Sicarius

Frohe Ostern!

Wad? Es ist schon wieder Ostern? Ist ja schlimm wie schnell das immer geht in dieser schnelllebigen Zeit. Aber ich glaub‘, das sage ich jedes Jahr. Man merkt einfach, dass ich nicht mehr in einem katholischen Kaff lebe und entsprechend von diesen religiös-bedingten Feiertagen absolut nichts mehr mitkriege. Hilft auch nicht, wenn am Gründonnerstag gefühlt auf der Arbeit mehr los ist als die Tage davor :smile: . Immerhin: Trotz dem Mangel an Kindern beschäftigen wir uns mit dem Thema „Eiersuche“:

Ein angsterfülltes Ei

Lyssi leckt sich schon die Zunge nach dem ovalen Ding. Da hätte ich auch Angst. In diesem Sinne:

Das gesamte Team von Beim Christoph wünscht euch ein frohes Osterfest!

Nutzt die Feiertage, um euch vom Alltagsstress zu erholen und Zeit mit den Liebsten zu verbringen. Bitte? Dazu zählt nicht im Freizeitraum den Korkboden zu verlegen? Pah! Erholung ist, was ich draus mache und nicht was die Gesellschaft diktiert. Bis Montag!

P.S: Für das obige Bild sind weder Katzen noch Eier zu Schaden gekommen. Für das Leckerli hinter dem Ei kam aber jede Hilfe zu spät.

Sicarius

Ein Katzenkrankenhaus

Katzen Kack- und Auslaufzone

Herzlich Willkommen im Hospitium Animalis St. Christopherus!

Wir sind eine hochmoderne Heil- und Pflegeeinrichtung mit Regenbogenbändern, zerstörbaren Stuckleisten und löchrigen Vorhängen sowie haufenweise, teils selbst gemachten Leckerlis. Auf Wunsch bieten wir eine geräumige Kombination aus Katzenklo und Auslaufzone mit extra hohem Gras und diversen Spiel- und Ruhemöglichkeiten. Unsere Gäste werden tagtäglich fürsorglich betreut, erhalten rund um die Uhr Mahlzeiten bestehend aus den besten Zutaten, welche die Futterfabrik hergibt. Zusätzlich haben sie Zugang zu vielen Annehmlichkeiten darunter absolute Highlights wie „Lysanda auf dem Gesicht liegen“, „Auf dem Esstisch sitzen, wenn keiner hinschaut“ oder „Ich wälz mich in den Achseln des Webmasters, weil es dort so schön stinkt“.

Aktuell befinden sich fünf Vierbeiner der flauschigen Katzenart in unserer Obhut: Balu, Lyssi, Pichu, Jules und Maya. Hier können sie ihre Krankenakten einsehen. Bitte? Datenschutz? Hab‘ ich noch nie von gehört. Gibt es das auch mit Pilzen? Naja, egal. Ich lasse sie dann mal alleine. Ich gehe davon aus, sie kommen zurecht.

Die Rotzbacke: Maya

Maya ist trotz ihrer schweren Erkrankung ein putzmunteres Wesen mit viel Schabernack im Kopf. Aus unerfindlichen Gründen verweigert sie sich der (natürlich freiwilligen) Nutzung der Auslaufzone und bevorzugt es ihre Zeit im Inneren der Einrichtung zu verbringen. Zu ihren Schlaf- und Ruhezeiten befindet sie sich am liebsten im Bett der Pfleger (ungeachtet der Anwesenheit besagter Pfleger), außerhalb vor allem zwischen Fernseher und Couch, wo sie ohne Rücksicht auf Verluste hin und her flitzt. Um dauerhafte Schäden aufgrund dieser stürmischen Verhaltensweise zu vermeiden, mussten bauliche Maßnahmen ergriffen werden. Mehr Details dazu sind in einem der kommenden Einträge namens „Tagebuch eines Hausherrn #25“ nachzulesen.

Ein Katzen-Affe namens Maya

Das Krankheitsbild von Maya zeichnete sich von Anfang an durch einen heftigen Ausfluss durch die Nase aus, der bevorzugt mit hoher Geschwindigkeit gegen Wände, Gegenstände und Menschen ausgestoßen wurde. Die Vermutung lag auf Katzenschnupfen. Eine erste (und zweite) Behandlung mit Antibiotika brachte leider keinen Veränderung. Um die Eingewöhnung nicht zu gefährden, wurde dann erst einmal auf eine weitere Therapie abseits von „Komm her, wir wischen dir die Nase ab“ verzichtet.

Nachdem aber nun die Eingewöhnungsphase abgeschlossen ist (auch wenn Lyssi sie weiterhin überhaupt nicht leiden kann), wurde das Behandlungsprogramm komplett angefahren. Diese hat zwei Bestandteile: Homöopathie in Form einer Bioresonanz-Therapie und eine tierärztliche Betreuung, die mittlerweile zum Verlust von 17 Zähnen führte. Maya hatte nämlich nicht nur sehr viel Zahnstein an den hinteren Zähnen, sondern zusätzlich ein entzündetes Zahnfleisch und damit bestand ein Verdacht auf Forl, der sich leider bestätigte. Bei Forl lösen sich die Zahnwurzeln auf und es ist besser sie zu ziehen als mit den Entzündungen und den dazugehörigen Schmerzen zu leben.

Der Haupttäter

Da wir hier im Hospitalis Animalis St. Christopherus bekannt sind für unsere Effizienz, wurde die Inhalationsnarkose für die Zahnuntersuchung selbstverständlich gleichzeitig dazu genutzt eine Rhinoskopie durchzuführen sowie einen Abstrich zu nehmen (= alles zusammen ~800 Euro). Das Ergebnis: Die Patientin leidet tatsächlich an Katzenschnupfen und zwar in Form des felinen Calicivirus (FCV). Status: Vermutlich unheilbar (wobei es Studien u.a. mit Granatapfelsaft gibt, in denen Caliciviren erfolgreich im Reagenzglas behandelt wurden) und hochansteckend. Sprich alle unsere derzeitigen Patienten tragen diese vermutlich nun in sich, wenn sie diese nicht sowieso schon hatten.

Leider bringen Caliciviren häufig noch weitere lustige Gesellen mit: Pasteurellen, die wohl als ein Symptom einen extremen Nasenausfluss produzieren und Mykoplasmen, die genauso ihre eigenen Probleme verursachen. Immerhin ist es endlich gut zu wissen, was ihr die Probleme macht. Die Therapie ist nichts anderes als sie nun vermutlich mehrere Monate mit den (hoffentlich passenden) Antibiotika zuzuschmeißen und gleichzeitig ihr Immunsystem zu stärken. Immerhin: Sowohl die Bioresonanz als auch das Antibiotika scheinen tatsächlich eine Wirkung zu haben. Zumindest spricht sie mittlerweile mehr (und hörbarer) und sie niest nicht mehr ganz so oft. An ihrem Energiegehalt hat sich hingegen nichts geändert. Sie war, ist und wird vermutlich immer ein absoluter Wirbelwind bleiben.

Der erbrechende Wombat Balu und die Schnupfenriege Pichu und Lyssi

Playcat-Centrefold Pichu

Dem dicken Brummer namens Balu geht es soweit eigentlich ganz gut. Letztes Jahr war seine Allergie nicht ganz so ausgeprägt, was vielleicht am heißen Sommer lag (=Allergie-verursachende Pflanze tot) aber hoffentlich nun durch den katzensicheren Garten dauerhaft erledigt ist. Er hat jedoch in den vergangenen Wochen immer mal wieder und ohne erkennbaren Zusammenhang sich übergeben. Und das dann meist drei Mal direkt hintereinander. Die Gründe dafür können vielfältig sein und sind aufgrund der Unregelmäßigkeit nicht einfach zu ermitteln. Wir haben uns dazu entschieden ihn erst einmal zu entwurmen. Sollte das nicht helfen, wäre der nächste Schritt eine Blutuntersuchung durchzuführen. Könnte z.B. irgendetwas mit der Bauchspeicheldrüse sein. Abseits davon ist er aber putzmunter und fühlt sich vor allem im Garten pudelwohl, wenn er als Tiger im hohen Gras getarnt auf Regenbogenbandjagd geht.

Lyssi und Pichu haben sich hingegen einen leichten Schnupfen eingefangen – nacheinander. Während Pichu mittlerweile schon wieder durch ist, ist Lyssi gerade erst mittendrin. Neben sporadischem Nießen sind aber keine Symptome vorhanden, weshalb wir von baldiger Heilung ausgehen. Im Gegenteil ist sie weiterhin quietschfidel und verlangt ständig nach Leckerlis. Wer so sehr nach Leckerlis schreit kann nicht krank sein.

Der psychologische Ernstfall: Jules

Ein Jules im Garten

Am meisten Sorgen bereitet uns Jules, der Dauerpatient. Er hat zwar nur irgendwann 2-3mal genießt, zeigt also nicht einmal im Ansatz die Symptome der anderen. Dafür leidet er aber offensichtlich an einer chronischen WälzmichimDreckulenza sowie dem Hyperknuddelvirus. Eine für die Katze normalerweise ungefährliche Kombination, die aber schwere Folgen für die Betreuer haben kann – bis hin zum zwanghaften Ausziehen der Klamotten und dem anschließenden Anschalten der Waschmaschine. Auch häufig vorkommende Symptome sind bei infizierten Menschen Plötzlich-Katze-auf-dem-Schoß-haben sowie Ich-kann-dich-jetzt-nicht-gebrauchen-Reaktionen.

Die psychologische Behandlung von Jules mit „Nein“-Aussagen hat hier leider genauso wenig wie stundenlanges Dauerknuddeln zu einem Erfolg geführt. Der Patient muss weiter unter genauer Beobachtung bleiben und im Zweifel massiv durchgeknuddelt werden. Wir haben die Betreuer auf die Gefahren hingewiesen und sie mit einem Notfallknopf ausgestattet damit sie bei einer akuten Jules-Knuddelmanie sofort Hilfe erhalten.

Ausschnitt aus meiner GOG-Bibliothek

CD Projekt musste Ende Februar einige Mitarbeiter von GOG.com entlassen. Grund ist wohl, dass es dem Shop nicht all zu gut geht. Über die genauen Gründe kann man wie immer nur spekulieren.

Früher war das Aushängeschild von GOG.com, wie der Name schon sagt, sehnsüchtig erwartete Re-Releases von guten alten Spielen, aufbereitet für moderne Systeme und vollgestopft mit Goodies wie Soundtracks – und das auch noch DRM-frei. Eigentlich die perfekte Nische in der heutigen Retrokultur. Mittlerweile ist das Thema irgendwie zumindest für mich als normaler Nutzer, der nicht jeden Tag bei GOG.com vorbeischaut, etwas ins Hintertreffen geraten. Ja, sie hatten vor Kurzem mit Diablo, WarCraft und WarCraft II drei völlig unerwartete Brüller (warum nicht über Battle.net?), die garantiert ein wenig die Kassen gefüllt haben. Aber in den letzten Jahren ist mir GOG.com eher durch die gefühlt jeden Tag eintrudelnde Werbemails im Kopf geblieben in denen (nur leicht übertrieben ausgedrückt) das halbe Sortiment um bis zu 90% reduziert angeboten wird.

So lockt man vielleicht Kunden an aber ob sich das am Ende wirklich finanziell lohnt? Bezweifle ich. Ich bin sicherlich kein typischer Käufer aber von den 53 Titeln, die ich derzeit im GOG-Account habe, habe ich exakt keinen einzigen bei GOG.com gekauft. Der größte Teil waren Freebies entweder von GOG selbst oder z.B. Kickstarter-Belohnungen. Ach und natürlich The Witcher III: Wild Hunt da die Box-Version dort aktiviert werden muss. Ich belaste also nur die Server und bringe keinen Umsatz *yay*.

Geiz ist geil

In einem Monat drei Freebies im Humble Store

Apropos Freebies: Nicht nur gibt es gefühlt jeden Tag in irgendeinem (Online-)Shop tausende Spiele zu absoluten Kampfpreisen – man kriegt auch ständig irgendetwas kostenlos nachgeworfen. Und damit meine ich nicht Abos wie PlayStation Plus oder Humble Bundle Monthly. Die kosten ja trotzdem jedem Monat Geld (und man bekommt im Gegenzug einen Haufen teils richtig guter Spiele!). Nein, ich meine die 100%-Kostenlos Dinger, die entweder nur die Anmeldung am Store oder eines Newsletters verlangen. Ich hab‘ mittlerweile so einige Spiele nicht nur doppelt, sondern sogar drei- oder vierfach deswegen – nur in unterschiedlichen Shops…

Für die Käufer natürlich eine super Sache diese ständigen Sales, Giveaways und Spielepässe. Ich vermute mal, dass es noch nie so viele gute Spiele für Umme/fast nix gab. Da sind nicht nur die Day-1-Käufer die Doofen, sondern sogar alle anderen. Aber so richtig gut für die Shops im Speziellen und die Spieleindustrie kann dieser absolute Preisverfall doch nicht wirklich sein. Es ist den Leuten schließlich schon lange nicht mehr zu vermitteln zehn Euro für ein tolles aber kurzes Spiel aus dem Portemonnaie zu holen. Wie will man dann unter solchen Bedingungen („gibt’s eh morgen kostenlos“) noch langfristig 60 Euro für einen Übermega-AAA-Blockbuster bekommen? Bitte? Gar nicht? Stimmt. Deswegen haben wir ja so einen Mist wie Games-as-a-Service, überfrachtete Trends (aktuell Battle Royale) und Open-World-Titel, die nur noch in Arbeit ausarten. Zu viel Konkurrenz ist also vielleicht doch nicht immer nur gut?

Der Neue

Phoenix Point (Herstellerbild)

Nun mischt seit mittlerweile vier Monaten auch noch der Epic Games Store den Onlinemarkt kräftig auf. Neben der Kampfansage „nur 12% Provision“ (im Gegensatz zu 30% z.B. auf Steam) sind der Grund dafür vor allem die Methoden zu denen die Besitzer der Gelddruckmaschine Fortnite dabei greifen. Gut, man könnte es einfach Kapitalismus nennen aber der durchschnittliche Gamer hat dafür logischerweise keinerlei Verständnis. Ja, es war absolut nicht die feine Art Metro Exodus zwei Wochen vor dem Release von Steam zu entfernen (immerhin wurden die Vorbestellungen honoriert). Aber bei dem Angebot, dass Epic Games dem Publisher Deep Silver vermutlich gemacht hat, wäre ich auch Schwach geworden. Natürlich kennen wir keine genauen Zahlen. Aber der Fall von Phoenix Point gibt einen ungefähren Aufschluss darüber, wozu Epic Games bereit ist, um sich schnell auf dem Markt zu etablieren.

Phoenix Point ist der inoffizielle XCOM-Nachfolger von Serienerfinder Julian Gollop und wird für ein Jahr lang exklusiv nur im Epic Game Store erhältlich sein. Ein Teil des Deals ist, dass Epic Games dem Entwicklerstudio einen Mindestumsatz garantiert. Sprich, selbst wenn sich das Spiel unterirdisch schlecht verkauft, kommt der vereinbarte Betrag aufs Bankkonto. Wie groß dieser Betrag genau ist, weiß man natürlich nicht. Aber er liegt wohl bei weit über zwei Millionen Dollar. Warum? Nun, dass diese Ankündigung den Unterstützern der Crowdfunding-Kampagne überhaupt nicht schmecken würde (damals wurde Steam und GOG versprochen), war auch den Entwicklern klar, weshalb sie „großzügiger Weise“ sofort uneingeschränkte Rückerstattungen ankündigten. Der Shitstorm blieb freilich trotzdem nicht aus und dabei ist einem Community Manager herausgerutscht, dass selbst, wenn alle ihre Unterstützung entziehen würden, genug Geld da wäre um schwarze Zahlen zu schreiben. Und die Crowdfunding- und Vorbestellungs-Summe belief sich zu diesem Zeitpunkt auf rund zwei Millionen Dollar. Daher dieser Wert.

Epic Games schmeißt also gerade mit Geld um sich und CEO Tim Sweeney hat deutlich gemacht, dass das so schnell nicht aufhören wird. Bei drei Milliarden Dollar Gewinn hauptsächlich durch Fortnite allein in 2018 kann er sich das definitiv leisten.

Das Geschmipfe

Sogar in New Star Soccer!

Ich hab‘ von Fußball bekanntlich keine Ahnung (und Azzkickr wird mich sicherlich gleich zurechtweisen) aber mich erinnert die ganze Diskussion komischerweise stark an eine Sache glaub‘ aus dem Jahr 2006. Damals hat TSG 1899 Hoffenheim tief in die Taschen gegriffen und mit den Millionen nur so um sich geschmissen, um Weltklassespieler zu kaufen. Da schimpften auch alle (deswegen habe ich das mitbekommen). Von wegen, dass das ja kein gescheiter Fußball wäre bzw. schlecht für den Wettkampf (macht der FC Bayern das nicht schon immer so?) und man soll doch die eigene Jugend fördern, etc. pp.. Aber das Ergebnis ist eindeutig: Seit 2008 ist der Verein durchgängig in der 1. Bundesliga. Und ich glaube mittlerweile interessiert es niemanden mehr, was da vor zehn Jahren los war.

Genauso wird es mit dem Epic Games Store enden. Gut, sie werden sicherlich nicht Steam vom Thron stoßen, dafür ist es zu etabliert. Doch das sind jetzt in den nächsten Monaten ein paar kurze Shitstorms und dann ist die Sache gegessen. Was nicht heißt, dass man die Methoden gut finden muss. Konsolenexklusivität ist ja schon doof aber jetzt auch noch eine Shop-Exklusivität bei manchen Titeln kommt einer Monopolstellung schon relativ nahe. Ja, die grundsätzliche Bindung an einen Shop ist nichts Neues. Allen voran natürlich bei Steam, aber ebenso EA Origin oder Uplay. Aber hier hatte man in der Vergangenheit immerhin noch die Wahl wo man seinen Key ersteht. Soweit ich das verstanden habe, wird es aber für den Epic Games Store keine Keys z.B. über den Humble Store geben. Und das ist logischerweise nicht gerade förderlich für den Wettbewerb. Dass der Epic Games Store gleichzeitig mit akutem Featuremangel und – viel schlimmer – haufenweise Security-Problemen zu kämpfen hat, ist da schon fast nicht mehr erwähnenswert. Aber hey: Es sind erst vier Monate. Uplay gibt es seit 2012 und ist immer noch ziemlicher Mist allein schon was die „Shopping-Experience“ angeht, wie man so schön Neu-Deutsch sagt.

Meine Meinung

Aber reden wir doch mal zum Abschluss Tacheles: Was ist meine Meinung zum Epic Games Store? Nun, ich hab‘ den Epic Games Launcher seit Ende 2015 auf dem Rechner. Damals gab es Shadow Complex Remastered für Umme. Irgendwann habe ich dann mal das neue Free-2-Play Unreal Tournament hinzugefügt aber das wird bekanntlich seit 2017 zugunsten von Fortnite nicht mehr weiterentwickelt. Ich habe also seit über drei Jahren das Ding auf dem Rechner, hatte es aber bis zum Start des Epic Games Store vielleicht ein halbes Dutzendmal gestartet. Seitdem ist es ein bisschen mehr geworden, weil Epic Games zwei kostenlose Spiele pro Monat bereitstellt und zudem mittlerweile die aktuellen Backer Builds von Phoenix Point darüber verteilt werden (dazu sicherlich demnächst mal mehr). Gekauft habe ich noch nichts (und trotzdem schon 13 Titel in der Bibliothek).

Ausschnitt aus meiner Epic Games Store Bibliothek

So hat es auch mit EA Origin, Uplay und Co. angefangen. Ich habe also kein grundsätzliches Problem mit zusätzlichen Launchern. Ja, ich starte nach dem Anschalten des Rechners erst einmal Steam, weil es einfach meine größte Spielebibliothek ist und meine Freundesliste beinhaltet (obwohl ich derzeit nicht viel kommuniziere – ‚tschuldigung!). Die anderen öffne ich nur, wenn ich tatsächlich etwas gezielt spielen möchte (derzeit z.B. Mirror’s Edge Catalyst in EA Origin) oder dort ein interessanter Sale hauptsächlich für DLCs läuft (zuletzt bei EA Origin endlich mal alles für die Dragon Age– und Mass Effect-Trilogien geholt – nein, ich habe die leider nicht zu Zeiten von GamersGlobal kostenlos erhalten). Aber ein Icon mehr oder weniger macht in meiner Taskleiste bekanntlich keinen großen Unterschied :wink: .

Die aktuelle Featurelosigkeit des Epic Games Store stört mich auch nicht weiter abseits der fehlenden Möglichkeit direkt in die Bibliothek zu springen beim Start (er öffnet erst den Store). Ist mir der Epic Games Store und die ganze Aufregung darüber also gleichgültig? Könnte man so sagen. Es hat mich bei EA und Ubisoft nicht gestört, warum soll ich mich also jetzt plötzlich darüber aufregen? Ich kann eh nichts dran ändern und am Ende des Tages sind mir die Spiele an sich und ihre Funktionsfähigkeit (Stichwort Uplay-Server oder die Abschaltung von Desura) wichtiger als der Launcher über den ich sie spielen muss. Ich habe nur einen einzigen Kritikpunkt, der aber grundsätzlicher Natur ist: Ich verliere langsam den Überblick und das geht an den Geldbeutel.

Ja, ich gebe offen zu, dass ich tatsächlich vor allem letztes Jahr aus Versehen das ein oder andere Spiel doppelt gekauft habe. Zum einen, weil ich meine Spieleliste in Bezug auf rein digitale Käufe lange nicht so rigoros pflegte wie meine Box-Käufe. Das ist mittlerweile Vergangenheit obwohl ich mit dem Nachpflegen noch nicht ganz fertig bin (ich hab‘ echt einen Haufen Spiele!). Zum anderen, weil ich z.B. bei einem Steam-Sale dann nicht dran gedacht habe, dass ich Steamworld Dig schon bei EA Origin habe (gab’s mal kostenlos). Das ist zwar gut für den Entwickler, weil er mehr (bzw. überhaupt mal) Geld von mir bekommt, aber natürlich für mich total doof. Entsprechend habe ich nun in besagter Spieleliste sogar noch eine Spalte ergänzt mit der Info mit welchem Launcher der Titel verknüpft ist. Ein weiterer Shop bedeutet entsprechend, dass die Zersplitterung und damit die Notwendigkeit so einer Liste für mich jetzt noch größer wird. Aber ich gehe davon aus, dass ist ein reines Luxusproblem von mir und ist nur begrenzt übertragbar :wink: .

Bis Montag!

Der Ewige Krieg (Gesamtausgabe)

Was ist schöner als ein Buch zu lesen? Drei Stück hintereinander natürlich! Und was eignet sich da besser als Der Ewige Krieg in der Gesamtausgabe vom Mantikore Verlag. Irgendwie vergleichsweise schwierig an diese Version von Joe Haldemans SciFi-Klassiker heranzukommen. Dabei würde man erwarten, dass sie den Markt damit überschwemmen würden. Schließlich ist es quasi die deutsche „Director’s Cut“-Version.

Enthalten sind neben der ursprünglichen Version von Der ewige Krieg (Haldeman musste 1974 den mittleren Teil zusammenkürzen) auch die direkte Fortsetzung Am Ende des Krieges von 1999 sowie Der ewige Friede von 1997. Das hat zwar nichts mit den beiden anderen Büchern zu tun, passt aber thematisch halbwegs dazu. Alle drei Bücher wurden für diese Veröffentlichung komplett neu durch Verena Hacker übersetzt. Zusätzlich enthält das 800 Seiten starke Hardcover-Gebinde ein Vorwort von Joe Haldeman und ein Interview mit ihm. Und das alles für 29,95 Euro. Da kann man sich definitiv nicht beschweren. Aber viel wichtiger als die Aufmachung ist natürlich der Inhalt.

Der Ewige Krieg (The Forever War, 1974)

In seinem erfolgreichsten Roman verarbeitet Joe Haldeman seine traumatischen Erfahrungen im Vietnamkrieg. Aber anstatt die Handlung einfach in diesen Krieg zu verlegen, spielt das Ganze in der „Zukunft“. In Anführungszeichen deshalb, weil in der Originalfassung die Handlung im Jahr 1997 beginnt. Da war Haldemann dann doch etwas zu optimistisch, dass wir bis dahin bereits den Weltraum kolonisiert haben. Erst in der Neuauflage wurde der Start ins etwas realistischere Jahr 2297 verlegt.

Die Hauptfigur ist William Mandella, der aufgrund eines neuen Wehrpflichtgesetzes in die Armee eingezogen wird. Nach der Entdeckung von Kollapsarsprüngen begegnet die Menschheit schon bald einer fremden Rasse, die sie Taurier taufen. Und was macht Mensch, wenn er etwas fremden begegnet? Es angreifen und ihm den Krieg erklären, was sonst. Kollapsarsprünge erlauben es in Überlichtgeschwindigkeit zwischen zwei kollabierten Sternen hin- und her zu zu reisen, was die notwendige Zeit entsprechend um ein Vielfaches reduziert. Aber wie hat schon Einstein gesagt? Zeit ist relativ. Und hier kommt der Twist des Buchs ins Spiel: Während für die Soldaten auf den Raumschiffen dank der Kollapsarsprünge nur Monate vergehen in denen sie von Schlachtfeld zu Schlachtfeld fliegen und im Kampf gegen den unbekannten Feind ihr Leben verlieren, rinnen auf der Erde Jahrzehnte, Jahrhunderte und Jahrtausende dahin.

Und genau fiese Diskrepanz macht den Reiz dieses Werks aus. Die zugrundeliegende Moral ist wie bei jedem Antikriegsroman, dass Krieg sinnlos ist, Veteranen sich am Ende nicht mehr in der Normalität zurechtfinden und man es einfach sein lassen sollte. Aber es ist selten so eindrucksvoll beschrieben wie hier. Das sind auf der einen Seite die bedrückenden Erzählungen der Schlachten und auf der anderen Seite die Tatsache, dass Mandella nach jedem Feldzug quasi in die Zukunft zurückkehrt. Er sieht sich immer und immer wieder einer völlig veränderten gesellschaftlichen Situation ausgesetzt, die nicht nur seine eigenen Erfahrungen und Glaubensgrundsätze sowie ultimativ seinen Platz im gesamten Universum in Frage zu stellen. Es geht auch weit über den Umstand hinaus, dass er alle die er jemals kannte und liebte verliert ohne an ihrem Leben wirklich teilgenommen zu haben. Nein, wir reden von einem beschleunigten Blick auf die Evolution der Menschheit mit dem er – so viel sei gesagt – nur schwerlich zurechtkommt und quasi nur deshalb wieder in die Armee zurückkehrt. Am Ende des Buchs sind immerhin 881 Realjahre vergangen während er kein Jahrzehnt älter geworden ist.

Beim Christoph meint: Ich hatte das Buch bereits in der alten Übersetzung und vermutlich der gekürzten Form gelesen. Aber obwohl ich mich noch grob daran erinnern konnte worum es geht und was am Ende passieren wird, hat es mich doch wieder mitgerissen. Keine der knapp 220 Seiten ist langweilig. Man fiebert mit Mandella und seinem Trupp in den Übungen und Gefechten mit und man ist gespannt darauf, welche Entwicklung die Menschheit in der Zwischenzeit vollzogen hat. Das Ergebnis ist logischerweise überraschend und – wie es sich für einen Antikriegsroman gehört – entspricht nicht unbedingt immer der Hochglanz-SciFi-Fantasien wie sie z.B. in Star Trek: The Next Generation propagiert wird. Definitiv zu Recht eine vielfach ausgezeichnete Pflichtlektüre, der leider absolut nichts von seiner Aktualität verloren hat. Wundert mich tatsächlich, dass bis heute keine Verfilmung passiert ist (Ridley Scott hatte es mal versucht, wurde aber nichts draus). So kompliziert ist der Stoff aus meiner Sicht dann doch nicht.

(Cover)

Am Ende des Krieges / Voyagers (Forever Free, 1999)

Achtung: Es folgen Spoiler für das Ende von Der Ewige Krieg.

Die Fortsetzung von Der Ewige Krieg setzt fast direkt an das Ende an. Der Krieg ist beendet, die Menschheit besteht nur noch aus einer Reihe von Klonen mit einem Kollektivbewusstsein und die wenigen Veteranen, die sich nicht dem Kollektiv angeschlossen haben wohnen quasi in einem Reservat auf dem Eisplaneten Mittelfinger. Auch Mandella und seine Frau Marygay haben sich dazu entschieden sich hier niederzulassen und eine Familie aufzubauen. Doch sie sind wie viele der Veteranen unzufrieden. Während der Mensch es sich gut gehen lässt und alle Annehmlichkeiten genießt, müssen sie sich als Bauern verdingen, die jahrelangen und sehr harten Winter versuchen zu überleben und sich in Kommunen organisieren. Außerdem ist ihnen klar, dass sie nur noch deshalb existieren, weil sie quasi das „Backup“ für den Mensch sind, falls doch mal was schiefgeht und er einen neuen Genpool braucht. Kein Wunder, dass der Wunsch nach Widerstand wächst.

Doch statt zu versuchen Mittelfinger zu erobern, planen Mandella und Marygay stattdessen zusammen mit 150 anderen Freiwilligen das „Zeitreiseschiff“ (es springt ständig zwischen zwei Kollapsaren hin- und her) zu nutzen (mit dem hatte Marygay am Ende von Der ewige Krieg fast 300 Jahre auf Mandella gewartet), um 40.000 Jahre in die Zukunft zu reisen. Die Hoffnung ist, dass bis dahin der Mensch nicht mehr existiert und wieder alles gut und toll wird.

Gut aber…

Obwohl das Buch nur knapp 200 Seiten lang ist, ist der Einstieg recht langatmig. Es ist nicht sehr spannend zu erfahren wie eine Scheune aufgebaut wird oder mehrere Kapitel darüber zu lesen wie langweilig doch das Leben auf Mittelfinger ist. Das war mir schon direkt am Anfang klar. Aber nach der initialen Hürde nimmt das Buch an Fahrt auf und es ist erneut spannend zu lesen was mit Mandella und seiner Revolte so passiert. Es ist in dem Sinne eine etwas klassischere Erzählung als Der Ewige Krieg aber nicht minder spannend. Abseits der SciFi-Elemente geht es eben hauptsächlich um einen Menschen, der mit seiner Situation unzufrieden ist. Sowas muss nicht zwingend in der Zukunft spielen.  Blöd nur, dass Haldeman aus meiner Sicht das Ende völlig in den Sand gesetzt hat. Das Finale von Mass Effect 3 war dagegen Pulitzer-Preis-verdächtig.

Achtung: Es folgen Spoiler für das Ende von Am Ende des Krieges

Die Reise mit dem Raumschiff ist kürzer als gedacht und sie kommen schon 24 Jahre später wieder auf Mittelfinger zurück an. Dort stellen sie fest, dass niemand mehr da ist. Sie wurden alle im Affekt ausgelöscht (nur die Klamotten blieben zurück). Nach etwas Wiederaufbauarbeit fliegt dann ein kleiner Trupp zur Erde, um dort nach dem Rechten zu sehen. Sie landen in der Nähe von Disneyland (erster blöder Punkt) und treffen auf eine angeblich uralte Rasse von Formwandlern. Die kommen aber nicht so wirklich zur Geltung, da plötzlich einzelne Personen anfangen einfach so zu explodieren. Dann erscheint eine Art Gott und sagt, dass ihm das alles zu langweilig ist und er deshalb das Experiment eigentlich abbrechen wollte (deshalb der Verschwindibus der Leute). Warum auch immer macht er es dann doch nicht, holt alle wieder zurück und schon geht das Leben wieder weiter. Super…

Spoiler Ende

Beim Christoph meint: Am Ende des Krieges kommt nicht an Der Ewige Krieg ran. Vor allem das Ende versetzt mich immer noch in Weißglut. So total dämlich. Als wäre ihm nichts mehr eingefallen oder er hat gesehen, dass er auf die 200 Seiten zugeht und wollte schnell fertig werden. Keine Ahnung. Und der Anfang ist wie geschrieben auch sehr mühselig, weshalb ich mich etwas zwingen musste weiter zu lesen. Aber sobald die Geschichte an Fahrt aufnimmt ist es erneut spannend und interessant und man fiebert mit. Als eigenständiges Werk absolut nicht von Interesse aber für Fans des Vorgängers ist es ganz nett noch ein paar Stunden mehr Zeit mit Mandella und Marygay verbringen zu können. Als essentielle Lektüre würde ich es jedoch nicht bezeichnen.

(Cover)

Der ewige Friede / Soldierboy (Forever Peace, 1997)

Mit knapp 250 Seiten das Längste der drei Bücher, dreht sich hier alles um Julian Class. Der ist im Jahr 2040 nicht nur Professor an einer Uni, sondern auch Soldat. Aber in der Zukunft kämpfen die Leute natürlich nicht mehr selbst an der Front. Stattdessen kommen sogenannte Soldier und Fly Boys zum Einsatz. Das sind Drohnen zu Lande und in der Luft, die von einem Stützpunkt irgendwo in Amerika aus gesteuert werden. Allerdings nicht mit Joystick und so, wie wir das heute kennen, sondern eher in Richtung AVATAR (vielleicht hatte James Cameron sogar die Idee daher). Sprich im Stützpunkt liegen die Operatoren in Tanks, sind zu einem kollektiven Bewusstsein mit ihren Kameraden zusammengeschlossen und steuern dann aus der Ferne die Roboter auf dem Schlachtfeld. Allerdings ist der Kampf ziemlich einseitig, denn die Aufständischen in der Dritten Welt haben diesem Hightech-Geräten quasi nichts entgegen zu setzen. Ja, der Krieg wirkt erneut ziemlich sinnlos und scheint nur dazu da zu sein die Wirtschaft anzukurbeln. Es ist eben wieder ein Antikriegsroman. Sterben können die Operatoren natürlich trotzdem. Kennen wir ja aus Film und Fernsehen, dass es beispielsweise zu einer Überlastung der Nerven kommt, wenn dem Roboter der Arm gebrochen wird und sowas. Aber auch andere gesundheitliche Probleme können durch die Nutzung der Tanks entstehen (hat ja leider nie etwas nur Vorteile).

Abseits des Krieges arbeitet der „zivilisierte“ Teil der Menschheit hingegen am Jupiter-Projekt. Quasi die Mega-Version des Teilchenbeschleunigers in CERN, der von automatischen Robotern um den Jupiter herum aufgebaut wird und noch genauer die Situation zum Urknall simulieren soll. Allerdings entdecken Julian und ein paar seiner Wissenschaftlerfreunde, dass es eher zu einem erneuten Urknall führen könnte und das Projekt gestoppt gehört. Was wiederrum ein paar Leute (obwohl sie dann ebenfalls tot wären?) ganz gut finden. Es folgt ein Rennen gegen die Zeit und für das Wohl der Menschheit.

Im Prinzip ist Der ewige Friede zwei Roman ein einem. Der eine ist die spannende Erzählung um eine Gruppe von Revoluzzern, die versuchen die Menschheit zu retten und die nächste Evolutionsstufe einzuleiten. Die andere ist die nicht weniger interessante Erzählung von Julian, seiner Freundin Amelia und seinen Kameraden, die mit dem Krieg im Allgemeinen, ihren Taten dort und der ganzen Sache mit dem kollektiven Bewusstsein zurechtkommen müssen.

Beim Christoph meint: Ähnlich wie bei Am Endes des Krieges empfand ich den Einstieg etwas mühsam und ich dachte schon fast, dass ich das Buch nicht zu Ende lesen werde. Mein Gedanke war quasi „Langweilig. Alles schonmal gesehen/gelesen/gehört“. Zum Glück bin ich aber am Ball geblieben, denn nicht nur wartet die Geschichte mit einigen überraschenden Wendungen auf. Es ist sogar das Ende nicht total an den Haaren herbeigezogen (wenngleich etwas überdreht). Sobald die Geschichte an Fahrt aufnimmt ist sie außerdem erneut äußerst spannend zu lesen. Zum einen fand ich es sehr interessant mehr über diese Welt zu erfahren, in denen einige Leute Anschlüsse haben und sich so zu einem Bewusstsein zusammenschließen können. Schließlich hat es sowohl Vor- als auch Nachteile, die Haldeman über seine Charaktere (Amelia hat keinen Anschluss) sehr gut transportiert und greifbar macht. Zum anderen ist es dann wie in einem guten Krimi, wenn die ganze Sache mit „Stoppt Jupiter“ losgeht und sich die Truppe rund um Julian ständig auf der Flucht befindet. Absolute Leseempfehlung!

Ist es tatsächlich schon 2 1/2 Jahre her seit ich das letzte Mal eine Vorschau auf die im nächsten Quartal erscheinenden Videospiele gemacht habe? Ernsthaft? Wow. Hätte ich nicht gedacht. Andererseits: Ich glaube auf dieser Webseite tummeln sich derzeit sowieso keine Day-1-Käufer mehr. Und dank Games-As-A-Service, verkorksten Release-Versionen (Anthem war schon in der Closed Beta, über die ich euch nichts erzählen durfte, absoluter Müll) und schnellem Preisverfall wird es sowieso irgendwie immer und immer unwichtiger „wann“ eigentlich ein Spiel technisch gesehen veröffentlicht wurde. Aber darüber hatte ich ja bereits letztes Jahr philosophiert.

Kommen wir stattdessen zum 2. Quartal 2019 und den wenigen nennenswerten Titeln, die in dieser Zeit auf den Markt kommen sollen. Ja, ich habe mir für die Rückkehr dieser Eintragsserie absolut das falsche Quartal ausgesucht aber hey: So schaffen es auch mal etwas unbekanntere Werke auf die Liste. Also lasst uns loslegen:

Dangerous Driving (Herstellerbild)

Dangerous Driving (09.04.2019; PC, PS4, XONE) –Burnout Paradise ist bereits 2008 erschienen. Seitdem war es abseits von einem Remaster ruhig um das ehemals sehr erfolgreiche Rennspielfranchise – zu ruhig, wenn man den Entwickler bei Three Fields Entertainment (Dangerous Golf) glauben darf. Und die müssen es wissen, denn das Studio wurde von Alex Ward und Fiona Sperry erschaffen – die Gründer von Criterion Games und Erfinder der Burnout-Serie, die das Studio 2014 verließen als EA ihnen Need For Speed wegnahm. Mit Dangerous Driving wollen sie nun wieder zurück zu ihren Rennspielwurzeln und wenn man sich den Trailer so anschaut, könnte das hinhauen. Es erinnert definitiv sehr stark an die ersten Burnout-Titel. So erwartet uns ein reinrassiger Arcaderacer ohne viel Drumherum (keine offene Welt, sondern 30 abgeschlossene Strecken) aber mit Polizei, brutalen Takedowns und kompromissloser Geschwindigkeit. Eine Rückkehr in die „gute“ alte Zeit, wie die Entwickler sagen. Und ich muss sagen: Die Videos machen definitiv Lust auf mehr. Übrigens einer der Titel, die auf dem PC erstmal nur über den Epic Games Store erhältlich sein werden.

Weedcraft Inc. (11.04.2019; PC, MAC) – Ja, was soll man zu diesem Spiel schreiben? Der Name sagt doch schon alles: Es ist eine Managementsimulation in der ihr in Amerika Drogen einkauft/anbaut und verkauft mit allem was dazu gehört. Ich erwarte darin viel über das Thema zu lernen, was ich nie wissen wollte. Aber hey: Solange das Spiel gut ist :smile: . Interessant finde ich, dass die Entwickler es trotz der Cartoon-Grafik realistischer halten wollen. Also keine Idealisierung oder Verteufelung des ganzen Themas, sondern eine spielerisch optimierte Darstellung der Sache aus beiderseitiger Sicht. Wenn sie das wirklich hinkriegen, dann wäre es schon allein deshalb einen Blick wert.

Earth Defense Force: Iron Rain (Herstellerbild)

Earth Defense Force: Iron Rain (11.04.2019; PS4) – Wusstet ihr, dass es das Genre „Panik-Action-Shooter“ gibt? Ich nicht. Aber die Earth Defense Force-Reihe gehört wohl dazu. Nachdem erst im Dezember Teil 5 auf den westlichen Markt kam (in Japan schon 2017), folgt nun mal wieder eine Art Spinoff von einem anderen Entwickler. Klares Ziel dabei: Den westlichen Markt ansprechen und die Serie endlich außerhalb des asiatischen Markts zum Erfolg führen. Keine Ahnung, warum besagter westlicher Markt kein Gefallen daran hat hunderte von teils haushohen Insekten zu vernichten. Mir macht das einen Heiden Spaß und ich finde es schade, dass sich die PC-Umsetzungen in Grenzen halten. Aber nicht jeder hat bekanntlich meinen guten Geschmack. Das Grundprinzip bleibt in Earth Defense Force: Iron Rain auf jeden Fall unverändert: Aliens greifen in Massen die Erde an und ihr müsst sie besiegen. Stattdessen wollen die Entwickler durch ein seriöseres Auftreten sowohl in Sachen Grafik als auch in der Erzählung punkten. So ist alles etwas realistischer (und dunkler) gestaltet, die Städte erinnern mehr an echte aus den USA und so weiter. In den ersten Previews heißt es aber, dass das alles nur Anstrich wäre. Unter der Haube steckt wohl weiterhin das altbekannte „Ballere alles ab, was sich bewegt“-Spielprinzip. Als Serienfan finde ich das natürlich super. Ob das Neueinsteiger genau so sehen wird sich zeigen.

Anno 1800 (16.04.2019; PC) – Wie lange die Entwickler wohl noch an ihrer Namensgebung (Querschnitt ist 9) festhalten können? So langsam gehen ihnen die Zahlenkombinationen aus :smile: . Aber gut: Nach zwei Ausflügen in die Zukunft und fast vier Jahre Wartezeit steht also nun der mittlerweile siebte Teil der sehr erfolgreichen Aufbau-Strategiereihe an und kehrt zurück in die Vergangenheit. Die Entwickler versprechen das beste aus 20 Jahren Anno (individuelle KI-Gegner, lieferbare Handelsgüter, zufallsgenerierte Karten, etc.) sowie zaghafte Neuerungen, die vor allem mit dem Beginn des industriellen Zeitalters zu tun haben (z.B. Schiffsexpeditionen und Fabrikarbeitskräfte). Und auch wenn ich bekanntlich nicht der größte Fan der Serie bin, sondern mehr ein Die Siedler-Anhänger: Das klingt alles super und sieht wieder einmal fantastisch aus. Es gibt wirklich nur sehr wenige Spieleserien, die durchweg Titel auf einem so hohen Niveau raushauen. Entsprechend mache ich mir um die technischen wie spielerischen Qualitäten von Anno 1800 absolut keine Sorgen. Da müsste Ubisoft Blue Byte schon was massiv falsch gemacht haben.

God’s Trigger (Herstellerbild)

God’s Trigger (18.04.2019; PC, PS4, XONE) – Gute Top-Down-Shooter mit Coop-Funktion gibt es immer noch viel zu wenige muss ich sagen. Schon allein deswegen hat das neuste Werk von One More Level meine Aufmerksamkeit geweckt. Das Spiel verspricht schnelle Arcade-Action mit etwas Taktik, schicke Cel-Shading-Grafik, interessante Umgebungen und zwei spielbare Charaktere zwischen denen ihr im Solo-Modus per Knopfdruck hin- und herwechseln dürft – ach und haufenweise verspritzendes Blut. Vielleicht etwas zu viel für meinen Geschmack aber solange es den Spielfluss nicht stört :wink: . Die Frage wird am Ende sein wie stupide die Kämpfe tatsächlich sind und wie viel Umfang das Spiel bietet. Das lässt sich logischerweise noch nicht abschätzen. Anschauen werde ich es mir aber auf jeden Fall mal.

Mortal Kombat 11 (23.04.2019; PC, PS4, XONE, Switch) – Kampfspiele reizen mich auf der einen Seite, auf der anderen habe ich bis heute abseits von One Must Fall 2097 keines so wirklich richtig gespielt. Ich bin einfach zu blöd dafür Combos nicht nur auswendig zu lernen, sondern sie anschließend auch noch abzuspulen. Entsprechend nehme ich einfach nur zur Kenntnis, dass nun Teil 11 des Klassikers des Genres rauskommt – interessanterweise immer noch angetrieben von der Unreal Engine in der Version 3. Kann sowieso nicht einschätzen, welche Auswirkungen auf das Meta Neuerungen wie „Fatal Blow“ oder „Krushing Blow“ haben werden. Da aber NeatherRealm Studios in den neun Jahren seit ihrer Gründung mehr als nur einmal gezeigt haben, dass sie nicht nur Ahnung von Kampfspielen im Allgemeinen, sondern von Mortal Kombat im Speziellen haben, bezweifle ich, dass Fans der Serie ein Rohrkrepierer erwartet.

A Plague Tale: Innocence (Herstellerbild)

A Plague Tale: Innocence (14.05.2019; PC, PS4, XONE) – Ich kann meiner Meinung aus dem vergangenen Jahr nicht wirklich was hinzufügen. Ja, es wird von einem Budgetpublisher vertrieben und von einem in diesem Bereich eher unerfahrenen Entwickler gebaut. Aber die Grundidee dahinter ist immer noch cool. Die Geschichte klingt mitreißen, das Setting ist einzigartig, die Atmosphäre in den Trailern genial und das Schleichen/Überleben-Gameplay sehr interessant. Vermutlich wird das Spiel nicht gerade lang und sehr linear sein aber wenn das Spielerlebnis entsprechend intensiv ist, stört mich das nicht. Auf jeden Fall weiter im Blick behalten.

RAGE 2 (14.05.2019; PC, PS4, XONE) – Ich habe letzte Woche endlich mal den ersten und einzigen DLC, The Scorchers, zu RAGE durchgespielt. Die erste Erkenntnis: Selbst mit meiner wesentlich höheren Power unter dem Schreibtisch ist das Texturen-Nachlade-Problem immer noch nicht weg. Die zweite Erkenntnis: Der Shooteranteil macht immer noch Laune. Und die dritte Erkenntnis: RAGE 2 wird damit definitiv nichts zu tun haben. Gut, letzteres war schon nach der Vorstellung des Spiels klar. Aber mit dem frischen Vergleich im Kopf wird noch einmal deutlicher, dass das was Avalanche Studios auf den Markt bringen möchte definitiv abgedrehter, verrückter und farbenfroher ist. Ob es deswegen weniger Spaß macht? Glaube ich nicht. Mir hat Mad Max schon gefallen und das hatte vermutlich nur ein Bruchteil des Budgets von RAGE 2 und nicht ids Shootererfahrung mit im Gepäck. Ich bin entsprechend zuversichtlich, dass ich meinen Spaß damit haben werde.

Team Sonic Racing (Herstellerbild)

Team Sonic Racing (21.05.2019; PC, PS4, XONE, Switch) – Sonic and SEGA All Stars Racing sowie Sonic & All-Stars Racing Transformed waren überraschend gute Mario Kart-Ableger. Nach fast sieben Jahren Wartezeit kommt nun endlich der dritte Teil der Rennspielserie von Sumo Digital. Dieses Mal aber ausschließlich mit Charakteren (15 Stück) aus dem Sonic-Universum und dafür in enger Zusammenarbeit mit dem Sonic Team von SEGA. Weiß zwar nicht, was die großartig zu einem Rennspiel beitragen können aber gut. Meine Erwartungen an den Titel sind einfach: Mehr vom Gleichen (neue Strecken, neue Autos, etc.) und das verpackt in schickerer Grafik. Wie der Name schon sagt, ist die Hauptneuerung der Fokus auf Teams. Statt jeder für sich selbst, wird jetzt gemeinsam gewonnen. Es soll ähnlich wie z.B. in Overwatch Teamfähigkeiten geben, ihr sollt euch gemeinsam unterstützen und natürlich auch zusammen die Gegner von der Rennstrecke schießen können. Wie gut das mit der KI funktioniert wird sich zeigen aber im Mehrspielermodus (12 online, 4 offline) könnte das eine echte Gaudi werden. Ich freue mich auf jeden Fall drauf, denn die Vorgänger sind selbst heute noch uneingeschränkt empfehlenswerte Arcade-Racer.

Total War: Three Kingdoms (23.05.2019; PC, MAC, Linux) – Es geht zurück nach Asien. Kein Wunder: Total War: Shogun 2 hat ja schon acht Jahre auf dem Buckel. Und zwar in die Zeit der drei Königreiche. Das allein ist schon interessant. Noch interessanter ist aber, dass es zwei Kampagnen geben soll: Eine, die auf historischen Tatsachen basiert und eine, die auf einem Roman basiert, der logischerweise nicht ganz so exakt die damaligen Vorkommnisse widergibt. Dreimal dürft ihr raten, welche Kampagne mich mehr interessiert :smile: . Ansonsten gibt es die übliche Global- und Echtzeitstrategiekost für welche die Serie so bekannt wurde mit ein paar zusätzlichen Funktionen hier und da. Allen voran ein Konzept namens „Guanxi“, das aus euren Generälen quasi kleine Sims macht mit ihren eigenen Problemen und Bedürfnissen. Mal schauen, ob und wie das funktioniert.

Warhammer: Chaosbane (Herstellerbild)

Warhammer: Chaosbane (04.06.2019; PC) – Die Liste der offiziellen Warhammer-Videospiele wird länger und länger. Games Workshop scheint die Lizenz weiterhin lieber mit der Gießkanne zu verteilen statt auf Qualität zu achten. Aber gut: Nun also zum allerersten Mal ein Action-Rollenspiel. Vier Charakterklassen stehen zur Verfügung und bis zu vier Spieler können sich online wie offline gleichzeitig über die dutzenden Gegner hermachen. Erinnert nicht nur in Sachen Grafikstil, sondern auch spielerisch stark an Diablo. Aber das muss ja nichts Schlechtes sein. Schließlich schauen sich alle Fantasy-Action-Rollenspiele etwas vom Genre-Urvater ab. Das Warhammer-Feeling kommt in den Trailern und Screenshots auf jeden Fall schon einmal gut rüber. Gleichzeitig versprechen die Entwickler sehr viel Inhalt und damit einen hohen Wiederspielwert (180 Skills, 70 Monsterarten, 10 Schwierigkeitsgrade, haufenweise Dungeons, etc.). Ob das am Ende tatsächlich abwechslungsreich ist und ob der bekannte „noch ein Dungeon“-Flow entstehen wird? Ich bin aufgrund des in diesem Bereich vollkommen unerfahrenen Entwicklers Eko Software etwas skeptisch. Aber lassen wir uns überraschen.

The Sinking City (27.06.2019; PC, PS4, XONE) – Ein Horrorspiel zu entwickeln ist nicht einfach, eins mit Einflüssen von H.P. Lovecraft scheinbar fast unmöglich. Zumindest kommen die bisherigen Ergebnisse über den „Geheimtipp“-Status nur selten hinaus. The Sinking City wird es vermutlich nicht anders ergehen – was nicht nur an der Epic Games Store-Exklusivität liegt. Die Geschichte kennt man: In den 20iger Jahren kommt ein Privatdetektiv in eine Stadt in der komische Sachen vor sich gehen. Die Einwohner haben einen mehr oder weniger starken Knall und auch man selbst wird im Laufe des Spiels an den Rand des Wahnsinns getrieben. Soweit so bekannt. Was macht The Sinking City also großartig anders als die bisherigen Cthulhu-Titel? Keine Ahnung. Es bietet eine offene Welt, mehrere Lösungsmöglichkeiten für die Kriminalfälle inkl. verschiedenen Enden, Management des eigenen Wahnsinns und wohl einen vergleichsweise hohen Shooteranteil mit Kämpfen gegen die alptraumhaften Monster. Theoretisch die Bausteine, aus denen man ein gutes Cthulhu-Horror-Adventure stricken könnte. Drücken wir Frogwares die Daumen, dass sie es tatsächlich schaffen.

 

Und das waren sie, die aus meiner Sicht nennenswerten Titel der kommenden drei Monate. Irgendwas dabei, was euch interessiert? Vieleicht sohar zum Day-1-Kauf animiert? Oder habe ich gar was Wichtiges übersehen? Also außer Days Gone (26.04.2019), dass es schlicht nicht auf meine Liste geschafft hat.

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