Da haben sich zwei gefunden!

Ich bin mittlerweile seit über vier Jahren mit Lysanda verheiratet. So ganz nachvollziehen kann ich es weiterhin nicht, dass sie es mit mir aushält – beschweren werde ich mich darüber aber natürlich nicht :tongue: . Und nein, vor 10 Jahren hätte ich definitiv nicht gedacht, dass ich diesen Satz mal schreiben würde. Wir sind aber noch nicht über den statistischen Buckel drüber. Die durchschnittliche Ehedauer liegt in Deutschland aktuell bei 14,8 Jahren und die meisten Scheidungen gibt es nach sechs Jahren. Doch das nur am Rande. Ich richte selbstverständlich meine Beziehung nicht an irgendwelchen Statistiken aus. Schon gar nicht an solchen wie “Wieviel Sex ist normal?“, bei denen ich immer froh bin zu sehen, dass bei uns scheinbar die Sache besser läuft :wink: .

Stattdessen will ich darauf zu sprechen kommen, dass sich in vielen Familien über die Jahre das ein oder andere, gemeinsame Ritual und Traditionen in den Alltag einschleicht. Das kann der Gute-Nacht-Kuss vor dem Licht ausmachen sein, das festgelegte Menü an Heiligabend oder der eine Typ von Geschenk zum Geburtstag. Lysanda schaut mich trotzdem immer schräg an, wenn ich von Zuhause erzähle wo es beispielsweise zu Heiligabend immer Lende mit Spätzle gab (die Bockwurst mit Kartoffelsalat-Esser finde ich komisch…) oder Samstagsabends häufig Bratwurst/Steak mit frischen Brötchen bzw. wenn Mama unterwegs war eine Runde KFC. Alles ist möglich und bringt eine gewisse Routine und Vertrautheit ins Leben. Und wir Menschen bevorzugen Gleichmäßigkeit und Bekanntes über allem anderen. Es ist schließlich etwas, auf das man sich verlässlich freuen kann. Es gibt aber auch viele, denen ist das auf Dauer zu langweilig. Aber ewiges Abenteuer gibt es halt nur in den Unterhaltungsmedien und bei Motivationscoaches, die sich irgendwo in der Südsee auf einer Insel filmen lassen. Bitte? Ja, ich finde diese Leute sehr fragwürdig aber egal.

Das eigentliche Thema

Bei uns scheint sich aktuell eine relativ teure, jährliche Tradition zu entwickeln. Und zwar waren wir bereits das dritte Jahr in Folge im August in Frankfurt bei Sport Tiedje. Übrigens ein Laden, den wir uneingeschränkt empfehlen können. Sehr gute (und ehrliche!) Beratung, viele Geräte zum Testen vor Ort und etwas Verhandlungsspielraum was den ein oder anderen Preis betrifft.

Der modifizierte Crosstrainer

Angefangen hat es 2018. Da haben wir dort unseren Crosstrainer gekauft. Die Wahl fiel auf den Life Fitness Crosstrainer X1 Go. Zum einen kannten wir die Marke und das Modell (in etwas teurer) aus unserem Fitnessstudio. Zum anderen war er gerade stark reduziert. Grundsätzlich ein super Gerät mit dem wir absolut zufrieden sind. Nur bei zwei Sachen mussten wir zusätzlich Hand anlegen: Er hat keine Handy/Buchablage und wir trainieren gerne Barfuß. Ersteres haben wir durch den Kauf einer Schwanenhalshalterung behoben. Dabei allerdings darauf achten, dass sie lang genug ist. Da sie sich nur unter dem Display befestigen lässt und ihr entsprechend den Hals drumherum/darüber hinweg biegen müsst, ist die Strecke vergleichsweise lang. Das Problem beim Barfuß trainieren ist hingegen, dass die Hartplastikschalen (inkl. “Antirutscheinkerbungen”) echt unangenehm sind an den blanken Füßen. Hier haben wir als Lösung eine alte Korkplatte (war allein zu glatt) aus unserem Restposten mit einer Teppichfliese verbunden und zurecht geschnitten. Funktioniert super. Müssen sie aber demnächst mal austauschen, weil der Teppich langsam aber sicher durchgelaufen ist.

August 2019 waren wir dann dort mit dem Ziel ein Trampolin zu kaufen. Auf dem Trampolin zu Schwingen hilft den Lymphkreislauf in die Gänge zu bringen. Außerdem macht es einfach Laune rum zuspringen (und ggf. ein paar Übungen zu machen). Keine Ahnung welches menschliche Urbedürfnis dabei befriedigt wird aber gefühlt hat auch jeder Nachbar ein Außentrampolin für die Kinder im Garten stehen :smlie: . Von Sport Tiedje wurden wir zu einem cardiojump Fitnesstrampolin Premium beraten. Das ist soweit ich weiß damals erst neu auf den Markt gekommen und ist preislich in einem bezahlbareren Bereich als die Markenteile von Salta, Kettler & Co. – bei angeblich gleicher Qualität. Auch hier: Wir sind absolut zufrieden. Es ist ein Trampolin, es lässt sich leicht auf- und abbauen, steht trotz einklappbarer Füße absolut stabil und bislang hat es noch keine nennenswerte Abnutzungserscheinungen. Und, besonders wichtig, es gibt für alle Bestandteile Ersatzteile. Schließlich wird irgendwann doch der ein oder andere Gummi seinen Geist aufgeben. Zubehör wie eine Haltestange für intensiveres Sprungtraining haben wir dafür aber nicht geholt.

2020

Ende Juli kam Lysanda dann erneut an und meinte: “Wollen wir uns vielleicht ein Liegefahrrad zulegen?”. Wir hatten zwar schon mein, aus einer Praxisauflösung stammendes, Ergometer im Keller aber das haben wir faktisch nicht benutzt. Der Sattel war äußerst unangenehm, die Griffe komisch und ein Ersatz bei dem alten Ding das Geld irgendwie nicht wert. Und ein Liegefahrrad deshalb, weil es logischerweise nicht ganz so anstrengend ist wie der Crosstrainer und man etwas gechillter trainieren kann – allerdings nur die Beine, die sowieso schon stärksten Muskeln im Körper. Also wieder ab nach Frankfurt und ausgiebig die dortigen Ausstellungsstücke angeschaut. Aber nein: Es steht tatsächlich nun kein neues Liegefahrrad im Keller. Wir wurden vom netten Verkäufer stattdessen umberaten.

Unser beider Ziel ist (leider) immer noch wieder abzunehmen. Trotz massiver – und mittlerweile definitiv dauerhafter Ernährungsumstellung (Low Carb, ~300g Essen pro Mahlzeit und häufig nur zwei Mahlzeiten pro Tag), fast vollständigem Verzicht auf Zucker und regelmäßigem Training fallen die Kilos irgendwie nicht wie gewünscht. Entsprechend meinte der Verkäufer, dass er uns zwar natürlich gerne ein Liegefahrrad andrehen könnte. Er meinte aber gleichzeitig, dass er aus seiner Sicht etwas Besseres für uns hat: Ein Rudergerät. Und ja, er hat uns am Ende erfolgreich davon überzeugt, dass das die sinnvollere Investition in unsere Gesundheit ist als faul auf einem Liegefahrrad unsere Runden zu drehen. So ein Rudergerät ist definitiv ein umfangreiches Ganzkörpertraining – in relativ kurzer Trainingszeit.

Der zweite Einkauf

Ja, wir haben dreckige Füße…

Bevor wir aber zum Rudergerät kommen: Wir haben zusätzlich noch eine Taurus Vibrationsplatte VT5 mitgenommen. Wir hatten die ganze Zeit schon eine geschenkte aber total billige Platte aus dem Supermarkt im Keller stehen. Sie reichte aus, um festzustellen, dass uns die Idee dahinter durchaus gefällt. Aber das kleine, viereckige Ding mit seinen dicken Noppen reichte für unsere Ansprüche einfach nicht aus. Gleichzeitig haben wir im Keller definitiv nicht den Platz für die riesigen Teile aus dem Fitnessstudio. Die Taurus VT5 bildet da den perfekten Kompromiss aus starkem Motor, der einen anständig von Fuß bis Kopf durchrüttelt, Preis und Platzbedarf. Ach und Taurus ist die Eigenmarke von Sport Tiedje. Im Bereich der Vibrationsplatten haben sie gar keine anderen Firmen im Programm :smile: .

Schon allein nur mit leicht angewinkelten Knien (nie durchdrücken!) da drauf zu stehen und sich 10 Minuten (mehr geht am Stück nicht) durchrütteln zu lassen verursacht am Anfang an einigen Stellen Muskelkater. Effektiver wird es aber natürlich, wenn ihr sie mit in euer Training einbaut. Ähnlich wie die EMS-Anzüge quasi. Ne Runde Kniebeugen, Bauchübungen, etc. pp. und schon ist die Sache noch effektiver. Der Verkäufer meinte auch, dass sie Anfangs etwas übermütig dutzende von Liegestützen darauf absolviert und danach tagelang Muskelkater hatten.

Und auch auf die Gefahr wie eine kaputte Schallplatte zu klingen: Auch mit diesem Kauf sind wir absolut zufrieden. Das Ding hat anständig Power unter dem Hintern und kommt entsprechend an alle Stellen dran während das Supermarktding gefühlt höchstens bis zur Hüfte gekommen ist. Die drei verfügbaren Programme rütteln einen anständig und abwechslungsreich in alle Richtungen durch (manueller Betrieb geht auch – inkl. Fernbedienung) und sie ist trotzdem angenehm mobil/handlich, um sie zügig mal aus dem Weg räumen zu können. Und ja: Man hat je nach Übung mächtig Muskelkater danach. Ich persönliche finde sie vor allem super als Trainingsabschluss, um den Körper nochmal so richtig zu entspannen. Diese Aussage mag erstmal keinen Sinn machen, schließlich spreche ich von Muskelkater. Aber die Vibrationen lockern natürlich auch die Muskeln bis in die Tiefe. Ein paar Dehnungsübungen dazu machen und alles ist perfekt :smile: . Lysanda hat hingegen ihr Training (z.B. 100 Kniebeugen) vom Trampolin auf die Vibrationsplatte verlegt und macht die Entspannung auf dem Trampolin.

Das Rudergerät

Das schicke Rudergerät

Kommen wir aber nun endlich zum eigentlichen Thema: Das Rudergerät. Angeblich werden beim Rudern 80% aller Muskelgruppen im Körper in Anspruch genommen und der gesamte Bewegungsapparat genutzt. Es ist somit nicht nur Kraft-, sondern auch Ausdauertraining und ist angeblich aufgrund dieser hohen Beanspruchung ebenfalls ein gutes Mittel zum Abnehmen aufgrund des Kalorienverbrauchs. Und nach den ersten Runden auf diesem Gerät muss ich sagen: Ja, ich würde sagen das stimmt. Man drückt die Bein durch, legt sich nach hinten (=Bauchtraining) und zieht kräftig mit den Armen und das alles in einer fließenden Bewegung bei der man relativ wenig falsch machen kann (Stichwort “falsche Belastung”), wenn man den Ablauf mal verstanden hat. Aber schaut euch dazu am besten Mal ein Video an. Das auf Textbasis zu erklären ist mir zu umständlich :wink: .

Wir haben uns für ein Gerät in der Farbe “Esche Natur” der Firma WaterRower aus Deutschland entschieden. Dazu gab’s noch die Smartphone-Halterung und eine Packung Chlortabletten. “Hä? Wad? Chlortabletten?!” – Manchmal bist du schon etwas schwer von Begriff, lieber Besucher. Es sagt doch schon der Name: “WaterRower”. Das Ding ist mit maximal 18l Wasser gefüllt und damit sich darin keine Algen bilden, muss man halt hin und wieder mal eine Chlortablette reinwerfen.

So real!

Überzeugt hat uns die Wasser-Variante im Gegensatz zu den klassischen Systemen, die man so aus dem Fitnessstudio kennt aus mehreren Gründen: Die Holzvariante (gibt’s auch in Edelstahl) sieht extrem schick aus und lässt sich einfach und schnell aufstellen (vorausgesetzt die Decke ist höher als 2,1m – so lang ist das Ding nämlich), um es nach dem Benutzen in die Ecke zu schieben. Nimmt dann ungefähr die Grundfläche eines Stuhls ein. Gleichzeitig ist das Wassergeräusch irgendwie cool und erzeugt das richtige “Ruderfeeling”. Das ist definitiv nicht zu verachten. Es macht den kleinen aber feinen Unterschied zwischen einem reinen Fitnessgerät hin zu einem etwas durchaus entspannendem Training! Und trotzdem ist es im Vergleich zu den anderen Metalldingern leise und angenehm. Außerdem sind die Wassergeräte wohl langlebiger und abseits der Chlortablette völlig Wartungsfrei. Der wichtigste und entscheidendste Vorteil ist aber: Der Wasserwiderstand führt zu einem natürlicherem und damit einem für die Gelenke schonendem Rudern. Die Aussage in manchen Tests, dass ihr vor jedem Training deshalb je nachdem die Wassermenge reduzieren oder erhöhen sollt ist aus meiner Sicht (und lt. Verkäufer) übrigens Schwachsinn. Ja, ihr steuert den Grundwiderstand über die Wassermenge. Aber ich sehe keinen Grund nicht einfach z.B. 17l reinzupacken und das so zu lassen. Zum ständigen rein- und rausholen ist der Tank zum einen nicht ausgestattet, zum anderen steuert ihr am Ende des Tages selbst den Widerstand. Zu anstrengend? Dann eben nicht mit 3,5m/s unterwegs sein, sondern vielleicht nur mit 3m/s.

Von oben

Ich schaffe aktuell übrigens 2km in ca. 15 Minuten – allerdings mit 3-4 Pausen (die erste nach ca. 800m). Das Ding ist nämlich extrem anstrengend (und ich scheinbar immer noch völlig untrainiert) und erfüllt damit eindeutig sein Versprechen. An der Seite ist ein kleiner Computer der euch die Distanz, die Zeit, die Schlagzahl und eben die Geschwindigkeit in verschiedenen Einheiten darstellt. Ein paar Trainingsprogramm gibt es wohl auch aber wir stellen derzeit einfach nur eine Kilometerzahl ein und versuchen die erstmal ohne Pause und mit dem richtigen Bewegungsablauf zu erreichen. Das ist schon anstrengend genug. Spielereien wie man sie von manch anderen Geräten kennt (z.B. ein Angelspiel) gibt es hier nicht aber das brauche ich auch nicht. Nur Barfuß trainieren, das geht hier nicht. Die Halterungen für den Fuß sind wieder aus Hartplastik wie auch die Schnürriemen zum Festzurren der Füße. Das schabt und tut sehr schnell weg. Aber ohne Schuhe Sport zu treiben scheint eh nicht besonders verbreitet zu sein irgendwie…

Der Zusammenbau ging sehr gut von der Hand und dauerte maximal 30 Minuten (16 Schrauben insgesamt). Das Auffüllen ist mit einem Eimer und der beiliegenden Handpumpe ebenfalls kein großes Problem (Wasserschlauch ist natürlich einfacher). Auch die Smartphone-Halterung war simpel und schnell zu montieren und verrichtet gute Dienste. So kann man trainieren und trotzdem dabei z.B. ein Video schauen – vielleicht wie jemand anderes gerade über einen See rudert :smile: . Insofern: Auch mit diesem teuren Einkauf sind wir absolut zufrieden. Es macht Spaß, ist sehr anstrengend und vermutlich ist das Training sogar effektiver als eine Stunde auf dem Crosstrainer oder so. Wir können das Teil bislang uneingeschränkt empfehlen. Bin echt froh, dass uns der Verkäufer umberaten hat.

Epilog

Jetzt müssen nur endlich die Kilos purzeln. Und im August 2021 schauen wir dann mal, was uns Neues einfallen wird. So langsam geht uns nämlich definitiv der Platz im Fitnessbereich aus…

Eine nackte Maus auf einem haarigen Mauspad

Ob ich bald mal eine neue Maus brauche? Irgendwie macht meine Logitech G9x Laser Mouse mittlerweile sehr häufig Doppelklicks, obwohl ich nur einfach klicken wollte. Speziell im Browser sehr nervig, da ein Doppelklick den Tab schließt *argh*. Andererseits: Vielleicht ist sie einfach nur voller Katzenhaare. Zumindest kam mir einiges entgegen, als ich gerade ihre äußere Hülle mal abgenommen habe. Ja, unter dem auswechselbaren, klobigen Äußeren versteckt sich tatsächlich eine für kleinere Hände geeignetere Maus. Leider lassen sich die Tasten nicht genauso einfach abmachen, um da mal den Katzenhaarbefallstatus zu prüfen. Hilft also nur reinpusten :smile: . Andererseits: Das kleine Gerät ist mittlerweile neun Jahre alt (wie die Tastatur, bei der das Lautstärkerad unter Windows 10 bis heute nicht wieder funktioniert – manchmal ist Logitech echt ein Sauhaufen). Insofern wäre es verständlich, wenn sie so langsam anfängt Macken zu bekommen. Dank Home Office ist sie ja sogar noch mehr Stunden in Betrieb als früher. Und dann quäle ich sie aktuell nach Feierabend auch noch mit diesem Titel:

 

(Cover)

Mad Bullets (2014; PC, Android, iOS, Switch) – Gleich vorweg: Einen Koop-Modus gibt es leider nur auf der Nintendo Switch. Diese neuste Version des Titels (2019) ist inhaltlich zudem signifikant anders aufgebaut als die Smartphone- und PC-Umsetzungen. So gibt es dort 60 Level mit sekundären Aufgaben (z.B. zerstöre X Kisten) inkl. Bossgegnern statt einem kontinuierlichen “Überlebe solange du kannst”-Arcademodus. Das grundlegende Spielprinzip ist aber auf allen Plattformen gleich: Es ist ein klassischer Light-Gun-Shooter angesiedelt im Wilden Westen. Denkt an House of the Dead oder Virtua Cop aber ohne jedwede Hintergrundgeschichte und einem sehr cartoonigen Look.

Ballern bis der Finger glüht!

Ihr beginnt zufällig in einer Szene (z.B. einer Wild-West-Stadt oder einem Indianerdorf) und dann geht’s los: Fast alles abschießen, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Allen voran natürlich die – rot umrandeten – Bösewichter, denn die schießen sonst zurück und wenn ihr das Projektil nicht rechtzeitig aus der Luft holt, verliert ihr einen Lebenspunkt. Alle verbraucht? Neustart. Aber Vorsicht: Die grün umrandeten Zivilisten dürft ihr logischerweise nicht abknallen. Nur wenn sie gefesselt sind, solltet ihr auf das Schloss zielen, um sie zu befreien. Im Eifer des Gefechts mitunter nicht ganz so einfach. Gemeinerweise erhöht sich die Anzahl der Schlösser im Spielverlauf sogar noch. Ach und dem Biertrinker ebenfalls nur die Gläser aus der Hand ballern, alles andere nimmt er euch übel! Abseits der sich bewegenden Ziele gibt es haufenweise Szenerieobjekte, die darauf warten von euren Kugeln getroffen zu werden. Die gelb umrandeten Kisten und Fässer enthalten Powerups wie doppelte Punktzahl oder unendlich Munition für kurze Zeit (oder gemeine Bomben, die euch Schaden), alles andere (Kürbisse, Schilder, Kakteen, etc.) ist ausschließlich dazu da die aktuelle Combo am Leben zu halten und den Punktestand ansteigen zu lassen. Schließlich geht es in Mad Bullets nur um eins: Möglichst lange zu überleben und eine neue Highscore zu erreichen. Überlebt ihr die finale Szene einer Runde, beginnt der Durchlauf schlicht sofort wieder von vorne.

Mad Bullets (Herstellerbild)

Während die Szenerieobjekte fest vordefiniert sind, erscheinen Gegner und Zivilisten zufällig. Zusätzlich folgt die Szene mehreren unterschiedlichen Verläufen. Somit ist zumindest am Anfang für etwas Abwechslung gesorgt. Anders als in den großen Vorbildern habt ihr auf den Verlauf aber keinen Einfluss. Erst am Ende werdet ihr vor eine Wahl gestellt, wohin es als nächstes geht. Lieber in die Geier-verseuchten Berge oder ein Abstecher zu einem Minigame? Dort erwartet euch beispielsweise eine Hühnerfarm mit reichlich Zielen – aber Vorsicht: In den Heuhaufen verstecken sich Ninjas! Da ist nicht nur ein schnelles Reaktionsvermögen und ein schneller Klickfinger gefragt, ihr müsst auch noch genug Kugeln im Revolver haben. Nachgeladen wird mit einem Rechtsklick. Im einfachsten Modus wird die komplette Trommel gefüllt, in anderen Spielmodi wie z.B. “Hyper” (die Spielgeschwindigkeit erhöht sich stetig) müsst ihr jede Kugel einzeln reinklicken. Ganz schön anstrengend, sage ich euch.

Abseits der Highscore-Jagd, erwarten euch in den Smartphone- und PC-Fassungen ebenfalls Bonusziele. Drei Stück sind gleichzeitig aktiv plus ein täglich wechselndes. So gilt es bei 15 Schlangen einen Kopftreffer zu landen oder eine Minute mit nur einem Lebenspunkt zu überstehen. Das Erfüllen gibt je nach Schwierigkeitsgrad der Aufgabe mehr oder weniger Sterne und genug gesammelte Sterne lassen euch im Rang aufsteigen. Dafür gibt es Geldsäcke, die ihr auch in den gelben Kisten finden könnt. Und mit denen geht es ab in den Shop, um Bonis einzukaufen. Die sind entweder dauerhaft wie beispielsweise mehr Patronenplatz im Revolver oder von temporärer Natur wie “nächste Runde schießt eine Minute lang niemand auf dich”. Diese Boni erlauben es euch dann noch länger zu überleben und noch mehr Punkte zu machen. Der ewige Highscore-Kreislauf halt :smile: .

Mad Bullets (Herstellerbild)

Beim Christoph meint: Die Entwickler werben damit, dass Mad Bullets der einfachste Shooter aller Zeiten ist. Keine Tutorials, direkt in die unkomplizierte Action. Und wo sie Recht haben, haben sie Recht. Es bietet nicht viel – am Ende des Tages ist es nun einmal “nur” ein Light-Gun-Shooter auf Schienen – aber was es bietet, ist sehr gut umgesetzt, humorvoll (“die politisch inkorrektes Wild-West-Darstellung”) und sieht super aus. Perfekt für 1, 2 oder 3 Runden zum hirnlosen Entspannen am Abend oder – wenn die ganzen schmucklosen Aim-Trainer zu langweilig werden – zum Verbessern des eigenen Reaktionsvermögens und der Zielgenauigkeit. Kann mir sehr gut vorstellen, dass es im Koop (sogar mit bis zu 4 Spielern, genug Joy-Cons vorausgesetzt!) zusätzlich eine Riesengaudi ist. Insofern: Der Markt der Lightgun-Shooter ist sehr übersichtlich und bei einem Preis von nur 2,39€ (PC) und 9,99€ (Switch) definitiv eine Kaufempfehlung. Die Smartphone-Varianten sind hingegen das übliche “Free-to-Play mit In-App-Purchases”. Wer’s mag.

Ich kann Touch-Shooter absolut nicht ausstehen. Da fühlen sich meine Finger immer relativ schnell irgendwie “abgenutzt” an *grusel*.

Themenwechsel

Apropos Smartphone und Free-to-Play mit IAP. Macht euch auf eine Hiobsbotschaft gefasst: Ich spiele weiterhin fast ausschließlich Magic: The Gathering – Puzzle Quest auf meinem iPhone. Ja, seit mittlerweile drei Jahren bin ich voll in dieser Games-as-a-Service-Spirale gefangen. Und schlimmer noch: Ich bezahle mittlerweile dafür. Die neuen Entwickler von Oktagon Games haben nämlich die Rufe (unter anderem meine) nach einem monatlichen Abo statt ausschließlich den horrenden IAP (30€ für einen neuen Planeswalker?!) erhört. Für 5,50€ (Basic) gibt es ein wöchentliches, für 16€ (Pro) bzw. 32€ (Master) ein monatliches – logischerweise jeweils mit mehr Belohnungen. Und ja, ich nutze das für 32€. Heftig, ich weiß. Solltet ihr mir tunlichst nicht nachmachen. Nieder mit den IAP! Lieber Vollpreisspiele (die leider keine Sau im Appstore kauft) statt diesem Scheiß!

7 Monate bezahl ich schon…

Andererseits: Ich will gar nicht wissen, wie viel Leute in Papier-Magic investieren bei einem Preis von 3€ pro Booster (15 Karten). Demnächst kommt das 86. (!) Set auf den Markt. Gefühlt alle drei Monate ein neues. Wer hat da überhaupt noch die Zeit ein Set anständig zu spielen, geschweige denn das Geld alles zu kaufen? Ne, da kann ich mir definitiv meine 32€ für virtuelle Karten, die von einer Minute auf die andere einfach im Äther verschwinden können, ganz gut schön reden :wink: . Das Zünglein an der Waage war jedoch, dass ich mittlerweile Teil der Gods of Theros bin. Dabei handelt es sich um eine Koalition (die Gilden von MTGPQ) und nicht nur eine normale, sondern eine der sogenannten ThePower9. Das ist eine Vereinigung der weltweit größten und erfolgreichsten Gilden des Spiels, da jede Koalition nur 20 Mitglieder haben kann (selbst GoT besteht aus 10 Unterkoalitionen).

Und um in den Events unter den Top 10 mitmischen zu können, braucht es natürlich auch einen entsprechenden Kartenpool. Ich habe mir zwar über die Jahre eine sehr gute Basis aufgebaut aber auf normalem Wege an Mythic- und Masterpiece-Karten ranzukommen ist halt echt langwierig. Da hilft das Abo extrem weiter mit seinen “Keine Dublikate”-Booster, die ich jede Woche bekomme und aus denen dann fünf Mythics/Masterpieces rausfallen. Schon schick. Außerdem habe ich seit drei Jahren meinen Spaß mit dem Titel. Da haben sich die Entwickler trotz vieler ungefixter Bugs durchaus mal ein paar Euro von mir verdient. Aber wie gesagt: Ich rede mir das alles nur schön. Ihr sollt das gefälligst nicht nachmachen, damit die Spieleindustrie endlich versteht, dass F2P-IAP einfach ein Drecksmodell ist. Und ja: Vollpreis mit IAP ist selbstverständlich noch schlimmer. Bei den “Earning Calls” von 2K und EA darf man gar nicht zuhören. Da wird einem nur schlecht, wie viel Kohle die scheffeln mit FIFA Ultimate Team und wie auch immer das Äquivalent bei NBA 2K20/2K21 heißt. Hach ja… ein bisschen besser war das Spielerleben in der Hinsicht trotz schlechterer Grafik irgendwie schon in den 90igern und Anfang der 2000er. Aber jetzt entschuldigt mich: Die nächste Runde im wöchentlichen Koalitions-Event wartet.

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