Sicarius

Flucht in der Dämmerung

Katzen… es ist genau vier Wochen her als ich euch davon erzählte, dass wir eine bislang noch nicht ausgenutzte Lücke geschlossen haben – zumindest dachten wir das.

Der Tathergang

Wir schreiben Freitag, den 27. August 2021. Es ist 20:27 Uhr. Lysanda und der Webmaster sitzen am Esstisch der Casa Lysanda und sprechen darüber, was sie für diese Woche ins Glücksglas packen wollen. Jules liegt auf der Couchlehne und schaut aus dem Fenster. Maya ist (ausnahmsweise) mal draußen auf der Terrasse und hat ihre verrückten fünf Minuten. Plötzlich ist ein metallischer Radau zu hören. Der Webmaster, mittlerweile darauf trainiert solche Geräusche nicht zu ignorieren, sieht wie Jules nach oben schaut und öffnet sofort die Kamera-App für die Außenkamera auf seinem Smartphone. Beunruhigt muss er feststellen, dass keine Spur von Maya zu sehen ist.

Die Maya-Suche beginnt

Die Uhr zeigt 20:29 Uhr an als dem Webmaster übles schwant und er Lysanda informiert. Er geht sofort raus auf die Terrasse und muss feststellen: Ja, Maya ist nicht mehr da. Die erste Vermutung ist, dass sie vielleicht über das Anti-Pichu-Provisorium (wir warten immer noch auf den Verputzer…) entkommen ist. Aber das „wie“ ist in dem Moment zweitrangig. Wichtiger ist erst einmal die Frage: Wo ist sie? Der Webmaster überprüft zuerst das Terrassendach und anschließend das Hausdach. Wäre nicht das erste Mal dort oben für sie. Er geht dafür sogar bis vor das Haus aber Maya ist nirgends zu sehen. Lysanda ruft gleichzeitig nach ihr und holt die Leckerlidose heraus. Doch auch damit lässt sich die kleine Weiße nicht anlocken.

Um 20:32 Uhr verlässt Lysanda ebenfalls den Garten in Richtung Straße. Als sie an der Haustür ankommt reagiert Maya endlich auf die Rufe und die Leckerlidose und kommt von irgendwoher angelaufen (vermutlich unter dem Auto). Lysanda ruft den Webmaster um Hilfe. Dieser öffnet die Haustür und Maya ist durchaus bereit hindurch zu gehen, entscheidet sich aber im letzten Moment dagegen und läuft stattdessen weiter Richtung Garten. Nach etwas zusätzlicher Überzeugungsarbeit schlüpft sie dann durch das Gartentor zurück ins traute Heim. Jules erwartet sie bereits und fällt direkt über sie her, der Depp. Um 20:34 Uhr ist der Spuck vorbei.

Analyse der Tat

Maya kurz vor der Tat

Nach einem kurzen Gespräch auf der Terrasse zur möglichen Ausbruchsstelle betreten die Dosenöffner das Haus und versammeln sich an Lysandas Computer. Die Aufzeichnung der Außenkamera wird herausgesucht. Zwar ist der vermutete Fluchtbereich (Anti-Pichu-Provisorium) nicht im Blick aber dennoch erwarten sich die beiden einen Hinweis auf die mögliche Ausbruchsstelle. Und tatsächlich: In der Aufzeichnung „Garten-20210827-202325“ (die Uhr auf dem NAS scheint nicht ganz zu passen…) sind die letzten Momente von Mayas Anwesenheit im Garten zu sehen.

Sie ist eindeutig auf Krawall aus. Sie türmt aus Richtung Anti-Pichu-Provisorium zur anderen Seite der Terrasse und springt dort auf die Mauer. Dieser Winkel des Gartens wird von der Kamera ebenfalls nicht abgedeckt aber Mayas Schwanz ist noch sichtbar. Während dieser zuerst gerade ist, wechselt er wenige Momente später, fast genau um 20:28 Uhr, in eine schräge Position und ist anschließend sofort verschwunden. In der Aufzeichnung ist besagter metallischer Radau zu hören.

Erwischt!

Bewaffnet mit dieser Information machen sich die Dosenöffner daran die mögliche Schwachstelle in ihrem gesicherten Garten zu identifizieren. Ist das Plexiglas an dieser Stelle doch nicht hoch genug? Oder ist sie etwas über das neu montierte Metallblech entkommen? Eine detaillierte Analyse des Videomaterials offenbart (leider ohne „Enhance“-Feature), dass sich weder der Zaun noch das Plexiglas an dieser Stelle bewegt hatte. Der Fall war also klar: Sie war tatsächlich ohne Rücksicht auf Verluste über das Metallblech in die Einfahrt gesprungen.

Konsequenzen der Tat

Die Zeiger der Uhr haben mittlerweile ihren Weg auf 38 Minuten nach 8 gefunden. Die Dunkelheit kommt über das Land und die Stechmücken werden vom Licht der Terrasse magisch angezogen – sie suchen Blut (also zumindest die Weibchen). Der Webmaster wagt sich hinaus, um die Lage zu inspizieren und mögliche Lösungsvarianten zu ermitteln. Lysanda schlägt vor lieber erst einmal die Frage zu beantworten, wie Maya über Nacht aus dem Garten gehalten werden könnte. Aber der Webmaster ist manchmal ein absoluter Sturkopp und will möglichst sofort das Loch verschließen. Die zahlreichen Stechmücken befürworten seine Sicht der Dinge und greifen sofort an. Der Webmaster entschließt sich doch erstmal wieder zurück ins Haus zu gehen und in sicherer Umgebung das weitere Vorgehen zu besprechen. Pichu und Jules bleiben im Garten zurück und halten die Stellung. Um 20:42 Uhr verteidigt Pichu erfolgreich die Terrasse gegen den Angriff eines Käferbombers, schafft es jedoch nicht ihn vom Himmel zu holen. Anschließend, um 20:43 Uhr, versteckt sich Jules hinter dem Minz-Strauch und lauert auf Pichu, der unten im Außenkabuff hockt. Dieser setzt plötzlich zum Sprint nach oben an und Jules springt auf ihn drauf. Katzen…

Die Dosenöffner besuchen derweil gemeinsam ihr Lager im Keller auf und finden ein Reststück Blende von der Küche, das von Größe und Form als temporäre Lösung ausreichen würde. Die Idee: Es mit doppelseitigem Klebeband am Terrassenpfosten zu befestigen in der Hoffnung, dass es bis zum nächsten Morgen hält. Um 20:53 Uhr begibt sich der Webmaster wieder hinaus in die Wolke des Todes. Lysanda begeht den Fehler ihm zu folgen und erntet weitere Einstichstellen am Körper. Es wird kurz geprüft, ob das Brett tatsächlich passt und anschließend die Flucht zurück in die eigenen vier Wänden angetreten, um das Klebeband zu befestigen. Ein paar Stechmücken haben es dabei geschafft sich zwischen Terrassentür und Fliegengittertür zu versammeln.

Webmaster & Brett

Um 20:58 Uhr geht plötzlich die Gartentür auf. Es ist der Webmaster mit dem Brett. Er entlässt die Stechmücken aus der Türzwischenwelt und beginnt das Brett an den Pfosten zu kleben während er unablässig von der blutsaugenden Horde umschwirrt wird. Die Pikser mehren sich an seinem Körper (speziell an den Beinen) aber tapfer verrichtet er seine Arbeit und verlässt mit Genugtuung und der vagen Hoffnung, dass das Brett hält um 21:01 Uhr wieder fluchtartig den Garten während Pichu weiter Wache hält. Um 21:07 Uhr gibt es ein lautes „Klong“ und das Brett liegt auf dem Boden. Hat offensichtlich nicht sehr lange gehalten obwohl es sich relativ fest anfühlte. Pichu sprintet vor Schreck (oder weil er Bericht erstatten möchte) ins Haus.

Der Gefängnisaufenthalt

Während draußen im Garten schon wieder alles auseinanderfällt, befinden sich die Dosenöffner unterm Dach. Sie durchstöbern ihren Vorrat an Plexi- und Acrylglas. Schon früh wurde entschieden ein längeres Blech im Internet zu bestellen, doch die Lieferung dauert natürlich ein paar Tage. Entsprechend muss die temporäre Lösung durch ein Provisorium ersetzt werden. Und wie heißt es so schön in der Casa Lysanda: Plexiglas ist immer der Schlüssel zum Erfolg! Ein Loch in der Wand? Plexiglas drüber! Nichts mehr zu Essen im Kühlschrank? Plexiglas essen (voll mit Ballaststoffen)! Die Bettdecke in einer kalten Nacht zu dünn? Plexiglas rein! Schnarcht der Webmaster mal wieder zu viel? Plexiglas drauflegen!

Fluchtweg geschlossen?

Am Ende wird ein passendes Stück Acrylglas gefunden und die weiteren Schritte für den nächsten Morgen stehen fest: Wetterfeste Schraube suchen und die Platte befestigen. Ein Thema für die Nacht ist allerdings noch offen: Was geschieht mit Maya? Sie hat es einmal probiert, sie wird es garantiert noch einmal probieren. Ihren Chip aus der Katzenklappe zu nehmen ist nicht hilfreich, da die aktuell nicht scharf geschaltet ist (können ja nur in den Garten). Also irgendwo im Haus unterbringen.

Arbeitszimmer? Nein, auf keinen Fall aus Sicht des Webmasters. Viel zu viel Zeugs (seine Figuren), das Madam herunterschmeißen kann. Dann vielleicht unten im Keller in seiner Man-Cave in der er auf Grund seines lauten Schnarchens gerade ausquartiert ist? Möglich aber dann kriegt er vermutlich keinen Schlaf, weil sie sich auf ihn draufsetzt. Also ins Bastelzimmer unter dem Dach? Perfekt! Klo rein, Essen und Wasser dazu, dann Maya hochgelockt und der ca. 10 Stunden andauernde Gefängnisaufenthalt der kleinen weißen kann beginnen. Das Gericht sieht dies nicht als Strafe, sondern eher als kurzfristige Sicherungsverwahrung zum Selbstschutz. So ähnlich wie man es bei Betrunkenen macht. Mayas Eilantrag gegen die sofortige Festnahme wird entsprechend abgelehnt.

Ihre Einzelhaft endet gegen 8 Uhr am nächsten Tag und sie einigt sich mit den Dosenöffnern außergerichtlich. Die Konditionen der Einigung sehen einen längeren Aufenthalt auf Lysandas Schulter im Bett vor, während die anderen Katzen noch im Wohnzimmer verharren müssen. Die Umsetzung erfolgt umgehend.

Die vorläufige Lösung

Der Webmaster fühlt sich bei der Arbeit beobachtet…

Es ist 11:21 Uhr am Samstag, den 28. August 2021. Ein völlig unbedeutender Tag im Leben des Webmasters. Jules sitzt in der Welt zwischen Terrasse und Garten (das Stück wo die Überdachung noch über das Gras ragt und es entsprechend trocken ist). Von drinnen kommt ein dicker fetter Typ, besser bekannt als der Webmaster, mit Werkzeug in der Hand. In seinem Windschatten: Lysanda. Es ist an der Zeit die Acrylglasplatte zu befestigen. Eigentlich kein großes Problem für die beiden, schließlich haben sie bereits dutzende davon verbaut. Also kurz das bestehende Loch im Blech angezeichnet, zwei Löcher in die Platte gebohrt und…scheiße, sobald die Schraube reingeschraubt ist, stößt die Acrylglasplatte plötzlich oben gegen die Terrasse und biegt sich. Klarer Fall von falsch angezeichnet. Sie schaffen es irgendwie immer und immer wieder das falsch zu machen…

Also erneut gemessen, gebohrt und dann passte es. Oben noch das Loch in den Terrassenpfosten, eine Schraube rein und nun sitzt das Ding erst einmal bombenfest. Keine Chance für irgendeine Katze noch durchzukommen. Um 11:56 Uhr sind die Arbeiten abgeschlossen und das Werkzeug wieder von der Terrasse verschwunden. Pichu hat es sich zu diesem Zeitpunkt in einem Pflanzstein bequem gemacht während Lyssi unten im Garten an der Mäuseecke sitzt und auf unachtsame Besucher hofft. Am Nachmittag bestellt Lysanda dann das Ersatzblech. Dieses Mal 1,5m hoch statt nur 50cm. Das sollte reichen.

Und damit war das freitagabendliche Abenteuer „Fuck, es ist eine Katze entkommen!!!111“ vorerst abgeschlossen und sowohl die Katzen als auch die Dosenöffner konnten zu ihrem normalen Alltag zurückkehren. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann schrieb zumindest der Webmaster am Sonntag, den 29. August 2021 um 11:34 Uhr diese Zeilen und versucht einen gescheiten Abschluss für seine drei Seiten Gelabber zu finden. Da ihm das nicht gelingt und er eigentlich viel lieber Quake: Scourge of Armagon (schon mitten in Episode 2 von 3) weiterspielen möchte, hört er jetzt einfach mit dem Schreiben auf – was für eine faule Sau!

Sicarius

Ein verbessertes Beben

Ein weiterer Satz Switch-Titel

Ich hab’s mal wieder gewagt bei Medimops Videospiele zu kaufen. Meine ersten Erfahrung in der Hinsicht waren ja nicht so der Brüller. Aber damals ging es um PC-Spiele mit Steam-Accountbindung. Da war es leider zu erwarten, dass so gut wie kein Key noch funktionieren würde. Dieses Mal ging es jedoch um Nintendo Switch-Spiele. Die haben keine Accountbindung (höchstens mal einen Erweiterungspass oder so) also wägte ich mich auf der sicheren Seite. Das Ergebnis ist, dass ich bei sechs Titel trotzdem einen Ausfall dabeihatte. In der Packung von Xenoblade Chronicles 2 fehlte die eigentliche Softwarekarte. Wenn der CD-Key nicht mehr geht, okay. Doch das Medium fehlt in der Packung? Das würde ich durchaus erwarten, dass es spätestens vor dem Versand auffällt. Naja, Rücksendung ist ja zum Glück kein Problem.

Ach und drei der Spiele sind die französische Fassung ohne, dass es mir vor dem Kauf bewusst war. Zum Glück nutzt Nintendo EFIGS-Softwarekarten. Insofern ist das nicht weiter tragisch und stört mich nicht. Ist schließlich nicht meine erste Fremdsprache im Spieleregal. Hauptsache irgendwas im Regal :smile: .

Sport ist kein Mord?

Ring Fit Adventure (Herstellerbild)

Die meiste Zeit steckt allerdings weiterhin Ring Fit Adventure in der Nintendo Switch so sehr ich mich auch bemühe meine geliebte Ehefrau dazu zu bringen etwas im Koop zu spielen. Speziell sie hat jedoch eine absolute Begeisterung für das Fitness-Spiel entwickelt obwohl sie gleichzeitig über die Übungen und den Muskelkater und sowieso überhaupt alles was mit Sport zu tun hat extrem schimpft. Hat mittlerweile ihren Charakter schon auf über Level 100 hochgebracht während ich erst bei 50 bin. Ist aber definitiv ein genialer Titel trotz der kleinen Problemchen in der Bewegungserkennung oder der Art und Weise, wie manche Übungen erklärt werden, die uns jetzt nach längerer Nutzung doch aufgefallen sind.

Eigentlich ein total simples Spiel sowohl was den Aufbau als auch den Inhalt betrifft aber trotzdem tausend Mal motivierender als jeder Gang in den Keller zu unserem heimischen Fitnessstudio. Für jeden Switch-Besitzer ein absoluter Pflichtkauf. Wundert mich massivst, dass Nintendo den Titel nicht noch weiter ausschlachtet. Ich könnte mir noch haufenweise DLCs mit weiteren Übungen/Levels/Minispielen sowie dazugehörige Accessoires (z.B. eine zweite Beinbinde oder etwas für die Schulter) vorstellen. Stattdessen gab es seit einem Jahr kein neues Update mehr. Vielleicht arbeiten sie ja an Teil 2. Wünschen würde ich es mir obwohl ich noch weit vom Ende entfernt bin. Es macht halt einfach extrem viel Laune.

Alter Kram

Extrem viel Laune macht auch Quake. Ja, ich habe meine Ubisoft-Sucht (weiterhin Ghost Recon: Wildlands – das Spiel hat echt extrem viel Inhalt) aktuell unterbrochen. Ich konnte gar nicht anders als anlässlich des 25. Geburtstags des Shooter-Klassikers auf der QuakeCon 2021 endlich die lange vermutete Remaster/Enhanced Edition angekündigt wurde. Und nicht nur das: Sie stand sogar sofort zum Download bereit und ist darüber hinaus für Besitzer des Originals auf Steam und im Bethesda Launcher kostenlos. Alle anderen greifen für 10€ sogar auf den gängigen Konsolen zu, wenn man sich unbedingt quälen will.

Quake: Dimension of the Machine (Herstellerbild)

Da Bethesda anlässlich der QuakeCon 2020 die drei id-Quake-Titel für Umme rausgehauen hatte, konnte ich natürlich sofort loslegen und bin zum Verfassungszeitpunkt schon wieder mit den ersten drei Episoden auf Nightmare und mit 100% Secrets durch. Aber die „Enhanced Edition“ enthält nicht nur die vier Episoden des Originals, sondern ist tatsächlich das ultimative Rundum-Sorglos-Paket was den Titel angeht. So sind die beiden Mission Packs Scourge of Armagon und Dissolution of Eternity von Hipnotic Software bzw. Rogue Entertainment ebenfalls mit dabei. Außerdem enthalten ist die 2016 kostenlos von MachineGames (Wolfenstein: The New Order) veröffentlichte Episode Dimension of the Past sowie ein komplett neuer Satz Levels der Schweden mit dem Titel Dimension of the Machine. Während DotP mich wenig begeisterte, scheint DotM tatsächlich ein echter Kracher zu sein. Vor allem das Leveldesign ist auf den Screenshots beeindruckend. Holt wohl alles aus der Engine heraus, was sie hergibt. Und für alle Inhalte gilt: Der Originalsoundtrack ist endlich wieder mit dabei und wird korrekt abgespielt!

Außerdem verspricht Bethesda noch reichlich Nachschub in Form von Community-Inhalten über die nächsten Monate. Den Anfang macht dabei Quake 64. Wie der Name schon sagt der Port des Originals für den Nintendo 64. Das unterscheidet sich allerdings nicht so grundsätzlich wie DOOM und DOOM 64. Stattdessen fehlen „nur“ sechs Levels komplett, es gibt keine Musik von Trent Reznor, die Grafik ist etwas detailarmer und auch der Koop-Modus ist nicht dabei (aber dafür 2-Spieler-Splitscreen-Deathmatch). Insofern werde ich das vermutlich aussparen.

Das Original bleibt!

Quake (Enhanced Edition) – Herstellerbild

Ja, man konnte Quake 1996 mit Kumpels durchspielen! Und die Enhanced Edition enthält dieses Feature wieder genauso wie natürlich klassisches Deathmatch – sowohl online als auch offline im Splitscreen-Modus (sogar auf PC!). Koop geht mit bis zu vier Spielern, normaler Multiplayer erlaubt acht Leute. Ist weniger als im Original (da waren es 16 im LAN/WAN) aber hey: Immerhin und dann auch noch mit Cross-Play (allerdings PCler nur, wenn sie mit Gamepad unterwegs sind – wegen Fairness und so)!

Der Splitscreen-Modus ist aber natürlich nicht die einzige Neuerung dieser Version. Ach herrje: Ich höre die Puristen schon wieder jammern! Doch nicht verzagen, liebe Ultras: Anders als bei WarCraft III: Reforged wurde das Original Quake nicht ausgelöscht. Stattdessen steht es weiterhin parallel für den eigenen Genuss bereit und bleibt sogar Modfähig (die Enhanced ebenfalls). Verantwortlich für die neue Version sind wie schon bei DOOM 64 und so einigen anderen Klassiker-Remakes (Turok, Blood, SiN, etc.) die Jungs und Mädels von Night Dive Studios. Das bedeutet auch, dass ihre echt beeindruckend versatile KEX Engine zum Einsatz kommt – mit den dazugehörigen Vor- und Nachteilen.

Kein „Pure Quake“

Die Vorteile der KEX Engine sind speziell optischer Natur: 4K-Auflösungen, Widescreen, verbesserte Charaktermodelle die sich perfekt einfügen, schärfere Texturen, dynamische Beleuchtung, Anti-Aliasing und für völlig bekloppte Leute sogar Motion Blur – alles und noch viel mehr steht auf Wunsch zur Verfügung und lässt den Klassiker buchstäblich in neuem Glanz erstrahlen ohne aber dabei das Original zu sehr zu verfälschen. Das Ergebnis sieht immer noch aus wie Quake und spielt sich größtenteils so – womit wir bei den „Nachteilen“ sind, denn die KEX Engine verhält sich halt doch ein wenig anders als die Quake-Engine (id Tech 1). Aus meiner Sicht sind es aber alles Kleinigkeiten, die nur echten Hardcore-Fans/Speedrunnern (negativ) auffallen. Das spürbarste dürfte das Bunny-Hopping-/Strafe-Jumping-Verhalten sein. Das Spielertempo ist etwas anders/langsamer als im Original und damit wird es schwieriger bis hin zu unmöglich bestimmte Tricks auszuführen.

Quake (Enhanced Edition) – Herstellerbild)

Auch spielerisch wurde etwas Hand angelegt. Darunter beim Nightmare-Schwierigkeitsgrad. Ein Feature davon ist, dass die Gegner häufiger ihre Angriffe einsetzen. Problem war 1996, dass Feinde mit Fernkampfangriffen dadurch überhaupt nicht mehr in den Nahkampf wechselten und man entsprechend um sie herumtanzen konnte, was den Schwierigkeitsgrad tatsächlich leichter machte als den davor. Das haben die Night Dive Studios nun korrigiert. Allerdings ist er trotzdem nicht wie das Original, denn eure Lebensenergie ist nun auf 50 Punkte festgezurrt und kann mit kleinen Lebensenergiepaketen nicht mehr darüber hinausgebracht werden. Außerdem erscheinen die großen Pakete mit 100 Punkten nach einiger Zeit wieder. Erleichtert logischerweise das Spiel ein gutes Stück, weil man technisch gesehen nie mit heruntergelassenen Hosen dastehen muss.

Das alles tut meinem Spielspaß aber keinen Abbruch. Im Gegenteil: Ich war sofort wieder mittendrin und bin begeistert darüber es zum vermutlich 10. Mal durchzuspielen (die Missions Packs glaube ich zum 2. Mal). Ich gehe sogar soweit zu sagen, dass Night Dive Studios mit Quake ihre bislang beste Arbeit abgeliefert haben. Eine absolute Empfehlung nicht nur für Veteranen, sondern vor allem auch für alle diejenigen, die 1996 nicht live mit dabei waren. Es gab nie eine bessere Gelegenheit diesen Meilenstein der Shooter-Geschichte zu erleben. Also unbedingt reinschauen (und in ihre anderen Remaster)! Aber wenn möglich bitte auf PC, okay? Quake mit Controller *schauder*…

PS: In dieser Version ist sogar erstmals die komplette Version von E2M6 enthalten. Für die Release-Version musste John Romero damals das Startareal aufgrund von Platzgründen wegkürzen (jedes Quake-Level musste auf eine Floppy Disk passen).

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