Eine Statistik – aaaaaahhh!

…und da waren es 25 Jahre. Jep, am 9. März 2001 gab es das erste Lebenszeichen hier auf dieser Seite. Ein Vierteljahrhundert hat sie schon überlebt. Trotz ein paar Namens- und Designänderungen (zuletzt 2014), hat sie allen kleinen und großen Krisen getrotzt, die es in der Welt bislang so gab. Während um sie herum unzählige, teils wesentlich erfolgreichere Blogs kamen und gingen, blieb sie standhaft und wird bis heute mit Inhalten gefüllt. Und das sogar regelmäßig!

Um an dieser Stelle ausnahmsweise mal wieder Zahlen hervorzuholen: Es gibt (diesen hier nicht inkludiert) mittlerweile 2.251 Einträge mit einem Gesamtumfang von 1.962.590 Wörtern. Die 171 separaten Seiten mit 240.726 Wörtern (z.B. der „berühmte” Westwood-Artikel mit allein schon 12.758 Wörtern) noch dazugezählt und die 2-Millionen-Grenze ist tatsächlich bereits geknackt. Wow. Keine Ahnung, wie viele Fußballfelder oder Katzendecken das sind. Aber es sind fast 25 moderne Romane an Text! Und ein durchschnittlicher Leser bräuchte ca. 147 Stunden, um das alles zu konsumieren. Und jetzt deinstalliere ich das Statistik-Plugin auch schon wieder.

Kein Rückblick

Beim Christoph hat in den 25 Jahren alle Höhen und Tiefen in meinem Leben mitgemacht und zu einem großen Teil für jeden festgehalten. Und ja, man glaubt gar nicht wie überraschend häufig es echt praktisch ist einfach mal irgendwas nachschlagen zu können, was vor 5, 10, 15 Jahren passiert ist. Hätte ich nicht gedacht. Da ist es fast schon schade, dass ich mich (und meine freundlichen Mitautoren) bis ~2015 hauptsächlich auf Spiele konzentriert habe. Andererseits: So viel mehr gab es bis dahin eigentlich auch nicht wirklich zu erzählen. Als Kellerkind, das die meiste Zeit in seinem Kinderzimmer mit Balkon im 1. Stock des Elternhauses vor seinem Rechner saß. Insofern fehlt dann vermutlich doch nicht so viel berichtenswertes aus meinem damaligen Leben.

Und damit ist das Thema „Geburtstag” tatsächlich für mich schon durch. Lysanda meinte zwar, dass ich doch wie beim 20. Geburtstag einen kleinen Rückblick auf die letzten Jahre machen könnte. Aber für „nur” fünf Jahre fühlt sich das irgendwie falsch an :smile: . Und an meiner grundsätzlichen Einstellung zur Seite hat sich sowieso nichts geändert. Deshalb spare ich es mir heute etwas Umfangreicheres zu machen. Das hebe ich mir stattdessen für den 30. Geburtstag im Jahr 2031 auf. In der Hoffnung, dass wir uns als Menschheit bis dahin nicht wieder zurück in die Steinzeit gebombt haben und ich euch weiter fleißig mit Inhalten beglücke. Ja, mein Optimismus liegt aktuell sehr weit hinten im Schrank…

Eine Sache muss selbstverständlich noch sein: Mein üblicher Dank an dich, liebe Leserin und lieber Leser! Ob es dein erster Eintrag ist, den du hier auf meiner Seite konsumierst oder dein zweitausendster: Vielen herzlichen Dank, dass du deine wertvolle Zeit darauf verwendest meine Worte zu lesen!

Themawechsel

Die neue Uhr

Kommen wir nun wieder zurück zum Alltag. Zumindest ist mir der Eintrag dann doch noch etwas zu kurz. Lasst mich euch also noch von einer ganz besonderen Neuanschaffung in der Casa Lysanda berichten: die CASIO SAN-100H-7BJR.

Das ist eine spezielle Uhr für Saunagänger, die seit Oktober 2025 in Japan für ¥16.500 (ca. 95€) und seit letzter Woche in den USA verfügbar ist. Wir haben sie für rund 200€ (160€ für die Uhr, Rest Zollgebühren) aus Japan importiert. Ganz schön viel Geld für eine funktionale Uhr – zumindest aus meiner Perspektive. Aber sie ist bislang die einzige ihrer Art auf dem Markt und ob und wann sie in Europa erscheint ist offen. Die Entscheidung war entsprechend nur zwischen „weiter ohne saunieren” oder „international kaufen”.

Der Hintergrund

Zur Erinnerung: Wir haben im September 2024 das Schwitzen für uns entdeckt. Seitdem gehen wir im Durchschnitt einmal im Monat ins Jugendstilbad Darmstadt und entspannen dort ein paar Stunden. Dazu nutzen wir übrigens jedes Mal den Schlemmerblock, um es möglichst günstig zu halten (aktuell 35,80€ für den ganzen Tag inkl. Parken). Lysanda hat sich da (wie so oft) tief eingelesen und für uns die optimale Variante herausgefunden. Vielleicht berichten wir irgendwann mal darüber. Wobei – wenn es dann alle so machen, wie wir, ist es für uns möglicherweise nicht mehr so vergleichsweise billig. Weiß nicht, ob ich unter diesen Umständen so sozial eingestellt bin :wink: .

Jetzt stellt sich natürlich die berechtigte Frage: Wofür braucht man in einer Sauna eine Uhr? Man soll sich ja schließlich entspannen. Für das eigentliche Schwitzen hängen in den Saunen zudem entsprechende Sanduhren. Und ja, das stimmt grundsätzlich. Es gibt allerdings zwei Faktoren zu beachten:

  • Nicht überall hängen im Sichtfeld Uhren. Wollen wir beispielsweise den nächsten Aufguss erwischen, müssen wir logischerweise die Zeit im Blick behalten. Aber auch, wenn wir einfach nur im Wärmebecken chillen, ist es ganz praktisch zu wissen wie lange man schon vor sich hinvegetiert.
  • Je nachdem wie voll die Sauna ist, reichen die zur Verfügung stehenden Sanduhren nicht für alle aus. Oder es ist so dunkel, dass man sie nur mit großer Anstrengung lesen kann. Ja, ich werde alt und Lysanda sieht ohne ihre Brille nur auf kurzer Distanz scharf.

Deswegen haben wir überlegt, wie wir die Problematik lösen können. In diversen Internetforen (ja, ein paar gibt es davon noch) sagen die Leute zwar, dass sie auch mit ihren normalen Uhren saunieren gehen. Aber das ist mir ehrlich gesagt zu viel „Hörensagen” für etwas, was gefährlich werden kann. Zum einen können Metallteile an der Uhr sehr heiß werden, zum anderen sich die Batterie erhitzen und platzen. Entsprechend froh war ich, als ich bei meiner letzten Recherche auf die neue Uhr von CASIO gestoßen bin, die explizit auf das Saunieren ausgelegt ist. Trotz des Preises haben wir entsprechend gar nicht lange überlegt und sie bei einem vertrauenswürdigen eBay-Verkäufer erstanden. Man will ja am Ende keine Fälschung in der Hand haben. Wobei die Uhr dafür vermutlich eh noch zu neu ist.

Die ersten Erfahrungen

Das Paket war innerhalb von einer Woche bei uns und enthielt eine hübsche, kleinen Schachtel. Die Uhr selbst ist nur 40,2×35,4×12,9mm groß und wiegt gerade mal 25g. Ich merk sie so gut wie gar nicht am Handgelenk. Optisch soll sie an einen klassischen Saunaschlüsselanhänger erinnern. Wir haben uns für die orangene Variante mit weißem Ziffernblatt und orangenem Armband entschieden. Die schwarze Version wirkt auf den Bildern irgendwie ZU dunkel. Die äußeren Teile sind alle aus einem speziellen Harz und das Armband aus einer Art Silikon. Das verhindert, dass sie warm wird und euch verbrennt. An Metallteilen gibt es nur vier kleine Schrauben an der Unterseite, die aber so geformt sind, dass sie theoretisch die Haut nicht berühren sollten.

Nur vier kleine Schrauben.

Laut Hersteller ist die Uhr für Temperaturen bis 100°C bei einer Dauer von 15 Minuten geeignet. Sie hat eine wärmeresistente Batterie, die fünf Jahre halten soll und ist lt. Norm 50m wasserdicht. Damit zu duschen oder im Wärmebecken abhängen ist also kein Problem. Allerdings empfiehlt CASIO sie nicht ständig zum Baden oder in Whirlpools/Badefässer zu benutzen. Das kann wohl auf Dauer die Wasserdichtigkeit verringern und/oder die Uhr vernebeln. Letzteres kann zwar auch beim Saunieren passieren. Das ist hier jedoch normal und geht nach einigen Minuten von alleine wieder weg. Ein weiteres, nettes Feature ist, dass die Zeiger lumineszierend sind. Zusammen mit den vergleichsweise großen Zahlen ist die Uhr entsprechend selbst im Halbdunkel gut zu lesen.

In Sachen Bedienung ist sie trotz japanischer Anleitung ebenfalls völlig unkompliziert. Es gibt nämlich nur zwei Tasten sowie einen winzigen, eingelassenen (Metallknopf), um die Uhr erstmalig einzustellen. Mit dem Knopf auf der linken Seite wechselt ihr zwischen dem Uhr- und dem Saunamodus. Letzteres ist ein 12-minütiger Timer an dessen Ende aber kein nerviger Piepston ertönt. Er zählt einfach nur hoch und ihr müsst selbst schauen, ob die Zeit bereits erreicht ist. Mit dem rechten Knopf setzt ihr diesen Timer dann wieder auf Null zurück. Ich selbst habe die Uhr bislang hauptsächlich im normalen Uhrmodus betrieben. So entspannt, dass ich vergessen habe wann wir rein sind, war ich noch nicht :wink: .

Beim Christoph meint: Nach dem ersten Testlauf bin ich definitiv von der CASIO SAN-100H-7BJR begeistert. Sie sieht simpel aber elegant und hochwertig aus und ich spür sie so gut wie nicht am Handgelenk. Sie ist gut zu lesen und erfüllt voll und ganz ihren Zweck ohne, dass ich Angst haben muss, dass mein Handgelenk abfackelt. Je nach Luftfeuchtigkeit der Sauna musste ich ab und zu mal über das Glas streichen, aber eine innere Verneblung konnte ich nicht beobachten. Dank der Wasserdichtigkeit habe ich sie den ganzen Tag über nicht ausgezogen und auch im Warmbecken einfach angelassen.

Freilich wird erst der Langzeittest zeigen, ob sie auf Dauer hält, was sie verspricht. Da wir auch im Solebecken waren, ist vor allem die spannende Frage, ob das Salz zu irgendwelchen Korrosionen führen wird. Für uns haben sich die 200€ trotzdem schon jetzt gelohnt. Wir sind zu allen Aufgüssen, die wir mitmachen wollten, pünktlich gekommen. Und im Warmbecken war es paradoxerweise entspannter, weil ich einfach kurz zur Orientierung auf die Uhr schauen konnte. Wer also ebenfalls eine Saunauhr sucht: Mit der CASIO gibt es endlich eine anständige und sichere Lösung.

Sicarius

Schwitz- und Schwimmerfahrungen

Warnung: Da (sinnvollerweise) in Schwimmbädern und Saunen keine Fotos gemacht werden dürfen und ich in meiner Badehose eh keine Taschen habe, enthält der heutige Eintrag stattdessen einige Katzenbilder.

Kurzflossen und große Flossen

Es ist manchmal schon echt komisch, wie sich Dinge von heute auf morgen verändern können. Anfang des Jahres war es beispielsweise kein Problem für Lysanda mit ihren Flossen in unserem lokalen Hallendbad schwimmen zu gehen. Jetzt in der Wintersaison ist das jedoch nicht mehr möglich. Nein, die Badeordnung hat sich nicht geändert. Die schiebt die Verantwortung an den Bademeister. Und der hatte wohl letztes Jahr ein unschönes Erlebnis mit jemanden, der scheinbar durch eine Flosse verletzt wurde. Deswegen lässt er sie faktisch nur noch bei leerem Schwimmbecken zu. Keine Ahnung wie das passiert sein soll. Aber gut. Ich kann freilich den (vermutlich unterbezahlten) Bademeister da verstehen, dass er auf den Stress keine Lust hat. Da Lysanda jedoch das Schwimmen ohne Flossen überhaupt keinen Spaß macht, ist das lokale Hallenbad damit für uns wieder gestorben. Viel zu unsicher, dass wir hinkommen und sie dann die Flossen nicht benutzen darf.

Stattdessen haben wir uns mittlerweile mal das schon 2021 umgebaute Nordbad angeschaut, obwohl es weiter weg ist. Lysanda war da früher häufiger drin. Ich nur hingegen einmal mit ihr – was mir ehrlich gesagt gereicht hatte. War damals nur ein enges Rechteck in einem klaustrophoben 60iger Jahre Bau. Aber nach dem Umbau müssen wir ganz klar sagen, dass es jetzt ein wirklich einladendes Sportbad geworden ist. Da kann man jetzt anständig und sortiert seine (50m-)Bahnen (Lysanda mittlerweile 60 – ich begnüge mich noch mit 45) ziehen. Ganz anders als im Herrenbecken des Jugendstilbads (nerviges Seil als Trenner von Nicht- und Schwimmerteil plus haufenweise unsortierte Rentner) oder auch im lokalen Hallenbad (großes Becken, großes Chaos). Und preislich ist es dank Rabattkarte trotzdem völlig okay (3,50 [höchste Rabattstufe] bis 5 EUR [einzelne Tageskarte]). Mal schauen, ob es im Sommer ebenfalls zu gebrauchen ist. Da ist der Innenbereich nämlich zu und nur die beiden Außenbecken geöffnet.

Nackt rumsitzen

Doch wir gehen nicht nur weiter regelmäßig schwimmen. Nach unserer ersten Saunaerfahrung im August, haben wir in gewisser Weise Blut bzw. Schweiß geleckt. So waren wir nicht nur seitdem ein paar weitere Mal in den Schwitzkammern, sondern haben auch schon die nächsten Ausflüge geplant. Unsere “GoTo-Location” ist dafür weiterhin das Jugendstilbad, obwohl das mit dem Schwimmen nicht so der Brüller ist. Neben der – aus unserer Sicht – guten Spa- und Saunalandschaft, ist der Hauptgrund dafür das Geldsparen. Das Jugendstilbad ist nämlich im lokalen Schlemmerblock drin, den wir deswegen jetzt gelernt haben optimal auszunutzen. Dank des inkludierten Codes für Mobile-Gutscheine kann man mit jedem Schlemmerblock nämlich zwei Mal im Jahr gehen. Und da die Schlemmerblöcke bekanntlich am 30.11. auslaufen, konnten wir in den letzten Wochen ein paar Codes kostenlos/fürn Euro abgreifen :smile: . Das haben und werden wir entsprechend noch weiter “ausnutzen”.

Aber im Schlemmerblock 2024 waren noch zwei weitere Lokationen mit Saunen drin, die wir deshalb mal besucht haben: Das Sport- und Wellnessbad Kelsterbach und die Odenwald-Therme. Spoiler: Wir finden es echt schade, dass Kelsterbach im 2025er Block nicht mehr mit dabei ist :sad: .

Odenwald-Therme

Ein unzusammenhängendes Symbolbild

Okay, für den ersten Negativpunkt kann die Therme an sich nichts. Wir wohnen nun einmal rund 60km davon entfernt. Entsprechend waren die Anforderungen an die Therme schon von Anfang an relativ hoch, damit wir da überhaupt ein 2. Mal hingehen würden. Allerdings wurde es vor Ort nicht wirklich besser. So sind die Umkleiden, Spinde und Durchgänge ziemlich klein – und durch einige Umkleidekabinen gehen auch noch Säulen. Lysanda war echt froh, als sie aus der Dusche wieder raus war. Und dann gab es für den Saunabereich im 1. Stock keine separate Umkleide. Man musste sich also unten um-/ausziehen und hochlatschen.

Zuerst waren wir aber im Badebereich der Therme… und ja, die Begeisterung hielt sich in Grenzen. Mit Schwimmen ist da überhaupt nichts zu wollen. Stattdessen ein relativ verbautes Innenbecken zum faktisch nur drin rumstehen und einweichen und ein auch nicht viel größerer Außenbereich, in dem man ebenfalls außer dumm rumstehen und ab und zu auf Blubberblasen sitzen nicht wirklich viel tun kann. Der Strom der in den Außenbereich und wieder reinführt ist für Kinder sicherlich ganz nett. Aber insgesamt hat uns der Badebereich absolut nicht gefallen. Einfach nur dumm rumstehen ist uns einfach zu langweilig :smile: . Ihr könnt uns ja gerne in den Kommentaren erklären, was man da zum Zeitvertreib macht. Und nein, zum Unterhalten war es schon wieder zu laut dort.

Der Saunabereich

Wir sind dann also recht zügig in den Saunabereich gewechselt. Lysanda fühlte sich dort ein bisschen deplatziert, weil so viele sich an ihre Bademäntel und Handtücher klammerten, während wir frei herumliefen. Aber vielleicht frieren die älteren Damen und Herren schneller oder so… Wir waren aber freilich nicht dort, um andere Menschen anzustarren. Es ging ja ums Saunieren. Nett waren die Infrarotlounge (zwei Holzbänke mit jeweils Infrarotwärme am Rücken) sowie das sehr geräumige und mit farbigem Licht ausgestattete Sanarium (60°C). Die Vogelsauna (80°C) war ebenfalls geräumig, aber wer da das Vogelgezwitscher zusammengestellt hat, hat sich echt nicht viel Mühe gegeben. Sehr abrupte und kurze Einspieler nur, die da zu hören waren. Das Dampf- und Aromabad (40°C) sowie die Kräutersauna (80°C) hatten hingegen ein Platzproblem. Sehr eng, klein und entsprechend überfüllt irgendwie. Sowieso eine Aussage, die auf den gesamten Saunabereich zutrifft. Mehrere Reihen von Liegestühlen eng an eng und wenn die Horde zum Aufguss lief, war auch in den Gängen wenig Platz. Das “Schwimmbecken im Außenbereich” war uns hingegen schlicht zu kalt, um nach einem Saunagang darin zu chillen. Im Meeresklimaraum waren wir ebenfalls (ich als alter Asthmatiker länger als Lysanda), aber mehr als “nett” war das ebenfalls nicht.

Wir haben außerdem zwischendurch mal das Saunarestaurant besucht und dort 30,40 EUR gelassen für eine Thunfisch-Pizza, ein 08/15-Schnitzel mit Pommes Frites sowie zwei Getränken. Preislich also gar nicht so schlecht. Lysanda fand die Pizza auch so weit okay, das Schnitzel hatte aber einen komisch Geschmack. Eine Vermutung von Lysanda war, dass das Fett in der Fritteuse vielleicht schon länger nicht mehr gewechselt wurde. Wir wissen es aber freilich nicht.

Alles zusammen genommen ist das Fazit für die Odenwald-Therme leider ziemlich vernichtend: Im aktuellen Zustand werdet ihr uns dort trotz Schlemmerblock-Rabatt definitiv nicht mehr antreffen.

Sport- und Wellnessbad Kelsterbach

Jules braucht keinen Whirlpool. Zum Chillen reicht ein Karton.

Aufgrund eines Brandes waren die Außensaunen nicht im Betrieb, aber für uns war es ausreichend zwischen Biosauna (65°C), Dampfbad (45°C) und Whirlpool (35°C) zu wechseln. Ja, mit einer finnischen Sauna (85°C+) haben wir uns (noch) nicht wirklich angefreundet. Halten es da immer nur so 5 Minuten aus. Der Whirlpool hat hingegen ein Feature, das ALLE Whirlpools in Schwimmbädern haben sollten: Einen Knopf, um ihn anzumachen. Er macht zwar nach einem Durchgang eine Pause von einer Minute, aber es ist trotzdem echt praktisch nicht von irgendwelchen Zeitschaltuhren im Hintergrund abhängig zu sein, von denen man nicht weiß, wie sie eingestellt sind. Im Jugendstilbad wartet man oft eine halbe Ewigkeit, bis das Geblubber vielleicht mal wieder angeht…

Bevor wir aber in den Saunabereich (mit separater Umkleide) gegangen sind, waren wir erneut erst in der Badeabteilung. Schließlich steht “Sportbad” drauf – und ist auch tatsächlich drin. Das Becken mit den 25m-Bahnen ist zwar nicht sonderlich groß, aber es hat abgetrennte Bahnen und es war zum Glück nicht viel los. Entsprechend konnten wir relativ locker unsere Kilometer schwimmen. Anschließend waren wir noch kurz im Außenbecken, bis mir der Kopf eingefroren ist und sind dann in den Saunabereich gewechselt. Der Badebereich hat somit seinen Sinn und Zweck für uns erfüllt. Einziges Problem ist höchstens der Kiosk mitten in der Halle. Echt nicht gut für den Magen, wenn man dauernd die frisch frittierten Pommes Frites riecht bzw. die Leute essen sieht. Aber wir konnten uns zurückhalten :wink: .

Zusammengefasst empfanden wir unseren Aufenthalt im Sport- und Wellnessbad Kelsterbach also als wirklich angenehm, trotz der 30km Fahrt. Doch wie gesagt, ist es leider im Schlemmerblock 2025 nicht mehr drin. Und für den vollen Preis ist es dann wieder teurer und weiter weg als das Jugendstilbad. Vielleicht kehrt es ja 2026 wieder zurück.

Epilog

So viel also zu diesen zwei Lokationen, falls ihr mal in der Nähe sein solltet. Für uns geht es dann im Weihnachtsurlaub mindestens nochmal ins Jugendstilbad in die Saune (die Mobile-Gutscheine gelten vier Wochen nach dem Kauf – also auch noch im Dezember, wenn man Ende November zuschlägt). Und im Nordbad werden wir ebenfalls die nächsten Samstage (da ist am Nachmittag quasi nichts los im Schwimmerbecken) aufschlagen. Vielleicht mache ich dann mal die 50 Bahnen.

Sicarius

Wasser und Schweiß

Ihr dürft raten was davon ich anhabe.

Ja, wir meinen das definitiv ernst mit dem wieder regelmäßigen Schwimmen gehen. Dieses Jahr habe ich schon mehr Bahnen geschwommen als vermutlich alles davor zusammengezählt. Letzte Woche beispielsweise 80 Stück (25m) in ca. 70 Minuten. Mag nicht sonderlich beeindruckend klingen (Profis schaffen eine Bahn in unter 10sec), aber für mich ist es das – also Ruhe! Und alles was es gebraucht hat, um uns wieder häufiger ins Schwimmbad zu bringen, war ein neuer Badeanzug für Lysanda. Wenn nur alles im Leben so einfach wäre :smile: .

Schwimmen in historischer Architektur

Wir sind allerdings reine Hallenbad-Schwimmer. Im Freibad ist einfach viel zu viel los bei angenehmem Wetter und zu normalen Uhrzeiten. Dementsprechend freuen wir uns, wenn dann Mitte September die Saison wieder losgeht und unser lokales Hallendbad öffnet. Bis dahin sind wir aktuell viel (ca. einmal pro Woche) im Jugendstilbad in Darmstadt. Das ist zwar fast doppelt so teuer (für nur 2 Stunden Schwimmen), aber dafür ist wesentlich weniger im ehemaligen Herrenbad (=das große Schwimmerbecken) los. Sitzen irgendwie alle immer lieber im Außenbecken oder der Kinderpfütze – mehr Platz für uns. Oder dem ebenfalls im Preis inbegriffenen Whirlpool. Und falls wir Lust haben, können wir anschließend noch in den Spa-Bereich (+4,20 EUR) wechseln mit Solegrotte (inkl. Unterwassermusik), Thermalbecken, Solebad, Kalttauch- und Kneipp-Becken und (Textil-)Dampfbad. Also ja: Teurer als die 08/15-Hallenbäder doch, wenn es ein bisschen mehr sein soll als nur ein paar Bahnen ziehen schon eine schicke Sache.

Über den Sommer hatte das Jugendstilbad zudem eine nette Aktion: Vor 12 Uhr ins Bad und dann für den 2-Stunden-Preis des jeweiligen Bereichs (Schwimmen, Spa, Sauna) den ganzen Tag dableiben. Haben wir definitiv das ein oder andere Mal genutzt. Genauso wie den Rabatt für Geburtstagskinder. Kommt man an seinem Geburtstag, darf man nämlich kostenlos den ganzen Tag in den Badebereich – egal wie alt man ist. Entsprechend planen wir das tatsächlich schon seit Jahren immer mit in unsere Geburtstage ein. Und da wir offensichtlich jetzt häufiger gehen, haben wir uns endlich mal eine Wertkarte gegönnt. Die gibt bis zu 20% Rabatt auf den Eintritt je nachdem wie viel Geld ihr beim Kauf draufpackt. Da war praktischerweise zu Ostern eine Aktion, wo es zwei Sauna-Tageskarten kostenlos dazu gab, wenn man den höchsten Betrag (500 EUR) genommen hat. Knapp 200 davon haben wir in der Zeit schon “abgeschwommen”, um nochmal zu verdeutlichen, dass es eben nicht das billigste Schwimmbad ist.

Reichlich Zubehör

Oben Lysandas Schwimmbrille, unten meine

Freilich kann man nicht einfach so vor sich hinschwimmen. Wie bei jedem Hobby schleicht sich nach und nach das ein oder andere Accessoire mit rein. Ich bin in der Hinsicht aktuell noch ziemlich konservativ unterwegs. Nur bewaffnet mit meiner Badehose und einer 08/15-Schwimmbrille ziehe ich derzeit brustschwimmend (ab und zu auch mal Rücken) meine Bahnen. Lysanda hat sich da schon in der Vergangenheit ziemlich gut ausgerüstet, denn sie schwamm zu Hochzeiten anno 2015 einmal die Woche 100 Bahnen mit 50m am Stück – also 5km. Dieses Jahr hat sie nun ein paar Sachen ausgetauscht.

So hat sie statt einer 08/15-Schwimmbrille mittlerweile diese hier* mit Sehstärke (-3 Dioptrien). War ihr doch so langsam zu blöd nicht richtig sehen zu können und sie ist bisher zufrieden damit. Aus ihrer Sicht beschlägt sie nach ca. vier Monaten Nutzung etwas mehr als noch am Anfang, aber da hilft es einfach ein bisschen Wasser drin zu haben und dann immer mal wieder den Kopf beim Schwimmen zu schütteln. Ihr zweitwichtigstes Accessoire dürfte hingegen ihr MP3-Player sein. Einfach nur hin und her zu schwimmen ist ihr schlicht viel zu langweilig. Da brauchts sie schon was auf die Ohren. Bislang nutzte sie dafür exakt dieses Gerät*. Klassische Bauweise quasi mit Nubbeln, die ihr euch in die Ohren steckt. Mit In-Ear-Kopfhörer hat sie Probleme, weil die aufgrund ihrer kleinen Ohren immer rausfallen. Den Sunstech nutzt sie nicht nur beim Schwimmen, sondern auch beim Sport. Allerdings löst sich langsam aber sicher der Kleber an den Ohrstöpseln. Und da es das Modell kaum noch gibt, hat sie jetzt mal was Neues ausprobiert. Und zwar diese Knochenschall-Kopfhörer*.

Die ersten 200 Bahnen und ein bisschen Kellersport haben sie jetzt schon hinter sich und bisher kann sie nur Positives berichten. Sie fallen selbst beim moderaten Trampolinspringen nicht runter und beim Schwimmen muss man sowas eh mit der Taucherbrille etwas fixieren. Das war bei dem Sunstech nicht anders. Aber dann halten sie und es kann nicht einmal Wasser in die Ohrpolster laufen, da es ja keine gibt. Das Problem hat der andere nämlich und dann hört man nix mehr. Und, weil sie so gute Erfahrungen mit ihnen gemacht hat, habe ich sie mir jetzt ebenfalls mal bestellt. Zwar kann ich während dem Schwimmen ganz gut Tagträumen – langweile mich also per se nicht -, aber es macht Sinn mir mal wieder einen Raum zu schaffen, wo ich meiner riesigen Musiksammlung lauschen kann. Komme im Alltag sonst nur beim Eintrag schreiben dazu mir 1-2 Alben rein zu ziehen (jetzt im Moment läuft mal wieder der Soundtrack zu Ace Combat: Assault Horizon). Übrigens wird Lysanda auf den MP3-Player im Schwimmbad immer mal wieder interessiert angesprochen.

Verlängerung des Körpers

Die letzten beiden Accessoires unterstützen Lysanda hingegen beim Schwimmen selbst mehr Muskeln aufzubauen. Quasi, um ihre kleinen Füße und Hände zu kompensieren, hat sie Flossen und Schwimmhäute. Angefangen hat sie mit diesen Kurzflossen*. Die sind mittlerweile zehn Jahre alt und immer noch wunderbar in Schuss. Aber wenn man ein bisschen im Training ist, dann kann man noch eine Schippe drauflegen. Deswegen ist sie mittlerweile wieder auf ihre große Flossen* gewechselt. Ebenfalls schon fast ein Jahrzehnt alt und weiterhin einwandfrei. Habe ich Lysanda anfangs noch locker hinter mir gelassen, überholt sie mich mit den Dingern ein paar Mal während unserer Schwimmeinheit, weil sie dadurch so schnell wird.

Leider sind Flossen – vermutlich wegen ein paar Vollidioten – nicht in allen Bädern gern gesehene Gäste. Im Jugendstilbad war das nie ein Thema. Anfangs im Groß-Gerauer Hallenbad jedoch schon. Glücklicherweise wurde in der Zwischenzeit die Badeordnung geändert. Möglicherweise, weil wir beim damaligen Neubürgerempfang explizit danach gefragt hatten, warum es diese Einschränkung gibt. Sorgte für einiges an beschämten Gelächter, weil der Herr vom Amt das scheinbar als sehr triviales Thema empfand. Eine Antwort hatte er auf die Frage allerdings nicht. Ist aber auch egal. Das Ergebnis zählt und das heißt, dass Flossen dort nicht mehr verboten sind im Gegensatz zu anderen Hallenbädern in der Region.

Bei den Schwimmhäuten handelt es sich hingegen um diese simplen aber effektiven Teile*. An sich sind sie nur eine Spielerei, doch es fällt Lysanda schwer die Finger beim Schwimmen zusammen zu halten. Deswegen sind die Schwimmhäute für sie echt praktisch, um trotzdem mehr Kraft aus den Armen nutzen zu können. Sie sind etwas schwierig anzuziehen, aber sie sollen ja auch nicht rumwabbeln. Sie ging übrigens davon aus, dass die Schwimmhäute ziemlich schnell kaputt gehen oder sie einen verlieren würde. Deshalb bestellte sie 2015 gleich zwei Paar – wovon eins immer noch eingepackt bei uns im Schrank liegt. So kanns gehen :smile: .

Ein paar Runden Schwitzen

Sarong, Kilt und ein Haarturban/-wickel

Vorletzte Woche haben wir uns dann mal was Neues getraut. Wir sind in den Saunabereich des Jugendstilbads gegangen. Ja, ich war in meinem ganzen Leben noch nie in einer Sauna. Hatte da immer sehr viel Respekt vor (nicht nur wegen dem nackt sein unter Fremden). Lysanda kennt es hingegen aus ihrer Kindheit, da ihre Eltern eine im Keller hatten. Gut in Erinnerung hatte sie es allerdings nicht. Sie empfand es vor allem als ziemlich langweilig und die äußeren Umstände und Regeln als unangenehm. Entsprechend gab es bei ihr keine Begeisterung bei dem Gedanken. Aber wir sind ja jetzt zu zweit und da wir die erwähnten Sauna-Tageskarten haben sowie im unserem Schlemmerblock ein Sauna-Gutschein für das Jugendstilbad drin ist, haben wir unsere inneren Hürden überwunden und es jetzt einfach mal ausprobiert.

Im Vorfeld hatte ich mich selbstverständlich ausführlich informiert, was da so abgeht, wie man sich verhält und was man braucht. Vorbereitung ist schließlich das A und O, wenn man Ängste/innere Hindernisse hat. Entsprechend haben wir noch einen kleinen Einkauf getätigt in Form eines Saunakilts* und eines Saunasarongs*. Letzteren findet Lysanda grundsätzlich sehr praktisch und nutzt ihn auch ganz normal als Bademantel nach dem Duschen. Am Ende war die Sache aber – wenig überraschend – wesentlich weniger aufregend als in meinem Kopf. Faktisch sind wir nach der ersten (von am Ende vier) Runde dann (wie fast alle anderen) einfach nur noch nackt durch die Gegend gelaufen. Mein Kilt kam also nicht wirklich zum Einsatz. Und ja, das Saunieren hat uns grundsätzlich gefallen. Körperlich anstrengend und gleichzeitig doch sehr entspannend. Werden wir jetzt definitiv öfters mal einbauen.

Große Auswahl

Der Saunabereich des Jugendstilbads hat dabei einiges zu bieten für den Aufpreis. Wir haben uns von “vergleichsweise” kalt (15 Minuten Bio-Saunarium mit 60°C) bis “Fuck, ich sterbe weg” (klassische, finnische Sauna mit 90°C – nur fünf Minuten ausgehalten) durchgearbeitet. Dazwischen lagen die japanische Rosen-Sauna (15 Minuten bei 65°C; sehr atmosphärisch und angenehm) und die Kräuter-Sauna (15 Minuten bei 70°C; die Kräuter beißen in der Nase). Die anderen Saunagänger hingen hingegen hauptsächlich in der finnischen Außensauna (95°C) ab. Vermutlich, weil dort öfters Aufgüsse durchgeführt werden. Entspannt haben wir uns nach jedem Saunagang im Warmbecken (34°C) und im Kalttauch-Becken (12-15°C) waren wir ebenfalls ein paar Mal drin. Einmal haben wir die Füße auch in kalte Waschbecken gehalten.

Es gibt außerdem noch eine Damensauna (85°C) inkl. eigener Umkleide und Ruhebereich sowie ein japanisches Onsenbad und ein römisch-irisches Dampfbad. Die letzten beiden werden uns dann beim nächsten Mal genauer anschauen. Die diversen zusätzlichen aber kostenpflichten Angebote wie ein Solarium und viele Arten von Massagen werden wir jedoch vorerst meiden. Daneben gibt es noch zwei Ruhezonen und ein Restaurant für das leibliche Wohl. Also ja, es stellt sich definitiv nicht die Frage wie man dort einen ganzen Tag verbringen kann. Der Schlemmerblock-Gutschein gilt aber nur für vier Stunden, weshalb wir dann erstmal wieder raus sind. Einen ganzen Tag müssen wir dann doch noch etwas ausführlicher planen und vorbereiten.

Zusammengefasst war unser erster Saunabesuch also ein voller Erfolg und gleichzeitig kann ich voll nachvollziehen, warum das Jugendstilbad vom deutschen Saunabund die höchste Wertung (SaunaPremium*****) erhalten hat. Haben einiges zu bieten auf den zwei Stockwerken und es ist alles schön und sauber hergerichtet. Klare Empfehlung (aus unserer äußerst begrenzten Sicht)!