Ich muss ehrlich zugeben: Die diesjährige QuakeCon war ein kleiner Rückschritt im Vergleich zum letzten Jahr. Nein, nicht weil es wieder keine Informationen zu Doom 4 gab. Damit habe ich mich mittlerweile abgefunden. Auch das die Pressekonferenz generell keine echten Neuigkeiten zu bieten hatte, ist leicht zu verschmerzen. Was mich störte war zum einen, dass die Pressekonferenz, Keynote und kein einziges Panel live ins Internet gestreamt wurden. Dass müssen die Verantwortlichen unbedingt nächstes Jahr wieder ändern. So ist das keine Lösung für alle Beteiligten. Zum anderen fand ich die Entscheidung fragwürdig das CTF-Turnier durch TDM zu ersetzen. Wie ich auch in meiner ersten Zusammenfassung geschrieben hatte, ist Team Deathmatch einfach nicht so spannend wie eine Runde Capture the Flag.
Ja, es lag natürlich mit daran, dass TDM schon lange nicht mehr wirklich auf großen Turnieren gespielt worden ist und somit auch die erfahrenen Teams fehlten. Aber man kann es sich noch so schön reden: TDM ist unter den teambasierten Multiplayer-Modi einer der langweiligsten. Entweder ich schaue ein 1on1, wo wirklich echter Skill zählt, oder eben gleich CTF wo es um Taktik geht. Dieser Mix bei TDM aus beidem funktioniert nur selten. Es hat schon seinen Grund, warum Clan Arena in Quake Live wesentlich öfters gespielt wird — von CTF ganz zu schweigen. Dafür waren die 1on1-Schlachten wieder eine absolute Augenweide. Ich wäre schon froh, wenn ich nur halb so gut spielen könnte. Da werden teilweise Frags im Vorbeigehen gemacht, wo mein Gehirn erst 20 Minuten später registriert, dass von woher ich eigentlich abgeschossen wurde. An diese Unterhaltung kommt kein StarCraft 2– oder Counter-Strike-Match ran.
John Carmacks Keynote
Das absolute Highlight des Events war aber natürlich, wie gewohnt, die Keynote von John Carmack. Es ist sehr schade, dass die offizielle Aufzeichnung nur die Hälfte davon zeigt. Aber auch diese 90 Minuten anzuschauen lohnt sich einfach. Man bekommt dort bereitwillig so viele detaillierte Hintergrundinformationen präsentiert wie bei keinem anderen Entwickler. Es ist schade, dass es trotzdem immer wieder Kommentare wie “Der zeigt ja nicht einmal was!” oder ein schlichtes “Langweilig!” gibt. Natürlich sind Carmacks Monogloge nicht für jedermann. Vor allem wenn er intensiv ins Technische abrutscht, ist es für viele Zuschauer wirklich nicht mehr interessant. Aber der Mann weiß wovon er redet und sein Wort hat durchaus immer noch Gewicht in der Branche.
Vor allem aber, und das ist wirklich das Besondere an Carmack, schert er sich nicht darum was die Leute denken. Er redet einfach frei Schnauze, auch wenn dabei mal negative Worte über sein eigenes, noch unveröffentliches Produkt fallen. Einfach einmalig und schlicht bewundernswert. Schade, dass es einige, vor allem jüngere Leute nicht verstehen warum da so viel Tamtam drum gemacht wird. Zumindest gab es dieses Jahr dank des fehlenden Livestream keinen deutschen Kollegen, der sich bei Twitter die ganze Zeit ausgeheult hat, wie langweilig es doch ist ihm zuzuhören…
*sich selbst auf die Schulter klopft*
Zum Abschluss des heutigen Eintrags muss ich natürlich auch noch etwas Eigenlob unterbringen. Dank Malyce und mir war auch in diesem Jahr GamersGlobal in Sachen QuakeCon-Berichterstattung wieder ganz weit vorne mit dabei. Das freut mich natürlich, stimmt mich aber gleichzeitig wie jedes Jahr auch ein wenig traurig. Vor allem, weil ein deutsches Konkurrenzmagazin dieses Mal sogar einen freien Journalisten vor Ort hatte und es trotzdem nicht geschafft hat das Event auch nur halbwegs anständig abzudecken. Stattdessen haben sie sich, wie so oft, nur auf das vermeintlich Wichtigste gestürzt und den Rest entweder unter den Tisch fallen lassen, oder wie gewohnt falsch abgeschrieben. Und ja, letzteres ist nicht einfach nur eine trotzige Behauptung von mir. Ich weiß von mindestens einem Fall, bei dem sich ein Kollege von einer unserer Meldungen ohne Quellenangabe “inspirieren” ließ. Blöd nur, dass ich die News im Anschluss inhaltlich ein klein wenig korrigieren musste und er das anscheinend nicht mehr mitbekommen hat. Zum Glück sind das dann doch nur Einzelfälle. Vor allem die kleineren Seiten und natürlich die Foren haben bereitwillig auf uns verlinkt.
Jetzt wird Rondrer bestimmt wieder daherkommen und sagen, dass die QuakeCon eben keine wichtige Messe wäre, sie deshalb keine Sau interessiert und entsprechend auch die Magazine nicht darüber berichten. Schließlich würde ich ja selbst sagen, dass die absoluten Highlights dieses Jahr gefehlt hätten. Aber das ist Blödsinn. Spätestens seit Bethesda mitwirkt und damit die Anzahl der potentiellen Neuigkeiten stark erhöht hat, ist das Event für die Allgemeinheit wieder viel interessanter geworden. Und dass es selbst in einem “schlechten Jahr” genug relevante Informationen gibt, wenn man nur genau hinschaut, hat unsere Berichterstattung ja wohl sehr gut gezeigt. Rondrer zum Trotz, werde ich also auch weiterhin ein treuer Verfechter einer ausführlichen QuakeCon-Berichterstattung sein und mich im nächsten Jahr wieder darüber aufregen, dass alle anderen Magazine sie größtenteils ignorieren. Als id-Fanboy darf ich das! ![]()
Die Zukunft
Nun aber genug von der QuakeCon. Alles, was ich in den vier Tagen verzapft habe, ist in der Artikel-Sektion verlinkt. Da könnt ihr noch einmal über alles Wichtige drüberlesen. Am Donnerstag begrüßt euch an dieser Stelle hingegen JakillSlavik, während ich mal wieder an einem Artikel arbeite (Veröffentlichung voraussichtlich am Freitag). Bis dann!

Der feindliche Soldat hat den Webmaster und sein Team bestimmt gesehen. Die laufen schließlich wie da am Ende dieses einen Films, irgendeiner dieser Militärschinken, schön offensichtlich die staubige Straße entlang. Allerdings, während wir so darüber nachdenken: Unsere Mannen sind ja auch braun. Da würde es uns nicht wundern, wenn der gegnerische Soldat das Team auch nicht sehen würde. Aber nein, er hat das Team doch gesehen und kniet sich hin. Auf offener Straße. Ohne irgendwo in Deckung zu gehen. Und eröffnet das Feuer.