Sicarius

Ballernde Geister

Hand of Fate (Herstellerbild)

Wir haben dieses Jahr ja noch gar nicht über das Thema Spiele gesprochen, sehe ich. Gut, zu aktuellen Sachen kann ich weiterhin nicht viel beitragen (überfliege mittlerweile sogar nur noch die Nachrichten) und wenn man nur am Wochenende mal zum Zocken kommt, dann geht alles natürlich ein wenig langsamer. Aber: Ich habe es tatsächlich mal wieder geschafft zwei Titel bis zum Ende durchzusehen nachdem ich Grim Dawn aktuell zur Seite gelegt habe (hänge an einem Boss fest – meine Characterbuild ist zu schlecht).

Nummer eins ist Hand of Fate, über das ich euch aber schon letztes Jahr etwas erzählt hatte. Als einzige Ergänzung zu meiner damaligen Empfehlung möchte ich nur kurz auf das äußerst unzufriedenstellende Ende hinweisen. Nach dem finalen Bosskampf landet ihr nämlich fast sofort wieder im Hauptmenü. Keine umfangreiche Endsequenz, die euch vielleicht etwas mehr über die Story erzählt oder sowas. Nein, der Bösewicht ist weg und das wars. Sehr schade. Immerhin ist es kein Cliffhanger-Ende wie im zweite Spiel, dass ich endlich mal durchgestanden habe:

Cover

Call of Duty: Ghosts (2013; PC, X360, PS3, WiiU, PS4, XONE) – Das Ding kostet immer noch mehr als 25 Euro?! Activision – Ich weiß nicht, ob ich euch ob eurer Preisstabilität bewundern oder für bekloppt halten soll. Egal. Von mir gibt es für die Solo-Kampagne dieses Werks 3 von 5 Sics was vermutlich auch ein Stück weit daran liegt, dass ich seit meinem Video zu Call of Duty: Advanced Warfare anno 2014 nicht nur keinen Serienteil mehr gespielt (geschweige denn durch), sondern auch kein Call of Duty mehr gekauft hatte (Black Ops III und Infinite Warfare liegen aber vermutlich Ende der Woche im Briefkasten).

Ich war aber auch nach den ganzen anstrengenden Rollenspielen auf der Suche nach einem stupiden Shooter und diese Erwartungshaltung hat Call of Duty: Ghosts eindeutig erfüllt. Zwar wurde es am Ende ein wenig nervig (hab’s natürlich auf „Veteran“ gespielt) weil ich etwas zu häufig gestorben bin aber gelangweilt habe ich mich in den gut sechs Stunden definitiv nicht. Ich spiele sogar mit dem Gedanken mir noch die restlichen acht Achievements zu holen (dank Level Select nicht der ganz große Akt).

CoD halt

Call of Duty: Ghosts (Herstellerbild)

Nur der Cliffhanger, der geht mir massiv auf den Sack, weil es garantiert NIE eine Auflösung dafür geben wird. Bekanntlich hat sich der Titel nicht allzu gut verkauft – zumindest für ein Call of Duty. Ansonsten war es halt ein Call of Duty mit allen positiven wie negativen Aspekten: Viel Abwechslung durch regelmäßige Perspektivenwechsel (dieses Mal inkl. Hundesicht), viel Patriotismus und vor allem viele imposante aber völlig lineare Setpieces voller Action (beispielsweise eine Stadt, die überflutet wird oder ein Unterwasserausflug oder eben das finale im All). Allerdings frage ich mich schon, warum der Hund so stark im Vorfeld beworben wurde. Er kommt nämlich überraschend selten vor. Immerhin haben sie nicht das gemacht, was ich von Call of Duty definitiv erwartet hätte. Spoiler Er wurde nicht getötet. Spoiler Ende Und auch sonst wurde erfrischender Weise auf irgendwelches „Edgy“-Zeugs verzichtet. Ja, es sterben trotzdem viele und wie immer geht es um alles. Aber keine Atombomben die explodieren, Flughäfen voller Zivilisten oder so Kram.

Das Gameplay ist dabei gewohnt flüssig und die Schießereien soweit okay. Auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad plagen nur die üblichen Probleme wie sehr treffsichere Gegner aber immerhin sind die Zeiten von unendlich wiedererscheinenden Gegnern ja mittlerweile vorbei. Und auch Granaten wurden nicht ganz so viele geworfen nur weil ich aus Entwicklersicht vielleicht etwas zu lange in Deckung verbracht habe. Was ich hingegen ganz schick fand: Ihr seid fast das ganze Spiel in einer Gruppe unterwegs (dabei gibt es gar keinen Coop-Modus). Die KI-Leute rücken zwar immer nur vor, wenn ihr eine bestimmte unsichtbare Grenze überschreitet. Aber immerhin helfen sie tatsächlich dabei die Gegner auszudünnen. Das ist ja leider in vielen anderen Spielen keine Selbstverständlichkeit.

Beim Christoph meint: Ich bezweifle stark, dass sich irgendjemand von euch, der es nicht sowieso schon besitzt noch Call of Duty: Ghosts kaufen wird. Aber um im Format zu bleiben: Es ist ein Call of Duty von der schwächeren Sorte. Die Einzelspielerkampagnen der Black Ops-Teile sind immer noch um Welten besser. Wenn man sich darauf einlässt und nur eine kurze, anspruchslose Ablenkung sucht, dann macht man aber nichts verkehrt. Nachholen muss man es aber definitiv nicht, wenn man es verpasst hat.

Sonstiger Kram

Hover (Herstellerbild)

Abseits von Hand of Fate und Call of Duty: Ghosts habe ich auf dem PC endlich meinen Key für Hover erhalten. Den Titel hatte ich auf Kickstarter unterstützt aber bekam Ende Mai 2017 trotz mehrfacher Anfragen keinen Aktivierungsschlüssel (die physischen Sachen fehlen auch weiterhin). Anfang Februar habe ich mir dann gedacht: Schreib‘ nochmal eine Mail und dieses Mal kam keine 24 Stunden später auch tatsächlich eine Antwort. So manch einer bekommt ja schon bei der puren Erwähnung von Jet Set Radio (ursprünglich nur Dreamcast anno 2000) einen Orgasmus und Hover ist quasi eine Hommage dazu. Auch hier seid ihr als Rebell in einer großen Stadt unterwegs, bewegt euch hauptsächlich mit Hilfe von Parkour vorwärts und versprüht fleißig Graffiti. Alles sehr bunt und grell und anfangs sehr überwältigend (das Spiel ist sehr vertikal angelegt) aber was ich bislang gezockt habe durchaus spaßig.

Hauptsächlich beschäftige ich mich aber nun mal wieder mit Mad Max. Bin dort ja noch weit vom Ende entfernt – vom Freischalten aller Upgrades mal ganz zu schweigen. Deshalb bringen wir diesen Eintrag nun zu Ende, damit ich wieder ins apokalyptische Australien zurückkehren kann.

P.S: Kleiner Servicehinweis am Rande: Es lohnt sich die Newsletter von GOG und Humble Bundle zu abonnieren. In den letzten Monaten gab es irgendwie sehr oft kostenlose Titel dort, von denen ich ohne Newsletter nichts erfahren hätte (jage dem Zeug ja nicht hinterher). Bis gestern lief hingegen SEGAs Make War Not Love-Valentinstagsevent in der 5. Ausgabe. Da gab es auch wieder ein paar nette Sachen wie diverse DLCs oder Vollpreistitel wie Alpha Protocol und Company of Heroes in der Steamversion für Umme. Also am besten genauso hier den Newsletter abonnieren, damit ihr es nächstes Jahr nicht verpasst. Wir wollen doch schließlich alle noch mehr Titel in unserer Steambibliothek, die wir niemals spielen werden, oder? :smile:

2 Kommentare

Ich habe zuletzt Black Ops gespielt – auch lange Zeit, nachdem es erschienen ist. Natürlich habe ich den Schwierigkeitsgrad auf hoch gestellt, weil ich bei Shootern gerne etwas gefordert werden.

Ach, das war ein einziges Drama. Die Gegner ignorieren die eigenen Teamkameraden 20 Meter weiter an der Front und laufen stumpf auf den Spieler zu. Die eigenen Mitkämpfer schaffen es trotzdem nicht, daraus Kapital zu schlagen.

Irgendwann habe ich dann in einer Sequenz kapiert, dass das Spiel einfach nicht dafür gemacht ist, es auf diesem Schwierigkeitsgrad zu spielen. Es gibt quasi kein Balancing – im Gegensatz zum „alten“ Modern Warfare und Wolfenstein ist es einfach nicht dafür ausbalanciert worden.

Klar, wenn ich es bei Erscheinen für viel Geld erworben gehabt hätte, dann wäre ich vielleicht am Ball geblieben. Aber so?

Es gibt einfach keinen Grund mehr, dafür Geld auszugeben, es sein denn, man will wirklich kein Stück gefordert werden (was ja legitim auch ist). Aber selbst dann kann man bei den Preisen besser zum neuesten Teil greifen.

Ja, Veteran ist in allen CoDs eigentlich total unfairer Mist, der einen den Spass verdirbt. Dadurch, dass die Gegner nicht mehr unendlich respawnen und alle 2 Sekunden Granaten werfen ist es zwar etwas erträglicher geworden. Aber echter Spielspaß sieht anders aus als alle 20 Sekunden neu laden zu müssen, nur weil man schon wieder von irgendwo her erschossen wurde :smile: .

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