Sicarius

Körpertuning: Kälte

MECOTEC cryo:one Kältekammern (Herstellerbild)

Bevor wir heute zu irgendeinem anderen Thema kommen, muss ich euch endlich von unseren Erfahrungen in der Kryosauna berichten. Das fiel irgendwie bislang hinten runter, weil die Einträge immer länger werden als geplant (so viele Sachen, die mir plötzlich einfallen) und kein sinnvoller Platz mehr für einen weiteren Themenwechsel ist :smile: . Also: Wir waren Anfang des Jahres spaßeshalber vier Mal (technisch gesehen fünf Mal, weil sie einmal während der Behandlung ausgefallen ist) in einer Kryosauna. Es hat in Darmstadt eine neue aufgemacht und es gibt nicht nur ein Kennenlern-Angebot, sondern auch eine Groupon-Aktion. Da dachten wir uns, das können wir für den Preis mal ausprobieren.

Kalt!

Eine Kryosauna ist nicht zu verwechseln mit einer Kältekammer. Kältekammer ist das Ding, in dem „nur“ -110°C herrschen und ihr euch frei bewegen könnt (sogar mit mehreren Personen). Die Kryosauna ist hingegen eine Art Tonne in der ihr euch alleine reinstellt und nur noch der Kopf rausschaut. Beides hat natürlich den gleichen Sinn und Zweck, die Kältekammer ist einfach nur das „Original“ – wobei der Erfinder dieser Therapieform, der Japaner Toshiro Yamauchi, seine Rheumapatienten 1978 sogar bei -175°C dort reingeschickt hat. Das hätten besagte Patienten aber als „unangenehm“ (ach ne?!) empfunden, deswegen geht man heutzutage in der Kältekammer nicht mehr so extrem tief runter. Und natürlich gibt es auch noch die „Bekloppten“ die z.B. Eisbaden oder sogar Eistauchen praktizieren. Gehört in die gleiche Kategorie.

Die Krysoauna ist schlicht die modernere Variante der Kältetherapie, die bei -160°C arbeitet und trotz niedrigerer Temperatur angenehmer wäre als eine Kältekammer. Ich habe den direkten Vergleich nicht, vermute aber es liegt unter anderem daran, dass der Kopf draußen ist. Ich gehe davon aus, dass das durchaus weh tut, wenn der trotz Mütze (Kältekammer hat man Schuhe, Handschuhe, Mundschutz und eine Mütze auf) so extrem abkühlt. Gearbeitet wird – ebenfalls anders als in der Kältekammer – hier mit einem Stickstoffnebel, der in die Kammer geblasen wird und sie ratzfatz runterkühlt. Deswegen ist auch der Kopf draußen, denn den Nebel sollte man nicht sehr intensiv einatmen. Da stirbt man wohl sehr schnell weg (wir Menschen lieben es mit gefährlichen Dingen zu hantieren…). Also erst wird man bewusstlos und dann erstickt man innerlich aufgrund des Sauerstoffmangels. Klingt lustig. Gab‘ entsprechend schon Ideen das in den tollen US of A als „humane“ Hinrichtungsmethode einzuführen. Bei Labortieren ist das hingegen aufgrund des Tierschutzes verboten (wäre die langsamste Tötungsart). Nein, ich verlinke hier jetzt explizit nicht auf die dazugehörige Studie/Handlungsempfehlung der Uni Saarland. Ich finde, es hat keinen Mehrwert seitenweise davon zu lesen wie man am besten eine Laborratte „Tierschutzgerecht“ tötet.

Cryomed One (Herstellerbild)

Manchmal ist das Internet definitiv mehr Fluch als Segen. Ich hör‘ entsprechend jetzt mal auf zu dem Thema zu recherchieren, okay? Da wird man nur Depressiv bei. „Lysanda? Warum haben wir uns das nochmal mit der Kryosauna freiwillig angetan?! Bitte? Wegen der Gesundheit? Wenn ich Tod bin, brauche ich keine Gesundheit mehr. Klingt eher so als wollten wir es dem Bestatter einfacher machen, weil wir schneller steif sind und er uns so besser tragen kann…“

Die Anwendung

Wir sind offensichtlich nicht weggestorben, deswegen kann ich davon berichten wie es war. Vor Ort hat uns eine Cryomed One erwartet aber die Dinger gibt es wohl mittlerweile von vielen Herstellern. Also bis auf die Unterhose nackig gemacht (sonst frieren gewisse Teile weg), Socken, Wollschuhe und auf Wunsch Handschuhe anziehen und dann geht es für maximal drei Minuten ins eisige Stickstoffgebläse bei -160°C. Etwas Bewegung hilft, dass es sich nicht ganz so extrem anfühlt aber am Ende des Tages hängt es definitiv von der Tagesform ab. Eine Anwendung war es durchaus angenehm und zum Aushalten, ein andermal konnten die drei Minuten nicht schnell genug vorbeigehen, weil einem alles (buchstäblich) abfriert. Und das war’s. Danach ein bisschen (buchstäblich) chillen, anziehen und fertig. So schnell kann eine Therapie gehen. Nichts Weltbewegendes. Bleibt entsprechend nur noch die Frage: Hat es was gebracht? Schließlich schwören doch vor allem Profisportler angeblich total drauf (Warum müssen es immer Profisportler sein, kann man nicht auch mit einem Otto-Normalo Werbung machen?!). Für uns ehrlich gesagt nicht. Ja, es hat danach vor allem in den Beinen wollig gekribbelt und die Durchblutung wurde definitiv angeregt. Aber z.B. meine ewige Schulter-Nacken-Verspannung hat es nicht einmal kurzzeitig gelindert. Vielleicht waren vier Sitzung verteilt auf zwei Monate schlicht zu wenig für sowas Chronisches.

Die Idee hinter der Kälte ist, dass sie den Stoffwechsel und den Kreislauf anregt. Man versetzt den Körper quasi in Sterbensangst und er dreht dadurch voll auf. Das soll die Immunabwehr stärken und eine Runde Endorphin freisetzen, da diese schmerzlindernd wirken und für gute Laune sorgen (der Körper will ja überleben). Am Ende habt ihr 600 bis 700kcal verbrannt, euer Gewebe wurde besser durchblutet und damit mit mehr Sauerstoff versorgt und angeblich haufenweise Schadstoffe zerstört. Außerdem soll es Muskelverspannungen lösen, das Hautbild verbessern (z.B. bei Akne) und eben Schmerzen lindern. Ist sicherlich alles grundsätzlich richtig – Kältetherapie ist schließlich nichts Neues und wurde schon in vielen Varianten wissenschaftlich untersucht. Nur wie gesagt: Bei uns haben wir keinen Unterschied gemerkt. Es war mal ganz nett es ausprobiert zu haben und vielleicht gehen wir im Sommer nochmal hin (soll ja heuer wieder sehr heiß werden). Aber von den tollen Versprechungen, die auf den ganzen Internetseiten gemacht werden, haben weder Lysanda noch ich irgendetwas gespürt – weder kurz- noch langfristig.

Radikaler Themenwechsel

Ein süßes Kellerfenster

Und was war sonst so? Nun, vergangene Woche hat es der Sachverständige vom TÜV endlich geschafft zu erscheinen. Er ist einmal lustlos durch den leeren Öltankraum, dann in den Heizungraum gegangen (dort auch nicht wirklich was angeschaut) und hat dann das Datum von der Abbaubescheinigung von Laudon in seinen Rechner getippt. Das war’s. Hat keine fünf Minuten gedauert, wird aber um die 120€ kosten – genau wusste er es nicht. „Dafür bin ich nicht zuständig“ waren seine exakten Worte. Ja, ne. Und darauf musste ich jetzt neun Wochen warten? Wahnsinn. Die Bescheinigung kommt dann im Laufe der Woche sowohl bei uns als auch beim Umweltamt an. Anschließend ist der Öltank offiziell nicht mehr existent. Bin allerdings gespannt, ob der TÜV das in seiner Datenbank ebenfalls korrekt vermerkt. Wir hatten nämlich einen Servicevertrag abgeschlossen für die regelmäßige Prüfung (gab Rabatt). Ich würde ja erwarten, dass der mit der Außerbetriebnahme automatisch nichtig ist. Sicher bin ich mir bei dem Verein aber absolut nicht.

Tags darauf (hat wunderbar gepasst), kam dann der Fensterbauer vorbildlich mit Mund-Nasen-Schutz und hat das kleine Kellerfenster im Tankraum gegen ein neues von Weru ersetzt. Das alte Metallding ging nicht mehr richtig zu und bot auch keinen Sichtschutz (wollen ja u.a. ein Bad reinbauen). Da das Rohr vom Klo direkt davor verläuft, machte es keinen Sinn ein Doppelfenster oder sowas zu nehmen. Geht eh nicht auf ohne vorher das Rohr abzubauen. Stattdessen ist auf der linken Seite nur eine Milchglasscheibe. Öffnen lässt sich somit ausschließlich die rechte Hälfte. Die wiederrum ist vergleichsweise klein und das Fenster darin entsprechend winzig. Der Monteur meinte zu mir, dass er so eine kleine Luke noch nie montiert hätte. Aber hey: Ging halt nicht anders und ein bisschen Licht ist besser als gar keins. Und komplett geschlossen wollten wir auch nicht haben. Ab und zu macht es halt Sinn ein Fenster öffnen zu können – egal wie klein. Blöderweise hat es dadurch – es ist faktisch eine komplette Sonderanfertigung – ungefähr genauso viel gekostet wie das wesentlich größere Fenster im Freizeitraum (ca. 750€).

Und damit ist das Projekt „Neuanschluss“ nun wirklich komplett abgeschlossen. Stattdessen wurde quasi umgehend das Projekt „Renovierung Öltankraum“ gestartet. Handwerker kommen uns dieses Jahr aber höchstens noch ungeplant ins Haus (hoffentlich nicht). Stattdessen legen wir jetzt mal wieder selbst los. Die ganzen eingemauerten Metalldinger von der Decke klopfen, Löcher verschließen, überall streichen, Strom verlegen, einen Türrahmen einbauen, etc. pp. Wird mal wieder ein paar Wochenenden verschlingen aber so ist das halt mit einem Eigenheim. Gibt immer was zu tun :smile: .

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