Egal ob ihr noch klassisch Wörter auf totem Baum gedruckt verschlingt oder hochmodern mit eReader unterwegs seid: Bücher hatten, haben und werden immer ein sehr mobiles Unterhaltungsmedium sein. Aber nur weil man seine Lieblingslektüre theoretisch im Zentrum eines Vulkans lesen könnte, bedeutet das nicht gleich, dass es tatsächlich Spaß macht.

Was ist euer Lieblingsort an dem ihr zum Buch/Zeitschrift/Tablet/Smartphone/wasauchimmer greift und in Ruhe hunderte von Zeilen verschlingt? Ganz klassisch auf der Couch? Oder doch lieber im Bett? Völlig ungesund auf der Toilette? Draußen auf dem Balkon mit der Sonne im Gesicht? Oder gar auf einer Parkbank umgeben von Entengeschnatter?

Sicarius

Offenbarung der Attentäter

Assassin`s Creed: Revelations (Herstellerbild)

Assassin`s Creed: Revelations (Herstellerbild)

Das Thema der Länge von Spielen hatten wir ja schon sehr oft. Wenn ich lese, dass man mit The Witcher 3: Wild Hunt gut 200 Stunden beschäftigt ist, schüttele ich entsprechend nur ständig mit dem Kopf. Das kann doch einfach keinem solange Spaß machen?! Sehe ich aktuell auch wieder bei Assassin`s Creed: Revelations. Mit durchaus etwas Erschrecken habe ich diese Woche festgestellt, dass ich erst gut bei der Hälfte der Geschichte angelangt bin. Zugegeben: Ich habe mich auch erst einmal mit allem anderen beschäftigt und die ganzen Fleißarbeiten erledigt (Sachen sammeln, Nebenaufgaben erledigen und dergleichen). Aber gerade deswegen habe ich wieder einmal den Punkt erreicht wo mir das Spiel anfängt etwas auf den Geist zu gehen (zuletzt auch mit Borderlands 2 wieder aufgehört, wobei dafür auch der Power-Creep verantwortlich ist – plätte alles mit einem Schuss mittlerweile). Echt schlimm irgendwie. Aber jetzt ziehe ich das auf jeden Fall durch, damit ich es endlich hinter mir habe und mich auf den nächsten Teil stürzen kann – also nachdem ich mich wieder ein wenig von der Serie erholt habe.

Da ist mir mittlerweile tatsächlich sogar die Call of Duty-Reihe lieber. Die kommt zwar auch jährlich, ist aber auch nach maximal sechs Stunden auch schon wieder vorbei. An einem Assassin`s Creed-Titel hänge ich hingegen mindestens 15 Stunden+ und mache immer und immer wieder das Gleiche. Entsprechend gestöhnt habe ich bei der Ankündigung von Assassin`s Creed: Syndicate so cool das viktorianische Setting auch ist (wobei es in Bloodborne cooler wirkt).

Neuerungen, die keiner braucht oder will?

Natürlich: Es gibt hier und da Neuerungen in jedem neuen Assassin`s Creed-Titel und Teil 4 war dank Schiffchen fahren definitiv ein erholender Segen. Aber die beiden “großen” Neuerungen in Revelations lassen mich absolut kalt beziehungsweise nerven mich sogar nur. Gemeint sind zum einen die Bomben, die ich bislang immer nur benutzt habe, wenn es das Spiel von mir verlangt hat. Zum anderen das ganze Gedöns mit dem Assassinen-Stützpunkten, die ihr erst von den Templar erobern müsst (das macht halbwegs Spaß) und dann in einer Art Tower-Defense-Variante verteidigen müsst (das macht überhaupt keinen Spaß), wenn ihr zu viel Aufmerksamkeit auf euch gezogen habt (es reicht schon das Renovieren von Läden!).

Assassin`s Creed: Brotherhood (Herstellerbild)

Assassin`s Creed: Brotherhood (Herstellerbild)

Und dennoch stelle ich immer wieder fest, dass das grundlegende Spielprinzip dann doch irgendwie weiterhin Laune macht solange man es nicht übertreibt und 20 Assassin`s Creed-Titel hintereinander durchjagt beziehungsweise versucht wie ich in einem 100% zu erreichen. Das historische Konstantinopel (heutzutage als Istanbul bekannt) ist auch vier Jahre nach Release immer noch eine beeindruckende Kulisse bei der es, anders als beim gefühlt äußerst flachen Rom in Assassin`s Creed: Brotherhood (war 2011 ein Bagdadsoftware NOCA-Nominierter für das beste Action-Adventure) wieder Spaß macht die hohen Türme (Minarette in diesem Fall) hochzuklettern und die Umgebung anzuschauen.

Kleines Detail

Dass das Klettern wieder mehr Spaß macht, liegt aber auch noch an der anderen signifikanten Neuerung im Vergleich zum Vorgänger: Dem Hookblade. Das ersetzt euren versteckten Dolch im Handgelenk durch eine Kombination aus Greifhaken und Waffe mit der ihr zum einen auch weiter entfernte Vorsprünge erreichen könnt und, ganz wichtig, zum anderen weitere Sprünge ausführen könnt. Laut Wikipedia wird dadurch die Navigation durch die Stadt um 30 Prozent beschleunigt und was soll ich sagen: Das ist die beste Idee, die je ein Spieldesigner hatte seit der Möglichkeit in BioShock 2 Plasmide und Waffen gleichzeitig zu benutzen. Ganz einfach weil ihr damit wesentlich zügiger unterwegs. Und dann bekommt ihr das Ding auch noch fast sofort am Anfang des Spiels. So muss das sein!

Aber wie gesagt ändert leider auch das nichts daran, dass ich so langsam mal fertig sein möchte. Es ist definitiv der schwächste Teil der Ezio-Geschichte und ich spiele mittlerweile definitiv nur noch weiter, um endlich die Sache abhaken zu können, also zu erfahren wie es mit dem bislang besten Hauptcharakters der Assassin`s Creed-Serie zu Ende geht. Danach werde ich aber wohl keine weiteren Gedanken mehr an Assassin`s Creed: Brotherhood und Assassin`s Creed: Revelations mehr verlieren und stattdessen nur Assassin`s Creed II als den absoluten Höhepunkt der Reihe in Erinnerung behalten. Es ist damit auch der einzige Teil der Serie, dem ich jedem ans Herz lege unbedingt mal zu spielen. Kann auch gerne wieder meinen SimCity 2000-Vergleich auspacken. Ihr wisst schon: Die perfekte Kombination aus Spielspaß und Komplexität.

Doof!

Assassin`s Creed: Revelations (Herstellerbild)

Assassin`s Creed: Revelations (Herstellerbild)

Übrigens auch so ein massives Problem der Serie mittlerweile: Der ständige Wechsel des Hauptcharakters. So massiv die Spannungskurve bei er Altaïr/Ezio/Desmond-Quadrilogy auch ab Brotherhood nach unten ging: Wenigstens hatte ich Interesse daran und die Möglichkeit ihre Geschichte über mehrere Spiele hinweg zu erleben. Jetzt, wo mir Ubisoft mir jedes Jahr mehrere neue Hauptcharaktere vor die Nase setzt, die nur absolut vage Verbindungen zum Vorgänger haben (wenn überhaupt), fehlt dieser zusätzliche Anreiz mich doch noch irgendwie durchzubeißen, um zumindest zu erfahren wie es weiter geht. Zumal nun nicht nur mehr die ganze Animus-Sache anscheinend keinerlei wirkliche Rolle mehr spielt, sondern auch der ewige Kampf “Assassinen gegen Templar” von den Entwicklern irgendwie nur noch als “Muss” angesehen und entsprechend stiefmütterlich behandelt wird.

Wobei das sicherlich auch ein Stück weit daran liegt, dass eben nun mehrere Asassin`s Creed-Spiele parallel in Entwicklung sind und sich vermutlich keiner mehr so wirklich traut die Hoheit über das Gesamtbild hat. Aber ich werde mich selbstverständlich weiter durchbeißen und nach und nach endlich jeden einzelnen der Titel endlich durchspielen. Auch wenn ich mittlerweile schon gut vier Jahre hintendran bin und es nur mehr statt weniger Spiele werden.

Bis Montag!

Damals, vor 20 Jahren, da war die Welt noch in Ordnung. Wer einen PC hatte, der hatte eine beige-graue Kiste unter dem Tisch stehen. Laptops hatten nur ganz wenige, meist Firmenangestellte. Aber mit denen zu spielen, daran war praktisch nicht zu denken. Heute ist die Sachlage jedoch ganz anders: Laptops können locker an die Leistung eines dedizierten Desktops anknüpfen und selbst Tablets sind im Bereich der Gamer schon lange keine Unbekannten mehr.

Was bevorzugt ihr? Einen Laptop, der trotzdem nur auf dem Schreibtisch steht? Ein Tablet, das ihr den ganzen Tag mit euch herum tragt? Die Kombination aus beidem? Oder doch den klassischen Desktop mit einem der beiden anderen als mobile Ergänzung im Haushalt?

The Witcher 3: Wild Hunt (Herstellerblild)

The Witcher 3: Wild Hunt (Herstellerblild)

Es war mal wieder eine super Woche für das Internet. Mit The Witcher 3: Wild Hunt erblickt der wohl am sehnlichsten erwartete Titel nach Bloodborne das Licht der Händlerregale und auf den ersten Blick wird das Werk aus Polen seinem Hype absolut gerecht. Man könnte schon fast von einem Simultan-Orgasmus sprechen, so extrem viel wird seit dem Fallen des Review-Embargo in allen Ecken und Enden des Netzes darüber geredet, geschrieben und gezeigt.

Aber wir wissen ja alle: Wenn das Internet eines noch lieber mag als gehypte Spiele, welche die Erwartungen tatsächlich auch erfüllen, dann natürlich Kontroversen. Und die Kontroverse bei The Witcher 3: Wild Hunt lässt aktuell die schreiende Minderheit wieder mal absolut ihren Verstand verlieren. Ich rede selbstverständlich vom graphischen Downgrade im Vergleich zum ersten Trailer zum finalen Spiel. Eben die gleiche Diskussion, wie wir sie vor ziemlich genau einem Jahr schon einmal geführt hatten. Damals, am 27. Mai 2014, kam WATCH_DOGS auf den Markt und sah nicht “ganz” so gut aus wie in den E3-Trailern. Und wenige Monate zuvor traf Dark Souls II das gleiche Schicksal. Auch das sah in den anfänglichen Trailern wesentlich besser aus als das Endergebnis. Von Aliens: Colonial Marines im Jahr 2013 müssen wir erst gar nicht anfangen zu sprechen.

Kein neues Thema

Command & Conquer: Tiberian Sun (Quelle: MobyGames)

Command & Conquer: Tiberian Sun (Quelle: Mobygames)

Ist das jetzt quasi der neue Trend? Die Sterne versprechen und am Ende nur eine Pizza liefern? Natürlich nicht. Wie immer vergisst das Internet, dass wir diese Kontroversen schon früher hatten. Ich sag nur Peter Molyneux. Berühmtestes Beispiel ist aber wohl Command & Conquer: Tiberian Sun, dessen Screenshots nicht einmal ansatzweise das zeigten, was den Spieler beim Auspacken anno 1999 tatsächlich erwartete. Der Unterschied ist höchstens, dass in der heutigen Zeit die PR-Kampagne uns quasi täglich mit neuem Material überschüttet auf das jeder sofort und in höchster Qualität Zugriff hat, es noch wesentlich stärker auffällt und es sich dank des Internets wie ein Lauffeuer verbreitet. Wir sind einfach näher dran an der Spieleentwicklung, als wir es vor 20 Jahren waren.

Und genau das ist das Problem: Der normale Konsument hat immer noch nicht verstanden (und wird es wohl auch nie), dass sich Dinge verändern. Das ist besonders fatal bei Kickstarter-Backern, die noch einmal stärker mit ihrer vermeintlichen Investition (Es ist eine Spende, ihr Hornochsen!) verbunden sind. Ein Spiel ist während seiner Entwicklung im Wandel. Was man am Anfang sieht, ist die idealisierte Version der Entwickler. Das Spiel, das es in ihrem Kopf werden soll. Aber wie immer gilt: Selbst der beste Plan fällt beim ersten Feindkontakt in sich zusammen. Features, die auf dem Papier cool klangen, machen in der Realität keinen Spaß. Manches muss aus Zeitgründen gestrichen oder zumindest umgestaltet werden. Und, der relevanteste Punkt für die aktuelle Diskussion, die Performance stellt sich als unterirdisch schlecht heraus und lässt sich nicht soweit optimieren (zumindest im angepeilten Zeitraum), dass die total genialen Licht- und Schatteneffekte auf durchschnittlicher Hardware (also Konsole und Mittelklasse-PC) halbwegs flüssig laufen.

Die Realität

Das Ergebnis dieser ganzen Thematik ist ein Spiel, dass mit den Versprechungen am Anfang eben mitunter nicht mehr ganz so viel zu tun hat. Das ist eigentlich völlig normal und solange es am Ende trotzdem noch ein unterhaltsamer Titel ist, habe ich auch absolut kein Problem damit. Fatal und verwerflich ist es nur wenn, wie im Falle von Aliens: Colonial Marines oder eben Command & Conquer: Tiberian Sun eine bewusste Täuschung und damit faktisch Betrug am Kunden begangen wurde. Da reden wir dann über ein GANZ anderes Thema. Aber das sind die Ausnahmen und nicht die Regel. Die meisten “Downgrades” oder “entfernten Feature” sind schlicht aus der Notwendigkeit heraus geboren und keine Absicht.

The Witcher 3: Wild Hunt (Konzeptart)

The Witcher 3: Wild Hunt (Konzeptart)

Natürlich kann man sich fragen “hätte es mit diesem und jenem Feature nicht doch noch mehr Spaß gemacht?”. Aber jetzt so tun, als wäre man total verarscht geworden von der PR-Kampagne halte ich speziell bei The Witcher 3: Wild Hunt für mehr als nur übertrieben. Das Spiel sieht selbst mit der reduzierten Detailfülle einfach nur göttlich aus (und ist was die Hardwareanforderungen angeht das neue Crysis. Zwar frage ich mich schon, warum die Entwickler nicht zumindest auf dem PC die entsprechenden Grafikoptionen angeboten haben (sollen wohl ab einem der nächsten Patches über die *.ini zu bearbeiten sein).

Der Grund

Aber warum das Spiel eben nicht mehr ganz so gut wie bei der Ankündigung aussieht ist eindeutig: Die Power der aktuellen Konsolengeneration hat sich als geringer herausgestellt als erwartet. Zur Erinnerung: The Witcher 3: Wild Hunt wurde Anfang Februar 2013 angekündigt und war zu dem Zeitpunkt schon weit fortgeschritten während die PlayStation 4 erst Ende Februar überhaupt offiziell angekündigt wurde! Von daher wussten selbst die Entwickler noch nicht so wirklich, auf was sie sich da einlassen. Verständlich also, dass die anfängliche Vision nicht ganz gehalten werden konnte.

Doch noch einmal: Das ist zwar schade, aber vollkommen okay. Ich fühle mich dadurch absolut nicht getäuscht, weil das Endergebnis immer noch fantastisch und besser aussieht als alles, was ihr sonst so in den letzten Jahren hatten. Ich bin entsprechend definitiv bei Kirk Hamilton, der auf Kotaku schrieb: Hört auf Versprechen zu kaufen. Kauft Videospiele!

Bis Montag!

Es ist durchaus eine provokante Überschrift, aber das ist die Sicht der Dinge zumindest für den CEO von Konami. Zugegeben: Nachdem ganzen Heck meck, der derzeit um das Unternehmen herum herrscht (Rausschmiss von Hideo Kojima, Einstellung von Silent Hills, etc.), stellt sich bei dem Unternehmen aktuell eine ganz andere Frage (Haben die noch alle Tassen im Schrank?!). Aber wenn selbst Nintendo plötzlich auf die Idee kommt ihre Marken für die Umsetzung auf Smartphones freizugeben, dann muss an der Sache doch etwas dran sein. Wenn es um den berühmten Zeitgeist geht, lag Nintendo in den letzten 30 Jahren doch überraschend oft richtig.

Wie seht ihr das? Spielen wir in zehn Jahren alle nur noch auf unseren Handys Free-To-Play-Ableger von bekannten Spieleserien oder sind diese japanischen Firmen auf dem falschen Dampfer und werden ziemlich schnell feststellen, dass die ganz große Kohle eben doch nicht auf dem mobilen Markt zu holen ist?

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