Sicarius

Körpertuning – Trinkwasser

Überall Kalkflecken!

Habt ihr euch schon einmal über euer Trinkwasser Gedanken gemacht? Bitte? Ihr trinkt nur Bier/Cola/Kaffee/Tee/etc.? Pech: Da ist nicht nur auch Wasser drin – es ist höchstwahrscheinlich sogar stinknormales Leitungswasser. Zum Glück ist das in Deutschland grundsätzlich erst einmal kein Problem, denn unser Leitungswasser unterliegt strengen Kontrollen mit regelmäßigen Prüfungen gemäß der Trinkwasserverordnung (ganz frisch aktualisiert auf Basis der EG-Trinkwasserrichtlinie) und gehört mit zu den besten der Welt. Es spricht also erst einmal absolut nichts dagegen es zu trinken.

Freilich würde ich nicht diesen Eintrag schreiben, wenn es kein „aber“ dazu gäbe: Einige Grenzwerte der deutschen Trinkwasserverordnung sind immer noch höher als in der EU-Richtlinie und sie beziehen sich auf ein ganzes Jahr. Sprich wenn mal an einem Tag der Wert etwas (oder auch signifikant) höher ist, dann wird das einfach ignoriert, wenn es am nächsten Tag wieder okay ist. Ach und wenn der Grenzwert doch mal länger überschritten wird, dann kann es passieren, dass man diesen einfach etwas nach oben korrigiert statt das ursprüngliche Problem zu beheben – siehe das Thema Nitratbelastung. Und dann gibt es noch das Problem, dass zwar viel gefiltert, analysiert und so wird – aber eben nur das, was vorgeschrieben ist. Das sind in Deutschland etwa 200 Werte. Mittlerweile sind aber über 2000 möglich. Somit fallen bei der Aufbereitung so lustige Sachen wie Medikamentenreste oder irgendwelche Hormone gerne durch das Raster.

Das andere Wasser

Also doch lieber das künstlich angereicherte Tafelwasser oder die zig natürlichen Mineralwässer unterschiedlichster Preisstufen kaufen? Tatsächlich nein. Unser Leistungswasser ist zwar regional sehr unterschiedlich in seinen Inhaltsstoffen und damit auch seinem Härtegrad (wir haben hier extrem kalkhaltigen Kram) aber Deutschlandweit ziemlich sauber und – das ist das eigentlich paradoxe – strenger kontrolliert als das Wasser, was ihr im Laden kaufen könnt. Achtet beispielswiese beim nächsten Kauf mal darauf welche Angaben auf der Flasche stehen (es sind sehr wenige) und von wann diese Angaben sind. Sind diese z.B. von 2001 (sollte das Datum überhaupt draufstehen), kann man trotz dem Hinweis „Bestätigt durch laufende Kontrollanalysen“ tatsächlich davon ausgehen, dass das noch passt? Ich weiß es nicht.

Dass Leitungswasser nicht jedem schmeckt ist vermutlich ein Grund dafür, warum viele von uns lieber Kistenschleppen und einen Haufen Geld für abgepacktes Wasser ausgeben. Zumindest war es mein Grund. Mir schmeckt das 08/15-Leitungswasser auch nicht.

Inhaltsangaben Gerolsteiner

Aber der Geschmack ist freilich nicht der einzige Grund. Okay: Tafelwasser ist die größte Verarsche, da es sich bekanntlich nur um Leitungswasser mit Zusatzstoffen handelt. Wer das kauft, kann definitiv auch einfach aus dem Hahn trinken. Natürliches Mineralwasser ist allerdings durchaus ein etwas anderes Thema. Das kommt – wie der Name schon sagt – aus einer eigenen Quelle. Die geht zwar technisch gesehen auch irgendwann ins Leitungswasser über, aber sie wird vorher abgezapft, um die natürlichen Mineralien zu erhalten, die beim Fließen durch das Gestein mit aufgenommen werden. Und was haben wir im Laufe der ganzen Körpertuning-Einträge gelernt? Mineralen sind super!

Zweierlei Ansichten

Mit oder ohne Zusatzstoffe – das ist eine der großen Glaubensfragen beim Trinkwasser. Grundsätzlich würde man ja davon ausgehen, dass es super ist, wenn im Wasser viel Magnesium, Calcium und so drin ist. Schließlich wollen wir das doch in unserem Körper haben und Wasser trinken statt Nahrungsergänzungsmittel einzuwerfen – da brauchen wir gar nicht erst drüber zu diskutieren. Ja, ne leider gehen da die Meinungen tatsächlich auseinander. Also es bestreitet keiner, dass die Mineralen im Wasser grundsätzlich gut für den Körper sind. Die Diskussion geht in eine andere Richtung:

Stellen wir uns das Wasser mal als einen LKW vor und die Mineralien als Ladung. Jetzt fährt der LKW durch unser Verdauungssystem und will seine Ladung abladen. Leider sind die Mineralien im Wasser zu groß und damit nicht „bioverfügbar“ – sprich sie passen nicht in den Briefkasten (kennen wir alle, dieses Problem…). Also nimmt er seine Ladung wieder mit obwohl er eigentlich eine neue Ladung aufnehmen sollte: Die Giftstoffe in unserem Körper. Entgiftung ist – wie schon mehrfach in diversen Einträgen erwähnt – nämlich neben dem Transport die Hauptfunktion von Wasser in unserem Körper.

Nun ist die Argumentation, dass „leeres“ Wasser (gefiltertes, reines Wasser ohne jedwede Inhalts- oder Zusatzstoffe) besser seine Funktion erfüllen kann als Mineralwasser. Um beim Beispiel zu bleiben: Kommt der LKW ohne Ladung an, kann er auch etwas mit nach draußen nehmen als wenn er schon voll ankommt. Ob das aber wirklich so ist, das weiß niemand so recht bislang. Dennoch folgen Lysanda und ich seit Mitte letzten Jahres diesem Ansatz. Aus zwei Gründen:

Der Geldbeutel

Unabhängig von der Theorie des leeren Wassers, macht es Ökonomisch tatsächlich absolut keinen Sinn natürliches Mineralwasser zu kaufen – und das sage ich als jemand, der erst seit ein paar Monaten darauf verzichtet Kisten voller Glasflaschen durch die Gegend zu schleppen. Glasflaschen deshalb, weil zwar immer mal wieder jemand behauptet, dass Plastikflaschen völlig ungefährlich wären und von den Weichmachern und sonstigen Kram nichts in den Inhalt dringen würde. Aber geglaubt habe ich das noch nie. Schon allein, weil ich tatsächlich den Unterschied schmecke zwischen Wasser aus einer Plastik- und einer Glasflasche. Außerdem kann man sie gefühlt länger offen stehen lassen als Plastikflaschen, bevor sie ganz wie Arsch und Friedrich schmecken (=nach nichts).

Ein Sprudelmacher

Zuletzt waren es durchschnittlich 30 Euro pro Monat (ohne Fahrtkosten und dergleichen), die wir in natürliches (Sprudel-)Mineralwasser investierten, da wir selbstverständlich auch hier angefangen hatten auf die Inhaltsstoffe zu schauen. Sprich wir haben die teuren Sachen beispielsweise von Gerolsteiner (1,10 bis 1,20 Euro pro 1 Liter Glasflasche) gekauft. Aber die Menge an Mineralien, die darin enthalten sind, ist immer noch verschwindend gering und nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Mal ganz abgesehen davon, dass auch im Leitungswasser Mineralen enthalten sind (siehe Trinkwasseranalyse). Somit fiel der Hauptgrund für das teure Wasser weg.

Auf meinen Sprudel wollte ich aber natürlich trotzdem nicht verzichten. Deswegen steht bei uns in der Küche stattdessen ein SodaStream (129 Euro), der sich auch durchaus zügig amortisiert (im Gegensatz zu dem anderen Ding, zu dem ich gleich noch komme). Die einzigen laufenden Kosten des Geräts, ein neuer Gas-Zylinder (reicht für 60 Liter – je nachdem wie spritzig ihr euer Wasser haben wollt), kostet uns 7,50 Euro. Daraus ergeben sich nicht nur günstige 0,13 Euro pro Liter (plus die 0,15ct für das Leitungswasser – hatte ich schon erwähnt, dass Wasser in Deutschland extrem billig ist?!), sondern auch noch wesentlich weniger Rückenschmerzen :smile: . Bringt aber natürlich alles nichts, wenn euch grundsätzlich das Leitungswasser nicht schmeckt. Daran ändert auch der Sprudel nichts. Da braucht es noch eine weitere Sache:

Die Filterung

Geld sparen ist eine Sache, besser zu kontrollieren was ich in mich reinschütte eine andere. Der Grund, warum manchen Leitungswassers nicht so gut schmeckt, sind nämlich schlicht die Inhaltstoffe. Und wie oben erwähnt, gibt es trotz der guten Filteranlagen und ständigen Analysen immer noch viel Zeugs, dass durchrutscht und wir nicht haben wollen. Nicht nur aus gesundheitlichen, sondern auch aus praktischen Gründen: Hat mein Wasser weniger Kalk, muss ich mich beispielsweise weniger am Wochenende damit beschäftigen die Toilette zu reparieren, weil der Schwimmer verkalkt ist…bitte? Ich würde aus Erfahrung sprechen? Ja, ganz aktuelle Erfahrungen aber darum geht es heute nicht. Stattdessen kommen wir zum Thema „Filtersysteme“.

Da kann man erst einmal in drei Arten unterscheiden: Die Hausosmoseanlage, die lokale Osmosanlage und die Filterkanne. Aber dann gibt es freilich noch Unterschiede darin, was das jeweilige Filtersystem überhaupt herausfiltert. Einen Hausfilter haben wir beispielsweise grundsätzlich erst einmal alle. Aber die filtern normalerweise nur den groben Dreck raus. Kalk & Co. kommen da einfach durch. Je nach Geldbeutel gibt es aber natürlich noch mehr, was so ein Ding filtern kann und dadurch in den Rang einer Osmoseanlage aufsteigt. Vorteil ist, dass dadurch an jedem Wasserhahn das saubere Wasser zur Verfügung steht. Aber sowas kann man natürlich nur im eigenen Haus einbauen, muss man sich erst einmal leisten können und die beste Filteranlage bringt nichts, wenn von dort aus die weitere Verteilung beispielsweise über alte Kupferrohre geht (wie bei uns).

Unsere Osmoseanlage

Lokale Filteranlagen versorgen, wie der Name schon sagt, nicht das ganze Haus. Stattdessen haben sie meist irgendwo ihren eigenen Wasserhahn oder stehen einfach auf dem Tisch und aus den normalen Hähnen kommt weiter das normale Leitungswasser.

Bei den Filterkannen dürfte der Brita Wasserfilter wohl der bekannteste sein. Er filtert unter anderem Kalk und Chlor aus dem Wasser heraus aber eben nur das. Außerdem leidet er noch mehr als andere Filteranlagen darunter, dass man zwingend regelmäßig (hier mindestens einmal im Monat) den Filter wechseln muss. Macht man das nicht, wird das Wasser noch schmutziger als vorher (weil sich die Sachen wieder aus dem Filter lösen).

Vorteil aller Osmoseanlagen und Filterkannen: Selbst durch die Grundfilterung von Kalk und Chlor verändert sich schon der Geschmack zum Positiven hin. Entsprechend ist die perfekte Kombination so ein Ding plus ein Sprudelmacher (falls man Sprudel braucht), um keine Gründe mehr zu haben kein Leitungswasser zu trinken.

Unsere Entscheidung

Eine Osmoseanlage für das ganze Haus ist natürlich schon eine super Sache. Aber wie bei uns hat es wie gesagt keinen Sinn gemacht. Deshalb haben wir uns am Ende für die artesia24 Natur pur von Hpreiss entschieden. Das Ding ist nicht ganz billig (vierstellig abhängig davon welche Filter ihr alle drin haben wollt plus 109 Euro einmal im Jahr für ein Filterset zum Tauschen) aber langfristig aus unserer Sicht die bessere Investition als ein Kannenfilter oder eben Getränkekisten kaufen, weil es mit seinen bis zu 8 Bearbeitungsstufen schon so einiges macht. Sediment-Filter (Sand, Rost, etc.), Kohle-Filter (Chlor, Pestizide, Schwermetalle, etc.), Kationenhart-Filter (Entkalkung), Qualitäts-Membrane (das Wasser wird da durchgedrückt, um auch die letzten Reste rauszupressen), Post-Mineralen-Filter (verändert den ph-Wert des Wasser auf neutral), Membran-Steril-Filter (tötet >99,99% aller Keime und Bakterien im Wasser – den wir aber nicht haben, weil die Leitungswege übersichtlich und die grundsätzliche Keimbelastung des Wassers sehr niedrig ist) sowie ein Aktivator und einen Wasservitalisierer.

Aktivator & Vitalisierer

Die ersten drei Filterstufen klingen noch logisch genauso wie der Steril-Filter, aber ab der Membran gehe ich davon aus, dass ein paar von euch angefangen haben mit dem Kopf zu schütteln. Wobei das mit dem ph-Wert durchaus erwiesen ist. Deswegen soll man eigentlich zum Essen kein Wasser trinken, weil der Magen zur Verdauung einen anderen ph-Wert braucht (hier ist z.B. Cola tatsächlich besser oder eben 30 Minuten lang nichts). Aber der Aktivator (eine Energiespule mit Mäanderführung), der Mikroverwirbelungen im Wasser erzeugt und es energetisiert? Klingt nach reichlich Blödsinn. Was es genau bringt, kann ich auch nicht sagen. Aber die Demonstration war durchaus imposant: Ein Glas Essig (Zitronenessig hatten wir da), sah trüb aus und schmeckte sauer. An diese Spule gehalten: klar und weniger sauer. Glas an die nächste Steckdose gehalten: Sofort wieder trüb und sauer. Echt krass. Den Test gab es auch mit schwarzem Tee mit dem Ergebnis, dass der Tee mit dem Spulenwasser heller war und schmeckte besser.

Beim Vitalisierer mit Neodym-Permanentmagneten geht es zum einen darum, dass Wasser mit negativen Ionen nach Dr. Earl Mindell anzureichern, was eine positive Wirkung auf die Gesundheit haben soll. Zum anderen soll das Wasser durch Mineralerde und Bergkristalle bioenergetisch aktiviert sprich lebendiger werden (Stichwort Bovis-Einheiten). Wer mit Edelsteinen im Wasser hantiert, macht im Prinzip das Gleiche. Alle anderen werden den Sinn und Zweck sicherlich in Frage stellen. Die Hpreiss-Anlage hat auch den Vorteil, dass sie einen 7-Liter-Tank im Inneren hat. Aus dem Hahn kommt also anständig Wasserdruck und man kann erst einmal einiges abfüllen, bevor er wieder auftanken muss (was aber auch ziemlich fix geht, muss ich sagen).

Das Ergebnis dieser ganzen Investitionen ist, dass ich zumindest Zuhause das Leitungswasser aus der Osmoseanlage anstandslos und gerne trinke. Und wir benutzen es freilich auch für alles andere. Sprich Kochen und Blumen gießen. Normales Leitungswasser verwenden wir nur noch beim Waschen, Spülen und solche Sachen.

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