Sicarius

Aus der Playlist: Breakbeat Heartbeat – Edit

Dass ich mitunter eine Version eines Albums besitze, die es beispielsweise nur als Beilage zu einer Collector’s Edition eines Videospiels gab, ist jetzt nichts Neues. Aber heute stelle ich euch ein Werk vor, dessen einzige Existenzhinweise ein Link auf eine Warez-Seite und ein unvollständiger Eintrag in einer Musikdatenbank sind. Das ist definitiv mal was Neues.

Und nein, ich habe auch keine Ahnung, woher ich überhaupt das Album habe. Auf jeden Fall nicht von irgendeiner fragwürdigen Webseite. Hat es vielleicht unser Hausgeist anno 2018 auf unseren NAS geladen? Ich werde es wohl nie erfahren. Am nächsten kommt ihm inhaltlich auf jeden Fall ihr Album Hold On – es hat auch dasselbe Cover. Also hat die Künstlerin möglicherweise ihr Werk nur leicht neu arrangiert und umbenannt.

Edit (2013)

(Cover)

Band: Breakbeat Heartbeat
Umfang: 00:38:25 (10 Lieder)
Mögliche Bezugsquellen: Hold On auf Bandcamp (Spende)

Die Künstlerin selbst schreibt auf ihrer Bandcamp-Seite, dass sie traurigen Chipbreak produziert, um sich selbst glücklich zu machen. Diese Eigenbeschreibung kann ich ehrlich gesagt nicht ganz nachvollziehen. Edit mag hier und da zwar eine melancholische Note haben, aber einen sonderlich traurigen Klang höre ich nicht. Mir fallen eher Adjektive wie “nachdenklich”, “aufmunternd” oder “gechillt” ein, wenn ich das Album laufen lassen. Der fünfte Track, Hold On, ist sogar ziemlich poppig, und das dritte Lied, Brave, empfinde ich als sehr aufbauend.

Ihre Musik ist ein interessanter Mix aus klassischem Chiptune, also “Computergepiepse”, und eher houseartigen Elementen. Mit echtem Breakbeat hat das Ganze für mich weniger zu tun. Das Album lädt sehr stark zum viben ein, ohne in irgendeiner Form langweilig oder eintönig zu sein. Vielleicht eher unaufdringlich, allerdings auf eine positive Art und Weise. Egal ob beim Schreiben, beim Videoschneiden oder beim Einschlafen – Edit lief die letzten Wochen sehr häufig einfach so nebenbei. Quasi ein Hintergrundsoundtrack, der aber mehr zu bieten hat als das langweilige Gedudel in vielen Open-World-Spielen.

Persönliches Lieblingslied: Track 02 – Delta [04:17]

Vermutlich das treibendste Lied auf der CD. Beim ersten Hören erinnerte es mich an den (wirklich guten) Soundtrack zu Cave Story, nur melodischer und weniger “Videospielfeeling”. Das Grundmotiv ist eingängig und ja, die Percussion-Elemente kommen hier dem klassischen Breakbeat wohl am nächsten. Aber im Widerspruch zum restlichen Album gefällt es mir, glaube ich, gerade deshalb so gut, weil es etwas Tempo hat.

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