Sicarius

Ein Geständnis

Das Thema des heutigen Eintrags habe ich lange vor mir hergeschoben. Ständig überlegte ich was und vor allem wie ich es schreibe und am Ende habe ich es doch wieder verschoben. Und auch heute bin ich mir immer noch nicht so wirklich sicher, was am Ende auf dem Papier stehen wird. Ihr könnt euch jedoch sicher sein, dass es ein längerer und bildloser Eintrag wird, denn ich muss die Sache endlich in meinem Kopf als erledigt abhaken können, sonst werde ich noch verrückt.

Nein, keine Angst: Niemand ist gestorben und keiner ist plötzlich schwer erkrankt. Es ist natürlich etwas viel banaleres, aber für mich doch sehr Wichtiges. Es ist die Antwort auf die Frage: “Wann erscheint denn dein nächster Artikel?” Nun, liebe Besucher, in diesem Jahr nicht mehr und 2012 auch nicht so schnell. Warum? Weil ich seit 1. Oktober alle meine Verpflichtungen bei GamersGlobal aufgegeben habe. Nicht nur das Schreiben von Artikel, auch alles andere wie die Pflege der Datenbank oder die Planung innerhalb der Redaktion — ich rühre momentan keinen Finger mehr für die Seite. Das geht sogar so weit, dass ich GamersGlobal mittlerweile nur noch selten aufrufe (früher war es das erste, was ich morgens gemacht habe und das letzte vor dem Schlafen gehen).

Hintergründe

Bevor ich aber auf die Gründe für diesen extremen Schnitt eingehe, noch ein paar Infos dazu: Die Entscheidung wurde bereits am 1. Mai von mir gefällt und Jörg mitgeteilt. In diesem Gespräch wurde auch der 1. Oktober als entsprechender Endtermin festgelegt. Die gamescom wollte ich noch mitmachen. Abseits von ihm wusste aber absolut niemand etwas darüber. Und bis heute fand auch nur die restliche Redaktion ihren Weg in den Kreis der Eingeweihten. Der Grund dafür ist ganz einfach: Ich wollte nicht mit jedem einzelnen das Frage- und Antwortspiel spielen, sondern meine Sicht der Dinge hier auf Bagdadsoftware vorher im Ganzen darlegen. Nachteil dieser Entscheidung war jedoch, dass ich mich sehr bedeckt gehalten habe mit Antworten auf bestimmte Fragen und Feststellungen. Ich vermute, dass das vor allem für JakillSlavik durchaus frustrierend war manchmal.

Ende September war ich dann noch einmal unten in München für ein ausführliches, abschließendes Gespräch. Dort wurde auch entschieden, dass ich vorerst weiterhin offizielles Redaktionsmitglied sein werde und jederzeit die Option habe zu sagen: Jetzt kann und will ich wieder mitmachen. Was ich auch gut finde, schließlich bin ich schon seit Februar 2009 dabei (übrigens der einzige neben Jörg und Fabian), habe genauso viel Herzblut in das Projekt versenkt wie Fabian und Jörg und stehe auch immer noch voll hinter GamersGlobal. Warum also dann dieser Schritt?

Ihr werdet sicherlich verstehen, wenn ich an dieser Stelle nur einen kleinen Teil der Gründe aufführe. Ein paar Sachen geht die Öffentlichkeit schlichtweg nichts an. Aber ich finde es nur richtig, euch trotzdem darüber zu informieren und die folgenden drei Punkte sind auch die wichtigsten.

Punkt Nr. 1

Wenn ich Teil eines Projekts bin, dann stehe ich entweder voll dahinter und knie mich entsprechend rein. Oder ich lasse es einfach sein. So ist es nicht nur auf der Arbeit, so war es auch bei MobyGames und auch bei GamersGlobal — und das ist mitunter nicht nur eine Tugend, sondern auch ein Problem. GamersGlobal war von Anfang an für mich kein Hobby oder irgendein nettes Nebenprojekt. Nein, für mich war es Arbeit und so habe ich es auch behandelt. Der Vorteil für Jörg und die Seite war, dass ich mich gekümmert habe. Wo andere vielleicht nur einen Artikel abliefern und dann wieder verschwinden, bin ich dagewesen, habe hinter den Kulissen stetig gewerkelt und habe selbst den schlimmsten Zeitdruck nicht gescheut und “Ja” gesagt. Entsprechend umfangreich und gnadenlos war mein Pensum.

Dass, das auf Dauer nicht gutgehen kann, habe ich schon letztes Jahr gemerkt. Doch aus dem Vorhaben es ruhiger angehen zu lassen wurde nichts. Ich bin dafür nicht geschaffen. Im Gegenteil habe ich 2011 sogar noch mehr gemacht als in der gleichen Zeit letztes Jahr. Das Ergebnis ist vorhersehbar: Stress, Lustlosigkeit und an manchen Tagen sogar Ablehnung, weil der Spaß einfach weg ist.

Was ich so manchen Artikel vor mir hergeschoben habe, das geht auf keine Kuhhaut. Natürlich stimmte am Ende dann doch die Qualität. Aber Jörg hatte mit solchen Sachen immer wesentlich mehr zu tun, als wenn ich in Ruhe und mit anständigem Vorlauf alles erledigt habe. Klar, immer geht das sowieso nicht. Den nicht gerade kurzen Test zu Duke Nukem Forever habe ich beispielsweise in nur 48 Stunden produziert. Bei Tropico 4 waren es nicht viel mehr. Das gehört einfach dazu und ist abhängig davon, wann wir die Testmuster kriegen. Die Kunst ist es dabei die Nerven zu behalten und trotzdem noch was richtig Gutes und vor allem Fundiertes abzuliefern — was ich auch jedes Mal geschafft habe. Es gibt keinen Test, wo ich jetzt im Nachhinein sagen würde: Wenn ich da nur noch ein bisschen mehr Zeit gehabt hätte. Das ist auch mit der Grund, warum ich so oft auserwählt wurde solche Sachen zu übernehmen. Dennoch: Wenn ich mehrere Stunden vor einem weißen Blatt Papier sitze, alles im Kopf habe was ich schreiben möchte aber partout solange nichts passiert, bis die Deadline klingelt, dann läuft etwas absolut falsch und Spaß macht es dann schon mal gar nicht mehr. Und wenn man keinen Spaß mehr an der Arbeit hat, wird man krank.

Punkt Nr. 2

Dann wäre da noch der Faktor “Zeit”. Der Punkt, den ich schon mehrfach ausführlich dargelegt hatte. Wenn ich meinen gesamten Jahresurlaub nur für GamersGlobal-Aktionen verbrate, extra Gleitzeit nehme, nicht mehr aus dem Haus komme und Freunde immer mit “Tut mir leid, aber ich muss noch einen Artikel schreiben” vertrösten muss, dann läuft etwas schief. Am Anfang war ich da vermutlich etwas betriebsblind, aber 2011 beziehungsweise eigentlich schon während des Schreibens des Jahresrückblicks und dem dazugehörigen Nachdenken über meine Situation, hat irgendwo da oben in meinem Kopf etwas Klick gemacht. Ich habe endlich gesehen, wie das Leben an mir vorüber rennt und wollte dringend daran etwas ändern. Arbeit ist schließlich nicht alles. Eine Erkenntnis, die bei mir etwas länger gedauert hat.

Leider hat das mit dem Ändern, wie ich in Punkt 1 schon erwähnt hatte, nicht so ganz funktioniert. Also musste die Notbremse herhalten, damit ich mal wieder einen klaren Kopf bekomme und vor allem Zeit für mich habe. Wobei letzteres nur bedingt eintreffen wird, wie ihr im nächsten Absatz erfahren werdet. Es wird aber sicherlich schon deutlich, warum es ein kompletter Schnitt sein musste.

Punkt Nr. 3

Genauso mehrfach erwähnt hatte ich 2010 bereits, dass ich mich an einem Scheideweg befinde. Das war keine billige Floskel, sondern die Wahrheit. Aufgrund der obigen zwei Punkte musste ich mich erstmals entscheiden, wohin mein zukünftiger Weg führt. Setze ich auf die Journalisten-Karte mit einer äußerst ungewissen Zukunft und vor allem einer unrealistischen Chance in den nächsten Jahren mit einem halbwegs anständigen Gehalt fest angestellt zu werden? Oder baue ich auf meine vor 10 Jahren begonnene berufliche Karriere, in einem gefestigten und sehr gut bezahlten Job, der mir trotz allen Nervfaktoren immer noch Spaß macht und versuche dort den nächsten Schritt nach oben zu gehen? Beides gleichzeitig geht nicht.

Wie ihr euch sicher denken könnt, habe ich mich für letzteres entschieden. Gefestigt hat meine Entscheidung der Start eines umfangreichen und prestigeträchtigen Projekts zum 1. Oktober, an dem ich glücklicherweise Teil haben darf, das aber auch wieder zusätzlich Zeit verschlingt. Und meine, durchaus berechtigte Befürchtung war (und ist), dass ich dann auch in Zukunft auf der Strecke geblieben wäre, wenn ich abgelehnt hätte. Zusätzlich herrscht in der Firma derzeit eine Situation, in der engagierte junge Leute wie ich entsprechende Anerkennung erfahren und somit auch die Möglichkeit erhalten die Leiter emporzuklettern. Und obwohl Redakteur weiterhin mein absoluter Traumberuf ist — dort oben warten genauso Tätigkeiten und Herausforderungen auf mich, die ich aus Herzenslust gerne machen und denen ich mich gerne stellen würde. Nein, kein Manager oder so etwas. Das sollen andere machen Ich bin ein ausgesprochener Fachidiot und werde auf dieser Schiene auch erst einmal bleiben, aber genau da liegt wiederum eine meiner Stärken und einer der Gründe, warum ich aktuell überhaupt diese Chancen bekomme. Ich weiß, Eigenlob stinkt, aber genauso wie man sich seinen Schwächen bewusst sein sollte, um daran zu arbeiten, muss man auch seine Stärken kennen, stolz auf sie sein und sie auch nach außen präsentieren. Ansonsten wird man nur Depressiv und, fast noch schlimmer, übergangen.

Insert individual headline

Normalerweise würde ich an dieser Stelle versuchen die Situation zu relativieren. Sagen, dass ich meine Zeit bei GamersGlobal keinesfalls bereue und all das. Doch das habe ich bereits so oft geschrieben und daran hat sich auch nichts geändert. Ich gehe deshalb ganz frech davon aus, dass ihr es wisst und spare mir die entsprechenden Zeilen.

Auswirkungen

Jetzt fragt sich vielleicht der ein oder andere, was diese ganze Sache für Auswirkungen auf Bagdadsoftware haben wird. Die einfache Antwort: Prinzipiell gar keine. Es wird weiterhin zwei Einträge pro Woche und einen Podcast pro Monat geben. Das lasse ich mir vorerst nicht nehmen. Die Zeit hatte ich früher und die nehme ich mir auch heute. Schon alleine damit ich nicht komplett aus der Übung komme, aber vor allem weil ich schlicht Spaß daran habe zu schreiben und die Leute, also euch, zu informieren. Was es aber erst einmal nicht mehr geben wird, sind richtige Tests, Vorschauen und Reports. Da würde ich nicht nur Jörg in den Rücken fallen, es wäre auch der Sinn des Schnitts weg. Und nein, MobyGames werde ich auch nicht wieder frequentieren. Der Zug ist abgefahren. Auch deshalb, weil die Seite heimlich still und leise im Laufe des Jahres an GameFly Media verkauft wurde. Doch das ist ein anderes Thema.

Damit ist erst einmal alles gesagt, was ich dazu öffentlich sagen möchte. Ich hoffe ihr habt Verständnis für meine Situation, haltet GamersGlobal trotzdem weiter die Treue und widersteht außerdem der Versuchung irgendwelche wilden Verschwörungstheorien aufzustellen was meine anderen Gründe betrifft.

Ich wünsche ein angenehmes Wochenende.

Sicarius

Minecraft

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Ist es ein Vogel? Ist es ein Flugzeug? Nein, es ist die Oktober-Ausgabe des Podcast!

Ursprünglich hatte ich ja mal wieder einen Blick hinter die Kulissen angekündigt. Dann wurde jedoch ein anderes Spiel verschoben und meine gesamte Planung wurde plötzlich hinfällig, da meine Gäste nicht planmäßig die Crunchphase hinter sich lassen konnten und somit keine Zeit hatten. So blieb mir nichts anderes übrig als kurzfristig Ersatz zu suchen. Aber keine Angst: Im Januar werdet ihr voraussichtlich wieder mehr über die Entwicklung eines Videospiels erfahren.

Nun aber zurück zur Oktoberfolge: Minecraft bot sich als Thema nicht nur an, weil ich mit JakillSlavik, Rikum und Malyce drei erfahrene Spieler sofort griffbereit hatte. Sondern auch, weil bekanntlich am 18.11. mit Version 1.9 das Spiel offiziell die Betaphase verlässt. Was ist da passender als mal zu schauen, wie sich mein Spiel des Jahres 2010 so entwickelt hat. Wir werfen aber in den 42 Minuten natürlich auch einen Blick in die Zukunft und, fast noch wichtiger, versuchen in der ersten viertel Stunde den Nicht-Spielern zu verdeutlichen, warum Minecraft eigentlich so viel Spaß macht. Es soll ja noch Leute geben, die verstehen nicht, warum man sich freiwillig die vermeintlich hässliche 8bit-Grafik und -Musik antut.

Die technische Seite

Während ich inhaltlich zufrieden bin mit dem Ergebnis, auch wenn ich Rondrers kritische Stimme etwas vermisst habe, könnte die Folge technisch etwas besser sein. Mittelschweres Rauschen, ein etwas leiser Gast und ein Mitbewohner, der unbedingt nebenbei Dungeon Defenders spielen musste, dominierten die Aufnahme. Wundert euch also nicht über das Mausklicken im Hintergrund, wenn JakillSlavik gerade spricht. Wie so oft, gelang es mir nicht alles während dem Schneiden zu beheben. Das soll euch aber natürlich nicht vom Anhören abhalten. Ihr wisst doch: Ein Künstler hat immer etwas an seinem Werk auszusetzen, egal wie gut es ist :smile: . Also nicht länger zögern und den Audioplayer eurer Wahl starten!

Wie immer, freuen wir uns über euer Feedback zur Folge und eure Sicht der Dinge zum Thema auf allen Kanälen. Und wenn ihr uns über iTunes hört, wäre ich außerdem für eine Bewertung dankbar. Ich finde es ein wenig schade, dass es dort immer noch so leer ist. Seid der oder die erste, um diese Situation zu ändern!

Podcast Nr. 39 im Detail

Zu Wort kommen: Christoph “Sicarius” Hofmann, Daniel “JakillSlavik” H., Maximilian “Rikum” J., Sebastian “Malyce” C.

Technische Daten: 41:57min lang; 96kbit Qualität (Mono); 28,8 MB groß; Aufnahme mit Skype und Pamela for Skype; Editierung mit Adobe Soundbooth CS5

Musikcredits:
Intro: Brian Conrad, Sue Kasper, Justin McCormick – SimCity 2000 – Track 47 (Komplett)
Trenner: Brian Conrad, Sue Kasper, Justin McCormick – SimCity 2000 – Track 31 (Auszug)
Outro: Frank Klepacki – The Legend of Kyrandia – Pool Of Sorrow (Komplett)

Weiterführende Links:
Daniel Hentschel: ambitious deviant artist – JakillSlaviks Artportfolio
Maximilian John – Rikums Userprofil auf GamersGlobal
Sebastian Conrad – Malyce’ Userprofil bei GamersGlobal
Minecraft – Offizielle Homepage des Spiels
Offizieller GamersGlobal-Minecraft-Server – Infothread bei GamersGlobal (enthält auch die Serveradresse)
The Word of Notch – Persönlicher Blog des Minecraft-Entwicklers Markus “Notch” Persson
Minecraft Wiki – Wichtige und ständig aktualisierte Anlaufstelle voller Informationen für alle Spieler, ob alt oder neu

Sicarius

Melancholie des Winters

Hier stehe ich nun. Hoch oben von auf einem Baumstamm, der in das Tal hineinragt, blicke ich in die Ferne. Es ist ein schöner Tag. Nur wenige Wolken ziehen am tiefblauen Himmel vorüber. Obwohl ich ein kurzärmeliges Hemd trage, friert es mich in der wolligen Umarmung der Sonne nicht, deren Strahlen das verschneite Tal unter mir erhellen. Dank des klaren Wetters erkenne ich gar das Meer am Horizont und ergötze mich an der Schönheit des verschneiten Waldes auf dem braunen Berg mir gegenüber. Völlige Stille umgibt mich hier oben. Nur vereinzelt ist das Wehen des Windes zu höre, der meiner platten Frisur jedoch nichts anhaben kann.

Nach langen Minuten wende ich meine Aufmerksamkeit dem Treiben im Tal zu. Wie eine hellbraune Schlange windet sich die einzige Straße den Berg hinauf. Autos, so klein wie Ameisen fahren auf ihr hin und her. Es herrscht ein geschäftiges Treiben. Am Fuße des anderen Bergs thront hoch über dem zugefrorenen See ein schmuckloses Kraftwerk aus Sowjetzeiten. Ein funktionaler Betonklotz, der wie ein grauer Fleck auf einem weißen Kleid die Umgebung verschandelt. Rohre und Stromkabel führen willkürlich in alle Richtung davon weg. Und auf der anderen Seite des Tals steht ein riesiger, rot-weißer Empfangsmast. Er ragt so weit in den Himmel hinauf, dass seine Spitze selbst mich hier oben überragt. Vier faustdicken Stahlseilen führen von oben bis hinunter ins Tal und halten ihn aufrecht. An seinem Fuß befindet sich eine Militärbasis.

Es ist ein hässlicher Anblick.

Wut steigt in mir auf. Wut auf die Verantwortlichen, die so etwas zu lassen. Aber auch Wut auf mich selbst, der jahrelang Teil dieser Maschinerie war und als Konsument mit Schuld daran trägt, dass diese schöne Landschaft nun mit Industrie zugepflastert und ihr Anblick verschandelt wird.

Nicht zum ersten Mal springt mir die zentrale Frage in den Kopf: Wie konnte ich es nur dazu kommen lassen? Wie konnte ich jahrelang zusehen, wie die da oben einfach tun und lassen was sie wollen? Wie konnte ich nur so geblendet sein vom banalen Luxus in meinen vier Wänden, während dort draußen blühende Wälder abgeholzt wurden und dem hektargroßen Parkplatz eines Supermarkts weichen mussten? Wie konnte ich nur so blind sein?

Während ich so in Gedanken versunken dastehe, formen sich meine Hände zu Fäusten. Tief graben sich meine Fingernägel in meine Handflächen, so angespannt bin ich. Erst als ich bemerke, wie sanft warmes Blut über meine Finger fließt, erwache ich aus meinen Gedanken und löse die Verkrampfung.

Es ist Zeit etwas zu ändern.

Mit meiner linken Hand ziehe ich einen Gegenstand aus meiner Hosentasche. Ein kleines, unscheinbares Gerät. Ich richte meine gesamte Aufmerksamkeit darauf und verinnerliche seine simple Schönheit. Eine ausklappbare Antenne, eine längliche, rote Abdeckung — aus viel mehr besteht der handgroße, graue Plastikapparat nicht und doch ist er das Mittel zum Zweck mit dem sich die Welt verändern lässt. Mit der rechten Hand klappe ich langsam die Antenne aus. Ein Schnipp mit dem linken Daumen, die Abdeckung springt nach oben und offenbart den darunterliegenden Schalter.

Ich lasse die Hand wieder an meine Seite sinken, den Apparat fest umschlossen und werfe noch einmal einen Blick ins Tal. Nichts hat sich verändert an der Szenerie. Noch immer fahren die Autos vorbei an den Wachtürmen den Berg hinauf und hinab. Ignorant ihrer Umgebung gegenüber verfolgen die Fahrer ihr egoistisches Leben, immer auf den eigenen Vorteil bedacht.

Es ist Zeit sie aus ihrer Komfortzone herauszuholen.

Just Cause 2Kopfschüttelnd drehe ich mich auf dem Baumstamm um und kehre dem Tal den Rücken zu. Langsam verlasse ich meinen Aussichtspunkt. Auf halbem Weg schnippe ich erneut mit dem linken Daumen und mit einem leisen “klack” ändert der Schalter seine Position.

Einen Sekundenbruchteil später ertönt hinter mir ein Stakkato von Explosionen. Ich spüre einen plötzlichen Hitzeschub aus dem Tal aufsteigen und um mich herum versinkt erneut alles in eine tiefe Stille. Doch der Moment der Ruhe hält nicht lange an. Metall beginnt erst zu knarzen, dann zu brechen. Der Sendemast stürzt zu Boden. Ein poppendes Geräusch pflanzt sich in meine Richtung fort. Die Ölpipeline explodiert. Segment für Segment geht in Flammen auf. Dann dringt das Geräusch zusammenstürzender Betonbauten zu mir herauf. Das Kraftwerk fällt in sich zusammen. Riesige Teile fliegen den Berg hinab und durchbrechen das Eis des Sees. Dumpfe Schreie mischen sich in die Geräuschekulisse der Zerstörung bevor schrille Alarmsirenen ertönen und die Musik der totalen Vernichtung übertönen. Doch das Orchester lässt sich nicht stoppen. Der alles entscheidende Krieg hat begonnen.

Ohne einen Blick zurückzuwerfen, stecke ich den Fernzünder zurück in die Hosentasche und laufe langsam über den Berg der Sonne entgegen. Der Anfang ist gemacht, doch der Sieg liegt noch in weiter Ferne und der Weg dorthin ist beschwerlich und voller Leid. Und doch beschreite ich ihn mit stolz geschwellter Brust, denn zum ersten Mal in meinem Leben vollbringe ich Gutes.

Ich bin Rico Rodriguez. Dies ist meine Geschichte. Just Cause 2.

Sicarius

BlizzCon 2011

Das Wochenende stand ganz im Zeichen der BlizzCon 2011 und damit den drei großen Themen World of WarCraft: Mists of Pandaria, Diablo III und StarCraft II: Heart of the Swarm. Ein klein wenig vom kostenfreien Blizzard DOTA war zwar auch dabei, aber wer braucht schon NOCH ein DotA-Spiel. Das ist meiner Meinung nach noch sinnloser als das 500000. Free2Play-MMO mit Fantasysetting.

Egal ob League of Legends, Heroes of Newerth oder Dota 2 — abseits des Grafikstils und andersklingenden Heldennamen unterscheiden sich die Spiele noch weniger als FIFA 12 von FIFA 11. Zwei Teams mit normalerweise je fünf Helden, die sich über eine Karte mit drei Lanes (oben, mitte, unten) vollgestopft mit Verteidigungstürmen zum Gegner auf der anderen Seite vorarbeiten müssen, um die Basis zu zerstören. Es versteckt sich hinter allen bisherigen Vertretern das exakt gleiche Spiel mit nur minimalen Änderungen an zwei, drei Variablen. Und dann kloppen sich natürlich die einzelnen Spieler immer kräftig und verteidigen “ihren” Titel als das eigentlich wahre DotA. Da würde ich am liebsten jedes Mal schreien: “Geht doch einfach alle wieder das Original spielen!” — Wobei ich dann als Gegenfrage zu hören kriege “Das ursprüngliche Original aus StarCraft oder das kopierte Original aus WarCraft III: Reign of Chaos?”. Oh Mann, da lege ich mich lieber mit Star Wars-Fans an.

Sinnloser Einschub

Apropos: In der Blu-ray-Fassung von Star Wars – Episode IV: A New Hope schießt Han Solo zwar immer noch nicht wieder zuerst, aber man kann sich die Szene zumindest endlich wieder anschauen. Auf der DVD verkam das Ganze durch die damaligen Anpassungen zu einem bescheuerten Standbild. Jetzt wurden allerdings 10 Frames entfernt und es ist wieder annehmbar. Also zumindest für jemanden, dem die “Han shot first”-Debatte völlig egal ist.

Sexy Kerrigan

StarCraft II: Heart of the SwarmAber kommen wir wieder zurück zur BlizzCon. Der neue Trailer zu StarCraft II: Heart of the Swarm ist ganz nett, aber von allen aktuellen Blizzard-Titeln interessiert mich das noch am wenigsten. Entsprechend hing ich nicht vor dem Monitor und habe Frame für Frame angeschaut welche neuen Einheiten sich im Trailer versteckt haben. Ich freue mich “nur” auf die Einzelspielerkampagne beziehungsweise darauf zu erfahren, wie die Geschichte weitergeht. Sie mag zwar nicht äußerst tiefgründig sein, aber die Inszenierung ist eben Blizzard-typisch das, was mich an der Sache so am meisten anmacht.

Genauso wie bei Diablo III. Das Render-Intro ist wieder richtig cool geworden, auch wenn es wie immer viel zu kurz ist. Ich will endlich mal etwas Längeres aus dem Hause Blizzard *snüff*. Die Collector’s Edition wird definitiv bestellt. Da könnte man Blizzard übrigens ein wenig Einfallslosigkeit vorwerfen, schließlich sind diese Editionen seit dem Release von World of WarCraft quasi identisch. Es ist immer ein großes Hardcover-Artbook drin. Es ist immer eine Making-of-DVD dabei. Es ist immer der Soundtrack mit in der Schachtel. Es gibt immer Novelty-Ingame-Items für’s Spiel. Der einzige Unterschied ist eigentlich nur noch, welches das letzte Gimmick ist, in diesem Fall der Diablo-Schädel, in dem ihr den beiliegenden USB-Stick versenken kann. Saucool! Andererseits: Was will man auch sonst noch reinpacken? Für den Preis ist alles drin und dran, was ich mir als Käufer wünschen könnte. Und so soll es sein!

Diablo Meh

Begeisterung über das Spiel selbst hat sich bei mir jedoch immer noch nicht entfacht. Die Infos von der BlizzCon bewirken sogar eher das Gegenteil. Das klingt alles wie ein World of WarCraft nur in klein und damit nicht mehr nach Spaß, sondern nach langwieriger Arbeit. Ja, vermutlich braucht mich das meiste davon nicht einmal im Ansatz zu kümmern. Ich habe ja auch bei World of WarCraft sehr, sehr vieles einfach links liegen gelassen. Doch das Gefühl etwas zu verpassen bleibt natürlich, vor allem weil jemand wie ich niemals alles sehen könnte, selbst wenn er wollte. Und Diablo III macht auf mich eben den Eindruck, als würde es auch wieder zu einem solchen Endlosspiel werden. Mittlerweile würde es mich nicht wundern, wenn das Spiel nächstes Jahr bei mir ankommt und ich es nach dem Installieren nicht einmal starten würde. Wäre nicht das erste Mal.

Bei World of WarCraft: Mists of Pandaria ist das beispielsweise schon eine sichere Sache. World of WarCraft: Cataclysm habe ich bis heute nicht gespielt. Und auch beim nächsten Addon motiviert mich ausschließlich die Collector’s Edition zum Kauf. Natürlich wird auch World of WarCraft: Mists of Pandaria wieder ein paar coole Ideen mitbringen. Allen voran die Einführung der knuddeligen Panda-Rasse und für die neuen Quests hat sich Blizzard sicherlich auch wieder tolle neue Mechaniken einfallen lassen. Ich bin aber irgendwie nicht mehr die Zielgruppe. Weder von World of WarCraft noch von anderen MMOs. Ja, selbst von einem RIFT nicht. Mir fehlt mittlerweile schlicht die Bereitschaft mich noch einmal vollständig auf solch’ ein Spiel einzulassen, obwohl sie so Einzelspielerfreundlich sind wie noch nie. Wenn ich das aber nicht mache, dann geht der Spielspaß ratzfatz runter und es fühlt sich an wie Arbeit. Hach, wie schön wäre es, wenn es Richard Garriott’s Tabula Rasa noch geben würde. Damals hatte ich noch die Lust.

Keine Analyse

Zu diesem ganzen Thema muss ich mal eigenen Eintrag verfassen. Ich finde es schon eine, vielleicht nicht erschreckende, aber zumindest komische Entwicklung bei mir. Und ich würde schon gerne einmal länger drüber nachdenken und versuchen die Gründe dafür zu finden, warum mich nach meiner MMO-Hochzeit 2005-2009 (World of WarCraft bis Star Wars: Galaxies) diese Spiele mittlerweile so absolut kalt lassen. Nein, dass ich nicht normal bin reicht nicht als Begründung aus. Außerdem ist das ja keine neue Erkenntnis :wink: .

Zum Abschluss dieses, doch eher negativ belasteten, Eintrags noch die Frage an euch: Wie fandet ihr die Neuigkeiten von der BlizzCon 2011?

PS: Gute Neuigkeiten zum Abschluss -> Die Themen, Gäste und Termine für die restlichen drei Folgen des Bagdadsoftware Podcasts in diesem Jahr stehen fest! Den Anfang macht kommenden Montag, wenn nichts dazwischen kommt, wieder mal ein Blick hinter die Kulissen.

Sicarius

…and you can quote me on that!

It’s a Me, Mario!(1) Welcome to my world, insect.(2) Nothing more than a little shrimp-like animal, standing on its head in a limestone house and kicking food into its mouth.(3) Tell me what you eat, and I shall tell you what you are.(4) To be, or not to be.(5) Everything that has a beginning has an end.(6) Perhaps if we saw what was ahead of us, and glimpsed the crimes, follies, and misfortunes that would befall us later on, we would all stay in our mother’s wombs, and there would be nobody in the world but a great number of very fat, very irritated women.(7) We can pick the game, Niko Bellic, but we cannot change the rules.(8) Evil always finds a way.(9) But I don’t want to walk among mad people.(10) Madness…? This is Sparta!(11) We met a long time ago in Sparta. Before the war.(12) War. War never changes.(13) The more things change, the more they are the same.(14) Any intelligent fool can make things bigger and more complex… It takes a touch of genius – and a lot of courage to move in the opposite direction.(15) Power, sex. Sex, Power. They both come down to one thing – fucking others.(16) Sex is not the answer. Sex is the question. “Yes” is the answer.(17) Noooooo.(18) Can’t you do better than that! I’ve seen worms move faster. (19) In a perfect world you should already be dead!(20) A man chooses, a slave obeys.(21) The moment the slave resolves that he will no longer be a slave, his fetters fall. Freedom and slavery are mental states.(22) Freedom’s just another word for people finding out you’re useless.(23) Computers are useless. They can only give you answers.(24) I think it’s fair to say that personal computers have become the most empowering tool we’ve ever created. They’re tools of communication, they’re tools of creativity, and they can be shaped by their user.(25) I fight for the users.(26) Too Bad! You are gonna die!(27) Give me names, I’ll give you blood.(28) 50.000 people used to live here… Now it’s a ghost town.(29) I’ll be back.(30) Don’t make a girl a promise if you know you can’t keep it.(31) The Enrichment Center promises to always provide a safe testing environment. In dangerous testing environments, the Enrichment Center promises to always provide useful advice. For instance: the floor here will kill you. Try to avoid it.(32) Yeah, it’s all fun and games until someone loses an eye.(33) Among the blind, the squinter rules.(34) And now, the end is here.(35)

(01) Mario in Super Mario 64
(02) SHODAN in System Shock 2
(03) Jean Louis Rodolphe Agassiz
(04) Jean Anthelme Brillat-Savarin in his book Physiologie du Gout
(05) Hamlet in William Shakespear’s Hamlet
(06) The Oracle in The Matrix Revolutions
(07) Lemony Sniecket in his novel A Series of Unfortunate Events – Book 13: The End
(08) Dimitri Rascalov in Grand Theft Auto IV
(09) Gnarl in Overlord II
(10) Alice in Lewis Caroll’s Alice’s Adventures in Wonderland
(11) King Leonidas in 300
(12) Xena in Xena: Warrior Princess (Season 1, Episode 12)
(13) Ron Perlman in Fallout
(14) Alphonse Karr in Aristophanes‘ The Wasps
(15) Albert Einstein
(16) Geralt in The Witcher
(17) Swami X
(18) Darth Vader in Star Wars Episode III: Revenge of the Sith and Star Wars Episode VI: Return of the Jedi
(19) Farmer in Outlaws
(20) Duke Nukem in Duke Nukem 3D
(21) Andrew Ryan in BioShock
(22) Mahatma Ghandi
(23) Dilbert in Freedom’s Just Another Word for People Finding Out You’re Useless
(24) Pablo Picasso
(25) Bill Gates
(26) Tron in TRON: Legacy
(27) Gabriel in Swordfish
(28) Altaïr Ibn-La’Ahad in Assassin’s Creed
(29) Ramirez in Call of Duty 4: Modern Warfare
(30) The Terminator in The Terminator
(31) Cortana in Halo 2
(32) GLaDOS in Portal
(33) Sam in Serious Sam: The Second Encounter
(34) Gerard Didier Erasmus
(35) Frank Sinatra in his song My Way

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