Am Donnerstag (Freitagmorgen bei uns) ist es wieder soweit: Geoff Keighleys Egotrip 2022 wird ausgestrahlt. Besser bekannt als The Game Awards bei denen bereits vor Beginn des “Livestreams” die Hälfte der Gewinner (garantiert in allen Kategorien God of War: Ragnarök* oder Elden Ring*) bekannt gegeben werden und die sowieso alle nur schauen, um die neusten Trailer und Ankündigungen zwischen der vielen Werbung und den “Keighley ist der Retter der Spieleindustrie”-Lobpreisungen zu sehen. Weiß nicht was schlimmer ist. Dieses Event oder die Oscars. Geben sich vermutlich beide nicht viel.

Aber gut: Es sieht bei mir nicht so aus, als würde sich im Dezember noch großartig in spielerischer Hinsicht was tun. Ich werde meine Zeit hauptsächlich weiter mit The Guild 3* und dann vermutlich im Urlaub mit World of WarCraft* verbringen. Nutzen wir also den Beginn der “Awards-Season” dafür auch das eigene Spielejahr mal ein bisschen Revue passieren zu lassen.

Einkauf & Hardware

Ein Teil des 2022er Spieleeinkaufs

In physikalischer Form dürften 2022 um die 30 Spiele ihren Weg in die Casa Lysanda gefunden haben. Ist mittlerweile etwas schwierig geworden das nachzuvollziehen. Papierrechnung gibt es keine mehr. Zudem kaufe ich mittlerweile in viel zu vielen verschiedenen Shops und dazu dann noch die Kickstarter-Lieferungen. Heuer waren die Einkäufe aber auf jeden Fall wieder zum Großteil für den PC und nur ein Teil für unsere Nintendo Switch. Für letztere dürfte ich schließlich bis auf eventuelle Neuerscheinungen mittlerweile alles haben, was mich interessiert (Titel, die niemals auf einer anderen Plattform erscheinen werden). Es landete aber tatsächlich sogar ein Werk für meinen alten Nintendo 3DS (so alt wie Dark Souls) im Warenkorb: The Legend of Zelda: TriForce Heroes*. Schlicht und einfach, weil es spottbillig bei medimops zu haben war.

Tatsächlich gespielt habe ich auf dem kleinen Handheld 2022 hingegen erneut exakt null Komma nichts. Genauso wenig wie auf der PlayStation Vita, der PlayStation 3 und der Xbox 360. Ob ich jemals wieder dazu kommen werde mich mit denen zu beschäftigen? Keine Ahnung. Und auch Lysandas GameBoy Color war nicht an, wurde aber immerhin beim Aufräumen mal aus seinem Gefängnis irgendwo tief unten in irgendeiner Kiste :smile: . Stattdessen verbrachte ich 80% meiner begrenzten Spielezeit auf dem PC. Gefolgt von der Nintendo Switch (hauptsächlich unsere Fitnesstitel) und als Schlusslicht mein iPhone 11 (hin und wieder ein bisschen Magic – The Gathering – Puzzle Quest und das jeweils neuste Kairosoft-Spiel). Die Wahrscheinlichkeit, dass uns jemals eine Xbox One, Xbox Series X, PlayStation 4 oder PlayStation 5 ins Haus kommen wird ist entsprechend extrem niedrig. Sonys neu entdeckte Bereitschaft ihre Hits endlich auch auf PC zu veröffentlichen hilft da logischerweise nicht – ist aber ein genialer Trend.

Bundlefreak

Mein digitaler Konsum war entsprechend fast ausschließlich auf den PC beschränkt. Und da habe ich wieder so viel zugeschlagen, dass ist der Wahnsinn. Allein auf Steam habe ich lt. Übersicht über 1.400 Lizenzen (Spiele, DLCs und Soundtracks) aktiviert. Davon dürften ~250 tatsächlich auf Steam gekauft worden sein (vermutlich mehr DLCs als Spiele). Dann ca. 300 Testmuster, die mir dank Co-Optimus kostenlos zur Verfügung gestellt und bislang nicht wieder deaktiviert wurden. Die große Masse, ~800 Stück, stammen hingegen aus Dutzenden von Bundles. Hauptsächlich von Fanatical (da wird fast jeden Wochentag ein neues angeboten) und Humble Bundle. Ja, ich schlage weiter bei allem zu wo ich den Großteil noch nicht habe. Werde ich das alles jemals spielen? Vergiss es. Aber irgendwie muss ich ja meine Sammelleidenschaft befriedigen :smile: . Mein Steam-Profil erweckt zwar einen ganz anderen Eindruck aber das liegt schlicht an meiner ArchiSteamFarm, die sich sofort auf alles stürzt, was Trading Cards mitbringt. Hat übrigens am Ende gut 8-9 Monate gedauert bis der Bot durch meine bisherige Steam-Bibliothek durch war. Heftig. Dürften mehrere tausend Trading Cards gewesen sein, die er dabei gefarmt hat.

Doch ich schweife ab: Abseits von Steam gab es natürlich noch die wöchentlichen Freebies im Epic Games Store (sowie den ein oder anderen Kauf im Sale dort), die ich immer vorbildlich abgreife sowie ab und an mal eines bei GOG. Man kann also getrost festhalten: Zuwachs gab es 2022 wieder extrem viel in meiner Spielebibliothek. Allerdings meist ohne ein großes Loch in den Geldbeutel zu reißen. Es ging uns Videospielern echt noch nie so gut – und trotzdem jammern viele…

Das eigentliche Thema

Stellt sich nun noch die viel wichtigere Frage: Was habe ich davon tatsächlich gespielt? Nun, im großen Ganzen nicht wirklich viel. An meinem “ich konzentriere mich auf einen Titel”-Motto hat sich nichts großartig geändert. Gleichzeitig hatte ich irgendwie auch nicht ganz so viel Zeit/Lust was zu zocken. Beim groben Nachzählen komme ich entsprechend auf maximal zwei Dutzend Titel, mit denen ich dieses Jahr nennenswert Zeit verbracht habe (dank der Steam-Farm nicht mehr ganz so einfach nach zu vollziehen) und davon wiederrum höchstens die Hälfte tatsächlich durchgespielt – darunter aber zum Beispiel die komplette Metro-Trilogie. Also lasst uns nicht länger um den heißen Brei herumreden und schauen uns die alles entscheidende Tabelle an:

Meine Top Fünf Spiele des Jahres 2022

Star Wars Jedi: Fallen Order (Herstellerbild)

1. Star Wars Jedi: Fallen Order* (2019; PC, XONE, XS, PS4, PS5) – Während Film, Fernsehen und Spielwarenabteilung seit der Übernahme von Disney mit Star Wars überschwemmt werden, ist es im Videospielebereich tatsächlich überraschend ruhig. Hoffen wir mal, dass es so bleibt, wenn wir im Gegenzug so geniale Titel wie Respawn Entertainments Metrovania/Souls-like bekommen. Der Hauptcharakter (Milchbubi) und seine Begleiterin (Froschaugen) haben mir zwar optisch nicht zugesagt aber das hat weder der Geschichte noch dem Spielerlebnis zum Glück einen Abbruch getan. Stattdessen habe ich ein richtig cooles und optisch sehr gut in Szene gesetztes Abenteuer erlebt – mit erstaunlich wenig Fanservice. Ja, das Finale könnte man natürlich als solchen bezeichnen. Aber trotz oder gerade deshalb war es einfach nur genial. Spielerisch fand ich es super, dass der Schwierigkeitsgrad nicht ganz auf dem Level der großen Vorbilder lag. So blieb das Tempo angenehm hoch und die Geschichte konnte sich besser entfalten.

A Plague Tale: Innocence (Herstellerbild)

2. A Plaque Tale: Innocence* (2019; PC, XONE, XS, PS4, PS5) – Frankreich im Jahr 1349. Ratten überschwemmen das Land und die Pest wütet. Mittendrin: Amicia de Rune, Tochter eines Adeligen sowie ihr jüngerer Bruder Hugo, der seit seiner Geburt im Haus versteckt wird. Warum verrate ich an dieser Stelle nicht, denn das herauszufinden macht einen Großteil der Geschichte aus. Aber sagen wir es so: Es hat schon seinen Grund, warum eines Tages die Inquisition vor der Tür steht und den Jungen haben will. In der Rolle von Amicia entkommt ihr dem Angriff, habt aber nun Hugo an der Backe. Euer Ziel: Die Verfolgung durch die Inquisition zu überleben, nicht von den tausenden von Ratten gefressen zu werden und dabei (mehr oder weniger freiwillig) der Sache auf den Grund zu gehen.

Das Spielprinzip ist simpel und besteht hauptsächlich daraus an Hindernissen vorbei zu schleichen und Schieberätsel zu lösen. Zentrales Element sind die omnipräsenten Ratten, die Angst vor Feuer haben – aber mitunter ist keines in Reichweite. Amicia selbst ist nur ausgestattet mit einer Schleuder, bekommt im Laufe des Spiels jedoch dank der Unterstützung von diversen Alchemisten Zugriff auf weitere Munitionsarten mit denen sie z.B. explizit Ratten zu einem Punkt locken kann. Funktioniert soweit alles ganz gut, ist aber nichts Weltbewegendes oder gar großartig Herausforderndes. Was den Titel der Franzosen von Asobo Studio so genial macht ist hingegen das Drumherum. Die Atmosphäre, die Geschichte, die Charaktere (obwohl hauptsächlich Kinder vorkommen!) – wirklich erstklassig und nichts für sanfte Gemüter. Wie auch? Amicia wird ins kalte Wasser geworfen, hat ihren nervigen Bruder an der Backe, den sie kaum kennt und muss durch ein Land reisen, das vom Tod zerfressen ist, verfolgt von den Leuten, die ihre Eltern brutal ermordet haben. Da ist nicht viel mit eitel Sonnenschein. Stattdessen Straßen und Felder buchstäblich übersäht mit Leichen und Ratten, die fast schon zu detailliert in Szene gesetzt wurden und das sowieso schon bedrückende Gefühl “allein auf weiter Flur zu sein” gekonnt verstärken. Dem will am Ende nicht nur Amicia entkommen, auch ich will da raus.

(Herstellerbild)

3. Super Mario 3D World + Bowser’s Fury* (2021; NSWI) – Mit dem hochgelobten Super Mario Odyssey* hatte ich bekanntlich nicht so viel Spaß, was zu 90% der Steuerung geschuldet ist. In Super Mario 3D World + Bowser’s Fury springe ich zwar hier ebenfalls ab und an mal daneben, weil mein Tiefensinn nicht vorhanden scheint aber unterm Strich habe ich hier wieder die volle Kontrolle über meinen Charakter (spiele hauptsächlich mit Peach). Unterm Strich ist es jedoch ein klassischeres Mario-Jump ‚n‘ Run-Erlebnis und gefällt mir schon allein dadurch wesentlich besser. Ich mag meine übersichtlichen und klar abgegrenzten Level :smile: . Was aber nicht heißt, dass das Spiel einfach nur ein 08/15-Plattformer ist. Auch hier strotzen die Level nur so vor coolen Ideen und sind entsprechend abwechslungsreich in jederlei Hinsicht. Gleichzeitig gefällt mir, dass sie übersichtlicher sind. Das macht es einfacher schnell mal Zwischendurch eins zu erledigen und es motiviert mich mehr die Monde und Stempel zu sammeln, die ich beim ersten Mal vielleicht verpasst habe. Weil eben ein Durchlauf nicht so viel Zeit kostet.

(Herstellerbild)

4. UBERMOSH (2015; PC, Linux) – Kurz, knackig, adrenalinfördernd und ohne irgendeine Form von Schnickschnack. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Es macht trotz seiner Einfachheit überraschend viel Spaß und ich komme ziemlich schnell in einen entsprechenden “nur noch ein Versuch”-Flow rein. Teil 1 habe ich zwar mittlerweile hinter mir gelassen nach ca. sechs Stunden Spielzeit und dem Erreichen aller Achievements aber das ist zum einen völlig okay und zum anderen steht er hier auch ein Stück weit stellvertretend für die andere Teile der Serie.

Für mehr Details verweise ich auf meinen ausführlichen Text. Da habe ich schon alles niedergeschrieben, was mir eingefallen ist. Alles andere wäre an dieser Stelle unnötige Wiederholung.

5. Subsurface Circular (2017; PC, Mac, NSWI, iOS) – Es ist nicht ganz ein Visual Novel aber auch kein vollwertiges Adventure. Irgendwo in einer Stadt der Zukunft übernehmt die Rolle eines Detektivs. In der Stadt sind in den letzten Wochen immer wieder Arbeiter verschwunden. Eure Aufgabe ist es das Rätsel zu lösen. Das Besondere: Die Arbeiterklasse besteht vollständig aus Robotern mit unterschiedlicher Programmierung. Und ja, ihr seid selbst ebenfalls einer. Es gibt zwar die ein oder andere Parallele zu Blade Runner was die Themen (Leben, Loyalität, etc.), das Setting und die Fragen angeht, die aufgeworfen werden. Aber die Art eurer Identität gehört nicht dazu.

Subsurface Circular (Herstellerbild)

Und noch etwas unterscheidet Subsurface Circular vom großen Vorbild: Es gibt nur eine Lokation und zwar die namensgebende U-Bahn für Roboter, die 24/7 ihre Runde dreht. An jeder Station steigen Charaktere ein und aus und das Einzige was ihr tun könnt ist mir ihnen zu reden. Mit jedem Gespräch lernt ihr neue Informationen mit denen ihr weitere Fragen stellen könnt. Ziel ist es alles aus ihnen herauszuholen bevor sie wieder aussteigen und so nach und nach das Geheimnis zu lüften. Je nachdem wie ihr euch anstellt, verzweigt die Geschichte anders und ihr bekommt ein anderes Ende. Die Spielzeit beträgt zwar nur ca. zwei Stunden in denen ihr hauptsächlich Dialogboxen lest. Dem Geheimnis auf die Spur zu kommen macht aber trotzdem richtig Laune. Der Text ist erstklassig, die Charaktere interessant, die Geschichte spannend und Grafik und Sound unterstützen die Atmosphäre richtig gut.

 

Aufmerksame Leser sind vermutlich nun etwas verwundert. Da fehlen schließlich ein paar Kandidaten, die man als offensichtlich ansehen würde. Aber so viele Stunden mich Animal Crossing: New Horizons* auch beschäftigt hat – es ist und bleibt für mich nur eine (sehr gut gemachte!) Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Deus Ex: Human Revolution – Director‘s Cut* schaffte es hingegen nicht auf die Liste, weil das Original 2011 bereits einen Bagdadsoftware NOCA erhalten hat. Das reicht an Auszeichnungen :tongue: . Und die drei Metro*-Spiele? Teil 1 war gut und ab dann ging es abwärts. Speziell bei Metro Exodus war ich relativ schnell im “Wann ist es endlich vorbei?!”-Modus. Merke: Open World ist nicht immer gut. Und so genial es ist, dass faktisch jeder auf dem Zug nach jeder Mission sehr viel zu erzählen hat und man gefühlte Stunden nur mit Zuhören verbringen kann… irgendwann ist es auch mal genug.

Und damit kennt ihr meine Top Fünf Videospiele des Jahres 2022. Was wohl 2023 bringen wird? In einem Jahr werden wir es wissen.

Dragon Ball Z: Budokai (Herstellerbild)

29. November 2002. Ein Tag, der in die Geschichte eingehen sollte. Denn an diesem Freitag wurde Dragon Ball Z: Budokai für die PlayStation 2 veröffentlicht. Ein Kampfspiel basierend auf der gleichnamigen TV-Serie. Der Metacritic-Score liegt nur bei 67 aber wir wissen ja alle, dass diese doofen Spielejournalisten keine Ahnung von echter Qualität haben. Goku for Life!

Mmh?! An diesem Tag ist noch ein anderes Spiel erschienen? Höchstwahrscheinlich. Freitags war damals in Europa der Standardreleasetag. Aber was auch immer da veröffentlicht wurde, war bestimmt nicht wichtiger als Gokus Reise von der Saiyan in die Call Games Saga. Doch? Was soll das denn für ein mega-über-tolles Spiel gewesen sein? Gotik Zwei? Ich hab’s nicht so mit Architektur und Kunst, doch was hat das mit Videospielen zu tun? Ach Gothic II. Okay, du hast gewonnen lieber imaginärer Besucher in meinem Kopf. Wie konnte ich nur vergessen :wink: , dass vor genau 20 Jahren das beste* Einzelheldrollenspiel aller Zeiten in Deutschland in die Händlerregale gekommen ist. Warum ein “*”? Na, weil in einigen wenigen Fällen es tatsächlich vorkommen kann, dass Perfektion noch perfekter werden kann. Und im Falle von Gothic II hat das Erscheinen des Addins (integriert Inhalte in das Hauptspiel statt nur etwas anzuhängen/separat bereitzustellen) Gothic II: Die Nacht des Raben ein Jahr später (21.08.2003) nochmal einen drauf gesetzt.

Ein bisschen Geschichte

Nach der Veröffentlichung von Gothic und dessen einschlagendem Erfolg begannen bei Piranha Bytes direkt die Arbeiten an einem Addon. Bei ihrem Publisher, Egmont Interactive, gingen jedoch am 30. September 2001 die Lichter aus. Danach fanden sie zwar mit JoWooD Entertainment AG relativ zügig einen Ersatz aber die Österreicher hatten keinen Bock auf ein Erweiterungspaket und wollten stattdessen einen vollwertigen Nachfolger – der schon Ende 2002 fertig sein sollte. Ein ganz schön anspruchsvolles Ziel auch, wenn die Entwicklungszeiten damals noch kürzer waren. Andererseits hatten sie ja nun eine funktionsfähige Engine. Entsprechend lag die “Hauptarbeit” darin Inhalte zu produzieren und das halbe Jahr, das sie bereits in das Addon gesteckt hatten, musste nicht komplett weggeworfen werden.

Gothic II: Gold Edition (Herstellerbild)

Mehr Details zum geplanten Inhalt des Addons gibt es (meines Wissens) nicht. Meine persönliche Vermutung ist jedoch, dass der zweite Besuch im Minental teilweise aus den Addon-Plänen entstanden ist. Man hält sich doch verdächtig lange dort auf und nach dem Fall der Barriere dort eine Ork-Invasion stattfinden zu lassen ist jetzt nicht ganz so abwegig :smile: . Aber wie gesagt: Ich weiß es nicht und auch in den letztjährigen Retrospektiven kamen von den Entwicklern dahingehend keine Informationen.

Das Spiel

Der Schläfer ist tot, die Barriere um das Minental zerstört und die ehemaligen Gefangenen haben sich in alle Winde verstreut. Blöd nur, dass sich das Königreich immer noch im Krieg mit den Orks befindet und der König dingend Erz benötigt. Also schickt er seine Paladine auf die Insel Khorinis (das Minental liegt dort), die sogleich ihr Lager in der gleichnamigen Hafenstadt aufschlagen und die Kacke fängt so richtig an zu Dampfen. Mittendrin wieder ihr, der weiterhin namenlose Held (hat immer noch keiner nachgefragt). Jetzt unter den Fittichen des mysteriösen Zauberers Xardas macht ihr euch auf die Insel vor der Orkinvasion zu retten. Dass Xardas das Wohl der Menschheit nur zweitrangig ist… das kommt erst später zu Tage.

Spielerisch hat sich im Vergleich zu Teil 1 nicht viel getan, aber warum auch etwas reparieren, was nicht kaputt war? Okay, die Entwickler haben als Zugeständnis an die n00bs eine veränderte Steuerung eingebaut (alte kann auf Wunsch wieder aktiviert werden). Aber ansonsten steht Gothic II ganz klar unter dem Motto: Schöner, größer, weiter. Die Engine erlaubt nun eine höhere Sichtweite, alle 3D-Objekte haben mehr Polygone spendiert bekommen und die Texturen sind höher aufgelöst als noch in Teil 1. Ja, die grafischen Sprünge waren damals definitiv noch größer. Die Ladezeiten waren hingegen damals immer noch lang, dafür konntet ihr erneut die Spielwelt fast ohne Unterbrechungen erkunden – und die Insel Khorinis ist weitaus größer als das Minental. Fans haben die Engine-Verbesserungen übrigens schon vor langer Zeit auch nach Gothic portiert.

(Herstellerbild)

Euer Weg in die Welt von Gothic II beginnt wieder ohne Fähigkeiten, denn ihr wurdet ja nach dem Sieg über den Schläfer unter Gestein begraben und seid nun total geschwächt. Die übliche Ausrede halt. Immerhin bekommt ihr keinen Schlag ins Gesicht, sondern steht einfach vor Xardas Turm in der Nähe der Hafenstadt. Was ihr ab jetzt tut? Nun, ich würde gerne schreiben, dass euch die Welt zu Füßen liegt. Tatsächlich kommt ihr erst einmal um einen Besuch in der Hafenstadt nicht herum. Erst danach dürft ihr die gesamte Insel erkunden mit den üblichen natürlichen Beschränkungen (=starke Monster, die euch den Poppo versohlen). Wie in allen Piranha Bytes-Titel – wir wussten es nur damals noch nicht – gibt es drei Lager (jetzt Gilden) hier in Form der Paladine, Söldner und Feuermagier und eins der ersten Ziele ist es sich einer dieser komischen Katze anzuschließen, um die Geschichte voranzutreiben. Auch die Ausprägungen eures Charakters sind entsprechend wieder Kämpfer, Fernkämpfer oder eben Magier. Flora und Fauna sind ebenfalls zu einem Großteil bereits aus dem Vorgänger bekannt. Aber Khorinis ist dennoch detaillierter, umfangreicher, abwechslungsreicher (viel mehr Berge und viel Wald) und schöner gestaltet als das Minental.

Meinung

Aber warum sitze ich hier und erkläre euch das Spiel. Ist doch schließlich wie gesagt im Kern nichts Neues. Im Prinzip kann ich schlicht und einfach auf meinen letztjährigen Text zu Gothic verweisen. Alles dort Gesagte trifft auch auf den Nachfolger zu, nur eben in schöner, besser, ausgefeilter und noch spaßiger. Und wer mir nicht glaubt, liest noch einmal die Worte von unserem Azzkickr zu diesem Titel. Schließlich mussten wir ihn damals fast schon mit vorgehaltener Pistole zwingen sich damit zu befassen – und er war (wie erwartet) begeistert.

Gothic II: Gold Edition (Herstellerbild)

Ich für meinen Teil habe zwar keine Anekdoten wie zu Gothic – Rondrer und ich haben es halt zum Release gekauft und uns fleißig via ICQ über unsere Abenteuer ausgetauscht -, es ist jedoch für mich trotzdem bis heute eines der besten Rollenspiele aller Zeiten (allerdings in der Variante mit Die Nacht des Raben). Piranha Bytes hat die vergleichsweise kurze Zeit intensiv genutzt, um an den richtigen Ecken und Enden anzusetzen und das ursprüngliche Spielprinzip sinnvoll zu verbessern und zu erweitern. Die Stärken (u.a. viel Freiheit, eine große, aber nicht überfordernde Spielwelt, raue Charaktere) wurden dabei weiter ausgebaut (nur ein In Extremo-Konzert fehlt). Herausgekommen ist schlicht und einfach ein Meisterwerk, an dem sich nicht nur für mich bis heute sowohl andere europäische als auch internationale Rollenspiele messen müssen.

Während ich also letztes Jahr bei Teil 1 gemeint hatte, dass es schwierig ist das Spiel heute noch zu empfehlen, habe ich bei Teil 2 absolut keine Hemmungen: Pflichtspiel! Kaufen und zocken – und zwar sofort! Die Gold Edition kostet bei GOG und Steam derzeit sogar nur 2,49€. Und Mods, um es etwas zugänglicher und hübscher zu machen gibt es bei World of Gothic.

Sicarius

CNFH24 aktuell

Flecki: Live vom anderen Ende der Regenbogenbrücke: CNFH24 – Ihre Nr. 1, wenn es um das Neuste vom Neusten aus der Casa Lysanda geht. Investigativ, Skandalös, 100% neutral und vom Geschehen weit entfernt. Heute im Studio: Knuddelgöttin Kessy und Kistenkatze Nica.

Unsere Knuddelgöttin war immer sehr motiviert.

Kessy: Guten Abend, meine Katzen und Kater. Ich bin Kessy,
Nica: ich bin Nica,
Kessy: und wir haben heute wieder ein volles Programm für sie.
Nica: Unsere Top-Themen:
Kessy: Scheißerei im Katzenknast – Wer hat die Zelle vollgekackt?
Nica: Psychoterror in der Casa Lysanda – Warum stellen die Dosenöffner alles um?
Kessy: Tatorte Dachboden und Keller – Was haben die Dosenöffner zu verbergen?
Nica: Der Balu-Skandal – Vom Knuddelbären zum Drogenjunkie!
Kessy: Aus der Welt des Sports berichtet heute Mikey.
Mikey: Guten Abend. Fragen Sie sich auch, ob bei der Leckerli-Fang-WM alles mit rechten Dingen zuging?!
Nica: Und wie schaut es aus beim Wetter, Felix?
Felix: Dank Klimawandel lieber drinnen bleiben, Nica.

Kessy: Danke Felix. Kommen wir nun zu unserem ersten Thema: Im Katzenknast wurde trotz kürzlich gesäuberter Klos Kothaufen vor und neben einem Katzenklo gesichtet. Unsere Außenkorrespondentin Henriette ist Live vor Ort. Henriette, wie ist die Situation?
Henriette: Stinkig, Kessy. Genauer gesagt stinkt es wie aus dem letzten Loch selbst hier hoch oben in meinem Spinnennetz. Wer auch immer nachts neben das Klo kackt, macht einen ganz schönen Haufen. Neben mir steht Lyssi, eine der Hauptverdächtigen in diesem Fall. Lyssi, was haben Sie zu ihrer Verteidigung zu sagen?

Lyssi ist skeptisch

Lyssi: Wie kommen Sie darauf mich zu verdächtigen?! Ich such‘ abends ein paar im Raum verteilte Leckerlis, esse einen Happen und geh‘ dann in meinen Karton zum Schlafen. Mir käme es nie in den Sinn nachts zu kacken – schon gar nicht daneben! Unerhört, dass sie sowas von mir denken! Fragen Sie lieber die weiße Schlampe dort drüben. Das war garantiert sie! *stürmt wütend davon*
Henriette: Du siehst Kessy, die Situation ist festgefahren und der Täter weiter auf der Flucht. Zufälligerweise befindet sich der Tatort außerhalb des Sichtbereichs der Kamera. Aber ist das wirklich ein Zufall oder wird hier ein faules Spiel von den Behörden getrieben? Wir halten Sie auf dem Laufenden. Ich bin Henriette, die Spinne und gebe zurück ins Himmelsstudio.
Nica: Danke Henriette. Während die Suche nach dem Übeltäter voranschreitet, wurde der Tatort bereits von der Spurensicherung freigegeben und durch die Tatortortreiniger gesäubert. Wir haben nun Prof. Dr. Pilz von Schimmel für eine Analyse in der Leitung. Guten Abend, Hr. Professor.
Prof. Dr. Pilz von Schimmel: Guten Abend.
Nica: Glauben Sie, dass es Maya war, Hr. Professor?
Prof. Dr. Pilz von Schimmel: Nun, ich kenne weder das Haus noch die Bewohner aber der Fall ist für mich eindeutig: Ja, Maya war’s. Und die Dosenöffner sind selbst schuld, schließlich ist die Regel für Katzenhalter: Ein Katzenklo mehr als Katzen. Und das wurde im Katzenknast mit nur zwei Klos offensichtlich nicht eingehalten. Wenn Sie mich fragen ein klarer Fall von Tierquälerei, die umgehend dem Tierschutz gemeldet werden sollte!
Nica: Danke Hr. Professor für Ihre Einschätzung. Wir schalten noch einmal live vor Ort zu Henriette.
Henriette: Danke Nica. In einer erstaunlichen Wendung haben die Dosenöffner mittlerweile ein zusätzliches Klo aufgestellt und es gab bislang keine weiteren Vorfälle der stinkigen Art. Ich bleibe aber weiter an der Story dran, um die Verschwörung dahinter aufzudecken. Zurück zu dir.

Kessy: Ich finde es ehrlich gesagt ziemlich scheiße, wenn mir jemand ins Zimmer kacken würde. Wie meinst du, Nica?
Nica: Geht mir nicht anders. Nun aber zum nächsten Thema: Unter der harmlos klingenden Überschrift „Aufräumen“ betreiben die Dosenöffner in der Casa Lysanda derzeit einen ausgewachsenen Psychoterror. Überall stehen Kisten und Boxen herum. Sachen werden aus Regalen entfernt, woanders hin sortiert oder schlimmstenfalls aus dem Haus geworfen. Unser fliegender Reporter ist live vor Ort. Carlo, was ist da los?

Symbolbild

Carlo: Chaos! Ich summe gerade durch das Haus und es sieht aus wie auf einem Schlachtfeld. Nichts ist mehr da, wo es vorher war. Die Chefin steht mit Schaum vor dem Mund vor dem Bücherregal im Wohnzimmer und reißt die Bücher förmlich von ihrem Platz. Dosenöffner Sicarius, erklären sie uns: Was soll das?
Sicarius: Na, wir räumen auf und machen sauber. Sieht man doch.
Carlo: Soso, aufräumen und sauber machen. Ich würde es eher sinnlose Zerstörung von Lebensraum nennen. Sind sie sich nicht im Klaren darüber, wie sehr diese Aktion die Tiere in ihrem Haus belastet? Zahllose Spinnen, die ihren Lebensraum verlieren. Millionen Hausstaubmilben, die elendig verenden. Und verwirrte Katzen, die nichts mehr finden.
Sicarius: Quatsch. Die Katzen finden es super so viel Neues erkunden und beschnüffeln zu können. An Ecken zu gelangen, die sie bislang noch nie gesehen haben. Und die vielen Kisten erst, die gerade rumstehen. Sie sind im siebten Himmel.
Carlo: Pichu, stimmen Sie dieser Einschätzung zu?
Pichu: Mmmh?! *mampft Leckerlis die aus dem Regal fallen* Stör‘ mich nicht beim Essen!
Carlo: Sie haben es live gehört, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer: Die Dosenöffner greifen zu Bestechungsmethoden, um ihre tierischen Mitbewohner ruhig zu stellen und gleichzeitig ungehindert Chaos zu sähen. Eine Schande. Carlo hat ausgesummt und gibt zurück ins Studio.

Kessy: Danke Carlo. Ein absoluter Skandal, der hier in der Casa Lysanda passiert. Wir werden weiter dranbleiben und mit den Behörden eng zusammenarbeiten, um die Verantwortlichen zu bestarfen. Zumal die Dosenöffner offensichtlich noch mehr Dreck am Stecken haben. Warum sonst sollten sie den Katzen den Zugang sowohl zum Keller als auch dem Dachboden verwehren?!
Nica: Welche Leichen mögen die beiden dort verstecken? Warum sind sie sonst so vehement darauf erpicht darauf keine Vierbeiner rein zu lassen? Wo doch das restliche Haus den ganzen Tag zugänglich ist. Wir geben nochmal ab an Henriette.
Henriette: Danke. Neben mir steht wieder Lyssi. Sie haben es schon einmal sowohl in den Keller als auch auf den Dachboden geschafft. Was haben sie dort gesehen?
Lyssi: Im Speicher ist das Schlaraffenland. Überall nur Kartons und Kisten. So viele Ecken in denen man sich verstecken kann und so viele Kratzmöglichkeiten. Wie im siebten Himmel.

Lyssi kennt sich mit Klamotten sehr gut aus!

Henriette: Warum glauben Sie, lassen die Dosenöffner sie nicht dort hin?
Lyssi: Weiß ich doch nicht. Vielleicht verstecken sie heimlich eine sechste Katze dort? Es ist auf jeden Fall eine Sauerei uns so einen Spielplatz vorzuenthalten. Das gehört verboten!
Henriette: Und im Keller? Welche schrecklichen Anblicke haben sie dort erwartet?

Lyssi: Regale. Ganz viele Regale. Unzählige Regale. Und so viel Zeugs zum Beschnüffeln. Ein wahres Wunderland der Sinne. Und mit Lysanda kuscheln. Das war auch ein absolutes Highlight.
Henriette: Keine Leichen? Keine geheimen Waffenlager? Keine Biowaffen?
Lyssi: Nun im Waschraum liegen häufig unter anderem Sicarius‘ ungewaschenen Socken rum.
Henriette: Da haben Sie es, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer: Biowaffen im Keller der Casa Lysanda. Die UNO sollte schnellstens eingreifen. Mein Name ist Henriette und ich gebe zurück ins Studio.
Nica: Schockierende Neuigkeiten. Kein Wunder, dass die Dosenöffner keine potentiellen Zeugen dort haben wollen. Aber die beiden werden schon noch zur Rechenschaft gezogen werden. Und wir von CNFH24 werden live dabei sein!

Kessy: Nun aber zu einem ganz anderen Skandal: Balu. Nach außen hin treuherzig, liebevoll und kuschelig. Doch neue Aufnahmen enthüllen sein wahres Ich! Vollgepumpt mit Katzenminze liegt er auf der Spieldecke im Arbeitszimmer. Seine Augen glasig. Sein Blick ins Leere gerichtet. Teilnahmslos und entrückt. Schockierende Aufnahmen, die wir Ihnen selbstverständlich nicht vorenthalten wollen. Besuchen Sie einfach unseren kostenpflichtigen Mitgliederbereich und sehen Sie die ungeschminkte Wahrheit. Außerdem nur dort exklusiv für Sie: Jules entblößt sich vor unserem Kameramann sowie die neusten Sexabenteuer von Pichu. Nur 19,99€ pro Monat.

Nica: Kommen wir nun zum Sport. Mickey, wie lief es in bei der diesjährigen Fang-das-Leckerli-WM?

Mickey hielt nicht viel von Leckerli. Er ist lieber direkt zur Quelle.

Mickey: Unsportlich und asozial, Nica. Eine absolute Schande für den gesamten Sport, was dort am Wochenende in der Casa Lysanda abging. Obwohl Lysanda eindeutig „Balu“ gerufen hatte, rannte regelwidrig Lyssi los und fraß das Leckerli im Flur. Später gesellte sich auch noch Pichu dazu, weshalb Balu sich am Ende mit nur ein paar Leckerlis und dem dritten Platz zufriedengeben musste. Maya, die nur hilflos auf der Couch saß und trotz ihrer lautlosen Bemühungen nur ein Leckerli abbekam, landete auf dem undankbaren vierten Platz. Jules hingegen, von Balu im Vorfeld auf illegale Art und Weise eingeschüchtert, blieb dem Stadion komplett fern. Das wird hoffentlich ein juristisches Nachspiel haben!
Kessy: Ich kann mich noch an die guten alten Zeiten erinnern, in denen nur ich Leckerlis bekommen habe. Was sagt das Wetter, Felix? Wird es Leckerli regnen?
Felix: Nur vereinzelt, Kessy. Eindeutig ist die Tendenz hingegen, dass es draußen viel zu kalt ist und Katz‘ trotz Winterfell lieber im Haus seinen Tag verbringen sollte. Daran ist eindeutig der Klimawandel schuld, der aus der warmen eine kalte Jahreszeit macht. Eine andere Erklärung können unsere Meteorologen bislang nicht finden.
Nica: Schaurig. Bleibt nur die Hoffnung, dass es im Frühjahr wieder besser wird. Und damit sind wir am Ende der Sendung angelangt. Schalten Sie auch morgen wieder ein. Ich bin Nica.

Kessy: Ich bin Kessy. Auf Wiederhören bei CNFH24 – Die einzige seriöse Nachrichtenquelle aus der Casa Lysanda.
Flecki: Gleich im Anschluss: Balus Futterecke. Heute im kritischen Test: catz finefood No.21 Wild & Rotbarsch oder doch eher Würg & Brech? Bleiben Sie dran.

PS: CNFH steht für Cat News From Heaven.

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