Am Wochenende war es mal wieder soweit. Bitte? Nein, nicht Wacken. Das war schon Ende Juli. Ich meinte die 30. Ausgabe der QuakeCon (15.8.1996) – passend zum 30. Geburtstag von QUAKE (22.06.1996) und auch noch zum 40. Geburtstag von Bethesda Softworks (28.06.1986).
Was haben die Veranstalter also für dieses Dreifachjubiläum Fantastisches aus dem Ärmel gezaubert? Den ersten Trailer zu The Elder Scrolls VI? Das 200. Re-release von The Elder Scrolls V: Skyrim? Die lang erwartete Ankündigung von QUAKE V? Ein Nightdive-Remaster von QUAKE III Arena oder zumindest QUAKE 4? Nein, nein und nochmals nein. Weder wurde was Neues angekündigt, noch gab es dieses Jahr ein Remaster von irgendwas.
Verpasste Chance
Dabei hatte Bethesda die perfekte Vorlage im Gepäck: Return to Castle Wolfenstein steht ab sofort auch für deutsche Steam- und GOG-Nutzer zum Kauf bereit. Gut vier Monate hat es nach der vorzeitigen (!) Streichung vom Index Ende März gedauert. Ungewöhnlich lange, entsprechend hatten wir alle damit gerechnet, dass uns zur QuakeCon ein Remaster erwartet. Aber es hat wohl nicht sollen sein. Vielleicht ja nächstes Jahr.
Selbstverständlich steht der Titel schon seit 2001 in meinem Regal – und zwar die ungeschnittene, amerikanische Version. Vermutlich habe ich die damals über OkaySoft bekommen, trotz der enthaltenen Symbolik. Zumindest glaube ich nicht, dass ich damals schon die Österreicher von gameware kannte. Aber egal: Ich habe Bethesda trotzdem direkt die derzeit 1,99€ hinterhergeworfen, um es in meiner digitalen Bibliothek willkommen zu heißen. Freu mich durchaus drauf, es mal wieder durchzuspielen auch, wenn es (noch) kein Remaster gibt. Zum Ausgleich haben wir ja die Modding-Szene. Genauer gesagt: RealRTCW.
Der Mod hat technisch gesehen sogar eine Steamseite. Aber zum Verfassungszeitpunkt ist diese aus Deutschland weiterhin nicht erreichbar. Die Entwickler arbeiten nach eigenen Aussagen dran, das zu ändern (Update 11.08.2026: Jetzt ist der Mod auch in Deutschland verfügbar!). Bis dahin kann man ihn über ModDB herunterladen, um den Klassiker von Gray Matter Studios auf modernen Systemen ohne technische Einschränkungen und mit der ein oder anderen Verbesserung und Erweiterung zu erleben. Dazu gehören die Prologlevel, die damals exklusiv für die Konsolenversionen (PlayStation 2 und Xbox) gebastelt wurden sowie herausgeschnittene Inhalte wie das Trainingslevel. Sprich: Solange von Nightdive Studios nichts anderes kommt, ist RealRTCW quasi Pflicht für alle, die das Spiel nochmal (oder zum ersten Mal?) erleben wollen.
MOAR QUAKE!
Doch zurück zur QuakeCon 2026: Eine Neuveröffentlichung gab es nämlich dann doch. Nach den Zusatzepisoden Dimension of the Past und Dimension of the Machine, hat MachineGames jetzt Dawn of the Machine kostenlos für QUAKE rausgehauen. 19 Level erwarten euch mit einem neuen Soundtrack, neuen Gegnern, neuen Waffen und einer tatsächlich ziemlich coolen Spielmechanik. Und zwar wechselt ihr fließend zwischen Raum und Zeit hin und her. Ja, technisch gesehen ist es ein stiller Teleporter, der aktiviert wird, sobald ihr eine bestimmte Stelle überschreitet. Aber cool ist es trotzdem.
So seid ihr einen Moment in einem modernen Industriekomplex unterwegs und schwupps befindet ihr euch plötzlich in einem alten Schloss. Wirklich eine coole Sache und ich bin durchaus gespannt, was sie aus der Mechanik im späteren Verlauf der Episode noch rausholen. Was ich nämlich bislang davon gesehen habe, fiel vollständig in die Kategorie „cool, und was noch?”. Einziger Wermutstropfen: Die Leveldesigner scheinen den Trend von Dimension of the Machine fortzusetzen und haben wohl noch riesigere Level geschaffen. Die fand ich damals durchaus verwirrend und auch ein Stück weit ermüdend. Aber wie heißt es so schön? Positiv denken! Vielleicht haben sie ja das ein oder andere in der Zwischenzeit dazugelernt.
Noch ein Update
Es gibt allerdings noch einen älteren Titel, bei dem es letzte Woche Bewegung gab: Tom Clancy’s Ghost Recon: Wildlands. Ein Titel, der mir überraschend gut gefallen hat. Vor allem nach dem doch sehr enttäuschenden Ghost Recon: Future Soldier. Wer sich den Titel übrigens mal selbst anschauen möchte: Zum 25. Jubiläum des Franchises verschenkt Ubisoft das Spiel noch bis zum 13.08.2026.
Doch zurück zu Ghost Recon: Wildlands. Das hat auch schon neun Jahre auf dem Buckel und bekam 2019 sein finales Update – zumindest hätte ich das noch letzte Woche so geschrieben. Völlig überraschend wurde nämlich mit Last Rites nicht nur ein neuer, kostenloser DLC mit sechs Missionen veröffentlicht. Im Gepäck waren ebenfalls noch einige Erweiterungen für das Hauptspiel, die sich am besten unter “Mehr Spielerkontrolle” zusammenfassen lassen. So könnt ihr euren Schwierigkeitsgrad noch gezielter einstellen und den Zustand der Welt nach Vorlieben anpassen (Wetter, Intensität der Patrouillen, etc.). Ach und die Predator-Crossover-Mission inkl. den exklusiven Gegenständen ist wieder zurück. Nachdem die Lizenz damals ausgelaufen war, wurde sie nämlich aus dem Spiel genommen. So muss das sein. Also nicht die Sache mit der Lizenz sondern, dass sie jetzt wieder drin sind.
Epilog
Angesichts meiner umfangreichen Spielebibliothek habe ich ja sowieso schon die Qual der Wahl. Aber jetzt gerade fällt es mir besonders schwer zu entscheiden. Stürze ich mich zuerst zurück in Ghost Recon Wildlands, um die neuen Inhalte zu erleben? Oder investiere ich meine Zeit doch lieber erstmal in QUAKE: Dawn of the Machine? Aber da ist halt auch noch Return to Castle Wolfenstein, das nach mir ruft. Hach, das Spielerleben ist schon schwer.
Nur ein Spiel werde ich weiterhin nicht starten: Gothic Remake. Die Patchsituation wird und wird einfach nicht besser, obwohl seitdem bereits zwei weitere Updates veröffentlicht wurden. Und ja, sie fummeln auch immer noch an der Platzierung von Gegenständen in der Spielwelt rum. Soll das mal einer verstehen…

