Sicarius

Labbischlap

(Ursprünglich verfasst am 03.02.2009 um 17:15)

Ab und zu muss es einmal etwas Neues sein. In meinem Falle ist es dieses Mal ein Ersatz für mein altes IBM Thinkpad T42-Notebook, das nun unter den Fingern von Don Quichotte leiden muss. Stattdessen sitze ich hier im Zug von München nach Hause an einem nigelnagelneuen Fujitsu Siemens Amilo Xa 3530. Etwas mehr als zwei Stunden Zeit also ein wenig über die ersten Praxiserfahrungen zu berichten:

Das Offensichtliche
Fujitsu Siemens Amilo Xa3530Als ich den Amilo aus der Packung geholt habe, bin ich doch erst einmal erschrocken. Mit seinem 17″-Widescreendisplay (max. 1440×900) ist er nicht gerade klein und passt noch gerade so in meine Red vs. Blue Laptoptasche. Sein Gesamtgewicht (mit Akku) liegt dementsprechend bei 3,6kg, die sich schon nach kurzer Zeit negativ auf den Schultern bemerkbar machen. Auch das Netzteil ist im Vergleich zum IBM Thinkpad T42 gut doppelt so groß.

Äußerlich kommt er sehr edel mit schwarzem Klavierlack überzogenem Deckel, etwas Weinrot rund um die Anschlüsse herum und normalem schwarzem Hartplastik im unteren Bereich daher. Das der Deckel deswegen besonders Fingerabdruckanfällig ist, dürfte selbstverständlich sein. Aufgeklappt lachen einen hingegen das BrilliantView-Display, zwei ins Gehäuse eingelassene Lautsprecher, eine silberne Multimedialeiste, die Tastatur mit Numpad und natürlich das Mauspad mit zwei schwarz lackierten und genauso fingerabdruckgefährdeten Maustasten an. Ein praktischer Noppen in der Mitte der Tastatur als alternative Maussteuerung fehlt genauso wie eine dritte Maustaste.

Reine Äußerlichkeiten
In Sachen Ausstattung lässt sich dennoch nicht meckern: 1xFirewire, 1xe-SATA, 3xUSB (auf der rechten Seite über dem DVD-RW-Laufwerk), 1xAnaloger Monitoranschluss, 1xHDMI, 1xGigabyte LAN und an der Front Infrarot und Anschlüsse für Kopfhörer und Mikrofon sowie ein digitaler Ausgang. Außerdem die Statusanzeigen für Power, Batterie und Bluetooth/WLAN. Und genau hier liegen auch bereits die ersten zwei Ungereimtheiten:

Eine hilfreiche Anzeige für die Festplattenaktivität fehlt und die Kopfhöreranschlüsse stören an der Front massiv. Je nach Größe des Kopfhörer/Mikrofonsteckers, liegt ein Teil des Unterarms beim Schreiben darauf auf. Das ist nicht nur sehr unbequem, bei zu viel Druck kann es durchaus auch passieren, dass der Stecker abbricht. Eine Lösung an der Seite oder am Rücken wäre hier definitiv angebrachter gewesen. Auch besitzt der Laptop nur einen Kartenslot, der auch noch von Haus aus von einer Fernbedienung belegt wird.

Dafür befinden sich im Deckel eine hochwertige Webcam von Logitech und zwei Mikrofone. Ein erster Test mit Skype lieferte in beider Hinsicht zufriedenstellende Ergebnisse.

Die inneren Werte
Im Inneren befinden sich ein AMD Turion X2 Ultra ZM-80 (2,10Ghz), 3 GB RAM, eine 320 GB Festplatte, eine integrierte Realtek Soundkarte mit voller 7.1-Unterstützung (inkl. Subwoofer) und gleich zwei Grafikkarten. Bestehend aus einer ATi Radeon HD3200 und einer ATi Radeon HD3650 (512MB VRAM), sind diese jedoch kein Crossfiregespann. Vielmehr ist es eine Stromsparmaßnahme. Im normalen Betrieb ist nur die ATi Radeon HD3200 aktiv während die zweite Grafikkarte ruht und so die Akkulaufzeit sich verlängert. Ein Tastendruck auf der Multimedialeiste schaltet jedoch um auf die stärkere Karte um und ermöglicht es so auch etwas anspruchsvollere Titel zu spielen (Vista-Rating 3,6). Das Umschalten funktioniert dank ATi PowerXpress auch ohne Probleme.

In die gleiche Sparte fällt der sogenannte „Silent Mode“. Dieser wird auch über einen Knopfdruck aktiviert und drosselt die CPU. Das spart wiederrum Strom, macht das Notebook aber gleichzeitig auch angenehm leise, denn wenn die Lüfter einmal aufdrehen, sind diese deutlich hörbar. Leider sind die Multimediatasten sehr empfindlich und beim Benutzen der F-Tasten kann es sehr schnell passieren, dass man den Modus wechselt oder die Lautstärke aus Versehen herunter dreht.

Dennoch wird durch beide Maßnahmen und den üblichen Energiesparoptionen wie eine dunklere Bildschirmbeleuchtung und dem Ausschalten von WLAN, Bluetooth und der Webcam die Akkulaufzeit auf den sehr guten Wert von vier Stunden im normalen Officebetrieb mit Winamp im Hintergrund erhöht.

Los geht’s!
Dank vorinstalliertem Microsoft Windows Vista Home Premium SP1 ist man auch sehr schnell soweit richtig loszulegen und viele Updates müssen gar nicht mehr gemacht werden. Leider ist jedoch noch haufenweise unnötiger Kram vorinstalliert wie die Google Toolbar und Google Desktop Search, die Norman Security Suite, irgendein eBay-Werbekram und ähnlich mehr oder weniger sinnloser Kram. Außerdem eine Trialversion von Microsoft Office 2007 Home and Student.

Spätestens hier fällt jedoch der nächste große Negativpunkt auf: das BrilliantView-Display.

Besonders bei hochauflösenden Videos ist zwar durchaus ein großer Qualitätsunterschied in Sachen Kontrast und Schärfe zu einem normalen Display wahrnehmbar, aber im Praxiseinsatz kämpft man als User mit Reflexionen ohne Ende. Bei ungünstigen Lichtverhältnissen, und die hat man so gut wie immer, kann man sich besonders auf dunklen Flächen selbst sehr gut sehen. Das mag für Frauen zum Schminken ganz praktisch sein, aber es strengt beim Arbeiten die Augen massiv an.

Fazit
Insgesamt macht das Arbeiten mit dem Gerät Spaß. Es gibt viele sinnvolle Komfortfunktionen und die Tastatur ist so angenehm wie es eine Laptoptastatur eben sein kann. Allerdings muss ich zugeben, dass mich der Kopfhöhreranschluss gerade massiv beim Schreiben stört. Dafür ist es äußerst praktisch, dass viele Funktionen wie das Ein- und Ausschalten der Drahtlosverbindungen oder des Mousepads sich über die Kombination FN-Taste plus F-Taste einfach und schnell ein- und ausschalten lassen. Über dem Numpad stehen sogar noch vier frei programmierbare Schnellstarttasten zur Verfügung, die weiteren Komfort bieten. Zusammen mit der Möglichkeit die Akkulaufzeit nicht unwesentlich zu verlängern und den drei USB-Anschlüssen, sind das die Punkte, die für mich am wichtigsten an solch einem Gerät sind.

Für meine Zwecke (eben hauptsächlich zum Schreiben und gelegentlichen DVD schauen) ist die Ausstattung zwar insgesamt absoluter Overkill und ich muss stärker der Versuchung widerstehen ein Spiel darauf zu installieren, aber die 15“ Businessklasse liegt derzeit in einem Preisbereich, der jenseits Gut und Böse ist. Dennoch: Wer viel reist und oft die Laptoptasche über der Schulter hat, sollte sich mehr in der Gewichtsklasse 15″ oder kleiner umschauen, auch wenn diese gleich wesentlich teurer sind. Für den gelegentlichen Trip und vor allem die Nutzung Zuhause als Multimediagerät und zum Quake Live spielen kann ich den Fujitsu Siemens Amilo Xa 3530 aber definitiv empfehlen.

Im normalen Handel ist die hier vorgestellte Ausstattungsvariante ab 860 Euro erhältlich. Der Preis kann sich aber noch um bis zu 200 bis 300 Euro erhöhen je nachdem welche Innereien man wählt.

Und damit ist alles gesagt, was mir dazu gerade einfällt. Am Donnerstag gibt es höchstwahrscheinlich zwei „Angespielt“-Berichte. Einen zu Saints Row 2 und der andere wird eine Überraschung. Bis dahin viel Spaß beim Arbeiten!

PS: Um euch schon einmal vorzuwarnen: Ich werde vermutlich schon sehr bald den Updatezyklus von Bagdadsoftware von zweimal wöchentlich auf nur noch einmal pro Woche (vermutlich Montag) reduzieren. Das „Warum?“ kann ich bislang nur mit „Zu wenig Zeit“ erklären. Details kommen später :wink: .

5 Kommentare

hm, klingt ja ganz nett. Allerdings bin ich nicht so der Fan von Notebooks mit 17" (und mehr). Als Desktopersatz ist das vieleicht noch sinnvoll, aber mir ist oftmals sogar schon meine 15.4" zu sperrig (und schwer). Deswegen werd ich beim nächsten Laptopkauf (der aber wohl noch WEIT in der Zukunft liegt) durchaus auch die Netbooks in Betracht ziehen.

Zwei Jahre später, das Gerät ist immer noch im Einsatz und ich bin weiterhin sehr zufrieden damit. Seit kurzem fährt es allerdings mit Windows 7 64bit statt Windows Vista 32bit. Ging auch alles reibungslos über die Bühne mit der Umstellung.

Mal abgesehen davon, dass ich schlicht keine andere Version zur Hand habe :smile:: Es lohnt sich heutzutage immer. Geht ja nicht nur um mehr RAM, auch die CPU kann ja schon seit Jahren mit 64bit umgehen und daraus ihre Vorteile ziehen.

Den Umstieg habe ich aber nicht deshalb gemacht, sondern einfach weil der Laptop zum einen gefühlt immer langsamer wurde und Vista auch generell sich performancetechnisch auf einem Laptop halt doch stark bemerkbar macht. Da liegen schon kleine Welten dazwischen, wenn ich ihn mir jetzt unter Windows 7 anschaue. So lange gewartet habe ich eigentlich nur, weil ich die leichte Befürchtung hatte, dass dann irgendetwas nicht mehr geht (was auch ein Stück weit eingetreten ist, weil ich den HD PVR jetzt an keinem Rechner mehr richtig betreiben kann…was für ein scheiß Stück Hardware…).

Sprich: Selbe Erfahrung, wie ich mit dem Laptop. Ich muss aber sagen, dass ich beim Laptop trotz 4GB RAM froh bin die 32bit Variante zu fahren (lt. Acer+M$ Support war das empfehlenswert), da die größeren Dilemma (Stichworte gab es genug in meinen Gasteinträgen zu dem Thema) der 64-bit Version beim Lappi nur noch störender gewesen wären.

Das Wichtige ist jedoch das mit der PVR ~ wir hatten ja gemeinsam vor Kurzem die arte-doku da verbreitet und es ist einfach Wahnsinn, wie relativ junge Produkte einfach so direkt ausgeblendet werden. Scanner… Drucker… und die ganze Zusatzhardware. Bei meinem Grafiktablett war es dasselbe. Einfach lächerliches Anschaffen für die Müllhalde ~ grml!

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