Sicarius

Tagebuch eines Hausherrn #40

Krass. Es ist tatsächlich schon ein dreiviertel Jahr seit dem letzten “Tagebuch-Eintrag” vergangen. Gab aber tatsächlich nichts zu berichten. Wir haben am Haus in der Zeit schließlich nichts gemacht und Handwerker kamen bislang nur der Schornsteinfeger zur jährlichen Prüfung sowie der Heizungsinstallateur zur regelmäßigen Wartung vorbei.

Das “Vorher”-Bild erspare ich euch…

Stattdessen steht bei uns 2022 ganz im Zeichen von “Aufräumen”. Sprich wir widmen uns endlich mal den “Chaos”-Ecken, die sich in den letzten sechs Jahren irgendwie angesammelt haben. Häufchen von Krimskrams, die irgendwie keinen rechten Platz gefunden haben bislang. Beispielsweise eine Kommode im Schlafzimmer auf der sich Klamotten stapelten. Der Garderobenschrank in dem man nichts mehr fand. Oder Lysandas Bastelzimmer/Katzennachtschlafplatz in dem faktisch die ganze Zeit einfach nur alles Kreuz und Quer herumlag. Sowas halt. Sind freilich noch lange nicht fertig damit aber es geht spürbar voran.

Aber auch beim Thema “Renovierungsarbeiten” passiert seit zwei Wochen wieder einiges, denn wir haben tatsächlich einen Handwerker im Haus. Ja, wir wohnen seit mittlerweile sechs Jahren in der Hütte und sind trotzdem noch nicht fertig, ich weiß. Aber Hausbesitzer werden mir zustimmen, dass das ganz normal ist. Faktisch wird man nie fertig :smile: .

Die zwei Schwerpunkte

Es ist tatsächlich schon wieder zwei Jahre her, seit wir unsere große Tiefbaumaßnahme hatten, die Gasheizung installiert und anschließend der alte Öltank abgebaut wurde. Seitdem wartete der alte Öltankraum auf seine Renovierung, um ihn zukünftig als kleines Bad sowie Lagerfläche zu nutzen. Und auch der Kellerflur war immer noch im alten Zustand mit den großen Löchern in den Wänden von den alten Abwasserrohren und der zerstörten Eingangstür zum Öltankraum – abseits von ein paar Stellen, wo ich die Raufasertapeten runtergemacht habe. Entsprechend chaotisch war (und ist noch) die Lagersituation in den anderen Kellerräumen. Konnte ja schließlich nicht so richtig auf seinen finalen Platz, da wir noch nicht wussten wo er sein wird.

Etwas mehr ein Jahr her ist hingegen die Erneuerung unserer Terrassenüberdachung. Doch auch hier gibt es noch Arbeiten zu erledigen, bevor wir die Terrasse als “fertig” bezeichnen können. Schließlich haben wir nicht umsonst das Pichu-Provisorium installiert, statt die Stelle gleich richtig zu schließen. Ein Teil der Wände muss gestrichen und der alte Vogelkäfig mal komplett überarbeitet werden.

Und genau das alles macht nun ein Handwerker für uns, weil wir ehrlich gesagt keinen Bock dazu hatten. Der hat für die restlichen Raufasertapete drei Stunden gebraucht. Für den Quadratmeter vorher habe ich mehrere Tage gekämpft (und die Wand dabei beschädigt). Da gebe ich gerne ein paar Euro für aus.

Kommunikationsprobleme

Ursprünglich hatten wir gehofft bereits letztes Jahr einen Maler/Verputzer zu bekommen. Schon als im Mai der Dachdecker die Mauer geflickt hatte, habe ich mir Angebote eingeholt und sogar eine Zusage erteilt. Leider habe ich den wohl unzuverlässigsten Handwerker im gesamten Handwerk erwischt. Das Angebot kam noch ziemlich schnell rein aber ab dann war völlige Funkstille. Auf meine E-Mails kamen überhaupt keine Reaktionen, bei Anrufen wurde man nur mit diversen Begründungen und zukünftigen Rückrufen vertröstet. Im Dezember – zugegeben schon viel zu spät, aber wir hatten es ja nicht ganz so eilig – habe ich dann die Reißleine gezogen und ihm Formal abgesagt (hat er ebenfalls nie drauf geantwortet). Stattdessen nochmal eine Runde Angebote eingeholt, einem anderen zugesagt und siehe da: Teureres Angebot aber immerhin wesentlich kommunikativer und seit mittlerweile acht Tagen tatsächlich im Haus.

In der Zeit hat er sich ausschließlich mit dem Keller beschäftigt, wird damit aber heute fertig (der Putz war an der ein oder anderen Stelle letzte Woche noch nicht trocken) und wechselt dann nach draußen. Die ToDos im Keller waren:

  • Die restliche Tapete entfernen.
  • Die alten Füllrohre für den Öltank entfernen.
  • Alle Löcher im Öltankraum und Flur verschließen.
  • Die herausgeschlagene Öffnung zum Öltankraum zu einem anständigen Türrahmen formen.
  • Den alten Wasserschaden unten an den Wänden im Treppenflur verputzen.
  • Im Treppenflur die Wände mit körnigem Putz streichen (wie im restlichen Treppenhaus).
  • Öltankraum und Kellerflur Wände und Decke weiß streichen.

Plus natürlich alles, was für diese Ziele dazu gehört. Im Öltankraum musste er beispielsweise vorher noch die flüssigkeitsabweisende Spezialfarbe mit Haftgrund überstreichen. Keller- und Treppenflur hingegen eine dünne Schicht Putz drüberziehen, um alle Unebenheiten auszugleichen. Außerdem den ein oder anderen Riss mit Gewebeband entlasten. Hört sich auf dem Papier alles nach nicht viel an aber gefaulenzt hat er definitiv nicht. War von 07:30 bis 15:30 (abzüglich Mittagspause) durchgängig beschäftigt und es gab jeden Tag Fortschritte zu sehen.

Ein schöner Keller

Mit dem Ergebnis bin ich auch absolut zufrieden. Im Prinzip hatte er aus meiner Sicht schon sein Geld verdient, als am ersten Tag mittags die Tapeten runter waren :smile: . Was er jetzt in acht Tagen hinbekommen hat, hätte uns Monate gekostet und würde nicht so gut aussehen. Das bedeutet allerdings nicht, dass wir gar nichts mehr zu tun hätten. Aufmerksame Leser werden nämlich festgestellt haben, dass ich eine Fläche der Räume noch nicht erwähnt habe: Den Boden.

Wände sind super, Boden noch nicht

Den machen wir selbst, da wir ihn wie im Werk- und Waschraum einfach nur mit Metaacryl-Fußbodenfarbe streichen möchten und das kriegen wir tatsächlich ganz gut selbst hin :smile: . Wir sehen einfach keinen Sinn darin Fliesen oder irgendeinen anderen Boden da unten zu verlegen. Es ist schließlich am Ende des Tages nur ein Keller. Entsprechend soll es einfach nur halbwegs gut aussehen und widerstandsfähig sein. Und mit der Farbe haben wir in den vier Jahren (ja, solange ist es schon her) bislang keine negativen Erfahrungen gemacht. Hält und lässt sich halbwegs gut saubermachen.

Ausblick

Den Rest der Woche wird der Handwerker dann draußen verbringen. Zumindest ist meine Hoffnung, dass er dafür nicht viel länger braucht. Ist schließlich eine logistische Herausforderung mit unseren Katzen im Allgemeinen und mit unserem Ausbrecherkönig im speziellen. Im Keller war das ja noch relativ simpel. Einfach alle im Wohnzimmer eingesperrt bzw. begleitete Überführung ins Arbeitszimmer und alles super. Aber Balu benutzt Katzenklos nicht gerne und kackt stattdessen in die Dusche und Pichu darf logischerweise keine Chance haben zur Flucht. Da er allerdings mit Katzenklos kein Problem hat, werden wir ihn vermutlich schlicht für die nächsten Tage zur Hauskatze deklarieren. Mit Balu machen wir hingegen begleitetes “aufs Klo gehen”.

Und sobald der Handwerker fertig ist, wird sofort das Pichu-Provisorium durch die finale Lösung (selbstverständlich aus Plexiglas) ersetzt. Aber dazu dann in einem kommenden Eintrag mehr.

 

Sicarius

Keine Ausbrecherkönigin

Maya ist eine echt komische Katze mit saisonal stark unterschiedlichem Verhalten. Wie gewohnt war sie den ganzen Winter drinnen. Draußen war total „iiih“. Haben wir sie mal auf die Terrasse gebracht, war ihr einziger Gedanke „WIE KOMME ICH WIEDER REIN?!“. Jetzt, wo der Frühling da ist, wird „draußen“ aber plötzlich wieder interessanter. Das äußerst sich darin, dass sie abends ihre verrückten fünf Minuten bekommt und dann rausstürmt. Dort macht sie dann eine Runde Radau (Kratzbaum hoch und runter, eine Runde durch den Garten rasen, etc.), stürmt dann wieder rein, frisst einen Happen (=Energie nachtanken), stürmt wieder hinaus und blödelt weiter rum. Eine echt komische Sache aber wenn es ihr Spaß macht und sie sich nicht weh tut ist das logischerweise okay :smile: .

Gestern ist dann das passiert:

Ja, Maya hat versucht einen auf Pichu zu machen und ist ebenfalls die Wand hochgerobbt. Im Gegensatz zu Pichu allerdings ohne Erfolgserlebnis am Ende. Die Art und Weise, wie wir jetzt die Lücke geschlossen haben, scheint quasi zu funktionieren. Auch Pichu kam in der Zwischenzeit nicht mehr wieder raus.

Ich mache trotzdem drei Kreuze, wenn wir das Provisorium endlich in Rente schicken können. Nächste Woche legt der Handwerker endlich draußen los (wird mit dem Keller vermutlich heute fertig).

Schon drei Tage hatten wir letzte Woche einen Handwerker im Haus *yay*. Und der Fortschritt im Keller sieht schon jetzt sehr gut aus. Heute geht es dann weiter. Wird vermutlich auch noch die ganze Woche brauchen für alles (Innen und Außen). Entsprechend berichte ich dann detaillierter, wenn er komplett fertig ist. Wollte nur schonmal meine Freude darüber ausdrücken, dass es nach bald einem Jahr Wartezeit endlich wieder vorangeht :smile: . Bitte? Ich hätte es ja selbst machen können? Ruhe da hinten!!!!111

/me atmet tief ein

Reden wir stattdessen heute erneut zum Thema “Videospiele”, denn ich hab’ endlich das erste Spiel auf unserer Nintendo Switch “durchgespielt”:

(Cover)

Super Mario Odyssey* (2017; NSWI) – Das “Durchgespielt” steht in Anführungszeichen, weil ich zwar Bowser besiegt habe und die Credits gelaufen sind. Aber spätestens seit Super Mario 3D Land versteckt Nintendo gerne einen großen Anteil des Spiels danach. Im konkreten Fall werden alle Welten nochmal mit Monden befühlt und ihr braucht mindestens 500 Stück, um das letzte Königreich – ein super harter Bossrush – freizuschalten. Zur Einordnung: Ich hab’ Bowser mit knapp über 200 Monden im Gepäck besiegt und habe auf meiner Reise bewusst die Levels abgesucht, bin also nicht einfach nur durchgerauscht. Es gibt entsprechend theoretisch noch so einiges zu tun. Ich werde mir das aber vermutlich ersparen, denn meine Begeisterung über das Spiel hält sich leider in Grenzen obwohl der Titel extrem gefeiert wurde (97 Punkte bei Metacritic).

Die Prämisse ist so alt wie Mario selbst: Bowser entführt Prinzessin Peach und will sie heiraten. Wie immer obliegt es Mario sie zu retten. Der Twist: Peach wurde zusammen mit Tiara entführt – einem Hutgeist. Das kann Cappy, ihr großer Bruder, natürlich nicht auf sich sitzen lassen und begleitet Mario auf seiner Verfolgung von Bowser über den Planeten und durch 14 große Königreiche hindurch (drei weitere warten nach Spielende). Mario kann Cappy werfen und so z.B. weiter entfernte Münzen einsammeln oder ihn als Waffe einsetzen statt klassisch auf den Feind draufzuspringen. Seine wichtigste Eigenschaft ist jedoch die Möglichkeit dank des Huts in die Haut von anderen zu schlüpfen. Wer also schon immer mal wissen wollte, wie es sich anfühlt ein Gumba zu sein, der ist hier vollkommen richtig.

So viel Kreativität auf einem Haufen!

Super Mario Odyssey (Herstellerbild)

Die Möglichkeit von Sachen Besitz zu ergreifen, ist DAS zentrale Element des Spiels und wird von den Entwicklern äußerst kreativ genutzt. In jedem der Königreiche erwarten euch neue Herausforderungen, die ihr nur dank den einzigartigen Fähigkeiten der dortigen Bewohnern meistern könnt. Im “Seaside Kingdom” gibt es beispielsweise wasserspritzende Tintenfische mit denen ihr in ungeahnte Höhen vorstoßen könnt. Während ihr im “Luncheon Kingdom” Feuerelementare übernehmt, um durch die heiße Suppe zu waten. Das macht das Spiel extrem abwechslungsreich sowohl spielerisch als auch optisch. Und die umgesetzten Ideen sind nicht nur zahlreich, sondern teils echt genial. Sogar 2D-Mario-Einlagen (inkl. 8-Bit-Grafik und -Musik) müsst ihr meistern und Minispiele gibt es ebenfalls.

Ziel in jedem Königreich ist es eine bestimmte Anzahl an Monden zu sammeln, um damit Marios Flugschiff – die namensgebende Odyssey – wahlweise zu betanken oder zu reparieren. Diese Monde erhält man durch das Lösen von Rätseln, das Erfüllen von Aufgaben von NPCs und logischerweise ganz klassisch durch das Meistern der vielen Platforming-Herausforderungen. Bei allem “Hut werfen” ist Super Mario Odyssey schließlich immer noch ein Jump ‘n’ Run. Und wie es sich speziell für einen Mario-Titel gehört, erwartet euch am Ende jedes Königreichs ein Bossgegner, den ihr mit drei Sprüngen auf den Kopf besiegen müsst. Warum sollte man auch eine funktionierende und prinzipiell immer noch spaßige Formel ändern?

Der Knackpunkt

Gesteuert wird Mario entweder mit einem Gamepad oder den JoyCons inkl. begrenzter Bewegungserkennung. So könnt ihr bspw. den rechten JoyCon “werfen”, um Cappy zu schleudern. Oder schütteln, um ihn im Kreis um euch herumfliegen zu lassen. Ich war und bin weiterhin kein Fan von diesem Kram. Ich hab’ gefühlt keinerlei echte Kontrolle über das was passiert. Jetzt könnte man natürlich sagen, dass mir schlicht das motorische Feingefühl fehlt und vielleicht stimmt das auch. Mein Spielerlebnis verbessert diese Erkenntnis aber nicht.

Doch selbst, wenn ich die Bewegungssteuerung ignoriere, habe ich oft das Gefühl keine präzise Kontrolle über Mario zu haben – egal ob mit Gamepad oder mit JoyCon. Einfaches Geradeauslaufen funktioniert beispielsweise überhaupt nicht. Und ja: Natürlich habe ich die Controller richtig kalibriert. Trotzdem war es jedes Mal ein Krampf über eine enge Stelle zu laufen, weil die Figur nach links oder rechts abgedriftet ist. Dazu kommt, dass die Steuerung schon an sich irgendwie völlig ungenau arbeitet. Sanfte Bewegungen des Sticks werden mit extremen Richtungswechseln belohnt, über die ich keinerlei Kontrolle habe. Sowas macht schon grundsätzlich keinen Spaß – in einem Plattformer ist es einfach nur absoluter Scheißdreck.

Super Mario Odyssey (Herstellerbild)

Dazu kommt dann noch die Kamera. Warum auch immer hatte ich extreme Probleme damit Entfernungen/Höhen abzuschätzen. Etwas, was auf dem 3DS und Super Mario 3D Land überhaupt nicht der Fall war. Wie oft ich daneben gesprungen bin, weil ich mit Mario keine Punktlandung hinbekommen habe – vor allem unter Zeitdruck – geht auf keine Kuhhaut. Das Spiel zeigt einem zwar einen Schatten an, wenn man in der Luft ist aber zusammen mit der erwähnten Empfindlichkeit der Sticks war eine punktgenaue Landung immer reine Glückssache. Zwar gibt es zahlreiche Checkpoints in den Levels. Nervig ist es trotzdem, wenn man am Ende einer schwierigen Sektion wegen so einem Scheiß neu anfangen muss. Zur Lösung des Problems habe ich die Kamera dann meist manuell parallel zu Mario eingestellt – mir quasi eine 2.5D-Ansicht erzeugt, um weiterzukommen. Nicht unbedingt Sinn der Sache, hat aber wenigstens funktioniert.

Beim Christoph meint: Von mir bekommt Super Mario Odyssey nur 3 von 5 Sics. Es hat spielerisch extrem viel zu bieten, sprüht nur so vor originellen Ideen und ist abseits des Metro Kingdom (eine hässliche, menschliche Stadt) ein richtig geniales Abenteuer, das jeder erlebt haben sollte. Aber ein Jump ‘n’ Run steht und fällt am Ende des Tages mit der Qualität der Steuerung und die fand ich buchstäblich zum Controller-gegen-die-Wand-werfen in viel zu vielen Situationen. Ja, vielleicht liegt es an mir. Möglicherweise bin ich einfach zu alt/blöd/unfähig. Fakt ist dennoch: Es hat mir meinen Spielspaß massiv kaputt gemacht und das kann ich einfach nicht schön reden. Deswegen keine fünf, sondern nur drei Sics.

Ich habe aber ja unter anderem noch Super Mario 3D World + Bowser’s Fury* und Super Mario 3D All-Stars* im Regal stehen. Mal schauen wie ich mit denen klarkomme. Dann kann ich vermutlich eindeutiger sagen, ob es einfach nur an meiner Unfähigkeit oder tatsächlich an Super Mario Odyssey lag. Ich werde euch natürlich entsprechend berichten.

PS: Lysanda möchte, dass ich unbedingt noch etwas erwähne. Und zwar haben wir vor Kurzem durch die Sendung 42 – Die Antwort auf fast alles: Sollten wir mehr träumen? bei ARTE gelernt, dass Oktopusse im Schlaf träumen und dabei unkontrolliert ihre Farbe/Muster ändern. Macht sie natürlich in dem Zustand besonders anfällig für Angreifer aber trotzdem irgendwie eine coole Sache :smile: .

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