, um sie (teil-)automatisiert zu erstellen. Dabei nimmt er nicht nur die Informationen, die ihr ihm gebt, er kann auch selbstständig im Netz recherchieren und daraus dann Strukturen bilden.
  • Zapier – Hilft euch grob gesagt dabei KIs mit Apps zu verbinden. Ihr baut euch quasi euren Arbeitsablauf, der für die einzelnen Schritte mitunter andere Tools braucht und Zapier hilft euch dabei, sie zusammenzubringen. Echt praktisch und sehr mächtig.
  • personeo.ai – Erstellt euch Personas und führt dann Rollenspiele mit ihnen durch. Beispielsweise der wütende Kunde, der anruft oder ein schwieriges Gespräch mit einem Mitarbeiter. Geht sowohl per Chat als auch so richtig live als Telefongespräch. Am Ende gibt das System Feedback. War echt beeindruckend, wie gut das in unseren Tests funktioniert hat.
  • pixabay – Hat nicht direkt mit KI zu tun, aber wer kostenlose Stockfotos sucht, die sich (je nach Lizenz) oft recht unkompliziert verwenden lassen, um sie z.B. in ein LLM zu schmeißen, ist hier richtig.
  • PhraseExpress – Eine Anwendung zur Textbausteinverwaltung. Also eigentlich gedacht, um z.B. E-Mails schneller zu verfassen. Im Bereich von KI kann man es hingegen als Prompt-Datenbank nutzen.

Das war jetzt eine relativ lange Liste. Aber vielleicht ist ja was dabei, was euch auch weiterhilft.

Epilog

So viel also dazu. Stellt sich sicherlich abschließend die Frage, was sich jetzt durch den Bildungsurlaub in meinem Alltag ändert. Die einfache und ehrliche Antwort: Erstmal gar nichts. Ich vermute, ich werde nicht einmal großartig auf Prompt-Generatoren zurückgreifen, sondern weiterhin größtenteils selbst schreiben. Aber zu wissen, dass es sowas gibt und auch die Vielfalt der sonstigen Toollandschaft erfahren zu haben, war durchaus hilfreich. Da werde ich, wenn ich es dann mal brauche, sicherlich auf das ein oder andere zurückgreifen.

Sicarius

Ein bisschen was neu im Oktober

Ich habe Claude völlig überfordert – also zumindest die kostenlose Version. Er war (und ist) mir aktuell keine Hilfe mehr. Aber fangen wir von vorne an:

Claude und ich führten eine recht eintönige Unterhaltung

Ich hatte ja im letzten Eintrag zum Umbau der Webseite erwähnt, dass ich selbst nach dem Update noch eine veraltete Version des Front-End-Frameworks Bootstrap am Laufen hatte. Und zwar Bootstrap 3.4.1 von 2019. Ein Upgrade auf die aktuelle Version, 5.3.8, hatte ich damals wegen dem möglichen Aufwand nicht durchgeführt. Aber wie es manchmal so ist, ließ mir die Sache einfach keine Ruhe. Also habe ich Claude die aktuelle Version des Themes gegeben und ihm gesagt: “Führe das Upgrade durch.” Das war am 16. September.

Am 8. Oktober habe ich ihm dann folgenden Prompt gegeben:

Tut mir leid, aber das Ergebnis ist einfach nur pures Chaos. Der Code ist ein undurchsichtiger Mix aus Bootstrap 3 und 5 und jede deiner Lösungen macht es nur noch schlimmer. Wir lassen das Projekt lieber wieder.

In den drei Wochen dazwischen habe ich hauptsächlich alle fünf Stunden ein “Fortsetzen” in den Prompt geschrieben, weil schon nach einer Claude-Operation mein freies Kontingent aufgebraucht war (und ist). Alle paar Tage hat er es dann mal geschafft aktualisierte Dateien auszuspucken, die aber bis zum Ende kein brauchbares Ergebnis lieferten. Und ich vermute, Schuld daran waren vor allem diese ständigen Zwangspausen. Er verlor dadurch nämlich hin und wieder die Verbindung zu seiner Umgebung und musste sie neu herstellen.

Versuch Nr. 2

Ich bin dann rüber zu ChatGPT gewechselt. Auch hier habe ich nur die freie Version aber siehe da: Schon die erste Version funktionierte besser als das, was Claude ausspuckte. Ein wichtiger Faktor dürfte dabei gewesen sein, dass Claude zwar behauptete auf Bootstrap 5.3.8 zu wechseln und den Code in diese Richtung anpasste. Seine zip-Datei enthielt aber weiterhin Bootstrap 3.4.1. Hätte ich darauf besser achten sollen? Möglicherweise. Aber ich hatte durchaus die Erwartung, dass so ein Super-Duber-Mega-Programmierbot das von alleine hinbekommt.

Freilich war auch die Version von Chatty noch nicht perfekt. Die Umstellung hatte die ein oder andere meiner bisherigen Einstellungen überschrieben. Beispielsweise waren plötzlich alle Links unterstrichen – nicht nur die in den Einträgen. Oder das Suchfeld war mit der Lupe verschmolzen. Sowas halt. Einiges davon habe ich selbst gefixt, anderes habe ich erstmal ihn machen lassen – bis er sich dann ebenfalls in einer Sache verrannte.

Eine Runde im Kreis

Ihr habt vielleicht gemerkt, dass neben diesen Zeilen jetzt ein etwas breiterer Rand ist. Dieser Abstand war früher wesentlich kleiner. Der Rand ist beim Bootstrap-Umstieg entstanden und ich finde ihn tatsächlich gar nicht verkehrt. Es ist optisch etwas ansprechender und wenn die Zeichen nicht so am Rand kleben, erhöht das auch die Lesbarkeit. Leider zog sich dieser Rand bis über den Artikelheader. Also selbst der Titel hatte links und rechts plötzlich Platz, was einfach scheiße aussah. Also bat ich Chatty doch bitte das zu beheben. Aber entweder er hat nicht so recht verstanden, was ich von ihm wollte oder die Umsetzung in Bootstrap 5.3.8 ist so dämlich.

So sah der Eintragskasten am 14.10.2026 aus

Ich gab ihm ein paar Versuche, das Problem zu beheben. Aber obwohl er immer fröhlich und optimistisch klang, hat er faktisch immer nur zwischen zwei Situationen gewechselt: Entweder ging der Gradient tatsächlich bis zum Rand, dafür ragte der Artikelkasten plötzlich über das Headermenü. Oder der Artikelkasten hatte die richtige Größe, aber der Gradient ging nicht bis zum Rand.

Am Ende war es mir dann doch zu blöd und ich habe die Sache selbst in die Hand genommen. Und ja, die Lösung ist seltendämlich, denn ich musste im CSS einen negativen Rand festlegen (jeweils -15px links und rechts). Anders hat es nicht funktioniert. Fragt mich nicht, warum, weshalb oder wieso. Ich schiebe es auf Bootstrap. Aber ja, Chatty war damit definitiv überfordert.

Der verwirrte Dritte

Irgendwann war dann doch mal mein freies Kontingent für ChatGPT und ich bin zu Gemini gewechselt. Zwei, drei Kleinigkeiten gab es schließlich noch, die ich beheben/ändern wollte und es ist halt einfacher, wenn mir jemand sagt wo ich was hinschreiben soll, statt mich selbst durchzufriemeln. Eine Sache war beispielsweise das Icon für die Kategorien oben im Eintragstitel. Dort hatte sich plötzlich ein Downloadsymbol eingeschlichen.

Der Grund dafür war erstmal offensichtlich: Mit Bootstrap 5 wurde die alte Glyphicon-Schriftart eigentlich in den Ruhestand geschickt. Aber ich finde die Symbole eigentlich ganz nett, deswegen habe ich sie wieder integriert. Doch irgendwie wollte und wollte bei den Kategorien nicht mehr das richtige Symbol erscheinen. Also habe ich Gemini gefragt und er war, wie sie immer sind, sehr tatkräftig bei der Sache: “Schreib das hier hin, ändere die Zahl dort.” – leider ohne jedweden Erfolg.

Auch hier wurde es mir ziemlich schnell zu blöd, mich mit dem Ding rumzuschlagen und ich habe selbst recherchiert. Stellte sich heraus, dass der Kerl nicht in der Lage war, die ID für das Symbol “geöffneter Ordner” korrekt zu identifizieren. Er hat immer wieder die ID für das Downloadsymbol eingefügt. Kein Wunder, dass wir zu keinem Ergebnis kamen. Definitiv ein Fall, bei dem ich ohne Chatbot wesentlich schneller gewesen wäre.

Die Änderungen

Jetzt stellt ihr euch vielleicht noch die Frage, was sich denn nun seit dem letzten Eintrag alles geändert hat. Hat das Upgrade auf Bootstrap 5.3.8 jetzt ganz neue Möglichkeiten eröffnet und die Seite ins 23. Jahrhundert katapultiert? Nein. Das Upgrade alleine hatte auf euch und die Nutzung der Seite in dem Sinne keinerlei Auswirkungen. Ich gehe davon aus, dass ein paar Sicherheitslücken gefixt wurden. Aber hauptsächlich sind im Hintergrund jetzt veraltete Coding-Standards durch moderne Methoden ersetzt worden. Wobei die Browserkompatibilität immer noch recht hoch ist. Erst mit Bootstrap 6 wird wohl so richtig radikal am Bestand gesägt.

Ein paar Sachen habe ich in dem Zuge des Upgrades trotzdem noch angepasst:

  • Zwei Kommentare und ein riesiger Kasten!

    Die Möglichkeit, Kommentare zu abonnieren, ist weg. Lencer informierte mich darüber, dass der Link in der Opt-in-E-Mail nicht mehr funktionierte und bei der Recherche stellte ich fest, dass das komplette Plugin mittlerweile sogar aus Sicherheitsgründen aus dem WordPress-Repository entfernt wurde. Also habe ich es gelöscht. Ich glaube, bei der niedrigen Anzahl an Kommentaren braucht es dieses Feature derzeit auch nicht.

  • Wenn ihr allerdings jetzt Kommentare verfasst, dann erwartet euch ein größeres Kommentarfeld. Es ist jetzt so breit wie der Eintrag selbst. Ihr müsst es also jetzt nicht immer manuell breiter ziehen.
  • Und der veröffentlichte Kommentar passt jetzt optisch auch besser zum Eintrag. Vor allem kleben die Meta-Informationen jetzt nicht mehr so komplett am Rand.
  • Das DropDown-Menü bei “Archiv” ist jetzt etwas aufgeräumter. In der Vergangenheit war das eine elendig lange Liste – die Seite existiert ja schließlich schon 25 Jahre. Jetzt sind die Jahre in Spalten angeordnet. Wobei ich vermutlich eh der einzige bin, der diese Funktion nutzt :wink:
  • Lysanda hatte angemerkt, dass der Titelbereich der Einträge doof aussieht im dunklen Modus und die Überschrift der Widgets auf der rechten Seite schlecht lesbar war. Die Lösung: Ich habe den Gradienten umgedreht. Jetzt ist der dunkle Teil auf der Seite mit Text. Und bei den Widgets ist der Hintergrund jetzt ebenfalls dunkel.

Was es allerdings trotz des Upgrades immer noch nicht gibt, ist ein Umschalter für den hellen und dunklen Modus. Alle möglichen Varianten dafür, die ich mir angeschaut habe, hätten datenschutzrechtliche Fragen aufgeworfen. Schließlich müsste ich die gewählte Einstellung ja zumindest für eure aktuelle Sitzung speichern, wenn ihr nicht nach jedem Klick wieder umschalten müsstet. Darauf habe ich keinen Bock. Also belasse ich es dabei, dass euer Browser/Betriebssystem entscheidet, wie ihr die Seite seht.

Und ich glaub, das war’s dann an sichtbaren Änderungen an Beim Christoph. Reicht ja auch so langsam mal wieder. Hätte nicht gedacht, dass ich zwei Einträge nur dadurch voll bekomme, dass ich seit langem mal wieder mehr an der Seite gemacht habe. Aber ihr kennt mich ja: Langatmig Themen ausschlachten ist mein Ding :wink: .

Sicarius

Aus der Playlist: Breakbeat Heartbeat – Edit

Dass ich mitunter eine Version eines Albums besitze, die es beispielsweise nur als Beilage zu einer Collector’s Edition eines Videospiels gab, ist jetzt nichts Neues. Aber heute stelle ich euch ein Werk vor, dessen einzige Existenzhinweise ein Link auf eine Warez-Seite und ein unvollständiger Eintrag in einer Musikdatenbank sind. Das ist definitiv mal was Neues.

Und nein, ich habe auch keine Ahnung, woher ich überhaupt das Album habe. Auf jeden Fall nicht von irgendeiner fragwürdigen Webseite. Hat es vielleicht unser Hausgeist anno 2018 auf unseren NAS geladen? Ich werde es wohl nie erfahren. Am nächsten kommt ihm inhaltlich auf jeden Fall ihr Album Hold On – es hat auch dasselbe Cover. Also hat die Künstlerin möglicherweise ihr Werk nur leicht neu arrangiert und umbenannt.

Edit (2013)

(Cover)

Band: Breakbeat Heartbeat
Umfang: 00:38:25 (10 Lieder)
Mögliche Bezugsquellen: Hold On auf Bandcamp (Spende)

Die Künstlerin selbst schreibt auf ihrer Bandcamp-Seite, dass sie traurigen Chipbreak produziert, um sich selbst glücklich zu machen. Diese Eigenbeschreibung kann ich ehrlich gesagt nicht ganz nachvollziehen. Edit mag hier und da zwar eine melancholische Note haben, aber einen sonderlich traurigen Klang höre ich nicht. Mir fallen eher Adjektive wie “nachdenklich”, “aufmunternd” oder “gechillt” ein, wenn ich das Album laufen lassen. Der fünfte Track, Hold On, ist sogar ziemlich poppig, und das dritte Lied, Brave, empfinde ich als sehr aufbauend.

Ihre Musik ist ein interessanter Mix aus klassischem Chiptune, also “Computergepiepse”, und eher houseartigen Elementen. Mit echtem Breakbeat hat das Ganze für mich weniger zu tun. Das Album lädt sehr stark zum viben ein, ohne in irgendeiner Form langweilig oder eintönig zu sein. Vielleicht eher unaufdringlich, allerdings auf eine positive Art und Weise. Egal ob beim Schreiben, beim Videoschneiden oder beim Einschlafen – Edit lief die letzten Wochen sehr häufig einfach so nebenbei. Quasi ein Hintergrundsoundtrack, der aber mehr zu bieten hat als das langweilige Gedudel in vielen Open-World-Spielen.

Persönliches Lieblingslied: Track 02 – Delta [04:17]

Vermutlich das treibendste Lied auf der CD. Beim ersten Hören erinnerte es mich an den (wirklich guten) Soundtrack zu Cave Story, nur melodischer und weniger “Videospielfeeling”. Das Grundmotiv ist eingängig und ja, die Percussion-Elemente kommen hier dem klassischen Breakbeat wohl am nächsten. Aber im Widerspruch zum restlichen Album gefällt es mir, glaube ich, gerade deshalb so gut, weil es etwas Tempo hat.

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