Sicarius

Zahnlose Maya

Die vier Letzten

Und damit hat unsere 5 1/2 Jahre alte Maya ab sofort keine Zähne mehr im Mund. Gestern durfte sie zum Tierarzt, um die letzten vier Beißerchen zu entfernen. Übrig waren noch die oberen und unteren Eckzähne. Die oberen hingen dank FORL und Calicivirus bereits tief aus dem Maul heraus (deswegen sind wir hin) und beim Röntgen haben sie festgestellt, dass die unteren ebenfalls nicht mehr tief drin waren. Insofern war die Aktion im Vergleich zu 2019 zügig erledigt und entsprechend die Narkose nicht so tief. Hing zwar abends trotzdem noch ein bisschen in den Seilen mit vergrößerten Pupillen und einem unsicheren Gang, fressen wie ein Scheunendrescher ging aber sofort. Kein Vergleich zum damaligen “ich leg mich auf die Heizung und lasse meiner Blase freien Lauf” bzw. “ich weiß nicht mehr, wie man isst und muss erst wieder angefüttert werden“. Jetzt ist die Dame halt einfach eine zahnlose Emma.

Da sie sowieso in Narkose war, haben wir auch mal wieder eine Nasenspülung machen lassen. Sie leidet ja immer noch unter Katzenschnupfen, sprich ihr läuft der Schleim aus der Nase, sie niest viel und hustet gerne. Da es nach dem ersten Schwung Zähne ziehen signifikant besser geworden ist, war meine Hoffnung, dass der Kahlschlag jetzt das letzte Zünglein an der Waage sein würde. Und damit sie gleich bei null anfangen kann eben die Nasenspülung.

*derp*

Allerdings hat der Tierarzt beim intubieren festgestellt, dass er irgendwie nicht so tief reinkommt wie er wollte. Der Schleim hing nämlich nicht nur in der Nase, sondern auch tief hinten im Hals. Es wird nun vermutet, dass das die eigentliche Quelle ist. Er hat deshalb einen Abstrich gemacht und erstmal ein allgemeines Antibiotikum draufgehauen. Außerdem gab es ein Röntgenbild der gesamten Katze, um zu schauen wie die Lunge aussieht. Die ist glücklicherweise vollkommen in Ordnung (abseits einer leichten Reizung wegen dem vielen Husten). Insofern wird jetzt der Abstrich abgewartet und dann geschaut, wie es weitergeht. Vielleicht kriegen wir Maya ja doch noch zumindest Symptomfrei *drückt die Daumen*.

Auf dem Röntgenbild ist ihm außerdem noch aufgefallen, dass eine der Nieren kleiner ist als die andere. Muss erstmal nicht schlimm sein – kann trotzdem genauso gut funktionieren wie die andere. Aber da Nieren bei Katzen sehr empfindlich sind, ist es definitiv angesagt noch genauer speziell auf ihr Trinkverhalten zu achten. Nimmt das plötzlich stark zu, dann deutet das auf entsprechende Probleme hin. Bislang ist sie jedoch weiterhin fit wie ein Turnschuh. Somit noch kein Anlass zur Besorgnis. Hoffen wir, dass das so bleibt.

Flüssiges B12

Vitamin B12. Ursprünglich wollte ich darüber schon vergangene Woche schreiben aber irgendwie ist die geplante Einleitung (mal wieder) völlig ausgeartet und hat mich in eine andere Richtung geführt. Aber heute kommen wir endlich zu dieser Gruppe von chemischen Verbindungen und erfahren, was sie unter anderem mit unserem Gemütszustand zu tun haben. Und ja, es sind schon wieder mehrere Sachen unter dem gleichen Begriff zusammengefasst. Allerdings ist es beim Vitamin B12 nicht einmal ansatzweise so schlimm wie beim Vitamin B3, bei dem aus meiner Sicht beide Substanzen völlig unterschiedliche Wirkungen und Einsatzorte im Körper haben.

Was ist es?

Von B12 hat sicherlich jeder schonmal gehört. Es dürfte mit Vitamin C und D heutzutage das bekannteste Vitamin sein. Grund ist die Diskussion um Vegetarier und vor allem Veganer, die prädestiniert sind für einen entsprechenden Mangel. Aber liebe Freunde der gepflegten Pflanzenkur seid beruhigt: Auch Fleischfresser kann es treffen. Ich bin ein gutes Beispiel dafür. Ein Leben lang fast täglich viel Fleisch zu mir genommen und trotzdem wurde mir 2016 von meinem Arzt ein so starker Vitamin-B12-Mangel diagnostiziert, dass ich zu drei Infusionen antanzen musste bestehend aus einem Vitamin-B-Komplex. So kann es gehen.

Aber fangen wir ganz von vorne an. Vitamin B12 ist ein essentielles Vitamin und der Körper kann zumindest die benötigte Endform nicht selbst herstellen und muss sie sich von außen holen. Wie oben erwähnt verbirgt sich hinter dem Begriff “Vitamin B12” eine Gruppe von chemischen Verbindungen – die sogenannten Cobalamine:

  • Adenosylcobalamin
  • Aquacobalamin
  • Cyanocobalamin
  • Hydroxycobalamin
  • Methylcobalamin
  • Nitritocobalamin

Aus medizinischer Sicht sind wohl alle Formen von Cobalaminen gleichwertig. Also egal welches davon ihr prinzipiell zu euch nehmt, ihr kriegt damit Vitamin B12 und euer Körper kann auch jeweils etwas damit anfangen, solange die notwendigen Co-Faktoren vorhanden sind. Es lohnt sich aber dennoch einen etwas genaueren Blick auf die unterschiedlichen Varianten zu werfen, denn ganz so gleichwertig sind sie lt. einer Studie von 2017 wohl doch nicht.

Adenosylcobalamin, Methylcobalamin und Hydroxycobalamin sind die natürlichen Formen des Vitamin B12. Cyanocobalamin ist hingegen ein rein synthetisches Produkt und biologisch inaktiv, das aber sehr gerne in der Industrie und von Ärzten eingesetzt wird. Warum? Na, weil es billiger ist. Wie immer :smile: . Biologisch inaktiv heißt, dass unser Körper erst einmal nichts damit anfangen kann. Stattdessen nimmt er es her, um dann selbst daraus Adenosylcobalamin und Methylcobalamin herzustellen – die aktiven Formen von Vitamin B12.

Aquacobalamin ist hingegen die konjugierte Säure des Hydroxycobalamin und ich sage euch ganz ehrlich: Ich habe bislang noch nicht wirklich verstanden, was das ist. Also es hat irgendetwas mit Säure-Basen-Paaren zu tun und der Körper braucht dieses Aquacobalamin, um daraus einen Nitrosyl-Komplex zu fertigen. Der wiederrum ist für zahlreiche Prozesse in unserem Körper wichtig. Aber wie diese Umwandlung genau funktioniert übersteigt meine (schlechten) Chemie-Kenntnisse.

Hydroxycobalamin ist ebenfalls biologisch inaktiv, nehmen wir allerdings über die Nahrung auf. Der Teil, der nicht zu Aquacobalamin wird, wandelt unser Körper am Ende in “echtes” Vitamin B12 um. Und Nitritocobalamin? Damit scheint sich irgendwie noch niemand beschäftigt zu haben, zumindest habe ich dazu keinerlei handfeste Informationen abseits seiner chemischen Eigenschaften gefunden. Vergessen wir+ es also gleich wieder :wink: .

Woher kriegen wir es?

So viel zur Theorie. Halten wir fest: Unser Körper kann zwar Cobalamine umwandeln, aber keine eigenen herstellen. Durchs Rauchen oder wenn wir zum Arzt gehen gibt es eine Runde Cyanocobalamin, eine synthetische Form von Vitamin B12. Das in der Zigarette enthaltene Zyanid hinterlässt nämlich Cyanocobalamin als Rückstand im menschlichen Gewebe. Wenn ihr jetzt aber als Vegetarier denkt “Super, dann rauche ich einfach wie ein Schlot”, muss ich euch enttäuschen: Die Mengen sind äußerst gering und verwerten kann der Körper es ebenfalls nur bedingt. Also lassen wir das lieber mit dem Rauchen.

Die erwähnte Studie hat hingegen festgestellt, dass die Zufuhr von biologisch aktiven Formen des Vitamin B12 sicherer und besser geeignet für unseren Körper ist als das Cyanocobalamin. Mal schauen, wann unsere Mediziner das verinnerlichen. Insofern: Wenn ihr Supplementieren wollt/müsst, dann greift zu Adenosylcobalamin und Methylcobalamin. Wir holen uns beispielsweise Adenosylcobalamin-Tropfen von der Arnika Apotheke. Gibt es aber natürlich auch noch andere Anbieter und Darreichungsformen.

In dem Mittagessen war nicht viel Vitamin B12 enthalten.

Auf natürlichem Wege gibt es Vitamin B12 hingegen nur durch das Essen von Fleisch im Allgemeinen und Innereien im Speziellen. Grundsätzlich ist wohl in allem zumindest ein bisschen etwas drin aber das hängt stark von der Ernährung des Tiers ab. Fleischfresser können das Vitamin nämlich genauso wie Pflanzen nicht selbst herstellen. Stattdessen gibt es Mikroorganismen, die in Symbiose mit einigen Tierarten leben und die das für sie tun. Die können sich theoretisch zwar auch auf Pflanzen ansiedeln, dann gibt es von denen ebenfalls eine Runde B12 – wenn man sie nicht gründlich wäscht. Aber das passiert wohl nicht ganz so häufig. Stattdessen ist ihr natürlicher Lebensraum z.B. im Magen von Wiederkäuern, also beispielsweise Rind. Kriegt das genug Cobalt-haltige Nahrung, wird fleißig Vitamin B12 produziert.

Schwein und Geflügel hat hingegen zwar die entsprechenden Bakterien im Darm, können das dort produzierte B12 aber nur schlecht verwerten. Sie sind entsprechend ebenfalls auf äußere Zufuhr angewiesen. Findet die nicht statt, hat auch das Fleisch entsprechend keines – und natürlich das Vieh allerlei Probleme. Einzellige Meerespflanzen wie Algen sind ebenfalls gute Symbionten und enthalten entsprechend viel B12. Genauso wie die Meerestiere, die dann fleißig dieses Plankton fressen. Ihr müsst eure Diät also jetzt nicht komplett nur auf Kuh umstellen, nur um genug B12 zu bekommen. Wer aber jetzt denkt, dass er einfach Algen isst: Das B12 darin ist biologisch inaktiv und kann unser Körper nicht ohne weitere Unterstützung verarbeiten.

Wie viel darf es sein?

Glücklicherweise brauchen wir lt. DGE gar nicht so viel Vitamin B12 am Tag. Sie empfiehlt schlappe 4,0µg. Ja, Mikrogramm. Eine wirklich überschaubare Menge. Dazu hier ein paar Beispiele was so in Nahrungsmitteln enthalten ist:

Rinderleber hat 65µg auf 100g, Hühnerleber immerhin noch 20µg/100g und Hering kommt auf 11µg/100g. Rindfleisch selbst liegt bei 5,0 µg/100g während Camembert (30% Fett i. Tr.) bei 3,1µg/100g liegt und eine Blutwurst bei 1µg/100g. Gemüse wird hingegen mit 0,01µg/100g angegeben und selbst ein Hühnerei kommt nur auf 0,1µg/100g. Schweinefleisch liegt hingegen bei 0,8µg/100g.

Wer also ein schönes Rumpsteak (~250g) verzehrt, sollte seine Tagesdosis Vitamin B12 gemäß DGE nicht nur erreicht, sondern sogar weit überschritten haben, oder?! Leider nein, denn damit Vitamin B12 die Reise vom Mund in den Darm (wo es absorbiert wird) überlebt, benötigt es den sogenannten “Intrinsic Factor”. Und von dem haben wir nicht unendlich viel im Körper. Geschätzt wird, dass pro Mahlzeit entsprechend nur magere 2µg Vitamin B12 aufgenommen werden können. Alles andere überlebt die Reise nicht. Und von der Mundschleimhaut wird nur ca. 1% absorbiert.

Zu viel?

Aber selbst, wenn man mal nicht jeden Tag seine Zufuhr bekommt: Der Speicherort von Vitamin B12 im Körper ist die Leber. Und dort haben Wissenschaftler bei gesunden Erwachsenen Depots im Bereich von 2000-5000µg gefunden. Sprich hat man erst einmal seinen Körper mit ausreichend mit Vitamin B12 versorgt, hält er es durchaus eine sehr lange Zeit ohne zusätzliches Material aus, bevor man überhaupt in einen Mangel gerät.

Eine Überdosis ist gleichzeitig auf normalem Wege praktisch unmöglich. Hydroxycobalamin wird sogar als Gegengift bei einer Zyanid-Vergiftung angewendet – in einer Dosis von 5g (5.000.000µg) oder sogar 10g, wenn es ganz schlimm ist. Und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat dies als völlig sicher eingestuft. Bei Vitamin B12 gilt also: Kriegt unser Körper zu viel, kommt es unten einfach wieder raus bzw. kommt gar nicht weiter als unser Magen. Es gibt nur vereinzelt Fälle von Akne und lokalen, allergischen Reaktionen speziell bei intravenöser Zuführung. In meinem Fall hatte ich dahingehend aber keine Probleme.

Ich möchte an dieser Stelle aber diese Studie von 2019 und diese von 2017 nicht unerwähnt lassen. Beide haben festgestellt, dass bei einer dauerhaften hohen Zufuhr von Vitamin B12 das Risiko für Lungenkrebs steigt. Normale Personen haben bei einer Einnahme von täglich >55µg demnach ein doppelt so hohes Risiko, Raucher (auch ehemalige) sogar ein drei- bis vierfach erhöhtes. Es kann also sein, dass sich bei der These “vollkommen ungefährlich” in Zukunft noch was tun wird. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat derzeit eine Empfehlung von maximal 25µg/Tag ausgegeben.

Was macht es?

Bleiben die wohl entscheidendsten Fragen zum Schluss: Wofür brauchen wir Vitamin B12 überhaupt und wie erkenne ich einen Mangel? Nun, Vitamin B12 spielt – wie die meisten Vitamine – bei so einigen Prozessen in unserem Körper eine wichtige Rolle. Es wird bei der Zellteilung und dem Zellwachstum genauso gebraucht wie für die Bildung der DNA. Es reguliert das Schlafhormon Melatonin, hilft also bei der Regulierung unseres Schlaf-Wach-Rhythmus. Und zusammen mit B6 und Folsäure baut es Homocystein ab, ein giftiges Abfallprodukt beim Proteinstoffwechsel. Zu viel davon, kann zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen.

Da oben drin wird besonders viel Vitamin B12 gebraucht.

Außerdem stärkt B12 unsere Blutgefäße und ist extrem wichtig für unser Gehirn und Nervensystem. Und zwar hilft es u.a. bei der Bildung und Regeneration der Nervenfaserhüllen – womit wir endlich den Ringschluss zum Thema “Depressionen” geschafft haben. Demenz, Alzheimer, Autismus, Schizophrenie – die Liste an möglichen Verbindungen zwischen “zu wenig B12” und einer psychischen Krankheit wird gefühlt eher länger als kürzer. Angeblich ist ein Teil dieser neurologischen Störungen sogar irreversibel. Sprich, selbst wenn ihr den Mangel irgendwann bemerkt und wieder ausreichend B12 zu euch nehmt, habt ihr einen bleibenden Schaden am Nervensystem. Nicht gut.

Mangelerscheinungen

Zum Glück lässt sich ein akuter Mangel relativ einfach (auch beim Hausarzt) über einen Bluttest nachweisen. Achtung: Es gilt wieder, dass der B12-Wert im Blut nicht aussagekräftig ist. Ihr müsst den Holo-TC (Holo-Transcobalamin) messen lassen. Dabei handelt es sich um das aktive Vitamine B12, das sofort von den Zellen aufgenommen werden kann. Der Wert wird entsprechend nicht von einer vorherigen Einnahme so stark beeinflusst wie beim normalen B12-Wert.

Ist der Wert zu niedrig, sind zwar so gut wie alle Reserven aus der Leber verbraucht, aber mit Präventivmedizin ist es ja leider noch nicht so weit hergeholt. Ist man im Mangel, gibt es je nach Schwere entsprechend ein paar Präparate, Spritzen oder mehrere Runden an den Tropf hängen. Plus natürlich einer anschließenden Ernährungs- oder Verhaltensumstellung. Bei Alkoholismus ist beispielsweise der Vitamin-Verbrauch des Körpers grundsätzlich größer.

Anzeichen für einen Mangel sind Sachen wie Kribbeln oder ein Kältegefühl in den Extremitäten (Hände/Füße), Erschöpfung, Schwächegefühle, Konzentrationsstörungen oder eben irgendwelche Psychosen. Und ja, Rückblickend muss ich speziell beim Thema “Kribbeln” und “Kältegefühl” stark nicken. Echt schlimm, was man alles einfach ignoriert und nicht gegenüber einem Arzt erwähnt, weil es einen nicht so richtig einschränkt. Meine Depression hat die Zufuhr von Vitamin B12 zwar nicht endgültig besiegt, aber es war sicherlich ein wichtiger Baustein. Und da ich mit Blick auf meine Ernährung vermutlich nicht genug zu mir nehme, trotz weiterhin starker Fleischlastigkeit (aber keine Innereien und wenig Fisch), supplementiere ich sicherheitshalber. Den Wert prüfen lassen könnte ich aber auch mal wieder…

Das Objekt

Lysandas elektrische Zahnbürste (eine Braun Oral B Pulsonic SLIM Typ 3716A) hat schon ein paar Jährchen auf dem Buckel. Sie führte bereits eine innige Beziehung mit ihr bevor wir überhaupt voneinander wussten. Entsprechend ist es wenig verwunderlich, dass der enthaltene Akku langsam aber sicher nicht mehr der Beste war. Zuletzt musste sie die Zahnbürste schon nach zweimal Putzen an den Strom hängen.

Da der Rest des Geräts noch einwandfrei funktionierte, liebäugelte sie damit sich einfach einen Ersatzakku zu kaufen und ihn selbst auszutauschen. Sind technisch gesehen auch nur zwei Lötstellen. Leider hat sie einen kleinen Schisser namens Sicarius im Haus. Der ist in Bezug auf Strom gerne übervorsichtig und hat immer Angst, dass das Haus abbrennt. Also hat besagter, liebevolle Ehemann ohne Rücksicht auf die Umwelt ihr stattdessen zum Geburtstag eine neue Zahnbürste geschenkt.

Dienstleister

Leider war Lysanda damit überhaupt nicht zufrieden. Trotz “Slim”-Version war das Handstück dicker als das alte Modell. Also das Ding wieder zurückgeschickt. Sehr ökologisch quasi die ganze Aktion von dem Herrn Sicarius, weil die Zahnbürste möglicherweise jetzt direkt vernichtet wurde. Nene, manchmal sollte der Kerl echt erst denken und dann handeln. Aber gut: Blieb uns doch nur übrig einen neuen Akku zu kaufen und selbst zu tauschen? Nein, tatsächlich nicht, denn bei der Suche nach besagtem Akku bin ich auf die Firma Akkutauschen.de gestoßen. Ja, die heißt tatsächlich so. Sehr vertrauenserweckend ich weiß. Aber ich hab’s trotzdem mal versucht und sogar den Premium Akkutausch für Oral-B-Zahnbürsten gekauft. Schließlich ist mir für meine große Liebe nichts zu teuer :wink: .

Im Nachhinein betrachtet hätte ich mir das allerdings sparen können, denn ihr bezahlt im Prinzip fünf Euro Aufpreis dafür, dass ihr Versandmaterial zugeschickt bekommt – und Kartons haben wir definitiv mehr als genug im Haus. Die Portokosten zur Firma müsst ihr trotzdem noch bezahlen (nur das Rücksendeporto ist im Preis mit drin). Aber gut: Waren “nur” fünf Euro und das nächste Mal weiß ich es besser.

Also die Zahnbürste mit Ladestation eingepackt, unter den traurigen Blicken von Lysanda nach Hamburg geschickt und dann begann das Warten. Nach Ankunft des Kartons bekam ich wider Erwarten eine E-Mail: “Aufgrund erhöhter Nachfrage und Lieferschwierigkeiten dauert es wahrscheinlich zwei Wochen bis wir ihr Gerät überhaupt anschauen” – sehr zum Leidwesen von Lysanda, die mittlerweile nach eigener Aussage mit normalen, handbetriebenen Zahnbürsten überhaupt nicht mehr zurechtkommt. Aber am Ende ging es doch schneller. Ungefähr eine Woche nach Versand klingelte schon der Postbote und hatte die Zahnbürste rundumüberprüft und wieder mit voller Akkuleistung im Gepäck. Perfekt. Kann sie das Gerät hoffentlich noch weitere zehn Jahre benutzen.

Epilog

War keine weltbewegende Angelegenheit und normalerweise hätte ich dazu höchstens einen Nebensatz geschrieben. Aber Lysanda meinte, ich soll doch mal von der Firma berichten. Wir kannten sie schließlich vorher nicht und wie viele Geräte werden jeden Tag weggeworfen, wo vermutlich nur der Akku getauscht werden müsste. Insofern: Ja, es ist definitiv super, dass es so einen Dienstleister gibt. Und nach meiner ersten Erfahrung mit denen, kann ich sie nur absolut weiterempfehlen – was ich an dieser Stelle tue :smile: .

Die kümmern sich übrigens nicht nur um Zahnbürsten, sondern auch um viele andere Geräte mit Akku. Gut finde ich zudem, dass sie das jeweilige Gerät erst einmal auf Herz und Nieren prüfen (deswegen der Mitversand der Ladestation). Schließlich kann es ja durchaus mal sein, dass nicht der Akku das Problem ist, sondern etwas anders. Bieten in solchen Fällen dann einen entsprechenden Reparaturservice an. Und wer es doch selbst machen will: Sie verkaufen sogar die Ersatzteile und haben haufenweise Anleitungen. Was will man noch? Mir fällt zumindest nichts mehr ein.

Sicarius

Der Weg zum Ziel

Müde und Antriebslos (Symbolbild)

Ich weiß nicht wie lange ich Depressionen und Angstzustände hatte und technisch gesehen sind sie auch immer noch nicht vollständig weg. So brauche ich zwar nicht mehr regelmäßig Zink aber hin und wieder merke ich durchaus, dass meine Gedanken wieder dunkler werden und ich drohe abzustürzen. Ein klares Zeichen dafür, dass mein Zinkspiegel zu niedrig wird und ich entsprechend eine Kapsel nehmen sollte (und tue). Und es gibt noch einige Sachen, die meine Ängste triggern (speziell Themen, bei denen ich fürchte anzuecken). Ich hab‘ das Problem also vermutlich mittlerweile einfach nur halbwegs im Griff. Aber das klingt viel negativer als es ist. Schließlich geht es mir heutzutage in der Hinsicht wirklich gut und steht in gar keinem Vergleich in welchem Zustand ich vor allem 2013-2016 war.

Meinen absoluten Tiefpunkt in der Hinsicht hatte ich definitiv während meiner Zeit in Eckental. Das erste Mal aus dem Elternhaus raus, allein in einer neuen Umgebung und einem neuen Umfeld mit neuen Herausforderungen. Speziell Sonntagsabends im Bett war immer heftig. (Zu dem Zeitpunkt unbegründete) Angst vor der nächsten Arbeitswoche vermischt mit all den anderen begünstigten Faktoren (allein, draußen dunkel, nichts zu hören, etc.) haben so das Schlimmste was man sich vorstellen kann in meinem Kopf angerichtet.

Eine Nacht in meinem dortigen Bett wird mir dahingehend für immer und ewig ins Gedächtnis gebrannt bleiben und eine Warnung sein. Auf Details was da so in mir vorging verzichte ich an dieser Stelle aber wäre ich nicht zu gelähmt gewesen wieder aus dem Bett aufzustehen oder hätte irgendetwas griffbereit gehabt…

Mein Zustand

Während andere wegen Depressionen und Ängsten nicht mehr aus dem Bett kommen, habe ich dank meiner gesellschaftlichen Erziehung “Schaffe, schaffe und bloß den anderen nicht deine Gefühle zeigen” weiterhin im Alltag grundsätzlich funktioniert und mir – meines Wissens – nichts anmerken lassen. Bin ja sowieso schon immer eher der, der im stillen Kämmerlein sitzt und alleine vor sich hindenkt. Als Kind war ich entsprechend auch ein massiver Tagträumer. Aber mein Selbstwertgefühl war faktisch nicht vorhanden und mich einer unbekannten/unkontrollierbaren Umgebung/Situation auszusetzen führte zu starken Schweißausbrüchen.

Als ich mich beispielsweise nach meiner ersten Kur endlich mal getraut hatte mich bei einem Aqua-Joggingkurs anzumelden, stand ich vor der ersten Stunde gefühlt eine halbe Ewigkeit im Duschraum bevor ich mich getraut habe endlich hinaus zum Becken zu gehen. Dass ich vor meiner Zeit beim Magenta T vor lauter Angst nicht einmal telefonieren konnte, hatte ich hingegen über die Jahre schon mehrfach erwähnt. Ein Wunder, dass ich in dem Zustand überhaupt den Weg nach Nürnberg eingeschlagen habe. Vermutlich war meine Frustration über den Stillstand in Aschaffenburg größer als meine Angst vor dem Neuen.

Heutzutage falle ich hingegen schon fast ins andere Extrem: Um gar nicht erst die Angst überhand nehmen zu lassen, stürze mich einfach ins Abenteuer. Ich greife beispielsweise lieber direkt zum Hörer statt eine E-Mail zu schicken und “ewig” auf die mögliche Antwort (und den entsprechenden Szenarien in meinem Kopf) zu warten.

Der Weg zur Lösung

Sicarius beim Therapeuten (Symbolbild)

Bei Depressionen und Angst denkt man ja gerne zuerst an “Therapie”. Damit hatte ich ebenfalls schon sehr, sehr lange geliebäugelt. Ich bin ja nicht (komplett) blöd und wusste im Inneren, dass das nicht normal ist. Aber unsere inneren Wächter sind sehr gut darin sich gegen alles und jeden zu wehren, was möglicherweise die Situation verändern könnte (egal in welche Richtung). In meinem Fall rede ich da tatsächlich von einem Männchen in meinem Kopf, das mir gerne alle möglichen – selbstverständlich negativen – Szenarien aufgezählt und nachts detailliert vorgespielt hat. Erst mit Hilfe von Lysanda, die logischerweise sehr schnell mein Problem mitbekommen hat, hatte ich es dann 2015 endlich geschafft eine Therapie zu starten.

Der Erfolg hielt sich jedoch sehr in Grenzen. Möglicherweise lag es an der Wahl meiner Therapeutinnen. Der erste Versuch war vergleichsweise alt, saß gefühlt auf der anderen Seite des Raumes und verstand mich entsprechend nicht, wenn ich zurückhaltend redete. Da war schon nach zwei Sitzungen Schluss. Bei der zweiten habe ich es länger versucht, denn sie erinnerte mich an meine Mutter. Klingt komisch und vielleicht auch etwas Banane, war aber scheinbar für mich irgendwie ein Auswahlkriterium. Leider habe ich sehr schnell festgestellt, dass ich mich irgendwie doch nicht von meiner Mutter therapieren lassen wollte :smile: . Nach jeder Therapiestunde musste sich erstmal Lysanda mit mir hinsetzen und mich “Nachtherapieren”… definitiv alles andere als hilfreich. Als die Therapeutin dann mal einen schlechten Tag hatte und faktisch ihren ganzen Frust an mir ausgelassen hat, habe ich die Reißleine gezogen und das Thema wieder komplett hinter mir gelassen. Hatte der kleine Mann im Kopf also doch Recht. Scheiße…

Ich habe es anschließend noch ein bisschen mit Hypnose und Geistheilung probiert. Ersteres hat mein Wächter extrem gut blockiert. Ich war zwar vermutlich in Hypnose, aber Fragen der Hypnotiseurin konnte beispielsweise nur mein kleiner Finger mit viel Widerstand beantworten. Am Ende hat es selbst nach mehreren Sitzungen nichts gebracht meinem eigenen Ich zu begegnen. Also ebenfalls einen Haken drangesetzt. Die Geistheilerin und Schamanin war da tatsächlich erfolgreicher. Ja, ich weiß: Alles Esoterikschwachsinn und so… Aber am Ende des Tages funktioniert, was mir hilft. Und was auch immer sie getrieben hat (u.a. Aurareinigung): Die Stimme in meinem Kopf war tatsächlich weg. Von einer Sekunde auf die andere. Wenn ich mich recht erinnerte, erklärte sie es damit von wegen das irgendein Ahne in meiner Aura festgehangen hätte. Würde zumindest zu meinem Eindruck “Männchen im Kopf” passen. Damit verschwanden zwar nicht die Depressionen und Ängste, sie waren aber schlagartig “erträglicher”. Es ist nicht ganz das richtige Wort, wüsste aber nicht wie ich es sonst erklären kann. Ich hatte dann noch zwei weitere Sitzungen bei ihr, die aber keine weiteren Erfolge brachten (schlief eher auf ihrer Couch ein).

Der Lichtblick

Anfangs wussten wir auch noch nicht so recht Bescheid.

Da stand ich also: Immer noch sehr häufig im Tal der Trübseligen mit entsprechenden Gedanken voller Selbstgeißelung und keine Idee wie ich weiterkomme. Zum Glück hat Lysanda um die Zeit herum angefangen sich mit dem Thema Nahrungsergänzungsmittel zu beschäftigten. Nicht nur, aber vor allem wegen meinen Problemen. Am Ende war es dann auch der Weg, der zumindest bei mir zum Ziel geführt hat.

Angefangen haben wir damals Vitamin D und seinen Co-Faktoren Vitamin K2 und Magnesium. Darauf folgten dann die B-Vitamine – darunter Vitamin B12, worüber ich euch kommenden Montag mehr erzählen werde. Bis wir dann irgendwann bei den Mineralien wie Zink gelandet sind.

Ich glaube entsprechend nicht, dass das Allheilmittel für mich jetzt nur das Zink ist. Vermutlich ist es schlicht die letzte Zutat, die meinem Körper für den Ausgleich gefehlt hat. Aber es war und ist offensichtlich genau dieses Zünglein an der Waage. Wie Eingangs geschrieben: Ich merke mittlerweile ziemlich schnell, wenn ich anfange abzusacken. Greife ich dann zur Kapsel (und kotze sie nicht wieder aus), dann schafft es das Zink mich zügig auf die Beine zu bringen.

Vergangenheitsbewältigung – inkl. sich von negativen Einflüssen in seiner Umgebung zu befreien – und Verhaltensänderung (mit viel Üben und Fehler machen) ist entsprechend das eine. Aber sicherzustellen, dass mein Körper ausreichend Material zum korrekten Arbeiten hat ist ebenfalls extrem wichtig. Nur beides zusammen hilft aus meiner Sicht mit dem Thema umzugehen. Ich habe bewusst nicht “aus der Sache rauszukommen” gesagt, denn das bin ich nicht. Es wird mich garantiert bis zum Ende meines Lebens begleiten. Doch anders als früher habe ich nun die meiste Zeit Ruhe bzw. kann damit umgehen. Und das ist völlig okay.

« Vorherige Seite - Nächste Seite »