Sicarius

Bagdadsoftware Jahresrückblick 2010

year (n.) – 1. a. The period of time during which Earth completes a single revolution around the sun.
TheFreeDictionary

Vollkommen überraschend und wie aus dem Nichts steht in 48 Stunden schon wieder das nächste Jahr auf der Matte. Wenn es nur eine Möglichkeit gäbe vorab zu wissen, wann das immer passiert…da sollte echt mal jemand was erfinden! Aber ich schweife schon wieder ab. Rückblickend war 2010, anders als 2009, eher ein durchschnittliches Jahr ohne großartige Überraschungen – höchstens viel Stress. Nutzen wir also wieder einmal den letzten Eintrag des Jahres, um einen Blick zurück zu werfen. Zuerst aus der Sicht von Bagdadsoftware, zum Abschluss aber auch noch „kurz“ aus meiner eigenen.

Grundlegende Statistiken

107 Einträge (2009: 108) habt ihr in diesem Jahr serviert bekommen. Wie mittlerweile schon seit Jahren üblich, immer schön zwei Stück pro Woche. Allerdings stammen satte 22 Stück (2008: 13), also fast ein fünftel aller Einträge nicht aus meiner Hand, sondern aus den Fingern der drei Autoren JakillSlavik (15), Azzkickr (4) und Rondrer (3). An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an die drei. Ohne euch gäbe es oft nur einen langweiligen Spareintrag!

Kommentiert wurden die Einträge mit Stand 31.12.2010 exakt 517mal (3mal nachgezählt – mit nur zwei unterschiedlichen Ergebnissen!), was 4,83 Kommentaren pro Eintrag entspricht und damit eine Steigerung gegenüber 2009 darstellt. Damals waren es nur 3,3 Kommentare pro Eintrag. Am meisten kommentiert wurde die Laberecke 2010 mit insgesamt 24 Stück und auch wenn ich nicht explizit nachgeschaut habe, bin ich mir ziemlich sicher, dass JakillSlavik sich unterm Strich am meisten geäußert hat in diesem Jahr.

Besucherspionage

Google AnalyticsKommen wir nun zu den harten aber hochinteressanten Zahlen, die sich dank Google Analytics von sicherlich rund 90% der Besucher von Bagdadsoftware so ansammeln – die restlichen 10% blocken die Datenkrake leider. Dabei ist sie für mich als Webmaster wirklich sehr hilfreich. Aber gut, ich verstehe aus Nutzersicht natürlich schon, dass es nicht unbedingt super ist so viele Informationen bei jedem Webseitenbesuch zu hinterlassen. Deswegen mache ich den Blockern gar keinen Vorwurf, sondern präsentiere euch einfach die Daten, die ich habe und zwar mit Stand 31.12.2010 bzw. den Werten zwischen 01.01. und 31.12.2009 zum Vergleich:

Die Besucherzahlen haben sich dieses Jahr etwas erholt und sind um 16,50% auf 8.825 angestiegen was 24 Besuchern pro Tag (2009: 20) entspricht. Auch die Zahl der Seitenaufrufe ist auf 18.096 angewachsen (2009: 14.427). Ein ganz guter Wert, wenn man bedenkt, dass die meisten eigentlich nur die Startseite und die neusten Kommentare betrachten. Das kann ich gar belegen, denn pro Besuch werden durchschnittlich 2,05 Seiten (2009: 1,92) aufgerufen oder auf Deutsch: der User kommt auf die Seite (Nr. 1) und klickt auf den neusten Kommentar (Nr. 2). Er braucht dann rund 2:54min (2009: 2:33min), um alle Informationen zu verinnerlichen, die er sucht. Im November lag die Zahl sogar bei teilweise über 6 Minuten! Es ist also nicht so, dass die Besucher sich einfach nur verklicken und dann gleich weiterziehen – sie bleiben und nutzen die bereitgestellten Inhalte. Auch die Absprungrate ist um 7,85% auf 65,17 gesunken – was irgendwie keinen Sinn ergibt, weil der alte Wert laut Google bei 70,72% lag, aber ich kann doch die Berechnungen eines Computers nicht anzweifeln, oder?

Die höheren Zahlen lassen sich allerdings auch schlicht damit erklären, dass gar nicht mehr so viele Leute überhaupt zufällig vorbei kommen. Im Gegenteil: In diesem Jahr sind die Zugriffe durch Suchmaschinen sogar dramatisch eingebrochen. Waren es 2009 noch 41,18%, sind es in diesem Jahr nur noch 22,92%. Die Zahl der Direktzugriffe ist hingegen mit 40,96% (2009: 41,48%) konstant geblieben. Massiven Zuwachs gab es hingegen in der dritten Kategorie, den verweisenden Websites, die ganze 36,11% ausmachten. Letztes Jahr lag der Wert bei mageren 17,33%!

Gründe

Der Hauptgrund für diesen Anstieg sind, da brauche ich mir gar nichts vorzumachen, natürlich die News zur Veröffentlichung eines neuen Podcasts drüben bei GamersGlobal. Entsprechend sieht man auf der Zeitleiste auch ganz genau am Ausschlag, wann ein Podcast das Licht der Welt erblickte. An diesem Tag steigt die Zahl der Besucher im Vergleich zum gleichen Tag im Vorjahr um mindestens 150%, meistens sogar wesentlich mehr. Am erfolgreichsten war, wie ich auch erwartet hatte, Folge Nr. 29 mit Harald Fränkel. An diesem Montag kamen 945,8% mehr Besucher auf die Seite als am 20.12.2009. Schade nur, dass offensichtlich nur wenige davon kommentieren und noch weniger auf Bagdadsoftware hängen bleiben.

Ein Punkt, der mich mit einem riesigen Fragezeichen zurücklässt. Aus meiner Sicht bieten wir hier haufenweise sehr interessante Inhalte verpackt in ein ansprechendes und benutzerfreundliches Design und damit eine Qualität, die unter Garantie nur ein verschwindend geringer Teil an vergleichbaren Seiten erreicht. Findet man die Inhalte nicht? Gibt es immer noch zu wenig Werbung? Ich weiß es nicht und bin auch langsam mit meinem Rat am Ende. Auch meine Anmeldung bei Twitter hat bislang noch keine spürbaren Ergebnisse gebracht. Vielleicht sollte ich einfach nur noch Podcasts machen…

Produktionsstatistik

Abseits der Einträge wird sowieso mittlerweile schon der größte Teil der Inhalte bei der Konkurrenz veröffentlicht. 31 Neuzugänge gab es dieses Jahr in der Gespielt-Sektion. Davon sind drei Stück Angespielt-Berichte (2009: 12), die ihr nur exklusiv hier bei Bagdadsoftware findet. Der Rest setzt sich zusammen aus 13 Tests (2009: 18) und 15 Vorschauen (2009: 4). Übrigens interessant, dass ich in diesem Jahr weniger Tests veröffentlicht habe. Man merkt halt doch, dass die Redaktion gewachsen ist und sich die Last auf mehreren Schultern verteilt. Dennoch bin ich, mit Ausnahme von Jörg natürlich, aber immer noch derjenige, der sich am meisten mitteilt. Und der Stressfaktor war in diesem Jahr definitiv höher – trotz eines ruhigeren Novembers. Doch das nur am Rande. Hier soll es ja um Bagdadsoftware gehen – nicht um GamersGlobal.

Die Tabelle in der Artikel-Sektion hat 2010 hingegen einen Zuwachs von 29 Zeilen (2009: 40) erfahren können – darunter 8 (2009: 0) für unsere englischsprachigen Besucher, wenn es sie den gibt. Die Zahl der normalen, englischsprachigen Einträge ist mit exakt zwei Stück auf gleichem Niveau. Hier ist meine Ambition aber auch eher endlich mal einen englischen Podcast zu machen. Nicht nur, damit ich Azzkickr ärgern kann, sondern auch weil es beim fließenden Sprechen doch noch stark hakt und ich da viel mehr Übung bräuchte.

Pics mit und ohne Chicks

In den visuellen Bereichen von Bagdadsoftware hat sich der Negativtrend hingegen umgekehrt. Neben insgesamt 9 (2009: 5) Signaturen, durftet ihr euch auch über 7 neue Garry’s-Mod-Bilder (2009: 4) freuen. Die Literatursektion ignorieren wir aber erneut. Wenn der Tag nur mehr Stunden hätte. Aber vermutlich würde ich dann auch genug anderes finden, um ihn zu füllen und trotzdem keine der angefangenen Kurzgeschichten fertig stellen.

Zum Abschluss unseres allgemeinen Rundgangs über Bagdadsoftware darf aber natürlich auch der Rückblick auf den Podcast nicht fehlen. Der hat sich auch in seinem zweiten Jahr hervorragend entwickelt und kam gar dieses Mal komplett ohne eine recycelte Sonderfolge aus. Stattdessen bin ich meinem Motto treu geblieben und habe euch 12mal, immer pünktlich am Ende des Monats, mit einem fröhlichen Allerlei aus Themen beglückt. Auch die Gästevielfalt wurde erneut gesteigert und die Technik hat sich, abseits des ungeplanten Totalausfalles bei der gamescom 2010 auf einem hohem Niveau eingependelt. Eine Ein-Mann-Show gab es dieses Jahr gar überhaupt nicht und ich denke, dass sich das in naher Zukunft auch nicht ändern wird.

Genaue Hörerzahlen habe ich zwar keine, iTunes beispielsweise gibt überhaupt keine Daten heraus, aber die positiven Reaktionen und natürlich die Anstiege der Besucherzahlen an den jeweiligen Tagen zeigen sehr gut, dass er sich doch langsam aber sicher zu einer kleinen Größe in der deutschen Podcast-Landschaft entwickelt und ich auf dem richtigen Weg bin. Das Konzept, also einmal im Monat, mittellang und immer ein interessantes Thema statt dem ewiggleichen „Was habt ihr gespielt? Was ist aktuell in den Nachrichten?“, ist meines Wissens auch relativ einzigartig im Spielebereich. Mein Vorbild in dieser Hinsicht ist das Chaosradio Express – nur wesentlich kürzer. Und ihr wisst ja: Egal ob es am Ende einer oder tausend lesen/hören – ich mache sowieso, was ich will :smile: .

An dieser Stelle trotzdem ein dickes Dankeschön an alle Besucher und Hörer, egal ob ihr nur unregelmäßig vorbeischaut und kommentiert oder wie Rondrer sogar ausschließlich über Bagdadsoftware zu GamersGlobal gelangt. Ohne euch würde es keinen Spaß machen!

Stöbern im Archiv

Werfen wir nun noch einen kleinen Blick auf die Highlights der letzten 22 Seiten (á fünf Einträge): Am Anfang stand die Enthüllung, dass ich nun endlich auch einen iPod mein eigen nenne. Der liegt aber mittlerweile auch schon wieder in der Ecke, wurde er doch bereits vor fast einem Monat durch ein iPhone 4 ersetzt, das mir nun nicht mehr von der Seite weicht. Wer also tatsächlich im Besitz meiner Handy-Nummer ist: Ich bin nun endlich auch darüber erreichbar!

Zwei Wochen später musste ich unbedingt meine unqualifizierte Meinung zu Battlestar Galactica loswerden. Irgendeiner musste ja schließlich mal der Welt mitteilen, was für eine vollkommen klischeebelastete Scheißserie das ist! Kurz darauf hat dann JakillSlavik damit begonnen seine „Kurz“-Geschichte oder Rollenspiel oder so zu veröffentlichen. Ich hoffe inständig, dass er mir das jetzt nicht übel nimmt, aber ich habe bis heute keinen einzigen Teil davon wirklich komplett gelesen. Nicht das ich es nicht versucht hätte, aber es ist einfach nicht die Art von Geschichte, die ich gerne lese.

Auch sonst dominierte die ersten Monate vor allem JakillSlavik das Geschehen, während ich vornehmlich mit Werbung für GamersGlobal und dem Podcast seine Ausführungen zu Filmen wie soul kitchen oder Friendship! unterbrach, von denen ich die meisten immer noch nicht gesehen habe – auch deshalb, weil er natürlich von manchen Titeln abgeraten hat.

Es dauerte bis April, bevor ich wieder einigermaßen Luft hatte und endlich wieder die Oberhand übernahm. Kessy hingegen hatte mit einem Beinbruch zu kämpfen, das arme Vieh. Aber keine Angst: Sie hat sich gut erholt und nur mein leerer Geldbeutel zeugt noch von der wochenlangen Behandlung. Am 22. April übernahm dann das erste Mal in diesem Jahr Azzkickr die Bühne, allerdings noch nicht mit einem sonderlich kontroversen Thema, wie es gegen Ende des Jahres der Fall war.

Ich kam erst so langsam wieder auf Spiele zu sprechen. Aber nicht, bevor ich nicht eine komplette Themaverfehlung in Form eines Eintrags über die Eishockey-WM verbrochen hatte. Ein Thema, das nachweislich noch weniger Leute interessiert wie irgendeine bescheuerte Fussball-WM wo es irgendwie um komische Tröten ging. Andererseits: als ich mir mein allererstes Xbox-360-Spiel kaufte, hat auch kein Hahn danach gekräht. Als Ausgleich gab es am 21.06.10 eine sündteuere neue Grafikkarte. Es soll ja nicht der Eindruck entstehen, als wäre ich plötzlich dem PC gegenüber untreu geworden. Nein, Bagdadsoftware ist und bleibt vorerst auch weiterhin eine Computer-Hochburg! Dank des Samsung N220, das ich mir extra für die gamescom 2010 gekauft hatte, sogar noch mehr!

Im September gingen dann die Arbeiten an Bagdadsoftware los mit der Umstellung auf ein neues CMS. Bis zum Ende des Jahres kamen noch mehr Änderungen dazu und ich hoffe, dass ziemlich früh im neuen Jahr auch endlich die drei anderen Sachen erledigt sind, die noch auf der Bagdadsoftware-ToDo-Liste stehen. Zwischendurch habe ich mit meiner signierten Version von Singularity angegeben, mein allererstes PSP-Spiel getestet und für außerordentlich gut befunden sowie den allerersten Eintrag zum Thema Minecraft verfasst. Ein Thema, das zum Unmut von Kessy, noch öfters zu Sprache kommen sollte – sogar in einem Gastbeitrag von Rondrer. Da ging selbst das letzte Hardware-Upgrade des Jahres 2010, der Kauf eines Blu-ray-Laufwerks, komplett unter. Seitdem bestelle ich übrigens nur noch Blu-ray mit Ausnahme von Serien, die ich bereits auf DVD angefangen habe zu kaufen. Da ziehe ich das jetzt auch noch bis zum Ende durch.

Mir fällt übrigens gerade beim Stöbern noch einmal der doch relativ ernste Eintrag vom 04.10.10 ins Auge, in dem es um den gefakten Tod einer Katze geht. Ich hab vor kurzem Splice – Das Gen-Experiment geschaut und auch hier wird eine arme Katze brutal ermordet. Das hat mich aber nicht einmal annähernd so stark mitgenommen. Ich vermute, weil es im Gegensatz zu The Shield innerhalb von Sekunden vorbei und die ausführende Hand auch nicht so wirklich menschlich war.

Und damit sind wir auch schon wieder am Ende des kleinen Streifzugs durch die Einträge des letzten Jahres angelangt. Ich muss natürlich noch den interessanten Koop-Eintrag von JakillSlavik und Rondrer sowie meinen Ausflug auf die DreieichCon in Sprendlingen erwähnen, aber im Großen und Ganzen habe ich alles Wichtige abgedeckt. Es ist aber sowieso am besten, wenn ihr euch einfach durch die Kategorien klickt oder am Ende der Seite die tolle „Seite vor“- und „Seite zurück“-Links benutzt.

Persönlicher Ausblick

Auf einen Eintrag muss ich aber dann doch noch eingehen und zwar den vom 08.11.10. Dort habe ich erstmals offen über das grundlegende Problem von 2010 gesprochen und zwar, dass ich in Stress und Arbeit zu ertrinken drohte. Eine Sofortmaßnahme war die Zusammenarbeit mit MobyGames temporär zu beenden. Mittlerweile hat sich das „temporär“ allerdings in „auf unbestimmte Zeit“ geändert. Ich habe seitdem erst so wirklich gesehen, was ich für Zeit darin versenkt und mich auch selbst unter Druck gesetzt habe. Ich will nicht behaupten, dass es für Nichts war – allein mein geschriebenes Englisch hat sich durch vier Jahre MobyGames massiv verbessert -, aber wenn man ständig nur mit dem Hintergedanken ein Spiel startet „Nicht vergessen davon einen Screenshot zu machen und davon“ oder den ganzen Tag versucht irgendwie tonnenweise Credits einzugeben – was teilweise mehrere Tage lang dauert! -, dann hört der Spaß doch irgendwo auf. Ist ja nicht so, als würde mich GamersGlobal nicht auch schon ständig beschäftigen. Deswegen habe ich mich jetzt schweren Herzens entschieden MobyGames erst einmal komplett den Rücken zu kehren. Es tut mir weh, vor allem wenn ich sehe, dass so viele Spiele in den letzten Monaten nicht in die Datenbank gekommen sind (ich war tatsächlich ein wichtiger Mann), die ich hinzugefügt hätte. Aber irgendwo muss ich auch mal auf mich selbst achten und allein vor dem Gedanken den aufgestauten Backlog abzuarbeiten graut es mir…

Das gilt übrigens auch für meine Zusammenarbeit mit GamersGlobal – also, dass ich auf mich selbst achten muss. Hier habe ich lange Zeit sogar ernsthaft darüber nachgedacht das Thema endgültig abzuhaken. Das klingt jetzt im ersten Moment hart, aber ich bin da schlicht realistisch. Ich hatte Harald nicht ohne Hintergedanken zum Thema „Freiberuflich in der Spielebranche“ eingeladen. Und da meine reguläre Arbeit auch eher zu- als abnimmt, rückt der Tag der Entscheidung für mich immer näher: auf welche Karriere setze ich? So viel ich auch dank Jörg und GamersGlobal in den letzten beiden Jahren gelernt habe – eines ist ganz klar: ich bin, anders wie beispielsweise Philipp kein Naturtalent was das Schreiben angeht und habe immer noch einen massiv langen Weg vor mir, bei dem ich um jeden Sieg kämpfen muss, bevor ich konstant eine sprachlich einwandfreie Leistung abliefere. Von Zuhause aus immer mal wieder was machen – egal wie viel Herz und Seele ich auch reinstecke – bringt mich da aber schlicht nicht mehr weiter. Der nächste Schritt kann in dieser Beziehung nur noch im Modus 24/7/365 erfolgen. Bei der DTAG hingegen habe ich derzeit einen wirklich gut bezahlten, heimatnahen und trotz allem Stress doch irgendwie angenehmen Job und wenn ich mich anstrenge auch tatsächlich noch gute Aufstiegsmöglichkeiten (wenn auch dann nicht mehr heimatnah).

Was bedeutet das nun im Klartext? Nein, ich kehre GamersGlobal nicht den Rücken. Im Gegenteil warte ich seit Wochen schon auf mein nächstes Testmuster (TRON: Evolution), Ende Januar fahr ich wieder mal nach München (EA gibt einen aus) und Dragon Age 2 werde ich mir natürlich auch nicht entgehen lassen – vielleicht sogar wieder mit Kompendium. Aber ich werde mich öfters dazu aufraffen „Nein!“ zu sagen und damit leben, dass dadurch vielleicht auch mal ein Test weniger auf der Seite landet. Es reicht wenn ich MobyGames für GamersGlobal geopfert habe – irgendwann muss ich auch mal wieder ein Leben haben und dazu gehört unter anderem, dass ich endlich die Zeit habe regelmäßig ins Bogenschützen-Training zu gehen…

Persönlicher Rückblick

Gut, das war jetzt wohl mehr ein Aus- als ein Rückblick. Doch im Kern lässt sich mein Jahr leider einfach so zusammenfassen:

    • Januar: GamersGlobal

 

    • Februar: GamersGlobal

 

    • März: GamersGlobal

 

    • April: Etwas Luft

 

    • Mai: GamersGlobal

 

    • Juni: DTAG – Samstagsarbeit

 

    • Juli: DTAG – Samstagsarbeit

 

    • August: GamersGlobal – QuakeCon/Gamescom

 

    • September: GamersGlobal

 

    • Oktober: GamersGlobal

 

    • November: DTAG – IV-Systemumstellung

 

  • Dezember: DTAG – Über die Feiertage durcharbeiten

Vor allem seit Juni greifen aber beide Faktoren zusammen. Wenn ich um halb 4 von der Arbeit komme und den ganzen Tag nichts als geschuftet habe, dann will ich ein Bett oder einen Film und nicht noch was anderes machen. Selbst zum Spielen hatte ich stellenweise überhaupt keine Lust mehr und ich war speziell im Juni/Juli dank der (freiwilligen) Sechs-Tage-Woche definitiv am Rande des Burnouts – wenn nicht sogar schon mittendrin, wenn ich an meine damaligen Schlafprobleme denke. Zu diesem Zeitpunkt wurde mir erstmals so richtig klar, dass sich etwas ändern muss und solange trage ich die GamersGlobal-Frage auch schon mit mir rum.

Versteht das bitte alles nicht falsch! Wie ich schon im anderen Eintrag gesagt habe, würde ich die letzten beiden Jahre gegen nichts in der Welt tauschen wollen. GamersGlobal ist mit das Beste, was mir derzeit passieren konnte. Ich möchte euch, oder eher mir selbst, nur einmal zeigen, dass auch hinter den Kulissen von Bagdadsoftware nicht nur eitel Sonnenschein herrscht – auch wenn ich natürlich bemüht bin diesen Eindruck zu erwecken, schließlich interessieren euch (abseits hoffentlich meiner Freunde) am Ende des Tages meine Probleme nicht. Der Bagdadsoftware Jahresrückblick bot mir aber schon immer auch die Möglichkeit selbst das Jahr zu reflektieren und ich habe kein Problem damit einige dieser Gedanken mit euch zu teilen.

Fröhlichere Gedanken

In diesem Jahr sind diese Gedanken eben etwas düsterer, obwohl natürlich auch 2010 geprägt war von tollen Erlebnissen – die gamescom zum Beispiel zusammen mit meinen tollen Kollegen -, spürbaren Fortschritten – der Bagdadsoftware Podcast ist der beste Beweis -, vielen neuen Bekanntschaften – Gruß an Dana & Co. -, und wieder einer Unmenge an Wissen, das mich weiterbringen wird. Ich bin auch dieses Jahr verdammt stolz auf das, was ich erreicht habe! Und dass auf dem eigenen Lebensweg auch mal Steine liegen, gehört einfach dazu. Wichtig ist, dass man sich nicht vollständig aus der Bahn werfen lässt. Das Schlimmste, was man tun kann, ist einfach aufzugeben. Wenn durch die vorherigen Absätze ein wenig der Eindruck entstanden sein mag, dass ich das tue, dann täuscht ihr euch. Ich habe weiterhin klare Ziele vor Augen, die ich mit all meinem Tun und Werken verfolge. Der einzige Unterschied ist nur, dass ich mich 2011 einer Weiche nähere und mich langsam aber sich für eine Schalterstellung entscheiden muss.

Deshalb bleibt zum Abschluss des Jahresrückblick nur die sichere Erkenntnis: zweimal pro Woche wird es hier auf Bagdadsoftware einen neuen Eintrag geben, am Ende jeden Monats geht eine neue Folge des Podcasts online und in unregelmässigen Abständen wird es neue Bilder geben. Komme (fast alles) was wolle!

Nun geht und genießt die letzten Stunden des Jahres! Wir lesen uns am 1. Januar pünktlich ab Mitternacht wieder. Bis dahin bleibt mir nur noch zu sagen:

Das Team von Bagdadsoftware wünscht allen Besuchern einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Nun übergebe ich an euch: Wie war euer Jahr 2010?

12 Kommentare

Ich mag deine Rückblicke, das gibt einem selbst auch immer die Gelegenheit mal ein bisschen zu Reflektieren. Da bin ich auch schon kräftig dabei will aber erstmal noch nichts dazu schreiben kommt bestimmt noch.

Aber natürlich spiel ich noch den Besserwisser:
Überraschenderweise kann der Computer tatsächlich (im Rahmen der Maschinengenauigkeit) richtig rechnen, und die 7,94% sind tatsächlich richtig ;).
Aber Prozentrechnung versteht eh keiner, was man immer wieder bei Auswertungen von Umfragen sieht (u.a. bei GG)

Also der Jahresrückblick ist doch ausführlicher als die Jahre zuvor. Sehr sehr viel wird abgedeckt, auch wenn der Eindruck entsteht, dass meine Meinungen zu Friendship und soul kitchen dein Zu-Gute-Führen der beiden wertvollen Stücke verhindert haben. Man versteht aber, wenn man BS-Tagesbesucher ist, aber aus dem Kontext, was du meinst, denke ich.

Der persönliche Ausblick – auch wenn das für dich so rüber kommt – ist im Verhältnis aber nicht überwiegend zum Rest, meiner Meinung nach zumindest. Gut, dass nun diese Lösungen betreffend GamersGlobal und Mobygames gefunden wurden. Mobygames mag bitter sein, in egoistischer Anbetracht dessen, dass ich die Seite sehr intensiv genutzt habe und bei bestimmten Spielen diesen Jahres einfach gar nichts finde. Bei manchen Recherchen oder Spielevorstellungen an Bekannte war das schon leicht ärgerlich. Die Datenbank von GamersGlobal finde ich da bei weitem nicht umfassend genug. Womit wir bei GamersGlobal gelandet wären: Es ist verständlich, da ich ja auch irgendwie immer vor eventueller "Ausbeutung" gewarnt habe, aber letzten Endes ist das doch human und ich denke Jörg könnte ich nicht über Wasser halten, wenn er keine Ahnung hätte. Eine pure Ellenbogengeschichte scheint es also nicht ausschließlich zu sein. Es hat aber einen faden Beigeschmack, dass bei dir die Selbsteinschätzung so krass durchschlägt -> ~"Das Schreiben wird nie besser werden, wenn ich es nicht hauptsächlich (jeden Tag stündlich unbegrenzt) betreibe." Gut, schließlich und endlich hast du vermutlich Recht im Bezug auf den Lebensunterhalt damit verdienen. Ich glaube aber, dass das zutrifft, was du selbst sagst: Du hast viel gelernt in den letzten beiden Jahren, was du niemals weg schubsen würdest, aber dieses „Zufliegen“ der Formulierungen beim Schreiben – mag vielleicht auch am Lebensstil liegen. Ich glaube aber, dass nicht jeder – egal wie geschult oder professionell die Schreibe (mittlerweile) ist, alles einfach so automatisch von der Inspiration durch eine Muse über die Finger durch die Tastatur auf den Bildschirm hoppelt. Ja, die Muse küsst … und dann? Bedenke nicht nur, dass aller Anfang schwer ist, wie du weißt und nicht nur das Zwischendrin schwer ist, sondern bedenke, warum es schwer ist. Du bist definitiv nicht mehr am Anfang. Noch viel Lernen zu müssen bedeutet nicht am Anfang zu stehen, denn selbst als Meister wirst du immer wieder sehr viel lernen müssen. Vermutlich lernt auch Jörg gerade – egal wie souverän er auf GamersGlobal herüber kommt (herüber kommen muss) – einiges im Bezug auf menschliches Verhalten im Internet und grübelt über manch eine Formulierung länger, manch eine einfache Einleitung mehr, als er es zu Zeiten des großen Printgeschäftes noch tat. Was ich sagen will ist Folgendes: Du hast einen Grad erreicht in dem es nicht nur Hochs und Tiefs gibt, die du kennst, vielleicht auch bei Einträgen wie Trapped Dead oder im positiven Gegenteil dem Mass Effect Kompendium, sondern eben in deiner semi-professionellen Schiene ein ganz anderes Problem hast: Was ist, wenn die Kreativität, der Wahn da ist, aber nicht die Lust? Selbst in Anbetracht dessen, was du eigentlich gerne tust: Das Spielen, aber vor allem das Schreiben darüber? Du kennst es doch seit Jahren hier, dass du dich mitteilen willst, aber trotzdem der kommende Donnerstagseintrag doch nur ein 'Filler' wird. Lass das nicht auf GamersGlobal nur, weil es eine andere Plattform mit wahrscheinlich mehr Anforderungen und einem Gruppenverband samt kleinem Napoleon (hihi!) dahinter ist, schwerer auf deine Selbsteinschätzung drücken, als es noch hier oder während des Fernstudiums der Fall war. Natürlich musst du Abstufen, weil du dort ein höheres Spektrum an Feedback hast, also bleib bei dem, was du für dich besprochen hast, aber rede dich selbst nicht schlecht, denn sonst kannst du irgendwann wirklich nach und nach von einem 'burn out' reden, auch wenn die physische Belastung nachgelassen hat, weil die seelische Belastung nie abebbt ist. Du weißt, dass ich konstruktive Kritik übe, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen und gerade Ron&Azz tu(e)n das auch. Wenn es ach so umständlich sich aus deinen Zeilen lesen ließe, wie manche Texte entstanden sind, bekämst du mit Sicherheit da Feedback von uns – und das nicht zu knapp.

Mir selbst werde ich es vermutlich ersparen dieses Jahr einen Jahresrückblick wieder in die Kommentare zu packen, den erstens sowieso niemand liest und zweitens immer viel zu (typisch deutsch) jammernd daher kommt. 2008 war schlimm, letztes Jahr schrieb ich, wie viel schlimmer es wurde und ein einziger Lichtblick übrig blieb. Und dieses Jahr? Drittens: Ich wiederhole mich ungern…auch wenn Vieles soviel anders verlief – obgleich jedoch nur schlechter, daher nur ein sinnloses Rezitieren mit neuen Hausnummern.

Ich hab den Satz mit deinen Filmkritiken mal ein klein wenig umformuliert, damit deutlicher wird was ich meine.

[b]Vorsicht langer Kommentar![/b]

Zu der Sache mit dem Schreiben: Ich kriege ja mein regelmäßiges Feedback bzw. sehe was Jörg noch an meinen Texten ändert und weiß somit um meine Defizite ganz gut Bescheid. Aber es ist ein massiver Unterschied, ob ich das quasi gleich von Auge zu Auge erhalte, am besten gar noch mit weiteren Erläuterungen, als wenn ich mir es anhand des Versionsvergleich zusammenreimen muss. Das meine ich von Zuhause aus. Ich war ja im letzten Jahr öfters in München, Starcraft 2 und Fable 3 entstanden komplett vor Ort oder auch die gamescom-Artikel wo wir zu viert im Zimmer getippst haben, da merke ich das massiv.

Es ist einfach eine ganz andere Sache in seinem stillen Kämmerlein für sich zu sein, oder sich eben direkt austauschen zu können. Und ich habe nun eben das Gefühl, basierend auf den Erfahrungen in 2010 mit seinen Höhen und Tiefen (z.B. das Mass-Effect-2-Debakel, der Singularity-Absturz – von denen ihr alle natürlich nichts mitbekommen habt), dass ich mit dem Zuhause rumsitzen an ein Limit stoße. Ich sehe für mich hier schlicht keine Möglichkeit auf diese Weise die nächste Stufe zu erreichen und mir die nötigen sprachliche Grundlagen und Sicherheiten zu schaffen, die ich einfach brauche, um weiterzukommen. Das fängt mit dem Umfeld an, nach Feierabend mal „kurz“ einen Test schreiben während im Hintergrund die Mutter ruft ist einfach nicht optimal, und geht über zusätzliche Lernmöglichkeiten weiter – hier ist auch das größte Fragezeichen. Ist ja z.B. nicht so, als würde ich nichts „anständiges“ lesen.

[b]Fehlende Grundlage[/b]

Das hat meiner Meinung nach erstmal weniger etwas mit Lust, Muse oder Schreibgeschwindigkeit zu tun, sondern einfach mit einem soliden Unterbau, der sich zwar in den letzten zwei Jahren sehr gut entwickelt hat, aber noch lange nicht vollständig ist. Es hat schon seinen Grund, warum ich bislang noch keine Kolumne – im Prinzip die höchste sprachliche Kunst – geschrieben habe beispielsweise, obwohl uns Redakteuren die Option immer offen steht. Wenn ich mir anschaue wie ich vor GamersGlobal geschrieben habe, und wie ich jetzt schreibe – da liegen selbstverständlich Welten dazwischen und ich bin mir dessen auch jederzeit bewusst und verdammt stolz drauf. Aber Jörg hat mir durch seine jahrelange Erfahrung gleichzeitig auch offenbart, dass hier noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist, ich im Gegenteil eben noch sehr viel vor mir habe, weil mir vielleicht auch einfach die entsprechende Vorbildung fehlt. Das drückt selbstverständlich auf meine Selbsteinschätzung, weil es eben nicht einfach nur Feedback von einem Freund ist – so offen ihr mit das auch gebt und wie sehr ich eure Meinung auch schätze, sonst würde ich nicht darum bitten -, sondern von einem unabhängigen Dritten, der seit 15 Jahren nichts anderes macht und mir damit die Latte ein gutes Stück weiter nach oben gelegt hat.

Ich suche nun schlicht nach Wegen entweder diese Latte zu überspringen und damit auch die nächste berufliche Stufe zu erreichen, oder jetzt wo ich noch die Möglichkeit habe den Karren in eine andere Richtung zu lenken und das Schreiben in die Hobby-Ecke zu packen.

Ich will besser werden. Ich will meine Träume Wirklichkeit werden lassen. Und es weiß auch jeder, dass ich diese Ambitionen auch tatsächlich verfolge. Aber bevor ich dabei an eine Wand renne und am Ende vielleicht alles verliere, muss ich der Realität ins Auge sehen und ein wenig nachdenken. Ich empfinde nicht, dass ich mich dadurch selbst schlecht rede, der Abstand zwischen Wunschdenken und Realität ist nur kleiner geworden.

Aber trotzdem danke für den Pep-Talk :smile:

Toller Eintrag, find ich. Wie Ron schon sagt, regt er auch einen selbst zum Reklektieren an. Da ich aber grad zeitlich knapp dran bin, kündige ich nur mal an, zumindest deine Situation zu kommentieren. Für einen persönlichen Rückblick wirds uU aber nicht reichen. Schaun mer ma.

@Sic:
Ja, ich weiß, dass der Text nicht ausschließlich an mich gerichtet ist, aber:
Ich schreibe ja, dass es gerade eben NICHT an der Lust oder der Muse oder dergleichen liegt, sondern eben auch teils an den Lebensumständen. Aber eben nur teils…Ich zitiere mal eben die betreffenden Stellen:

~"Ja, die Muse küsst … und dann?"
~"Du kennst es doch seit Jahren hier, dass du dich mitteilen willst, aber trotzdem der kommende Donnerstagseintrag doch nur ein 'Filler' wird."

Ebenso bin ich auch genau darauf eingegangen, was dein Werdegang bei GG ist und war und was der Unterschied zwischen Napoleons Feedback gegen normalen User-Kommentaren ist. Nur solltest du eben auch in Betracht ziehen – neben der Schiene, dass es sicherlich immer wesentlich hilfreicher ist den Tipps einen Profis zu lauschen – dass die folgendeAbstufung bei den Überlegungen dabei ist:
Das ist *sein* Weg (momentan und irgendwann: gewesen). Das ist Jörgs Wissen, aber vor allem Jörgs Erfahrung von der du schöpfst. Egal ob du schlechter, gleichwertig oder besser als Jörg schreibst/schreiben wirst, letzten Endes kannst du nur lernen, was davon für dich (selbst) passt. Schließlich und endlich bist du, du. Das weißt du, schreibst es ja auch heraus. Die Schlussfolgerung ist aber nicht ganz logisch, denn auch du hast deinen Stil. Der Grund warum ich einhake ist der: Du wirkst einerseits entzauberter denn je, andererseits weißt du, um das was du erreicht hast, klar jetzt zum 5. Mal von dir, von mir, bestätigt. Für mich liest sich ein Teil aus der Begründung jedoch wie folgt heraus-> Aufgeben, erstmal kurzzeitig zurückziehen, Wunden lecken, erholen und dann erneut hinausziehen, nur diesmal mehr auf Stolperfallen achtend.

Ob ich das gut oder schlecht finde lasse ich hier noch unkommentiert. Ich habe ja schon geschrieben, dass ich die Entscheidung, soweit du sie hier und in Trillian beschrieben hast, für richtig erachte. Ich bin nicht – was du scheinbar vermutest von meinem Geschreibsel her – der Ansicht, dass du auf Gedeih und Verderb den Weg eines Journalisten bestreiten musst oder auf jeden Fall da [GG/Moby/etc.] mehr oder gleich viel weiter tun musst. Im Gegenteil: Noch bevor das alles überhaupt konkreter wurde, habe ich dir wohl kaum abseits von deinen Einträgen Bagdadsoftware wirkliche Schreiberlings-Fähigkeiten zugetraut und nun gibt es hier und drüben Einträge, die nur so 'durchflutschen'. Nein, ich habe eine ganz andere Ansicht.

Der Unterschied ist der, dass wenn ich davon rede, dass du was erreicht hast, dann meine ich das nicht wegen GamersGlobal, nicht wegen Jörg, nicht wegen der Querverbindung und dem Engagement bei Mobygames, nicht wegen deines Fernstudiums und vor allem nicht wegen deiner Vorbildung, sondern deswegen, weil du einen wesentliches Merkmal hast: Durchhaltevermögen – Du beißt dich durch. Warum? Mitunter auch deiner Lebensumstände wegen, vielleicht? Wer weiß das schon? Wahrscheinlich nur du(, wenn überhaupt ^^). Aber nicht ich oder besser: nicht wir hier (ich erdreiste mich mal hier mit „wir“ für den restlichen 'Staff' zu schreiben) werden dich jemals vollständig entschlüsseln können, noch kann jemand sagen, warum du so bist wie du bist. Zurück zum Punkt: Du beißt dich zu dem durch, was du willst. Gehst zwar kleine Schritte, diese dafür kontinuierlich, dass es am Ende eines jeden Jahres eine gewaltige Strecke ist, die du zurückgelegt hast. Das ist eine andere Fähigkeit, die dir vielleicht nicht direkt etwas für das Schreiben hilft, aber auf jeden Fall hilft, die nächsten Jahre noch deutlich mehr zu ERlernen.

Ich glaube nicht, dass es dir gut tun würde, wenn du mehr Distanz zu (aktuell:) GamersGlobal oder ähnlichen Projekten packtest. Allein schon weil dein Lernprozess ein anderer ist. Ich rede nicht vom Schreiben, ich rede von deinem Vorankommen. (Das Ganze könnten andere Leute deutlicher innerhalb von 2-3 Sätzen perfekt ausformulieren, aber würden dennoch nicht alles abdecken, was ich ganz genau meine, genauso, wie ich es jetzt vielleicht auch nur näherungsweise geschafft habe, es auszudrücken. Es hat auf jeden Fall nichts mit dem direkten Vergleich zwischen dir und den anderen Redaktionsmitgliedern oder den Profis zu tun. Denn ohne zu genervt klingen zu wollen: Gerade bei Vielem was ich letzter Zeit lese, tendiere fast schon dazu pauschal zu sagen, dass ein bisschen mehr stilistische Kreativität Print und Digital nicht schlecht täte. Auch hier: Ich bin gesättigt. Nächster Gang bitte.)

Off-Topic: Hab' die Zahlen im Artikel mal auf Stand 30.12. aktualisiert.

On-Topic: Abseits davon wüsste ich nicht, was ich Jakill noch hinzufügen könnte. Ich mein, wir wollen ja schließlich beide das gleiche und haben das jetzt auch ausführlich dargelegt.

Es ist natürlich eine Form des Aufgebens und Luft schnappen, weil ich eben doch irgendwie das Gefühl habe, dass das Leben an mir vorbeizieht. Je nachdem wie sich das Jahr entwickelt, wird die zentrale Frage im Jahresrückblick 2011 unter Umständen die sein, ob ich es geschafft habe mir diese Auszeit auch tatsächlich zu nehmen, oder mein "Goodwill" bzw. mein Durchhaltevermögen doch wieder die Oberhand behalten hat. Und wenn ich es schaffe, was ich daraus gemacht habe.

Um die Sache aber nun erst einmal zu Ende zu bringen, es soll ja hier nicht nur um mich gehen (die Seite heißt schließlich nicht mehr "Killer’s World" :smile:), ein Punkt, der euch vielleicht noch zum Gesamtbild fehlt: Ich gebe mich nicht der Illusion hin, dass mein derzeitiger Arbeitsplatz (Position und Standort) bei der DTAG in fünf Jahren überhaupt noch existiert, wenn ich mir die weitere Entwicklung so anschaue. Liegt meine Zukunft also dort, dann muss ich langsam aber sicher die nächste Stufe erklimmen (derzeit stehen mir auch entsprechende Optionen noch offen). Das bedeutet aber

a) ein eigener Haushalt, weil in Aschaffenburg nichts mehr zu holen ist für mich
b) kein 7 bis 15 Uhr mehr, sondern viel flexiblere (=längere und unberechenbarere) Arbeitszeiten und
c) noch mehr zu tun, weil die nächste Stufe tatsächlich bereits der Sprung weg vom gemeinen Angestellten bedeutet (vergesst nicht, ich bin schon fast 10 Jahre hier im Unternehmen :smile: )

oder in kurz: eine vollständige und unumkehrbare Umstellung meines derzeitigen Lebensstils mit garantierten und massiven Auswirkungen auch auf das Hobby "Spielen". Da werde ich nicht gleichzeitig weiter nach Feierabend meinen Traum vom Spielejournalismus verfolgen können. Entweder ich rutsche in naher Zukunft also endlich in eine Vollzeitstelle und verwirkliche so meinen Traum endgültig, oder das Schreiben wird – mit einer Konzentration auf Bagdadsoftware – schlicht zu einem netten Zeitvertreib werden und ich suche meine berufliche Erfüllung in einem traditionelleren Bereich.

Und um den Kommentaren zuvor zu kommen: Mir ist klar, dass die obigen Punkte natürlich auch auf den Zustand "Vollzeit: Redakteur" zutreffen, aber dann wäre ich ja da, wo ich seit Jahren hin möchte.

@ Jackie

Ich will auch Arbeit. Und verdammt noch mal die bekackte Uni endlich abschließen…

Zum Rest deiner Kommentare kann ich nix sagen, weil ich zwischendrin aufgegeben habe. Ich bin mir aber sicher: was du auch sagen wolltest, du hättest es sicher viel einfacher und verständlicher formulieren können. Bitte gewöhn dir in Gottes nahmen dieses pseudo-intellektuelle Akademiker-Sprech ab. Nichts auf der Welt ist so kompliziert, als das man es auf diese Weise verpacken muss. Is nich böse gemeint, aber ich werd so nie mehr mit dir kommunizieren können :) (nicht, weil ich es nicht könnte – ich muss genug wissenschaftliche Texte lesen -, sondern weil ich es nicht will)

@ Sic

Ich habe jetzt lange überlegt, ob ich irgendwelche Ratschläge geben soll, oder ob ich bereits ausgesprochene Kritik neu auflegen soll, aber ich habe mich dagegen entschieden. Warum? Weil keiner besser weiß, was du willst, als du selbst – da helfen auch keine Ratschläge, selbst wenn sie noch so gut gemeint sind.

Im Endeffekt kann ich dir nur meine (aktuelle) Lebensauffassung erläutern. Wir wissen, dass das Leben endlich ist und zudem in vielen Fällen viel zu früh und unerwartet endet. Und wir sollten davon ausgehen, dass es auch das einzigste Leben ist, welches wir haben. Wir also weder auf ne Wolke kommen, noch als Wildschwein wiedergeboren werdn ^^. (und schon garnicht unzählige Jungfrauen bekommen, wenn wir uns in die Luft jagen….) Basierend darauf komm ich zu dem Schluss, dass man primär schlicht und einfach das machen sollte, was einem Spaß macht, nebenbei zudem ab und an etwas Gutes tun und generell niemanden mit seinem Verhalten auf welche Art auch immer schaden.

Will heißen: lass dich nicht unter Druck setzen von irgendwelchen gesellschaftlich angesehenen und vorgeschriebenen Lebenswegen. Wenn ich irgendwas aus meinem Sozi-Studium mitgenommen habe, dann die Erkenntnis, dass wir häufig nicht selbst unser Leben bestimmen, sondern die Gesellschaft, indem wir auf einen bestimmte Art und Weise sozialisiert werden und unser Verhalten grundsätzlich mit den "Vorgaben" dieser Mehrheitsgesellschaft vergleichen und uns bewusst oder unbewusst an ihr orientieren. Dies kann man gut finden ("wir müssen gescheiterte Lebenswege nicht neu erleben und entdecken, sondern haben einen halbwegs funktionierenden Fundus an erprobten Lebenswegen, die durch die gesellschaftlichen Erwartungen widerspiegelt werden") oder schlecht ("wir können uns nie so verhalten wie wir eigentlichen wollen, sondern sehen uns immer unter dem Druck stehend, eine solide Arbeit zu finden und eine Familie zu gründen").

Und obwohl ich ja eher der konservative Typ bin, stehe ich in diesem Fall zu der doch sehr linken (68er-)Einstellung. (Gott verzeihe mir ^^). Natürlich würde ich dir raten (ich wollte ja eigtl. keine Ratschläge geben), die Telekom zu priorisieren (aber niemals wegen dem Beruf wegzuziehen !!!) und endlich ma ne Familiengründung in Angriff zu nehmen (da isser wieder, der Konservative in mir ^^) und GG und MG herunterzufahren, oder gar gänzlich einzustellen. Aber wie gesagt, ich kann nicht so gut in dich reinschauen wie du selbst.

Auf keinen Fall solltest du dir aber Vorwürfe machen – was du ja aber auch nicht tust, wenn ich das richtig interpretiere. Denn – auch das ist meine soziologische Auffassung (bei weitem nicht von allen Soziologen so gesehen) – : Der Mensch tut eh immer nur das, was ihm am meisten bringt (rational-choice, homo oeconomicus). Fehlentscheidungen sind daher in gewissem Maße ausgeschlossen. Im Rückblick hätte man evtl. Dinge anders gemacht, was jedoch zu dem damaligen Zeitpunkt nicht erkennbar war – von daher war es auch kein Fehler. Man kann immer nur auf Grund der vorliegenden Informationen handeln.

Dennoch – und das sage ich als Freund offen und ehrlich – würde ich mich, falls die Situation bei GG in der Tat nicht so rosig ist und wenn ich zudem Haralds Aussagen berücksichtige, von dem Traum des Redakteurs oder Journalisten verabschieden udn tatsächlich auf die Telekom oder andere Alternatvien konzentrieren. Denn, DAS Ausnahmetalent bist du eben nicht, wie du auch selbst sagst.

Mal drüber nachgedacht, in irgendeiner Form selbstständig zu werden? Die Ausdauer, die Begeisterung und Hartnäckigkeit für so etwas hast du nämlich allemal !!!!

So und da ich eben erst gemerkt habe, dass du zwei Einträge vor mir auch nochmal Stellung genommen hast, hier noch meine Antwort bzw. Einschätzung dazu:

Mir scheint doch sehr, als hättest du einfach nur etwas Angst, von daheim (und damit vom "gemütlichen" Leben vor deinem PC) losgerissen zu werden (bildlich und übertrieben gesprochen). Lass dich beruhigen: ein eigener Haushalt kann was sehr schönes sein und ist im Idealfall immer noch in der Nähe zu Mutter (das mein ich Ernst!).

Und ich behaupte einfach Mal, dass alles andere, was du aufführst (längere Arbeitszeiten, keine Zeit mehr für Spiele) nur konstruierte Schutzmechanismen sind, mit denen du dich unbewusst vor Veränderungen bewahren willst. Spielen wirst du trotzdem noch können, glaub mir.

Und: jeder könnte es hier wohl verstehen, wenn du selbst BS.de einstellst. Ich hab so bissle das Gefühl, dass du in BS.de quasi "dein Leben" siehst. Das kann sein – kannst nur du wissen – glaub ich aber nicht, bzw. halte ich sogar für Unfug.

Das was ich aufgeführt habe, war eigentlich mehr als Erläuterung für euch gedacht von wegen, warum am Ende beides nicht mehr geht und nicht als (bewusst zumindest) Schutzmechanismus. Klar, fällt es schwer Gewohnheiten hinter sich zu lassen – da brauche ich weder euch noch mir irgendwas zu erzählen -, aber dass ich aus GB raus muss, ist keine neue Erkenntnis für mich, sondern eher sogar eines meiner kurz- bis mittelfristigen Ziele. Egal welchen Weg ich am Ende einschlage, umziehen ist fester Bestandteil der Gleichung und wird von mir auch entsprechend angestrebt. Auf den Punkt "Spielen" gehe ich hingegen nicht nochmal näher ein. Es gibt am Ende des Tages einfach wesentlich Wichtigeres, als sich darüber Gedanken zu machen ob ich in 10 Jahren noch so viel Spielen kann wie jetzt…und vielleicht gibt es ja bis dahin auch endlich das Holodeck – dann ist das Thema sowieso gegessen :smile: .

Die einzigen Bammel, den ich dabei tatsächlich habe, werden verursacht durch die ganzen Mieter-Horrorstories, die man immer mal wieder hört (allein was DQ immer mal wieder erzählt). Aber das ist ein anderes Thema, das nicht auf BS gehört :smile: .

Klar, habe ich schon drüber nachgedacht mich selbstständig zu machen – doch ich denke im Podcast ist rübergekommen, dass das derzeit nicht viel bringt. Und ich habe auch schon mit anderen Freiberuflern über das Thema gesprochen, ohne eine positivere Antwort zu erhalten. Eben auch, weil ich nicht das Ausnahmetalent bin. Und abseits des Schreibens selbstständig machen – dazu ist mein Wissen zu Spezial (der Nachteil, wenn man in einem Telekommunikationsunternehmen arbeitet). Es steht zwar IT-Systemelektroniker drauf, aber in Wirklichkeit hat das alles nur mit Telefon zu tun. Und noch eine Firma, die Computer-Support leistet, braucht die Welt auch nicht. Wir ham mittlerweile sogar so eine hier im Dorf – das sagt schon alles… :smile: Ne, derzeit sehe ich mein Heil ausschließlich in der Funktion eines (gut bezahlten) Arbeitnehmers.
[b]Bagdadsoftware[/b]
Das hier ist seit der Umstellung vor bald fünf Jahren zu meinem Baby geworden. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass die Termine Montag und Donnerstag sich nicht in meine Wochenplanung eingebrannt hätten und somit fester Bestandteil meines Lebens geworden sind. Ich sehe die Seite zum einen als ein Beweis für das was ich erreicht habe und zum anderen als ein Fels in der Brandung. Egal ob Windböe oder Orkan – Montags und Donnerstags ein Eintrag, am Monatsende der Podcast. Wenn er fällt, so glaube ich vermutlich im Hinterkopf, dann habe ich etwas falsch gemacht. Deswegen kämpfe ich auch so hartnäckig dafür. Andererseits war ich ja letztes Jahr kurz davor nur noch an einem Tag in der Woche einen Eintrag zu machen bis ihr dann freundlicherweise in die Bresche gesprungen seid. Am Ende des Tages bin ich also auch in Bezug auf Bagdadsoftware für Opfer bereit – aber halt wirklich nur wenn es überhaupt nicht mehr anders geht. Vorher streiche ich lieber bei anderen Dingen…

Fassen wir also einfach noch einmal zusammen: 2011 möchte ich etwas ändern, weil ich glaube, dass sonst das Leben an mir vorbeizieht – und der erste Schritt dazu ist, mich aus meinem selbst geschaufelten Arbeitsberg zumindest ein wenig zu befreien. Wohin die Reise danach geht, werden die kommenden Wochen und Monate zeigen.

Und jetzt haben sich alle Kommentare um mich gedreht…dass mir das verdammt unangenehm ist, wisst ihr hoffentlich :sad: . Fühl mich hier wie ein Egoist – schlimmer noch, wie ein gemeiner Blogger! Will den keiner von seinem 2010 erzählen?

Diskussion über die Jäger-Klasse auf GamersGlobal:

"Wieso überrascht es micht nicht, dass Stefan ganz weit vorne ist? ;-)"

Antwort – Gerjet Betker:

"Liegt an seiner Omnipotenz im Datenbank-Bereich – wenn wir drei Stefans hätten, könnte MobyGames einpacken ;)"

Wer hat jetzt auch Lust in guter alter GTA-Manier Leute mit dem Doppeldildo zu verprügeln?

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