Das Universum hat gefühlt schon einen kleinen Knall. Fehlt nur noch, dass unser Auto explodiert (der Reifen hinten links verliert schon Luft…) oder das Haus abbrennt. NEIN, das war jetzt keine Herausforderung! Lass das, Universum! Wir brauchen beides dringend noch.
Wir haben auf der Arbeit seit Wochen extrem viel zu tun mit täglichen Überzeiten und keinerlei Ende oder Erholungsphase in Sicht. Privat hatte Lysanda ein größeres Projekt im Dezember, was viel Zeit fraß und unseren Weihnachtsurlaub dominierte. Ende 2025 ist dann der letzte verbliebene Bruder meines Vaters gestorben. Die Beerdigung war aufgrund von Rückstau im Krematorium erst vergangenen Samstag. Und natürlich jetzt die ganze Balu Situation, weshalb wir Zuhause derzeit auch nur noch am Rotieren sind und grad so das Nötigste hinbekommen – inklusive eines deutlichen Schlafdefizit bei mir.
Wenig überraschend ist der heutige Eintrag also wieder ein Balu-Statusupdate. Gibt einfach grad wenig andere Themen in der Casa Lysanda, über die ich Zeit habe zu berichten. Ja, theoretisch noch Star Trek: Discovery, aber das ist mir grad zu viel Aufwand. Doch bei allem Gejammer: Immerhin gibt es in Sachen Balu Positives zu berichten.
Die letzte Woche
Fangen wir aber erstmal mit dem Negativen an: Balu hatte seit vorletztem Wochenende sehr feuchten Kot. Kategorie “Durchfall”, obwohl es kontrolliert aus ihm rauskam. Halt nur sehr flüssig. Gefiel uns gar nicht, schon allein wegen dem damit verbundenen Flüssigkeitsverlust. Wir haben erstmal das Futter auf “nur noch eine Sorte” umgestellt. Um auszuschließen das es davonkommen könnte. Am Ende haben wir ihn am Mittwochvormittag eingepackt und sicherheitshalber zu unserer regulären Tierärztin gefahren. Die Praxis hatte leider an dem Tag nur bis mittags offen. Er konnte deshalb nur rund eine Stunde dableiben. Sind dann entsprechend donnerstags nochmal hin und haben ihn für den Tag abgegeben. Er wurde dort dann mit Infusionen aufgepäppelt, mit Kortison versorgt und – zur Freude von Balu – mit Trockenfutter verwöhnt. Außerdem bekamen wir:
- Antibiotikatabletten
- “Kotverdicker” (inuvet Ibedex)
- und – wie immer bei einer Antibiotikabehandlung – inuvet Flora Complex für den Darmaufbau mit nach Hause.
Sein Kot ist mittlerweile etwas besser in der Konsistenz, aber es ist definitiv noch Luft nach oben. Wird hoffentlich bald wieder ganz fest. Bis dahin muss er damit leben, dass wir ihn mindestens einmal am Tag baden müssen. Es kommt schließlich da raus, wo er gerade liegt und wenn wir das nicht mitkriegen (nachts z.B.), dann wälzt er sich mehr oder weniger darin. Das würde bei fester Konsistenz freilich auch passieren. Die Angriffsfläche wäre aber nicht ganz so groß wie ein feuchter Flatscher auf dem Lacken. Und nein, er wälzt sich nicht bewusst darin. Er kann sich halt immer noch nur bedingt davon wegbewegen. Gleichzeitig ist er im Schlaf sehr aktiv. Im Ergebnis haben wir nach dem Aufstehen für ein paar Stunden eine feuchte und nicht so ganz gut auf uns zu sprechende Katze
. Immerhin tun die Nässeschutzunterlagen, was sie sollen. Gab bislang nur 1-2 Vorfälle wo ich auch die darunter liegenden Decken mitwaschen musste.
Die Futtersituation
Während er mit den Antibiotika und dem Flora Complex keine Probleme hat, will er das Ibedex allerdings absolut nicht fressen. Und zwar egal wie schmackhaft wir es ihm gemacht haben. Scheint irgendwie sehr komisch zu riechen und alles andere zu überdecken. Glücklicherweise hatten wir uns genau für diesen Fall bereits Mitte Dezember, bevor das alles losging, einen 1.000er Pack PetCaps* von Capsuline gekauft. Das sind leere Kapseln der Größe 3 (also ziemlich klein), die mit Hähnchengeschmack besprüht sind. Dazu noch einen passenden Kapselfüller* und wir konnten das Ibedexpulver verfüllen. Gut, der verlinkte Kapselfüller hat nicht so richtig funktioniert und stattdessen die 100 Kapseln beschädigt. Ging entsprechend wieder zurück. Sie sind jedoch glücklicherweise fest genug zu, dass wir sie in ein Stückchen Käsewurst einpacken können. Dieses “Bescheißerle”, wie es so schön heißt, frisst er dann auch mit Begeisterung. Übrigens scheint der Hähnchengeschmack der Leerkapseln auch nicht so der Brüller zu sein. Ein paar Gelatinekapseln in der gleichen Größe und das in was Leckeres gepackt (Käsewurst, Toppingpulver, etc.) würde es wohl auch tun.
Zusätzlicher Nachteil dieser Medikamenten-Experimentiererei: Katzen sind sehr schnell darin bestimmte Sachen miteinander zu verbinden. D.h. weil wir u.a. mit dem Ibedex so viel kombiniert haben, in der Hoffnung es in ihn reinzubekommen, hat er aktuell absolut keinen Bock auf Nassfutter mit Hühnchen. Und zwar egal von welchem Hersteller. Das wird er in kurzer Zeit wieder vergessen. So ist das nicht. Katzen sind schließlich keine Elefanten
. Aber bis dahin müssen wir ihm andere Futtersorten geben. Aktuell funktioniert es beispielsweise ganz gut mit Pazifikthunfisch von Moments* sowie den Vitaldrinks von MACs und Carny. Wobei er auch da die Hühnerstücke aussortiert.
Die Fortschritte
Balu ist also grundsätzlich weiterhin auf unsere ständige Unterstützung angewiesen. Haben wir ehrlich gesagt auch nicht anders erwartet. Bei einem Rückenmarkinfarkt kann es bis zu sechs Monate dauern, bis das Plateau an Verbesserungen erreicht ist. Gleichzeitig macht er aber auch definitiv spürbare Fortschritte. Meinte auch unsere Physiotherapeutin am Dienstag – und da hatte sie ihn nur übers Wochenende + Montag nicht gesehen! Mit Unterstützung kann er mittlerweile sogar ein paar Momente stehen und sitzen. Das mit dem Gleichgewicht ist aber noch so eine Sache. Auf dem Bauch liegen oder Zusammenkringeln wie eine normale Katze geht ebenfalls schon wieder ganz gut. Putzen hingegen ist zwar anstrengend für ihn, klappt aber in kleinen Etappen ebenfalls – inklusive einer braunen Nase als er das scheinbar mal nachts nach einem Malheur probiert hat.
Auch den Kopf kann er schon wieder ein bisschen heben und frisst entsprechend die meiste Zeit nicht mehr in vollständiger Seitenlage. Insofern liegt er zwar weiterhin den ganzen Tag nur auf den Plätzen rum, auf die wir ihn legen. Laufen ist schließlich weiterhin nicht möglich. Aber es sieht mittlerweile häufiger so aus als läge da einfach eine gesunde Katze. Außerdem wird er wehrhafter. Beim Baden versucht er sich beispielsweise zu verdünnisieren. Ist dann zwar mehr ein wegrobben und wir kriegen ihn (noch) relativ einfach wieder eingefangen. Es ist dennoch ein äußerst positiver Fortschritt. Seine Physiotherapeutin meinte schon, dass es sie nicht wundern würde, wenn er heute Abend zur Tür reinlaufen würde. Spoiler: Das wird er leider noch nicht. Wenn es allerdings so weitergeht, wird es mit etwas Glück nicht mehr lange bis dahin dauern.

