Sicarius

Und nochmal an der Heimatfront ohne einen Fußball

Homefront: The Revolution (Herstellerbild)

Der letzte DLC (Beyond the Walls) noch und ich habe Homefront: The Revolution endlich abseits des Multiplayers (Coop-Missionen aber auch Solo spielbar) komplett durch. Dürften am Ende ca. 22 Stunden sein. Meine Meinung hat sich in dieser Zeit nicht wirklich geändert. Das Moment-to-Moment-Gameplay (hauptsächlich feindliche Soldaten auf unterschiedlichste Art und Weise töten) wie es so schön heißt funktioniert und macht die meiste Zeit Spaß. Selbst die Geschichte, wenn sie denn mal vorankommt, ist okay und aufgrund des Settings interessant. Leider leidet sie extrem unter den technischen Problemen. Vor allem die hakeligen Charakteranimationen sind zum Haare raufen – vor allem wenn man sich im Vergleich Crysis 3 (2013) auf Basis der gleichen Engine anschaut.

So ned!

Das Hauptproblem von Homefront: The Revolution ist aus meiner Sicht aber schlicht und einfach, dass es rund 10 Stunden zu lang ist bzw. nicht genug interessante und abwechslungsreiche Inhalte für die volle Zeit vorhanden sind. Ja, ich höre die Kinder schon wieder im Hintergrund jammern von wegen „60€ für 8 Stunden ist viel zu viel!!!!!111“ aber ich habe lieber acht richtig intensive Spielstunden als jeweils 30 intensive Minuten umhüllt von zwei Stunden Füllmaterial.

Klar, wenn man nicht wie ich versucht (fast) alles zu machen fällt von den 20 Stunden sicherlich nochmal einiges ab. Das macht es aber nicht besser. Genauso wenig wie die Tatsache, dass euch im dritten Akt häufiger die Kontrolle entrissen wird. Mir ist klar warum – die Geschichte würde sonst nicht funktionieren. Aber das macht die vorherige Spielzeit nur noch sinnloser, wenn ich vor vollendete Tatsachen gestellt werde, nur weil es die Entwickler so wollen und keinen anderen Weg gefunden haben zum gewünschten Ergebnis zu kommen. Hätte ich selbst die Kontrolle über meinen Charakter in den Schlüsselszenen behalten dürfen, wären sie anders ausgegangen. Aber Spoiler man muss natürlich noch irgendjemanden sterben lassen, damit es auch so richtig emotional wird Spoiler Ende. Echt dämlich und so extrem viel verschenktes Potential, dass man einfach nur noch heulen könnte.

Von mir gibt es nach langem hin und her nur 2 von 5 Sics. Für den dritten Sic nervte es einfach zu sehr an allen Ecken und Enden. Von den teilweise nicht funktionierenden Achievements, über die besagten technischen Probleme bei Animation und KI bis hin zum Thema „viel zu aufgebauscht“.

Die Zusatzinhalte

Homefront: The Revolution – Beyond the Walls (Herstellerbild)

Abseits der eigentlichen Solokampagne gibt es noch wie erwähnt einen Coop-Mehrspielermodus und drei DLC. Der erste DLC The Voice of Freedom ist zwar verdammt kurz und linear, aber er konzentriert sich dabei wenigstens auf das Wesentliche und bauscht es nicht unnötig auf. Hier seid ihr mit dem Charakter unterwegs, der euch im Hauptspiel am Anfang bereit und erlebt den Weg bis zu eurer Befreiung. Im zweiten DLC, Aftermath, geht hingegen die Geschichte aus dem Hauptspiel weiter. Auch vergleichsweise übersichtlich und linear (etwas freizügiger als The Voice of Freedom) aber dafür angenehm knackig und kurzweilig. Und im 3. DLC, Beyond the Walls, wird die Geschichte endlich zum „richtigen“ Ende geführt. Den habe ich aber noch nicht durch. Erwarte aber mindestens das Niveau des zweiten DLC.

Ob die DLC tatsächlich ihren Preis wert sind, kann ich nicht abschließend beurteilen. Aber wer wirklich die komplette Geschichte erfahren will, kommt leider nicht drum herum. Das ist absoluter Mist aber leider ja heute irgendwie auch ein Standard. Andererseits haben wir ja schon festgestellt, dass sowieso nicht viele Leute den Titel gespielt haben und ihr es sicherlich mit hoher Wahrscheinlichkeit genauso wenig tun werdet.

Das Unhaltsamste

Bleibt noch der Mehrspielermodus. Viel Aktivität gibt es da logischerweise nicht (hab‘ nur vergangen Sonntag mal 2-3 Runden mit menschlichen Spielern hinbekommen) aber er ist prinzipiell auch Solo spielbar – nur entsprechend schwieriger (zusätzlich zu den bereits vorhanden drei Schwierigkeitsgraden). Als Teil des Widerstands müsst ihr verschiedene Missionen erfüllen und seid dabei mit bis zu drei menschlichen Mitstreitern unterwegs. Die Levels selbst sind Ausschnitte von Zonen aus der Solokampagne – man findet sich also relativ schnell zurecht – und bieten tatsächlich genauso viele Freiheiten, um euer Ziel zu erreichen. Zwar versucht euch das Missionsdesign dennoch an bestimmte Punkte zu lotsen, weil es nur dort wirklich weitergeht. Der Weg dazwischen steht euch aber frei und ist trotzdem unterhaltsam gestaltet durch geschickt platzierte Feindpatrouillen.

Homefront: The Revolution (Herstellerbild)

Durch das Erfüllen der Missionen (bzw. gnädiger Weise auch, wenn ihr nur Teilerfolge vor dem Ableben hinbekommt) erhaltet ihr Erfahrungspunkte und Geld. Mit den Erfahrungspunkten levelt ihr euren Widerstandskämpfer hoch und schaltet neue Fähigkeiten für ihn frei. Mit dem Geld kauft ihr Lootboxen über die ihr nach und nach alle Waffen, Waffenaufbauten und Gadgets erhaltet (die ebenso wieder verbessert werden wollen). Etwas nervig, vor allem wenn man sich im Hauptspiel schon an seine hochgerüsteten Knarren gewöhnt hat. Aber heutzutage muss ja irgendwie jeder Mehrspielermodus ein Progressionssystem haben. Unterm Strich macht die Sache aber tatsächlich Spaß – sogar Solo. Warum? Nun, weil hier wieder Punkt greift „auf das Wesentliche konzentrieren“. Ihr habt ein klares Ziel, auf dem Weg dahin habt ihr reichlich Freiheiten und nach spätestens 15-20 Minuten ist die Sache erledigt (oder ihr schon vorher gescheitert). Reduziert auf sein Core-Gameplay funktioniert Homefront: The Revolution. Ansonsten halt leider nicht.

Damit habt ihr nun vermutlich mehr über diesen Titel erfahren, als ihr jemals wissen wolltet. Aber irgendwie hat mich das Spiel nicht losgelassen (im negativen Sinne). Vermutlich, weil ich den 1. Teil so gut fand. Welches Werk ich mir als nächstes vorknüpfe weiß ich aber noch nicht.

4 Kommentare

Naja – damit wollte ich nur mein Unverständnis über dein Spielverhalten ausdrücken. Du investierst deutlich weniger Zeit insgesamt, bleibst dann aber bei so einem Spiel „am Ball“ (obwohl es soviel anderes gibt). Muss eine Art von Liebe sein, sprich: Muss man nicht verstehen (oder erklären) :wink:

Ach so bin ich schon immer :smile: . Die Stammleser wissen, dass ich einer der wenigen Menschen bin die u.a. Chaser und Puzzle Quest: Challenge of the Warlords tatsächlich komplett durchgespielt haben. In der Vergangenheit hab‘ ich es gerne auf mein“Jetzt erst Recht“-Gen geschoben (siehe Eintragsarchiv). Quasi „Ich hab‘ dafür bezahlt also spiel ichs jetzt auch verdammt nochmal durch“ :wink: . Plus ein wenig Kompeltieriusmus und journalistische Neugier (wie will man bei guten Titeln mitreden, wenn man nicht weiss was schlecht ist?).

Seh‘ grad, dass ich dazu auch schon was getippst hatte :smile: (ja, ich war die letzten 12 Jahre echt fleißig) -> https://www.beimchristoph.de/blog/2014/10/09/gejammere-die-301/

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