(Cover)

Staffel 2* von Raumschiff Enterprise* liegt hinter uns. Und es war definitiv ein spürbarer Unterschied zur 1. Staffel. Schon während der ersten Folge ist mir aufgefallen, dass alles plötzlich irgendwie dynamischer wirkt. Zum einen in Bezug auf die Kamera, die nicht mehr durchgängig nur an einem Platz verharrt, sondern sich auch mal bewegt. Zum anderen das Zusammenspiel der Charaktere. In Staffel 1 hat gefühlt 90% der Zeit nur Captain Kirk den Mund aufgemacht und eine Persönlichkeit gezeigt. Jetzt endlich dürfen andere Charaktere wie Spock, McCoy oder Chekov (jetzt neu dabei – inkl. dem Dauergag “alles wurde in Russland erfunden”) ebenfalls mal miteinander agieren und natürlichere Unterhaltungen führen. Gut, einiges davon fällt leider immer noch in die Kategorie “Lasst uns ein bisschen Spock mobben” aber man kann ja nicht alles haben.

Eine Zeitreise gefällig?

Inhaltlich geht es grundsätzlich ebenfalls aufwärts, was dazu führt, dass die 26 Folgen bei weitem erträglicher sind als noch Staffel 1. Aber kommen wir zuerst zum negativen: Es gibt sie immer noch, die vielen unlogischen Entscheidungen und Geschichten, die nur passieren können, weil der Autor mal wieder vergessen hat, dass es ein Raumschiff aus dem 23. Jahrhundert ist. Die Tatsache, dass es überall nur Humanoide gibt, die “zufälligerweise” auch noch in irgendeiner Epoche (Römer, Nazi-Deutschland, Amerika der 20iger und 60iger, etc.) der Erdgeschichte stecken, ist ebenfalls unausweichlich – schließlich ist nichts einfacher zum Geldsparen als die vorhandenen Sets auf dem Paramount-Gelände zu nutzen. Und wenn es mal nicht passt, wird es einfach passend gemacht indem man irgendeinen Grund für eine Zeitreise erfindet.

Star Trek: The Original Series – Season 2 (Paramount-Promobild)

Das ist vor allem in der letzten Folge, Ein Planet, genannt Erde so ein absoluter Schwachsinn. In quasi zwei Sätzen wird direkt im Intro erwähnt, dass man plötzlich gezielt in die Vergangenheit reisen kann. Das kommt NIE wieder in der gesamten Geschichte von Star Trek auf diese Art und Weise vor… und dann wird es auch noch für einen völlig schwachsinnigen Grund gemacht. Naja, immerhin hat die Folge eine hübsche schwarze Katze (die hoffentlich während der Dreharbeiten nicht zu sehr gequält wurde).

Ein Kritikpunkt an der deutschen Sprachausgabe ist hingegen die Aussprache der ein oder anderen Rasse. Speziell Klingonen (“Klingon” – aber auf Deutsch gesagt)) und Romulaner (ich kanns nicht mal aufschreiben, wie komisch die Synchronsprecher es aussprechen aber es geht in Richtung “Remulade”) klingen völlig bescheuert. Da waren die Regieanweisungen wohl damals noch nicht auf dem höchsten Niveau.

Spannung, Humor und tolle Charaktere

Auf der positiven Seite steht neben der neuen Dynamik (und etwas mehr Humor), dass hier noch viel mehr Grundlagen für später gelegt werden als noch in der 1. Staffel. Wir erfahren erstmals vom Paarungszyklus der Vulkanier (Weltraumfieber), lernen in Reise nach Babel Spocks Eltern kennen, Ein Parallel-Universum gibt den ersten Einblick in das Spiegeluniversum voller Bösewichte und die erste Direktive (misch dich nicht in andere Völker ein) – die hier noch nicht so heißt – spielt eine größere Rolle (wird aber trotzdem laufend missachtet). Und selbstverständlich darf die Kultfolge Kennen Sie Tribbles? nicht unerwähnt bleiben. Übrigens eine coole Sache auf der Blu-ray: Neben der eigentlichen Folge sind auch alle Tribble-Folgen aus den anderen Serien mit auf der Scheibe drauf. Haben wir uns an der Stelle zwar nicht angeschaut, da wir ja noch regulär dort hinkommen. Fand ich aber eine super Idee.

Und selbst ziemlich blödsinnige Folgen wie Epigonen oder Der Wolf im Schafspelz versprühen irgendwie mehr Charme als vergleichbares in der 1. Staffel. Vermutlich, weil alle Beteiligten dazu gelernt haben. Ebenfalls positiv: Es ist mehr los im Weltraum. Mehr Szenen der Enterprise und anderen Schiffen (oder UFOs), die in der Remastered-Fassung freilich noch besser zur Geltung kommen als im Original.

Da war noch was

Star Trek: The Original Series – Season 2 (Paramount-Promobild)

Zwei weitere Sachen, die mir in der zweiten Staffel aufgefallen sind: Sie haben ein Set (vermutlich von einem Western, der auf dem Paramount-Gelände gedreht wurde) gut ein halbes Dutzend Mal in unterschiedlichen Folgen wiederverwendet. Es wird zwar versucht es durch eine andere Kameraeinstellung zu kaschieren. Aber mir ist immer wieder aufgefallen von wegen “den Pfeiler kenne ich doch” oder “die exakt gleiche Tür war schon in der anderen Folge”. Ist an sich natürlich nichts Schlimmes. Fand es nur amüsant.

Die zweite auffällige Sache ist, dass größtenteils nur Humanoide vorkamen sowie ein stärkerer Fokus auf Computer. Das war in der ersten Staffel anders. Da wurde mehr versucht wirklich außerirdisches zu zeigen. Ja, der Erfolg hielt sich in Grenzen (beispielsweise das “Pizzamonster” aus Horta rettet ihre Kinder). Ich kann deshalb die Änderung nachvollziehen und weiß den dadurch entstandenen Qualitätssprung bei den Geschichten in der zweiten Staffel zu schätzen. Schade ist es aber trotzdem. Schließlich befinden wir uns doch in den unendlichen Weiten des Weltalls und an Orten, die angeblich noch nie ein Mensch zuvor gesehen hat – was total gelogen ist, denn in vielen Folgen war schon einmal ein anderes Raumschiff vor der Enterprise da und hat alles verbockt :smile: .

Fazit

Alles in allem fällt es mir tatsächlich leichter einem Star-Trek-Fan die zweite Staffel von Raumschiff Enterprise ans Herz zu legen als noch die erste. Es ist freilich weiterhin 60iger-Jahre-SciFi mit einem begrenzten Budget (jeder Kampf ist mit dem gleichen Musikstück hinterlegt…) und Shatner-Overacting. Aber der Anteil der guten oder zumindest interessanten Folgen (=man erfährt mehr über das Universum und/oder es wird später wieder aufgegriffen) ist ganz klar höher als noch bei Staffel 1.

Bleibt noch die 3. Staffel übrig, bevor wir zu den Filmen kommen. Die ist selbst für mich Neuland aber die erste Hürde haben wir bereits genommen: Spocks Gehirn. Und was soll ich sagen? Ja, sie ist völlig und absolut bescheuert. Von der Prämisse bis hin zur Umsetzung ist sie total absurd und einfach nur schlecht. Und dann wird die Geschichte nur zum Teil aufgelöst (Was passiert jetzt mit den beiden Völkern?! Warum war ein Herrscher notwendig? Was ist mit dem vorherigen passiert?). Das kann man allerdings auch von der ein oder anderen Folge der 1. Staffel behaupten. Insofern muss ich ganz klar sagen: Meine “Furcht” vor diesem Machwerk war mehr als unbegründet. Da hat mich der Ruf im Internet zu sehr beeinflusst. Muss man sie gesehen haben? Höchstens um sich tot zu lachen. Aber man kann den Anblick überleben. Und mit der Folge aus dem Weg: Schauen wir mal, was der Rest der Serie noch so bringt.

Der Fluchtmoment

Casa Lysanda – Maya (fast 7) ist am Sonntagabend aus der Casa Lysanda entflohen. Die Dosenöffner konnten sie jedoch nach einer kurzen Verfolgungsjagd wieder erfolgreich einfangen. Etwas mehr als ein Jahr nach ihrem letzten, erfolgreichen Ausbruch hat es der kleine weiße Siam-Mix erneut geschafft. “Lysanda und ich chillten auf der Terrasse” berichtet D. Webmaster (39), einer der Dosenöffner. “Sie sprang dann auf die Mauerecke, schaute neckisch nach oben und machte mathematische Berechnungen und Fahrgestelltests.” Die Zeugen berichten, dass ihnen sofort klar war, dass hier gerade ein Ausbruchsversuch gestartet wurde. Sie rechneten jedoch nicht mit einem Erfolg. Schließlich hatten sie genau diese Stelle bereits vor fast zwei Jahren Katzensicher geschlossen.

Doch Maya – ihres Zeichens ein kleiner, rotzender Wirbelwind – ließ sich von der Herausforderung nicht abschrecken. Stattdessen zeigen die Aufnahmen einer Überwachungskamera (liegen der Redaktion vor), wie sie nach dem Abschluss ihrer Berechnungen hochspringt, mit ihrem Gewicht das Plexiglas umbiegt und dann über das Blech auf das Terrassendach verschwindet. “Webmaster holte dann natürlich sofort die Leiter, fand aber aufgrund der Schräge unseres Gartens nicht zügig genug eine feste Position” erzählt Lysanda (29+7) und fügt hinzu, dass Maya in der Zeit über das Terrassendach schlich bevor sie sich dann doch entschied auf das Hausdach zu verschwinden. Während Lysanda Leckerlis holte, in der Hoffnung Maya zurück in den Garten zu locken, bahnte sich D. Webmaster den Weg zum Dachbodenfenster. “Es hatte schon einmal geklappt sie darüber wieder herein zu locken. Also habe ich es einfach nochmal versucht. Sie ließ sich davon aber nicht beeindrucken.”

Der Fall

Die Gaffer

Stattdessen entschied sich Maya nach der erfolgreichen Inspektion des Hausdaches dafür wieder auf das Terrassendach zurückzukehren. Darunter, in der Einfahrt, stand immer noch Lysanda mit der Leckerlidose in der Hand. Doch selbst ein beherzter Wurf der verlockenden, trockenen Kekse führte nicht dazu, dass Maya sich von der Stelle bewegte. Stattdessen verfolgte sie das Treiben einfach nur von ihrem erhöhten Posten aus. “Ich hab‘ mich gefragt, wie sie da hochgekommen ist” erzählt Pichu (7), einer der anderen Insassen in der Casa Lysanda. “Hätte ich schließlich ebenfalls gerne mal nachgemacht. Aber es ging alles viel zu schnell. Ratzfatz fiel Maya vom Himmel zurück in den Garten.” Augenzeugen berichten, dass D. Webmaster vom Dachboden zurückgekehrt war und erfolgreich die Leiter aufgestellt hatte. Nachdem er sie hochgeklettert war und erfolglos mit rufen versucht hatte Maya zu sich zu locken, fand er in der Regenrinne einen kleinen Ast. “Den habe ich mir dann geschnappt und siehe da: Sofort war ihre volle Aufmerksamkeit auf mich gerichtet. Sie kam dann zu mir und wollte am Ast schnuppern.” Einvernehmlichen Berichten zufolge griff D. Webmaster mit einer Hand nach Maya, hob sie hoch und warf sie in den Garten. “Es war ein überraschender Anblick, wie sie da von oben herabfiel und erschrocken auf ihren Beinen landetet” berichten Balu (11) und Lyssi (7), die das Spektakel live mitverfolgt hatten. “Sie rannte dann direkt zur Terrassentür und verschwand wieder im Haus”.

Nach einer ausführlichen Untersuchung wurde festgestellt, dass Maya abseits einer kurzzeitigen seelischen Beeinträchtigung (“Warum darf ich nicht da hoch?!”) keine Schäden davontrug. Die Situation in der Casa Lysanda hat sich in der Zwischenzeit wieder normalisiert und Maya liegt wie gewohnt auf Lysandas Gesicht.

–(cl)

Interview

Die Lösung

BeimChristoph: Der Ausbruch von Maya hat sie sicherlich schwer getroffen. Was werden sie jetzt tun, Fr. Lysanda?
Lysanda: Ach, das war doch halb so wild. Wir haben die Lücke auch schon geschlossen. Wir haben einfach das Plexiglas um vierzig Zentimeter (zwei Zaunfelder) nach oben versetzt und zur Stabilität mit einem Winkel am Blech befestigt. War kein großer Aufwand.
Beim Christoph: Und sie sind sich sicher, dass Maya jetzt nicht mehr ausbrechen kann?
Der Webmaster: Sicher sein können wir uns selbstverständlich nie. Aber es dürfte für sie und ihre tierischen Begleiter wieder etwas schwieriger geworden sein.
Beim Christoph: Dann wünsche ich ihnen viel Glück und danke für das Gespräch.

Palit 980GTX Ti (Herstellerbild)

Odyssee [odʏˈseː], Bedeutung laut Duden: lange Irrfahrt; lange, mit vielen Schwierigkeiten verbundene, abenteuerliche Reise.

Kein Begriff könnte treffender sein für die letzten Monate, in denen ich bis an den Rand der Verzweiflung versucht habe meine Geforce GTX 980Ti durch ein neues Modell zu ersetzen. Sie ist leider nach acht Jahren kaputt gegangen. Und der Zeitpunkt, an dem meine geliebte GTX 980Ti das Zeitliche gesegnet hat, war ein denkbar ungünstiger. Am 14.03.2023 schrieb ich noch sinngemäß unter Rondrers Eintrag, dass es ein absolut bescheuerter Zeitpunkt zum Kauf einer Grafikkarte sei und ich daher – trotz dringendem Bedarf an mehr Grafikleistung – noch weiter abwarten werde. Nun, nur kurze Zeit später fing dann mein PC an mit einem deutlich wahrnehmbaren Netzteil-Klacken abzustürzen, sobald eine 3D-Anwendung gestartet wurde.

CPU und RAM konnten schnell als Fehlerursache ausgeschlossen werden, womit als Hauptverdächtige nur noch Netzteil und Grafikkarte übrigblieben. Da auf meinem bequiet!-Netzteil (Straight Power 11 650W) noch Garantie war und ich aus o.g. Gründen wenig Lust hatte, mir eine neue Grafikkarte zu kaufen, griff ich erstmal zum Hörer und kontaktierte den bequiet!-Kundendienst. Zu meiner Überraschung landete ich nicht etwa in einer Warteschleife, sondern erreichte direkt einen sehr freundlichen, sehr kompetenten und – das ist ja heutzutage auch nicht mehr selbstverständlich – deutschen Muttersprachler. Dieser sah die Möglichkeit, dass im Netzteil wegen eines Defekts ggf. fälschlicherweise eine Schutzschaltung aktiviert werde, weswegen ich es einschicken solle. Gesagt getan. Kurze Fehlerbeschreibung beigefügt und freundlich angefragt, ob denn – sofern ein Defekt festgestellt werde – ein Austausch gegen ein stärkeres Netzteil (nötigenfalls auch gegen Zahlung eines Aufpreises) möglich wäre. Knapp zwei Wochen später (statt der in Aussicht gestellten 3-5 Werktage) übergab mir der Postbote ein Paket, in dem sich ein nagelneues Straight Power 11 750W* befand. Und dies, obwohl kein Defekt meines Netzteils festgestellt werden konnte! Das muss man mal festhalten und ausdrücklich loben: obwohl kein Fehler festgestellt wurde, habe ich kostenlos ein stärkeres und nagelneues Netzteil erhalten! Schöner Nebeneffekt: statt der vormals zwei PCI-e-Anschlüsse verfügt das 750W-Netzteil über deren drei. Die Zukunftssicherheit hat also gleich in zwei Bereichen zugelegt. Perfekt wäre natürlich ein 850W-Netzteil mit neuem 12VHPWR-Stecker gewesen. Aber gut, das wäre dann wirklich zu viel verlangt gewesen :smile: .

So groß die Freude über dieses unverhoffte Upgrade war, so schmerzhaft war die Erkenntnis, dass es nun doch die Grafikkarte ist, die für die Abstürze verantwortlich ist. Da ich jedoch weiterhin aus o.g. Gründen stur blieb und sowieso zu dem Zeitpunkt nur 2D-Spiele spielte, entschied ich mich weiter gegen einen Neukauf. Die nächste Erschütterung ließ nicht lange auf sich warten, denn kurze Zeit später stellte die Grafikkarte nun auch ihren Dienst in 2D ein.

Überraschung!

Ich hatte mich schon damit abgefunden nun doch eine neue Grafikkarte kaufen zu müssen. Aber als ich dabei war meine 980Ti zwecks Weiterverkauf auf Ebay in ihre Originalverpackung zu verpacken (ja, die habe ich seit 2015 aufbewahrt), entdeckte ich, dass sich dort tatsächlich noch die Vorgängerin versteckte – die uralte GTX 560 von EVGA. Das hatte ich ganz vergessen. Also: die GTX 560 installiert und damit den PC wenigstens wieder lauffähig gemacht. Mangels passendem DVI-I-D-Kabel war ich aber auf 1920×1080 und 60Hz beschränkt, was bei einem 1440p-Monitor mit 144Hz schon echt bescheiden aussieht. Ein paar Wochen gab ich mich damit zufrieden, aber schlussendlich – auch, weil nicht erkennbar ist, dass die Grafikkartenpreise in absehbarer Zeit signifikant sinken werden – entschied ich mich dann doch final für den Neukauf einer Grafikkarte.

Und trotz des langen Vorgeplänkels begann die eigentliche Odyssee erst jetzt…

Anlaufschwierigkeiten

Auf die ungünstige Marktlage (viel zu teure Preise für das jeweils Gebotene) und die Gründe, warum es für mich unbedingt eine nVidia-Grafikkarte sein muss (u.a. G-SYNC-Abhängigkeit), möchte ich an dieser Stelle gar nicht im Detail eingehen. Letztendlich musste ich mich aber zwischen einer Geforce RTX 4070* für 600-650 € und einer RTX 4080* für 1200-1250 € entscheiden.

nVidia DLSS 3 (Herstellerbild)

Die Vorteile der 4070 sind ihre vergleichsweise geringe Größe, das relativ geringe Gewicht, der nur einzelne und bewährte 8-Pin-Stromanschluss und das im direkten Vergleich mit der 4080 etwas bessere Preis-Leistungs-Verhältnis. Kurzum: ich bräuchte keine Grafikkartenstütze und kein Adapterkabel, sondern könnte einfach nur die alte Grafikkarte durch die neue ersetzen. Schön bequem also. Und natürlich würde ich 600 € sparen. Der große Haken: mit nur 12GB VRAM kommt die 4070 bereits heute bei einigen (schlecht programmierten) Spielen an ihre Grenzen und generell reicht ihre Leistung nicht durchweg für 4K. Zwar nutze ich aktuell nur einen 1440p-Monitor. Aber von großer Zukunftssicherheit kann man bei der 4070 nicht sprechen, wenn man den Anspruch hat sämtliche Spiele auf maximalen Einstellungen, mit Raytracing und ohne Skalierung (DLSS) und Zwischenbildberechnung (DLSS Frame Generation) ruckelfrei zu spielen. Weder in 1440p und noch weniger in 4K.

Hier spielt die 4080 mit ihren 16GB VRAM und dem generellen Plus an Leistung (50-60%) natürlich ihre Trümpfe aus. Doch abgesehen davon, dass für jene 50-60% Mehrleistung ein Preisaufschlag von etwa 100% fällig ist, bleibt dennoch fraglich, ob man mit einer 4080 tatsächlich so viel mehr Zukunftssicherheit erhält. Ich für meinen Teil habe diese Frage mit “Nein” beantwortet. Erst eine 4090 böte diese weitreichende Zukunftssicherheit. Aber bei Preisen von über 1600 € steige dann auch ich als Hardware-Enthusiast endgültig aus. Dazu noch die Unannehmlichkeiten beim Einbau, die Unsicherheit bzgl. des umstrittenen 12VHPWR-Stromanschlusses und im Übrigen zudem die Tatsache, dass nVidia – im Gegensatz zu AMD – noch keine DisplayPort 2.0-Anschlüsse verbaut. Nein, dafür wollte ich nicht so viel Geld in die Hand nehmen. Es sollte also eine RTX 4070 werden.

1. Versuch

Entgegen meiner bewährten Devise, keine Billigprodukte zu kaufen, entschied ich mich ob der horrenden Preissituation nun doch erstmals dazu, das günstigste Produkt zu kaufen: eine Palit GeForce RTX 4070 Dual. Preispunkt: 599 € zzgl. Versand. Da meine defekte GTX 980Ti auch von Palit stammte und über (immerhin!) acht Jahre lang ihren Dienst zuverlässig verrichtet hatte, wollte ich dem Unternehmen eine erneute Chance geben. Karte gekauft, eingebaut. Ekelhaft ratternde Lüfter. Ausgebaut. Zurückgeschickt. 10 Tage auf Erstattung des Kaufpreises (natürlich ohne Versandkosten) gewartet.

2. Versuch

Ok, ich sehe es ein: drei Lüfter kühlen besser als zwei und sie brauchen auch weniger Umdrehungen pro Minute – sind also theoretisch leiser. Weitere Recherchen ergaben, dass das Modell GeForce 4070 EX Gamer* von KFA2 sehr hochwertig (acht Phasen) und leise sei. Bestellt für 645 € inkl. Code für Diablo IV*. Eingebaut. Tolles RGB-Spektakel. Sehr leise. 3D-Mark angeworfen. Plötzlich höllisch laut. Lüfterdrehzahl bei nahezu 100%. Dennoch Temperaturwerte von über 70° (Norm: ca. 60°) und Hotspot-Temperatur bei knapp 90° (Norm: 75°). Definitiv nicht normal! Ausgebaut. Zurückgeschickt. 10 Tage auf Erstattung des Kaufpreises gewartet. Trotzdem vom Händler per E-Mail Code für Diablo IV erhalten – bisschen komisch, aber kann ich ja – mangels berechtigter Grafikkarte (4070 aufwärts) eh nicht einlösen.

3. Versuch

Gigabyte GeForce RTX 4070 Eagle OC (Herstellerbild)

Dritter Versuch, dritter Händler. Dieses Mal Amazon*. Und dieses Mal wieder der Griff zu einem “alteingesessenen” Unternehmen: Gigabyte. Konkret: die GeForce RTX 4070 Eagle OC* für 660 €. Dazu wurde von Amazon die Zugabe eines Gutscheins für einen 33%-Nachlass auf einen dreimonatigen PC Game Pass beworben. Statt 30 € zahlt man also 20 €. Nun gut, nimmt man mal mit. Bestellt. Geliefert. Eingebaut. Läuft. Zwar auch dieses Mal spürbar heißer als in den Testberichten (ca. 10°C mehr!), aber immerhin von der Lautstärke erträglich. Ich entscheide mich die Grafikkarte zu behalten und schiebe die erhöhten Temperaturen auf eine wohl ungünstige Gehäusebelüftung sowie die sommerlichen Temperaturen. Drei Tage später fällt mir auf: wo ist denn eigentlich mein Code für den reduzierten PC Game Pass? Wurde mir wohl nicht geschickt. Kontaktaufnahme zu Amazon per Service-Chat. Wartezeit weniger als zwei Minuten – Klasse! Nachdem ich dort dem, offenkundig nicht deutschen aber sehr freundlichen Mitarbeiter erklärt habe, dass es diese Werbeaktion überhaupt gibt und worum es sich dabei handelt, erhielt ich das Angebot, dass man mir für die Unannehmlichkeiten einen Rabatt in Höhe von 10% auf den Kaufpreis der Grafikkarte anbietet. Also 66 €. Das war natürlich eine Hausnummer. Mir sind 10 € entgangen und man bietet mir als Entschuldigung 66 €. Ob das nun die Inkompetenz des Mitarbeiters oder eine sehr entgegenkommende Unternehmenspolitik war: ich habe natürlich akzeptiert.

Den Diablo IV-Code konnte ich im Übrigen auch noch aktivieren, da ich ja zwischenzeitlich doch noch eine berechtigte Grafikkarte erworben und im Aktionszeitraum aktiviert habe.

Fazit

Ich fasse zusammen: drei Versuche, drei Händler. Zwei Mal gab es offenkundige Mängel am Produkt. Zwei Mal gab es (für mich persönlich immerhin erfreuliche) “Auffälligkeiten” seitens der Händler. Ob man das mit “dem Service” nun gutheißen mag oder nicht: mir persönlich wäre es lieber gewesen, wenn einfach alles beim ersten Versuch geklappt hätte. Diablo IV-Code und 10%-Nachlass hin oder her. Irgendwie scheint “Qualität” oder “Kompetenz” nirgends mehr groß geschrieben zu werden.

Naja, wenn ich die beiden “Geschenke” nun verrechne, habe ich statt der ursprünglichen 660 € nun etwa 540 € bezahlt. Das macht den Malus mit den nur 12GB VRAM etwas erträglicher. Zudem werkelt nun ein nagelneues, stärkeres Netzteil in meinem Rechner. Alles irgendwie bizarr und surreal.

Aber gut: Ich hoffe, dass die erworbene Gigabyte-Grafikkarte nun ähnlich lange und zuverlässig ihren Dienst verrichtet wie ihre Vorgängerin. Wobei: der Umstieg auf einen 32″-UHD-OLED ist ja bereits fest eingeplant. Nur erscheinen muss dieser noch. Das ist aber wohl erst 2025 so weit. Dann geht das Spiel von vorne los – aber hoffentlich etwas weniger nervenaufreibend :smile: .

« Vorherige Seite - Nächste Seite »