Vor fast genau einem Jahr habe ich euch an dieser Stelle vier Werke des britischen Autors John le Carré vorgestellt. Genauer gesagt die ersten vier “George Smiley”-Bücher. Insgesamt gibt es allerdings neun Stück, die entweder von Carré oder seinem Publisher als Teil dieser Serie angesehen werden (weil es mitunter gezwungen wirkt). Mittlerweile habe ich die nächsten vier Bände gelesen und möchte euch meine Meinung selbstverständlich nicht vorenthalten :smile: .

Stellt sich vielleicht vorab die Frage, warum es mit dem Lesen so lange gebraucht hat. Okay, sie sind etwas umfangreicher als die vorherigen Bücher. Aber 100 Seiten mehr sollten jetzt nicht unbedingt dazu führen, dass ich dafür wesentlich mehr Wochen brauche. Nein, die Antwort ist schlicht und einfach, dass die Werke nicht durchweg gelungen sind. Doch lest selbst:

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Dame, König, As, Spion* (Tinker Tailor Solider Spy; 1974; 416 Seiten) – John le Carré wohl bekanntestes Werk und Auftakt der sogenannten Karla-Trilogie. Benannt nach dem furchteinflößenden Agenten Karla beim KGB, der schon einer halben Ewigkeit den britischen Geheimdienst vorführt. Im ersten Band spielt er aber noch eine untergeordnete Rolle und wird nur als die ständige Gefahr im Hintergrund dargestellt. Stattdessen steht die Enttarnung seines Doppelagenten im Fokus, den er ins obere Management des Circus eingeschleust hat. Smiley, nach einer misslungenen Operation zu Beginn des Buches eigentlich aus dem Geheimdienst entlassen, wird damit beauftragt diesen Maulwurf auszuräuchern. Das ist Auftakt zu einer intensiven und spannenden Detektivarbeit bei der Smiley sehr viele Hürden überspringen muss, um den Übeltäter zu identifizieren und zur Strecke zu bringen.

Beim Christoph meint: Von mir gibt es 4 von 5 Sics. Das ist, was ich von John le Carré erwartet hatte. Das Werk ist ein vorzüglicher Agententhriller mit vielen spannenden Momenten, interessanten Wendungen und einem George Smiley in absoluter Höchstform. Als Leser fiebere ich intensiv mit und stehe bei fast jeder Seite unter Strom. Abstriche von der Bestnote gibt es hauptsächlich, weil aus meiner Sicht das ein oder andere etwas zu sehr in die Länge gezogen ist. Speziell die Nebengeschichte rund um Jim Prideaux, einem ehemaligen Agenten. Ich verstehen, warum sie notwendig ist (Twist) aber so wirklich begeistert hat mich sein zurückgezogenes Lehrerleben nicht. Dennoch: Ganz klare Leseempfehlung. Und wer keinen Bock zum lesen hat, der greift zur BBC-Serie, die ist auch gut.

(Cover)

Eine Art Held* (The Honourable Schoolboy; 1977; 608 Seiten) – John le Carré hat eine Asienreise gemacht und daraus ist dieses Buch entstanden. Nach der Enttarnung des Maulwurfs ist der britische Geheimdienst am Boden und braucht dringend Erfolge. Das Ziel: Eine Geldwäsche-Operation der Russen in Hongkong in der Hoffnung eine Angriffslücke in Karlas Geschäften zu finden. Der Agent: Jerry Westerby, ein Frauenheld, der sich als Journalist tarnt. Nicht wirklich mit dabei: George Smiley, der wieder nur hin und wieder als fragwürdige Figur im Hintergrund auftritt. Stattdessen ist der Fokus voll und ganz auf Westerby, der sich in Asien auf die Suche nach den Russen und ihren Verbündeten macht. Relativ schnell fällt der Verdacht auf einen gewissen Drake Ko, ein reicher Geschäftsmann. Blöd nur, dass die Amerikaner ebenfalls ein Auge auf ihn geworfen haben. Es beginnt entsprechend ein Rennen um die Zeit. Wer schafft es den großen Fisch an Land zu ziehen und davon zu profitieren, ohne ihn zu verschrecken? Ja, Zusammenarbeit von Geheimdiensten war damals wie heute nicht so der Hit…

Beim Christoph meint: 3 von 5 Sics und zwar nicht nur, weil Smiley so gut wie nicht drin vorkommt. Nein, auch die Geschichte an sich finde ich nicht so prickelnd. Westerbys Reisen durch Asien mit fragwürdigen Stationen (Fahrt durch ein Kriegsgebiet, Besuch eines korrupten Gouverneurs und so Kram), sein pseudo-philosophisches Geschwafel dabei in dem er sein bisheriges Leben reflektiert zusammen mit den (vermutlich absichtlich) nutzlos und nervig dargestellten Journalisten-Freunden – es hat mich nicht wirklich angemacht und war stattdessen über weite Teile einfach nur langweilig. Erst gegen Ende, wenn klar wird wer Ko ist und besagtes Rennen um den Zugriff losgeht, nimmt die Sache an Fahrt auf und wird wieder richtig spannend und interessant. Entschädigt halt leider nur bedingt für die restlichen 500 Seiten…

Ich gehe davon aus, dass die Darstellung im Buch relativ realistisch ist und zu der Zeit passt aber wie ich schon zu Krieg im Spiegel* geschrieben hatte: Ein guter Roman/Krimi/Thriller sieht für mich anders aus. Realismus sollte nicht vor einer gut und spannend erzählten Geschichte stehen. Da sind meine Erwartungshaltungen einfach andere. Und die werden hier von John le Carré nur auf ein paar Seiten erfüllt. Stattdessen lese ich von Charakteren, die zwar durchaus dreidimensional sind aber für die ich abseits von “Gott, geht der mir auf den Keks” keine wirklichen Gefühle aufgebaut bekomme. Was bin ich froh, dass der Autor schon während der Recherche für dieses Buch selbst festgestellt hat, dass er doch keinen Bock hat die Jagd auf Karla über eine “zweistellige Anzahl an Büchern” zu verteilen.

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Agent in eigener Sache* (Smiley’s People; 1979; 448 Seiten) – Der fulminante Abschluss der Karla-Trilogie mit George Smiley endlich wieder als Hauptcharakter. In England wird ein britischer Agent ermordet und das Innenministerium will es unter den Tisch kehren. Leider macht es den Fehler Smiley (Geheimagent im Ruhestand) mit dieser Aufgabe zu betreuen, der überhaupt keine Lust darauf hat Handlanger von irgendwelchen Politikern zu sein und stattdessen anfängt eigenständige Ermittlungen aufzunehmen. Okay, stimmt nicht ganz. Er nimmt die Ermittlungen auf, weil er ehemaliger Führer des getöteten Agenten war und dieser ihm vor seinem Tod unbedingt etwas mitteilen wollte in Bezug auf unseren lieben Karla.

Mit dem wenigen was Wladimir, so der Name des Agenten, ihm überlassen hat beginnt Smiley die Spur zurückzuverfolgen. Dabei stößt er auf eine alte Russin in Paris, einen verdächtigen Agenten in Norddeutschland und eine Spur in Österreich. Am Ende erwartet den Leser ein fulminantes Finale an der Berliner Mauer. Wie es sich nun einmal für einen Agentenroman gehört, der zur Zeit des Kalten Krieges spielt :smile: .

Beim Christoph meint: Ein absolutes Meisterwerk. Die Jagd nach Karla ist an Spannung nicht zu überbieten und mehr als ein würdiger Abschluss von George Smileys Reise. Volle 5 von 5 Sics von mir. Definitiv ein Buch, das ich ungern zur Seite gelegt habe. Ich wollte stattdessen immer wissen, wie es jetzt weiter geht. Welche neue Spur ergibt sich? Was verbirgt sich hinter der neusten Wendung? Das alles erzählt mit einer Handvoll interessanten und glaubwürdigen Charakteren, mit denen ich tatsächlich mitfühle und die die Geschichte vorantreiben statt nur da zu sein, weil es der Realismus erfordert. Allen voran natürlich Detektiv Smiley und sein Partner Guillam, die wir jetzt schon über einige Bücher hinweg intensiv kennengelernt haben. Und das Ende ist einfach nur famos und passt wie der Deckel auf den Topf, aber ich werde euch natürlich an dieser Stelle nichts verraten.

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Der heimliche Gefährte* (The Secret Pilgrim; 1990; 400 Seiten) – Smiley ist im Ruhestand aber man muss natürlich trotzdem so tun, als würde das Buch mit ihm zu tun haben. Also erfindet man fix einen Charakter namens Ned, der gerade am Ende seiner Laufbahn als Agentenausbilder steht. Dieser lauscht einer Rede von George Smiley an seine Abschlussklasse und nutzt die dadurch entstehenden Trigger, um über sein Leben und seine Missionen als Agent zu reminiszieren. Oder auf Deutsch: Das Buch ist im Prinzip eine Ansammlung von Kurzgeschichten, die lose durch den Charakter Ned und Smileys Rede zusammengehalten werden. Ihr erfahrt von seiner ersten Mission, von seinem fleißigen Fremdgehen und eben von ein paar mehr oder weniger eindrucksvollen Einsätzen. Ein Teil des Buches erlebt ihr sogar die Geschichte eines komplett anderen Charakters. Ned erzählt euch die Geschichte davon, wie ihm der andere Agent seine Geschichte erzählt hat und lest dann von den Erlebnissen des Agenten. Bitte hier einen Vergleich mit Inception* einfügen.

Beim Christoph meint: 2 von 5 Sics. Tatsächlich ist es der spannende Abschnitt gegen Ende des Buchs in dem der andere Agent über seine Mission in Korea und dem Zusammentreffen mit den Roten Khmer berichtet, der das Werk vor dem Totalabsturz rettet. Der Rest? Nun, Ned ist ein unsympathischer, unfähiger und gleichzeitig weinerlicher Depp mit dem ich absolut überhaupt nichts anfangen kann. Da war selbst Westerby in Band 6 um Längen besser und der ging mir schon häufig auf den Geist. Und wenn ich mit dem Hauptcharakter nichts anfangen kann, ist das nur bedingt gut. Dazu kommt, dass es eben gefühlt nur eine Ansammlung von mittelmäßigen Kurzgeschichten ist, die von einer mehr als dünnen Erzählung zusammengehalten wird. Es wirkt mitunter sehr stark als hätte John le Carré nicht gewusst, wie er jetzt eine Überleitung zur nächsten Geschichte hinbekommt so komisch sind die Sachen von Smiley, durch die Ned getriggert wird. Danke nein.

 

Es lag also an Band 6 und Band 8, warum ich ein Jahr gebraucht habe für die vier Bände. Die sind das klare Gegenteil von “so spannend, dass ich es gar nicht weglegen kann”. Keine Charaktere mit denen ich wirklich mitfühle, wenige mitreißende Momente, stattdessen seitenweise Belanglosigkeiten. Und Band 6 hat mich sogar noch mehr aufgeregt, weil er als Teil der Karla-Geschichte gilt. Dabei hat so gut wie nichts von dem, was dort passiert, wirklich relevante Auswirkungen auf Band 7 oder legt großartig Grundlagen dafür. Außerdem stört mich grundsätzlich, wenn zwar George Smiley draufsteht er aber einfach nur eine komische Randfigur ist mit wenig bis gar keinem Mehrwert. Bei Der Spion, der aus der Kälte kam*, in dem Smiley ebenfalls nur in Nebensätzen auftrat, bekam ich immerhin noch einen extrem guten Agententhriller zu lesen. Aber in den beiden Werken? Eh…

Mal schauen was der bislang letzte Band, Das Vermächtnis der Spione*, zu bieten hat. Inhaltlich geht es wieder um eine Rückblende aber immerhin zu einer Zeit in der Smiley noch aktiv war (1967 in Berlin). Vielleicht bekomme ich als Leser entsprechend wieder das, warum ich eigentlich hier bin: Einen spannenden Spionage-Roman mit einem tollen Hauptcharakter. Ich werde euch berichten, wenn ich es durchhabe – ob ihr es wollt, oder nicht :tongue: . Jetzt habe ich allerdings erstmal Shareware Heroes* von Richard Moss begonnen, um den schlechten Geschmack etwas aus dem Mund zu bekommen. Da hatte ich 2020 die Crowdfunding-Kampagne unterstützt.

Sicarius

Katzenpandemie in der Casa Lysanda

Zwei kranke und total schlappe Katzen

Es sieht ganz so aus als hätte Pichu ein paar virale Freunde von seinem Zahnarztbesuch mitgebracht. Erst fing er ein paar Tage später an etwas schlapp zu wirken und hat angefangen zu niesen, mittlerweile es ist auf fast die gesamte Katzenbande übergesprungen. Nur Jules, der derzeit seinen ganzen Tag im Garten verbringt, hat noch keine Erkältungsanzeichen. Hoffen wir mal, dass er verschont bleibt. Während Pichu schon fast durch ist und Maya den Unterschied zwischen Katzenschnupfen und Erkältung eh nicht kennt, hat es Balu gefühlt am schlimmsten erwischt. Lag gestern ganz schön in den Seilen der Arme. Was nicht heißt, dass er nicht trotzdem unbedingt alle Leckerlis haben wollte – egal wie sehr er beim Erschnüffeln niesen musste.

Die letzte Erkältungsrunde in unserem Haus ist tatsächlich schon sehr lange her. Dank Mayas chronischem Schnupfen ist das Immunsystem der vier anderen eigentlich unter einer Dauerbelastung. Aber scheinbar haben sie sich an ihre Viren/Bakterien mittlerweile gewöhnt. Muss entsprechend was ganz Spezielles sein, was Pichu da vom Tierarzt mitgebracht hat. Einer der vielen Nachteile, wenn man in eine Praxis muss und nicht unsere mobile die Arbeit bei uns Zuhause erledigen kann. Müssen wir uns wohl doch mal ein größeres Haus kaufen mit einem vollausgestatteten Katzen-OP-Zimmer :wink: .

Wir unterstützen sie nun ein wenig mit unseren Luftdiffusern. Da verdampfen wir entweder Jod oder Wasserstoffperoxid drin zum desinfizieren der Luft. Und ins Futter mischen wir ein paar Vitamine und Mineralien zusätzlich, um ihr Immunsystem auf Trab zu halten. Aber vermutlich wird es wie bei uns Menschen sein: Es dauert fünf Tage egal was man macht.

Sicarius

Grüne Hölle

Es müsste mal wieder mehrere Tage ausgiebig regnen…

Ungefähr 48m² ist der “grüne” Anteil unseres Gartens groß und wir haben uns schon früh entschieden ihn natürlicher sein zu lassen. Also nicht jedes Wochenende mit dem Rasenmäher drüber, jedes bisschen Unkraut sofort ausreißen und alles mit Dünger und Co. voll zu kippen. Zugegebenermaßen fiel diese Entscheidung nicht nur wegen den Insekten und weil speziell Balu höherstehendes Gras echt dufte findet. Ich hab‘ auch schlicht und einfach keinen Bock mich so intensiv damit zu beschäftigen. Natürlich sehen die auf 5cm perfekt geschnitten Rasen toll aus aber noch ist das kein Hobby von mir – also stattdessen etwas mehr Wildwuchs mit Flecken :wink: . Klingt schlimmer als es ist (glaube ich). Vor allem, wenn ich mir den Vergleich zu 2015 anschaue. Ist ja nicht so, dass ich mich überhaupt nicht um ihn kümmere.

Die Gartenbewohner

Es gibt aber nicht nur Gras in unserem Garten. Unser Mandelbaum beispielsweise gedeiht prächtig (2016 gepflanzt) und dürfte schon mindestens fünf Meter hoch sein und unserem Schmetterlingsflieder namens Vladimir (hat sich so ergeben damals…) geht es ebenfalls ganz gut. Er hat nur warum auch immer den Hang dazu den Hang (…) hochzufallen. Aber wenn er meint. Solange er trotzdem fleißig blüht und zur Freude von Lysanda haufenweise Schmetterlinge und andere Insekten anlockt, ist das okay.

Und dann haben wir noch so einige Nutzpflanzen. Ein paar davon wurden von den Vorbesitzern übernommen wie ein riesiger Rosmarin und ein Salbei. Letzteren hatten wir etwas zu stark abgeschnitten im Frühjahr, aber er kommt wieder – im Gegensatz zum Thymian dessen erbärmlichen Reste dann doch mal die Biotonne von innen gesehen hatten. In unserer “Tee-Ecke” wächst hingegen Pfefferminze, Erdbeerminze, Mandarinenminze und Waldmeister. So viele Blätter – wir wissen gar nicht wohin damit! Hatten bis letztes Jahr sogar noch Schokominze aber es hat sich herausgestellt, dass Balu dagegen allergisch ist. 2022 hat sich nun seine Allergie ebenfalls gegen die Pfefferminze gerichtet. Um dem entgegen zu wirken hat Lysanda regelmäßig die Blüten abgeschnitten. Das hat geholfen. Stellt sich aber trotzdem die Frage, ob die Pfefferminze entsprechend noch ein langes Leben in unserem Garten haben wird oder wir sie dann doch mal verschenken.

Außerdem noch im Garten: Hildegard, der Himbeerstrauch und hartnäckige Erdbeeren. Nein, fragt auch hier nicht woher der Name kam. Er war einfach wie bei Vladimir plötzlich da und hat sich gehalten. Mit hartnäckigen Erdbeeren meine ich hingegen eine Pflanze in einem kleinen Topf, der garantiert keine Nährstoffe mehr enthält – und trotzdem wächst sie fleißig vor sich hin. Zusätzlich haben wir noch jeweils einen kleinen Pfirsich- und Mandelbaum angeschafft. Der Grund ist simpel: Scheinbar gibt es in unserer Umgebung nichts was unseren großen Mandelbaum befruchten kann. Entsprechend hatten wir bislang noch keine einzige Ernte. Mit seinen neuen Geschwistern wird sich das dann hoffentlich ab nächstem Jahr ändern *daumendrück*.

Die Umwelt gegen uns

So viel Minze – und das ist nur einer der Büsche!

In einem Teil des Gartens hatten schon unsere Vorbesitzer ein kleines Beet angelegt. Damals stand noch ein Gewächshaus drauf, das haben wir aber verschenkt. Den Gedanken an eigenes Gemüse ließ Lysanda aber ebenfalls nicht los. Entsprechend haben wir es über die Jahre mit so einigem probiert Kohlrabi, Wirsing, Blumenkohl, Brokkoli, Rettich und was weiß ich noch alles. Die Erfolgsquote… war leider vergleichsweise niedrig. Das lag nicht unbedingt an Lysanda, sondern eher an den Bewohnern unseres Gartens. Speziell mit Schnecken hatten wir extrem viel zu kämpfen. Ein Jahr haben wir mit einem Schneckenzaun versucht, dann haben wir uns Frühbeete angeschafft, sind regelmäßig abends raus zum sammeln (und von Mücken gepikst werden), da wir aufgrund der Katzen keine Chemie einsetzen wollten, aber es half alles nichts. Und wenn mal keine Schnecken da waren, siedelten sich Horden von Ameisen an. Dieses Jahr war es besonders schlimm. Überall Nester. Eins erfolgreich verlegt, schon tauchte das nächste auf.

Das Ergebnis? Lysanda hat zähneknirschend eingesehen, dass das bei uns im Garten einfach nichts wird. Jetzt sind die Frühbeete weg und stattdessen freuen sich die Katzen über ein neues Katzenklo – zumindest bis ich es schaffe dort mal wieder Gras wachsen zu lassen.

Eine Sache hat Lysanda aber dann doch noch gefunden, die bei uns sehr gut wächst (außer den Minzen und der hartnäckigen Erdbeere): Cocktailtomaten. Wir hatten bei meinen Eltern Anfang Juni einen Geiz (für n00bs = Ast) mitgenommen und eingepflanzt. Mittlerweile sind daraus schon zwei Pflanzen geworden und es sind schon die ersten acht Tomaten gepflügt worden – mit noch sehr viel mehr im Kommen. Kleiner Gärtnertipp: Tomaten sind Selbstbestäuber. Ihr könnt euren Ertrag entsprechend relativ einfach erhöhen, indem ihr mit einer elektrischen Zahnbürste täglich die Blüten “massiert” und so den Polen verteilt. Wem das – wie uns – zu aufwendig ist: Die Pflanze zu schütteln ist zwar nicht ganz so effektiv, hilft aber trotzdem schon massiv.

Katzenfutter?

Trofu? Nein, Dünger.

Dazu (und für den Rest des Gartens) haben wir uns noch eine Runde Gardol Dünger gegönnt. Einmal Pure Nature Bio-Tomatendünger und einmal Pure Natur Bio-Universaldünger. Wie gut die tatsächlich sind, weiß ich nicht. Unseren Pflanzen gefällts auf jeden Fall. Erwähnt habe ich sie jedoch aus einem ganz anderen Grund: Dieser Dünger enthält K3-Material. Das sind Abfälle/Nebenprodukte u.a. beim Schlachten die nicht für den menschlichen Verzehr geeignet sind und auch im Katzenfutter verarbeitet werden. Unsere Vierbeiner haben diesen Punkt SOFORT gerochen und wollten entsprechend etwas vom Dünger abhaben. Zum Glück wurde er nach dem Verstreuen in den Töpfen und im Garten uninteressant. Wir gehen nicht davon aus, dass es den Katzen gut tut davon eine große Menge zu futtern.

Und damit wisst ihr vermutlich mehr über unseren Garten, als ihr wissen wolltet. Nächstes Jahr muss ich ihm mal wieder eine kleines Frischekur verpassen. Trotz regelmäßigem Gießen war die Hitze und vor allem der Ameisenbefall ziemlich anstrengend für ihn (die Gras-freien Flecken sind mehr geworden). Aber solange es den Katzen und den Insekten gefällt, passt das schon.

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