Tim Schafers Double Fine Productions hat in den 26 Jahren seit seiner Gründung so einige ungewöhnliche Spiele auf den Markt gebracht. Nicht alle kamen bei jedem gleich gut an. Aber allein der Blick auf die Bewertungen ihrer Spiele auf Steam zeigt schon, dass sie ihre Fans haben – mich eingeschlossen. Spieler quasi, die ihre Kreativität und ihren teils sehr ungewöhnlichen Output zu schätzen wissen. Allerdings sind auch ihnen 2014 zwei richtige Ausrutscher passiert: Hack ‘n’ Slash und Spacebase DF-9.

Gemeinsam haben beide Titel, dass sie aus für alle zugänglich gemachten Prototypen entstanden. Damals machte das Studio noch die sogenannte Amnesia Fortnight. In dem Sinne ein Studio-interner Gamejam, bei dem die Entwickler sich für zwei Wochen eine Pause von der regulären Arbeit gönnten und stattdessen mal was Neues probierten. Und bei den ersten drei Ausgaben wurde eben die Öffentlichkeit mit beteiligt. Nicht nur indem sie für Pitches abstimmten, sondern eben auch das Ergebnis selbst spielen konnten.

Unrühmliches Ende

Leider blieb die finale Version des Programmierspiels Hack ‘n’ Slash hinter den Erwartungen zurück. Für Normalos war es zu undurchdringlich und für Programmierer das geforderte Ergebnis oft zu konfus. Quasi ähnlich wie bei der Mondlogik alter Point ‘n’ Click-Adventures, wo ihr obskure Lösungswege für die Rätsel nachvollziehen musstet, musste man hier wie der Programmierer des Spiels denken, um voran zu kommen. Das Abweichen vom vorgeschriebenen Weg war nur in wenigen Fällen möglich. Sehr schade.

Das Weltraum-Basenbauspiel Spacebase DF-9 (DF-9 = Double Fine) hingegen wurde der erste Early-Access-Titel des Studios. Darin musstet ihr eine Weltraumstation aufbauen und euch um ihre Population kümmern. Das Werk hatte durchaus Potential und machte bereits einige Zeit Laune. Leider blieben die Käufer und damit die Kohle aus, weshalb Double Fine nach einem Jahr ziemlich unzeremoniell den Stecker zog. Es wurde hastig eine Version 1.0 mit wenig Inhalt rausgehauen, die man gerade noch so als spielbar definieren kann und damit das Thema beendet. Aus Entwicklersicht war es verständlich, den Verlusttopf aufzulösen. Für die Spieler aber logischerweise eine ziemliche Sauerei. Und auch ich finde es absolut nicht okay, dass es immer noch verkauft wird.

Es ist aber nicht alles schlecht. Etwas Gutes ist bei der ganzen Sache nämlich doch herausgekommen – der Soundtrack:

(Cover)

Spacebase DF-9 (2013)

Komponist: Chris Remo (Gone Home, Firewatch)
Umfang: 00:26:44 (8 Lieder)
Mögliche Bezugsquellen: Bandcamp* ($7)

Ich weiß nicht, warum ich diese Assoziation gemacht habe, aber Remos Werk erinnerte mich schon nach den ersten Takten sehr an Stealth Bastard: Tactical Espionage Arsehole. Dabei könnte der Kontrast zwischen beiden Werken gar nicht größer sein. Während Stealth Bastard mit seinem harten Bass und seinem hohen Tempo sofort den Blutdruck steigen lässt, ist Spacebase DF-9 genrebedingt eher ruhige Elektronikmusik. Absolut nicht auf “ich plätschere nur im Hintergrund rum”-Niveau, aber dennoch weit vom äußerst energiegeladenen Werk der beiden Komponisten Ricky Honmong und Samuel Robinson entfernt.

Und dennoch: Der Soundtrack erzeugt ein ähnliches Gefühl. Gleichzeitig wäre er in einem futuristischen Schleichspiel sicherlich ebenfalls gut aufgehoben. Allen Stücken wohnt ein unterschwelliger Zeitdruck inne, der eigentlich im völligen Widerspruch zum eher chilligen Vibe der simplen Motive steht. Egal ob es die sphärischen Klänge in Harmony sind oder die langgezogenen Töne in Exploration, die einen sofort an die Weite des Weltraums denken lassen: Es passt zusammen und ist sowohl für aktives Hören als auch zum “im Hintergrund mitlaufen” geeignet. Aus dem Rahmen fällt nur der finale Track, The Settler. Ein humoristisch angehauchtes Gesangsstück, das nicht ganz mein Fall ist und entsprechend beim Hören übersprungen wird.

Persönliches Lieblingslied: Track 03 – Equilibrium [04:33]

Cacitt wäre mein direkter Vergleich aus dem Album von Stealth Bastard zu diesem Werk. Eine richtige Erklärung habe ich dafür weiterhin nicht :smile: . Das wabernde Grundmotiv lullt mich irgendwie ein und die immer mal wieder eingeworfenen Elemente sorgen dafür, dass die 4 1/2 Minuten nie langweilig werden. Ein angenehm eingängiger Track mit wenig Überraschungen aber zumindest etwas Mystik und eben auch wieder diesem unterschwelligen Zeitdruck.

Sicarius

Sechs Katzen?!

Es heißt ein Körbchen sollte nicht leer bleiben. Es dürfte somit nicht verwundern, dass wir den Platz, den Balu hinterlassen hat, schon wieder gefüllt haben.

Sind sie nicht hübsch?

Ehrlich gesagt fühlte sich das Haus ohne ihn irgendwie ziemlich leer an. Uns war das bis dahin gar nicht so bewusst, wie präsent er eigentlich war. Egal wo man hinging, ein Balu war da. Zu Lebzeiten mitunter nervig, jetzt schmerzlich vermisst. Denn die anderen Katzen verbringen auch mal den ganzen Tag im Wohnzimmer während wir “alleine” im Arbeitszimmer vor uns hinarbeiten.

Trotzdem hätten wir kein Problem gehabt noch länger zu warten. Aber manchmal geht es schneller als erwartet. Die für uns “richtigen” Katzen saßen bereits ca. 2 Jahre auf der Pflegestation und zogen am Valentinstag zu uns um. Ja, nicht ein neuer Vierbeiner, sondern gleich zwei: Ayla und Miro, ein 2 ½ Jahre altes Geschwisterpaar aus Spanien. Miro ist ein klassischer, orangefarbener Kater. Ayla hingegen eine Calico (dreifarbige Glückskatze) – im Vergleich zu Lyssi jedoch mit einem wesentlich höheren Weiß- und Tigeranteil.

Die Suche

Damit bewohnen jetzt sechs Katzen die Casa Lysanda. Dieses Mal war es allerdings von langer Hand so geplant. Sobald die erste Katze das Haus verlässt, sollte es zwei neue geben. Quasi als Startpunkt für die nächste Generation bei uns. Schließlich sind unsere anderen vier auch schon zehn Jahre alt. Außerdem haben jüngere Katzen oftmals mehr Energie als ältere. Es sollten zudem zwei sein, die zusammenbleiben wollen. Die Einzelkatzen-Vergesellschaftung haben wir schließlich schon ein paar mal durch. Und wir haben explizit nach einem gemischten Paar gesucht, da wir ja schon eine gemischte Katzengruppe haben.

Ein weiteres wichtiges Suchkriterium war außerdem ihr Verhältnis zu Menschen und anderen Katzen. Da wir bereits jetzt genug Schoßkatzen haben, wollten wir explizit Katzen, die nicht direkt aus dem Tragekorb auf Lysandas Schoß springen und sich dort wohnlich einrichten. Ja, die anderen waren faktisch sofort zutraulich. Okay, Lyssi rannte anfangs bei jedem Furz weg. Aber anfassbar war sie. Grundsätzlich natürlich eine schöne Sache, die alles sehr viel einfacher macht. Dieses Mal war es uns jedoch wichtiger, dass sie sich mit unserem Katzenbestand vertragen. Sie mussten nicht gleich handzahm sein.

Ausgestattet mit diesen “Anforderungen”, haben wir uns dann wieder vertrauensvoll an den Verein Katzenhilfe Katzenherzen e.V. gewandt. Die hatten uns in der Vergangenheit auch schon Pichu und Maya vermittelt. Wir haben also bereits sehr gute Erfahrungen mit ihnen gemacht. Wir hätten freilich die lokalen Tierheime abklappern können statt zu importieren. Aber ganz ehrlich? Ich glaube nicht, dass wir da fündig geworden wären. Die Tierheime mögen zwar mitunter voll sein (bundesweite Kastrationspflicht – jetzt und sofort!), häufig allerdings mit Einzelkatzen oder Kitten. Unser Anforderungsprofil schränkte die Suche entsprechend bereits stark ein. Zudem gibt es bei der Adoption ja mitunter einige fragwürdige Hindernisse bei den Tierheimen (“Unbedingt Freigang!”, “Ihr habt schon vier?!”). Es war für uns also so definitiv einfacher und zeitsparender – was ja auch im Sinne der Katzen ist, die auf den Pflegestellen sitzen.

Ein neues Zuhause

Och, wie süß!

Irgendjemand hat mal die 3-3-3-Regel bei der Eingewöhnung von Katzen festgelegt:

  • 3 Tage zum Akklimatisieren (Rückzug/Orientierung)
  • 3 Wochen zum Erlernen der Routinen in der neuen Umgebung
  • 3 Monate zum Einleben

Das ist logischerweise kein Gesetz, sondern soll euch nur die Unsicherheit nehmen bzw. eine realistische Erwartungshaltung aufzeigen. Die bisherigen Bewohner der Casa Lysanda waren wie gesagt wesentlich schneller bei uns heimisch und im Kuschelmodus. Aber bei Ayla und Miro können wir nun tatsächlich die Regel live erleben.

Wir haben ihnen anfangs unten im Keller das Katzengästezimmer hergerichtet. Tag 1 verbrachten sie faktisch nur hinter einem Regal. Aber mit jedem Tag wurden sie neugieriger und fingen auch recht zügig an aus dem Raum ausbrechen zu wollen. Der Platz hinter dem Regal war zwar immer noch sehr beliebt vor allem, wenn einer von uns reinkam. Aber kaum waren wir wieder weg, kamen sie am Ende sofort wieder raus, wie wir auf der Kamera gesehen haben. Vor allem Ayla ist eine sehr neugierige Katze. Miro ist etwas zurückhaltender. Dafür ziemlich kletterbegeistert und hartnäckig. Hing auch einmal an einem der Heizungsrohre, die an der Decke im Kellerraum entlang laufen…

Horizonterweiterung

Wir haben sie nach ein paar Tagen dann erst mal ein bisschen im restlichen Keller laufen lassen. Damit sie ihre nähere Umgebung kennen lernen und wir sehen konnten, ob sie den Kellerraum als sicheren Zufluchtsort ansehen würden. Das hat gut geklappt, weshalb wir dann eines Tages einfach mal “vergessen” haben die Flurtür zum Rest des Hauses zu schließen. Dauerte nicht lange bis sie auf Erkundungstour gingen. Dabei entschied Miro, dass sein neues Zuhause ab sofort der begehbare Schrank unterm Dach wäre. Irgendwann fand auch Ayla ihn dort und zog mit ein. Dort lassen konnten wir sie natürlich nicht. Entsprechend hieß es abends immer noch runter in den Keller. Aber am nächsten Tag rannte Miro zur Bettzeit eben nicht runter in den Keller, sondern in den Raum nebenan, in dem die Mädels die Nacht verbringen.

Wir haben ihn gewähren lassen. Es gab bislang kein Mord und Totschlag in den Katzenreihen, sprich sie kamen (und kommen) gut miteinander aus. Freilich aktuell noch eher aus Toleranz als echte Freundschaft. Aber das wird bestimmt noch mit der Zeit. Auf jeden Fall verbrachte Miro dann seine erste Nacht unterm Dach während die arme Ayla ganz allein im Kellerraum schlief. Nach zwei Tagen in dieser seltsamen Aufteilung (tagsüber Schrank, abends aufgeteilt), haben wir Ayla dann auch umberaten, so dass sie ebenfalls mit Miro zusammen zu den Mädels gelaufen ist. Und seitdem ist der Keller kein Thema mehr. Entsprechend haben wir alles wieder abgebaut und die Tür geschlossen.

Der Schrank hat sich ebenfalls ziemlich erledigt. Wenn ich oben rumstapfe, wird mitunter noch kurz drüber nachgedacht reinzuschlüpfen, um mir auszuweichen. Aber die Tage oder gar die Nacht darin verbringen? Das ist jetzt schon länger vorbei. Stattdessen haben sie nun das restliche Haus “erobert”. Erst haben sie sehr zaghaft und “heimlich” die Räume erkundet, in denen wir gerade nicht waren. Mittlerweile schläft Ayla sogar mit im Arbeitszimmer in einem Wandbett während Miro gerne auf einer Welle auf dem Fensterbrett im Wohnzimmer chillt.

Was ist das für ein Krach?

Das Reden haben Ayla und Miro mittlerweile auch schon angefangen. Sehr hohe Stimmchen die beiden. Sie wissen zwar vermutlich noch nicht so recht, warum sie reden. Aber in unserem Haus scheint man das halt so zu machen. Morgens z.B. haben wir ja die Action in der Küche, um den Aperitif (ggf. mit Medikamenten versetzt) zu verteilen. Da wird fleißig gemaunzt und gejammert. Ayla und Miro verstehen zwar nicht, was an diesen Schälchen mit normalem Futter so besonders sein soll, aber erstmal mitmaunzen kann man freilich trotzdem.

Miro im Mandelbaum

Mit Frühlingsbeginn ist nun die nächste Phase gestartet: unser katzensicherer Garten. Sehr verunsichert und laut haben sie bei offener Terrassentür angefangen am Fliegengitter stehend nach draußen zu schauen. Und auch als wir sie für sie geöffnet haben, war viel Unsicherheit da, die ersten Schritte auf die Terrasse zu machen. Es wirkte, als sollte der jeweils andere zuerst raus gehen. Und kaum hatten sie sich dann getraut, hörte das Gemaunze nicht auf und wurde eher noch lauter. Grad so, als hätten sie ihre Stimme als Echolot benutzt. Die Nachbarschaft meinte danach zu mir, dass sie überlegt hat bei uns zu klingeln, weil es so jämmerlich klang.

Aber auch dieses Verhalten ist mittlerweile vergangen und stattdessen wird fleißig Gras gekaut, der Garten erkundet oder einfach nur die Sonne genossen. Beide haben sogar schon den Mandelbaum bestiegen. Etwas, was unsere in der Vergangenheit überhaupt nicht getan haben. Entsprechend musste es ihnen Pichu anschließend gleich mal nachmachen :roll: . Die Katzenklappe durch die Mauer haben sie zwar noch nicht verstanden – solange die Terrassentür zu ist, geht es also noch nicht rein oder raus. Aber durch die im Fliegengitter funktioniert es bereits ganz gut.

Der Status Quo

Fassen wir also zusammen: Fünf Wochen sind Ayla und Miro mittlerweile bei uns und sie entwickeln sich prächtig. Uns gegenüber sind sie weiterhin (wie erwartet) zurückhaltend. Da wird sich noch geduckt, weggesprungen und ein näherkommender Finger sehr argwöhnisch beäugt. Anfassen ist also absolut noch kein Thema. Wobei Miro immerhin schon zaghaft Leckerli aus der Hand nimmt. Wir sind also schon viel weiter als am Anfang.

Pichu, die Verbindungskatze

Im Haus selbst fühlen sie sich jedoch nun soweit sicher und jeder Raum wird genutzt. Auf die Katzenklos gehen und mit den anderen aus dem gleichen Teller essen ist ebenfalls kein Thema. Seit ein paar Tagen haben sie außerdem ihre Liebe für Draußen entdeckt. Zum Glück aktuell scheinbar noch ohne das Bedürfnis irgendwelche Löcher zum Ausbrechen zu finden. Wobei da hoffentlich Maya und Pichu gute Arbeit geleistet haben und es keine Lücken mehr gibt.

Das Verhältnis zwischen ihnen und den “Bestandskatzen” entwickelt sich ebenfalls gut. Richtigen Stress hatten wir wie gesagt zu keiner Zeit. Maya hat es sich zwar ein bisschen mit Ayla verscherzt und wird von ihr gerne angeknurrt. Umgekehrt scheint Miro es jedoch auf Maya abgesehen zu haben, die das ebenfalls nicht so dufte findet. Warum sie ihm allerdings nicht einfach eins auf die Nase gibt, wissen wir nicht.

Pichu hingegen, ganz in der von uns erwarteten Gentlemanrolle, hat sich durchaus zum Ziel gemacht auf die beiden etwas aufzupassen ohne aufdringlich zu sein. Ihn hatten wir deshalb auch für die Erstkontakt mit in den Keller genommen. War wirklich toll mit anzusehen, wie er respektvoll auf Ayla zuging (die ihn anfauchte) und dann in ausreichendem Abstand einfach erstmal beobachtend sitzen blieb. Jules schaut sich die Sache ebenfalls hauptsächlich mit ein bisschen Distanz an. Mal schauen, wie sich das mit ihm entwickelt. Vor allem in Bezug auf seine Vorliebe Katzen in der Katzenklappe auf den Hintern zu schlagen… Und Lyssi interessiert sich gefühlt überhaupt nicht für die Zwei. Was in dem Sinne auch okay ist. Toleranz reicht völlig aus.

Wir sind echt guter Dinge, dass sie bis Mitte des Jahres auch mal anfassen können. Sie machen sich sehr gut und auch die Vereinsvorsitzende ist schwer begeistert von den Fortschritten. Ayla und Miro scheinen also im richtigen Haus gelandet zu sein :smile: .

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