Blazing Angels: Squadrons of WWII

 

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"Was machen diese Yankees hier?" dröhnt es verächtlich aus dem Lautsprecher. "Lass Sie in Ruhe. Sie haben uns schon bei Dunchurch geholfen." antwortet eine andere Stimme als am Horizont eine dunkle Wolke auftaucht. "Da kommen Sie. Konzentriert Euch auf die Bomber. Sie dürfen das Parlament nicht erreichen. Wir halten Euch die Jäger vom Hals!"

Der Himmel über London, September 1940. Die Royal Air Force hat sich gerade etwas von den Angriffen der Deutschen auf die Jägerstellungen erholt, als Hitler den Befehl zur Tagbombadierung gibt. Bereit den Feind entgegenzutreten warten Piloten verschiedener Nationen auf die Ankunft der Bomber über London. Neun Amerikaner gehören diesem Verband an. Einer davon sind Sie.

Realismus? Wo?

Simulationsfans sollten nun abschalten und etwas anderes machen, denn Blazing Angels: Squadrons of WWII ist alles, nur nicht realistisch. Zwar verdunkelt sich auch hier die Sicht wenn man zu steil fliegt aber das ist auch schon das Ende der Fahnenstange und die Action rückt in den Vordergrund. Aus der Verfolgerperspektive steuert man bis zu 40 verschiedene, authentisch nachgebildete Flugzeuge von einem veralteten Doppeldecker aus dem ersten Weltkrieg über den Jagdflieger P-51D Mustang bis hin zu den dicken Brummern wie den strategischen Bomber B-17. Wahlweise per Maus oder Gamepad holt man dann mit den montierten MGs und Raketen bei berühmten Auseinandersetzungen wie der oben erwähnten Luftschlacht um England oder dem Angriff auf Pearl Harbor aus Sicht der Alliierten tonnenweise Metal vom Himmel.

Und hier liegt auch die Stärke des Spiels: die Atmosphäre. Schwebt man über dem digitalen London, das komplett aus echten 3D-Modellen inkl. der wichtigsten Sightseeingobjekte besteht, möchte man bei dieser genialen Aussicht am liebsten den Krieg vergessen. Taucht allerdings eine Wolke aus feindlichen Fliegern am Horizont auf und es fliegen einem die Kugeln um die Ohren, weiß man gleich wieder was Sache ist. Aber auch hier ist die Schönheit des Spiels zu sehen. Überall rummst und bumst es. Geht wieder eine Junkers Ju 87 (Stuka) brennend zu Boden und findet ihr Ende als Flammenkugel in einer, jetzt zerstörten, Hauswand, ist man bei dieser grafischen Pracht doppelt so froh über den Abschuss – zumindest wenn die eigene Hardware ausreicht um dies ruckelfrei genießen zu können.

Panzer marsch!

Jäger und Bomber sind aber nicht die einzigen Feinde eines Geschwaders. Auch gegen feindliche Bodentruppen müssen wir uns als Kampfpilot zur Wehr setzen und unseren verbündeten Truppen zum Sieg verhelfen. Apropos verbündete Truppen: Das Spiel stellt einem vier Freunde an die Seite die über verschiedene Stärken wie Sturmangriff, Geleitschutz oder Schnellreparatur verfügen und es uns auf Tastendruck ermöglichen auch aus dem tiefsten Kugelhagel noch unversehrt zu entkommen.

Aber was nützt einem die schönste KI, wenn man die sehr kurze Einzelspielerkampagne schon erfolgreich absolviert und die zusätzlichen Herausforderungen, wie Dogfights gegen Flugasse, bewältigt hat? Abhilfe schafft hier der Multiplayermodus. Dort darf man über Splitscreen entweder zu zweit oder online mit bis zu 16 Spielern entweder sich selbst im Deathmatch oder Team-Deathmatch (bis zu 8vs8) die Hölle heiß zu machen oder es der KI mal so richtig zu zeigen und im Co-Op bei verschiedenen Einsätzen die MGs sprechen zu lassen.

Die Kehrseite

So gut auch die MGs durch die Boxen wummern und einem die Grafik die Tastatur unter Wasser setzen lässt, das größte Manko des Spiels ist tatsächlich die Steuerung. Selbst nach der Installation von Patch 1.1 ist die Steuerung per Maus ein echter Kraftakt bei dem viele Meilen zurückgelegt werden. Mit dem Gamepad das Fadenkreuz auf das Ziel auszurichten ist auch nicht die einfachste Sache der Welt. Hier sollte UbiSoft unbedingt noch nachbessern. Wer darüber hinwegsehen kann: Kaufen![CH]

4/5 Punkte

(Als Probeartikel für die Bewerbung bei der PC Action verwendet und am 26.05.2006 veröffentlicht)