ChuChu hat schon bessere Tage gesehen.

Okay, ganz so extrem wie die Überschrift es impliziert, ist es dann doch nicht. Unser ChuChu funktioniert auch nach fünf Jahren größtenteils noch. Aber wir haben uns vor fast zwei Monaten dann doch entschieden für Ersatz zu sorgen. Genauer gesagt steht jetzt auf der Ladestation im Schlafzimmer der Tineco Floor One S5*. Dieses Modell, weil es in den einschlägigen Haushaltsgruppen auf Facebook empfohlen wurde und die höheren Versionsnummern nur Features bieten, die uns den teils signifikanten Aufpreis nicht wert waren.

Aber ich presche schon wieder zu weit vor – wobei ich tatsächlich letztes Jahr erwähnt hatte, dass es vermutlich so weit kommen würde. Insofern :wink: . Damals hatte ich auch grob unsere Probleme mit ChuChu genannt: Er saugte nur noch und konnte nicht mehr Wischen. Er ist vergleichsweise laut und langsam und geht damit Lysanda gerne mal auf die Eierstöcke. Er verliert hin und wieder mal seine WLAN-Verbindung und die Neuverbindung ist dann mitunter ein kleiner Krampf. Und man muss relativ viel während seiner Arbeit auf ihn aufpassen, weil er sich sonst irgendwo verrennt (besonders gerne unterm Esstisch…). Zwischenzeitlich hatte er zudem das Sprechen verlernt aber das kam irgendwann plötzlich wieder. Keine Ahnung warum. Alles in allem macht er also zwar weiterhin ganz gut sauber, wenn wir ihn mal laufen ließen. Die Motivation ihn zu starten hatte aber einen absoluten Tiefpunkt erreicht – bei konsequenterweise gleichzeitiger Zunahme der Katzenhaarkonzentration :smile: .

Das Thema “Rückkehr zum Handgerät” wurde entsprechend letztes Jahr plötzlich zu einem Thema. Und dann stieß Lysanda auch noch auf den Tineco-Wischsauger und das viele Lob diverser Tierbesitzer. Wir (=ich) haben dann zwar noch ein paar weitere Wochen überlegt. Am Ende haben wir (=ich) aber eingesehen, dass wir mit ChuChu einfach nicht mehr glücklich werden. Also haben wir uns testweise mal das Handgerät angeschafft – und sind absolut zufrieden damit. Aus dem “testweise” ist entsprechend mittlerweile ein “wir haben ihn behalten” geworden.

Das Gerät

Der Tineco Floor One S5* ist also in die CasaLysanda eingezogen. Ein absoluter Pluspunkt gleich am Anfang: Es ist kein IoT-Gerät. Keine App, keine Netzwerkverbindung. Einfach nur klassische Knöpfe am Gerät selbst. Und selbst davon gibt es nur drei Stück direkt oben am Griff: An- und Ausschalter, Selbstreinigung starten und manueller Modus. An der Rückseite ist ein Frischwassertank mit 800ml Fassungsvermögen. An der Vorderseite der Schmutzwasserbehälter (720ml) inkl. Filter. Beide Behälter sind jeweils mit Hilfe eines Griffs herausnehmbar und werden anschließend einfach wieder reingedrückt. Simpler geht es nicht. Darüber ist ein LED-Display, auf das man von oben herab draufschaut.

Das Display zeigt den Akkustand, ein paar Meldungen wie z.B. “Frischwasserbehälter” leer (wobei er das auch verbal ansagt), die aktuelle Leistung anhand einer Linie und hat – aus meiner Sicht mehr Gimmick als wirklich nützlich – einen bunt leuchtenden Rand, der anzeigt wie viel Dreck der “iLoop”-Sensor erkannt hat. Je dreckiger, desto höher die Saugleistung und der Wasserdurchfluss. Er passt das quasi automatisch während der Arbeit an. Oder man schaltet in den manuellen Modus, dann ist er immer auf höchster Leistungsstufe unterwegs.

Auf der Ladestation

Die Action findet logischerweise ganz unten am Gerät statt. Dort ist eine Walzenrolle, die sich konstant mit 450 Umdrehungen pro Minute… ja, dreht halt. Von oben wird dann Wasser draufgespritzt und darunter dann Dreck und Wasser eingesaugt nachdem es von einem Abstreifer von der Rolle… ja, abgestreift wurde halt. Kann ich doch nichts dafür, dass der Kram so aussagekräftig benannt wurde :tongue: . Und das war die ganze Magie. Hinten sind noch zwei Plastikräder dran, um die Beweglichkeit zu gewährleisten. Aber alles in allem heißt es bei dem 4,5kg schweren Gerät einfach: Ausrasten, Einschalten, Loslegen – für 35 Minuten bei 79dB(A), dann ist spätestens der Akku leer. An dieses Limit sind wir aber tatsächlich noch nicht gestoßen. Da passiert es eher, dass der Frischwasserbehälter mal wieder gefüllt oder der Schmutzwassertank geleert werden muss.

Die Erfahrung

Die ersten Wochen mit dem Gerät waren vor allem davon geprägt, dass wir definitiv häufiger sauber gemacht haben als wir es sonst gewohnt sind. Es ist schlicht zu einfach damit mal kurz durch die Küche zu pesen, wenn Lysanda oder die Vierbeiner mal wieder Dreck verursacht haben. Und wenn man schonmal auf dem Weg in die Küche ist, kann man ihn auch schon im Schlafzimmer anmachen und ein bisschen Flur und Wohnzimmer gleich mitmachen. Durch die sich ständig drehende Walzenrolle fährt er quasi von alleine davon und nimmt (fast) alles mit, was ihm in den Weg kommt. Nur mit größeren Kartonstücken aus den Kratzbetten hatte er (aus nachvollziehbaren) Gründen seine Probleme.

Den Großteil des Schmutzes schafft er mit einmal drüberfahren direkt zu entfernen. Ab und zu hinterlässt er mal ein feuchtes Katzenhaar, wo man nochmal drüber muss. Aber nichts wildes. Bei hartnäckigeren Flecken wie z.B. an unserem Katzenfutterplatz bleibt man hingegen einfach etwas länger an der gleichen Stelle und dann schafft er es nach etwas Einweichzeit ebenfalls. Allerdings hat er das gleiche Problem vieler Staubsauger: Das Vorderteil ist relativ groß und klobig, weshalb man nicht unbedingt überall drunter kommt. Und die Bürste geht ebenfalls nicht bis zum Rand. Es bleibt entsprechend vorne, links und rechts ein Streifen an der Wand entlang übrig, der nicht gewischt wird. Die Saugleistung ist aber immerhin groß genug, dass er zumindest seitlich fleißig alles mit einsaugt, wenn er schon nicht mit Wasser hinkommt.

Außerdem kann der Griff nicht bis runter zum Boden gedrückt werden, dann hebt sich nämlich das Vorderteil an. Also selbst, wenn genug Platz wäre, kommt er deshalb nicht sonderlich tief unter die Möbelstücke drunter. Wir kommen entsprechend doch nicht um eine händische Komplettreinigung hin und wieder herum, wenn wir wirklich alles erwischen wollen :sad: . Ach und mit Teppich kann er ebenfalls nichts anfangen. Weder die Walze noch die Wasserzufuhr lässt sich nämlich abstellen, um einfach nur irgendwo zu saugen. Aber alles andere macht er wunderbar sauber und da er relativ wenig Wasser verwendet, sind zumindest die Fliesen und das Laminat zügig wieder trocken.

Auch im Keller habe ich ihn schon benutzt. Etwas, was mit ChuChu gar nicht so ohne Weiteres möglich war. Da ist der Großteil der Fläche bekanntlich mit Methacryl-Fußbodenfarbe gestrichen. Die ist relativ rau, weshalb ich mit meinem normalen Wischer nur ungern da unten entlang gehe. Und auch dem unbehandelten Kork im Fitnessraum ist bereits ein Wischerstiel zum Opfer gefallen, weil ich so viel Kraft aufwenden musste. Entsprechend gespannt war ich, wie sich der Tineco macht. Die Antwort: Man darf es auch mit ihm nicht übertreiben. Vor allem den Kork mag die Walzenrolle nur bedingt. Es ging ganz klar besser als mit der Hand aber man hörte durchaus, dass man ihm etwas Lebensenergie entzieht (immer mal wieder eine durchdrehende oder hängende Rolle). Aber für hin und wieder denke ich werde ich es weiter riskieren. Besser als gar nicht anständig dort unten sauber zu machen.

Die Wartung

Das Vorderteil ist gut zerlegbar

Ist man mit dem Putzen fertig, geht es noch nicht direkt auf die Ladestation. Es empfiehlt sich stattdessen zuerst den Frischwassertank wieder aufzufüllen und den Schmutzwasserbehälter zu leeren und zu säubern (=auskippen und mit Wasser ausspülen). Außerdem lässt sich die Abdeckung der Walzenrolle und die Walzenrolle selbst entfernen. Da hängt dann auch immer noch einiges an Katzenhaaren fest. Erst dann geht er auf die Ladestation und man startet den Selbstreinigungszyklus. Da schabt er dann nochmal fleißig die Walzenrolle ab und bläst die Röhrchen frei. Verbraucht dann nochmal ein bisschen Frischwasser und füllt den Schmutzbehälter ein wenig. Das System fordert deshalb ihn anschließend nochmal auszukippen (wegen einer möglichen Geruchsbelästigung). Aber das geht so fix, da stört es mehr, dass der Sauger einen gleich doppelt darauf hinweist :smile: .

Mit im Paket enthalten war eine Ersatzrolle, ein Ersatzfilter, ein kleiner Reinigungsstab für die Transportröhre im Schmutzwasserbehälter sowie eine Flasche Reinigungsmittel. Man soll nämlich unbedingt nur Reinigungsmittel von Tineco ins Wasser tun. Könnte ja sonst was im Zulauf stecken bleiben oder so. Wir putzen aber tatsächlich einfach nur mit unserem Leitungswasser aus der Osmoseanlage. Schon allein, damit die Katzen nicht irgendwelchen ungesunden Kram an die Pfoten kriegen. Das mag dann vielleicht nicht tiefenrein sein oder sowas. Aber für uns (und Lysandas nackten Füße) ist es sauber genug.

Fazit

Ich weiß, ich neige dazu Neuanschaffungen immer gleich über den Klee zu loben. Das liegt freilich auch daran, dass ich über den restlichen Kram meist nicht berichte. Aber wir waren von ChuChu durchaus am Anfang sehr begeistert, so ist es nicht. Die Probleme haben sich erst nach einigen Monaten/Jahren gezeigt. Insofern schließe ich nicht aus, dass ich auch den Tineco Floor One S5* irgendwann in einem negativen Licht sehe. Aber zum jetzigen Zeitpunkt haben sich die 268 EUR für uns mehr als nur gelohnt, die wir durch das damalige Angebot bezahlt haben.

Der große Vorteil ist für uns eindeutig, dass es so einfach und leicht ist ihn zum Einsatz zu bringen. Kein Staubsaugerschlauch, den man durch die Gegend schleppen muss (von unserer Hausstaubsaugeranlage). Kein Wischsaugroboter, der nicht mehr wischt und auf den man ständig aufpassen muss. Da macht das Putzen wieder Laune und wird entsprechend öfters gemacht – sogar für vermeintliche Kleinigkeiten. Und selbst Lysanda holt ihn hin und wieder raus (ihr ist der Schlauch der Hausstaubsaugeranlage zu schwer und unhandlich). Wenn das keine klare Kaufempfehlung ist, dann weiß ich auch nicht… :wink:

Poldi

Bevor der Katzenhasser angesichts der Fotos wieder in die Kommentare springt: Nein, wir haben uns nicht zwei neue Vierbeiner angeschafft. Mein Deal mit Lysanda ist, dass es erst wieder bleibende Neuzugänge gibt, sobald eine von unseren gestorben ist. Und mein dahingehender Deal mit den Katzen ist, dass sie mindestens 15 Jahre alt werden müssen. Dauert also noch ein bisschen (Balu ist 12), bevor Ersatz notwendig ist. Die zwei Kater sind hingegen hier, weil wir für zwei Wochen unseren Waschraum untervermietet haben, damit die eigentliche Besitzerin beruhigt in den Urlaub fahren konnte.

Blindfisch!

Der eine Kater heißt Poldi (nach dem Fußballer) und ist wie Pichu ein Siam-Mix aber in rot-weiß. Er ist sieben Jahre alt und hat die Besonderheit, dass er vollständig blind ist. Auch mal eine komplett neue Erfahrung für uns. Tut seinem Bewegungsdrang aber keinen Abbruch. Ständig auf Achse der Kleine und keine Ruhe im Popo. Macht dann halt ab und zu mal *bonk*, wenn er mal wieder zu stürmisch/unachtsam ist und irgendwo dagegen stößt oder *platsch*, wenn er in den Wassernapf tritt. Lasse ihn, während ich die Zeile im Keller sitzend schreibe, mal wieder ein bisschen rumlaufen damit er sich nicht so langweilt. Von Lysanda Turnschuhen im Fitnessbereich ist er scheinbar besonders begeistert. Sein gefühltes Lebensmotto scheint: “Essen oder Abenteuer” zu sein. Definitiv ein herzallerliebster Kerl. Bitte? Ja, wir geben ihn selbstverständlich wieder zurück. Was denkt ihr denn?!

Peanut

Nummer zwei ist das komplette Kontrastprogramm. Er hört auf den Namen Peanut und ist rot-getigert. Zwölf Jahre hat er auf dem Buckel und er ist total ängstlich. Entsprechend verbringt er die meiste Zeit des Tages in der Höhle seines Kratzbaums. Wobei Lysanda ihn jetzt nach einer Woche Aufenthalt zumindest schonmal so weit hat, dass er für Leckerlis auch mal rauskommt. Aber streicheln oder Kuscheln? Nicht, wenn man seine Hand behalten will.

Kontakt mit unseren Vierbeinern gibt es übrigens nicht. Die beiden Besucher sind zwar frisch gegen Katzenschnupfen geimpft und wir können natürlich nicht garantieren, dass hier im Keller nicht ebenfalls ein paar Maya-Viren rumfliegen. Aber man muss es ja nicht herausfordern, dass sich eine von beiden Parteien (unsere oder sie) irgendwas einfängt. Tatsächlich weiß nur Lyssi gesichert, dass hier unten mindestens eine neue Katze ist. Sie ist mal durch die Kellertür geschlupft und dann sofort erstarrt und aufgebauscht wie ein Eichhörnchen. Die anderen wundern sich hingegen nur, warum wir zwei Mal am Tag mit Essen in den Keller verschwinden und dann die Geräusche von geworfenen Leckerlis ertönen.

Das mit dem Essen dürfte tatsächlich das Schwierigste für uns bei der ganzen Sache sein. Man muss sich halt an die Diät-Vorgaben der Besitzer halten, egal was man persönlich (und offensichtlich auch Poldi) davon hält. Naja, bis Samstag noch, dann ziehen sie wieder aus. Insgesamt eine relativ gechillte Angelegenheit und ich rechne fest damit, dass wir für den nächsten Urlaub wieder gefragt werden :smile: .

Unsere Maunzer

Wir vernachlässigen also unsere Katzen? Nein, natürlich nicht! Denen geht es immer noch (viel zu) gut. Sie haben außerdem in den letzten Monaten neues Spielzeug bekommen:

  • Laserspielzeug

    Laserspielzeug* – Das Teil haben wir ausschließlich für Maya angeschafft. Es heißt ja immer Laserpointer wären schlecht, weil die Katze dann keinen Jagderfolg hat. Maya ist das tatsächlich völlig egal. Gefühlt ihr liebstes Geräusch war die ganze Zeit der Einschalter unseres Bosch Laserentfernungsmesser*. Da ist sie sofort total durchgedreht und hat uns auch aufgefordert damit mit ihr zu spielen, sonst wurde alles runtergeschmissen, was der Schrank her gab. Aber zum einen ist der Laser im Distanzmesser vermutlich nicht ganz ungefährlich für Katzenaugen. Und zum anderen haben wir auch ehrlich gesagt nicht immer Zeit mit ihr zu spielen, wenn sie gerade will. Und sie will mittlerweile immer, wenn wir am Tisch sitzen. Deswegen ist Lysanda auf die Laserkatze gekommen.

    Das verlinkte Modell hat drei Modi. Einen langsameren, einen schnelleren und einen gemischten Modus. Sie läuft 15 Minuten lang und schaltet sich dann für zwei Stunden automatisch ab. Stellt sie nach den zwei Stunden eine Bewegung fest, geht sie wieder für 15 Minuten an. Ihr könnt sie aber auch komplett ausschalten. Der Laser bewegt sich relativ zufällig durch die Gegend. Die Katze kann nämlich sowohl den Kopf nach links und rechts drehen, als auch den Laser hoch- und runterstellen. Außerdem kann am Hals noch ein bisschen der Winkel verändert werden. Geladen wird sie über USB-C.

    Und was sollen wir sagen? Maya fährt voll darauf ab. Einfach irgendwo hinstellen, anmachen (am liebsten im schnellen Modus) und die Katze ist für 15 Minuten völlig aus dem Häuschen. Freilich ist es immer besser sich selbst mit seinen Vierbeinern zu beschäftigen. Aber ein bisschen Technik im Alltag schadet definitiv nicht.

  • Hunderspielzeug

    Hundespielzeug Intelligenz* –“Wie bitte? Ein Hundespielzeug?!” – ja, ein Hundespielzeug. Das ist aber auch für Katzen geeignet. Genauer gesagt beschäftigt sich tatsächlich fast ausschließlich Balu damit. Es ist rund und an der Außenseite befinden sich sechs Klappen sowie zwei Schiebedinger. Während die Schiebedinger manuell befüllt werden müssen, sind die Fächer unter den Klappen mit der durchsichtigen Kuppel in der Mitte verbunden. Da packt man dann Leckerli rein und wenn man draufdrückt, fallen sie in die Fächer.

    Das hat mittlerweile tatsächlich auch Balu verstanden. Also, dass er oben draufdrückt und dann Leckerli runterfallen. Nur die zwei Schiebedeckel, die übersteigen weiterhin sein Verständnis und/oder er ist nicht geduldig genug dafür. Aber ansonsten findet er es echt super. Also ihm wären die Leckerli pur selbstverständlich viel lieber, aber mit Pfote und/oder Nase die Klappen auf zu machen und die Leckerli rausfischen macht er gerne. Und es beschäftigt ihn durchaus eine Weile, denn die Klappen werden mehrfach von ihm kontrolliert.

  • Katzenlabyrinth

    Katzenlabyrinth* – Davon haben wir mittlerweile sogar zwei im Haus. Das erste haben wir bei Amazon gekauft und uns dann in den Hintern gebissen, weil es dort zehn Euro teurer war als bei zooplus. Man muss echt immer aufpassen…

    Das Labyrinth wurde sofort von Lyssi adoptiert. Sie ist total begeistert davon. Sie plündert den ganzen Kasten bis auf den letzten Krümel. Bei dem Spielzeug handelt es sich um ein Art Steck-Labyrinth für Leckerlis mit Pinnen und Toren, die ihr beliebig ausbauen und an einer anderen Stelle wieder reinstecken könnt. Damit könnt ihr nicht nur den Schwierigkeitsgrad regulieren, sondern euren Samtpfoten auch immer neue Herausforderungen geben. Darüber gestülpt ist ein durchsichtiges Plastikgehäuse mit Löchern. Da müssen die Vierbeiner dann ganz schön mit ihren Pfoten und ihrem Köpfen arbeiten, um an die Leckerlis ranzukommen. Unserem Balu ist das anscheinend zu anstrengend. Zumindest beschäftigt es ihn nicht so lange bis er aufgibt. Und falls ihr Angst habt, dass es eure Liebling durch die Gegend schieben: Die Saugnäpfe sind so stark, dass sie uns am Billy-Regal hängen geblieben sind und wir sie einzeln wieder abmachen mussten!

Spielzeug für Maya, Balu und Lyssi. Okay – und was haben Jules und Pichu bekommen? Wurden die mal wieder vergessen?! Ihr Tierquäler! Nein, die wurden nicht vergessen. Sie haben theoretisch die Möglichkeit ebenfalls mit den drei Sachen zu spielen. Ihr Interesse daran ist jedoch absolut nicht vorhanden. Sie fahren mehr auf unsere Minzsocke ab. Ja, Pichu hat die XXL-Maus schon zerstört. Deswegen haben wir sie in eine alte Socke gewickelt. Scheint stabiler zu sein. Ansonsten pest Pichu gerne einfach so durchs Haus und kloppt sich mit Jules. Insofern gehen wir jetzt erst einmal davon aus, dass er aus seiner Sicht gut beschäftigt ist.

Jules hingegen… ist ein schwieriger Fall. Wir sind faktisch noch auf der Suche. Am ehesten spielt er noch mit einer Regenbogenangel*. Warum auch immer versucht er die dann zu apportieren. Aber ansonsten ist er mehr der Kuscheltiger, der ständig geknuddelt und gestreichelt werden will und weniger der „mit Menschen spielen”-Typ. Möglicherweise ist seine entsprechende Langeweile ein Grund, warum er gerne unsere Mädels ärgert. Aber er hat ja noch ein paar Jahre im Haus. Wir werden schon noch was finden :smile: .

Wikifeet, here I come!

Seit ein paar Wochen bin ich endlich wieder ein uHu – und das sowohl morgens als auch abends! Ich kann es selbst noch gar nicht richtig fassen, dass ich es nach so langer Zeit geschafft habe. Der Weg zum eigentlichen Ziel ist zwar immer noch gefühlt sehr weit, aber an dieser einen Hürde habe ich echt sehr lange geknabbert. Und da jetzt grundsätzlich die funktionierenden und alltagstauglichen Maßnahmen feststehen, bin ich gleichzeitig guter Dinge, dass es so auch noch weiter geht.

Wad willst du von mir?!

“uHu” steht für “Unter Hundert”. Genauer gesagt sind es zum Verfassungszeitpunkt ca. 97kg. 2022 sah ich zwar immerhin mal wieder die 103kg, aber die waren nicht konstant. So war ich Mitte 2023 erneut kurzzeitig bei 113kg angekommen. Dabei hatte ich es 2015 doch nach ewigen Zeiten tatsächlich bis runter auf 88kg geschafft (optimal sind für meine Größe eher 80-85kg je nach Muskelmasse). Das hab‘ ich auch einige Monate gehalten, so ist es nicht. Und dass, obwohl wir zu dem Zeitpunkt erst am Anfang standen, was die Ernährungsumstellung und den Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln waren – wo man ja erwarten würde, dass es noch besser läuft.

Entsprechend bin ich nicht gerade stolz darauf gewesen 2020 nicht nur wieder die 100kg zu knacken, sondern ziemlich bald danach sogar den nächsten Zehner. Aber es ist halt aus diversen Gründen passiert. Übermäßiger Schokoladenkonsum war sicherlich einer davon. Am stärksten reingehauen hat bei Lysanda und mir aber vermutlich Corona und der damit verbundene Beginn der Home-Office-Zeit. Diese veränderten Lebensumstände (vor allem wesentlich weniger Bewegung im Arbeitsalltag bei gleichbleibender Kalorienzufuhr) haben wir körperlich lange nicht in den Griff bekommen und sind entsprechend beide stärker auseinander gegangen. Da half auch unser voller Fitnessraum nicht so recht – er hat vermutlich nur noch Schlimmeres verhindert :smile: .

Als ich letztes Jahr dann die 113kg auf der Waage sah und mein Unterbewusstsein mich an die nahende “4” in meiner Altersangabe erinnerte, kam ich aber scheinbar endlich zu der Erkenntnis “Babbsack, das kann so nicht weitergehen mit dir! Du schnarchst wie eine Sägemühle, dein Asthma wird wieder schlechter und je nach Treppenlänge bist du am Ende fix und fertig! Was soll der Scheiß?!”. Also habe ich mir das persönliche Ziel gesetzt bis zu meinem runden Geburtstag Ende August 2024 wieder die 90kg zu erreichen – und zwar so, dass ich sie im Minimum dauerhaft halten kann, bestenfalls noch ein paar Kilo weniger. Klingt jetzt mit nur noch rund drei Monaten für 7kg nicht mehr ganz so realistisch, ich weiß. Aber aufgeben werde ich nicht uns allein dieses Ziel vor Augen zu haben hat mir definitiv schon geholfen mich zumindest schonmal soweit zu bringen.

Die Erkenntnis

Was war also jetzt das Zünglein an der Waage? Keins. Es sind wie so oft mehrere Faktoren zusammengekommen. Beispielsweise hat dank des YouTubers BeardMeetsFoot eine weitere wichtige Erkenntnis endlich bei mir Wurzeln geschlagen. Der frisst nämlich Mahlzeiten in sich hinein, da geht der Kalorienzähler teilweise auf über 10.000. Und trotzdem ist er eine Bohnenstange. Und nein, er hängt zwischen den Mahlzeiten nicht nur den ganzen Tag im Fitnessstudio ab. Stattdessen ist sein “Geheim”rezept ziemlich simpel: Es geht nicht darum wie viel man an einem Tag in sich hineinstopft. Wichtig ist die Wochenbilanz. Wenn ich also in der Woche einen Verbrauch von 21.000kcal habe, dann kann ich mir am Sonntag selbstverständlich Mutters Torte mit 2.000kcal reinhauen, muss aber dann zum Ausgleich an den restlichen Tagen genau diese 2.000kcal wieder einsparen.

Ich weiß, total logisch und nichts Neues. Aber manchmal dauert es halt, bis selbst solche offensichtlichen Sachen im Hirn richtig ankommen. Für mich ist die ganze Abnehmsache (und später auch das Gewicht halten) dadurch wesentlich lockerer/entspannter im Kopf geworden. Wenn ich es an einem Tag einfach mal brauche, dann ist das nicht schlimm. Ich muss mich dafür nicht selbst geißeln und sowas. Stattdessen gleiche ich es halt an einem anderen Tag aus, wo es leichter geht. Ach, und die Ausnahmen dürfen natürlich nicht zur Regel werden. Wobei ich im Vergleich zu Adam Moran selbst an einem schlechten Tag wesentlich weniger Kalorien zu mir nehme, die ich ggf. ausgleichen muss, als er. Insofern klingt das erstmal schwieriger als es wirklich sein muss :smile: .

Die Gegenmaßnahmen mit Essensbezug

Mein Erzfeind

Ganz ohne radikale Maßnahmen komme ich aber trotz dieser „bahnbrechenden“ Erkenntnis nicht ganz aus. Und zwar diese zwei: Keine Süßigkeiten mehr für den Webmaster im Haus und kein regelmäßiges Abendessen. Anfangs habe ich zwar zu Lysandas Unmut dafür ihre Schokolade weggeatmet. Aber das habe ich glücklicherweise für mich und unsere Beziehung endlich im Griff. So befinden sich aktuell ca. 20 Tafeln Ritter Sport für Lysanda in der Küche (war im Angebot) – bislang hatte ich noch kein Bedürfnis sie anzufassen. Mein “Schokolade für mich im Haus? Muss sofort komplett sterben!”-Anteil ist aber weiterhin sehr stark. Deswegen habe ich mich jetzt erstmal vollständig auf Abstinenz gesetzt, obwohl es hier und da etwas schwierig ist. Also im Sinne von “Lysanda kauft was und ich darf nicht – wie ungerecht!”. Da muss ich nun bis zum Zielgewicht durch und dann endlich mal den richtigen Umgang damit lernen (eine Rippe statt der ganzen Tafel). Es ist halt leider nicht sonderlich gesund die Kiste KitKat Chunky White auf Ex zu vernichten. Die Ergebnisse sprechen aber für sich. Die ersten 10kg waren allein durch das Weglassen der täglichen Süßigkeiten quasi über Nacht weg. Und mit dem Weglassen eines “richtigen” Abendessen scheint nun die weitere, signifikante Abwärtsbewegung in Bezug auf mein Gewicht eingeläutet worden zu sein. Waren halt immer noch zu viele Kalorien.

Langjähre Leser werden jetzt sicherlich anmerken, dass wir laut dem Eintrag von 2022 schon damals sowohl das 300g-pro-Mahlzeit-Limit sowie das Weglassen des Abendessens eingeführt hatten. Aber irgendwie stellte sich das für mich dann doch nicht langfristig als Alltagstauglich heraus. Entsprechend verschliff sich das nach einiger Zeit leider wieder. Ich hielt die 300g nicht mehr so genau ein (die Vorstellung das für immer zu machen war nicht wirklich befriedigend) und wir kehrten wieder häufiger zu einem vollständigen Abendessen zurück, weil wir (möglicherweise eingebildeten) Hunger hatten. Fakt ist jedoch, dass mir das nicht gut tut. Zum einen wegen der Gewichtsentwicklung. Im besten Fall halte ich es damit nur. Wenn ich mir aber zwei Mal am Tag 400g Bratwurst reinhaue (>1.000kcal), geht es logischerweise wieder nach oben. Zum anderen gebe ich mittlerweile auch dieser abendlichen Mahlzeit ein Stück weit die Schuld, dass ich häufig um 4 Uhr nachts wach wurde und dann erstmal 1-2 Stunden nicht mehr einschlafen konnte. Weitere Kalorien habe ich mir dann häufig noch über ein Glas Milch/Tasse Milch (je nach Jahreszeit) am Nachmittag und/oder abends auf der Couch unnötig reingepfeffert.

Mein Gemüse der Wahl

Mit der aktuellen Lösung kann ich hingegen schon seit einiger Zeit sehr gut Leben, ohne körperlich wie geistig unzufrieden zu sein. Kein Frühstück (mache ich eh schon sehr lange nicht mehr), kein regelmäßiges Abendessen und somit nur ein Mittagessen. Mein Mittagessen orientiert sich dabei zwar weiterhin grob an den 300g. Aber wenn’s mal 400g sind, dann ist es nicht weiter tragisch. Darüber gehe ich aber nicht – schon allein, weil ich mich danach nur total vollgefressen fühle (auch eine relativ neue Entwicklung). Gleichzeitig ist die Zusammensetzung völlig egal. Natürlich sehe ich zu, dass ich das Gemüse nicht vernachlässige. Aber auf meine Kohlenhydratbeilagen nehme ich genauso wenig Rücksicht wie auf mein Fleisch. Ich esse, worauf ich Lust habe. Das führt dazu, dass Körper und Geist nicht unzufrieden sind und nicht schon allein wegen dem “mangelhaften” Mittagessen jammern.

Und abends gibt es nur noch in den Fällen was, wenn ich tatsächlich echten Hunger und nicht einfach langeweile habe, eine Belohnung suche oder sowas. Ansonsten reicht es mir an meinen Soda-Stream-Flaschen mit 7up-Zero- und Schwip-Schwap-Sirup zu nuckeln, um mein Bedürfnis nach was Süßem zu stillen :wink: . Da ist es dann auch nicht schlimm, wenn wir uns beim Spazieren gehen hin und wieder mal ein Eis gönnen oder ich Nachmittags den Heißhunger mit einer Handvoll Erdnüsse besiege. Das macht die Gesamtbilanz nicht kaputt und schadet dem Abnehmen, wenn überhaupt, nur 1-2 Tage.

Die sportlichen Gegenmaßnahmen

Dem Spruch “das Gewicht wird in der Küche” stimme ich also voll und ganz zu. Aber es ist freilich trotzdem nur eine Seite der Medaille. Man darf auch nicht die Fitness vernachlässigen. Deswegen haben wir weiterhin unsere 1-2 Tage pro Woche, die wir im Fitnessraum vor allem mit Kraftraining verbringen. 1-2 Tage, weil wir endlich wieder regelmäßig Schwimmen gehen und in den Schwimmwochen dann nur einmal den Fitnessraum besuchen – sonst ist der Muskelkater zu groß :smile: . Das mit dem Schwimmen ist ebenfalls etwas, was wir in den letzten Jahren völlig vernachlässigt hatten, obwohl wir beide daran im Vergleich zu anderem Sport tatsächlich Spaß haben. Mit ein Grund für die Vernachlässigung war zugegebenermaßen, dass Lysanda sich für ihr Gewicht schämte und damit nicht halbnackt rumlaufen wollte. Aber mittlerweile hat sie ebenfalls schon einige Kilos weniger (geht bei ihr etwas langsamer – vermutlich unter anderem wegen ihrer leichten Insulinresistenz) und vor allem endlich wieder einen perfekt sitzenden Badeanzug. Somit haben wir das regelmäßige Schwimmen zurück in unseren Alltag integriert.

2020 lag ich bei <2.000

Schon Ende 2022 haben wir hingegen eine andere Sache eingeführt: Einen täglichen Spaziergang mit einer Dauer von rund einer Stunde (die Stanardroute hat ca. 4km). Wie gesagt haben wir aufgrund des Home Office festgestellt, dass wir uns am Tag nur sehr wenig bewegen. Unabhängig vom Gewicht eine ungesunde Sache, wie wir alle wissen. Zumal wir auch keine echten Pausen mehr gemacht haben. Wir waren ja faktisch zuhause und gleichzeitig immer noch im Dienst. Deswegen gehen wir jetzt tatsächlich seitdem fast jeden Tag und bei fast jedem Wind und Wetter unsere Runde. Nicht immer zur selben Zeit, weil es nicht immer hinhaut aber wir sehen zu, dass wir auf jeden Fall einmal am Tag unsere Runde hinbekommen. Nur, wenn es wie aus Kübeln schüttet/andere Arten von Weltuntergangsstimmung oder wenn wir sowieso anderweitig schon viel unterwegs sind (Einkaufen z.B.) setzen wir mal aus. Weiterer Vorteil des Spaziergangs: Es hilft auch unserer Beziehung. Wir haben dadurch eine dedizierte Stunde wo wir unter uns sind und nichts anderes zu tun haben. Da kann man viel reden. Nachteil: Man merkt erstmal, wie wenig ein Paar Schuhe aushält. So viele kaputt gelaufen wie in den letzten zwei Jahren habe ich schon lange keine mehr.

Epilog

Jetzt hoffe ich natürlich, dass ich mit diesem Eintrag nicht alles kaputt gemacht habe :smile: . Schließlich habe ich jetzt mit meinem Gewicht “angegeben” und damit ist das Thema in Bezug auf den Dopamin-Haushalt technisch gesehen durch. Aber nein, ich will definitiv noch weiter runterkommen. Das Bedürfnis ist aktuell stärker als jemals in meinem Leben zuvor und das muss ich ausnutzen. Die negativen Auswirkungen gehen mir einfach zu sehr auf den Geist und es wird im Alter logischerweise weder besser noch einfacher.

Insofern finde ich es richtig gut, dass wir jetzt nach all den Jahren des Herumexperimentierens tatsächlich für mich (und Lysanda) eine Methode gefunden haben, mit der ich buchstäblich leben kann. Vorher war es selbstverständlich trotzdem toll die Pfunde purzeln zu sehen, aber es schwang halt immer ein “ich bin auf Diät und deswegen irgendwie latent unzufrieden” mit – was nicht gut für die Moral und eine dauerhafte Umsetzung der Ernährungsumstellung ist. Entsprechend flüchtig war das Ergebnis. Das fehlt jetzt, bis auf die Schokoladen-Abstinenz, komplett und funktioniert wie gesagt schon seit Monaten wunderbar. Dadurch, dass es für mich alltagstauglich ist, ist zwar das Abnehmtempo nicht sonderlich hoch, aber das ist völlig okay. Wichtiger ist mir wirklich, dass ich nicht den ganzen Tag wegen zu wenig/”falschem” Essen unzufrieden bin. Und das mit der Schokolade kriege ich hoffentlich auch noch dauerhaft gelöst.

Ich werde euch selbstverständlich berichten, wenn ich die 90kg doch noch rechtzeitig schaffe. Wenn nicht… ja, öh… schaut, da drüben! Ein Vogel!