Sicarius

Tagebuch eines Hausherrn #54

Arbeiten, Schlafen und bloß nichts lesen

Ende 2023 hatte ich euch zuletzt über den aktuellen Stand unseres Freizeitraums im Keller berichtet – der dann prompt schon wieder veraltet war. Keine Woche später haben wir uns nämlich dazu entschieden einen Arbeitsplatz dort unten einzurichten. Für die Momente, in denen einer von uns beiden mal wirklich in Ruhe was machen muss (egal ob privat oder beruflich). Ich beispielsweise produziere für meinen Arbeitgeber mittlerweile die Videos mit den Änderungen und Neuerungen bei einem neuen Software-Release. Da ist es ganz gut einen Schreibtisch zu haben, an dem ich ohne Nebengeräusche und Katzengesänge die Aufzeichnung anfertigen kann. Und ja, den Schreibtisch haben wir kostenlos bekommen. Jemand hatte ihn über Kleinanzeigen verschenkt und wir haben ihn an Neujahr abgeholt.

Ansonsten ist auf der Seite des Raumes noch ein weißes 40cm-Regal dazu kommen. Ach und die Menge an (ungelesenen) Büchern hat weiter zugenommen. Aber das zählt nicht, auch wenn uns langsam aber sicher schon wieder der Platz ausgeht. Müssen definitiv mehr lesen (und uns dann von Titeln trennen).

In der Fitnessabteilung hat der Gerätebestand ebenfalls keine Veränderung erfahren. Die Neuanschaffungen (Walking Pad und Heimtrainer) stehen beide im Wohnzimmer. Wir haben allerdings ein paar Matten rausgeworfen. Die Belüftung war anscheinend nicht so der Brüller, weshalb sich darunter schwarze Flecken auf dem Klebekork gebildet haben. Das ist logischerweise absolut nicht gut.

Reparaturmaßnahmen

Im 2023er Eintrag hatte ich allerdings erwähnt, dass wir bereits die ersten Reparaturmaßnahmen sowohl für unser Trampolin (cardiojump Fitnesstrampolin Premium) als auch unsere Taurus Vibrationsplatte VT5 ergreifen mussten. Bei letzterer hatten wir damals noch das Glück in der Garantiezeit zu sein, weshalb wir sie einfach ausgetauscht haben. Das konnten wir dieses Mal nicht mehr.

Das ist hinüber

Kommen wir aber erst zum Trampolin: Vorletzte Woche machte Lysanda wie immer ihre Übungen darauf als es plötzlich *knack* machte. Eine der Plastikhaltungen am Netz war abgebrochen. An diesen sind die Gummis befestigt. Zum Glück bislang nur eine von insgesamt 42. Aber tatsächlich lassen die sich nicht austauschen. Man muss das gesamte Netz in so einem Fall auswechseln. Immerhin ist der Service von Fitshop einwandfrei. Ein Anruf und 46,90€ später hatten wir einen Ersatz. Und da wir schon dabei waren, haben wir auch gleich noch einen Satz Ersatzgummis (30 Stück) mitbestellt. Als gute Kunden (über 4.000€ schon dort gelassen), haben wir einen Sonderpreis dafür erhalten, weshalb ich an dieser Stelle nicht erwähne, was sie uns gekostet haben :wink: . Unsere Gummis sind zwar derzeit noch alle in Ordnung. Aber wer weiß wie lange das noch so ist und wenn schon Versandkosten anfallen, dann soll sich das wenigstens lohnen.

Die Vibrationsplatte

Das Trampolin können wir also problemlos reparieren. Aber wie sah es mit der Vibrationsplatte aus? Das Problem war identisch zum letzten Mal: Der Plastikdeckel war an den Stellen, wo normalerweise die Fersen sind, eingebrochen. Wie ich schon 2023 meinte: Nicht gerade ein Qualitätsmerkmal für ein 500€ teures Gerät, dessen Hauptfunktion es ist draufzustehen. Über Kleinanzeigen hatten wir uns bereits das gleiche Modell in gutem Zustand für 100€ nochmal als Ersatz geholt. Aber da ich wegen dem Trampolin eh den Service am Apparat hatte, fragte ich auch mal, was es für das Gerät so an Ersatzteilen gibt. Die Antwort: Fast alles (siehe Seite 30). Ein weiterer Grund, warum wir so gerne bei Fitshop einkaufen. Ihre Eigenmarken (darunter Taurus und cariojump) sind kein Wegwerframsch, sondern lassen sich mit etwas Aufwand kostengünstig selbst reparieren. Für das benötigte Ersatzteil (Nr. 5 in der Explosionszeichnung) haben wir nur 17,37€ bezahlt.

Der alte und ziemlich kaputte Deckel

Natürlich kann man jetzt entgegenhalten, dass dieses große Plastikteil scheinbar einen hohen Verschleiß hat. Schließlich haben wir nach nur zwei Jahren schon wieder Ersatz gebraucht. Das ist bei so einem Gerät aus meiner Sicht auch nicht okay. Aber immerhin lässt es sich reparieren und über den Preis für das Ersatzteil kann ich nicht meckern – und habe deshalb gleich die zwei genommen, die sie gerade auf Lager hatten.

Die Reparatur

Der Kauf des Ersatzteils ist aber logischerweise nur die halbe Miete. Unser Crosstrainer klappert schließlich immer noch, obwohl wir das Ersatzteil im Haus haben. Einfach, weil wir keine Ahnung haben wie wir an die Stelle rankommen. Irgendwann werden wir uns vielleicht mal intensiver damit auseinander setzen :smile: . Aussitzen war bei der Vibrationsplatte aber keine Option mehr. Mit Löchern im Deckel lässt sich schließlich nicht so gut draufstehen. Also haben wir angefangen sie auseinander zu bauen. Hier ein kleines Protokoll, falls ihr sie ebenfalls habt und mal zerlegen müsst:

Schritt 1: Die Auflage entfernen. Die ist tatsächlich schlicht mit doppelseitigem Klebeband befestigt. Hatten eigentlich mehr erwartet, aber offensichtlich hat es funktioniert. Ersatz dafür war allerdings nicht im Paket enthalten. Wir mussten stattdessen zu unserem eigenen Vorrat greifen und auf der Ersatzplatte anbringen.

Schritt 2: Haufenweise Schrauben lösen. Der Deckel ist mit 20 Schrauben an der eigentlichen Vibrationsplatte befestigt.

Schritt 3: Den Deckel vom Motorblock trennen. Dazu einfach das Verbindungskabel von der Platine lösen.

Die ersten 20 Schrauben sind gelöst.

Schritt 4: Noch mehr Schrauben lösen. Nochmal mit zehn Schrauben am äußeren Rand, die den oberen Teil des Deckels (=das Ersatzteil) und den unteren Teil miteinander verbinden. Plus sechs Schrauben im Inneren, welche die seitlichen LED-Streifen am Deckel befestigen.

Schritt 5: Die Elektronik ausbauen. Das Gerät hat im Inneren eine Platine mit Display, die am Deckel festgeschraubt ist und in die zwei Verbindungskabel eingesteckt sind. Das eine Kabel geht (logischerweise) zum Motor, das andere verzweigt zu den LED-Streifen an den beiden Seiten des Deckels. Die seitlichen Kabel sind zum Schutz mit lockeren Schaumröhren ummantelt, die mit Heißkleber am Deckel befestigt sind. Und von außen klebt noch eine Folie über dem Display. Sie dient zum einen als Schutz vor Staub, es sind aber auch die Funktionen aufgedruckt. Theoretisch lässt sich das Gerät nämlich ohne Fernbedienung bedienen (sehr gut!).

Blöd nur, dass diese Schutzfolie aufgeklebt ist. Die müsst ihr SEHR vorsichtig ablösen, wenn ihr sie nicht auch nochmal neu kaufen wollt. Gehalten hat sie auf dem neuen Deckel dann trotzdem nicht mehr. Wir mussten sie – genauso wie die Schaumröhren – ebenfalls mit doppelseitigem Klebeband versehen, um sie wieder zu befestigen.

Schritt 6: Den Deckel austauschen und alles wieder zusammenbauen. Also Elektronik wieder rein, erster Satz Schrauben, beide Teile des Deckels wieder verbinden, Motor wieder anschließen (und kurz testen), Deckel wieder mit Motorblock verbinden, nächster Satz Schrauben, Displayschutzfolie und Auflage aufkleben. Fertig.

Epilog

Konzentriertes Arbeiten

Wir haben insgesamt eine gute Stunde für die Aktion gebraucht. Lag aber auch daran, dass es das erste Mal war. Wir waren entsprechend vorsichtig unterwegs und haben fleißig von jedem Schritt Fotos gemacht. An sich war es kein Hexenwerk und ging gut von der Hand. Nur schade, dass einige Sachen in der Taurus Vibrationsplatte VT5 geklebt sind. Ich hab‘ zwar auf Anhieb auch keine bessere Idee, weil das ganze Ding halt vibriert. Es trübt aber trotzdem den guten Gesamteindruck vom Aufbau des Geräts ein wenig. Vor allem die Sache mit der Displayschutzfolie ist echt dämlich gelöst. Wenn wenigstens Ersatz mit im Paket gewesen wäre und man sie nicht separat bestellen müsste.

Nichtsdestotrotz: So muss das sein! Für fast alles gibt es Ersatzteile. Das was wir brauchten war günstig. Und für die Reparatur brauchte man keinen Handwerksmeister gemacht zu haben. Da vermisst man die guten alten Zeiten umso mehr, wo sowas noch gang und gäbe für die meisten Geräte im Haushalt war.

Insofern ist es zwar definitiv doof, dass wir nach vergleichsweise kurzer Zeit schon wieder Probleme hatten. Aber immerhin war die Lösung simpel und nicht sonderlich teuer oder Zeitintensiv. Und vom Gerät selbst sind wir auch weiterhin begeistert.

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