Sicarius

20 Jahre Beim Christoph – Ein Rückblick auf Zehn davon

Der damalige Blick in die Glaskugel. (Bild von Lysanda)

Bagdadsoftware existiert noch? Check, auch wenn es mittlerweile Beim Christoph heißt. Es gibt regelmäßig neue Inhalte? Check. Die Inhalte drehen sich immer noch um Videospiele, Katzen und anderen Nerdkram? Nicht mehr ausschließlich, aber ja: Die Themen werden ebenfalls ausgiebig behandelt. Wir können also zusammenfassen: Meine vor zehn Jahren ausgesprochene Hoffnung hat sich vollumfänglich erfüllt. Glück gehabt. War aber zugebenermaßen auch nicht all zu schwer. Und damit ein herzliches Willkommen zum 1.644 Beitrag auf dieser Seite. Völlig außerhalb des Rhythmus, denn es gibt etwas zu feiern: Den 20. Geburtstag von Beim Christoph. Die Seite, die anfangs Killer’s World und danach Bagdadsoftware hieß, bevor der Webmaster endlich erwachsen wurde und einen halbwegs anständigen Namen wählte.

Ja, es sind tatsächlich schon wieder 10 Jahre vergangen und wir alle entsprechend älter geworden. Und obwohl es einem manchmal vorkommt als wäre alles erst gestern passiert: In den zehn Jahren hat sich einiges getan. Nicht nur an und auf der Seite, sondern auch im Leben des Webmasters. Zu merken war damals am 9. März 2011 davon aber nichts. Zwei Einträge die Woche hauptsächlich über Videospiele waren noch die Regel mit vergleichsweise vielen Kommentaren (816 in 2011) sowie so einigen Gastbeiträge der alten Garde namens Azzkickr, Rondrer und JakillSlavik, die euch vor allem 2012 während meines Rehaaufenthalts (der erfolgreichste Eintrag in der Geschichte der Seite) netterweise mit Inhalten versorgte. Aber die erste große Veränderung sollte tatsächlich noch 2011 stattfinden:

Im Herbst beendete ich nach etwas mehr als 2 1/2 Jahren meine redaktionelle Mitarbeit bei GamersGlobal. Völlig überraschend für die Leser (gab‘ auch nie eine Abschiedsnews) aber selbst im Nachhinein betrachtet immer noch die richtige Entscheidung – mal abgesehen davon, dass mittlerweile ein Großteil der dortigen redaktionellen Inhalte nur noch aus Videos bestehen und darauf hätte ich sowieso keinen Bock gehabt. Ich hab‘ unter anderem deshalb Jörgs Angebot ausgeschlagen eine Vorschau zu DOOM (2016) zu machen. Ich weiß, der id-Fanboy lässt sich die Chance entgehen ein Meisterwerk vorab zu spielen. Aber die Prioritäten hatten sich bei mir halt zu dem Zeitpunkt bereits grundlegend geändert. Doch erstmal zurück zu 2011:

Zu viel zu tun

Und nein, es waren nicht nur die Anonymen…

Wie ich in meinem dazugehörigen Eintrag schrieb: Am Ende des Tages hatte ich einfach zu viel Zeit für GamersGlobal geopfert, dafür keinen anständigen Lohn erhalten und eine Perspektive, dass sich das mittelfristig ändern würde gab‘ es ebenfalls nicht (Stichwort „gut bezahlte Festanstellung“). Das hat dann doch langsam aber sicher die (vielen) guten Seiten dieser Tätigkeit aufgefressen. Die vier Wochen im Mai/Juni 2011 mit dem Dreiergespann BRINK (es ist und bleibt ein genialer Mehrspieler-Shooter!), Red Faction: Armageddon (ich hatte Spaß damit) und Duke Nukem Forever (mittlerweile schon dreimal durchgespielt) und den dutzenden dazugehörigen „Hat dir jemand ins Gehirn geschissen?!“-Kommentaren (freie Interpretation von mir) gaben mir dann endgültig den Rest. Das konnte so nicht weitergehen.

Vor allem, weil auf der Arbeit der FTTH-Ausbau von Aschaffenburg an Fahrt aufnahm und ich dort dann zwei Jahre lang stellvertretender Projektleiter, Projektbüro und Mädchen für alles gleichzeitig sein durfte – mit entsprechend vielen Überstunden. Ein paar Artikel sollten 2012 zwar noch von mir bei GamersGlobal erscheinen aber rein formal war am 30.09.2011 Schluss. Das galt auch irgendwie für den Bagdadsoftware Podcast. Bis Februar 2012 erschienen weiter die monatlichen Folgen aber die Wahrheit ist, dass er bereits Ende 2011 im Sterben lag. Ich weiß bis heute nicht so richtig was ich falsch gemacht habe (abseits des Namens) oder ob mit dem Wegfall von GamersGlobal einfach nur die Mitarbeit von fremden Gästen bei mir uninteressant wurde. Vermutlich war ich einfach nur ausgelaugt und mit der Arbeit zu sehr beschäftigt, um mich anständig zu kümmern. Fakt ist: Keine neuen Gäste und nur mit meinem Freundeskreis wollte ich nicht jeden Monat eind Folge aufzeichnen. Ende 2012 war dann entsprechend ebenfalls offiziell Ende Gelände damit. Und nein: Obwohl der Podcast überraschenderweise viele Fans hatte (danke euch!), ist die Wahrscheinlichkeit einer Rückkehr dieses Formats so ziemlich bei null. Was nicht heißt, dass es nie wieder einen Podcast von mir geben könnte. Lysanda und ich haben durchaus Ideen (nur zu wenig Zeit). Aber einen über Spiele und die Spieleindustrie – höchst unwahrscheinlich.

Die nächste Phase

Bei schlechter Belichtung Packungen in die Kamera halten ftw.!

Ansonsten gibt es erstaunlich wenig zu 2012 zu sagen. Das große Highlight war die Reha Anfang des Jahres. Anschließend versank ich wieder in Arbeit aber Beim Christoph wurde weiterhin wie gewohnt zwei Mal pro Woche mit Inhalten versorgt mit Kessy als unsere Göttin der Knuddeleinheiten. Anfang 2013 kam ich (und das restliche Dorf) hingegen endlich im digitalen Zeitalter an als VDSL50 freigeschaltet wurde – und begann prompt mit Christoph spielt eine Videoserie zu produzieren. Bitte? Das würde im kompletten Widerspruch zu meinen obigen GamersGlobal-Aussagen stehen? Ja, tut es. Und das Ergebnis war entsprechend nur mäßig gut. Die Idee dahinter, Spielevideos mit etwas Mehrwert, war sicherlich ehrenhaft. Und den Unboxing-Teil finde ich weiterhin gut. Doch wir sind uns vermutlich einig (zumindest sagen es die Zuschauerzahlen), dass die Stunde Gameplay nur in den wenigsten Fällen wirklich zu gebrauchen war. Statt es richtig anzugehen hatte ich mal wieder die faule Route (=so wenig wie möglich Schneiden müssen) gewählt in dem Glauben damit dem Zuschauer etwas Gutes zu tun. Fehlanzeige. Es hätte vielleicht funktioniert, wenn ich mehr den Mund aufbekommen hätte. Aber mit Schweigen im Walde hält man nicht viele bei der Stange.

Zwei Jahre lang habe ich es am Ende zwar durchgezogen aber der Verlust hält sich aus meiner Sicht in Grenzen. Würde ich heute nicht mehr so machen und ganz anders angehen. Das bedeutet jedoch nicht, dass ich bereue es gemacht zu haben. Es war wie immer eine lehrreiche Zeit und gerade Beim Christoph erlaubt es mir ja auch mal ein bisschen zu experimentieren und meine Erfahrungen zu machen. Außerdem waren die Videos bei allem Aufwand durchaus praktisch. Ich hatte mein Eintragsthema und konnte sogar auf Vorrat produzieren. So musste ich nicht meine Autoren belästigen und hatte trotzdem ein paar Verschnaufspausen während es im realen Leben so richtig anfing drunter und drüber zu gehen.

Altes hinter sich lassen

Der FTTH Ausbau in Aschaffenburg war zwar rein formal Ende 2012 abgeschlossen (und der Betriebsrat zwang den Projektleiter und mich die angesammelten Überstunden endlich abzufeiern), die Nacharbeiten beschäftigen uns aber weiter. Hinzukam, dass ich für die interne Talentförderung ausgewählt worden war und im April 2013 dann als „Belohnung“ für ein halbes Jahr zusätzlich noch in unserer Zentrale in Bonn arbeitete. Sprich nach der doppelten Belastung 2012 mit FTTH-Ausbau Aschaffenburg und FTTC-Ausbau in meiner alten Heimat“stadt“ Gunzenbach, nun die Doppelbelastung FTTH-Ausbau Aschaffenburg und Projekt in einem englischsprachigen Team in der Zentrale. Und dann kam auch noch völlig überraschend der Umzug nach Nürnberg dazu. Es sollte der Beginn des größten Umbruchs in meinem Leben sein. Ich blieb zwar nicht einmal ein komplettes Jahr dort (zum Unmut der Vermieterin…) aber endlich hatte ich mich vom Nabel meines Elternhauses losgelöst und war auf mich allein gestellt. Der Sicarius wurde endlich erwachsen – und kaufte sich prompt eine PlayStation 3 sowie einen Esstisch voller Spiele, um das zu feiern (oder weil aufgrund des PlayStation-4-Releases nun alle ihre Konsolen verscherbelten). Und nein, er hat bislang nur einen Bruchteil davon auch nur angespielt. Wir kennen doch unseren Webmaster.

Ihr dachtet ich scherze, oder? :tongue:

Doch nicht nur im Privaten bahnte sich eine neue Zeit an. Am 26. September 2013 wurde zudem Bagdadsoftware zu Grabe getragen und stattdessen Beim Christoph ins Leben gerufen. Für die Nutzer hatte diese Änderung erstmal noch keine Auswirkungen. Im Hintergrund war ich zu diesem Zeitpunkt aber schon mit Rondrer und jesters.ice fleißg am Werkeln. Das Ergebnis wurde pünktlich zum Jahreswechsel enthüllt und gefällt mir immer noch sehr gut. Und das nicht nur optisch, sondern auch wegen dem zukunftsfähigen, technischen Unterbau auf Basis von WordPress und einer MySQL-Datenbank. Ich bleibe dadurch immer auf dem aktuellsten Stand und habe gleichzeitig (fast) unendliche Möglichkeiten die Seite nach meinen Wünschen mi t Hilfe von Plugins anzupassen ohne unbedingt Rondrer belästigen zu müssen. Das ist auch deshalb von Vorteil, weil er nach eigenen Aussagen mittlerweile keinen Schimmer mehr von PHP hat und mir sowieso nicht helfen kann :smile: .

Das letzte große Designupdate davor fand übrigens am 4. August 2008 anlässlich des 500. Eintrags statt. Wäre also theoretisch mal wieder Zeit für etwas Neues. Aber ich sehe absolut keinen Grund dafür. Die Optik finde ich weiterhin absolut Zeitlos und die Technik wird wie gesagt quasi von alleine aktualisiert.

Die Schleusen sind geöffnet

Abseits des neuen Designs blieb inhaltlich 2014 noch alles beim Alten inkl. den Videos. Es sollte aber das letzte Jahr sein in dem euch zwei Einträge pro Woche, ein fast kompletter Fokus auf Videospiele und die Bagdadsoftware NOCAs am Jahresende erwarteten. Ich hatte zwar Anfang des Jahres endlich mein langgehegtes Vorhaben in die Tat umgesetzt meine Spieleeinkäufe etwas zu reduzieren. Aber die Day-1-Käufe kamen trotzdem noch zahlreich ins Haus. Sonst hätte ich ja nichts für Christoph spielt gehabt. Bitte? Die Aussage ist völliger Quatsch? Ja, da habt ihr recht. Ich hätte selbst heute immer noch mehr als genug Material für diese Serie. Aber irgendwie muss ich mir doch meine Ausgaben schön reden :tongue: .

Die Mühlen im realen Leben drehten sich jedoch unerbittlich weiter. Schon im März war klar, dass ich Nürnberg schon wieder verlassen und es mich ins feindliche Ausland namens Hessen ziehen würde. Nur das genaue Wohin war noch offen. Mitte des Jahres stand dann fest: Im Herbst geht’s nach Darmstadt. Historiker werden in den Geschichtsbüchern zu diesem Tag festhalten: Das war der Anfang vom Ende des Webmasters und damit vom bisherigen Beim Christoph. 2015 sollte nämlich alles in sich zusammenfallen.

Radikalkur

Ja, 2015 war einiges los. Erst fiel der Donnerstageintrag weg und wurde in einem verzweifelten Versuch ihn doch noch irgendwie zu retten für Diskussionsthemen und Umfragen genutzt. Das Ergebnis war eigentlich schon im Vorfeld klar: Auf der einen Seite war die Kommentarbereitschaft aus diversen Gründen sowieso schon auf dem absteigenden Ast. Auf der anderen waren meine Vorlagen nicht wirklich geeignet, um eine tolle und ausschweifende Diskussion anzuregen. Insofern ist es schon eher verwunderlich, dass ich erst anderthalb Jahre später die ganze Sache wieder eingestellt habe. Hätte ich schon viel früher machen sollen. Vermisst werden sie bestimmt nicht. Stattdessen gab es ab Mitte 2016 erst einmal gar keinen Donnerstageintrag mehr.

Ein Selbstportrait von Lysanda

Videos produzierte ich 2015 hingegen noch drei Stück, bevor ich das Thema ebenfalls heimlich, still und leise beendete. Das hatte mehrere Gründe. Da war z.B. mein Blick aufs Konto, das durch die Umzüge, die Werkstattrechnungen (ich hätte meinen Peugeot 307 viel früher verscherbeln sollen) und den Single-Haushalt (da merkt man erstmal, was man am Elternhaus hat) zu der Zeit zugebenermaßen etwas belastet war. Ich hatte aber auch irgendwie grundsätzlich plötzlich keinen Bock mehr auf Videospiele. Als Konsequenz hatte ich tatsächlich für einige Zeit komplett aufgehört mir welche zu kaufen (abseits des einen oder anderen Kickstarters). Selbst heute schlage ich erst lange nach dem Release zu. Vorbei die Zeit der dicken Collector’s Editionen direkt zum Release.

Gleichzeitig passierte diese eine andere total unwichtige Sache, die mein Leben endgültig und vollumfänglich auf den Kopf stellen sollte und vermutlich mit zu meiner damaligen Spiele-Unlust beitrug: Lysanda. Ihr könnt hoffentlich nachvollziehen, dass ich meine Zeit lieber mit ihr verbrachte (und verbringe) als mit Videospielen. Wann und wie genau es mit uns anfing verrate ich euch weiterhin nicht. Aber kennengelernt haben wir uns, das ist kein großes Geheimnis, an meinem neuen Arbeitsplatz. Da sie zu der Zeit an der Bürotür saß, war es faktisch unmöglich die einzige Dame in ungefähr meinem Alter im Team zu übersehen :wink: . Als dann auch noch recht zügig Mitte 2015 das Thema Wohneigentum auf den Tisch kam, war es unwiederbringlich vorbei mit dem Beim Christoph wie es die Leser seit der Umstellung anno 2006 kannten.

Die neue Welt

Gesundheit, Katzen, Haus sowie ein gewisser Meilenstein waren 2015/2016 stattdessen nicht nur unsere Themen im echten Leben, sondern entsprechend auch hier auf der Seite. „Schreib‘ über das, was du weißt“ ist schließlich die Devise. Selbst die Bagdadsoftware NOCAs fielen der ganzen Sache zum Opfer, da ich selbst heutzutage nicht einmal mehr annähernd so viele verschiedene Spiele zocke, um die Kategorien gefüllt zu bekommen. Mal abgesehen davon, dass ich 2015 dank der ganzen Renovierungsarbeiten eh keine Zeit für einen mörderlangen Eintrag gehabt hätte.

Überschattet wurde der steile Aufstieg des Webmasters vom Kellerkind (das fast 30 Jahre im 1. Stock mit Balkon gewohnt hat) zum „vollwertigen“ Erwachsenen nur durch den viel zu frühen Tod unserer Göttin der Knuddeleinheiten am 8. Februar 2016. Völlig überraschend musste sie mit 13 Jahren wegen eines Magentumors eingeschläfert werden. Das war extrem traurig auch, weil ich aufgrund meines Wegzugs nicht mehr so viel für sie da war die letzten beiden Jahre ihres Lebens. Aber gut: Ganz gleich wo sie jetzt ist, ich bin mir sicher ihr geht es dort ebenfalls gut. Selbstverständlich ist Kessy unersetzlich aber zu sehen, dass statt ihrer mittlerweile fünf Vierbeiner mir Gesellschaft leisten, macht sie bestimmt ebenfalls glücklich.

Hier sind wir und bleiben wir – erstmal

War 2015 noch ziemlich chaotisch, hat sich Beim Christoph seit 2016 trotz oder gerade wegen diesem damaligen Chaos in einer Art Status Quo eingependelt – eben wie mein reales Leben. Und beides ist aus meiner Sicht absolut nicht schlimm. Im Gegenteil finde ich es auch mal gut die Errungenschaften genießen zu können und einfach mal nur zu leben. Der einzige Aufreger war 2017 erneut der Tod eines Vierbeiners als nach nur einem Jahr in unserem Haus Nica verstarb. Sie wurde einen Tag nach ihrer Zahn-OP (Forl) von einem Auto angefahren… 2018 wurden die Grundfeste der Seite hingegen nochmal kurz durchgerüttelt als das Thema DSVGO plötzlich auf dem Plan stand – mit entsprechenden Auswirkungen u.a. auch auf den Beim Christoph Jahresrückblick, da die Google-Besucherspionage weggefallen ist. Anders als viele andere Bligs, die einfach dicht machten, nutzte ich die Gelegenheit mal ein bisschen aufzuräumen, die Seite zu entschlacken und sie tatsächlich sicherer zu machen. Insofern hat es zu der Zeit zwar ein bisschen genervt, aber das Ergebnis ist aus meiner Sicht definitiv positiv und hat der Seite insgesamt gutgetan.

Sie war schon was besonderes, die Nica.

Abseits davon gibt es aber tatsächlich aus meiner Sicht in den letzten vier Jahre nichts Weltbewegendes hervorzuheben. Es hat sich schließlich nichts großartig verändert. Der Montagseintrag war und ist die neue Regel. Ja, Videospiele nehmen darin mittlerweile wieder etwas mehr Raum ein, die Inhalte sind jedoch weiterhin wesentlich diverser als früher. Und sie bestehen häufiger aus Erfahrungsberichten in Bezug auf Produkte, Dienstleistungen und das Leben im Allgemeinen ohne, dass Beim Christoph aus meiner Sicht zu einem langweiligen „Lifestyle“-Blog geworden wäre. Man mag aufgrund meiner teils ewig langen Einleitungen einen anderen Eindruck haben aber ja: Ich labbere entsprechend weniger sinnlos als früher :wink: .

Informieren (und mir einen Auslass geben) war schon immer mein Anliegen mit der Webseite (und Lysanda findet das ebenfalls praktisch) aber zumindest derzeit ist der Fokus tatsächlich vollständig darauf ausgerichtet. Liegt sicherlich unter anderem daran, dass es eben „nur“ noch montags einen vollwertigen Eintrag (mit mindestens 900 Wörtern) gibt und da will ich logischerweise möglichst immer für zumindest eine meiner Zielgruppen einen Mehrwert bieten. Der Donnerstagseintrag wurde hingegen wie erwähnt vollständig abgeschafft, da ich einfach keine Zeit mehr dafür hatte. Erst mit Einführung der Katzenmomente Mitte 2020 habe ich für den dank Lysanda einen wirklich sinnvollen Ersatz gefunden. Katzenfotos sind schließlich immer super. Wagt es nicht mir zu Widersprechen!

Zusammenfassung

Und damit ist unser kleiner Ausflug in die Vergangenheit vorbei. Es ist schon Wahnsinn, wenn ich daran denke, dass die Seite bereits 55,56% meines Lebens existiert. Ja, die ersten fünf war bekanntlich abseits des Forums nicht viel los. Aber auch diese Erinnerungen gehören selbstverständlich dazu, denn Beim Christoph begleitet mich eben nicht nur, sondern ist ein Teil von mir. Ich habe es vor zehn Jahren gesagt aber es hat sich in der Zwischenzeit nicht geändert: Die Seite spiegelt meine Interessen und Bedürfnisse wider und ist erst einmal nur mein egoistischer Gedankenablageplatz. Wenn ich euch gleichzeitig etwas bieten kann, dann freut mich das selbstverständlich.

Ich möchte aber nicht verheimlichen, dass es auch negative Punkte in den letzten zehn Jahren gab. In Bezug auf Beim Christoph gibt es weniger Inhalte als früher und es sind uns in der Zeit so einige langjährige Autoren, Kommentatoren und Leser abhandengekommen. Das hatte seine Gründe, ist aber trotzdem schade. Genauso wie ich mittlerweile hauptsächlich nur noch in den Äther hineinspreche aber nicht mehr viel zurückkommt. Aber wenn ich und damit die Seite sich verändert, warum sollte ich dann verlangen, dass bei euch – den Lesern – alles gleichbleibt? Eben. Stattdessen trotze ich den schnippischen Bemerkungen von Lysanda („Na, was ist denn das Thema heute?“) und schreibe weiterhin jeden Sonntag meinen Eintrag. Manchmal fließt er schneller aus den Fingern, manchmal geht es etwas zäher. Ist halt so. Niemand zwingt mich dazu und ich könnte es auch einfach sein lassen oder zumindest die Regelmäßigkeit rausnehmen. Ich kenne mich jedoch viel zu gut und weiß ganz genau, dass bei aller Liebe zum Schreiben genau das hinten runterfallen würde, wenn ich keinen Termindruck hätte. Und das möchte ich einfach nicht. Dafür bedeutet mir die Seite viel zu viel.

Reminiszenz

…aber bis 2031 wird noch viel Wasser den Bach runterfließen.

Ich stöbere ja grundsätzlich gerne im Archiv aber speziell im Vorfeld zu diesem Eintrag bin ich die kompletten zehn Jahre nochmal durchgegangen und habe so quasi meine eigene Entwicklung noch einmal nacherlebt. Dass ich das kann, finde ich absolut genial. Zumal es echt eine krasse Zeit war in der schon fast mehr lebensverändernde Sachen passiert sind als die zwanzig davor. Ein Tagebuch würde freilich denselben Zweck erfüllen. Aber für mich alleine denke ich als introvertierter Mensch sowieso schon genug…

Gleichzeitig bin ich logischerweise extrem stolz darauf, dass ich das nun schon zwanzig Jahre durchziehe. In der Zeit sind tausende von erfolgreichen Blogs den Bach runtergegangen und existieren, wenn überhaupt nur noch als Datenleiche im Internet. Beim Christoph ist hingegen weiterhin die Konstante. Der Fels in der Brandung, den zwar viele ignorieren, der aber trotzdem selbst Jahrhunderte später noch fest an seinem Platz steht (nur ein bisschen glatt poliert). Entsprechend ist mein Wunsch für 2031 erneut ziemlich einfach: Ich hoffe, dass es die Seite weiterhin gibt und ich sie immer noch regelmäßig mit informativen Inhalten befülle, die euch halbwegs interessieren. Bitte? Lysanda meint Weihnachten wäre auch regelmäßig. Dann halt regelmäßig und in zeitlich überschaubaren Abständen… Über welche Themen ich dann schreibe ist mir dabei schon fast egal. Videospiele und Katzen wären zwar netT aber hauptsache ich kann mein sinnloses Rumgesabbel und Gelabbere irgendwo ordentlich sortiert abladen :smile: .

Zum Abschluss möchte ich mich mal wieder bei dir bedanken, liebe Leserin und lieber Leser. Egal ob du schon seit zwanzig Jahren oder erst seit zwanzig Tagen mitliest: Danke, dass es dich gibt! Bei allem hochtrabendem Gefasel von wegen „persönlicher Auslass“, „Tagebuch im Internet“ und „meine eigene Lernplattform“, den ich seit buchstäblich Jahrzehnten immer von mir gebe: Ohne dich wäre meine Motivation meine Sonntage mit Tippen zu verbringen garantiert mittlerweile nicht mehr ganz so hoch. Ich hoffe, du bleibst Beim Christoph auch die nächsten zehn Jahre noch erhalten!

Und damit bleibt nur noch eins zu sagen: Herzlichen Glückwunsch zum 20. Geburtstag Beim Christoph und viel Glück für die nächsten 10 Jahre!

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