Ich habe Claude völlig überfordert – also zumindest die kostenlose Version. Er war (und ist) mir aktuell keine Hilfe mehr. Aber fangen wir von vorne an:
Ich hatte ja im letzten Eintrag zum Umbau der Webseite erwähnt, dass ich selbst nach dem Update noch eine veraltete Version des Front-End-Frameworks Bootstrap am Laufen hatte. Und zwar Bootstrap 3.4.1 von 2019. Ein Upgrade auf die aktuelle Version, 5.3.8, hatte ich damals wegen dem möglichen Aufwand nicht durchgeführt. Aber wie es manchmal so ist, ließ mir die Sache einfach keine Ruhe. Also habe ich Claude die aktuelle Version des Themes gegeben und ihm gesagt: “Führe das Upgrade durch.” Das war am 16. September.
Am 8. Oktober habe ich ihm dann folgenden Prompt gegeben:
Tut mir leid, aber das Ergebnis ist einfach nur pures Chaos. Der Code ist ein undurchsichtiger Mix aus Bootstrap 3 und 5 und jede deiner Lösungen macht es nur noch schlimmer. Wir lassen das Projekt lieber wieder.
In den drei Wochen dazwischen habe ich hauptsächlich alle fünf Stunden ein “Fortsetzen” in den Prompt geschrieben, weil schon nach einer Claude-Operation mein freies Kontingent aufgebraucht war (und ist). Alle paar Tage hat er es dann mal geschafft aktualisierte Dateien auszuspucken, die aber bis zum Ende kein brauchbares Ergebnis lieferten. Und ich vermute, Schuld daran waren vor allem diese ständigen Zwangspausen. Er verlor dadurch nämlich hin und wieder die Verbindung zu seiner Umgebung und musste sie neu herstellen.
Versuch Nr. 2
Ich bin dann rüber zu ChatGPT gewechselt. Auch hier habe ich nur die freie Version aber siehe da: Schon die erste Version funktionierte besser als das, was Claude ausspuckte. Ein wichtiger Faktor dürfte dabei gewesen sein, dass Claude zwar behauptete auf Bootstrap 5.3.8 zu wechseln und den Code in diese Richtung anpasste. Seine zip-Datei enthielt aber weiterhin Bootstrap 3.4.1. Hätte ich darauf besser achten sollen? Möglicherweise. Aber ich hatte durchaus die Erwartung, dass so ein Super-Duber-Mega-Programmierbot das von alleine hinbekommt.
Freilich war auch die Version von Chatty noch nicht perfekt. Die Umstellung hatte die ein oder andere meiner bisherigen Einstellungen überschrieben. Beispielsweise waren plötzlich alle Links unterstrichen – nicht nur die in den Einträgen. Oder das Suchfeld war mit der Lupe verschmolzen. Sowas halt. Einiges davon habe ich selbst gefixt, anderes habe ich erstmal ihn machen lassen – bis er sich dann ebenfalls in einer Sache verrannte.
Eine Runde im Kreis
Ihr habt vielleicht gemerkt, dass neben diesen Zeilen jetzt ein etwas breiterer Rand ist. Dieser Abstand war früher wesentlich kleiner. Der Rand ist beim Bootstrap-Umstieg entstanden und ich finde ihn tatsächlich gar nicht verkehrt. Es ist optisch etwas ansprechender und wenn die Zeichen nicht so am Rand kleben, erhöht das auch die Lesbarkeit. Leider zog sich dieser Rand bis über den Artikelheader. Also selbst der Titel hatte links und rechts plötzlich Platz, was einfach scheiße aussah. Also bat ich Chatty doch bitte das zu beheben. Aber entweder er hat nicht so recht verstanden, was ich von ihm wollte oder die Umsetzung in Bootstrap 5.3.8 ist so dämlich.
Ich gab ihm ein paar Versuche, das Problem zu beheben. Aber obwohl er immer fröhlich und optimistisch klang, hat er faktisch immer nur zwischen zwei Situationen gewechselt: Entweder ging der Gradient tatsächlich bis zum Rand, dafür ragte der Artikelkasten plötzlich über das Headermenü. Oder der Artikelkasten hatte die richtige Größe, aber der Gradient ging nicht bis zum Rand.
Am Ende war es mir dann doch zu blöd und ich habe die Sache selbst in die Hand genommen. Und ja, die Lösung ist seltendämlich, denn ich musste im CSS einen negativen Rand festlegen (jeweils -15px links und rechts). Anders hat es nicht funktioniert. Fragt mich nicht, warum, weshalb oder wieso. Ich schiebe es auf Bootstrap. Aber ja, Chatty war damit definitiv überfordert.
Der verwirrte Dritte
Irgendwann war dann doch mal mein freies Kontingent für ChatGPT und ich bin zu Gemini gewechselt. Zwei, drei Kleinigkeiten gab es schließlich noch, die ich beheben/ändern wollte und es ist halt einfacher, wenn mir jemand sagt wo ich was hinschreiben soll, statt mich selbst durchzufriemeln. Eine Sache war beispielsweise das Icon für die Kategorien oben im Eintragstitel. Dort hatte sich plötzlich ein Downloadsymbol eingeschlichen.
Der Grund dafür war erstmal offensichtlich: Mit Bootstrap 5 wurde die alte Glyphicon-Schriftart eigentlich in den Ruhestand geschickt. Aber ich finde die Symbole eigentlich ganz nett, deswegen habe ich sie wieder integriert. Doch irgendwie wollte und wollte bei den Kategorien nicht mehr das richtige Symbol erscheinen. Also habe ich Gemini gefragt und er war, wie sie immer sind, sehr tatkräftig bei der Sache: “Schreib das hier hin, ändere die Zahl dort.” – leider ohne jedweden Erfolg.
Auch hier wurde es mir ziemlich schnell zu blöd, mich mit dem Ding rumzuschlagen und ich habe selbst recherchiert. Stellte sich heraus, dass der Kerl nicht in der Lage war, die ID für das Symbol “geöffneter Ordner” korrekt zu identifizieren. Er hat immer wieder die ID für das Downloadsymbol eingefügt. Kein Wunder, dass wir zu keinem Ergebnis kamen. Definitiv ein Fall, bei dem ich ohne Chatbot wesentlich schneller gewesen wäre.
Die Änderungen
Jetzt stellt ihr euch vielleicht noch die Frage, was sich denn nun seit dem letzten Eintrag alles geändert hat. Hat das Upgrade auf Bootstrap 5.3.8 jetzt ganz neue Möglichkeiten eröffnet und die Seite ins 23. Jahrhundert katapultiert? Nein. Das Upgrade alleine hatte auf euch und die Nutzung der Seite in dem Sinne keinerlei Auswirkungen. Ich gehe davon aus, dass ein paar Sicherheitslücken gefixt wurden. Aber hauptsächlich sind im Hintergrund jetzt veraltete Coding-Standards durch moderne Methoden ersetzt worden. Wobei die Browserkompatibilität immer noch recht hoch ist. Erst mit Bootstrap 6 wird wohl so richtig radikal am Bestand gesägt.
Ein paar Sachen habe ich in dem Zuge des Upgrades trotzdem noch angepasst:
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Die Möglichkeit, Kommentare zu abonnieren, ist weg. Lencer informierte mich darüber, dass der Link in der Opt-in-E-Mail nicht mehr funktionierte und bei der Recherche stellte ich fest, dass das komplette Plugin mittlerweile sogar aus Sicherheitsgründen aus dem WordPress-Repository entfernt wurde. Also habe ich es gelöscht. Ich glaube, bei der niedrigen Anzahl an Kommentaren braucht es dieses Feature derzeit auch nicht.
- Wenn ihr allerdings jetzt Kommentare verfasst, dann erwartet euch ein größeres Kommentarfeld. Es ist jetzt so breit wie der Eintrag selbst. Ihr müsst es also jetzt nicht immer manuell breiter ziehen.
- Und der veröffentlichte Kommentar passt jetzt optisch auch besser zum Eintrag. Vor allem kleben die Meta-Informationen jetzt nicht mehr so komplett am Rand.
- Das DropDown-Menü bei “Archiv” ist jetzt etwas aufgeräumter. In der Vergangenheit war das eine elendig lange Liste – die Seite existiert ja schließlich schon 25 Jahre. Jetzt sind die Jahre in Spalten angeordnet. Wobei ich vermutlich eh der einzige bin, der diese Funktion nutzt

- Lysanda hatte angemerkt, dass der Titelbereich der Einträge doof aussieht im dunklen Modus und die Überschrift der Widgets auf der rechten Seite schlecht lesbar war. Die Lösung: Ich habe den Gradienten umgedreht. Jetzt ist der dunkle Teil auf der Seite mit Text. Und bei den Widgets ist der Hintergrund jetzt ebenfalls dunkel.
Was es allerdings trotz des Upgrades immer noch nicht gibt, ist ein Umschalter für den hellen und dunklen Modus. Alle möglichen Varianten dafür, die ich mir angeschaut habe, hätten datenschutzrechtliche Fragen aufgeworfen. Schließlich müsste ich die gewählte Einstellung ja zumindest für eure aktuelle Sitzung speichern, wenn ihr nicht nach jedem Klick wieder umschalten müsstet. Darauf habe ich keinen Bock. Also belasse ich es dabei, dass euer Browser/Betriebssystem entscheidet, wie ihr die Seite seht.
Und ich glaub, das war’s dann an sichtbaren Änderungen an Beim Christoph. Reicht ja auch so langsam mal wieder. Hätte nicht gedacht, dass ich zwei Einträge nur dadurch voll bekomme, dass ich seit langem mal wieder mehr an der Seite gemacht habe. Aber ihr kennt mich ja: Langatmig Themen ausschlachten ist mein Ding
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Dass ich mitunter eine Version eines Albums besitze, die es beispielsweise nur als Beilage zu einer Collector’s Edition eines Videospiels gab, ist jetzt nichts Neues. Aber heute stelle ich euch ein Werk vor, dessen einzige Existenzhinweise ein Link auf eine Warez-Seite und ein unvollständiger Eintrag in einer Musikdatenbank sind. Das ist definitiv mal was Neues.
Und nein, ich habe auch keine Ahnung, woher ich überhaupt das Album habe. Auf jeden Fall nicht von irgendeiner fragwürdigen Webseite. Hat es vielleicht unser Hausgeist anno 2018 auf unseren NAS geladen? Ich werde es wohl nie erfahren. Am nächsten kommt ihm inhaltlich auf jeden Fall ihr Album Hold On – es hat auch dasselbe Cover. Also hat die Künstlerin möglicherweise ihr Werk nur leicht neu arrangiert und umbenannt.
Edit (2013)
Band: Breakbeat Heartbeat
Umfang: 00:38:25 (10 Lieder)
Mögliche Bezugsquellen: Hold On auf Bandcamp (Spende)
Die Künstlerin selbst schreibt auf ihrer Bandcamp-Seite, dass sie traurigen Chipbreak produziert, um sich selbst glücklich zu machen. Diese Eigenbeschreibung kann ich ehrlich gesagt nicht ganz nachvollziehen. Edit mag hier und da zwar eine melancholische Note haben, aber einen sonderlich traurigen Klang höre ich nicht. Mir fallen eher Adjektive wie “nachdenklich”, “aufmunternd” oder “gechillt” ein, wenn ich das Album laufen lassen. Der fünfte Track, Hold On, ist sogar ziemlich poppig, und das dritte Lied, Brave, empfinde ich als sehr aufbauend.
Ihre Musik ist ein interessanter Mix aus klassischem Chiptune, also “Computergepiepse”, und eher houseartigen Elementen. Mit echtem Breakbeat hat das Ganze für mich weniger zu tun. Das Album lädt sehr stark zum viben ein, ohne in irgendeiner Form langweilig oder eintönig zu sein. Vielleicht eher unaufdringlich, allerdings auf eine positive Art und Weise. Egal ob beim Schreiben, beim Videoschneiden oder beim Einschlafen – Edit lief die letzten Wochen sehr häufig einfach so nebenbei. Quasi ein Hintergrundsoundtrack, der aber mehr zu bieten hat als das langweilige Gedudel in vielen Open-World-Spielen.
Persönliches Lieblingslied: Track 02 – Delta [04:17]
Vermutlich das treibendste Lied auf der CD. Beim ersten Hören erinnerte es mich an den (wirklich guten) Soundtrack zu Cave Story, nur melodischer und weniger “Videospielfeeling”. Das Grundmotiv ist eingängig und ja, die Percussion-Elemente kommen hier dem klassischen Breakbeat wohl am nächsten. Aber im Widerspruch zum restlichen Album gefällt es mir, glaube ich, gerade deshalb so gut, weil es etwas Tempo hat.






