Lysanda L'eau

Lysandas Bücherkiste: Momo – Little Devil

So, da mein Mann aktuell wieder mehr spielt komme ich im Gegenzug dazu wieder mehr zu lesen neben dem anschauen von Onlinekongressen zu diversen Themen. Heute möchte ich euch einen Manga vorstellen, den ich zufällig schon vor längerem bei meiner jüngeren Schwester entdeckt habe. Er sprach mich tatsächlich so sehr an das ich ihn mir auf meine Wunschliste für Geschenke setzte und dann auch von meinem Mann bekommen habe (Yay, guter Sicarius).

Cover von Band 1

Momo – Little Devil von Mayu Sakai ist in Deutschland von 2010-2012 als Mangareihe mit 7 Bänden im Verlag Tokyopop erschienen. In Japan kamen die Bände bereits von 2009-2011 auf den Markt. Kosten pro Band waren mal 6,50€ – mittlerweile schwanken diese aber stark. Die Bände sind neu auch kaum zu bekommen. Dafür gibt es nun eine Neuauflage in drei Sammelbänden (2-3 Bände in einem), die euch pro Stück 9,95€ zurücksetzen. Ich bin allerdings kein Fan dieses Formats (anders als mein Mann…). Diese sind einfach zu dick und damit recht schwer um gut in der Hand zu liegen. Zudem hat man so nicht mal die Hälfte der farbigen Cover der Originalbände. Die Preise sind übrigens heutzutage relativ typisch für Mangas in Deutschland. Die Zeiten des früheren Einheitspreises von 9,95 DM pro Band sind vorbei. Und damit meine ich nicht nur die Umrechnung, sondern insgesamt werden die Preise mittlerweile durchaus unterschiedlich festgelegt.

Die Altersempfehlung für diese Serie liegt bei 13-16 Jahren aber auch mir als 30-Jährige hat das Lesen nach wie vor Spaß gemacht. Jeder Band hat knappe 200 Seiten und bietet neben der Hauptstory insgesamt zwei weitere Kurzgeschichten der Autorin, die überhaupt nichts mit der eigentlichen Geschichte zu tun haben sowie auf den letzten Seiten Fanarts und diverse Randbemerkungen. Typischerweise werden die Bände in japanischer Art von hinten nach vorne gelesen. Ich persönlich habe damit überhaupt keine Probleme und merke den Unterschied gar nicht mehr. Frei nach dem Motto: Wo ist das Cover und da wird losgelesen. Bei den ersten Mangas in Deutschland war das tatsächlich noch nicht so, die wurden beim Import rumgedreht. Mittlerweile macht sich aber kein Publisher mehr diese Arbeit.

Cover von Band 4

Der Inhalt

In Momo – Little Devil wird die Geschichte von der Highschool-Schülerin Yume Odagiri erzählt. Sie selbst hält sich für nichts Besonderes. Zudem ist ihre familiäre Situation eher schwierig, da ihre Mutter bereits vor Jahren abgehauen ist und ihr Vater sie nun ebenfalls (mal wieder) allein zurückgelassen hat, um den Schuldeneintreibern zu entgehen. Yume begegnet nun an ihrem 16. Geburtstag dem kleinen Mädchen Momo. Das verändert – wie sollte es auch anders sein – ihr Leben von Grund auf. Momo erwählt Yume nämlich zur Repräsentantin der Erde, die ihr sieben Gründe nenne soll, warum die Erde es wert ist nicht zerstört zu werden. Momo selbst bezeichnet sich nämlich als Teufel, der nur deshalb hier ist, weil er genau das vor hat. Einfach nur sieben Gründe runter zu rasseln ist aber nicht die Lösung. Yume soll Momo sieben Mal eine Freude bereiten. Und um die Sache noch ein wenig schwieriger zu gestalten, gibt es auch noch ein Zeitlimit von 2 Jahren – also bis zu Yumes 18. Geburtstags.

Die beiden Hauptcharaktere sind an erster Stelle Yume und dann natürlich Momo. Yume selbst ist ein einfaches Mädchen das sich in der Geschichte immer weiterentwickelt und durchaus zu neuen Erkenntnissen gelangt. Aber auch Momo entwickelt sich stetig weiter und wir erfahren immer mehr über ihre Vergangenheit als Satan. Zudem gibt es durchaus einige weitere Charaktere wie Kanaka (der Sandkastenfreund von Yume) sowie Nanagi und Sanari (Momos Begleiter) – um nur ein paar zu nennen. Auch sie erhalten ausreichend Raum und spielen durchaus entscheidende Rollen nicht nur aber besonders im Finale.

Der Stil

Ein Manga lebt aber nicht nur wie ein gutes Buch von seinen Charakteren, sondern vor allem auch von seinen Bildern, ausgeschriebenen Geräuschen und einer guten Übersetzung. Im Falle von Momo – Little Devil finde ich den Zeichenstil von Mayu Sakai insgesamt sehr gelungen. Ihre Bilder sind sehr fein, detailliert und, anders als bei manchen anderen Autoren, verändert sich der Stil auch bis zum letzten Band nicht. Ihre Werke erinnern an die Manga-Zeichnerin Arina Tanemura (u.a. Kamikaze Kaito Jeanne) was aber durchaus nicht schlecht ist und Vorbilder haben wir schließlich alle. Während ich mir aber bei Fr. Tanemura echt schwer tue noch zu wissen wer nun wer ist, ist bei Sakai die Wiedererkennung der Charaktere kein Problem.

Cover von Band 7

Insgesamt liest sich der Manga flüssig und auch an der Übersetzung gibt es nichts auszusetzen. Zudem wurden bestimmte Ausdrücke berücksichtigt wie das typische „Jawollja“ von Momo. Dafür gibt’s ein Lob an die Übersetzerin Rosa Vollmer.

Beim Christoph meint: Von mir erhält Momo – Little Devil 4 von 5 Sics. Die Zeichnungen und Charaktere sind insgesamt sehr stimmig und die Geschichte durchgehend spannend und es kommt auch zu unerwarteten Wendungen. Yume hat mal mehr mal weniger Mühe Momo eine Freude zu bereiten. Ebenfalls kommt Yumes Leben selbst nicht zu kurz. Besonders der Aspekt mit den Freuden als Gründe, dass die Erde weiter bestehen darf ist sehr interessant und gibt dem Leser viele nachdenklich machende Fragen für sein eigenes Leben mit. Wer von uns achtet z.B. überhaupt noch darauf was einem selbst wirklich Freude bereitet? Nehmen wir das noch wahr oder beschäftigen wir uns nur mit Problemen und den Dingen, die wir nicht haben? Wo liegen überhaupt unserer Prioritäten? Würden wir alles stehen und liegen lassen um die Welt zu retten? Könnten wir das überhaupt? Und dann noch die wohl schwierigste Frage: Wie macht man jemandem überhaupt eine Freude? Muss es immer ein Geschenk sein oder gibt es nicht auch viele andere Möglichkeiten?

Allerdings ist auch hier – wie so häufig in allen Medien – das Finale viel zu kurz. Ich habe die letzten paar Seiten mehrfach durchgesehen und finde das Ende nach wie vor zu sehr angedeutet. Da fiebert man sieben Bände lang mit den Charakteren mit und könnte durchaus einen weiteren Band lesen und dann ein so kurzes Ende. Die zwei Bonusstorys waren ebenfalls eher Mittelmaß. Da hätte mir eine Sidestory oder richtiger Epilog zur Hauptstory oder etwas in der Art doch besser gefallen als zwei aus der Luft gegriffene Kurzgeschichten.

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