Sicarius

Körpertuning: Entgiftung

Eins von unzähligen Detox-Produkten

„Entgiftung“ oder auch gerne als „Detox“ bezeichnet ist ein Begriff, der schon häufiger in unseren Gesundheitseinträgen gefallen ist. Und egal ob in Frauenzeitschriften oder Lifestyle-Blogs: Detox ist „in“ und viele Hersteller und Diäterfinder machen mit neuen Produkten fleißig mit. Wie der Name schon sagt, geht es darum den Körper zu entgiften bzw. ihn bei diesem Prozess zu unterstützen. Denn auch während ihr diesen Eintrag lest, ist er ebenfalls damit beschäftigt.

Was passiert da?

Giftstoffe gelangen von überall in unseren Körper. Wir nehmen sie mit der Nahrung auf, wir atmen sie ein und selbst über die Haut können sie ins Innere gelangen. Ein paar Beispiele sind Quecksilber (z.B. aus Wildfisch), Weichmacher aus Verpackungsmaterial, Alkohol oder Oxalsäure (kommt in Gemüse vor). Aber selbst wenn ihr euch von allen äußeren Einflüssen befreien würdet: Unser Körper produziert sie sogar selbst in Form von Säuren beispielsweise als Nebenprodukt beim Verdauungsprozess. Damit meinen wir aber keine Furze. Die fallen nicht in die Kategorie der Giftstoffe egal wie sehr sie stinken und gegen die Genfer Konvention verstoßen. Und wie der Name schon sagt handelt es sich hier um Sachen, die unserem Körper Schaden zufügen und er deswegen schnellstmöglich wieder loswerden will. Das funktioniert folgendermaßen:

Er fängt den Giftstoff z.B. mit Hilfe von Salz ein und macht ihn Transportfähig (binden). Anschließend wird er über das Blut (=Wasser) an die entsprechenden Entgiftungsorgane geliefert (Leber, Niere, Haut, etc.) und dort in harmlose Stoffe umgewandelt. Am Ende werden diese dann aus dem Körper geschafft z.B. über den Urin oder das Schwitzen. Das kann unser Körper normalerweise richtig, richtig gut. Damit dieser Prozess aber einwandfrei funktioniert, muss er zum einen die dafür notwendigen Mineralstoffe, Wasser und Vitamine haben. Zum anderen darf er nicht überfordert werden, denn sind es zu viele Giftstoffe, kommt er mit der Entgiftung nicht mehr hinterher. In diesem Fall muss er zu seiner eigenen Sicherheit diese irgendwo Zwischenlagern. Ja, der Vergleich zu Atommüll ist nicht ganz abwegig. Die Giftstoffe werden in Fett eingeschlossen und dann vor allem im Bauchraum angesiedelt. Deswegen hat man häufig beim Abnehmen oder zu Beginn von Entgiftungskuren ein Problem mit Übelkeit, Kopfschmerzen und anderen Vergiftungserscheinungen. Das Fett löst sich auf, die Giftstoffe werden freigesetzt und müssen über den normalen Prozess verarbeitet werden – der aber vielleicht immer noch überlastet oder nicht arbeitsfähig ist (z.B. Organprobleme aufgrund von Nährstoffmängel). Dann kommt es auch gerne zum Jojo-Effekt, denn die Giftstoffe sind immer noch unterwegs, der Körper kann sie aber nicht abbauen und tut alles dafür sie wieder einlagern zu können (=wieder Fett bilden). Ein weiteres Beispiel dafür, wie wichtig es für unseren Körper ist mit Giftstoffen umgehen zu können. Selbst bei einer Überforderung hat er noch einen Plan B.

Ein Kater (Pichu-Symbolbild)

Wenn ihr euch allerdings selbst vergiftet, indem ihr zu viele Giftstoffe auf einmal aufnehmt, gibt es keinen Plan C mehr. Hier kommt der Körper selbst mit dem Wegräumen nicht mehr hinterher und die Bösewichte können frei ihr Unwesen treiben. Der Kater nach einer durchzechten Nacht ist beispielsweise nichts anderes als eine Vergiftungserscheinung und er geht erst weg, wenn die Giftstoffe abgearbeitet oder eingelagert wurden.

Hohe Belastung

Die Wahrscheinlichkeit, dass euer Körper mit der Entgiftung überfordert ist, ist heutzutage sehr hoch. Im Grunde begegnen wir schädlichen Stoffen überall. Über die Auspuffabgase und den Zigarettenrauch, das Bierchen am Feierabend und die belastete Nahrung (Arsen, Pestizide, Schwermetalle, Plastik, Arzneimittel), die Zahnfüllung (Amalgam) sowie Hygieneartikel wie Shampoo oder Makeup – die Belastung ist stark und vor allem dauerhaft. Selbst Biofelder sind nicht sicher, denn dem Pestizid vom Feld nebenan ist es egal ob da im Katasteramt eine Grenze eingezeichnet wurde, der Wind trägt es trotzdem weiter. Insofern liegen die Frauenmagazine nicht verkehrt, wenn sie euch empfehlen regelmäßig Detox-Kuren zu machen. Aber ob die Art und Weise, wie diese Kuren aufgebaut sind, wirklich vorteilhaft sind? Vermutlich nicht immer.

Koriandertropfen

Im Grunde gibt es viele Möglichkeiten zu entgiften. Wichtig ist jedoch immer zu beachten, dass eine Entgiftung aus zwei Teilen besteht: Giftstoffe lösen und binden, um sie aus dem Körper heraus zu befördern. Eine beliebte und einfache Variante ist das Fasten. Dadurch, dass ihr weniger Nahrung zu euch nehmt, hat der Körper mehr Zeit sich mit dem alten Zeug zu beschäftigen. Um mit den dabei entstehenden Entgiftungserscheinungen besser umgehen zu können, ist es vor allem wichtig viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Dadurch werden die Giftstoffe zum einen verdünnt und zum anderen ausgeschwemmt.

Unterstützungsmaßnahmen

Weiterhin gibt es eine ganze Reihe von Hilfsmitteln, um beide Prozesse zu unterstützen. Jod wirft beispielsweise viele Arten von Schwermetallen aus den Zellen während Antioxidantien – wie der Name schon sagt – ihren Teil dazu beitragen frei laufende Giftstoffe zu stellen und gleich zu terminieren. Heilerde (z.B. Zeolith) oder Flohsamenschalen eignen sich hingegen sehr gut dazu im Darmtrakt angekommene Feinde aufzusammeln und nach draußen zu schaffen. Passiert das nicht, könnte es zu einer Rückvergiftung kommen. Die Theorie ist zudem, dass ein einzelnes Mittel nur gegen bestimmte Giftstoffe hilft – teilweise sogar organspezifisch wegen z.B. der Blut-Hirn-Schranke. So soll Koriander in der Lage sein auch das Gehirn zu entgiften während die Alge Chlorella dort nicht hingelangt. Inwieweit da tatsächlich was dran ist, wissen wir nicht.

Zudem ist eine Entgiftung sehr individuell. Ein Patentrezept gibt es aus unserer Sicht nicht und jeder muss für sich entscheiden welchen Weg er gehen möchte. Auf jeden Fall ist es ein Thema mit dem man sich auseinandersetzen sollte. So wird vermutet, dass ein Grund für Alzheimer eine Aluminiumvergiftung im Gehirn sein könnte. Aber auch andere Krankheiten bzw. ihre Symptome können durch Giftstoffe im Körper entstehen. Sprich bei einer richtigen und kontinuierlichen Entgiftung (und vermutlich einer dazugehörigen Ernährungs- und Lebensumstellung) besteht zumindest die Chance einer Milderung, wenn nicht sogar ein Verschwinden der Symptome. Und wer noch nicht krank ist, dem kann es vorbeugend helfen. Man muss ja nicht immer erst warten bis der Mülleimer überquillt, bevor man ihn rausträgt.

Sicarius

Die Nachfolgersuche

Just Cause 3: Sky Fortress (Hestellerbild)

Es ist fast geschafft. Nein, ich meine nicht unseren Garten. Da sind wir zwar auch schon etwas weiter (Baumstämme liegen rum und eine Terrassensäule ist mit einem Kunststoffseil als Kratzmöglichkeit umwickelt) aber es fehlen uns immer noch die DSM-Clips zur Befestigung der letzten drei Plexiglasscheiben. Laut Hornbach-Hotline sollen sie am Freitag endlich kommen. Schauen wir mal. Ich rede hingegen von Just Cause 3 in dem ich seit gestern 64 von 66 Steam-Achievements habe. Was fehlt ist noch das „Bekomme 5 Gears in allen Challenges“-Achievement für das Hauptspiel sowie das 100%-komplett-Achievement, das es dann automatisch gibt. Mal schauen ob ich dafür tatsächlich die Geduld habe (einige der fehlenden Herausforderungen sind schon extrem schwer).

Es wird auf jeden Fall so langsam Zeit, dass ich mir Gedanken mache auf was ich mich als Nächstes konzentriere. Kandidaten gibt es bekanntlich viele inkl. ein paar ganz frisch veröffentlichte AAA-Titel (Crowdfunding-Projekte) wie The Bard’s Tale IV: Barrows Deep oder Pathfinder: Kingmaker. Aber ich glaub‘ mir dürstet es nach mittlerweile 50 Stunden Just Cause 3 doch erstmal wieder nach einem etwas kürzerem Spielerlebnis. So ist beispielsweise am 18. September Version 1.0 von Distance erschienen. Ja, wieder ein Kickstarter aus dem Jahre 2012, der sich endlich seinem Ende zuneigt (die Boxed Copy fehlt noch).

Coole Sache

Distance (Herstellerbild)

Wer Distance nicht kennt und keinen Bock hat mein hoffnungslos veraltetes Video von 2013 zu schauen: Es handelt sich im Kern um ein Cyber-Arcade-Survival-Rennspiel. Sprich erreicht die Ziellinie in bestmöglicher Zeit und überlebt dabei die Gefahren der Rennstrecke wie Kreissägen oder Betonblöcke. Dazu kann euer Auto nicht nur fahren (inkl. an Wänden und Decken), sondern auch springen (wer macht Stufen in eine Straße?!) und fliegen (hin und wieder fehlt die Fahrbahn). Das Setting erinnert dabei sehr stark an TRON (für mich bereits ein großer Pluspunkt!) und ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob man nicht tatsächlich in einem Computer unterwegs ist.

Und ja, eine Besonderheit des Titels ist eine Einzelspielerkampagne in die ich bereits etwas reingeschnuppert habe. Während das bei anderen Rennspielen meist bedeutet, dass ihr irgendwie eine Rennfahrerkarriere erlebt, ist hier der Protagonist einfach nur das Rennauto. Ihr werdet ohne Hintergrundwissen in eine neon-durchfluteten Stadt geworfen und wisst nur, dass irgendetwas in vier (Echtzeit-)Stunden passiert (der Countdown ist immer auf dem Auto sichtbar). Was genau, wird quasi nebenbei erzählt. Eure Aufgabe ist es zu fahren und zu überleben während in der Stadt verteilte Lautsprecher irgendetwas von einer Evakuieren erzählen, Schilder auf ein Unglück hinweisen, mysteriöse Stimmen aus dem Off ertönen, treibende Elektromusik das Adrenalin durch eure Adern pumpt und sich plötzlich auch mal die Spielwelt bedrohlich verändert und eure Wahrnehmung in Frage gestellt wird. Ist leider nicht sehr lange dieser Adventuremodus (gibt ein Achievement ihn in einer Stunde durchzuspielen) aber eine richtig coole Sache – und natürlich ein perfektes Tutorial für den Rest des Spiels, denn das Erstlingswerk (6 1/2 Jahre in Entwicklung) von Refract hat nicht nur dank der Modding-Community (der Level Editor ist seit der ersten spielbaren Version drin) sehr viel mehr zu bieten.

Schon im Auslieferungszustand gibt es über 100 Entwickler-Levels mit Modi wie Challenge oder Sprint. Auch ein Multiplayer-Modus für zwölf Spieler online oder vier im lokalen Splitscreen laden dazu ein massenhaft Zeit in den Titel zu versenken. Ach und ein VR-Modus steht ebenfalls zur Verfügung. Definitiv ein Kickstarter-Projekt, das ich nicht einmal im Ansatz bereue unterstützt zu haben. Und obwohl ich Version 1.0 noch nicht intensiv gespielt habe: Mein Fazit von 2013 ist unverändert. Für 21 Euro (auf Steam) ist es unbedingt für normale Rennspiel-Fans ein Geheimtipp aber wer auf knifflige Arcaderacer steht, sollte sich das Produkt unbedingt mal anschauen.

Depressiv

Hellblade: Senua’s Sacrifice (Herstellerbild)

Aber vielleicht ist mir Distance zu abgedreht und ich beschäftige mich stattdessen erstmal mit Hellblade: Senua’s Sacrifice. Da hatte ich lange auf eine Retail Version gehofft aber für den PC kommt da nichts mehr. Ninja Theory hatte schon vor Release gesagt, dass sie lieber mehr Geld für sich haben wollen (nachvollziehbar) und deshalb auf die klassische Publisher-Beziehung verzichteten – und damit auch auf eine Retailbox. Und in der Zwischenzeit scheint kein Budget-Publisher die Rechte bekommen zu haben. Blöd für mich aber mehr Selbstbestimmung für die eigentlichen Entwickler ist ja ein Grund, warum ich so viele Crowdfunding-Projekte unterstütze. Also habe ich beim letzten Sale endlich zugeschlagen, da ich den Titel extrem interessant finde trotz oder gerade wegen den gespalteten User-Bewertungen.

Senuas Reise in die grausame Unterwelt der keltischen und nordischen Mythologie hat es auch definitiv in sich. Sie leidet nämlich unter Psychosen, hört Stimmen, ist praktisch dem Tode geweiht und entsprechend alles andere als eine Frohnatur – sonst würde man sich vermutlich nicht in den buchstäblichen Abgrund begeben. Aber genau darum geht’s ja. Hellblade: Senua’s Sacrifice ist sowas wie der erste AAA-Titel, der ernsthaft versucht Sachen wie Schizophrenie realistisch und vor allem greifbar für „Normalos“ darzustellen. Dass das nicht jedermanns Sache ist, dürfte klar sein. Vor allem wird bei so einer Ausgangsbasis definitiv kein normales Spiel daraus. Es ist mehr Walking Simulator als 3rd-Person-Actiontitel. Zwar gibt es Kämpfe, aber die sind wohl nicht ganz so anspruchsvoll (in der ersten Stunde, die ich bislang erlebt habe, sowieso). Stattdessen liegt der Hauptfokus der Entwickler woanders:

  • Die beeindruckende Darstellung von Hel (sowohl optisch als auch das Leveldesign) und vor allem des Hauptcharakters (vollständige Körper-Mocap-Aufnahme von Melina Jürgens aus Deutschland). Grafisch kann sich der Titel absolut sehen lassen solange man hier und da nicht zu genau hinschaut (Senuas Augenbewegungen sind teilweise etwas zu erratisch und auf Entfernung fällt in der Umgebung hier und da ein gewisser Detailmangel auf).
  • Hellblade: Senua’s Sacrifice (Herstellerbild)

    Die bedrückende Heldenreise von Senua und die Art und Weise wie sie erzählt wird. Während Lara in Tomb Raider gefühlt mehr zum Spaß der Entwickler auf diverse Art und Weise gefoltert wurde (Stichwort „brutale Tode“) und ihre Entwicklung zur toughen Abenteurerin zumindest für mich nur bedingt glaubhaft rüberkam (trotzdem super Spiel!), wird Senuas Leiden schon ab der ersten Minute wie erwähnt wesentlich greifbarer und damit in gewisser Weise noch schlimmer dargestellt. Sie ist ein Mensch, der nur noch von einer einzigen Sache getrieben wird und genau das macht sie stark genug den Stimmen zu trotzen, weiter zu machen und den Gefahren von Hel zu trotzen. Einziger Negativpunkt, den ich jetzt schon habe: Man muss wirklich sehr genau zuhören (oder sich schon damit auskennen), sonst weiß man am Ende nicht mehr welcher nordische Gott jetzt was gemacht hat :smile: .

Ja, Hellblade: Senua’s Sacrifice ist kein Spiel um nach der Arbeit abzuschalten würde ich sagen. Aber ich bin immer Fan davon, dass Entwickler auch außerhalb von „Serious Games“ das Medium für mehr als nur normale Unterhaltung nutzen. Ob ich es am Ende tatsächlich ertragen kann ist eine andere Frage. Aber die erste Stunde hat mich definitiv sowohl schockiert als auch fasziniert zurückgelassen. Mal schauen wie es weitergeht.

Von eurer Seite irgendwelche Empfehlungen, denen ich mich nach Just Cause 3 unbedingt widmen sollte? Aber nein, ich werde nicht endlich mit Europa Universalis IV oder Crusader Kings II anfangen. Ich hatte doch erwähnt, dass ich erst einmal eine etwas kürzere Spiellaufzeit möchte :wink: .

Sicarius

Tagebuch eines Hausherrn #23

Maya ist noch eine Hauskatze

Ich bin ja durchaus dafür, dass (kastrierte) Katzen ihr natürliches Bedürfnis auf Freiheit ausleben können. Klar, an einer Hauptverkehrsader würde ich sie ebenfalls zu ihrer Sicherheit zu Wohnungskatzen deklarieren. Aber in ruhigeren/ländlicheren Bereichen spricht normalerweise nichts dagegen. Selbst ein Nachbar darf sich rechtlich gesehen erst ab drei freilaufenden Katzen pro Haushalt beschweren. Es ist auch jahrelang nichts passiert, egal wie langsam Kessy über die Hauptstraße stolzierte: Sie kam immer wieder heim.

Ja, Nica war tatsächlich meine allererste überfahrene Katze. Kurz darauf sammelte Lysanda dann eine fremde tote Katze von der Straße ein. Der Besitzer konnte über Facebook schnell gefunden werden. Und so traurig das auch war (und ist): Die Freiheit der Katzen war mir weiterhin wichtiger als meine eigenen Gefühle („warum ist Balu noch nicht da?!“). Bei Lysanda sah‘ das schon anders aus und als uns dann Lyssi einige Tage große Sorgen bereitet hat (und rund 1.350 Euro kostete), kam bei ihr der Wunsch auf unseren Garten katzensicher zu gestalten. Weitere Gründe waren bei uns, dass zumindest Balu sich gefühlt eine zweite Heimat (=Fremdfressen) bei jemand anderes aufbaut (wie zu seinen Schrebergartenzeiten) sowie seine Allergie gegen irgendeine Pflanze oder Pestizid auf einem der umliegenden Äcker. Wir wollen ihn ja nicht jedes Jahr mit Kortison vollpumpen. Außerdem haben sowohl Nica als auch Lyssi schon mehrere Tage unfreiwillig eingeschlossen in anderen Häusern/Kellern verbracht. Immer wieder liest man außerdem von Katzenhassern (oder Hundehassern), die Gift auslegen oder von erschossenen Katzen. Keine rosigen Aussichten quasi.

Die Grundlage

Der fertige Zaun

Anfangs war ich trotzdem noch dagegen, eben weil aus meiner Sicht ein Freigänger seinen großen Auslauf haben sollte. Aber natürlich mache ich mir wie geschrieben ebenfalls Sorgen, wenn z.B. Balu morgens nicht da ist. Mein Widerstand hat entsprechend nicht lange gehalten und wir haben einen Gartenbauer damit beauftragt einen 1,8m hohen Doppelstabmattenzaun (Maschenweite 50x200mm, damit keine Katze durchkommt) zu errichten. Ja, theoretisch hätten wir das bestimmt selbst irgendwie hinbekommen aber in dem Fall war es uns die rund 1.500 Euro (Netto-Arbeitslohn) wert. Zum einen haben wir noch nie einen Zaun gebaut und zum anderen hätte es vermutlich einige Monate gedauert statt nur einen Tag ohne irgendeine Garantie, dass das Ergebnis tatsächlich gerade wäre und anständig aussehen würde. Vom zusätzlichen Werkzeug, dass wir uns erst noch hätten kaufen müssen, mal ganz abgesehen. Außerdem ist man nicht verpflichtet alles selbst zu machen. Schon ein wenig bekloppt, dass man sich heutzutage je nach Umfeld dafür entschuldigen muss einen Handwerker zu rufen.

Beauftragt hatten wir den Zaun schon Ende Mai aber gebaut wurde er erst Anfang September, denn Handwerker sind bekanntlich aktuell extrem gut ausgelastet. Mit Material (insgesamt 8 Matten, 8 Pfosten, ein Tor sowie eine Reihe Rasenkantenstein, damit sie nicht zum Nachbarn buddeln können) hat der Zaun gut 4.000 Euro (brutto) gekostet. Durchaus eine stattliche Summe, nur um Katzen einzusperren. Aber damit war es freilich noch nicht getan, denn so ein Doppelstabmattenzaun hält keine Katze auf – die klettert da einfach drüber, wie uns Jules direkt am ersten Abend gezeigt hat. Nein, der Zaun bildete nur die Grundlage unseres Vorhabens.

Der Eigenanteil

Die ersten beiden Plexiglasscheiben am Zaun

Den zweiten Teil des Projekts „katzensicherer Garten“ haben wir dann selbst in die Hand genommen. Wir sind aufgrund von Materialmangel auch zum Verfassungszeitpunkt noch nicht ganz fertig. Aber erzählen kann ich es euch trotzdem schon. Und zwar gibt es verschiedene Möglichkeiten seine Vierbeiner daran zu hindern über den Zaun zu kraxeln. Einige Leute setzen z.B. auf Strom – ähnlich eines Schaf- oder Pferdezauns. Das wollte ich aber nicht, weil ich es zum einen nicht gut finde Tieren Stromschläge zu versetzen (egal wie klein sie ausfallen) und zum anderen, hatte ich bedenken, dass dann eine unserer Katzen vielleicht vor Schreck vom Zaun fällt und sich weh tut. Deshalb haben wir uns für die Variante mit Plexiglasscheiben entschieden. Auch wieder nicht ganz billig mit gut 500 Euro für 10 Plexiglas XT Transparent-Scheiben (gekauft bei Plattenzuschnitt24) aber es soll ja halbwegs gut aussehen und vor allem lange halten.

Die Platten sind 3mm dick, 50cm hoch und jeweils so breit wie ein Zaunfeld (gut ausmessen!). Die Idee ist, dass sie 20cm über den Zaun hinausragen sowie 30cm den Zaun überlappen. So kommt die Katze nicht hoch genug, um aus dieser Position drüber zu springen. Testen konnten wir es logischerweise noch nicht, da uns aktuell die Befestigungen für drei Platten fehlen, aber Pichu hat schon sehr misstrauisch hochgeschaut und es zumindest nicht versucht hoch zu springen. Ein Thema für lange Diskussion war die Befestigungsart. Andere Katzenfreunde haben es z.B. mit dutzenden Kabelbindern gemacht. Aber die sind natürlich nur bedingt außen geeignet und müssen regelmäßig ersetzt werden. Außerdem sieht es aus meiner Sicht schon recht doof aus. Mein Vater hatte die Idee U-Schienen am Zaun zu befestigen und dann die Scheiben quasi rein zu schieben. Aber das klang noch nicht so ganz durchdacht.

Je nach Sonnenstand ist das Plexiglas nicht zu sehen

Am Ende stieß Lysanda zufällig auf ein relativ neues Produkt auf dem Markt: Doppelstabmatten-Clips. Die Dinger sind so einfach wie genial. Zwischen den Doppelstab einklemmen und sie sitzen bombenfest. Dann einfach an den notwendigen Stellen Löcher in die Scheibe bohren und festschrauben (6er Schrauben mit Unterlegscheiben und selbstsichernden Muttern). Theoretisch könnte man mit nur zwei davon eine Plexiglasscheibe 2,5×0,5m am Zaun befestigen. Aber wir haben festgestellt, dass dann noch sehr viel Bewegung möglich ist. Bei Wind hätte sie nicht nur relativ laut geklappert, es bestand auch die Gefahr, dass sie dann doch mal nachgibt und zerbricht. Deswegen haben wir uns jetzt dazu entschieden für die ganz großen 8 Clips auf zwei Stabreihen verteilt (also 20cm auseinander) zu verwenden und dann je nach Größe zu reduzieren. Erhöht natürlich die Kosten (wir werden insgesamt 56 DSM-Clips brauchen) aber immer noch günstiger als nach jedem Sturm alle Scheiben erneuern zu müssen. Für die Felder, die direkt an einer Wand enden, haben wir zusätzlich Glasklemmhalter für 3mm-Platten montiert.

„Hab‘ ich noch nie gesehen!“

Die DSM-Clips zu bekommen war keine einfache Sache. Online haben wir zuerst nur einen Shop gefunden aber da wir nicht wussten, ob sie wirklich unseren Zwecken genügen, wollten wir sie lieber aus einem Baumarkt in der Umgebung holen (einfacher zurück zu geben). Laut Hersteller sollte Hornbach sie als einziger haben, aber online waren sie auf der deutschen Seite (nur Schweiz und Österreich) nicht zu finden – selbst mit der Hornbach-internen Artikelnummer, die ich dann vom Hersteller bekommen habe. Auch im Markt selbst waren wir am Anfang nicht erfolgreich, woran ich aber unmotivierten Mitarbeitern definitiv eine Mitschuld gebe (wie wäre es mal im System zu schauen statt nur „Kenn‘ ich ned! Lass mich in Ruh'“ zu signalisieren?). Aber selbst mit Artikelnummer bekamen wir nur die Info, dass theoretisch 12 Päckchen mit je 4 Stück in der Gartenabteilung sein müssten. Gefunden haben sie weder wir, noch die Mitarbeiter. Am Ende haben wir uns welche bestellen lassen. Als wir die dann abgeholt haben, sind wir spaßeshalber nochmal in die Gartenabteilung und siehe da: Plötzlich gab es bei den Doppelstabmattenzäune ein neues Fach mit den DSM-Clips.

Online kann man sie zwar immer noch nicht kaufen aber immerhin war es ein Fortschritt. Leider hatten sie nicht genug (wir brauchen immer noch 3 Päckchen), weshalb wir erneut bestellen mussten und nun auf die Lieferung warten. Aber die Chancen stehen extrem gut, dass wir kommendes Wochenende die letzten drei Platten montiert bekommen. Einen Vorteil hatte die Odyssey übrigens: In der Zwischenzeit hatte Lysanda festgestellt, dass es online gleiche Clips für die Hälfte des Preises gibt und Hornbach wirbt bekanntlich mit einer Tiefpreisgarantie. Entsprechend haben wir so einen ganz schönen Batzen Geld gespart.

Weiteres ToDo

Jules ist schon ganz verzweifelt

Für das größte Loch an der Terrassenseite haben wir uns gegen Plexiglas entschieden. Die Platte wäre sehr groß (teuer) oder zweigeteilt und schwierig zu befestigen gewesen. Außerdem hätten die Katzen dann ggf. nicht mehr auf der Fensterbank „chillen“ können. Deswegen werden wir neben den letzten drei Scheiben auch noch ein drahtverstärktes Katzennetz (da können sich die Katzen nicht durchbeißen) befestigen. Dieses ist zudem sehr flexibel bei der Montage. Damit wären dann alle uns derzeit bekannten Fluchtmöglichkeiten geschlossen. Anschließend werden wir sehen wie Balu, Pichu und Jules reagieren. Bevor wir die Mädels rauslassen, wollen wir schließlich sicherstellen, dass nicht doch noch irgendwo ein Schlupfloch ist. Wir sind gespannt ob sie was finden und vor allem wie sich dann die Gruppendynamik verändern wird, wenn sie den ganzen Tag aufeinander hocken müssen.

Gleichzeitig sind wir dabei den Garten katzenfreundlich herzurichten. Ein Katzenklo haben wir bereits mit Hilfe eines alten Traktorreifens gebaut (will die „Scheiße“ endlich aus dem Haus haben) und auch ein Rascheltunnel ist windfest montiert und von den Katzen als „nutzbar“ identifiziert worden. Jetzt fehlen nur noch ein Baumstamm sowie etwas Kunststoffseil um einen Pfosten herum, damit sie ordentlich kratzen können. Sie werden euch vermutlich beizeiten berichten, wie ihre Sicht auf diese Veränderung ist.

Sicarius

Tagebuch eines Hausherrn #22

Der Waschraum vor der Behandlung

Andere fahren im Urlaub möglichst weit weg von Zuhause, wir sind eher die, die lieber daheim bleiben. Für was kauf‘ ich mir schließlich ein Haus, wenn ich darin nur Esse und Schlafe (zu mehr ist in der normalen Arbeitswoche ja normalerweise nicht Zeit). Bitte? Um daran zu werkeln? Ja, da hast du recht, Stimme aus dem Off. Vielleicht fahren deswegen immer alle im Urlaub weg, um nicht die Arbeit Zuhause zu sehen? Naja, egal. Was andere machen ist mir wurscht. Wir waren auf jeden Fall fleißig und haben nicht nur arbeiten lassen (Details dazu dann im Tagebuch-Eintrag Nr. 23), sondern auch selbst gearbeitet:

Der Keller

Als der erste Stock im Februar 2017 soweit fertig geworden ist, hat die Sache mit dem „Weiter renovieren“ zugegebenermaßen plötzlich eine extrem niedrige Priorität bekommen. Ja, wir haben den Keller absolut vernachlässigt im letzten Jahr. Ich hatte mich zwar zwischen durch mal daran versucht die Raufasertapeten im Flur zu entfernen aber einer der Vorbesitzer hat diese scheinbar mit Wandkleber an die Wand geklebt (was sonst?). Die sitzen bombenfest und kommen selbst nach minutenlangem Einweichen nur mit viel Anstrengung herunter. Entsprechend hoch war meine Motivation mich damit zu beschäftigen (dürfte ~1-2m² bislang geschafft haben). Gleichzeitig hatten wir aber nicht den großen Druck. Wir brauchten die Räume nicht dringend und das Werkzeug aus einem Haufen herauszusuchen war zwar etwas nervig aber kam nicht so häufig vor. Nur, dass die Wäsche wieder dreckig wurde, wenn man sie beim auf- oder abhängen vom Ständer herunterfiel, das war echt blöd.

Aber der tatsächliche Grund, warum wir im Urlaub plötzlich in hektische Betriebsamkeit verfallen sind, ist ein anderer: Wir bezahlen ja bekanntlich aktuell jede Woche gutes Geld für’s Fitnessstudio (und gehen normalerweise auch 2-3x pro Woche hin) und das geht logischerweise ganz schön ins Geld. Deswegen haben wir uns entschieden den Vertrag zu kündigen (geht noch ein Jahr) und stattdessen endlich unseren Freizeitraum in Angriff zu nehmen indem wir einen Crosstrainer bestellt haben (ein Fahrrad-Home-Trainer aus einer Betreibsaufgabe und so eine Art „zugelaufener“ Stepper stehen schon unten). Aber bevor wir den Freizeitraum herrichten können wo die starken Jungs von der Spedition ihn hinstellen sollen, mussten die anderen beiden Räume (von uns als Werk- und Wäscheraum tituliert) auf Vordermann gebracht und dafür die derzeitigen Inhalte im zukünftigen Freizeitraum zwischengelagert werden (lag sowieso schon sehr viel dort kreuz und quer da rum).

Der Ablauf

Der Waschraum nach dem Streichen

Natürlich könnte man sich fragen, warum wir es in den nun schon bald drei Jahren nicht geschafft haben da unten ein wenig aufzuräumen. Ganz einfach: Die Überbleibsel des Wasserschadens (unten an der Leiste mindestens 20cm fehlender Putz und damit sichtbares Mauerwerk) unseres Vorgängers wollten wir nicht einfach nur hinter einem (sehr großen) Regal verstecken, sondern vorher flicken. Also blieb erst einmal alles einfach verstreut liegen, weil wir keinen Bock hatten es endlich fertig zu machen. Nun hieß es nach dem Ausräumen den losen Putz von der Wand klopfen, die Löcher mit Tiefengrund streichen und dann mit unserem Liebling Knauf Rotband eine neue Schicht drüberziehen. Anschließend konnten wir mit weißer Farbe (wie gewohnt Südwest Euro Classic) eine Runde drüber streichen. Auf dem größten Teil der Fläche reichte auch ein Anstrich. Nur hier und da mussten wir nochmal mit dem Pinsel drüber, um das Durchscheinen des Putzes zu unterbinden.

Die Decke habe ich hingegen einfach nur gründlich abgekehrt. Die ist schon weiß gestrichen und noch soweit in Ordnung. Und der Boden…, nun der war (und ist im Flur) noch ein anderes Thema. Entweder wurde die Betonbodenplatte des Hauses nie versiegelt oder die Versiegelung hat sich im Laufe der Jahre in Luft aufgelöst. Auf jeden Fall ist alles sehr rau und damit quasi nicht wirklich zum reinigen geeignet (der Putzlappen geht dabei nur kaputt). Also haben wir überlegt, was wir tun können. Fliesen oder eine andere Art von Bodenbelag wollten wir nicht rein machen, da es uns als „Overkill“ erschien. Im Freizeitraum ist das was anderes (da kommt vermutlich Klebekork auf den Boden) aber wie der Name Wäscheraum schon sagt, machen wir da nicht viel und im Werkraum ist die Gefahr, dass beim Werkeln mal was Schweres/Spitzes runterfällt sowieso recht groß. Da geht Laminat oder ähnliches nur kaputt. Mal ganz abgesehen davon, dass weder Boden noch Wände wirklich gerade sind was eine Materialverlegung erschwert hätte.

Eine Runde Versiegeln

Der Waschraum mit fertiger Bodenversiegelung

Am Ende fiel unsere Entscheidung darauf einfach den Beton nochmal richtig zu versiegeln (oder eben erstmals…). Nach einer Runde googeln kamen wir dabei auf Epoxidharz mit dazugehörigem Härter (sprich ein Zwei-Komponenten-System) aber als wir das bei PROSOL kaufen wollten, kam die Empfehlung doch stattdessen Metaacryl-Fußbodenfarbe (natürlich genauso von Südwest) zu nehmen. Damit muss man ebenso zwei Anstriche machen (Nr. 1, um die Poren zu verschließen und Nr. 2 dann der richtige) aber es ist nur eine Komponente, wesentlich günstiger und reicht für unseren Anwendungsfall. Epoxidharz ist mehr für stark beanspruchte Böden wie z.B. in der Garage oder einer richtigen Werkstatt, wie wir gelernt haben.

Ging auch wunderbar von der Hand die Sache. So einfach (wenn nicht sogar einfacher) wie die Wand streichen nur statt einer flauschigen Rolle mit einer etwas Glatteren. Während des 1. Anstrichs hatten wir zwar noch ein paar Bedenken, weil es nicht 100% deckte und ich hier und da die Farbe wieder herunterzog. Aber nach dem 2. Anstrich 24 Stunden später kann ich mich absolut nicht mehr beschweren. Alle Flecken sind weg und wir haben eine saubere, durchgehende und vor allem glatte Oberfläche.

Das Einräumen

Leere Räume sind natürlich schön und gut, aber zum ordentlichen Einräumen nicht geeignet. Entsprechend habe ich als nächstes für den Werkraum drei 08/15-Schwerlastregale aus Metall zum Zusammenstecken von toom aufgebaut. Die lagen tatsächlich schon seit Dezember 2015 da unten im Keller. Ja, wir waren am Anfang sehr idealistisch und voller Tatendrang :wink: . Das erste ging nicht wirklich gut von der Hand (musste jede Verbindung mit dem Gummihammer richtig reinhämmern). Die nächsten zwei am darauffolgenden Tag flutschten hingegen wie Schmitz‘ Katze und verdienten den Namen „Steckregal“. Lysanda vermutetet, dass es am Wetter lag (Metall + Hitze = Ausdehnung). Als Arbeitstisch nutzen wir nun meinen Schreibtisch aus Eckental. Danach konnten wir damit beginnen alles was in den Werkraum gehört aus dem Freizeitraum zumindest wieder umzuräumen. Eingeräumt ist es noch nicht ganz, weil dazu natürlich auch viel sortieren und wegschmeißen gehört, aber das ist jetzt nur noch eine Frage der Zeit.

Der fertige (aber noch leere) Werkraum

Und im Wäscheraum zum trockenen Lagern von Lebensmitteln (plus Gefrierschrank und -truhe) und den vielen anderen Dingen, die sich so ansammeln, haben wir zwei Schränke und eine Truhe reingestellt. Die sind uns tatsächlich zugeflogen und zeigen wieder einmal, wie wichtig es ist sich mit den Nachbarn gut zu stellen. Die haben nämlich ausgemistet und uns gefragt, ob wir den Kram haben wollen bevor sie ihn auf den Sperrmüll stellen. Da haben wir selbstverständlich nicht nein gesagt (soweit es noch in Ordnung war und wir es gebrauchen konnten). Darunter eben zwei Schränke und eine Truhe sowie ein Vollholz-Esstisch und zwei seit längerem nicht mehr genutzte Fahrräder. Allein für den Tisch bezahlt man im Möbelhaus vermutlich 600 Euro oder mehr. Das ist aus meiner Sicht übrigens einer der wenigen Vorteile von Facebook. Dort gibt es quasi für jeden Ort „Free Your Stuff“-Gruppen, in denen Leute ihren Kram verschenken. Haben wir schon vieles nicht nur losbekommen, sondern auch bekommen – darunter unseren vorherigen Esstisch, den wir jetzt natürlich wieder darüber ein neues Zuhause geben werden.

Das weitere ToDo

Am Freitag kommt nun der Crosstrainer und nein, der Freizeitraum ist leider nicht fertig geworden in unserem Urlaub. Und jetzt müssen wir uns erst einmal mit dem Garten beschäftigen (dazu am Montag mehr). Aber das ist quasi das nächste ToDo: Werk- und Wäscheraum fertig einräumen und dann im Freizeitraum loslegen. Auch dort sind wieder die Löcher zu stopfen, eine zusätzliche Lampe wollen wir montieren, ein bisschen „normale“ Tapete entfernen, anschließend die Wände streichen und wie oben erwähnt tatsächlich einen Korkboden reinlegen. Aufgrund unserer guten Erfahrungen mit dem Klebekork an der Schlafzimmerdecke ist derzeit geplant eine günstige Variante davon zu nutzen. Und ganz am Schluss steht noch der Flur an…naja, ich werde euch selbstverständlich von unseren Erfahrungen berichten, wenn wir das soweit erledigt haben.

Sicarius

Einfach so die Dritte

Just Cause 3 ist ein wirklich hübsches Spiel.

Und da waren sie schon wieder rum, die vier Wochen Urlaub. Ja, wir haben uns tatsächlich mal eine etwas längere Auszeit gegönnt. Macht natürlich am Ende keinen Unterschied, schließlich verfliegt die Erholung nachweislich in dem Moment in dem ich nachher auf der Arbeit Microsoft Outlook öffne und mehrere hundert ungelesene E-Mails und vermutlich haufenweise Besprechungsanfragen auch nur sehe. Aber trotzdem war es natürlich angenehm obwohl wir durchaus nicht nur auf der faulen Haut gelegen haben (Stichworte „Keller“ und „katzensicherer Garten“). Doch dazu erzähle ich euch am kommenden Montag mehr. Heute soll es stattdessen um das Spiel gehen, welches mich den Großteil dieser vier Wochen beschäftigt hat. Ja, ich hatte so viel Zeit und so viel Auswahl und trotzdem habe ich mich fast ausschließlich auf dieses eine Spiel konzentriert – und es trotzdem noch nicht komplett durch:

Just Cause 3 (2015; PC, XONE, PS4) – Diktatoren sind schon echt nervige Gesellen. Kaum hat man den einen gestürzt, schon ist der nächste da. Und wer muss es wieder richten? Rico Rodriguez natürlich. Die heimischen Rebellen sind ohne ihn schließlich offensichtlich nicht in der Lage es zu schaffen und nehmen dafür haufenweise Kollateralschäden in Kauf. Rico ist schließlich nicht gerade dafür bekannt, dass er Rücksicht auf irgendwas nimmt. Stattdessen ist sein Motto: Wen es explodieren kann, lass es explodieren. Willkommen in der Welt von Just Cause, genauer gesagt Just Cause 3.

Sechs Jahre nach der Befreiung des mediterranen Inselstaats Panau in Just Cause 2, ist Rico nicht mehr Teil der ominösen „Agency“ und kehrt zurück in seine Heimat: Ein anderer mediterraner Inselstaat namens Medici. Dort hat General Sebastiano Di Ravello die Macht an sich gerissen und unterdrückt die Bewohner. Also geht Rico doch nicht in den verdienten Ruhestand, sondern „hilft“ (das meiste macht ihr alleine) seinem Bruder und den Rebellen die Sache zu richten.

Same ol‘, same ol‘?

Möglichst viel muss auf dem Bildschirm explodieren!

Das grundlegende Spielprinzip ist im Vergleich zu den Vorgängern unverändert: Auf den unterschiedlich großen Inseln gibt es Militärstützpunkte sowie Dörfer und Städte, die es zu befreien gilt, um die Geschichte voran zu treiben und Sachen freizuschalten. Das macht ihr, indem ihr alle Chaosobjekte dort zerstört. Das sind z.B. Propagandaautos, Stromgeneratoren, Statuen oder Sendeantennen und wie gewohnt alle schön rot/weiß-gestreift angemalt, damit ihr sie aus größtmöglicher Entfernung sehen könnt. Und nein: Landschaft, andere Gebäude, etc. können leider immer noch nicht dem Erdboden gleich gemacht werden. Wurden alle Chaosobjekte im dazugehörigen Bereich zerstört, gilt der Ort als „befreit“ und es werden Challenges oder neue Fahrzeuge freigeschaltet.

Wie ihr die Bauten zerstört ist dabei komplett euch überlassen. Natürlich könntet ihr sie einfach mit eurem umfangreichen Waffenarsenal platt machen (ihr könnt je eine leichte, mittlere und schwere Waffe gleichzeitig tragen), das euch zur Verfügung steht aber das ist sooo 08/15. Mit stark bewaffneten Fahrzeugen ist es schon lustiger aber Vorsicht vor den Flakkanonen und Raketenwerfern. Richtig stylisch ist es aber die Schwerkraft zu benutzen, denn Rico hat wieder seinen Greifhaken mit dabei. Ihr wisst schon: Damit könnt ihr euch nicht nur meterweit irgendwo hochziehen, sondern auch Sachen miteinander verbinden. Neu dabei ist die Möglichkeit sie sich gegenseitig anziehen zu lassen. Und was passiert, wenn man eine Statue mit dem Boden verbindet und dann zieht? Sie fällt um. Das macht die ganze Sache wesentlich abwechslungsreicher und es gibt wesentlich mehr Möglichkeiten mit dem Greifhaken Schabernack zu treiben. Zumal ihr voll ausgestattet nicht nur ein Kabel verschießen könnt, sondern bis zu sechs Stück. Da kommen wir schon fast in Rube Goldberg-Territorium und geht weit über das „Ich verbinde den Gegner mit einem Flugzeug und fliege davon“ in den Vorgängern hinaus. Die Benzintanks mit dem Transformator verbinden und dann noch eine Verbindung an die Antenne, dann die Taste drücken und boooooooooooom haben wir eine Explosion ungeahnten Ausmaßes.

Außerdem neu im Gepäck: Ein Wingsuit. In der Variante ohne den Sky Fortress-DLC geht es damit nur gerade aus oder nach unten und trotzdem beschleunigt sich der Spielablauf damit bereits deutlich. Musstet ihr euch früher noch mit Greifhaken und Fallschirm (auch wieder mit dabei) über die Erdoberfläche ziehen, lassen sich mit dem Wingsuit problemlos lange Strecke im Gleitflug überbrücken. Und wenn der Boden doch mal zu nah kommt – einfach Greifhaken abschießen, ran ziehen und schon ist man wieder in luftigen Höhen. Extrem praktisch. Und mit besagtem DLC bekommt ihr nicht nur Schubdüsen an euren Wingsuit – könnt also dauerhaft fliegen – sondern eine Bewaffnung aus Maschinengewehr und Raketen. Das Zielen ist zwar etwas schwierig (ihr schießt immer in Flugrichtung) aber Laune macht es trotzdem.

Es kommt von oben!

Drei Seile + Eine Taste = Eine kaputte Statue

Obwohl euch von Anfang an die komplette Spielwelt offensteht (400 Quadratmeter wie in Just Cause 2), steht euch erneut nicht sofort euer gesamtes Spielzeug zur Verfügung. Die Grundlage legen die tatsächlich ziemlich belanglosen Storymissionen. Abseits von zwei Charakteren gibt es keine echte Verbindung zum Vorgänger und die Geschichte ist extrem dünn. Natürlich geht es nur drum den Diktator zu stürzen aber trotzdem hätte man den Weg dahin etwas spannender gestalten können. Im Ergebnis geht es mehr darum euch neue Mechaniken beizubringen (später nicht einmal das) als euch auf irgendeine Art und Weise mitzureißen. Stattdessen bleiben die Charaktere so blass und belanglos wie eh und je, was extrem schade ist. Auch sind die Missionen in extrem kurze und eher langweilige Abschnitte gesplittet. Immer wieder wird das Geschehen von Zwischensequenzen oder Ladezeiten unterbrochen. Zum Glück macht die Kampagne nur einen absoluten Bruchteil des Spiels aus (ca. sechs Stunden – ich habe zum Verfassungszeitpunkt schon 37 Stunden versenkt). Einziger Lichtblick sind die drei DLCs (Bavarium Sea Heist, Sky Fortress und Mech Land Assault). Ein klares Ziel, eine Handvoll Charaktere, längere Missionen und schon haben die Entwickler von Avalanche Studios die Probleme des Hauptspiels bereinigt. Es lohnt sich also nicht nur wegen den Goodies (ein Mech, ein schwer bewaffnetes Boot und eine Gewitter-Kanone) die DLCs zu kaufen.

Die meiste Zeit verbringt ihr aber damit euren eigenen Launen nachzugehen. Zusätzliche Fahrzeuge schaltet ihr frei, indem ihr sie findet und zu einer der vielen Garagen in den befreiten Dörfern bringt (ja, auch Boote was eine besondere Herausforderung darstellt) oder bestimmte militärische Außenposten erobert. Zudem warten erneut ein paar (hundert) Collectibles auf euch, bevor ihr wirklich ALLES an fahrbarem Untersatz sowie Schießgewehren jederzeit über den Rebel Drop herbeirufen könnt. Dieser ersetzt den Schwarzmarkt der Vorgänger. Statt für jede Lieferung Geld auszugeben, müsst ihr hier nur zuerst die Sachen freischalten. Dann genügt ein Menüaufruf und ein Jet (?) liefert euch euren nigelnagelneuen Panzer oder eine neue Knarre direkt vor die Füße. Die einzige Einschränkung ist, dass ihr bei gleichen Objekten Wartezeiten habt. Sprich den tollen Raketenhelikopter könnt ihr nur einmal alle 10 Minuten herbeirufen. Außerdem benötigt ihr Leuchtfeuer quasi als Signal, wo der Schiffscontainer abgeworfen werden soll aber die Nachfüllstationen sind zahlreich und entsprechend ist das kein Hindernis.

Ab und zu erwarten euch außerdem kleine und völlig optionale Nebenmissionen, die zufällig in der Spielwelt auftauchen. Dem Pfarrer ist zum Beispiel das Benzin ausgegangen und ihr müsst sein Auto zur nächsten Tankstelle bekommen. Oder ein Militärtransporter ist gerade mit gefangenen Rebellen unterwegs und ihr müsst sie befreien. Jeweils nur eine Sache von wenigen Minuten aber nett gemacht und im Falle des Pfarrers schaltet ihr damit den Zugang zum Kloster in der Nähe frei. Dort hin könnt ihr euch zurückziehen, wenn ihr zu viel militärische Aufmerksamkeit habt und euch sofort reinwaschen. In der Praxis ist das aber nicht wirklich nötig, da ihr euch selbst mit fünf Sternen relativ einfach aus der Affäre ziehen könnt und der Countdown bis zum Abbruch der Suchaktion überschaubar bleibt.

Langweilig?!

So viele Gear Mods zum freischalten!

Nur einmal freischalten und dann immer unverändert benutzen ist natürlich auf Dauer etwas lahm deswegen gibt es zusätzlich noch die Gear Mods. Die verdient ihr euch, in dem ihr die zahlreichen Herausforderungen bestreitet (um die 130 Stück mit DLC), die ihr nach fast jeder Befreiung freischaltet. Diese lassen sich grob in ein zwei Kategorien einteilen: Rennen und Zerstörung. Ihr fliegt entsprechend mit eurem Wingsuit einen Parkour ab, rast mit diversen Autos über die Straßen oder müsst eine Militärbasis nochmal mit Einschränkungen (benutze nur Waffe X,Y) komplett zerstören oder habt eine Bombe am Auto und müsst ständig mindestens über 50km/h fahren und erst am Ziel explodieren. Je nach Punktzahl gibt es bis zu fünf Zahnräder die je nach Challenge-Kategorie neue Modifikationen für eure Sachen freischalten. So haben dann alle Rebellenfahrzeuge plötzlich einen Nitro-Booster oder ihr könnt wie oben erwähnt noch mehr Greifhaken verschießen oder mit dem Wingsuit in der Luft wenden und solche Sachen. Welche Modifikationen ihr nutzt ist übrigens vollkommen euch überlassen. Jede einzelne kann zu jeder Zeit und dauerhaft an- oder ausgeschaltet werden sobald ihr sie einmal freigeschaltet habt.

In Just Cause 3 ist der Spaß entsprechend vor allem das, was ihr draus macht. Nüchtern betrachtet wiederholt sich die ganze Sache sehr schnell. Hat man eine Militärbasis befreit, hat man schließlich auf gewisse Art und Weise alle befreit. Auflockerung bringen nur die Challenges, die sich in sich aber auch wiederholen, da sich nur die Randbedingungen verändern. Das ist eben das Problem von Open-World-Titeln. Aber wie ist es, wenn ich die eine Basis mit dem Raketenhelikopter befreie und die andere nur mit meinem Greifhaken? Wenn man an die Sache wie an ein Puzzle rangeht, dann wird es schnell spannend und abwechslungsreich. Und in den Challenges will ich selbstverständlich überall die fünf Zahnräder haben was teilweise eine echte Herausforderung ist.

Einfach mal die Aussicht genießen.

Außerdem tut es Just Cause 3 extrem gut, dass es trotz gleicher Größe der Spielwelt wesentlich weniger überladen ist. Es gibt eben nicht alle fünf Meter irgendetwas zu tun. Nein, ihr könnt auch mal ungestört über die Landschaft gleiten oder im Formel-1-Wagen die Straßen gen Sonnenuntergang rasen. Gleichzeitig fällt einem aufgrund der neuen Möglichkeiten sich fort zu bewegen die zusätzliche Leere nie wirklich negativ auf. Stattdessen hat man Zeit die extrem schicke Grafik zu genießen (inkl. fließendem Tag- und Nachtwechsel und Regenschauern). Ja, sie hat einen gewissen Hardwarehunger und das Spiel läuft nicht perfekt. So hatte ich rund ein halbes Dutzend Abstürze in den 37 Stunden Spielzeit und selbst nur mit FXAA gibt es in manchen Szenen immer noch starkes Ghosting. Aber das Ergebnis kann sich trotzdem sehen lassen. So schön sah die Karibik zuletzt maximal in Crysis aus und dort konnte man sie nicht von oben bewundern. Und die Steuerung mit Maus und Tastatur geht nach anfänglicher Gewöhnung an das erneut etwas komische Tastenlayout (könnt ihr aber jederzeit ändern) gut von der Hand.

Beim Christoph meint: Obwohl ich technisch gesehen das Spiel noch nicht durchhabe – ich konzentriere mich relativ wenig auf die Storymissionen und mache mehr das Zeug neben bei -, vergebe ich trotzdem schon eine Wertung. Und die lautet: Uneingeschränkte 5 von 5 Sics. Ich habe in Teil 3 bereits mehr Stunden investiert als in Teil 2 und die Chancen stehen extrem gut, dass ich es noch zu 100% durchspielen werde (wenn mich nicht die ein oder andere Challenge in den Wahnsinn treibt). Gleichzeitig hatte ich in der Zeit noch mehr Spaß als beim Vorgänger. Ich war regelrecht schockiert als ich für diesen Text nochmal eine Stunde zurück gewechselt bin wie umständlich, überladen und irgendwie langatmig das damals war (und trotzdem Spaß machte!).

Einmal alles bitte!

Für mich machen vor allem drei Sachen den entscheidenden Unterschied: Der Rebel Drop, die Spielwelt und der neue Greifhaken. So hat der Rebel Drop zwar seine Einschränkungen aber diese fühlen sich nicht annähernd so restriktiv an wie die Notwendigkeit genug Geld zu haben in Teil 2. Entsprechend bereitwilliger bin ich mal was zu bestellen und habe damit mehr Möglichkeiten mir ohne große Unterbrechung selbst Abwechslung zu bereiten. Das Ausdünnen der Spielwelt führt hingegen dazu, dass ich mich nicht so völlig überfordert fühle. Es piepst nicht dauernd durch die Boxen, weil schon wieder irgendwo was zu tun ist. Nein, ich kann in Ruhe mein Ziel aussuchen und dann quasi konzentriert Spaß haben oder eben einfach mal so durch die schöne Landschaft „cruisen“. Und die Möglichkeit die Kabel des Greifhaken heranzuziehen ist so einfach aber genial, weil dadurch so viel mehr Freiheiten entstehen und das Tempo erhöht wird. Ich muss nicht mehr nach der roten Tonne suchen (wobei davon auch wieder genug rumstehen), um dann damit das Gebäude zu zerstören. Nein, ich kann einfach das Gebäude mit dem Boden oder einem anderen festen Objekt in der Nähe verbinden und dran ziehen.

Wer also grundsätzlich mit der Just Cause-Reihe etwas anfangen kann und vor allem kein Problem damit hat nicht von der Geschichte, sondern eher von Zahlen (wie viel % des Spiels habe ich schon geschafft?) oder den eigenen Herausforderungen (jede Militärbasis ist ein potentielles Puzzle) getrieben zu werden, dem kann ich Just Cause 3 absolut empfehlen. Es schafft zumindest für mich erstmals die genau richtige Balance aus Komplexität und Freiheit, die ich haben möchte. Wenn Teil 4 im Dezember dieses Niveau einfach nur beibehält, dann ist es für mich schon perfekt.

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