Lego Star Wars II: The Original Trilogy

 

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LEGO und Star Wars sind zwei der stärksten Marken der Welt und da ist es nur logisch wenn sich diese zusammentun. Während diese Verbindung in der realen Welt schon einige Jahre goldene Früchte trägt, landete das Studio Traveller’s Tales letztes Jahr mit LEGO Star Wars: Das Videospiel einen Überraschungserfolg bei Jung und Alt. Allerdings konzentrierte sich das Spiel auf die neueren Filme des Star Wars Univerums, namentlich Episode I bis III, , was einigen Käufern nicht ganz gefiel. Gut 1 ½ Jahre später ist nun auch dieses Problem behoben, denn LEGO Star Wars II: The Original Trilogy wurde veröffentlicht. Aber ist es wirklich besser als sein Vorgänger? Die kurze Antwort: Ja.

Sammelpunkt

Man beginnt das Spiel als Prinzessin Leia und Captain Antilles in der berühmten Mos Eisley Bar. Diese dient im gesamten Spiel als Zentrale von der aus man alle Missionen ansteuern, Extras einkaufen, neue Charaktere zusammenbauen und im Außenbereich die bereits gesammelten Minikits bewundern kann. Wie schon im Vorgänger, sind auch hier die drei Kino-Filme in je sechs Missionen unterteilt. Zu Beginn des Spiels ist allerdings nur der Storymodus des ersten Levels von Episode IV spielbar. Hat man diesen erfolgreich gemeistert, darf man das Level nicht nur auch im Freeplay-Modus spielen, sondern kann nun auch alle anderen Episoden beginnen. Man ist somit nicht gezwungen, dass Spiel der Reihe nach zu lösen.

Soviel zu tun…

Jedes der 18 Hauptlevel ist in den zwei Modi Story und Freeplay spielbar. Um allerdings den Freeplaymodus freizuschalten, muss man zuerst den Story-Modus des jeweiligen Levels gemeistert haben. Der Unterschied zwischen den beiden Varianten ist, dass man im Story-Modus nur Zugriff auf die jeweiligen, vorgegebenen Charaktere hat und zusätzlich die sehr lustigen aber leider immer noch nicht abbrechbaren Zwischensequenzen abgespielt werden. Im Freeplay-Modus hat man hingegen Zugriff auf alle bislang freigespielten Charaktere. Die zu Beginn gewählte Figur, über welche man sofort Kontrolle erhält, wird von weiteren, vom Programm automatisch sinnvoll ausgewähltenn Charakteren ergänzt. Zwischen diesen kann man dann im Spiel einfach per Tastendruck durchwechseln.

Weitere Charaktere werden mit dem Erledigen der Story-Missionen freigeschaltet, andere müssen beim Barkeeper für harte LEGO Studs – die Währung im Spiel - gekauft werden. Diese bekommt man überall für das Zerstören und sogar das Zusammenbauen von LEGO Teilen sowohl in den Missionen als auch in der Bar. Zusammenbauen? Ja genau! Man kann und muss in den Levels Dinge zusammenbauen. Dazu liegen in den Levels mal mehr oder weniger offensichtlich LEGO-Teile, manchmal muss man die Teile auch erst in der Nähe zusammensuchen, herum. Aus diesem Haufen kann man dann die verschiedensten Dinge bauen, die einem entweder beim weiterkommen helfen, zu Extras führen oder einfach nur LEGO Studs bringen. Die Vielfältigkeit reicht von einfachen Brücken damit C3PO an ein Terminal gelangt, bis hin zu Fahrzeugen wie einen Traktor oder einen AT-ST.

Brumm, Brumm

Ja, auch das ist neu in LEGO Star Wars II. Während man im ersten Teil nur in drei Missionen Fahrzeuge steuern durfte und nur begrenzte Freiheiten hatte, findet man nun in fast jedem Level etwas zum Fahren. Diese darf man dann frei durch den Level bewegen solange sie durch die Gänge passen. Natürlich sind die Fahrzeuge wiederum nicht nur rein zum Spaß da, sondern dienen auch dazu Rätsel zu lösen oder Extras zu finden. So muss in Mos Eisley z.B. die Teile für einen AT-ST finden, ihn zusammenbauen und kann dann dank seiner Feuerkraft eine Barriere zerstören, die einem am weiterkommen gehindert hat.

Es gibt aber auch wieder die reinen Flugmissionen wie im ersten Teil, allerdings gibt es auch hier mehr Freiheiten und der Spieler wird nicht mehr durch die selbstlaufende Kamera durch den Level gehetzt. Aber so toll die Fahrzeuge sind, die Steuerung selbiger ist recht gewöhnungsbedürftig und vor allem die (wenigen) Rätsel, die Genauigkeit erfordern, können einem schon mal, nicht nur dank des fehlenden Rückwärtsgangs, die Tränen in die Augen treiben. Man gewöhnt sich im Laufe des Spiels zwar daran aber hier wäre eindeutig noch Verbesserungspotential.

Apropos Verbesserungspotential. Von vielen wurde die Kamera im ersten Teil bemängelt. Da diese sehr starr war, waren viele Dinge oft nicht sichtbar, oder man musste blind kämpfen. Diesen Mangel hat Traveller’s Tale versucht im zweiten Teil zu beheben, was ihnen allerdings nur bedingt gelungen ist. Die Kamera agiert nun zwar viel freier und intelligenter, aber dennoch gibt es weiterhin die eine oder andere Stelle an der man buchstäblich in die Röhre schaut und blind agieren muss.

Um die Meckerecke gleich hier abzuschließen, sei noch erwähnt dass sich das Spiel auf manchen Rechnern schon nicht installieren lässt. LucasArts hat aber dazu mittlerweile einen Patch bereitgestellt. Außerdem war es mir nicht möglich das Spiel als Spieler 1 zu spielen, da mein bevorzugtes GamePad (Logitech RumplePad 2) sich nur als Spieler 2 konfigurieren ließ. Obwohl sich das Spiel auch hervorragend mit der Tastatur steuern lässt, ist es mit dem GamePad doch um einiges bequemer. Dies führt im SinglePlayer dazu, dass man in den Fahrzeugmissionen im Story-Modus nur das Anhängsel spielt. So konnte ich z.B. den zweiten Todesstern nicht mit dem Falcon zerstören sondern mit einem X-Wing, da dieser im Story-Modus als Spielfigur für den Partner dient.

Solo? Nein.

Wie im ersten Teil ist nämlich wieder der Drop In/Drop Out Coop-Modus mit von der Partie. Dank ihm kann jederzeit ein Freund die Kontrolle über den noch freien Spieler übernehmen, der bislang von der KI gesteuert wurde. Die Kamera folgt und reagiert dabei immer nur auf Spieler 1 was wiederum zu kleineren Problemen führen kann, wenn beide etwas unkoordiniert spielen. Aber dennoch ist es wieder sehr spaßig zu zweit durch die Levels zu rennen, die gut versteckten Extras zu finden und die Missionen zu lösen. Zwar hat die KI seit Teil 1 ein bisschen hinzugelernt (es war ja dank ihr quasi unmöglich den letzten Level von Episode III alleine zu lösen) und agiert bei Rätseln immer intelligent und hilfreich, aber sie ist ansonsten keine Hilfe, da sie zwar Gegner angreifen aber nicht töten können. Außerdem macht es doch viel mehr Spaß zwischendrin mal seinen Kollegen zu ärgern indem man ihn „aus Versehen“ mal abschießt. Beim Verlust aller vier Herzen, zerfällt der Held nämlich nur in seine Bestandteile und verliert ein paar der bereits gesammelten LEGO Studs.

Auch sonst ist das Spiel natürlich eher für Kinderhände getrimmt, was aber wie beim ersten Teil nicht bedeutet, dass es nur für Kinder geeignet ist. Besonders als Kenner der Filme kann man auch als Erwachsener herzlich über die teils absurden Parodien in den Zwischensequenzen lachen. So z.B. wenn Darth Vader zu Beginn von Episode VI nach der Landung auf dem Todesstern den Vorarbeiter darauf hinweist, dass seine Arbeiter ein Haufen fauler Säcke ist und dieser sich danach an der Schulter seines Kollegen ausheult. Natürlich können die LEGO-Charaktere immer noch nicht sprechen aber allein die Gesichtsausdrücke und Bewegungen reichen aus um die Stimmung rüberzubringen.

Die Animationen an sich sind generell einer der Glanzpunkte im Spiel. Es ist einfach nur schön anzuschauen wenn Prinzessin Leia im Nahkampf Ohrfeigen austeilt oder ein Stormtrooper auf die Schnauze fällt und einige Sekunden zappelnd liegen bleibt. Aber auch der Rest der Grafik steht diesem in nichts nach. Viel hat sich zwar zum Vorgänger nicht getan aber dies war auch nicht nötig. Das Spiel glänzt weiterhin mit hervorragenden Shadereffekten und einer in sich stimmigen LEGO-Welt mit vielen liebevollen Details. Auch der Sound zeigt sich von der besten Seite weshalb man sich nur wegen dem immer noch hervorragenden Soundtrack sofort wieder zurück in die Filme versetzt sieht.

Sammelwut

Am meisten lebt das Spiel aber natürlich von der Jagd nach den zahllosen Extras. So ist in jedem Level nicht nur ein roter LEGO-Stein versteckt, mit dem man z.B. stärkere Lichtschwerter oder Blaster freischalten kann, sondern man kann sich auch goldene LEGO-Steine verdienen. Dazu muss man je im Story- als auch im Freeplay-Modus eine bestimmte Menge an LEGO Studs finden sowie auch wieder die Minikits aus den zehn im jeweiligen Level versteckten Containern zu Fahrzeugen zusammenbauen. Hat man 60 dieser Steine beisammen, schaltet man einen besonderen Bonuslevel frei. Hat man wiederum alle 99 gefunden, darf man sich einen LEGO-Studs-Brunnen bauen. Dieser wird auch benötigt, da man zwar nun wesentlich mehr Studs innerhalb der Levels findet aber auch entsprechend die Preise und die Anzahl der kaufbaren Items erhöht wurde. Mithilfe eines der vielen Extras, ist es auch möglich ein Savegame aus Teil 1 ins Spiel zu laden. Danach hat man dann Zugriff auf die gesamten dort freigeschalteten Charaktere (sofern sie nicht auch in Teil 2 vorkommen).

Dies ist auch nützlich für eine weitere Neuheit: dem Charakterbaukasten. Hier kann man sich aus allen freigeschalteten Charakteren andere zusammenbauen. Wer wollte z.B. nicht schon immer einen Lichtschwertschwingenden C3PO spielen? Dieses Mittel wird auch im Spiel benutzt. Denn in den Leveln gibt es immer wieder Türen oder Objekte, die nur von bestimmten Charakterklassen benutzt werden können also z.B. nur von Sturmtruppen oder Kopfgeldjäger. Damit man dann doch hindurchgelangt, steht oft ein Helm-O-Mat in der Nähe, mit dem man sich einen entsprechenden Helm der Fraktion aufsetzen kann und fortan die Möglichkeiten besitzt, die auch diese Klasse hat. Also z.B. als Kopfgeldjäger verkleidet kann man auch Thermaldetonatoren werden.

Apropos Kopfgeldjäger, sobald einer dieser dunklen Typen freigeschaltet wurde, hat der Spieler auch Zugriff auf zehn spezielle Missionen in denen man innerhalb eines Zeitlimits hohe Persönlichkeiten der Galaxis in einem Level finden muss. So versteckt sich irgendwo auf Hoth Han Solo oder Luke Skywalker in Mos Eisley. Aber selbst damit ist noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Es gibt für jede Episode zwei zusätzliche Bonuslevel und die so genannte Superstory. Dort hat man genau eine Stunde Zeit alle Level im Storymodus durchzuspielen. In den zwei Bonuslevel namens „Charakter Bonus“ und „Minikit Bonus“ ist es hingegen das Ziel innerhalb eines Zeitlimits eine Millionen Studs zu bekommen. Zwar fallen dort wesentlich mehr Studs aber auch der Widerstand ist größer. Um diesem entgegen zu treten hat man im „Charakter Bonus“, wie im Freeplay, Zugriff auf alle freigespielten Charaktere. Im „Minikit Bonus“ stehen dem Spieler hingegen die Minikit-Fahrzeuge zur Verfügung.

Fazit

Lego Star Wars II ist das, was man von einem Nachfolger erwartet. Die Kritikpunkte des Vorgängers wurden fast vollständig ausgemerzt, während die Stärken weiter ausgebaut und erweitert wurden. Und bis man das Spiel 100% durchgespielt hat, dauert es gut 25 Spielstunden. Vor allem Freunde des gemeinsamen Spielens werden viel Freude daran haben. [CH]

5/5 Punkte

(Veröffentlicht am 23.10.2006)