Sicarius

Klicke-di-Klack

Es weiß eigentlich jeder und ich habe es auch schon sehr oft erwähnt: Eine Beziehung besteht aus Kompromissen. Wir hätten beispielsweise ohne Probleme die Möglichkeit gehabt zwei getrennte Arbeitszimmer einzurichten. Die Entscheidung fiel jedoch bewusst dagegen aus vor allem mit der Begründung „jeder sitzt dann nur in seinem stillen Kämmerlein und man tauscht sich gar nicht mehr aus“. Jetzt im Home Office ist das sogar noch wichtiger geworden, da wir ja im selben Team arbeiten.

Diese Entscheidung pro Zweisamkeit im Arbeitszimmer hatte aber natürlich Konsequenzen speziell in Bezug auf den Geräuschpegel auf „meiner“ Seite des Raumes. Egal wie mein nächster Computer aussieht: Er wird definitiv mehr auf Silent getrimmt sein als mein Monster heute (allein die fünf HDDs und fünf nicht sonderlich leisen Gehäuselüfter). Außerdem bin ich mittlerweile fast vollständig auf Headset-Nutzung umgestiegen, selbst wenn ich alleine im Zimmer bin. Die Boxen sind nur noch sehr selten an und zum Zocken sogar nur noch, wenn wir es gemeinsam tun.

Entsprechend froh bin ich, dass ich letztes Jahr auf das Teufel CAGE gewechselt bin. Teufel hat zwar kurz danach (ist ja immer so) einen Nachfolger rausgehauen, ich bin aber weiterhin extrem zufrieden mit dem Original. Sehr gute Soundqualität, hervorragender Tragekomfort und selbst nach einem Jahr intensiver Nutzung Tipptopp in Ordnung.

Der Weg zum Thema

DOOM Eternal: The Ancient Gods – Part One (Herstellerbild)

Vor zwei Wochen habe ich nun aufgrund der Geräuscheproblematik eine weitere Bestellung neuer Hardware ausgelöst. Der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat, war die Veröffentlichung von DOOM Eternal: The Ancient Gods – Part One. Ich weiß übrigens nicht, warum Bethesda das Werk unbedingt als „Stand-alone Addon“ verkaufen will. Aber ich bezweifle, dass jemand, der nicht DOOM Eternal vorher gespielt hat, damit Spaß haben wird. Die Jungs von id Software ziehen nämlich von der ersten Sekunde an alle Register. Sie erwarten zumindest auf Ultra-Violence, dass ihr das Spielprinzip verinnerlicht und ja…fast schon gemeistert habt.

So umfasst das Addon zwar „nur“ drei riesige Level, aber holla die Waldfee ist das Ding bockschwer. Das Spiel wirft einem alles entgegen, was das Arsenal hergibt – und noch mehr! Dass einen (mehrfach!) zwei Marauder gleichzeitig erwarten würden, wusste ich ja. Aber zwei Cyberdemons in einem engen Korridor? Zwei Archviles an gegenüberliegenden Stellen der Arena? Ein Geist, der Gegner übernimmt, ihre Werte verbessert und nur mit einer bestimmten Waffe getötet werden kann? Definitiv eine massive Eskalation im Vergleich zum Finale des Hauptspiels – und da habe ich ja schon stark geschwitzt. Ich bin nach einer Session DOOM Eternal: The Ancient Gods – Part One sowas von fix und alle, das glaubt man nicht – womit wir beim heutigen Thema sind:

Lysanda hat zum einen festgestellt, dass ich extrem stark atme während ich das Addon zocke, was ich allerdings nicht abstellen kann :wink: . Sie hatte aber auch schon öfters erwähnt, dass mein neun Jahre altes Logitech Gaming Keyboard G510 ihr selbst mit Kopfhörern störend laut ist. Und bei id Softwares neustem Titel ist es ihr dann wohl doch zu viel geworden, wie ich da extrem auf den Tasten rumhämmere. Mag komisch anmuten, kann ich aber absolut nachvollziehen. Tastaturgeklappere kann echt nervig sein. Und hier reden wir vom Dark Souls der Ego-Shooter – da wird viel auf den Tasten rumgehämmert.

Die Neuanschaffung

Aber nach neun Jahren kann man sich mal wieder neue Peripherie anschaffen. Ja, auch die Logitech G9x Laser Mouse musste weichen. Nicht wegen der Lautstärke, sondern einfach, weil sie doch so langsam ziemlich abgenutzt war und sich hier und da etwas komisch anfühlte. Aber kommen wir zuerst zur Tastatur. Heutzutage ist die Wahl der Tasten ja zu einer echten Wissenschaft ausgeartet. Anschlagspunkt, Betriebspunkt, Betätigungsweg, Feedback-Typ, notwendige Kraft – echt krass, worauf es heutzutage scheinbar ankommt. Vorbei die Zeiten, in denen man einfach nur danach geschaut hat ob die mehr Tasten hat als die andere :smile: .

Die Tastatur mit Handy und Arx Control App

Am Ende habe ich mich für eine Logitech G910 Orion Spectrum entschieden. Die hat die Logitech-eigenen Romer-G Switches (Romer-G Tactile, um genau zu sein) und wurde auf diversen, auf Silent-Zeugs spezialisierten Seiten empfohlen. Ich hatte außerdem zum Testen eine Corsair K95 RBG Platinum mit Cherry MX Brown (auch angeblich sehr leise) bestellt. Die war aber nicht nur 70€ teurer, sondern sogar selbst mit O-Ringen lauter als die Logitech G910 – und die ist schon nicht wirklich leise. Ja, im Vergleich zur alten Logitech G510 ist ein hörbarer Unterschied aber laut ist sie trotzdem noch. Entsprechend habe ich keine Ahnung was die ganzen Tester als leise bei mechanischen Tastaturen ansehen. Beide Modelle klingen als würde man in einem Büro der 80iger sitzen. Die Logitech hat zusätzlich noch einen etwas metallischen Nachklang und eine Leertaste, die man bis ans Ortsende wahrnimmt (ich habe ein paar O-Ringe drunter gepackt, um sie etwas zu dämpfen). Bitte? Das ist bei uns direkt um die Ecke? Psst.

Die Tastatur

Insofern war die Mission „finde eine mechanische Tastatur, die flüsterleise ist“ nur bedingt erfolgreich. Es ist etwas besser und der Ton für Lysanda angenehmer als bei der Logitech G510. Aber im Vergleich mit z.B. einer Laptop-Tastatur liegen immer noch Welten dazwischen. Doch sowas kommt mir logischerweise nicht auf den Schreibtisch. Ich brauch‘ was Mechanisches. Etwas, das sich spürbar bewegt. Warum ich die Logitech G910 dann trotz der Lautstärke behalten habe? Genau deswegen: Weil sie sich saugeil anfühlt. Es macht richtig Spaß mit der zu tippen. Ich kann die Haptik gar nicht richtig beschreiben aber die Tasten haben für mich einfach die richtige Höhe, den perfekten Winkel und den korrekten Widerstand. Außerdem finde ich den Klang persönlich extrem befriedigend. Nein, ich bin nicht in einem Rechenzentrum groß geworden. Aber sie klingt irgendwie sehr klassisch und hat was von „ich sitze am Terminal und hacke ne Runde“.

In Sachen Größe ist sie nicht ganz so lang und breit wie die G510, weil die Handablage kürzer aus- und das Display weggefallen ist. Über letzteres bin ich übrigens ganz froh. Ich fand das von Anfang an ziemlicher Overkill und habe es nie wirklich intensiv genutzt. Vermutlich auch, weil die Community darum nur wenige wirklich sinnvolle Apps hervorgebracht hat. War es ganz nett in World of WarCraft ein paar Statusinformationen dort zu sehen? Freilich. War es praktikabel? Hell, no. Die meiste Zeit zeigte es entsprechend einfach nur die Uhrzeit an und hat Strom verschwendet. An seine Stelle ist nun eine Handyhalterung getreten, in die mein iPhone 11 nicht ganz reinpasst. Die Idee dahinter ist es sich eine App namens Arx Control herunterzuladen, die dann ähnliche Funktionen bietet wie das Display. In der Praxis finde ich es aber genauso nutzlos. Nur die Möglichkeit sich den Systemstatus (CPU, GPU und RAM) inkl. Temperaturen anzeigen zu lassen ist ganz nett. Aber eben nur das: Ganz nett. Das gilt ebenfalls für die RGB-Funktionen, die vermutlich keine Wünsche offenlassen (16,8 Millionen Farben, die sich sogar animiert und Tastenspezifisch programmieren lassen) und mit einem Tastendruck abgeschaltet werden können.

Was ich hingegen tatsächlich nutze sind die Zusatz- und vor allem die Medientasten. Wobei es wie bei der G510 hier ebenfalls mehr Möglichkeiten gibt, als ich brauche. So könnt ihr satte vier Funktionen pro Taste einprogrammieren. Ich habe in den letzten sieben Jahren höchstens Mal aus Versehen draufgedrückt. Ich seh‘ schon die Kommentare: „Wieso kaufst du dir eine Tastatur für 120€, wenn du eh nur ein Drittel der Funktionen nutzt?“ Na, weil ich es kann und sie echt cool ist. Ist doch klar. Und ja: Das Laustärkerad funktioniert jetzt auch endlich unter Windows 10. Allein dafür hat sich der Kauf schon gelohnt :wink: . Aber Spaß beiseite: Nach den ersten zwei Wochen bin ich absolut zufrieden mit der Logitech G910 Orion Spectrum und würde sie definitiv sofort wieder kaufen.

Die andere Peripherie

So viel also zur Tastatur. Finde ich immer schwierig über sowas zu schreiben, da es so eine extrem subjektive Sache. Egal ob sie 20 oder 2.000€ kostet: Am Ende muss man sich wohlfühlen damit. Lysanda fand beispielsweise nicht nur die Lautstärke der Logitech G510 fragwürdig, ihr war sie selbst mit ausgefahrenen Füßen viel zu flach. Die G910 ist da etwas besser aber immer noch kein Vergleich zum hohen Winkel ihres 08/15-Dell-Firmenrechner-Überbleibsel. Als Maus nutzt sie hingegen einen billigen China-Import von Ali Express, den ich ihr mal zum Geburtstag geschenkt hatte. Warum? Weil sie Pink ist, ein Sailor Moon-Logo drauf hat und auch noch vollgestopft mit RGB ist (sieht echt genial aus). Fühlt sich sogar tatsächlich super an das Teil. Hätte ich nicht gedacht. Allerdings löst sich die Beschichtung schon teilweise ab. Wird also vermutlich keine neun Jahre halten. Ökologisch natürlich nicht super aber was will man für den Preis mehr erwarten?

Die schicke Maus

Ich habe mir stattdessen die Logitech G502 HERO Special Edition gegönnt. Warum die Special Edition mit weißem Akzent? Tatsächlich einfach nur, weil sie zum Kaufzeitpunkt einen Euro billiger war als die schwarze (jetzt wieder 10€ mehr). Außerdem gibt es ihr einen gewissen TRON-Look und ihr wisst ja, wie sehr ich die Filme liebe. Wieder eine Kabelmaus hingegen, weil ich schon genug Zeug im Haus habe, das rumfunkt (und ich Akkus in solchen Geräten doof finde). Auf Logitech fiel die Wahl, weil Microsoft immer noch keine anständige Neuauflage der Sidewinder rausgebracht hat (der König der Mäuse) und sie quasi auf Platz 2 kommen. Tun schließlich schon seit Jahrzehnten in unserer Familie gute Dienste (ja, wir hatten schon an unserem Pentium 133 Mhz eine Logitech-Maus). Und ja: Ich habe mich wie 2011 für die „hässliche“ Variante entschieden. Aber eine Gaming-Maus muss nicht formschön sein. Sie muss gut in der Hand liegen und gut zu bedienen sein – und diese Kriterien erfüllt die Logitech G502 Hero trotz ihres etwas eckigen Auftretens. Außerdem ist sie tatsächlich etwas handlicher als meine alte Logitech G9x Laser Mouse.

Ein endloses Mausrad

Beide Seiten der Maus sind angenehm gummiert. Das macht nicht nur das Ablegen des Daumens angenehmer, sie ist auch entsprechend griffiger. Zusätzlich besitzt sie 11 programmierbare Tasten, die DPI sind von 100 bis 25.600 (bitte was?!) frei einstell- und per Knopfdruck in drei Stufen wechselbar, es lassen sich Spieleprofile hinterlegen, sie hat RGB (sogar synchron zur Logitech-Tastatur, wenn man möchte) und ein paar Gewichte sind ebenfalls enthalten. Aber ihr wisst ja was jetzt kommt: Ich habe keine Gewichte drin, ich nutze keine Spieleprofile und RGB ist zwar nett, braucht aber keiner. Mir ist stattdessen wichtig, dass sie ausreichend und gut erreichbare Tasten hat, um im Eifer des Gefechts schnell zwischen Raketenwerfer und Railgun wechseln zu können. Ach, und sie scheint etwas unempfindlicher gegen Katzenhaare zu sein. Der Sensor ist nämlich nicht ganz so tief eingelassen wie bei der Logitech G9x. Entsprechend können die besagten Haare sich hoffentlich nicht mehr ganz so gut darin sammeln.

Eine erwähnenswerte Besonderheit der Logitech G502 HERO ist sicherlich das Mausrad, das sogar vertikales Scrollen unterstützt. Es hat nämlich keinerlei eingebauten Widerstand. Stattdessen dreht es so lange weiter bis die Schwungkraft verbraucht ist oder ihr es manuell stoppt. Ist vielleicht mittlerweile Standard, aber ich kannte das noch nicht und ist im ersten Moment definitiv gewöhnungsbedürftig. Ich war es eher gewohnt mehrfach hintereinander kräftig zu scrollen, weil sonst nicht viel passiert ist. Hier führt das stufenlose Scrollen hingegen dazu, dass ihr quasi sofort am Ende der Seite angekommen seid. Diesen Unterschied muss man erst lernen und ganz grün bin ich damit ehrlich gesagt selbst nach zwei Wochen noch nicht. Ich sehe aber durchaus die Vorteile dieser Variante. Allein schon beim Arbeiten mit ewig langen Excel-Listen :smile: .

Ansonsten wüsste ich nicht, was ich noch zur Maus sagen könnte was ihr nicht selbst auf der Herstellerwebseite nachlesen könntet. Sie liegt besser in der Hand als die Logitech G9x (die war etwas kurz für meine 19cm), fühlt sich super an und gleitet fast von selbst über das Mauspad. Die Tasten sind taktil und selbst im Eifer des Gefechts gut erreichbar. In Sachen Features kann sich hingegen vermutlich höchstens ein eSportler beschweren. Unterm Strich also ebenfalls ein Kauf, den ich bislang nicht bereut habe.

„Ich atme Freiheit“, „Ich folge dem Glitzer“, „Bärenzeit ist meine Zeit“, „Der nächste Baumstamm ist meiner“ – was klingt wie schlechte Sprüche von Motivationspostern sind in der Realität Mottos, die bei der Nutzung des Züricher Ressourcenmodells (ZRM) entstanden sind. Sie sollen demjenigen, der sie nutzt, über den Rubikon helfen und ihn in eine bestimmte Haltung bringen. Und wie man zu so einem Motto kommt und es verinnerlicht haben wir vorletzte Woche in einem Bildungsurlaub gelernt. Logischerweise kann ich fünf Tage nicht in einen einzigen Eintrag verpacken aber die Grundzüge der Methode will ich euch natürlich nicht vorenthalten.

Die Idee

Die fünf Schritte des ZRM-Prozess

Hinter dem ZRM steckt ein Prozess aus fünf Phasen. In den ersten Teilen geht es darum den Verstand (Rational) mit dem Unterbewusstsein (Emotional) zusammen zu bringen. Ein einfaches Beispiel ist der Satz „Ich möchte mehr Sport treiben“. Ein einfaches Ziel, dem in der Praxis normalerweise nur wenig im Weg steht. Aber doch finden wir im Alltag immer sehr viele Ausreden („keine Zeit“, „zu viel Stress“, „zu anstrengend“ – ich kenne sie alle :wink: ), um eben nicht einmal die zehn Minuten für ein paar Kniebeugen zu investieren. Dafür ist das Unterbewusstsein verantwortlich, dessen Meinung gerne vom Verstand abweicht.

Sobald aber die beiden zusammenarbeiten, dann „flutscht“ es. Im ZRM spricht man dabei vom Überqueren des Rubikon, benannt nach einem berühmten Fluss in Italien. Da stand nämlich 49 v. Chr. ein gewisser Gaius Julius Caesar und haderte mit der Frage, ob er ihn mit seinem Heer überqueren soll oder nicht. Vom römischen Senat hatte er technisch gesehen die Order sein Heer und seine Herrschaftsgebiete (u.a. Gallien) aufzugeben, wenn er für das Konsulat kandidieren wolle. Das passte dem lieben Julius nicht, also sprach er (angeblich) die Worte „alea iacta est“ (die Würfel sind gefallen), überquerte den Rubikon und entfachte so einen Bürgerkrieg. Was total heroisch und super toll klingt, war laut einigen Historikern wohl mitverantwortlich für den Fall des römischen Reiches. Ja, die Schuld wird gerne den Barbaren zugeschoben aber mit seiner Missachtung des Gesetzes legte Caesar wohl den Grundstein für einen Verfall von Innen heraus, der besagten Barbaren ihr Werk überhaupt erst ermöglichte. Doch jetzt genug mit der Geschichtsstunde.

Den Rubikon zu überqueren ist im ZRM quasi die Motivation zu haben endlich zu handeln. Danach geht es darum eine konkrete Planung aufzustellen und… abschließend danach zu handeln.

Der erste Schritt

Bleiben wir bei unserem Wunsch mehr Sport zu treiben. Das ZRM sieht diese Aussage als den „Ich möchte“-Schritt, also das „bewusste Motiv“. Das kommt aber erst in Phase 2 zum Zuge, deswegen gilt es damit erst einmal einen Schritt zurück zu machen und das Unterbewusstsein abzuholen. Sprich auf Basis des Themas „Ich möchte mehr Sport treiben“ sich zu fragen, was ich dabei spüre bzw. welche Bedürfnisse dahinterstecken. Das ZRM arbeitet dabei mit einer speziellen Auswahl an Bildern, die von einer Horde von Studenten der Uni Zürich ausgewählt wurden, weil sie allgmein als positiv angesehen werden. Stichwort Motivationsposter quasi. Ein majestätischer Löwe, ein glückliches Kind, schöne Blumen und derlei Kram.

Positivität ist dabei ganz wichtig, denn das komplette ZRM ist auf Positives ausgelegt. Negatives hat hier keinen Platz. Ist ja auch logisch: Es ist ein Selbstmanagement-System und ihr wollt euch (hoffentlich) aufbauen und nicht niederreißen. Zumindest brauchen wir dazu keine Methode, das machen wir meistens schon von ganz alleine den ganz gut.

Ihr schaut euch also die Auswahl an Bildern an und entscheidet rein nach Bauchgefühl. Welches Bild spricht euch an? Welches zeichnet allein schon beim Anblick ein Grinsen auf euer Gesicht? Das ist dann euer Bild bzw. das Bild mit dem euch euer Unterbewusstsein zu diesem Thema bzw. zu dem was dahinter steht etwas sagen möchte. Wichtig ist nicht weiter darüber nachzudenken. Das Bild zieht euch an? Dann nehmt es.

Die Analyse

Meine Affektbilanz für Schokolade

Jetzt haben wir ein „komisches“ Bild. Super. Blöd nur, dass wir erst einmal keine Ahnung haben warum das Unterbewusstsein genau dieses Bild ausgewählt hat. Also gilt es im nächsten Schritt (am besten zusammen mit anderen, unbeteiligten Personen) einen sogenannten Ideenkorb zu füllen. Ziel ist es positive Aussagen zu dem zu finden, was auf dem Bild sichtbar ist. Zeigt es beispielsweise einen schlafenden Bären könnten so Begriffe fallen wie „genießend“, „flauschig“, „bewusster Einsatz von Energie“, „fühlt sich sicher“ oder „gute Nase“. Die nächste Aufgabe ist dann für jeden Begriff die sogenannte Affektbilanz zu ziehen.

Diese Affektbilanz besteht aus einer Negativen und einer Positiven Skala jeweils von 0 bis 100. Sinn und Zweck dieser Skala ist es das eigene Bauchgefühl einzuordnen. Quasi zu schauen wie stark positiv oder negativ besetzt ein Wort wie „aufmerksam“ ist. Fühlt es sich uneingeschränkt gut an oder ist doch irgendwie ein fader Beigeschmack dabei. Natürlich lässt sich zu allem eine negative Assoziation finden. Aber der Name sagt es ja schon: Es geht um die Wirkung im Affekt und nicht, ob euch 10 Minuten später doch noch einfällt, dass sich hinter „aufmerksam“ auch der nörgelnde Nachbar stehen könnte. Und gesucht werden Begriffe, Ideen, Assoziationen aus dem Ideenkorb, die auf der negativen Seite bei „0“ liegen und auf der positiven Seite mindestens bei „70“ oder höher. Ein gutes Beispiel ist „Schokolade“. Die hat zwar einen hohen Ausschlag auf der Positivseite, es kommen einem aber auch gleich negative Gefühle hoch („Fett werden“).

Erst wenn dieser Schritt abgeschlossen ist, fängt der Verstand kurz an zu arbeiten. In einer Selbstreflexion gilt es zu eruieren, warum das Bild und die dazugehörigen Begriffe so eine positive Wirkung auf mich haben. Aus diesem Paket wird dann ein Wunsch formuliert. Das Ergebnis ist das aus dem ursprünglichen Thema „Ich möchte mehr Sport treiben“ z.B. ein „Ich wünsche mir meine Energie bewusster auch für mich einzusetzen und nicht nur für alle anderen“ wird. So wurde aus dem rationalen Thema das dahinterstehende Bedürfnis extrahiert.

Das Motto

Für den Verstand ist dieser Satz natürlich noch extrem unhandlich und sperrig – und damit kommen wir nun endlich zurück zur Einleitung: Wir müssen unser Motto-Ziel finden. Das funktioniert erneut mit einem Ideenkorb. Auf Basis des Bildes, der dazugehörigen Lieblingsideen und dem formulierten Wunsch versucht die Gruppe assoziierte und positiv klingende Sätze zu bilden. Dabei kommt für den Verstand mehr oder weniger großer Blödsinn raus wie z.B. „Knuddelig und liebevoll gönne ich mir meine kraftvolle Stärke“, „Mein innerer Bär leitet mich“ oder „Ich erschnüffle was mir wichtig ist“. Aber der Verstand hat hier erneut Pause. Stattdessen gilt es auch diese Sätze über die Affektbilanz zu prüfen. Zaubert er mir einer uneingeschränkt ein Lächeln auf die Lippen? Machen mich ein paar an aber passen noch nicht ganz? Wie ist es, wenn ich z.B. dieses Wort tausche oder jenes entferne?

Das Motto-Ziel muss zudem vollständig in eurer Hand liegen (kein „Meine Frau krault mir den Bauch“) und als sogenanntes Annäherungsziel formuliert sein. Das sind positive Ziele, die wir glauben erreichen zu können. Das Gegenteil sind Vermeidungsziele. Die sind eher negativ belegt, weil wir sie für anstrengend halten. Die Folge sind entsprechend große Probleme den inneren Schweinehund (=Rubikon) zu überwinden. Sie helfen uns also überhaupt nicht dabei in eine positive Haltung zu kommen, sondern hindern uns eher noch dran.

Ein Ideenkorb voller Motto-Ziele

Was das Motto-Ziel jedoch auf keinen Fall muss: Für Außenstehende Sinn ergeben. Es muss für euch passen und es muss euch helfen über den Rubikon zu kommen. Alles andere ist irrelevant. Für uns mag „Ich folge dem Glitzern“ völliger Blödsinn sein, aber wenn der Satz demjenigen hilft seine Ziele zu verwirklichen, was haben wir dann für ein Recht ihm das madig zu machen?

Das Verinnerlichen

Mit der Formulierung des Motto-Ziels ist der Rubikon endlich überquert. Wir haben damit eine positive, innere Haltung gefunden, die uns hilft etwaige Widerstände zu überwinden. Blöd nur, dass wir im Alltag so vergesslich sind. Frisch nach dem Bildungsurlaub denkt man vielleicht noch dran sich den Satz hin und wieder zu sagen. Aber wir wissen alle wie lange sowas nachhält. Deswegen gibt es beim ZRM einen sogenannten Ressourcenpool. Neben dem Bild und dem Motto-Ziel enthält er noch Erinnerungshilfen, Embodiments und soziale Ressourcen.

Erinnerungshilfen sind Dinge, die wir bei uns tragen, sehen oder hören und die wir mit unserem Motto-Ziel in Verbindung bringen. So wie wir es auch aus der Werbung kennen (gelbes M, magenta T, irgendwelche Jingles und so). Bei mir sind das gerne Edelsteine, die ich in der Hosentasche trage. Es kann aber auch der Spitzer auf dem Schreibtisch sein, die Fußmatte vor der Haustür oder der Klingelton, wenn die Schwiegermutter anruft. Je mehr desto besser. Wichtig ist einfach nur: Es muss euch an euer Motto-Ziel erinnern, damit ihr sofort in die gewünschte Haltung kommt.

Hier kommen dann auch die sozialen Ressourcen ins Spiel, die das ZRM in drei Typen einteilt: Stille, eingeweihte und strategische. Die stillen und strategischen Ressourcen wissen nichts von ihrem Glück. Die stille beispielsweise kann ein bärtiger Typ in einer Konferenz sein, der euch so an euren Bären erinnert. Die strategische hingegen bittet ihr beispielsweise darum euch vor Beginn eurer Präsentation eine SMS zu schicken, sie weiß aber nicht warum. Eingeweihte kennen hingegen ganz genau euer Motto und unterstützen euch direkt und bewusst bei euren Vorhaben. Zum Beispiel die Freundin mit der ihr in die Mittagspause verschwindet, wenn euch gerade mal wieder was aus der Balance wirft.

Die Bewegung

Fehlen noch die Embodiments. Das sind Bewegungen, die ihr mit eurem Motto-Ziel verbindet bzw. es damit verinnerlicht. Zwei Varianten gibt es: Einmal die Makroversion, die ihr vermutlich nicht in der Öffentlichkeit zeigt und der Micro-Move, den ihr heimlich oder unauffällig machen könnt. Auch wieder geboren aus einem Ideenkorb, kann man sich die Makroversion quasi als kleinen Tanz vorstellen, der euch in die richtige Stimmung versetzt. Dazu wird das Motto-Ziel in seine Bestandteile zerlegt und geschaut welche Wort/Wortkombinationen durch welche Bewegung symbolisiert werden könnte. „Ich atme Freiheit“ könnte z.B. aus „Hände aufs Herz, tief Durchatmen, großzügige Armbewegung nach außen“ bestehen. Je intensiver und ausladender desto besser – solange es sich gut anfühlt. Der Micro-Move ist hingegen z.B. ein Schulterklopfen oder eine Fußbewegung, die quasi eine Kurzfassung eures Motto-Ziels darstellt.

All das soll dafür sorgen, dass ihr zu jedem Zeitpunkt und an jedem Ort einfach und schnell in eure gewünschte (positive) Haltung schlüpft. Das bedeutet nicht zwingend, dass ihr dann am Ende mehr Sport treibt. Aber es gibt euch die Gelegenheit äußere Einflüsse (bis zu einem gewissen Grad) abzuwerfen und stattdessen zu tun, was euer Verstand und euer Unterbewusstsein gemeinsam entschieden haben. Dank der neuen Haltung seid ihr quasi mit euch im reinen – mit der Folge, dass möglicherweise auch im Außen Veränderungen eintreten. Wir kennen das schließlich alle: Der nach vorne gebeugte, vor sich hin schlurfende Typ strahlt eine ganz andere Aura aus als der aufgerichtete, selbstsichere Typ daneben.

Die Übung

Dass das nicht von einen Tag auf den anderen geht ist auch den Erfindern des ZRM klar. Deshalb sortieren sie den Alltag in A, B und C-Situationen. In A-Situationen ist es einfach in die gewünschte Haltung zu kommen, weil die Widerstände gering sind. Wenn z.B. die Wäsche mal wieder in die Waschmaschine muss. B-Situationen sind hingegen Ereignisse, die wesentlich mehr Überwindung kosten aber dafür planbar sind wie z.B. ein „am Dienstag gehe ich Sport machen“. In C-Situationen werdet ihr hingegen komplett überrumpelt und meist sprachlos zurückgelassen oder reagiert sehr emotional. Sie überfordern euch also.

Solche Situationen lassen sich logischerweise nie komplett vermeiden. Aber es geht darum euren Umgang damit zu verbessern. Damit die nächste, ähnliche C-Situation eben nicht mehr eine C-Situation ist, sondern vielleicht nur noch eine B- oder irgendwann sogar mal eine A-Situation. Und dazu nehmt ihr euren Ressourcenpool plus etwas Selbstreflexion („Warum war das eine C-Situation?“, „Was hinderte mich daran meine Haltung einzunehmen?“) her.

Die Praxis

Screenshot vom ZRM-Onlinetool

Das klingt logischerweise alles viel einfacher als es in der Realität ist. Nur weil man ein Motto-Ziel aufschreibt, sind die damit verbundenen Hindernisse ja nicht automatisch weg. Aber es hilft sicherlich in solchen Situationen diese Hindernisse besser wahr zu nehmen und zu überwinden. Und ja: Mein Motto habe ich trotz eines umfangreichen Ressourcenpools definitiv noch nicht wirklich verinnerlicht. Aber meine eingeweihte Ressource, Lysanda, erinnert mich immerhin regelmäßig daran :smile: . Wird also sicherlich mit der Zeit noch was.

Unterm Strich fand Lysanda den Bildungsurlaub auch interessanter und spannender als ich. Grundsätzlich finde ich die Idee hinter dem ZRM aber definitiv gut. Den inneren Schweinehund kennen wir alle und das System ist das erste mir bekannte, dass tatsächlich versucht mir praktische Hilfsmittel für den Alltag an die Hand zu geben. Andere Methoden setzen irgendwie viel zu sehr auf Selbstreflexion und Selbsterkenntnis und dadurch ggf. eintretende Verhaltensänderungen. Aber den Rubikon konnte ich damit bislang irgendwie noch nicht überqueren. Das ZRM zeigt hingegen, dass deine Haltung deine eigene Entscheidung ist und du dem nicht hilflos ausgeliefert bist. Es zielt dabei auf die Lösung und nicht das Problem ab.

Wenn ihr genaueres zum ZRM wissen wollt, dann ist logischerweise die offizielle Webseite eine gute Anlaufstelle. Die haben sogar ein Online-Tool mit dem ihr Zuhause am Rechner zu einem Motto-Ziel kommen könnt. Aber vorher zumindest ein paar Videos anschauen. Ohne ein paar (besser erklärte) Grundkenntnisse funktioniert das nicht so gut :smile: .

Sicarius

Ein ernstes (Tier-)Thema

Home Office: Arbeiten unter erschwerten Bedingungen

Corona ist immer noch in aller Munde :wink: . Ja, ist leider so, obwohl man es beim Lesen hier auf dieser Webseite nicht merkt. Benutzt habe ich das Wort erst in sechs Einträgen und selbst da jeweils nur im Beilauf. Warum auch? Lysanda und ich sind in der glücklichen Position, dass uns das Thema nur wenig betrifft. Entsprechend haben wir aus unserer privilegierten Position nichts wirklich Sinnvolles zur Diskussion beizutragen. Mal abgesehen davon, dass man über Politik und Religion nicht redet. Da gibt es am Ende nur Verlierer. Ich versuche nicht umsonst schon immer Beim Christoph als eine Art „Neutrale Zone“ zu behandeln.

Ja, unser Katzenstammtisch ist ein paar Monate ausgefallen und konnte selbst zuletzt nur in reduziertem Rahmen stattfinden. Im Kino läuft hingegen so gut wie nichts und das bisschen was läuft, interessiert uns entweder nicht oder werde ich eh auf Blu-ray kaufen, weshalb die dazugehörigen Gutscheine im Schlemmerblock wohl heuer verfallen werden. Außerdem sitzen wir faktisch seit März im Home Office mit nur einzelnen Bürotagen, weil wir es so wollen. Unser Arbeitsplatz ist einfach besser ausgestattet als unsere Schreibtische Zuhause – außerdem belagern uns dort nicht so viele Katzen. Und bei den seltenen Gelegenheiten, die wir mal rausgehen (z.B. Einkaufen), ziehen wir halt den (Telekom-gesponserten) Mund-Nasen-Schutz über. Alles kein Ding und hier und da sogar ein Vorteil. So sind beispielsweise unsere Fahrtkosten im Keller. Sprich: Unsere Erfahrungen sind absolut kein Vergleich zu dem, was so manch‘ anderer wegen der Pandemie durchmachen muss. Es ist garantiert nicht schön in Kurzarbeit festzuhängen oder gar arbeitslos zu sein wegen so einem blöden Virus. Die Krankheit selbst durchstehen zu müssen oder gar jemanden daran zu verlieren – darüber wollen wir erst gar nicht anfangen zu sprechen.

Warum bringe ich das Thema also jetzt plötzlich auf die Tagesordnung? Nun, Lysanda liegt eine andere Gruppe am Herzen, die unter der Pandemie leidet. Diese wird in der täglichen Diskussion rund um Infektionszahlen, Lockdowns, Wirtschaftswachstumseinbrüchen und Grundrechtseingriffen nämlich gerne vergessen: Die Tiere.

Die vergessene Gruppe

Befallen von einer Horde Coronaviren (Symbolbild).

Auf der Webseite von Quarks gibt es eine ganz gute Zusammenfassung des aktuellen Stands mit den entsprechenden Verweisen. Aber hier in Kürze: Ja, die ersten Forschungsergebnisse zeigen, dass es Tierarten gibt, die sich mit SARS-CoV-2 infizieren können. Darunter eben auch Haustiere wie Katzen, Hunde oder Hamster. Das ist wohl tatsächlich grundsätzlich nichts Neues. Zumindest bei Katzen ist die Wahrscheinlichkeit wohl sehr hoch, dass viele schon vor SARS-CoV-2 eine andere Art von Coronaviren in sich tragen der bekanntlich zu FIP mutiert. Und ja, sie können sich beim Menschen anstecken und verbreiten es dann unter sich sehr effizient weiter. Würden also Lysanda oder ich SARS-CoV-2 kriegen, dann hätten vermutlich am nächsten Tag alle fünf unserer Stubentiger das Ding intus.

Die umgekehrte Variante, also ein Tier steckt einen Mensch an, scheint den ersten Studien zufolge zwar theoretisch möglich aber kommt wohl praktisch nicht wirklich vor. Vermutlich, weil der Umgang eines fremden Menschen mit dem infizierten Tier eher weniger intensiv stattfindet als im eigenen Haushalt – noch ein Vorteil von gesichertem Freigang. Und am Kot schnüffeln noch weniger Menschen abseits der Besitzer beim Katzenklo putzen :smile: . Seit Juli gibt es übrigens eine Meldepflicht für infizierte Haustiere. Eine entsprechende Statistik konnte ich aber nicht finden. Vermutlich, weil es noch viel zu wenige Meldungen gibt. Hunde z.B. zeigen wohl so gut wie gar keine Symptome, Katzen hingegen können ein paar Erkältungsanzeichen wie Husten oder Niesen bekommen. Aber da bei uns immer mal wieder jemand niest (dank Mayas Calici-Viren), würden wir es vermutlich auch erst merken, wenn es wirklich schwerwiegender wird. Und selbst dann wüsste ich ehrlich gesagt trotz Meldepflicht nicht, ob unsere Tierärztin auf die Idee käme einen entsprechenden Test machen zu lassen.

Das Problem

Lockdownkoller? Nicht bei Pichu.

Soweit so gut, würde man also meinen. Ja, sie stecken sich an und können natürlich je nach Krankheitsverlauf schlimmstenfalls dran sterben. Aber Angst vor dem eigenen Tier muss man nach aktuellen Erkenntnissen nicht haben. Leider waren die Reaktionen bei Bekanntwerden der Studie aus Norditalien Mitte des Jahres – auch dank des teils… fragwürdigen Umgangs der Mainstreammedien damit – äußerst kontra-produktiv. War beim ersten Lockdown noch alles halbwegs im Lot, gab es nach dieser Berichterstattung dann doch einen Anstieg der ausgesetzten oder beim Tierheim abgegebenen Tiere. Viele hatten plötzlich Angst vor dem eigenen Haustier. Und die Dunkelziffer dürfte wie immer – ein Haustier zählt ja leider vor dem Gesetz weiterhin nur als „Objekt“ – sehr hoch sein. Dass die meisten davon, die jetzt versuchen irgendwie auf der Straße zu überleben, vermutlich nicht einmal kastriert sind, ist noch einmal ein ganz anderes Thema (kastriert eure Katzen, verdammt nochmal!). Gleichzeitig kann sich (leider) der ein oder andere sich sein Tier jetzt nicht mehr leisten und muss es deshalb „loswerden“. In anderen Ländern (z.B. USA) sogar mit der Folge, dass gesunde Tiere einfach eingeschläfert werden.

Das noch größere Problem haben allerdings die Tierschutzvereine/Tierheime sowie Zoos und technisch gesehen Zirkusse. Aber meine Meinung zu den Zelttypen erspare ich euch an dieser Stelle. Da die Leute (verständlicherweise) ihr Geld gerade selbst brauchen, sind die Spenden stark eingebrochen bzw. durften sogar Sachspenden teilweise nicht angenommen werden wegen Ansteckungsgefahr. Parallel sind andere Einnahmequellen wie Sommerfeste oder Flohmärkte weggefallen. Und trotz überfüllter Heime ist die Adoptionsrate gesunken, da sich in der aktuellen Situation logischerweise viele nicht auch noch ein Haustier ans Bein binden wollen. Das ist grundsätzlich natürlich ein vorbildliches und vorausschauendes Verhalten, hilft aber den Vereinen (und den Tieren) nicht weiter. Selbst ehrenamtliche Aktivitäten wie das simple Gassi-Gehen ist stark eingebrochen, weil die Leute ausbleiben.

Doch nicht nur in Deutschland gibt es Probleme: Die Reduzierung des Flugverkehrs und die Einreisebeschränkungen haben ebenfalls negative Folgen für den Tierschutz. Dadurch gibt es weniger Flugpaten, die z.B. Tiere aus Spanien nach Deutschland begleiten. Und selbst über Land z.B. aus Rumänen ist es derzeit schwieriger geworden Tiere nach Deutschland zu bringen sowie die dortigen Tierschutzvereine finanziell und materiell zu unterstützen. Die krebsen teilweise sowieso schon nur so vor sich hin, weil die lokale Regierung von Tierwohl nicht viel hält. Jetzt in der Pandemie ist es entsprechend noch wesentlich schlimmer geworden. So konnten in den ersten Tagen des Lockdowns in der Ukraine die dort frei lebenden Katzen, die nur Futter erhalten, nicht betreut werden, da die Menschen ja nicht raus durften.

Was tun?

Eins der Mikro-Spenden-Projekte bei Teaming

Was ist nun Sinn und Zweck des heutigen Eintrags? Euch in dieser sowieso schon belastenden Zeit ein noch schlechteres Gewissen oder gar Vorwürfe zu machen? Natürlich nicht. Uns ist klar, dass die Prioritäten ggf. woanders liegen. Doch gerade, weil das Thema nicht so präsent ist, wollte Lysanda die Chance nutzen und es etwas in den Vordergrund rücken. Was ihr daraus macht, ist selbstverständlich eure Sache. Ein paar Vorschläge haben wir natürlich:

So ist es beispielsweise immer gut die Augen offen zu halten. Gibt es in der Nachbarschaft vielleicht Tierbesitzer, die derzeit Unterstützung gebrauchen könnten? Wie sieht es beim lokalen Tierheim/Tierschutzverein aus? Kann man dort vielleicht etwas Gutes tun egal ob mit Geld, Zeit oder Sachspenden? Selbst eine Stunde im Katzenhaus die Katzen streicheln kann eine Hilfe sein. Einfach mal nachfragen. Und natürlich gibt es Seiten wie betterplace oder Teaming (Plattform mit Mikrospenden – einen Euro pro Monat und Projekt) auf denen ihr nicht nur Menschen, sondern auch Tieren ein paar eurer Euros überweisen könnt – und das sogar von der Steuer absetzbar. Auf Facebook gibt es hingegen einige Tierschutzauktionsgruppen. Dort könnt ihr nicht nur mit eurem Kauf Vereine unterstützen, sondern sogar selbst Dinge von euch anbieten und bis zu 100% des Erlöses spenden.

Wir für unseren Teil haben einen monatlichen Betrag festgesetzt, den wir an verschiedene Projekte und Vereine spenden, kaufen gerne in besagten Facebook-Gruppen was ein und Lysanda verkauft zudem fleißig Kram dort (mit normalerweise 50% Spende an die Vereine). Denkt also einfach mal darüber nach, ob nicht auch etwas für euch dabei ist.

Und damit gebe ich ab bis Montag. Dann vermutlich wieder mit einem etwas seichterem Thema :smile: .

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