Herstellerbild zu Might and Magic IXDer Sonntag ist so ein Tag, da will man irgendwie nicht so wirklich aus dem Bett. Schlafen geht aber auch nicht mehr, also wird sinnlos rumgelümmelt. Auch mir ging es gestern mal wieder so und dabei ist mir die Schachtel der Collector’s Edition von Might & Magic: Heroes VI (immer noch ein bekloppter Name!) ins Auge gesprungen. Nur sprichwörtlich natürlich, nicht tatsächlich. Das hätte vermutlich ganz schön wehgetan wenn mir die Packung ins Gesicht gefallen wäre. Und dabei ist mir eingefallen, dass wir schon lange kein reines Might and Magic mehr hatten, sprich ein (Gruppen-)Rollenspiel in diesem riesigen Universum. Der letzte Teil, Nr. 9, wird demnächst 11 Jahren alt (25.04.2002)!

Zugegeben: Might and Magic IX war nur mittelmäßig. Die Quests waren inhaltsleer und 08/15, es dauerte ewig bis die Geschichte in Fahrt kam und die leere 3D-Welt konnte nicht einmal mit dem ein Jahr zuvor veröffentlichten Gothic mithalten. Aber immerhin war es etwas besser als das absolut grottige Might and Magic VIII: Day of the Destroyer (2000), das ein absoluter Rückschritt im Vergleich zum Vorgänger war. Und: Anfang des Jahrtausends waren die 3D-Gruppen-Rollenspiele erst noch im Kommen. Es war mehr die Zeit der Solo-Helden (Gothic [2001], The Elder Scrolls III: Morrowind [2002]).

Baldur’s Gate II: Shadows of Amn (2000) war noch isometrisch, Neverwinter Nights kam erst am 18.06.2002 auf den Markt und das extrem gute Star Wars: Knights of the Old Republic lies noch ein ganzes Jahr auf sich warten (2003). Am 15.11.2001 war jedoch Wizardry 8 (der bislang letzte “richtige” Teil der Serie) auf den Markt gekommen, der langjährige Konkurrent (Wizardry, Ultima und Might and Magic waren DIE drei Rollenspielgrößen der 80igern und 90igern). Er war auch erstmals komplett in 3D und konnte im Gegensatz zu Might and Magic IX in allen Belangen überzeugen. Auch definitiv noch heute eine Empfehlung, wenngleich natürlich der Komfort und die Grafik nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit sind.

Geld muss her!

Die Veröffentlichung von Wizardry brachte New World Computing beziehungsweise ihren Besitzer The 3DO Company ganz schön in Zugzwang. Zumal es dem Publisher und damit auch dem Entwickler zu diesem Zeitpunkt bereits richtig, richtig schlecht ging. Die Army Men-Reihe war bereits in Grund und Boden gestampft und der actionlastige Konsolenableger Warriors of Might and Magic (2001) gehört wohl zu den schlechtesten Spielen, die jemals für PlayStation und PlayStation 2 veröffentlicht wurden. Somit blieb nur noch Heroes of Might and Magic sowie Might and Magic übrig um das sinkende Schiff noch zu retten und immerhin: Heroes of Might and Magic IV war kein schlechtes Spiel, wenngleich es nicht an die Qualität des Vorgängers (und die Verkaufszahlen) herankam.

Sowohl 3DO als auch New World Computing musste allerdings zu diesem Zeitpunkt bereits klar sein, dass Might and Magic IX ein Desaster werden würde. Wir reden hier schließlich nicht von einer Parallelentwicklung. Teil 8 kam nicht von einem anderen Studio. New World Computing konnte erst nach der Fertigstellung mit der Produktion des Nachfolgers beginnen. Am Ende waren es zwar dennoch gut zwei Jahre Entwicklungszeit und sie verzichteten sogar darauf eine eigene Engine zu basteln. Stattdessen kam LithTech 1.5 von Monolith (F.E.A.R.) zum Einsatz, eine verbesserte Version des Grafikgerüsts, das sich bereits in Blood II: The Chosen und Shogo: Mobile Armor Division bewährt hatte. Doch bei New World Computing ging es drunter und drüber.

Don’t Split The Party

Herstellerbild zu Might and Magic VIII: Day of the DestroyerAls Konsequenz aus dem Desaster namens Might and Magic VIII: Day of the Destroyer, aber auch aus der bereits sehr angespannten Situation bei New World Computing, verzichtete der Erfinder der Serie Jon Van Caneghem bei Teil 9 darauf die Rolle des Game Desginers zu übernehmen. Mittlerweile ist er übrigens bei EA zuständig für die Comannd & Conquer-Lizenz und der Kopf hinter dem Free-2-Play-Titel Command & Conquer: Generals 2. Stattdessen durfte sein Kollege Tim Lang (mittlerweile auch bei EA und zuletzt mit Medal of Honor beschäftigt) dran. Doch der hatte nicht viel zum Arbeiten. New World Computing hatte weder genug Zeit noch ausreichend Ressourcen für die Entwicklung von Might and Magic IX.

Wie erwähnt kämpfte 3DO bereits gegen den finanziellen Bankrott an. Die Folge waren Entlassungen auch bei New World Computing. Gleichzeitig musste die geschrumpfte Mannschaft auch noch Legends of Might and Magic fertigstellen, der am 20.06.2001 auf den Markt kam und nur wenige Monate nach Might and Magic VIII: Day of the Destroyer auf der E3 2000 als ambitioniertes Action-Rollenspiel mit Koop angekündigt worden war. Die Pläne der Entwickler klangen wie ein kleines aber durchdachtes MMORPG.

Davon blieb am Ende freilich nicht viel übrig. Die Zweiteilung des kleinen Teams schadete beiden Titeln immens. Sie haben im Prinzip das ultimative Mantra aus Rollenspielkreisen missachtet: “Don’t Split the Party”. Statt eines Action-Rollenspiels mit Koop-Modus kam somit am Ende ein Counter-Strike-Abklatsch mit Fantasy-Setting auf den Markt. Ein uninspirierter Deathmatch-Titel mit einer völlig unbrauchbaren Einzelspielerkampagne, einer nicht vorhandenen Balance und quasi keinen Unterschieden zwischen den einzelnen Spielerklassen. Aber immerhin kam LithTech 2.0 (unter anderem No One Lives Forever) zum Einsatz. Grafisch konnte Legends of Might and Magic also immerhin überzeugen. Geholfen hat es dem Spiel freilich nicht. Selbst die härtesten der härtesten Fans der Serie ließen spätestens nach dem Genuss der Demo die Finger von dem Ding und hofften stattdessen auf Might and Magic IX.

Mehr Zeit

Doch nicht nur die Fans hofften auf Might and Magic IX, wie erwähnt hatte auch 3DO und New World Computing mittlerweile alles auf diese Pferd gesetzt. In einem älteren Interview mit Celestial Heavens erwähnt Lang, dass gleichzeitig 3DO immer weniger finanziellen Support leistete und auf immer kürzere Entwicklungszyklen pochte. Die Vision des Spiels war in der Zwischenzeit entsprechend massiv zusammengeschrumpft. Kürzungen an allen Ecken waren nötig um überhaupt noch etwas fertig stellen zu können. Selbst Features, die bereits in den Vorgängern vorhanden waren, wurden kurzerhand wieder rausgestrichen. Auch Jon Van Caneghem gibt Lang einen Teil der Mitschuld am Desaster. Er hätte sich mittlerweile komplett zurückgezogen gehabt und wäre schon gar nicht mehr oft im Büro gewesen. Das Team fiel sprichwörtlich immer stärker auseinander.

Das Endergebnis ist bekannt: Might and Magic IX ist nicht nur ein schlechtes, es ist auch immer noch ein äußerst verbuggtes Spiel. Laut Lang hätte 3DO nicht einmal die Entwicklung des einzigen Patches (1.2) gewollt, musste sie aber zähneknirschend hinnehmen weil der Titel schlicht in einem unspielbaren Zustand war. Mindestens 3 besser sogar 6 Monate mehr Entwicklungszeit hätte laut Lang der Titel noch gebraucht. Might and Magic IX war seiner Ansicht nach bestenfalls in einem Pre-Alpha-Status. Jon Van Caneghem schiebt hingegen jede Schuld von sich. Wäre es nach ihm gegangen, wäre das Spiel nie veröffentlicht worden. Und da 3DO kurz nach Veröffentlichung des Patches Insolvenz anmeldete, glaube ich ihm sogar, dass er da nicht viel tun konnte. Der Publisher brauchte Geld und zwar dringend und Might and Magic IX war das letzte heiße Eisen im Ofen. Am Ende entpuppte es sich jedoch als der finale Todesstoß für das Unternehmen und in der Folge kaufte Ubisoft die komplette Lizenz.

Was dann geschah

Herstellerbild zu Might and Magic: Clash of HeroesAnfangs sah es auch so aus als wollte Ubisoft in die vollen gehen mit ihrer neuen Akquisition. Heroes of Might & Magic V sowie Dark Messiah of Might and Magic wurden fix beaufragt und waren auch beides erfolgreiche Titel. Mit dem ungewöhnlichen Might and Magic: Clash of Heroes landete der Publisher einen Überraschungshit und selbst das mittelmäßige Might and Magic: Heroes VI verkaufte sich gut genug um mehrere Addons zu rechtfertigen. Nur das Rollenspiel Might and Magic, an das hat sich Ubisoft bis heute nicht herangetraut. Dabei könnten sie es dringend gebrauchen.

Ubisoft hat praktisch keine Rollenspiele im Portfolio. Ja, TERA wurde über sie vertrieben. Aber das ist nicht wirklich ihrs. Genauso wenig wie Fallout 3 oder The Elder Scrolls IV: Oblivion. Die stehen zwar auf ihrer Seite, aber sie waren ausschließlich Distributor bei diesen Titeln. Might & Magic Raiders, das kommende Free-2-Play Action-Rollenspiel lasse ich auch nicht gelten. Es bleibt dabei: Ubisoft hat die Lizenz für ein Rollenspiel in einem bereits massiv ausgearbeiteten Universum, Tim Lang hat sogar an Might and Magic X bereits ein bisschen gearbeitet während der Entwicklung von Teil 9, aber sie trauen sich nicht ran.

Die Zukunft

Und ganz ehrlich: Ich kann es verstehen, dass die Franzosen sich nicht an ein Rollenspiel machen. Ubisoft besitzt rund zwei Dutzend Entwicklerstudios, aber keines davon hat wirklich Erfahrung mit dieser Art von Rollenspielen (beziehungsweise generell mit reinrassigen Rollenspielen). Am ehesten geeignet wäre vermutlich noch Blue Byte Software, die vor bald 20 Jahren mit Albion (1995) einen Überraschungshit gelandet haben. Aber von den Verantwortlichen ist mittlerweile auch keiner mehr da. Außerdem wünsche ich mir von denen lieber ein Albion 2. Gleichzeitig finde ich es aber auch äußerst kritisch, dass Ubisoft hier eben nicht tätig wird und sein Portfolio noch erweitert. Vor allem da es dem Unternehmen derzeit richtig gut geht. Auch ihr Image bei den Spielern wird derzeit wieder besser, da UPlay und der dazugehörige Always-On-Kopierschutz bereits aus dem kollektiven Gedächtnis verschwindet und selbst die PC-Ports in letzter Zeit wieder sehr gut waren (Far Cry 3 und Assassin’s Creed III sind durchweg gelungen und erschienen auch nur mit minimaler Verspätung).

Es wäre also jetzt der perfekte Zeitpunkt für das Unternehmen sich einen erfahren Rollenspiel-Entwickler zu schnappen oder besser noch ein weiteres Studio mit entsprechenden Leuten aufzubauen und sich an Might and Magic X beziehungsweise einen Reboot der Serie heranzutrauen der nicht zum Genre der Ego-Shooter gehört. Tim Lang und Jon Van Caneghem wären sicherlich mittlerweile auch wieder für so was zu haben. Glaube nicht, dass es den beiden derzeit bei EA wirklich so gut geht. Und die Fans der Serie? Die sind genauso bereit Might and Magix IX hinter sich zu lassen und nach vorne zu schauen. Nachdem was Ubisoft bislang aus der Lizenz gemacht hat, trauen sie den Franzosen auch durchaus zu einen würdigen Serienvertreter zu basteln. Dank den vielen Kickstarter-Projekten werden wir 2013 und 2014 sowieso schon die Rückkehr der Old-School-Rollenspiele feiern. Da würde ein richtiges Might and Magic definitiv dazu passen. Also nicht länger zögern Ubisoft: Beldonia wartet!

PS: Wenn alles klappt, gibt es am Donnerstag das erste Spielevideo! Das neue Tomb Raider ist voraussichtlich das Thema, da ich das morgen ganz frisch reinkriege.

Logo von THQNa, schon den Geldbeutel ausgepackt? Nein? Dann wird’s aber Zeit. Ich weiß nicht warum, aber THQ hat sich einen Monat nach der ersten Versteigerung dazu entschieden auch noch die restlichen Assets des Unternehmens abzustoßen. Vielleicht hoffen sie, dass sie so mehr Geld kriegen als im Paket mit dem Rest. Da wäre natürlich zum einen Darksiders, das aus unerfindlichen Gründen Ende Januar keiner haben wollte. Dass Vigil Games an sich keinen Käufer gefunden hat, das konnte ich durchaus noch nachvollziehen. Mehr als Darksiders hatten die in ihrer achtjährigen Firmengeschichte ja nicht vorzuzeigen. Entsprechend war (und ist) die IP an sich das wertvollste was THQ in der Hinsicht hatte. Natürlich schade für die Angestellten des Studios, aber da muss man auch einfach mal realistisch sein. Vielleicht war es entsprechend auch das Gesamtpaket (Vigil plus Darksiders) welches die Käufer abgeschreckt hat. Jetzt wo nur die IP an sich zum Verkauf steht, findet sich vielleicht endlich jemand, der sich dann auch an die Entwicklung eines dritten Teils traut.

Nein, Sony wird sich die nicht holen. Darksiders ist immer noch ein direkter Konkurrent zu God of War, egal wie stark es jetzt mit Teil 2 noch mehr in die Zelda-Eckegerutscht ist. Aber ein Square Enix oder Ubisoft könnte ich mir durchaus als passende Käufer vorstellen (Koch Media sicherlich auch, aber die fühlen sich nicht richtig an). Square Enix hat in der Richtung ja derzeit quasi gar nichts vorzuweisen und von der Mentalität her würde ein Japano-Touch dem Darksiders-Franchise gar nicht mal so wehtun finde ich. Ubisofts Vorzeigeserie Assassin’s Creed passt hingegen zwar schon eher in die selbe Ecke wie Darksiders, ist im Endeffekt aber auch wieder was komplett anderes. Das eine ist stark auf die realistische Darstellung von Zeitgeschichte ausgelegt, das andere gehört definitiv mehr in Richtung Fantasy. Wobei die Geschichte der apokalyptischen Reiter aus der Bibel stammt. Entsprechend könnte hier tatsächlich eine Beziehung zwischen beiden Spielereihen ohne große Probleme hergestellt werden. Könnte durchaus auch in kompetenten Händen eine coole Idee sein Darksiders quasi zu einem Spin-Off von Assassin’s Creed zu machen. Aber das ist jetzt wirklich sehr utopisch was ich mir da vorstelle.

Die anderen Zwei

Als nächstes auf der Liste steht Red Faction. Mein Lieblingsszenario wäre es, wenn Volition sich die Lizenz zurückkaufen würde. Zweibeste Variante wäre, wenn Koch Media noch einmal zugreift. Die Serie gehört schlicht und einfach in die Hände von Volition und in keine anderen. Sicherlich käme ein grafisch beeindruckender Titel raus wenn beispielsweise Crytek sich die Serie zu Eigen machen und das Thema “alles zerstören” wieder in den Vordergrund rücken würde (wird nicht passieren). Aber Red Faction hat auch durchaus eine interessante Geschichte und ich traue einfach derzeit keinem anderen zu — schon allein weil das Material garantiert bei Volition rumliegt und nicht Teil des Deals ist — diese halbwegs anständig weiterzuführen. Zumal abseits von DICE (Frostbite 2-Engine) sich derzeit kein Entwickler in irgendeiner Form mit der Zerstörung von Umgebungen beschäftigt. Warum auch immer.

Auch bei Homeworld finde ich, dass die IP entweder wieder zurück zum Erfinder Relic Entertainment wandern sollte oder zumindest an den neuen Besitzer des Studios, SEGA. Es gibt zwar einige Entwickler, die sich mit dieser Art von Weltraumspielen beschäftigen und denen ich durchaus auch zutraue ein halbwegs gutes Homeworld 3 zu produzieren. Aber die haben eben schon ihre eigene IP (Stardock und Sins of a Solar Empire zum Beispiel) und brauchen nicht noch eine weitere. Relic hingegen hat sicherlich über die Jahre bereits Ideen zusammengetragen (und vielleicht sogar heimlich den einen oder anderen Prototypen gebaut, wer weiß) und ist definitiv auch kompetent genug einen würdigen Nachfolger zu produzieren.

Der Rest

Was bleibt noch übrig? Nun, die letzte IP die allein für sich verkauft wird ist MX, die gelungene Motocross-Spieleserie. Das dazugehörige Studio, Rainbow Studios später THQ Digital Studios Phoenix, gibt es schon seit Mitte 2011 leider nicht mehr. Auch der perfekte Ersatzkandidat, Black Rock Studio, wurde bereits geschlossen. Somit bleibt im Prinzip nur noch Codemasters übrig, die aber mit FUEL bekanntlich spektakulär damit gescheitert sind eine eigene Motocross-Serie auf die Beine zu stellen sowie Koch Media bzw. Techland. Das 2010 veröffentlichte nail’d hätte zwar besser sein können und kam nicht an MX vs. ATV Unleashed heran. Aber das lag vor allem daran, dass der Titel ganz klar als Budgetprojekt angelegt war. Mit etwas mehr Geld und Zeit dahinter, hätte daraus locker noch mehr werden können. Da bin ich mir sicher. Mal schauen wer sie sich am Ende tatsächlich holen wird. Im Gegensatz zu Homeworld, Darksiders und Red Faction dürfte sich das Interesse auf jeden Fall sehr in Grenzen halten.

Alles andere was THQ noch zu bieten hat, ist hingegen in ein “Internes Bundle” (Big Beach Sports, Destroy All Humans!, Summoner, etc.) sowie ein “Lizenzpaket” (Supreme Commander, Marvel Super Hero, etc.) verpackt. Einzeln würde die Sachen vermutlich auch keiner nehmen. Für Supreme Commander hätte sich zwar sicherlich auch Gas Powered Games interessiert, aber die haben genug eigene Probleme derzeit und haben definitiv nicht die Möglichkeiten ihre Marke zurückzukaufen. Wobei: Zu ihrem neuen Besitzer, Wargaming.net, würde Supreme Commander vielleicht sogar ganz gut passen. Aber als Teil des Pakets wird Wargaming bestimmt nicht zuschlagen. Ich befürchte tatsächlich, dass das Lizenzpaket sowie das Bundle an irgendeine Casual-Games-/Browser-Games-Schmiede wie Big Point geht und die dann ein Facebook oder Smartphone-Spiel daraus machen. Noch wahrscheinlicher ist sogar, dass derjenige, der sich die Sachen unter den Nagel reißt, gar nichts Neues damit machen wird. Stattdessen kommt das alles einfach noch einmal für einen fünfer in die Green Pepper-Ecke oder so was in der Art und gut ist. Sehr teuer sind die Pakete garantiert nicht und dieser Billigmarkt ist tatsächlich auch heute noch äußerst lukrativ. Mag man gar nicht glauben, aber diese Mitnahmeverkäufe laufen bei Media Markt und Co. weiterhin gar nicht schlecht.

Doch das ist selbstverständlich alles wieder nur Spekulation meinerseits. Genaueres werden wir erst am 15. April wenn die Auktion abgeschlossen wird. Ich bin definitiv sehr gespannt wie es ausgeht und welche Firmen sich hinter den “über 100 Interessenanfragen” verbergen, die laut THQ bereits vorliegen.

Ich wünsche eine angenehmes Wochenende!

Am Freitagvormittag war es endlich soweit! VDSL50 wurde bei mir geschaltet. Doch ein Bild sagt bekanntlich mehr als 1.000 Worte:

Messergebnis

Und was ist noch besser als ein Bild? 24 Bilder pro Sekunde! Jup, wie versprochen habe ich zum ersten (und voraussichtlich auch letzten Mal) einen 10minütigen Videoblog aufgezeichnet. Nur für euch und zur Feier des Tages.

https://www.youtube.com/watch?v=Q3i-StnzBIY

Fantastisch nicht? Könnt ihr euch sogar in 720p anschauen (mehr kann die Webcam nicht)! Was man heutzutage nicht so alles dank moderner Technologien machen kann. Ja, ich weiß: Wir haben 2013. Ein poppeliges Video haut heutzutage keinen mehr aus den Socken. Also reden wir gar nicht länger drüber. Ich hatte euch versprochen (und es mir vorgenommen) ein Video zu machen, sobald ich VDSL50 habe und das habe ich hiermit getan :smile: . Deal with it!

Jetzt muss ich mich natürlich zügig drum kümmern den ersten richtigen Content zu produzieren. Und nein, es wird kein Video zu Crysis 3 sein. Wenn ich dabei Fraps laufen lassen will muss ich die Grafikeinstellungen garantiert sehr stark runterdrehen. Das wird eh das spaßigste an der ganzen Sache werden: Vorher ausführlich prüfen mit welchen Einstellungen ich das jeweilige Spiel überhaupt spielbar aufzeichnen kann. Ich will euch ja, schon allein aus Rücksicht auf Azzkickr, die bestmögliche Vorschau auf das jeweilige Spiel bieten. Da sind Xbox-360-Titel natürlich sehr praktisch. Da drücke ich einfach auf einen Knopf und schon kann ich spielen und aufnehmen ohne große Probleme. Aber warten wir es einfach mal ab. Wird auf jeden Fall wieder ein lehrreiches Erlebnis werden.

Abschweifung

Ich hab‘ übrigens übers Wochenende nur gut 20 GB (am Freitag und Samstag je 8 GB) runtergeladen. Weniger als ich gedacht hatte aber genau diese Woche standen natürlich keine riesigen Updates in Steam an :smile: . The Witcher 2: Assassins of Kings habe ich auch noch nicht wieder installiert und den 10GB-Enhanced-Patch geladen. Stattdessen habe ich mir auf FACEIT.tv das Counter-Strike: Global Offensive-Turnier in 720p+ angeschaut – und nichts von dem verstanden, was die Kommentaren da so geredet haben. Scheint ganz schön komplex geworden zu sein die Sache.

Außerdem habe ich, wie im Video erwähnt, Looper geschaut. Wieder ein Film mit einem absolut irreführenden Trailer. Statt um die Looper und die eigentlich dazugehörigen ethischen und moralischen Probleme geht es am Ende doch nur um ein telekinetisch hochbegabtes Kind. Das hat dem Film definitiv ein wenig geschadet, da so massiv viel Potential verschenkt wurde. Von mir kriegt er solide 3 von 5 Sics. Bruce Willis macht was Bruce Willis immer macht und Joseph Gordon-Levitt nimmt man es auch durchaus ab eine jüngere Version des Actionhelden zu sein. Die Geschichte ist trotz des veränderten Fokus ganz nett, funktioniert abseits der großen Zeitreiseparadoxen (lassen sich nicht vermeiden) gut und ist halbwegs spannend erzählt. Kann man also durchaus anschauen das Filmchen. Ein Werk, das sich ausschließlich um die Looper dreht, hätte ich aber schon noch gerne. Das ist schließlich das Interessanteste an der ganzen Prämisse.

Ich verabschiede mich bis Donnerstag! Und sagt mir bis dahin doch eure Meinung zum Video und vor allem wie ihr euch das so vorstellt, was ich dann in Zukunft für euch in Sachen Spielevideos produzieren soll.

Es heißt ja immer, wenn man nicht schlafen kann, dann soll man aufstehen und was anderes machen. Wäre eine effizientere Nutzung der Zeit als sich nur hin- und herzu wälzen. Was hätte ich also die letzten Nächte nicht alles erledigen können, wenn mich nicht so triviale Dinge wie “Scheiße, ich glaub’ ich verreck’ hier gleich” davon abgehalten hätten. So eine schlimme Erkältung hatte ich definitiv bislang noch nie. Hab’ sogar eine Infusion gebraucht, um wieder halbwegs Luft zu bekommen.

PlayStation-LogoAber genug zu meinen gesundheitlichen Problemen, die mir mal wieder meinen Urlaub versaut haben. Heute steht schließlich etwas viel wichtigeres im Mittelpunkt: Die offizielle Ankündigung der PlayStation 4! Ja, auch ich bin natürlich gespannt darauf zu erfahren wo Sony die Latte für Microsoft hinlegt. Allerdings: Egal was kommt, meine Kaufpriorität wird auf jeden Fall mehr bei Microsofts liegen, was vor allem mit dem ganzen Xbox Live-Gedöns zusammenhängt (ja, damit sind auch die Achievements gemeint). Da bin ich wie bei den Smartphones (Apple) einfach schon zu tief in allen Bereichen verankert.

Die Illusionen des Webmasters

Anders sieht es natürlich aus, wenn es eine anständige Rückwärtskompatibilität zur PlayStation 3 gibt. Und damit meine ich vor allem gebrauchte Retailspiele. Was da im Vorfeld durch die Medien ging von wegen “PS3-Spiele streamen wie bei zum Beispiel bei OnLive” halte ich für eine (leider) immer noch absolut suboptimale Lösung für 90% der Spieler. Aber wäre natürlich eine gute und sichere Einnahmequelle für den Hersteller. “Ich hab Heavy Rain schon im Regal stehen? Ach egal, lease ich es halt nochmal online für 20 Euro”. Unsere Faulheit triumphiert doch immer wieder über unsere Logik :smile: .

Das gilt aber natürlich auch für den Xbox-360-Nachfolger. Früher ging das vielleicht noch einfach mal über Nacht die komplette Spielsammlung “nutzlos” zu machen. Da waren auch noch weniger Leute betroffen. Aber vor allem dank mittlerweile stark vorhandener Accountbindung und vieler Digitalkäufe kann sich das doch keine Firma mehr ernsthaft leisten wieder bei null anzufangen und zu sagen: Hier, deinen alten Kram kannste jetzt auf den Müll schmeißen. Da muss es doch finanzierbare Lösungen geben. Und eine Begründung von wegen “Mangelnde Rechenpower” lasse ich erst gar nicht gelten. Ein Raspberry Pi hat auf Kreditkartengröße heutzutage mehr Rechenleistung als eine Xbox 360 — und das meine ich nur zum Teil als Scherz.

Ach und wenn in Zukunft auch Microsoft auf Blu-ray setzt, wird es vielleicht auch so langsam mal auch der Standard auf dem PC. Will endlich wieder nur eine Scheibe in der Hülle haben statt mittlerweile standardmässig zwei mit klarer Tendenz zu 3 und noch mehr.

Gude Mussig

Doch wie immer muss ich an dieser Stelle einfach sagen: Schaue mer ma was kommt. Während ihr diese Zeilen lest läuft die Pressekonferenz ja schon oder ist sogar bereits vorbei und die ganze Welt ist (hoffentlich) schlauer. Kommen wir also stattdessen noch kurz zu einem anderen Thema: Coole Musik!

Kennt ihr beispielsweise noch den Trailer zu Inception? Garantiert. Dieses tiefe “ooooooohm” kommt doch mittlerweile gefühlt in jedem Vorschaufilmchen vor. Und auch der Rest des Liedes war selbst ohne die Bildauswahl genial, weshalb die ersten Reaktionen auf den Trailer vor allem die Frage war: “Wo krieg ich die Musik her?!”. Mit dem Score des eigentlichen Films hat der jeweilige Track ja meistens nicht allzu viel zu tun und entsprechend ist er auch auf der Soundtrack-CD nur äußerst selten mit drauf (wenn es sich nicht sowieso um ein Lizenzstück handelt). Da ist guter Rat meistens teuer und vielen bleibt nichts andere übrig als sich das Lied bestmöglich aus dem Trailer zu rippen.

Cover der Two Steps From Hell-CD ArchangelVor ein paar Wochen habe ich nun auf YouTube — allen Versuchen eines gewissen hinterwäldlerischen Arschlochvereins mit vier Buchstaben als Abkürzung das zu verhindern zum Trotz — eine Firma entdeckt, die nicht nur auf Trailermusik spezialisiert ist, sondern ihre Werke auch noch auf CD presst beziehungsweise zum Download bereitstellt: Two Steps From Hell. Definitiv keine kleine Klitsche, die keine Sau kennt, wenn ich mir ihr Portfolio so anschaue. Zu The Avengers, Prometheus, War Horse, TRON: Legacy, Transformers, 2012, Underworld: Awakening und noch unzähligen anderen Filmen haben sie die Musik in den Trailern beigesteuert und mittlerweile auch schon einige, thematisch abgestimmte Alben veröffentlicht.

Coole Mugge

Nach etwas Probehören hatte ich mir Invincible, Archangel und SkyWorld gekauft — direkt bei den Jungs versteht sich und nicht über Amazon (wieder aus Protest gegen den besagten Arschlochverein. Ach und weil es trotz Versandkosten billiger war.). Halloween und Illusions trafen nicht so ganz meinen Geschmack. Ich bin mehr der Fan von epischen Tracks und die sind auf den drei Platten definitiv in ausreichender Menge geboten. Ich könnte jetzt zwar nicht sagen, ob und wenn ja in welchem Trailer ich das jeweilige Stück schon einmal gehört habe. Zumal auf der CD vermutlich die unverschnittene Fassung der Lieder zu finden sind. Was ich aber weiß ist, dass es einfach nur geil klingt was Nick Phoenix und Thomas Bergersen da fabrizieren.

Viel Chor, viel klassisches (Symphonie-)Orchester, oft ein starkes Hans-Zimmer-Feeling (Gladiator) und doch klingt jedes Werk — zwangsweise — anders als das vorherige. Die 3 1/2 Stunden vergehen da wie im Fluge und man kann hervorragend nebenbei ein Großprojekt wie Bagdad21 in Minecraft umsetzen. Bei der Musikuntermalung ist es kein Wunder, dass unser unterirdischer Fernbahnhof sogar lange vor 2021fertig geworden ist. Allen Protesten durch Creeper, Skelette und Zombies zum Trotz.

Epilog

Ihr werdet es sicherlich schon gemerkt haben, aber ich bin von den drei Alben schwer begeistert und empfehle euch dringend auch mal reinzuhören. Als grundlegende Empfehlung wird gerne das Lied “Archangel” von der gleichnamigen CD genannt. Aber auch ein “1000 Ships Of The Underworld” (Invincible) oder wenn es doch mal etwas fröhlicher sein soll “Winterspell” (SkyWorld) würde ich euch als erstes vorspielen, wenn ihr bei mir im Zimmer sitzen würdet. Aber das müsste dann unter uns bleiben. Nicht, dass das dann noch als öffentliche Aufführung deklariert wird oder so was in der Art. Dann wären wir schließlich wieder bei dem anderen Thema.

Gott, was hab’ ich derzeit einen Hass auf den Sauhaufen. Liegt vermutlich daran, dass ich viel Zeit hatte in den letzten Nächten auf YouTube zu stöbern, aber gefühlt 99% der Sachen NICHT ANSCHAUEN KONNTE ohne über einen lahmen Proxy zu gehen! Unter den Umständen kann ich auch behaupten, dass über YouTube noch keiner Bands für sich entdeckt hat/eine Band erfolgreich wurde. Wenn ich keines der Videos anschauen kann, dann weiß ich natürlich nicht, ob sie mir gefällt und kann kein Fan werden.

*atmet mehrfach tief durch soweit es seine Bronchien zulassen* Bis Montag! Und wenn ihr noch weitere Trailermusik-Firmen kennt, die ihre Werke separat veröffentlichen, dann ab in die Kommentare mit der Info. Will haben!

PS: Morgen früh ist es soweit. VDSL ich komme!

Sicarius

Eine Reise zum Mond

Ja sind wir denn hier auf dem Mond, oder was? Die Steuerung von diesem komischen Ding ist total schwammig und träge. Die Reaktionszeit ist abartig hoch und wenn ich aufhöre die Düsen zu betätigen, dann fliegt das scheiß Ding trotzdem noch gefühlte 2 Stunden in die gleiche Richtung weiter. Wer hat den diesen Blödsinn programmiert?!

Besucher D: Pssst, Sicarius. Nur so als Info: Du bist in diesem Spiel tatsächlich auf dem Mond. Deswegen heißt es doch auch Lunar Flight: Der Mondlandefährensimulator.

Cover von Lunar Flight: Der MondlandefährensimulatorTatsächlich? Oooh. Ähhm… ja… Was wollte ich sagen? Ach genau: Headup Games Publishing hat sich mal wieder einen erfolgreichen Indie-Titel geschnappt und bringt ihn nächste Woche (21.02.2012) in den stationären Handel. Und wie so oft, hat Headup Games mir vorab ein Testmuster zur Verfügung gestellt. Veröffentlicht wurde Lunar Flight allerdings schon vor über einem Jahr (07.01.2012), hat aber eine solide Fangemeinde gesammelt und erhält immer noch Updates. Bis Ende Februar soll beispielsweise noch Version 1.7 erscheinen, der unter anderem einen Mehrspielermodus einfügt.

Rein ins kalte All

Wie der Name schon andeutet, handelt es sich bei Lunar Flight um einen Flugsimulator im Weltall. Entsprechend hoch ist auch der Anspruch, wenngleich für den “normalen” Spieler durchaus einige Zugeständnisse gemacht wurden. So lässt sich eure Fähre ganz gut sowohl mit Tastatur (WASD und Pfeiltasten) bedienen als auch mit einem Gamepad (Vorteil: ihr könnt den Düsenschub ohne zusätzliches Tastendrücken bestimmen). Was aber nicht bedeutet, dass ihr sofort einsteigt und ratzfatz die Ränge hochsteigt. Es gibt nicht umsonst ein Achievement dafür, dass ihr eure Fähre zerstört und das auf Steam mit 84,6% den ersten Platz belegt.

Ein Tutorial im Spiel? Vergesst es. Der Button führt euch zu einer Flugschule auf der Webseite des Herstellers. Und selbst das gedruckte Handbuch ist nur marginal nützlich. Zumal es keine deutsche Übersetzung gibt. Sprich im Handbuch lest ihr die deutschen Begriffe, im Spiel selbst erwarten euch jedoch nur englische Wörter. Immerhin gibt es einen “Übungsmodus” in dem ihr unendlich viel Treibstoff habt und zumindest da etwas spielen könnt. Mit Patch 1.7 sollen jedoch unterschiedliche Einstellungsmöglichkeiten kommen (kein Treibstoffverbrauch, Unverwundbarkeit und so Zeugs), wenngleich ihr dann vermutlich aus der Onlinerangliste rausfallt.

Dodal anspruchslos!

Was Lunar Flight vor allem so schwer macht, ist die realistische Simulation der Mondphysik. Wie anfangs erwähnt, bleibt ihr eben nicht gleich stehen, wenn ihr aufhört den Schub zu drücken. Stattdessen werdet ihr durch die Trägheit. Eine Fehlbedienung und ihr dreht und rollt unkontrolliert durch die Gegend, schrammt gegen Steine oder verfehlt euer Ziel bestenfalls um Kilometer. Und da setze ich noch voraus, dass ihr nicht in Panik geratet und plötzlich nicht mehr wisst welche Taste jetzt eigentlich was macht. Nach rund 90 Minuten habe ich es immerhin geschafft in aufrechter Position, ohne Zeitlimit und mit ausreichend Resttreibstoff im Tank alle vier Basen auf der ersten Karte anzufliegen. Insgesamt gibt es vier Maps, die ihr aber anscheinend erst nach und nach freischalten müsst. Drei davon spielen auf dem Mond und die letzte als Hommage an Curiosity auf dem Mars.

Der Mars ist übrigens dann noch ein komplett anderes Thema. Im Optionsmenü gibt es nämlich den Punkt “Mars Weather” und die Gravitation ist dort natürlich auch anders. Da müsst ihr die Fähre wohl bewusst drehen, um genug Treibstoff für eure Reisen zu haben. So erwarten euch beispielsweise Time Trials, in denen ihr so schnell wie möglich von Punkt A zu Punkt B gelangen müsst, Transportaufträge (sammle Container auf und bringe sie wo hin), Erkundungsmissionen (fliege hier und dort hin und scanne die Umgebung) und dergleichen. Alle übrigens zufallsgeneriert, aber eine Geschichte habt ihr bei diesem Spiel hoffentlich sowieso nicht erwarten. Dank der coolen Musik (mit auf der DVD) sowie ständiger und vermutlich auch wieder realistischer Funkkommunikation im Hintergrund (hat nichts mit euch zu tun und ist auch nicht sehr dominant) wird aber auch so eine nette Atmosphäre auf der grafisch zwar gutaussehenden aber natürlich äußerst kargen Mond- und Marslandschaft erzeugt.

Herstellerbild zu Lunar Flight: Der MondlandefährensimulatorDurch das Erfüllen der Missionen erhaltet ihr Geld und Erfahrungspunkte. Letzteres lässt euch im Rang aufsteigen und ermöglicht euch den Zugang zu besseren Upgrades, beispielsweise ein effizienteres Triebwerk, die ihr dann mit eurer hart verdienten Kohle einkauft — solltet ihr nicht vorher alles für Treibstoff und Reparaturen ausgegeben haben. Ja: Es gibt auch ein realistisches Schadensmodell und glaubt ja nicht, dass die Füße an eurer Fähre nur zur Show da sind. Die scheiß Dinger bleiben überall hängen, wenn ihr nicht hoch genug fliegt. Dann fallt ihr bestenfalls um, verliert aufgrund von Beschädigungen tonnenweise Treibstoff, euer Antrieb setzt ständig aus und die ganze Angelegenheit wird plötzlich noch anspruchsvoller. Oder ihr setzt eure Fähre zurück und bezahlt dafür 1.500 Dollar. Wie gesagt: Nicht ganz einfach das Ganze und da habe ich euch noch gar nicht erzählt, wie ihr eigentlich die ganze Welt seht.

Eyefinity anyone?

Standardmäßig bräuchtet ihr nach dem Start vermutlich ein Setup mit AMDs Eyefinity und vier Bildschirmen, besser noch mehr. Auf dem einen sehr ihr die Außenkamera der verschiedenen Außenposten auf dem Planten, rechts davon erwartet euch die Cockpitansicht, auf der man meiner Meinung nach GARNICHTS von der Spielwelt erkennen kann. Ihr braucht sie aber, um die ganzen Informationen (Höhe, Winkel, Treibstoff und so Zeugs) zu erhalten, mit denen ihr überhaupt erst wisst, wohin sich eure Fähre bewegt und wie es ihr geht. Glücklicherweise lässt sich diese Fenster in eine Egosicht umschalten ohne das Ganze (nur teilweise anklickbare) Cockpit.

Unten links erwarten euch hingegen die ganzen anderen Infos (Mission, Fracht, Karte) sowie die Möglichkeit das Schiff von oben zu zeigen. Ohne kriegt ihr keine Landung hin. Und rechts sehr ihr euer Gefährt von hinten. Die Ansicht, die ich am meisten benutze, da ich hier besser abschätzen kann wie hoch ich bin, welche Richtung ich fliege und vor allem welche Düse ich gerade betätige. Wenn euch der viergeteilte Bildschirm nervt, dürft ihr jeden einzelnen als Hauptansicht aktivieren und den Splitscreen so beenden.

Bagdadsoftware meint: Lunar Flight: Der Mondlandefährensimulator ist definitiv mal was anderes und vor allem kein typischer “Simulator”-Rohrkrepierer. Stattdessen funktioniert das Spiel in seiner aktuellen Version und bewegt sich ganz gut auf dem schmalen Grat zwischen erschlagender Komplexität und Spielspaß. Anders als bei einem der Digital Combat Simulator von Eagle Dynamics braucht ihr nicht erst ein 300 Seiten starkes Handbuch, um überhaupt zu wissen wie der Motor angeht.

Ja, ihr werdet zu Beginn eure Fähre mehrfach (unabsichtlich) zerstören und wer einen Action-Titel sucht ist hier logischerweise auch verkehrt. Aber hat man erst einmal die Fähre ein wenig im Griff und den ersten erfolgreichen Basentransfer abgeschlossen, ist es ein schönes Gefühl das zum Weitermachen motiviert. Es ist somit vielleicht keine 20 Euro (Ladenversion), aber für derzeit 10 Euro auf Steam oder beim nächsten Indie/Steam Sale auf jeden Fall einen Blick für alle wert, die nicht von Simulationen grundsätzlich abgeschreckt werden und vor allem bereit sind sich in die Sache hineinzuarbeiten.

Bis Donnerstag! Ich leg mich jetzt ins Bett. Ich hab’ mir wohl eine Erkältung eingefangen. Finde ich mal wieder total super.

PS: Noch 4 Tage! Wenn alles klappt (und ich nicht mit einer tropfenden Nase vor der Kamera sitzen muss), erwartet euch am Montag an dieser Stelle kein langer Text :smile: .

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