Sicarius

Den Satan auf dem Kopf

Eine der kaputten Ecken

Mein Subwoofer ist immer noch auf Urlaub in Berlin (seit fünf Wochen). Das liegt zum einen daran, dass Teufel fast drei Wochen von Wareneingang bis zur ersten Begutachtung gebraucht hat. Zum anderen aber erneut an DHL. Ja, sie haben es wieder geschafft den Subwoofer beim Transport äußerlich zu beschädigen. Dabei habe ich ihn aus meiner Sicht dieses Mal so viel ausgepolstert wie möglich. Das Ergebnis der Nachforschungen von DHL, die auch fast zwei Wochen verschlungen haben, war vorhersehbar: Ja, der Karton ist auf dem Weg beschädigt worden. DHL ist aber nicht schuld. Ich bin schuld, weil der Subwoofer aus ihrer Sicht nicht „so verpackt wurde, dass eine
Beschädigung beim Transport ausgeschlossen ist“. Die haben doch einen absoluten Knall. Teufel kann hier logischerweise nichts machen und verweist erneut auf ihre Anleitung wie der Subwoofer zu verpacken wäre. Vielleicht sollten sie ein Geschäftsmodell daraus machen und diese Verpackungen verkaufen, die sie da als Voraussetzung verlangen. Ich hab‘ so eine auf jeden Fall nicht griffbereit. Merke: Manchmal macht es doch Sinn den leeren Originalkarton im Speicher/Keller zu lagern.

Naja, es ist wie es ist. Beim letzten Mal hatte es schon ein paar Ecken erwischt, jetzt halt noch ein paar mehr. Das nächste Mal dürften keine Ecken mehr übrig sein, welche DHL beschädigen kann. Die Funktion des Subwoofers ist dadurch zum Glück nicht beeinträchtig und jetzt hängt er in der Reparaturwarteschlange fest. Kaputt sind sowohl die Vorstufen- als auch die Endstufenplatine. Materialkosten: 6 Euro (netto); Arbeitszeit 2,5 Stunden; Kostenvoranschlag: 139 Euro (brutto). Ja, mehr als erwartet (der Transistortausch waren nur 80 Euro) aber wie erwähnt ist ein neues 5.1-System ebenfalls nicht gerade billig und angeblich die Qualität nicht so gut wie die des Concept E Magnum. Also habe ich den Kostenvoranschlag unterschrieben und warte nun auf die Rückkehr des kleinen silbernen Kastens. Und da mir mein altes Corsair-Headset dann doch aufgrund der häufigen Nutzung extrem auf den Sack gegangen ist, habe ich es am 22.08.2019 nach etwas Recherche durch etwas Neues ersetzt.

Der Nachfolger

Das Teufel CAGE

Meine Wahl fiel am Ende auf das Teufel CAGE. Das erste Gaming-Headset, das von den Berlinern entwickelt wurde. Und da die Jungs grundsätzlich Ahnung von Sound haben sowie das Headset heruntergesetzt und gerade die Rabattaktion zum Jubiläum war, habe ich für 127,49 Euro zugeschlagen. Zum Verfassungszeitpunkt kostet es zwar auch nur 129,99 Euro aber so ist es halt mit PC-Hardware: Es gibt einfach keinen richtigen Kaufzeitpunkt.

Im Karton enthalten ist logischerweise das Headset, ein Mikrofon, ein 3m (!) langes USB-Kabel und ein 1,3m langes Kabel mit 3,5mm Klingensteckern. Ja, das Headset hat eine integrierte 7.1-Soundkarte (was mir wichtig war, weil ich nicht dauernd unter den Tisch kriechen wollte), kann aber auch direkt an die integrierte Soundkarte von PC oder Konsole angeschlossen werden. Sehr cool. Noch cooler ist, dass ihr es in einem Parallelbetrieb mit einem Smartphone laufen lassen könnt. Sprich ihr steckt das Headset über das USB-Kabel an euer Entertainmentgerät und steckt gleichzeitig die Klinge in euer Handy. So könnt ihr „gamen“ und seid trotzdem telefonisch erreichbar oder nutzt das Smartphone als MP3-Player. Das Mikrofon ist hingegen abnehmbar und kann sowohl rechts als auch links angesteckt werden. Braucht einem also nicht ständig vor dem Gesicht rumzuhängen, wenn man es nicht benötigt. Kann dafür aber nicht hochgeklappt werden. Entweder dran oder nicht dran ist die Devise und absolut okay für mich.

Look and Feel

Ich bin freilich nicht der absolute Gaming-Headset-Experte. Aber im Vergleich zum Corsair Vengeance 1500 v2, ist das Teufel CAGE wesentlich kompakter gestaltet und wirkt…ich würde es industriell nennen. Es ist grundsätzlich hochwertig verarbeitet und fühlt sich angenehm an Kopf und Ohren an. Die Polster der Ohrmuscheln lassen sich aber nicht abnehmen und auswechseln. Die im Betrieb rot leuchtenden „T“ an den Seiten dominieren ganz klar das Gesamtbild (und sind leider nicht abschaltbar). Die Ohrmuscheln sind an Scharnieren befestigt, die es erlauben diese komplett in die Kopfhalterung einzuklappen. Dadurch reduziert sich nicht nur der Platzverbrauch bei der Lagerung, sondern macht zudem das Headset für wesentlich mehr Kopftypen angenehm tragbar. Für Lysanda sind die Hörer zwar viel zu groß aber der Tragekomfort ist definitiv um Welten besser als beim Corsair. Der Druck des Kopfbands ist auch bei längeren Sessions zwar spürbar aber nicht unangenehm (das Headset wiegt 320g). Und die Ohrmuscheln machen ebenfalls zwar etwas die Ohren warm, es lässt sich jedoch absolut aushalten und somit absolut kein Vergleich zum Corsair.

Aufgrund der Möglichkeit das Headset mit zwei verschiedenen Kabeln anzuschließen, sind die Bedienelemente logischerweise am Headset selbst und nicht am Kabel befestigt. Alle Knöpfe haben eine vorbildliche Haptik und man kann sie tatsächlich nicht verwechseln. Der Stummschalter am Mikrofon wird z.B. reingedrückt, während der Knopf zum Auswählen der Verbindung (USB oder Klinke) ist hingegen zum Schieben und Einrasten. Daneben gibt es noch einen (Gummi-)Knopf zum Annehmen von Anrufen und eine Lautstärkerolle (sehr rau und mit angenehm viel Widerstand). Je nach Modus können die Knöpfe andere Funktionen haben (z.B. zweimal den Headset-Knopf drücken, um die Musik zu starten), frei konfigurierbar sind sie aber leider nicht.

Die Software

Sogar die Abtastrate lässt sich verändern.

Grundsätzlich funktioniert das Teufel CAGE einfach, wenn ihr es ansteckt. Aber wie immer könnt ihr damit nicht das volle Potential entfalten. Dafür braucht ihr die offizielle Software und ich muss erneut sagen: Da liegen nicht nur Welten, sondern ganze Universen zwischen dem Angebot von Teufel und dem von Corsair. Konnte ich bei Corsair gerade noch ein bisschen mit dem Equalizer rummachen und zwischen simulierten 5.1- und 7.1-Sound wechseln, bietet Teufel eine Fülle von Optionen. Darunter Details wie für jedes Ohr unterschiedliche Lautstärken und Zusatzfunktionen wie der simulierte Surroundsound oder den dynamischen Bass an die eigenen Wünsche anzupassen – und zwar sowohl für die Ausgabe als auch die Aufnahme. Gut, es gibt Funktionen, die sind so nutzlos wie ein Kropf. Zum Beispiel die „Xear Magic Voice“, welches eure Stimme auf Wunsch verändert. Aber gut: Irgendeiner wird sich freuen.

Richtig genial finde ich, da mein Computer bekanntlich rechts unter dem Tisch steht, dass sich die Stereokanäle vertauschen lassen. Somit muss das Kabel nicht über meinen Schoss laufen. Die Funktion hängt mit dem Mikrofon zusammen, da alle Buttons und Anschlüsse nur an einer Ohrmuschel vorhanden sind. Das Mikrofon lässt sich somit nur vorne oder hinten an dieser Muschel befestigen. In der Software habt ihr nun die Möglichkeit zu sagen, ob das Mikrofon rechts oder links ist und entsprechend tauscht er dann die Kanäle von links nach rechts und umgekehrt. Und nein: Dazu müsst ihr nicht zwingend das Mikrofon gesteckt haben. Das ist einfach nur ein Button in der Software.

Fazit

Jetzt aber genug vom Drumherum. Ja, es ist angenehm zu tragen. Ja, es hat viele sinnvolle (und ein paar für mich nutzlose) Features. Aber das Wichtigste ist natürlich der Klang. Blöd nur, dass ich absolut kein Audiophile bin. So kann ich mit Angaben wie „40-mm-Mylar-Töner“ und „Nennimpedanz 32 Ohm“ absolut nichts anfangen. Fakt ist: Die integrierte Soundkarte ist 7.1-fähig und ich kann mich absolut nicht beschweren. Im ersten Moment hörten sich z.B. die Waffen in The Division zwar im Vergleich zum Corsair-Headset etwas anders an. Aber das ist jetzt erst einmal nichts Schlechtes. Die Punkte aus diversen Tests, dass der Bass etwas schwach auf der Brust wäre und der Sound „linear“ klingen würde kann ich aufgrund meiner mangelnden Erfahrung weder bestätigen noch belegen. Der Sound bei meinem Standardtest, Iron Maidens „Ghost Of The Navigator“ (vom Album Brave New World), war wie erwartet und in den bisher gezockten Titeln habe ich keine signifikanten Unterschiede (sowohl positiv als auch negativ) bemerkt. Das heißt entweder, dass ich stocktaub bin oder Teufel grundsätzlich zumindest für Laien wie mich etwas Anständiges abgeliefert hat.

Insofern ist mein abschließendes Fazit: Anders als beim Corsair habe ich den Kauf des Teufel CAGE absolut nicht bereut. Es handelt sich hier um ein hochwertig verarbeitetes Headset mit einem angenehmen Tragekomfort, einem großen Funktionsumfang (den ich nur im Ansatz nutze) und einen für meine Ohren guten Klang. Mir fällt nach zwei Wochen intensiver Nutzung auch sonst weiter nichts Negatives ein. Ich dachte zwar, ich hätte einen Punkt aber der hatte sich nach etwas Recherche erledigt (war ein Fall von PEBCAK). Von mir gibt es somit eine klare Kaufempfehlung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

:smile: :sad: :wink: :tongue: :-x :roll: mehr »