Sicarius

Konflikte

Gestern Abend hatte ich Besuch von einer führenden Persönlichkeit (*schleim*) des TSV Rottenbergs Abteilung Volleyball um kräftig an der Homepage zu arbeiten (was wir natürlich auch getan haben – also schaut euch ruhig mal wieder um) aber interessanter sind so die nebensächlichen Dinge, die dabei rausgekommen sind. Dies fing schon mit dem allerersten Kommentar an, als sie sich in meinem Zimmer niedergelassen hatte: „Ist dies DAS IKEA-Regal?“.

Genau, sie ist Mitleserin auf Bagdadsoftware.de und hat sich auch ordentlich mit der Seite beschäftigt, was sich so raus hören konnte. Finde ich natürlich klasse allerdings meinte sie auch, dass sie sofort das Lesen aufhört, wenn sie merkt, dass es um Spiele geht. Sie meinte, sie hat keine Ahnung davon und deshalb interessiert sie das nicht. So Sachen wie das IKEA-Regal oder mein Auto hätte sie aber gelesen, weil sie da eben mitreden kann. Eine völlig verständliche Reaktion natürlich aber als ich ihr dann erklären wollte, was die Ziele von Bagdadsoftware.de sind, nämlich viel Information mit gelegentlichem Smalltalk (ja, über das „gelegentlich“ kann man streiten :D ), meinte sie dann noch: „Information für eine kleine Zielgruppe.“

Da war ich natürlich Baff und brachte nur ein „Gamer“ raus. Der folgende Blick sagte mir schon deutlich: „Ja, die! Das sind doch nur 1% in Deutschland!“. Danach wurde nicht mehr über Bagdadsoftware.de geredet. Natürlich muss ich zum Verständnis, ohne Unhöflich zu werden, noch erwähnen, dass sie ein älteres Semester ist und sie eben, wie Melotron (der allerdings jüngeren Semesters ist :D ), mehr Sport im Blut hat aber trotzdem schockiert es mich.

Klar, die „Killerspiel-Debatte“ zeigt ja auch wie ignorant nicht nur die ältere Generation dem Thema „Videospiele“ teilweise gegenüber steht aber es ist doch etwas anderes wenn da oben ein Herr namens Beckstein seine polemischen Reden schwingt weil es gut für sein Wahlergebnis ist, als wenn man plötzlich feststellt, dass Leute in der eigenen Umgebung schon auf dem Zug mitfahren. Vor allem von Personen, die wahrscheinlich selbst noch in der Mittagspause mal ne Runde Solitär zocken und sich damit selbst in die Gamer-Nische schieben.

Wie gesagt, ich verstehe voll und ganz wenn viele dort draußen mein Interesse am Gaming nicht unbedingt teilen – ich bezeichne mich ja nicht umsonst als „Hardcoregamer aus Leidenschaft und Überzeugung“ – aber zu behaupten, Gamer wären eine „kleine Zielgruppe“ finde ich doch etwas überheblich und völlig an der Wirklichkeit vorbei. Die Gamingkultur ist selbst in Deutschland mittlerweile zu groß um sie noch in Zahlen zu fassen, vor allem da ja eben alles von Gelegenheitsspielern über Gelegenheitsprofis bis hin zu Hardcoregamern dazu zählt. Seit dem Launch der Wii gilt dies mehr als je zuvor.

In diesem Zusammenhang hoffe ich wirklich, dass es Nintendo tatsächlich gelingt die Ignoranten vor die Bildschirme zu locken und ihnen die Augen zu öffnen. Aber bitte in Zukunft ohne teils ernsthafte Verletzungen oder Sachbeschädigungen, auch wenn dies die Wirtschaft außerhalb des Gaming-Sektors mit ankurbelt :). Wenn die Wii hingegen nur eine kurze Modeerscheinung bei uns bleibt, sehe ich schwarz, dass sich in den nächsten 30 Jahren, bis unsere Generation endlich an der Macht ist, irgendwas am Verständnis von Videospielen ändern wird. Und dies wäre eine sehr traurige Entwicklung.

Aber das Problem liegt wohl einfach in den Grundsätzen unserer Gesellschaft: „Wad de Bauer ned jennt, fresst er ned!“. Davon nehme ich mich auch nicht aus. Es gibt sicherlich Themen denen ich gegenüber offener sein könnte (Fußball z.B.) aber vielleicht gehört es auch einfach zum Menschsein dazu etwas störrischer durch das Leben zu gehen. Wenn jeder offen für alles wäre, wäre es wahrscheinlich langweilig und ich hätte nichts über was ich schreiben könnte :).

Es wäre auf jeden Fall schön, wenn sie sich den Eintrag durchlesen und vielleicht einen Kommentar hinterlassen würde, denn ich verstehe wie gesagt die Haltung, die viele dort draußen haben aber damit in Deutschland endlich Videospiele als legitimer Zeitvertreib in die Köpfe der Einwohner Einzug hält, bedarf es dennoch einer umfassenden Diskussion vor allem mit den Generationen vor uns. Das Erlebnis gestern Abend war nur wieder einer von vielen Gründen das Thema auf die Tagesordnung zu bringen (und natürlich ein billiges Mittel mir ein Eintragsthema zu bescheren :D ).

So setzt euch mit euren Eltern und Großeltern zusammen und diskutiert mal kräftig oder zeigt ihnen die schönen Seiten des Gaming (sie müssen ja nicht gleich Gears of War verstehen können). Und wenn ihr schon dabei seid mit euren Großeltern zu reden, fragt sie auch gleich noch umfangreich über den zweiten Weltkrieg aus, denn wir sind die LETZTE (!!) Generation, die noch diese Möglichkeit haben wird und dies ist ein verdammt großes Wissen, dass uns verloren gehen wird.

13 Kommentare

ERSTER, wie kindisch :)
Nein, im Ernst:
Mal wieder gut durchdachte und diesmal
fast fehlerfreie Arbeit. Super.
Kommen wir zu den nicht so zahlreichen Gamern…
öhm HALLO??? Mittlerweile bin ich überrascht WIEVIELE LEUTE richtige „Gamer“ geworden sind.
Auch wenn diese bei weiten nicht, mit dem Webmaster zu vergleichen sind, bin ich wirklich erstaunt WER alles zoggt.
Vorallem in der neuen „Generation“ spielen die Mädels mehr, natürlich RPGs ALLER Art.
Wirklich Hardcore wie die sich in WoW/GW/Handhelds/Konsolen auskennen…

zur TSV Seite:
Bei der Mannschafftsaufstellung vllt die
Personennamen auch in „Pyramidenform“ anordnen.

also das was jackie da gemeint hat, kann ich so jetzt nicht wirklich feststellen… Klar bei den Jungs unserer Generation (und wohl erst recht der folgenden) zockt praktisch jeder mehr oder wenige regelmäßig irgendwas. Aber bei den Mädels kann ich in meinem Bekanntenkreis da nicht viel erkennen. Abgesehen von der ein oder anderen Runde Singstar auf irgendwelchen Feiern oder das berühmte Solitair zwischendurch is da nicht allzuviel zu erkennen. Nur andersrum kann ich das teilweise bestätigen, dass z.B. in wow doch relativ viele ECHTE Frauen rumlaufen. Aber in echt hab ich so ein Exemplar noch nicht getroffen.

Bei den Jungs/Männern unserer Generation ist das nicht einmal so selbstverständlich. Das merke ich sehr stark im FiSi, wo sehr viele in den 80igern geborenen mit Games wenig bis garnix anfangen können. Teilweise sogar vollkommen aggressiv auf Games reagieren. Man könnte fast meinen, dass wir, trotz unserer Größe, immer noch eine Randgruppe darstellen.

ich ich ich!
okej ich geb zu, „mehr oder weniger regelmäßig“ ist doch’n bisschen übertrieben, aber in meiner „jugend“ hab ich doch durchaus auch gezockt.. und wenn ich nen gescheiten pc hätt oder wenigstens ne grafikkarte einbauen könnt, würd ich bestimmt auch mal wieder was anderes zoggen als tetris und co. – aber okej, deswegen extra geld ausgeben wenn doch alles andere läuft und dann am ende auch noch für’n spiel, soweit geht die liebe dann doch net.. da beschränkt sich das auf alle paar jahre mal diablo 2 zu hause *lol*

ich kenn übrigens auch zockende mädels in meinem alter, allerdings keins das auch nur annähernd richtung „hardcoregamer“ geht und an die große glocken hängen die’s normal auch net.. was das dann wieder bedeutet, da dürft ihr dann drüber diskutieren.
rondrer kennt übrigens auch eins davon, ich nenn hier jetzt aber keine namen mitten im netz :)

zockerweibchen? wer sagt denn sowas?
zockermännchen ist allerdings auch nicht viel besser..

tja, brüderchen, da überleg mal schön :)

Nach langem hin und her, habe ich mich dazu entschieden, diesen Kommentar in einem seperaten Eintrag aufzugreifen an dem ich jetzt arbeite.

Für mich stellt sich die Frage auf WAS GENAU sich das jeztt hier bezieht :)
Aber das klären wir im zugehörigen Topic

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