Sicarius

Ein deutscher Rollenspielklassiker wird 20 Jahre alt

Letzte Woche haben wir das 20jährige Bestehen von Beim Christoph gefeiert. Heute vor 20 Jahren ist hingegen ein Spiel in die Händlerregale gekommen, das für mich und viele Veteranen dieser Seite ebenfalls eine besondere Bedeutung hat: Gothic, der Rollenspielhit aus deutschen Landen entwickelt von der Piranha Bytes Software GmbH und veröffentlicht von Egmont Interactive und dtp unter ihrem gemeinsamen shoebox-Label.

Ein bisschen Abschweifen

Giants: Citizen Kabuto (Herstellerbild)

Bevor wir aber genauer auf diesen absoluten Klassiker eingehen, darf natürlich nicht unerwähnt bleiben, dass 2001 grundsätzlich ein extrem gutes Jahr für Videospiele war. Serious Sam: The First Encounter feiert beispielsweise kommenden Sonntag seinen zwanzigsten. Black & White kam hingegen am 30. März 2001 in Deutschland auf den Markt. Außerdem in 2001 (in der Releasereihenfolge): Tropico, Red Faction, Baldur’s Gate II: Throne of Baal, Operation Flashpoint: Cold War Crisis, Anachronox, Final Fantasy X, Max Payne, Arcanum: Of Steamworks and Magick Obscura, Shenmue II, Silent Hill 2, Ico, Devil May Cry, Stronghold, Grand Theft Auto III, Aliens vs. Predator 2, Civilization III, Soul Reaver 2, Burnout, SSX Tricky, Project Gotham Racing, Giants: Citizen Kabuto, Ghost Recon und natürlich ein kleiner, völlig unbedeutender Launchtitel für Microsofts erste Xbox namens Halo: Combat Evolved, der über Nacht den Konsolenshooter neu erfinden sollte.

Heftig, was da damals los war und diese Aufzählung ist logischerweise nur die absolute Spitze des Eisbergs! Über ein Dutzend langjährige Serien haben 2001 ihren Anfang gehabt. So viele Titel, welche die Spielelandschaft teilweise komplett und nachhaltig verändert haben. Und gleichzeitig zahlreiche Werke, die innovativ waren und trotz oder gerade deswegen irgendwie keinen Fuß auf den Boden bekamen. Nein, ich rede nicht von Black & White. Das hat Peter Molyneux nur zu hoch gehypt. Verkauft hat es sich trotzdem wie geschnitten Brot (und wurde hier und da sogar Videospiel des Jahres) und bekam entsprechend einen Nachfolger spendiert. Ich rede hingegen beispielsweise vom Third-Person-Shooter/RTS-Mix Giants: Citizen Kabuto mit seinen drei völlig unterschiedlichen, spielbaren Fraktionen oder Ion Storms rundenbasiertes Sci-Fi-Party-Rollenspiel Anarchronox. Und ja, ich bin wie immer Teil des Problems. Ich hab‘ sie zwar im Regal stehen (von Giants sogar die Erstauflage) aber beide bislang nicht einmal ansatzweise durchgespielt. Wie lange noch bis ich in Rente gehen kann? Knapp 30 Jahre nach aktueller Gesetzgebung? Okay… :sad: .

Ein Rechenfehler

Doch zurück zu Gothic, dem zweitbesten Einzelheldenrollenspiel aller Zeiten. Warum nur zweitbestes? Weil der Nachfolger Gothic II (mit dem Addon Die Nacht des Raben) noch einmal eine große Schippe draufgelegt hat. Aber darüber können wir dann nächstes Jahr reden, wenn es am 29. November seinen 20. Geburtstag feiert. Wer Teil 1 nicht kennt: Ihr seid ein Neuankömmling im Minental auf der Insel Khorinis. Da sich das Königreich Myrtana im Krieg mit den Orks befindet, braucht es dringend das magische Erz aus den dortigen Bergwerken. Da aber nicht genug freiwillige Bergarbeiter bereitstehen, wurde kurzerhand entschieden ein Zwangslager aufzubauen. Reingeworfen wird jeder, der eine Hacke halten kann egal ob er nur ein Stück Brot geklaut oder eine ganze Ortschaft abgeschlachtet hat.

Um die Gefangenen von der Flucht abzuhalten, sollte eine magische Barriere errichtet werden, die zwar lebende Dinge reinlässt, aber nicht mehr raus. Leider haben die zwölf Magier in Mathe nicht so richtig aufgepasst (oder das magische Erz hat dazwischen gefunkt) und die Barriere umfasst nun das komplette Minental – inkl. der Magier. Da der König aber natürlich trotzdem sein Erz braucht, schließt er notgedrungen einen Handel mit den Insassen ab: Erz gegen alltägliche „Gegenstände“. In Anführungszeichen, weil auch Frauen zu diesen Lieferungen gehören und diese im Gothic-Universum nicht ganz so toll behandelt werden. Ich lasse das aber jetzt hier mal so kommentarlos stehen, okay? Danke.

Eine faustgroße Begrüßung

Gothic (Herstellerbild)

Das Spiel beginnt damit, dass ihr buchstäblich ins kalte Wasser unten am Fuß des Transportaufzugs geworfen werdet. Am Rand des kleinen Sees bekommt ihr anschließend von der Willkommensgarde einen Faustschlag in die Fresse. Nachdem ihr aus eurer Ohnmacht zurückkehrt, erwartet euch Diego, der den namenlosen aber sprechenden Helden begrüßt und ins Wesentliche einweiht. Gut, technisch gesehen ist der Spielercharakter nicht namenlos. Man erfährt ihn nur nie. Das Problem ist, dass ihn in keinem der Spiele einer danach fragt und er direkt von Diego klar gemacht bekommt, dass es auch irrelevant ist:

Diego: Ich bin Diego.
Held: Ich bin…
Diego: Mich interessiert nicht wer du bist. Du bist neu hier. Ich kümmere mich um die Neuen.[…]

Wenn das kein genialer Spieleinstieg ist, weiß ich auch nicht. Kein Hochglanzmist von wegen „Auserwählter“ oder so. Stattdessen harte Realität: Ich bin neu hier, stehe ganz oben auf der Abschussliste und werde vermutlich die erste Woche nicht überleben.

Und genau das ist es, was sogenannte Euro-Rollenspiele und Gothic ganz speziell ausmacht warum ich sie so viel besser finde als der High-Fantasy-Hochglanzscheiß vor allem aus dem Hause Bethesda. Ja, ich rede sowohl von The Elder Scrolls als auch den neueren Fallout-(Haupt-)titeln. Das Minental ist kein netter Ort. Es wimmelt nur so von wilden Tieren, Monstern (und Orks) und nicht raus zu können ist trotz der Versorgung durch den König keine schöne Sache. Und das zeigt sich an allen Ecken und Enden, denn das Tal mag zwar größtenteils mit Gefangenen besiedelt sein. Aber das sind trotzdem normale Menschen (inkl. des Helden). Menschen (und Tiere!), die einen einfachen aber realistischen Tagesablauf haben, die eher „Arschloch“ sagen als „Entschuldigen Sie“, die aus der Barriere raus wollen und eben keine hochtrabenden „Ich-lauf-mit-blank-geputzter-Rüstung-durch-die-Straßen-und-erschlag-den-Drachen“-Sirs und Madams. Das macht die Welt von Gothic trotz ihrer wenigen Polygone glaubhafter und nachvollziehbar als ich es damals aus anderen Spielen kannte.

Dazu kommt, dass diese komplett offene Spielwelt – es gibt nach dem erstmaligen, damals zugegeben sehr langen Laden nur 2-3 weitere Ladebildschirme z.B. beim Besuch der Minen – an sich sehr abwechslungsreich und mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet ist. Es gibt einen Tag- und Nachtwechsel mit Wettereffekten (wenn Blitze die Barriere erhellen sieht das immer noch genial aus) und jeder einzelne Gegenstand ist mit der Hand platziert. Erkunden wird entsprechend belohnt und ein paar natürliche Barrieren zwingen euch zwar auf bestimmte Wege aber euer Spielfortschritt wird hauptsächlich dadurch gebremst, dass euch im jeweiligen Gebiet stärkere Monster erwarten, die ihr vermutlich noch nicht besiegen könnt. „Vermutlich“, weil ihr ggf. vorbeirennen könnt oder sie sogar theoretisch auch mit Level 1 platt machen könnt, wenn ihr geschickt genug seid. Tote Viecher bleiben hingegen tot. Nur zum Kapitel-Wechsel wird die Welt aktualisiert und neue (nicht die gleichen!) Monster verteilt.

Kampf und Mampf

Das Kampfsystem spaltet vermutlich bis heute die Gemüter. Auf Knopfdruck wechselt ihr vom Bewegungsmodus in den Kampfmodus. Im Original wählt ihr nun euer Ziel mit den Pfeiltasten aus, haltet anschließend die „Strg“-Taste gedrückt und kombiniert diese dann wieder mit den Pfeiltasten (bzw. WASD). Ihr schlagt also nicht einfach zu, sondern müsst auch die Richtung wählen. Nach unten ist „Verteidigung“. Der Witz ist: Einfach draufhämmern geht nicht. Ihr müsst ähnlich wie später bei The Witcher zum rechten Zeitpunkt quasi den Schlag realistisch fortsetzen. Wenn ihr also zuerst nach links geschlagen habt, sollte der nächste nach rechts erfolgen. Erst dann kriegt ihr die richtigen Kombos hin und lasst eurem Feind keine Chance. Keine Frage: Das ist im ersten Moment extrem ungewohnt. Ich möchte es aber nicht mehr missen. Ich hab‘ in Gothic 2 sogar relativ zügig wieder zurückgeschaltet auf diese Art der Steuerung, weil ich selbst am ersten Goblin gescheitert bin ohne.

Gothic (Herstellerbild)

Außerdem merkt man das Training beim Lehrer (gegen Erz und Erfahrungspunkte) speziell beim Nahkampfstil. Schlägt der Held anfangs noch ziemlich unbeholfen auf den Gegner ein und pausiert viel, werden seine Bewegungen mit jeder Stufe flüssiger und ihr könnt diese noch präziser steuern. Sowieso ist Gothic sehr gut darin euch die Entwicklung eures Charakters zu vermitteln. Ist anfangs noch jeder Scavenger ein echtes Problem, fallen am Ende selbst ausgewachsene Golems zügig tot um und das nicht, weil ihr einfach nur im Level aufsteigt (die gibt’s nämlich nicht) und dadurch ein paar Zahlen hochgegangen sind. Es gibt stattdessen eben diesen direkten Bezug zu eurer Ausrüstung und euren erlernten Fähigkeiten. Das ist besonders extrem spürbar, sobald ihr euch einem der drei Lager anschließt (Neues und altes Lager sowie Sumpflager – grob Nahkampf, Fernkampf und Magie). Dann bekommt ihr nämlich die Ausrüstung des jeweiligen Lagers und seid plötzlich (was aber total Sinn macht) sehr viel stärker. Quasi „Ich bin jetzt Teil einer Gemeinschaft und dadurch besser“. Das ist ein extrem cooles Gefühl… zumindest bis man die Piranha-Bytes-Standardformel durchschaut hat. Diese Meilensteine gibt es nämlich in allen ihren Titeln – teils mehrfach :smile: .

Das Minental befreien

Natürlich wäre das Spiel doch etwas langweilig, wenn ihr auf immer und ewig nur der namenlose Neuling wärt. Ihr werdet selbstverständlich am Ende der Held sein, der die Barriere zerstört und das Minental befreit. Dazu tötet ihr wie von einem Rollenspiel gewohnt haufenweise Sachen, sammelt dabei Erfahrungspunkte mit denen ihr eure Fähigkeiten verbessert und Gegenstände, betreibt Handel, etwas Handwerk gibt es ebenfalls (Schmieden, Alchemie, etc.) und erfüllt Aufgaben (erfreulich wenige „Töte dies, bring das dahin“-Sachen), die euch kreuz und quer durch die abwechslungsreiche Landschaft schicken. Dabei erfahrt ihr immer mehr über die Hintergründe, lernt viele interessante (oder nervige) Charaktere durch teils geniale Dialoge kennen und deckt logischerweise nach und nach den eigentlichen Grund auf, warum die Barriere nicht so geworden ist wie gewünscht.

Auf dem Weg zum Finale lassen euch die Entwickler sehr viele Freiheiten. Ihr seid nicht zwingend einem Archetyp verpflichtet – ein reiner Wassermagier hat nur Zugriff auf stärkere Sprüche – und könnt euren Charakter so aufbauen wie ihr es wollt. Ein Großteil der Quests kann zudem auf mehrere Arten gelöst werden. Ja, einfach alle abschlachten gehört dazu. Und das Tempo des Fortschritts bestimmt ihr selbst. Wenn ihr erst drei Stunden lang das Gebiet rund um den Aufzug erkunden wollt, dann hindert euch nichts daran. Ihr werdet also wirklich einfach in die Welt geworfen und könnt tun und lassen was ihr wollt. Der Rest ergibt sich komplett organisch und fast schon automatisch.

Fazit

Gothic (Herstellerbild)

Ich kann mich nicht an viel aus meiner Kindheit und Jugend erinnern. Aber zwei Sachen weiß ich auf jeden Fall noch: Ich hatte Gothic das erste Mal auf einer Buchmesse gesehen. Vermutlich anno 2000. Es war recht fehl am Platz aber es gab‘ damals ja noch keine Spielemessen in Deutschland. Es lief auf einem Rechner am Rand eines Stands und ich wusste ehrlich gesagt nicht viel damit anzufangen (ein Teil des alten Lagers war zugänglich). Entsprechend habe ich mich nicht lange damit beschäftigt. Ihr wisst schon: Kunstbanause.

Die zweite Sache ist ein Feiertag im Jahre 2001 (vermutlich Ostersonntag oder Ostermontag), den ich noch ganz genau vor Augen habe: Rondrer, Daiah und Don Quichotte waren im Wohnzimmer vor meinem Computer (ein Pentium-3-Rechner, den ich Azzkickr abgekauft hatte) versammelt und schauten mir zu wie ich Gothic spielte. Ich war noch recht am Anfang, wir haben in der Zeit auch das In Extremo-Konzert zum ersten Mal gesehen. Und wir alle waren von dem Spiel begeistert. Rondrer hat es sich im Anschluss sogar gleich selbst geholt und wir haben dann über ICQ sehr viel über unsere Erlebnisse gechattet.

Gothic und Gothic II haben mich also durchaus geprägt, was mich sicherlich etwas voreingenommen macht. Aber ich spiele sie beide (mit dem ein oder anderen Grafik- und Bugfixing-Mod) immer noch sehr gerne aufgrund ihrer spielerischen Qualitäten und kenne absolut keine vergleichbaren Werke. Ja, selbst Risen kommt an das Original nicht ganz ran – und das nicht nur wegen der Nostalgiebrille. Was Piranha Bytes da vor 20 Jahren fabriziert hat war einfach eine geniale und runde Sache. Gothic hat eine authentische, lebendige und frei begehbare 3D-Spielwelt in der es angenehm „erwachsen“ zugeht ohne gleich in „Gewalt“ und „Sex“ zu versumpfen und wo nicht alles einfach nur schwarz und weiß ist. Und es macht Spaß diese zu erkunden.

Im Jahr 2021 aber, da mache ich mir natürlich keine Illusion, ist der Titel in vielerlei Hinsicht (Steuerung, Technik, etc.) sehr veraltet. Da kann auch die immer noch sehr aktive Mod-Community nur bedingt helfen. Wir konnten ja schon 2006 unseren Azzkickr nur schwer davon überzeugen den zweiten Teil endlich mal zu spielen obwohl er am Ende total begeistert davon war (und trotzdem bis heute nicht Teil 1 nachgeholt hat). So gerne ich also nun was von wegen „Pflichtspiel“, „müssen alle Rollenspielliebhaber nachholen“ und dergleichen faseln würde – die Realität ist schlicht und einfach wie so oft: Wer damals nicht dabei war, wird sich vermutlich schwer damit tun. Einen Versuch ist es aber definitiv wert. Versprochen! Also traut euch :smile: .

7 Kommentare

Achja, 2001 war tatsächlich ein fantastisches Gaming Jahr.

Bis auf Black & White. Über die Grütze könnte ich mich heute noch aufregen. Umso erstaunter war ich letztens bei einer Diskussion (irgendwo auf Reddit oder so), dass sehr viele Leute sehr wohlwollend darauf zurückblicken. Bei mir hingegen hat es den Ruf von Peter Molyneux nachhaltig zerstört, mit Fable und Konsorten konnte ich entsprechend auch nichts anfangen.

Giants: Citizen Kabuto war hingegen ein wirklich fantastisches Spiel, das hab ich echt viel gezockt. Wirklich schade, dass es kommerziell gefloppt ist und entsprechend in der kollektiven Gaming-Erinnerung ziemlich untergegangen ist. Gab ja auch (trotz einiger Anläufe) nie einen Nachfolger.

Ja und zu Gothic muss ich wirklich nicht mehr viel sagen, was Christoph nicht schon genannt hat. Da wird für mich auch nie mehr irgendwas drüber gehen können, dafür sind viel zu viele positive Erinnerungen damit verknüpft. Ich hätte ja jetzt gern die Anekdote erzählt, wie ich es das erste mal beim über die Schulter schauen bei Christoph gesehen hab, aber selbst das hat er mir (in höherem Detail; hätte nicht gewusst, dass das Ostern war) vorweggenommen :wink:

Ich muss auf jeden Fall irgendwann mal Gothic 3 nachholen. Nachdem die Enttäuschung zum Release zu groß war, hab ich mich da lange nicht mehr ran gewagt. Soll mit unzähligen Community-Patches, Story-Mod usw. aber mittlerweile ein echt gutes Spiel sein. Mal sehen.

Da die Verwandtentreffen damals eingetaktet waren (wer kommt wann zu wem im Jahresverlauf), war das jetzt nicht sonderlich schwierig :wink: .

Und ich dachte tatsächlich du hättest Gothic 3 damals durchgespielt? Mmmh. In meinem Savegame bin ich meines Wissens grad mitten im hohen Norden unterwegs. Kriegs nur leider seit langem nicht mehr geladen (kommt direkt Where‘s the Guru?) – hab‘ mich aber abseits diverser Ladeversuche über die Jahre nicht weiter ernsthaft mit beschäftigt.

Ich kann mich tatsächlich auch noch erinnern, vor allem wegen In Extremo, sonst hätte ich mich wahrscheinlich ehrlicherweise nicht ganz so dafür interessiert..
Sherlock Daiah hätte jetzt allerdings behauptet, dass die ganz großen Feiertage wie Ostern damals noch bei Oma und Opa gefeiert worden sind und bei euch dann eher die Geburtstage, die um die Jahreszeit ja auch anfallen.. kann mich aber auch täuschen.

Ostersonntag war Großeltern und Ostermontag dann in Gunzemich. Da binsch mir zu 84,21% sicher. Außerdem macht zeitlich nichts anderes Sinn in Bezug auf Gothic. Hab’s definitiv zeitnah zum Release gekauft und gespielt.

Aber wir waren ja normal nicht beide Tage da, ham ja auch noch annere Verwandtschaft.. und ich hätt jetzt gedacht wir wären dann immer in L. gewesen. Und deine Geschwister haben ja um die Jahreszeit auch Geburtstag, deshalb..
Aber egal, ich find es spannend wie unterschiedlich die Wahrnehmung ist, schon bei sowas eigentlich eindeutig objektiv messbarem. Macht jetzt aber glaub ich auch nicht so viel Sinn, die Familienchroniken hier zu diskutieren :D

So, habe Gothic 3 endlich durch. 63h hab ich da rein versenkt (alle Quests gemacht, außer die, die sich Gegenseitig ausschließen).

Und letztendlich haben sich mein Erwartungen erfüllt. Unter der Haube spürt man auf jeden Fall noch, dass da ein Gothic drunter schlummert. Aber ein wirklich gutes Spiel ist es aufgrund der Schwächen einfach nicht.

Alles ist einfach viel zu groß und Umfangreich. Es gibt so viele Städte, aber es läuft immer gleich ab: Mach ein paar triviale Aufgaben für Orks und Widerstand (oder in der Wüste Assassinen und Nomaden) bis du die beiden Aufgaben hast entweder die Stadt von den Orks zu befreien oder den widerstand in einem Lager außerhalb der Stadt zu vernichten. Und dann gehts erstmal weiter zur nächsten Stadt, denn zum einen ist man nicht Stark genug für die großen Kämpfe und zum anderen verbaut man sich das komplette Spiel, wenn man zu früh anfängt Städte zu befreien (sobald man 3 Städte für eine Fraktion befreit hat, ist man im gesamten Land Kill-on-sight für die andere Fraktion). Und über die Enden (es gibt 3 verschiedene) will ich gar nicht reden, die sind einfach nur peinlich.

Dabei ist das alles total unzusammenhängend. Niemand sagt einem wo man als nächstes hin soll/kann. Die (ultra-seichten) Storys der einzelnen Städte hat fast nichts miteinander zu tun. Und die Hauptstory könnte sowieso kaum banaler sein.

Fast am schlimmsten finde ich aber das Kampfsystem. Das ist ganz klar auf eins gegen eins Kämpfe ausgelegt und da funktioniert es auch sehr gut, in meinen Augen (habe sämtliche Arenakämpfe, von denen es ne ganze Menge gibt, beim ersten oder ganz selten mal dem zweiten Versuch geschafft). Die allermeisten Kämpfe sind aber nicht eins gegen eins, sondern man kämpft fast immer gegen große Gruppen. Gerade in Nordmar ist es total normal gegen 10-15 Wölfe auf einmal zu kämpfen. Oder dass man mehrere Grabkammern säubern muss, in denen mal eben 50+ Skelette stehen. Die Grabkammern in der Wüste sind ähnlich. Um am schlimmsten natürlich die Orklager und Städte, davon muss man im Laufe des Spiels sicher ein Dutzend erledigen. Und da steh man oft mal eben 10-50 Orks gleichzeitig gegenüber.

Aber das Kampfsystem ist dafür einfach nicht ausgelegt. Wenn ich auf eine Gruppe von 10 Gegnern schlage, reicht es aus, dass ein einziger davon blockt um meinen Schlag komplett zu neutralisieren, meine Animation abzubrechen und offen für Konter zu sein. Das ist extrem frustrierend. Selbst wenn man den Gegnern durch Ausrüstung, Level usw. vollkommen überlegen ist, kann man sich nicht einfach durch die Horden schnetzeln. Jeder Bauer kann die Schläge von deinem magischen Mega-Erzzweihänder locker blocken. Und selbst mächtige Erzmagier sind mit ihrem dämlichen Holzstab absolute Monster im Nahkampf.

Als Magier hat man es vermutlich einfacher, zum einen kann Magie nicht geblockt werden, zum anderen gibt es einige Sprüche mit Flächenschaden.

Sie haben sich damals halt einfach übernommen. Werd’s aber auch irgendwann mal fertig spielen. Ohne den letzten Patch scheint mein uraltes Savegame noch zu funzen :smile: .

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