„Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch“ besagt ein altes Sprichwort. Nein, heute geht es nicht schon wieder um unsere geliebten Haustiere (Pichu schafft es immer noch auszubrechen…), sondern um Videospiele. Lysanda hat am Wochenende nämlich ein Seminar besucht und ich war entsprechend allein Zuhause (mit den Katzen). Und ihr wisst, was das heißt: Zocken bis zum Umfallen! Okay, so viel war’s jetzt doch wieder nicht aber ich habe mir auf jeden Fall seit langem mal wieder ein richtig faules Wochenende vor dem Computer gegönnt. Und was habe ich gezockt? Nun, diese drei mehr oder weniger alten Schinken:

Destiny 2 (Herstellerbild)

Destiny 2 (2017; PC, XONE, PS4) – „Einem geschenkten Gaul, schaut man nicht ins Maul“ aber was soll ich denn sonst tun? Ich schreibe halt nun einmal ab und zu und hin und wieder über Spiele… Teil 1 ging zwar nicht an mir vorbei, aber ich wollte es nie für die „alten“ Konsolen kaufen, deswegen steht es nicht im Regal. Und da ich Teil 1 nicht habe, wollte ich bislang auch Teil 2 nicht kaufen. Hatte ich schon erwähnt, dass mein Videospielekaufverhalten auf andere mitunter etwas seltsam wirkt? Ja? Okay. Nun hat es Activision wegen schlechter Verkaufszahlen der DLCs verschenkt und ich konnte mal reinschauen.

Das Ergebnis? Die erste Stunde hat mich nicht vom Hocker gehauen. Ja, es war theoretisch ein bombastischer Einstieg: Die Rendersequenzen sehen richtig genial aus (aber nicht ganz auf Blizzard-Niveau), Nathan Fillion als Sprecher von Cayde-6 (neben vieler weiterer Prominenz) geht sowieso immer und ihr werdet sofort ins Geschehen geworfen, wodurch die Engine sogleich ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen kann. Und ja: Theoretisch sieht das Spiel wirklich hübsch aus. Praktisch muss ich aber sagen, dass mir alles viel zu steril wirkt obwohl ihr am Anfang in einer zerstörten Stadt unterwegs seid. Nein, das liegt nicht am SciFi-Setting, sondern ist das (zumindest mir) bekannte The Elder Scrolls-Problem. Spielerisch fühlte ich mich hingegen an Hellgate: London (was übrigens nächste Woche sein Comeback als reiner Solo-Titel feiert) erinnert – was nur bedingt positiv gemeint ist.

Die Schießereien gehen zwar gut von der Hand (wird ja überall über den Klee gelobt) aber die Einstiegswaffen hören und fühlen sich mal wieder nach nichts an und allein schon deshalb kommt bei mir kein richtiger Spaß auf die Masse an gleichförmigen Gegnern niederzumähen. Als ich dann auch noch einem Plotstopper begegnete (in der ersten Mission! Der Flieger, der mich abholen sollte war zwar da, nahm mich aber nicht mit.) – ja, ich hatte gerade ein Déjà Vu (Stichwort Red Dead Redemption) -, war das bisschen übriggebliebene Luft sofort raus. Zwar half ein Neustart am letzten Checkpoint und ich habe die Mission dann selbstverständlich beendet bevor ich das Spiel schloss. Aber ein echter Reiz zum Weiterspielen ist derzeit nicht vorhanden. Und das sage ich – um es noch einmal zu Betonen – nach nur einer Stunde Spielzeit mit der Tutorialmission!

Warhammer: End Times – Vermintide (Herstellerbild)

Warhammer: End Times – Vermintide (2015; PC, XONE, PS4) – Left 4 Dead im Warhammer-Universum. Statt gegen Zombies in Städten, wird gegen Ratten (= Skaven) in einer Mittelalterumgebung gekämpft. Mehr bräuchte ich tatsächlich gar nicht dazu zu sagen. Wem das Genre zusagt, kann zugreifen. Es gibt allerdings die Einschränkung, dass seit dem Release von Teil 2 sich die Server von Teil 1 etwas gelichtet haben (obwohl ich tatsächlich ein volles Team menschlicher Spieler auf Anhieb gefunden habe). Aber das wäre ja langweilig, wenn ich euch nur damit stehen lasse, denn es gibt durchaus ein paar Sachen, die für Warhammer: End Times – Vermintide sprechen im Vergleich zu Left 4 Dead & Co.:

Für mich ist es zu allererst natürlich das Setting und die Geschichte, die wie der Name schon sagt während der „Endzeit“ im Warhammer-Universum angesiedelt und nach meinem Verständnis Kanon ist. Das Level- und Charakterdesign versprüht dabei von vorne bis hinten nicht nur das dunkle „Warhammer“-Setting, sondern auch das wirklich bedrückende Gefühl in einer Stadt unterwegs zu sein, die dem Untergang nah ist. Was natürlich durch die sehr schicke Grafik unterstützt wird. So intensiv hat man die Skaven noch nie erlebt und es ist absolut kein Vergleich zum…ja, zur aus meiner Sicht einfach mehr Gameplay-fokussierten Konkurrenz. Was nicht heißt, dass es hier Abstriche gibt: Fünf völlig unterschiedliche Charaktere und ein extrem umfangreiches Loot- und Craftingsystem inkl. einem rudimentären Questsystem (jede Mission hat Nebenaufgaben) erwarten euch. Da geht selbst in der Grundversion mit ihren 13 Levels so schnell nicht die Abwechslung verloren. Sieben weitere gibt es als DLC, die euch außerhalb von Ubersreik unterwegs sein lassen. Im Gegensatz zu Destiny 2 hat mir hier die erste Stunde (zwei Levels auf „Easy“) gute Laune bereitet.

 

So viel also zu den Ultrakurzeindrücken zu diesen beiden Titeln. Die Nummer 3 habe ich hingegen am Wochenende angefangen und sogleich durchgespielt:

Evoland (Herstellerbild)

Evoland (2013; PC, OSX, Linux, iOS, Android) – Die ursprüngliche Idee für diesen Titel entstand beim 24. Ludum Dare (und war der Gewinner) und ist unter dem Titel Evoland Classic auf der Homepage des Entwicklers immer noch spielbar. Also einfach mal reinschauen!

Das Prinzip ist recht simpel: Das Spiel entführt euch auf eine kurze Zeitreise (ungefähr 6 Stunden inkl. allen Achievements) durch die Welt der frühen Action-Rollenspiele wie Final Fantasy, The Legend of Zelda oder auch Diablo. Angefangen mit Gameboy-Grafik ohne Sound, sammelt ihr nach und nach neue Gameplay-Features bis ihr euch in 3D mit HD-Sound in Echtzeit durch die Gegnerhorden metzelt. Alles natürlich mit einem großen Augenzwinkern versehen. Vor allem Final Fantasy VII war eine große Inspirationsquelle für die Entwickler. Hatte ich schon erwähnt, dass euer Held im Standard Clink und seine Gefährtin Kaeris heißt? Nein? Dann lasse ich das mal so stehen :smile: . Mich hat aber vor allem die Diablo-Passage zum Schmunzeln angeregt.

Abseits dieser interessanten Prämisse und der amüsanten Umsetzung, erwartet euch aber nicht viel substantieller Inhalt. Die meiste Zeit verbringt ihr mit Laufen und Kämpfen. Gekämpft wird auf zwei Arten: Es gibt eine Weltkarte, auf der ihr Final Fantasy-typische Rundenkämpfe absolviert und die einzelnen Gebiete, in denen ihr dann in The Legend of Zelda-Manier in Echtzeit zuschlagen dürft. Gestorben bin ich nur ein paar Mal bei den Bosskämpfen, ansonsten waren die Zufallskämpfe ausschließlich durch ihre Masse nervig. Da es kein echtes Level-Up-System gibt, hatten sie auch keinen Mehrwert und haben nur die Spielzeit unnötig verlängert.

Einstreut sind hier und da einfache Rätsel, die am interessantesten sind, wenn sie mit der Perspektive spielen. In der 2D-Ansicht stoßt ihr beispielsweise auf einen Block, der unüberwindbar scheint. Nachdem ihr in die 3D-Ansicht wechselt, könnt ihr einfach drübersteigen. Das Umschalten geschieht durch Kristalle, die in der Spielwelt verteilt sind. Neben diesen kleinen Highlights ist der Rest des Spiels aber eine rein lineare Angelegenheit ohne viel Tiefgang sowohl was das Gameplay als auch die Geschichte angeht. Habt ihr es einmal durch, gibt es keinen wirklich Grund es noch einmal zu spielen.

Evoland (Herstellerbild)

Beim Christoph meint: Objektiv betrachtet kann ich dem Titel nur 3 von 5 Sics geben. Es ist eine wirklich nette Idee aber unterm Strich fehlt die Herausforderung. Am meisten schadet dem Titel aber seine Länge. Obwohl es an sich ziemlich kurz ist, dauert es doch irgendwie zu lange an aufgrund der zahlreichen Zufallskämpfen. Natürlich könnte man argumentieren, dass das in den großen Vorbildern genauso ist. Aber eine gute Parodie zeichnet sich selten dadurch aus, dass sie einfach die Fehler des parodierten wiederholt. Aber ich habe es trotzdem gerne durchgespielt. Ja, die Gags sind eher oberflächlicher Natur aber man kann darüber trotzdem schmunzeln und man möchte entsprechend wissen, was die Entwickler noch so zu bieten haben. Und für kleines Geld – mehr kostet Evoland nicht – ist das aus meiner Sicht auch okay. Ich kann ich es entsprechend jedem ans Herz legen, der zumindest rudimentäre Kenntnisse der wichtigsten Rollenspielserien der 90iger hat. Vor allem hat es wesentlich mehr Substanz als beispielsweise DLC Quest. Ich bin nun gespannt darauf, was Evoland 2 da noch draufpacken kann. Es ist auf jeden Fall eine umfangreichere Angelegenheit (drei- bis vierfache Spielzeit laut HowLongToBeat.com).

 

Und damit wisst ihr, womit ich mir am Wochenende hauptsächlich die Zeit vertrieben habe. Bis Montag!

Red Dead Redemption (Herstellerbild)

Und? Auch schon alle fleißig Red Dead Redemption 2 am Zocken? Scheint ja aus Kritikersicht (wie erwartet?) das Übermegahammerspiel zu sein. Mal schauen ob und wann eine PC-Version auf den Markt kommt. Wobei ich meine Kopie von GTA V auf dem PC bislang hauptsächlich für Benchmarks gestartet habe (und eine Runde n00bs im Team-Deathmatch rul0rn). Da bin ich auf der Xbox 360 wesentlich weitergekommen. Ja, ich hatte es damals gekauft und sogar vergleichsweise lange gespielt.

Abseits des notwendigen Zeitinvestments ist einfach nicht mehr so der Reiz da. Habe ich jetzt auch wieder gemerkt, als ich mal spaßeshalber Red Dead Redemption (ja, ich besitze die GOTY) in meine total verstaubte Xbox 360 eingeschoben habe. Als ich schon in der zweiten Storymission auf den ersten Plotstopper gestoßen bin (wenn ihr mit Bonnie MacFarlane Patrouille reiten sollt, dürft ihr euch nicht ihr in den Weg stellen, sonst glitcht sie aus…) ging die Motivation bereits stark in den Keller. Aufgehört habe ich dann nach Mission 4 als mir mal wieder klar wurde, wie viel es in Open-World-Titeln zu tun gibt und wie wenig mich das vor allem bei Rockstar-Titeln noch reizt… Ja, es gibt zahlteiche Details, ihr könnt haufenweise Sachen tun und alles sieht mega-hübsch aus – aber den Spielspaß finde ich trotzdem irgendwie nicht so richtig. Ich werde einfach alt :smile: .

Ein Schneesturm in Kalifornien

Diablo III Immortal (Herstellerbild)

Aber wie heißt es so schön? Jedem das seine. Wenn ihr Spaß mit Red Dead Redemption & Co. habt/hattet, dann ist das richtig so. Das gilt selbstverständlich für alle Spiele auf dem Markt – ja, auch Diablo Immortal, das am Wochenende auf der Blizzcon angekündigt wurde. Und nein, ich verstehe nicht warum die Entwickler den dazugehörigen Shitstorm nicht vorhergesehen haben. Eine Hardcore-PC-Crowd (Konsolen sind auch was relativ Neues im Blizzard-Universum) mit einem Handyspiel aus den Socken zu hauen ist vermutlich unmöglich – egal wie gut vielleicht und unter Umständen das Endergebnis ist. Hätten sie vielleicht vorher mal mit EA reden sollen. Da es sich bei dem Titel allerdings um eine Co-Produktion mit dem chinesischen Entwickler NetEase handelt, sind meine Erwartungen in dieser Hinsicht genauso gedämpft wie bei vielen Fans. Ich vermute ein simples, mit Zeitlimits und Microtransaktionen verseuchtes Hack ‚n‘ Slash mit einer Steuerung, die zumindest für meine Finger keine fünf Minuten nutzbar ist. Trotzdem werde ich natürlich wie damals bei Dungeon Keeper mal reinschauen. Schon allein, weil ich auf dem Smartphone mittlerweile gefühlt mehr zocke als am Hauptrechner – laut dieser neuen iPhone-Statistikfunktion ungefähr zwölf Stunden pro Woche.

Mangels eines echten Diablo IV und meinem weiterhin völligem Desinteresse in Bezug auf Overwatch, war für mich die Ankündigung von WarCraft III: Reforged die wichtigste Neuigkeit. WarCraft III: Reign of Chaos und WarCraft III: The Frozen Throne sind einige der wenigen Echtzeitstrategiespiele in meinem Gamerleben, die ich tatsächlich durchgespielt habe. Und ich finde es echt cool, dass sie nicht einfach nur eine Remastered-Version wie bei StarCraft machen, sondern das Spiel quasi vollständig neu zusammenbauen. Ja, da könnte theoretisch auch das ein oder andere dabei schiefgehen. Ich erwarte hier jedoch absolut keine Experimente und was bislang zu sehen war, macht auch keinen Eindruck in diese Richtung. Es sieht einfach aus wie WarCraft III.

WarCraft III: Reforged (Herstellerbild)

Wobei mich freilich weniger das (gelungene und zeitlose) Gameplay am Remake reizt, sondern vor allem die überarbeiteten Rendersequenzen. Schon das altbekannte Intro in dieser neuen Qualität zu sehen ist einfach nur genial. Das hat mir übrigens mal wieder gezeigt wie gut die rosarote Brille funktioniert, denn zuerst dachte ich, es wäre einfach nur das Originalintro aber das sieht im Vergleich nicht einmal ansatzweise so gut aus. Da will ich gar nicht wissen wie fantastisch Arthas Verrat in aufgemotzter Form daherkommt. Mir läufts schon wieder kalt den Rücken runter, wenn ich auch nur die Musik dieser Sequenz höre. Echt schade (aber natürlich verständlich in Bezug auf Zeit und Kosten), dass Blizzard immer weniger Rendersequenzen raushaut und stattdessen vermehrt auf Ingame-Zeugs schwenkt.

Und sonst?

So viel also zur Blizzcon 2018. Abseits davon habe ich endlich F.E.A.R. 2: Reborn durchgespielt. Das einzige Addon für F.E.A.R. 2: Project Origin. Das Hauptspiel war ja schon nicht mehr so der ganz große Burner im Vergleich zu F.E.A.R. aber der DLC schießt echt den Vogel ab. Fünf Intervalle (vier Levels), die ihr je nach Schwierigkeitsgrad in maximal zwei Stunden (und das ist schon großzügig) durchhabt. Und dann gibt es nicht einmal irgendeinen Mehrwert was die Story angeht (der DLC findet parallel zum Hauptspiel statt). Ihr schlüpft zwar in die Rolle des Soldaten, der Fettel (unfreiwillig) befreit aber sein Weg dorthin ist einfach nur langweilig.

F.E.A.R. 2: Reborn (Herstellerbild)

Der Associate Producer Lucas Myers für den DLC bei Monolith Productions hat damals gesagt: „Wir wollten für den DLC neue und interessante Umgebungen schaffen, die auf dem Hauptspiel aufbauen“. Mag sein, dass sie das auch gemacht haben (ist schon länger her mein Playthrough des Hauptspiels) aber das Ergebnis war für mich weder neu noch interessant. Im Gegenteil war ich auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad eher genervt, weil man selten die Möglichkeit hat alternative Wege zu gehen und stattdessen dauernd überrannt oder aus großer Entfernung von Scharfschützen erschossen wird. In der finalen Arena (einen echten Bosskampf gibt es nicht) habe ich mich hinter einem Pfeiler verstecken müssen, weil ich anders dauernd nur erschossen wurde. Von mir gibt’s entsprechend nur 2 von 5 Sics. Obwohl das grundlegende Spielprinzip auch heute noch Spaß macht, kommt es im DLC absolut nicht zur Geltung. Ihr habt also nichts verpasst, wenn ihr ihn nicht gespielt habt.

Epilog

Ich weiß: Es ist schon paradox, dass ich keine Zeit in einen hochwertigen Open-World-Titel stecken will aber dann weniger als mittelmäßige DLCs durchspiele. Aber ihr wisst ja, dass ich in der Hinsicht vielleicht etwas komisch bin. Ich möchte aber einfach am Ende des Tages, wenn möglich alles von einem Spiel gesehen haben. Erst dann kann ich schließlich vollumfänglich mitreden und euch mit tiefgründigen Einträgen beglücken :smile: .

In diesem Sinne: Bis Montag!

PS: Nicht vergessen euch bis zum 18. November Destiny 2 (PC) für Umme zu sichern!

Nein, ich habe Sailor Moon immer noch nicht komplett durch (sind ungefähr bei der Hälfte). Ist durchaus anstrengend diese Serie. So wenig Story verpackt in zu viele gleichförmige Episoden. Ja, natürlich ist das Original von 1992 komplett auf die Zielgruppe „Kinder“ ausgerichtet und das verstehe ich auch. Trotzdem ertrage zumindest ich das Ganze nur in kurzzeitigen Dosen. Zum Glück gibt es dort draußen ein schier unglaubliches Angebot an Anime-Serien unterschiedlichster Genres, die man zwischendurch einschieben kann. Darunter diese zwei Machwerke, die wir mittlerweile durchhaben:

(Cover)

Death Note (2006, Anime-Serie mit 37 Episoden, DV) – Die grundlegende Geschichte dürfte bekannt sein: Es gibt ein Notizbuch. Schreibt man dort einen Namen hinein, stirbt diese Person. Unzählige Filme, Serien und Büchern haben diese Prämisse bereits genutzt und daraus spannende Geschichten gesponnen. Im Falle von Death Note gibt es mehrere solcher Bücher. Sie sind normalerweise im Besitz der Todesgötter (Shinigami) und gelangen nur selten in die Menschenwelt. Aber dem Todesgott Ryuk ist es zu langweilig mit seinen Kumpels im Jenseits Karten zu spielen, also lässt er seines mal wieder fallen. Anschließend wird es vom intelligenten und nicht weniger gelangweilten High-School-Studenten Light Yagami gefunden, der zuerst nicht an seine Wirkung glaubt aber der Neugierde nicht widerstehen kann. Er tötet also mit dem Buch seinen ersten Menschen und es beginnt eine beispielslose Mordserie, die Light damit rechtfertigt eine bessere Welt schaffen zu wollen ohne Kriminalität. Dass dabei die Polizei nicht tatenlos zusehen kann, obwohl es technisch gesehen erst einmal nur verurteilte Bösewichter trifft, dürfte logisch sein. So beginnt ein extrem spannendes Katz- und Mausspiel mit einer Person namens „L“, die Light unbedingt zur Strecke bringen möchte. Ja, ich weiß: Das ist nur die halbe Wahrheit. Aber ich will ja nichts spoilern :smile: .

Death Note (Herstellerbild)

Als Zuschauer weiß man natürlich von Anfang an was Sache ist und wer hinter dem Death Note steckt. Und ehrlich gesagt ist auch der Ausgang der Geschichte vorhersehbar obwohl ich mir sehr gewünscht habe, dass es anders kommt. Dennoch ist es äußerst reizvoll mit anzusehen, wie der Schlagabtausch zwischen Light und L abläuft. Dabei muss ich zugegeben, dass ich beide Hauptfiguren nicht besonders mag. Light ist der eingebildete Fatzke, der sich übermenschlich fühlt und seine Freundinnen schlecht behandelt. L ist ebenso alles andere als ein perfekt in die Gesellschaft integrierter Mensch. Entsprechend war es für mich weniger ein Mitfiebern wer von beiden am Ende gewinnt. Stattdessen lebt für mich die Geschichte vor allem davon zu sehen wie weit Light geht und zu erfahren was das Death Note noch alles kann bzw. welche Einschränkungen es hat (man möchte ja darüber fantasieren was man tun würde, wenn man sowas hätte). Zu sehen wie L und die Polizei vorgeht, um ihn zu schnappen sowie natürlich dem dazugehörigen „Wird er jetzt erwischt?!“ und den überraschenden Wendungen verstärkt zusätzlich den Drang weiter zu schauen. Wobei es von den Wendungen fast schon ein paar zu viele gibt. Der Serie hat einfach alles, was für mich einen guten Krimi ausmacht (siehe u.a. Michael Manns HEAT).

Beim Christoph meint: Von mir gibt es 4 von 5 Sics. Den 5. Sic gibt es ausschließlich aus persönlichen Gründen nicht. Zum einen war ich von der ein oder anderen Wendung enttäuscht, weil es aus meiner Sicht die Sache nur unnötig in die Länge gezogen hat und zum anderen hätte ich mir wirklich ein anderes Ende gewünscht (so spannend das tatsächliche Finale auch ist). Ansonsten ist die Serie wirklich erstklassige Krimiunterhaltung und eine absolute Empfehlung für alle, die es etwas spannender und düsterer haben wollen. Ich wüsste nicht, dass ich mich während dem Schauen gelangweilt hätte. Im Gegenteil sind wir durchaus das ein oder andere Mal später ins Bett, weil ich unbedingt die Auflösung des fiesen Cliffhangers noch sehen wollte :smile: .

(Cover)

Assassination Classroom (2015/2016, Anime-Serie mit 47 Episoden [2 Staffeln], DV) – Eine Klasse voller angeblicher Looser (=Schüler mit schlechten Noten) irgendwo oben auf einem japanischen Berg, abgestempelt von der Schulleitung und verhöhnt von den Mitschülern im Hauptgebäude. Klingt nicht gerade aufmunternd oder gar originell. Aber sie haben einen Auftrag von der japanischen Regierung: Ihr Klassenlehrer ist ein gelbes Tentakelmonster, das angeblich den Mond gesprengt hat (zumindest zur Hälfte). Ihre Aufgabe: Ihn bis zum Ende des Schuljahres zu töten, weil er sonst die Erde zerstört. Gar nicht so einfach, schließlich kann sich das Monster mit Mach 20 bewegen und damit jedem Angriff ausweichen. Anders als bei Death Note beginnt nun aber kein Katz- und Mausspiel. Nein, Koro-Sensei wie sie das Monster nennen, bemüht sich sehr um seine Schüler und möchte, dass sie besser werden – sowohl in der Schule als auch als Menschen. Dieses ganze „Töten“ ist da nur ein weiteres Lehrmittel für ihn, um dieses Ziel zu erreichen.

In der ersten Staffel (22 Episoden) geht es vor allem darum Koro-Sensei und die einzelnen Schüler besser kennen zu lernen (und sie sich). Das funktioniert erstaunlich gut, immerhin reden wir von am Ende 28 Schülern, drei Lehrern und diversen (dreidimensionalen) Bösewichtern. Man kann sich vielleicht nicht alle Namen merken aber am Ende der Serie lässt sich festhalten, dass irgendwie alle mal zum Zug kamen, ihre Folge im Rampenlicht hatten und eine Entwicklung durchmachten. Natürlich gibt es 2-3 Schüler, die besonders herausstechen wie z.B. den intelligenten Strategen oder die begabte Wissenschaftlerin. Aber die Serie nimmt sich tatsächlich die Zeit euch alle nahe zu bringen ohne dabei irgendwie langweilig zu werden oder nach Schema F vorzugehen. Stattdessen hat selbst in der 1. Staffel jede Folge einen Mehrwert. In Staffel 2 wird dann logischerweise das Tempo erhöht. Schließlich kennt man nun die Schüler und das Ende des Schuljahrs naht. Der Fokus verschiebt sich mehr hin zu was und warum Koro-Sensei existiert, wie die ganze Situation zustande gekommen ist und wie alle Beteiligten damit umgehen.

Assassination Classroom (Herstellerbild)

Dabei ist es angenehm, dass sich die Serie nicht zu ernst nimmt. Koro-Sensei ist eben nicht das böse Monster, dass alle vernichten will. Er steht auf große Brüste, mag Süßigkeiten, kriegt zu wenig Gehalt, etc. was eine gewisse Komik in die Sache bringt. Dadurch rückt hin und wieder die eigentlich ernste Lage (die Zerstörung der Erde) in den Hintergrund und es entsteht Luft zum Atmen sowohl für den Zuschauer als auch die Charaktere ohne, dass es gleich zu einer Filler-Episode verkommt.

Beim Christoph meint: Von mir gibt es volle und uneingeschränkte 5 von 5 Sics. Ich habe immer mal wieder vom Assassination Classroom gelesen und in den Buchhandlungen etwas reingeschnuppert, fand aber die Prämisse irgendwie zu abgefahren und wusste entsprechend nicht, ob mir der Manga wirklich gefallen würde. Nachdem ich nun aber die Serie gesehen habe muss ich ganz klar sagen: Das ist der bislang beste Anime, den ich gesehen habe (und die ersten 5 Sics für einen). Er war lustig, spannend, mitreißend und einfach durchweg unterhaltsam. Umso heftiger hat mich das Serienfinale getroffen… Unbedingt Anschauen!

Sicarius

Laue Herbstmonate

Underworld Ascendant (Herstellerbild)

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass der diesjährige Spieleherbst nicht so heiß ist wie sonst. Zugegeben: Ich kriege es mittlerweile nicht mehr ganz so direkt mit, wenn nicht gerade ein Crowdfunding-Titel wie Underworld Ascendant (15.11.18) dabei ist. Aber wenn ich mir die Releaselisten so anschaue ist da tatsächlich nicht ganz so viel los in Sachen AAA-Titeln. Wir haben schließlich schon Mitte Oktober und das einzige was ich mitbekommen habe sind Call of Duty: Black Ops IV und Assassin’s Creed Odyssey. Weder ein Forza Horizon 4 noch Life is Strange 2: Episode 1 haben aus meinem Blickwinkel große Wellen geschlagen. Und selbst darüber hinaus gab es nicht viel nennenswertes. Schon ein wenig komisch.

Es ist soweit…

Nein, ich glaube nicht, dass es allein am Release von Red Dead Redemption II in dieser Woche liegt. Der wird zwar einschlagen wie eine Bombe (bin allerdings gespannt, ob der Titel GTA V übertreffen kann). Doch meine Vermutung ist, dass wir zum einen mittlerweile stärker die schon lange stattfindende, schleichende Verschiebung ins Frühjahr (Februar/März) bemerken. Zum anderen sind es die Auswirkungen des „Games as a Service“-Fokus vor allem der großen Publisher wie EA, Activision Blizzard und Ubisoft. Beispielsweise hat EA laut Wikipedia und der offiziellen EA-Homepage dieses Jahr(Battlefield V kommt allerdings erst noch) nur rund ein Dutzend neuer Titel veröffentlicht – die vier jährlichen Sportspieliterationen bereits mit eingerechnet. Und von den restlichen zähle ich nicht alle zur Kategorie „AAA“ (z.B. Unravel Two. Für einen der größten Spielepublisher der Welt eigentlich total armselig. Wie verdienen die ihr Geld, wenn sie keine Spiele entwickeln und veröffentlichen?

Anthem (Herstellerbild)

Nun, wenn man sich die Zahlen anschaut brummt das Geschäft mit den sogenannten „Live Services“. 2 Milliarden Euro Umsatz allein im Fiskaljahr 2018 nur durch Microtransaktionen z.B. in Star Wars Battlefront und Spieleabos wie Origin Access. Bei der Zahl würde ich auch keinen Cent mehr in einen neuen Vollpreistitel stecken – schon gar nicht für einen mit einer unbekannten IP. Bitte? Anthem kommt nächstes Jahr? Ach als würde das was werden… Und laut den Analysten könnte EA sogar noch mehr aus den Spielern herausquetschen (meine Interpretation der Worte). Von einem Take-Two Interactive, dass sich quasi ausschließlich von den Shark Cards in GTA Online ernährt wollen wir da gar nicht erst anfangen zu reden.

Insofern kann man nach trotz des Aufschreis im letzten Jahr festhalten: „Games as a Service“ sind im Mainstream angekommen und werden von der Masse an Spielern akzeptiert und honoriert. Und nein: Wir sind in der Hinsicht garantiert noch lange nicht am Ende der Innovationskette angekommen. Ich erwarte, dass die Masse an AAA-Titeln noch weiter abnimmt und stattdessen immer mehr das Paradox Interactive-Modell in Mode kommt: Veröffentliche einen Titel und versorge ihn über Jahre hinweg mit DLCs. So ist Crusader Kings II schon 2012 auf den Markt gekommen. Der 15. und angeblich finale große DLC kommt am 13.11.18. Und dann gibt es noch zahllose Kosmetik-Erweiterungen für teils echt absurde Preise. Und dazu selbstverständlich noch mehr Mikrotransaktionen. Für den Fan des Spiels eine super Sache, für den Spielemarkt im Ganzen vielleicht nicht ganz so zielführend. Aber vielleicht bin ich einfach nur zu alt für den Scheiß :smile: .

Alle wollen unser Geld!

Nighthawks (Herstellerbild)

Während sich die Veröffentlichungen von Spielen gefühlt in Grenzen halten, buhlen aktuell irgendwie plötzlich haufenweise mehr oder weniger interessante (Videospiel)-Projekte um unser Geld. Von den 24 Projekten, die ich bislang 2018 unterstützt habe (nicht alle erfolgreich), startete/lief bei 12 Stück die dazugehörige Kampagne in den letzten zwei Monaten. Und dann sind auch noch fünf davon Rollenspiele (allerdings unterschiedlichster Machart)! Kann mir nicht vorstellen, dass die sich nicht gegenseitig die Unterstützer nehmen. Es sind schon wenig, die überhaupt noch bereit sind einem Crowdfunding-Projekt ihr Geld zu geben (verständlicherweise). Da brauchen wir erst gar nicht über zwei oder mehr zu reden – vor allem, wenn sie gleichzeitig standfinden. Entsprechend knapp war es z.B. für Nighthawks, Encased und The Darkside Detective: Season 2, die zwar alle ihr Finanzierungsziel erreicht und überschritten haben aber wirklich erst auf dem letzten Drücker. Aus meiner Erfahrung heraus nicht unbedingt ein gutes Zeichen. Aber ich will ja nicht gleich wieder pessimistisch sein. Zumal es ja in meinem Sinne ist, wenn am Ende ein gutes Produkt herauskommt.

Was mich allerdings mittlerweile ein wenig nervt (Vorsicht: Luxusprobleme!) ist die gestiegene Vielfalt von Crowdfunding-Seiten. Gab es anfangs „nur“ Kickstarter und dann Indiegogo, gibt es mittlerweile gefühlt für jede Produktkategorie eine eigene Seite mit ihren eigenen Ansätzen und Eigenheiten. Die Grundidee mag ja gut sein (wenn jemand Filme mag, bieten wir ihm auch nur Filme an). Das Problem ist aber, dass sich dadurch die Zielgruppe zersplittert. Erschwerend kommt hinzu, dass viele dieser alternativen Seiten zumindest aus meiner Sicht teils fragwürdige Praktiken haben. So wie Unbound (Bücher-fokussiert) funktioniert, ist es kein Wunder, dass viele Projekte dort nicht erfolgreich sind. Das feste Finanzierungsziel wird nicht angezeigt, ausgezahlt an den Projektinitiator wird zwar nur wenn es erreicht wird aber euer Geld wird trotzdem direkt eingezogen. Und scheitert das Projekt, könnt ihr euch das Geld nicht wieder auszahlen lassen, sondern könnt es nur auf der Webseite in ein anderes Projekt investieren. Bei solchen Konditionen überlege ich sehr lange und werde nach dem nun ersten gescheiterten Projekt auch definitiv dort nichts mehr unterstützen.

Wo ist mein Zeug?!

The Bard’s Tale IV: Barrows Deep (Herstellerbild)

Dass es keine einheitliche Fullfilment-Plattform (z.B. HumbleBundle). gibt ist genauso doof. Man hat nirgends so richtig einen Gesamtüberblick über seine unterstützen Projekte und welchen Status sie haben. Stattdessen muss man sich zig Webseiten mitsamt Login-Informationen merken (immer alle Mails aufheben!), da viele Entwickler mittlerweile sogar dafür ihre eigene Webseite programmieren (die mitunter mehr schlecht als recht funktioniert). Dabei finde ich als Backer speziell BackerKit eine super Sache (zentrale Adresspflege, komplette Projektübersichtsseite, etc.). Klar, kostet die Entwickler sicherlich ein bisschen Geld das zu benutzen aber ob eine eigene Webseite wirklich so viel billiger ist?

Und ja: Natürlich sind nicht alle Lösungen gleich gut. CrowdOx kann ich z.B. überhaupt nicht empfehlen. Warum? Weil ihr System völlig Banane ist. Ein Beispiel: Es kommt eine Mail, dass nun die Keys für The Bard’s Tale IV: Barrows Deep zur Verfügung stehen. Aber anstatt nun auf eine Seite geleitet zu werden auf der direkt die Auswahl für den Key getroffen werden kann, kommt man in seine Umfrage (da wird alles erfasst wie Adresse oder Addons) zurück – und findet nichts. Warum? Weil man schon auf der Addon-Seite der Umfrage ist. Man muss aber eine Seite zurück. Erst dort gibt es die Möglichkeit zwischen Steam und GOG zu wählen. Danach die Umfrage nochmal komplett durchklicken und erst anschließend kommt eine Mail mit dem Key. Wer hat sich das ausgedacht?

Aber gut: Das sind wie gesagt alles definitiv eher Luxusprobleme von jemandem, der vergleichsweise viele Projekte unterstützt. Insofern war es ganz nett sich darüber mal aufzuregen aber betroffen sind vermutlich die wenigsten meiner Leser davon. Deswegen: Danke, dass ihr es trotzdem gelesen habt und bis Montag :smile: .

Der aktuelle Gartenzustand

Herzlich Willkommen, liebe Webseitenbesucherinnen und Besucher!

Wir berichten heute live und in Farbe aus dem Garten von Casa Lysanda. Es erwarten Sie (unter Umständen) schockierende Augenzeugenberichte, (möglicherweise) mitreißende Geschichten und (vielleicht) emotionale Momente. Doch was ist hier geschehen? Nun, das können Sie in diesem Eintrag nachlesen. Seit unserem ersten Bericht wurde der Garten fertigstellt, der Natur freien Lauf gelassen und erste Zusatzmaßnahmen auf Basis von Ausbruchsversuchen ergriffen. Aber was erzähle ich Ihnen das, reden wir doch stattdessen direkt mit einem der Verantwortlichen. Ich begrüße den Webmaster, einer der Dosenöffner in der Casa Lysanda:

Namenloser Interviewer: Erzählen Sie unserem Publikum: Was hat sich in den letzten Wochen getan?

Der Webmaster: Nun, nachdem Hornbach endlich die DSM-Clips wieder auf Lager hatte, konnten wir zuallerst natürlich die letzten Plexiglasscheiben am Zaun befestigen. Stellte sich als schwieriger heraus, als wir gedacht hatten, da wir uns irgendwie total vermessen hatten. Und beim Kürzen mussten sich auch natürlich Risse bilden. Naja, wir haben nun das Beste draus gemacht und dann das Katzennetz montiert. Zusätzlich bekamen wir von einem Arbeitskollegen ein paar Baumstämme und haben sie um das Beet gelegt sowie wie geplant ein Kunststoffseil um einen der Terrassenpfosten gewickelt. Fand Pichu sofort super und hat darüber erfolglos versucht auf das Terrassendach zu klettern – was ihm aber nicht gelang. Zusätzlich zum Traktorreifen gibt es zudem nun einen mit Steinen abgegrenzten Bereich mit einem Torf-Humus-Rindenmulch-Mix zum Reinkacken. Wurde bereits erfolgreich angenommen, wenn ich mir so die Kackhaufen anschaue.

Namenloser Interviewer: Klingt nach viel Arbeit für so ein paar Katzen. Aber jetzt sind sie endlich fertig?

Der Webmaster: Nein, komplett dicht scheint der Garten trotzdem noch nicht zu sein. Wir haben zwar die ersten Schlupflöcher gestopft indem wir zusätzliche Plexiglasscheiben an das Gartentor sowie besagten Terrassenpfosten montiert haben. Zumindest Pichu haben wir aber am Wochenende dabei erwischt, wie er über das Garagendach wieder in den Garten gesprungen ist. Wie er rauskam sind wir uns aber noch nicht sicher. Es bleibt also spannend. Aber besser er als z.B. die noch unerfahrene Maya.

Namenloser Interviewer: Und wie haben die Katzen auf diese Neuerung reagiert?

Der Webmaster: Das sollten Sie sie wohl besser selbst fragen.

Maya auf Erkundungstour

Namenloser Interviewer: Da haben Sie wohl recht. Wie gut, dass die fünf unserem Sender Exklusivrechte eingeräumt haben und wir sie hier und jetzt interviewen dürfen. Auf meinem Gesicht liegt Maya und versucht sich die ganze Zeit an mich zu kuscheln. Wie findest du den neuen Garten?

Maya: Neu? Keine Ahnung wovon Sie reden aber ich darf endlich raus! Nicht mehr muss ich nur dabei zuschauen wie die Jungs durch eine durchsichtige Klappe in der Wand verschwinden. Oder durch das Fenster mit ansehen wie das grüne Zeugs wächst und ab und zu einen Windhauch erschnüffeln, der mir von unbekannten Sachen erzählt. Nein, wenn jemand von den Dosenöffnern so nett ist und die Terrassentür öffnet, kann ich endlich da raus und die Welt erkunden und das macht echt viel Spaß!

Namenloser Interviewer: Warum durch die Terrassentür? Haben dich die Dosenöffner nicht in der Katzenklappe registriert?

Maya: Was ist eine Katzenklappe? Lysanda hat mir ein paar Mal diese durchsichtige Tür in der Wand geöffnet. Meinen Sie das? Kann ich da auch alleine durch? Versteh ich nicht. Erscheint mir zu gruselig. Naja, egal. Auf jeden Fall bin ich bei meiner ersten Tour auch gleich hoch hinaus. Ich bin über den Kratzbaum hoch auf das Terrassendach und dann auf das Hausdach. Ein bisschen Angst hatte ich schon und der Untergrund war etwas steil und rutschig aber da oben war es echt cool. So viele Gerüche und man konnte so weit sehen. Der große Dosi hat dann ein Dachfenster geöffnet und ich war so doof da rein zu gehen. War zwar ein Raum, den ich vorher noch nie gesehen hatte aber jetzt komme ich nicht mehr auf das Hausdach, Die haben so eine blöde Scheibe am Pfosten befestigt, an der ich nicht vorbeikomme. Das ist echt doof und frustrierend! Ich will da wieder hoch und noch mehr von der Welt erkunden. *hatschi*

Namenloser Interviewer: Iiiih…ähhh Gesundheit. Ich sehe gerade, dass ein schwarzes U-Boot um meine Beine schleicht und um Aufmerksamkeit buhlt. Was hast du zum Thema zu sagen, Jules?

Jules & Pichu kabbeln sich

Jules: Ich kann damit leben. Ja, ich wäre schon lieber draußen. Ich finde es z.B. schade, dass ich mich nicht mehr in die Einfahrt legen und sonnen kann. Oder hinter dem alten und nicht mehr vorhandenen Sichtschutz im Schatten liegen darf. Aber es gibt auch so noch viele schöne Plätze zum ausruhen und rumtoben. Solange mein Bro Pichu bei mir ist und ich mit ihm balgen kann bin ich sowieso glücklich. Blöd ist nur, dass ich dem riesigen Ding namens Balu nicht mehr entfliehen kann. Der scheucht mich durch den ganzen Garten, wenn er mal wieder seine fünf Minuten hat. Das ist echt unheimlich und furchteinflößend. Der wird mich bestimmt irgendwann doch mal fressen. Und jetzt knuddel mich endlich, mir ist langweilig!

Namenloser Interviewer: Ich kann jetzt nicht. Zum einen habe ich Maya immer noch im Gesicht und zum anderen sehe ich aus dem Augenwinkel Lyssi aus dem Spieltunnel hervorlugen. Lyssi, haben Sie sich gut von Ihrem Unfall erholt?

Lyssi: Ja, mir geht es wieder gut. Werde ich nie wieder machen so eine Dummheit.

Namenloser Interviewer: Das freut mich zu hören. Angeblich war Ihr Unfall ja ein Grund für die neue Gartengestaltung. Wie finden Sie das?

Lyssi: Wissen Sie, es ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite bin ich überglücklich, dass ich nach fünf Monaten Hausarrest endlich wieder hinaus an die frische Luft darf. War echt anstrengend jeden Tag die Dosenöffner davon zu überzeugen das Schlafzimmerfenster zumindest zu kippen, damit ich Zeitung lesen konnte. Die Stippvisiten im Garten sind da einfach was ganz anderes. Außerdem macht es Spaß mit Pichu und Jules durch das hohe Gras zu flitzen oder im Spieltunnel verstecken zu spielen. Hätte nicht gedacht, dass das Ding etwas taugt als er noch im Haus rumlag. Auf der anderen Seite belastet es mich natürlich schon etwas zu wissen, dass ich mit ein Auslöser dafür war, dass die anderen nun nicht mehr hinaus in die weite Welt…ach, das glaubt mir doch eh keiner. Es ist mir völlig egal, was die anderen für Probleme haben. Hauptsache ich kann endlich wieder raus! Freiheit für Lyssi!

Namenloser Interviewer: Na dann. Maya, jetzt doch mal von mir runter!

Lyssi glücklich im Garten

Maya: Aber Intensivknuddeln! *hatschi*

Namenloser Interviewer: Igitt! Voll in die Haare. *verscheucht Maya und putzt sich mit einem Taschentuch* Wann wird die endlich gesund?! Naja, da drüben liegt Pichu auf einem Gartenstuhl. Pichu, wie gefällt Ihnen der neue Garten?

Pichu: Ehrlich gesagt verstehe ich den ganzen Aufstand nicht. Ich finde es zwar schön zu klettern, aber warum die Dosenöffner mir unbedingt das rein- und rauskommen erschweren mussten? Keine Ahnung. Abseits davon merke ich nicht viel Unterschied. Ja, Balu der alte Streuner ist gefühlt mehr da als früher und meine Sis Lyssi darf endlich wieder raus. Aber ich gehe weiterhin nachts auf Tour und bringe Mäuse mit nach Hause. Insofern passt das für mich schon alles.

Namenloser Interviewer: Eine überraschend positive Einschätzung. Haben Sie keine Angst, dass Ihnen die Fluchtwege abgeschnitten werden?

Pichu: Fluchtwege? Abschneiden? Warum sollten die Dosenöffner sowas tun? Ich habe mich bislang weder einsperren lassen noch war ich nicht pünktlich Zuhause. Also erzählen Sie nicht so einen Schmarrn und geben mir stattdessen ein paar Leckerlis.

Namenloser Interviewer: Mmmh. Da hat wohl jemand noch nicht den Ernst der Lage begriffen. Wie schaut es bei dir aus, Balu?

Balu denkt über das Leben nach.

Balu: Was ein Scheiß! Ich bin anständig und kacke ich nicht in mein eigenes Revier. Deshalb habe ich denen auch aus Frust in den Kellerflur gemacht, da bin ich sonst ja nie. Außerdem brauche ich als alter Schrebergartenkater meine Freiheit. Ich muss hinaus, mein Revier verteidigen und meine andere Familie besuchen. Die vermissen mich wahrscheinlich schon. Gott, da kriege ich schon wieder so eine Wut, dass ich Jules am liebsten eine überbügeln möchte. Warum werde ich, die vorbildlichste Katze überhaupt so bestraft?! Die Welt ist ungerecht!

Namenloser Interviewer: Du bist also mit der Situation unzufrieden?

Balu: Haben Sie mir gerade nicht zugehört? Das ist vollkommen bekloppt! Mir ist langweilig, ich will raus hier! *haut Jules*

*Jules rast durch den Garten und Balu rennt ihm hinterher*

Namenloser Interviewer: Da haben Sie es meine Damen und Herren. Live und exklusiv nur bei uns die harten und echten Fakten aus dem Garten von Casa Lysanda. Wir danken, dass sie eingeschaltet haben und verabschieden uns bis zum nächsten Mal. Haben Sie noch ein Wort um Abschluss für uns, Herr Nachbarshund?

Buddy: Ich mag Katzen. Katzen sind cool! Endlich kann ich den ganzen Tag mehr Katzen sehen *kläff* Kommt zu mir Katzies! Ich möchte mich euch spielen! *kläff*

*Alle Katzen rennen auf die Terrasse oder ins Haus*

Nächste Seite »