Sicarius

Ein Potpourri aus Spielen

Muss ich mir Sorgen machen, wenn Fanatical mir sogar eine Mail schickt mit dem Hinweis, dass ich noch Dutzende nicht abgerufene Keys in meinem Account habe? Kann doch nichts dafür. Die hauen fast täglich Bundles raus zu einem Preis, bei dem es sich sogar lohnt, wenn nur 2-3 Spiele davon noch nicht in meinem Besitz sind. Gleichzeitig kriegt man sie genau deswegen nicht weiterverkauft (=Markt überschwemmt), Traden ist mir zu Zeitaufwendig und meine wenigen Steam-Freunde schmeiß ich schon mit allem zu, was ich auf ihren Wunschlisten finde :smile: . Bitte? Ein Gewinnspiel auf Beim Christoph? Habe ich tatsächlich drüber nachgedacht, aber da gibt es leider zu viele rechtliche Fallstricke. Entsprechend bleiben die Keys derzeit unberührt in meinen Accounts auf den einschlägigen Bundleseiten liegen. Verfallen ja theoretisch nicht. Nein, das ist keine Einladung zum Hacken besagter Accounts…nett Fragen reicht.

Müsste vermutlich mittlerweile sogar eine eigene Tabelle machen für die ganzen ungenutzten Keys, da ich absolut keinen Schimmer mehr habe was da so rumliegt. Aber man muss ja nicht übertreiben. Reicht, wenn Lysanda und ich seit über zwei Wochen beruflich bedingt eine Excel-Tapete mit 98.010 Zeilen beackern müssen (noch ~9.000 Zeilen übrig…). Reden wir stattdessen doch mal über ein paar Spiele aus diesen ganzen Bundles. Das Sammeln an sich kann zwar bereits befriedigend sein (ja, ich hab‘ en Knall), viel besser ist selbstverständlich das Zocken der jeweiligen Neuanschaffung. Hier also mal wieder eine Runde Kurzeindrücke:

Dungeon Marathon (Herstellerbild)

Dungeon Marathon (2017; PC) – Lysanda merkt gerne an, dass ich in meinen Spielen irgendwie immer nur Leute umbringe und nichts anderes. Ganz unrecht hat sie damit nicht. Speziell im AAA-Bereich dominiert Gewalt gegen diverse Formen von Leben und Nicht-Leben sehr stark. Das es auch anders geht, zeigt dieses Werk des ehemaligen, auf budget-orientierte Titel fokussierte Entwicklers Retro Army.

Statt der strahlende Held mit dem Schwert, seid ihr hier ein antiker Marathonläufer beim Training. Und da es zu langweilig ist die Straßen von Rom entlang zu joggen, rennt ihr eben durch diverse Dungeons auf der Suche nach dem Ausgang. Gekämpft wird nicht. Fallen und Feinden könnt ihr ausschließlich ausweichen. Ihr könnt einen kurzen Sprint zu Lasten eurer Lebensenergie ausführen und es gibt diverse Items wie „Friere kurz alle Gegner in der Umgebung ein“ oder „Unendlich lange Sprinten für kurze Zeit“. Das war es aber auch schon. Außerdem liegen in jedem Level eine bestimmte Anzahl an Äpfel herum, die eure Lebensenergie regenerieren und die ihr alle einsammeln müsst, um die beste Bewertung zu erhalten. Simples aber spaßiges Spielprinzip, das euch durchaus die 42 Levels (inkl. Bossgegnern!) bei der Stange hält. Einziges Problem für uns Deutsche: Die Tastenbelegungen können nicht geändert werden und gesprintet wird mit „Z“…

The Mars Agenda (2020; PC) – Der VR-Titel Keep Talking and Nobody Explodes hat über Nacht ein neues, immer noch namenloses Puzzle-Untergenre erschaffen. Seitdem kommen immer mal wieder Titel auf den Markt, die mit der Idee arbeiten Puzzle mit Hilfe eines meist externen Handbuchs zu lösen. The Mars Agenda, der zweite Titel von Propulsion Games (Launch Party) ist da prinzipiell nicht anders: Ihr seid ein Astronaut auf dem Mars, der mit Hilfe eines Handbuchs Reparaturarbeiten an diversen Basisstationen durchführen muss in Vorbereitung zur Besiedelung des roten Planeten.

Der Clou: Anders als die Konkurrenz ist der Puzzletitel voll auf das Einzelspielererlebnis ausgelegt. Koop geht natürlich auch, aber im Vordergrund steht tatsächlich, dass ihr allein mit Hilfe des Handbuchs (direkt im Spiel abrufbar) unter Zeitdruck die diversen, teils zufallsgenerierten Rätsel löst. Mit nur neun Landezonen nicht gerade umfangreich aber trotzdem ein netter Titel für ein 2-3 Stunden intensivem Überlebensdruck :smile: .

Neon Drive (Herstellerbild)

Neon Drive (2015; PC, PS4, NSWI, Mac, Linux, iOS) – Es gibt vermutlich mittlerweile kein Genre mehr, das nicht schon zu einem Rhythmusspiel verwurstet wurde. Im Fall von Neon Drive sind es die Arcade-Racer. Statt jedoch gegen Konkurrenten anzutreten, müsst ihr zum Takt der Musik Hindernissen auf der neon-durchfluteten Strecke ausweichen. Spielerisch nicht sonderlich tiefgründig und einfach zu erlernen. Dafür ist der Schwierigkeitsgrad trotz mehrerer Stufen zur Auswahl definitiv aus den Arcades der 80iger. Da fällt es gar nicht weiter ins Gewicht, dass es technisch gesehen nur acht Levels gibt – ihr seid trotzdem ewig beschäftigt.

Aber nicht nur der Schwierigkeitsgrad stammt aus dem letzten Jahrtausend, auch die Optik und der Sound sind voll auf die 80iger getrimmt. Der Name ist hier definitiv Programm. Wer entsprechend mit Neon und der vollen Dröhnung Disco-Musik was anfangen kann, der ist hier genau richtig.

Neon Chrome (2016; PC, XONE, NSWI, PS4, PSV, Android, iOS) – Den Soundtrack zu diesem Machwerk von 10tons hatte ich euch dieser Stelle bereits wärmstens empfohlen. Wird also Zeit, dass ich das endlich auch für das eigentliche Spiel tue. Neon Chrome ist ein Cyberpunk-Top-Down-Shooter mit Rogue-Like-Elementen. Eure Aufgabe ist es euch die Stockwerke eines Firmengebäude hoch bis zum finalen Boss (dem Overseer) vorzuarbeiten.

Am Anfang einer Runde dürft ihr zwischen drei vom Spiel zufällig ausgewählten Charakteren auswählen. Beispielsweise dem Soldaten mit einem Schild, der viel aushält und viel austeilt oder dem Hacker, der eher im Hintergrund agiert und eine Drone dabei hat. Dann geht’s ab ins erste Level. Euer Ziel? Der Aufzug in den nächsten Stock. Dazwischen? Haufenweise Feinde aber auch Goodies wie neue Waffen (ihr könnt nur eine tragen) oder Implantate (z.B. wird euer Nahkampfschaden erhöht). Außerdem sammelt ihr Geld mit dem ihr nach eurem Ablegen euren Charakter verbessern oder neue Sachen kaufen könnt, die dann zufällig in den Kisten zu finden sind. So werdet ihr wie in jedem Rogue-Like mit jedem Ableben besser, kommt weiter und schafft es irgendwann den Boss zu erreichen und ihn zu besiegen. Ihr müsst allerdings nicht alle Levels am Stück spielen: Alle fünf Stockwerke (von 30) erwartet euch ein Bossgegner. Ist dieser besiegt, dürft ihr beim nächsten Ableben direkt danach wieder starten. Definitiv ein spielerisch wie technisch (ich steh‘ einfach auf diesen Neon-Look) gelungener Top-Down-Shooter, von denen es immer noch viel zu wenige gibt.

Tubetastic: World Splashfest (Herstellerbild)

Tubetastic: World Splashfest (2020; PC, Mac, Linux) – Ein Top-Down-Arena-Shooter in einem Pool für bis zu vier Spieler Online wie Offline – aber auch alleine gegen KI spielbar. Diverse Spielmodi wie King of the Pool oder Survival inkl. Hausregeln (=höhere Geschwindigkeit, Pool voller Strandbälle, etc.) stehen genauso bereit wie unterschiedliche (und völlig absurde) Charaktere mit ihren eigenen Stärken, Schwächen und Bewaffnung. Im Pool schwimmen zusätzlich diverse Powerups, die einem das Zerstören der anderen erleichtern. Klingt so völlig Banane, wie es auch ist. Der eindeutig von LSD-inspirierte Grafikstil tut sein Übriges. Im Mehrspieler garantiert eine Mega-Gaudi. Alleine für eine kurze Runde Zwischendurch ganz nett.

Airport Madness 4 (2009; PC, iOS, Android) – Erinnert ihr euch noch an Flight Control? Das war der extrem erfolgreiche Smartphone-Titel von Firemint in dem ihr Flugzeugen die Flugbahn vorgeben musstet, damit sie gefahrlos landen konnten. Hinter der Airport Madness-Serie von Big Fat Simulations versteckt sich das gleiche Grundprinzip, aber mit einem höheren Anspruch. Angeblich wird in den Trainingsunterlagen für angehende Fluglotsen sogar dafür geworben. Der vierte und wohl erfolgreichste Teil der Serie ist der letzte in 2D.

Eure Aufgabe ist hier nicht nur den eingehenden, sondern auch den ausgehenden Flugverkehr zu managen. Auf eurem Radar seht ihr die ankommenden Flieger und könnt ihnen Befehle erteilen. Beispielsweise sie anordnen sich in eine Warteschleife zu begeben, etwas mehr Gas zu geben oder in welche Flugrichtung sie fliegen sollen. Nach dem Landen begeben sie sich dann ans Terminal, machen ihr Ding und warten anschließend am Eingang zur Startbahn auf eure Freigabe wieder starten zu dürfen. An allen Stationen kann es logischerweise zu Zusammenstößen kommen. Flieger müssen die Start- und Landebahnen im richtigen Zeitpunkt überqueren, müssen sich im Luftraum ausweichen und wenn ihr sie zu lange warten lasst, werden sie ungemütlich/ungestüm. Die Sache wird sehr schnell, sehr hektisch und äußerst anspruchsvoll. Zumal auch noch unterschiedliche Flugzeugtypen (=Geschwindigkeiten, Wendekreis, etc.) und Flughäfen simuliert werden – alle mit ihren ganz eigenen Herausforderungen. In einem der sechs Level müsst ihr sogar F15 auf Flugzeugträgern managen. Und wenn das noch nicht genug ist: Wetter und unvorhergesehene Notfälle gibt es ebenfalls. Richtig coole Sache, die man aber definitiv nicht stundenlang am Stück spielen kann. Für Zwischendurch oder angehende Lotsen aber einen Blick wert – allerdings dann vielleicht eher der neuste Teil, Airport Madness 3D. Der enthält sogar reale Flughäfen und noch wesentlich mehr Funktionen.

 

So viel zu diesen sieben kleinen aber feinen Machwerken. Ich beende jetzt diesen Eintrag und schau‘ mir den kostenlosen Titel Liquidators an. Darin schlüpft ihr in die Rolle der drei Liquidatoren, die 1986 in den Keller des Tschernobyl-Reaktors hinabgestiegen sind, um eine noch größere Explosion (extrem heißer, radioaktiver Schlamm trifft auf riesige Becken voller Kühlwasser = BOOM) zu verhindern. Bin gespannt.

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