Genau hinschauen: Auf diesem Bild sind drei Plexiglasplatten.

Pichu, Pichu, Pichu… der Kerl ist beeindruckend und nervig gleichzeitig. Wer hätte gedacht, dass er es trotz der Verglasungsfolie an der Wand schafft aus dem Stand fast zwei Meter hochzuspringen und sich an der Regenrinne auf das Dach zu ziehen? Wir nicht. Aber wir haben dank der Kamera das Beweisvideo, wenn auch nur gerade so, weil der Winkel fast nicht ausreichte. Also hieß es vergangene Woche wieder mal alle Pläne über den Haufen werfen und stattdessen die Lücke schließen.

Das „wie“ war dabei schnell besprochen: Noch mehr Plexiglas. Überall Plexiglas! Müssen wohl so langsam mal bei Evonic anfragen, ob wir Mengenrabatt bekommen. Oder uns als Musterhaus zur Verfügung stellen :smile: . Bauhaus – der einzige Baumarkt hier in der Umgebung mit Plexiglas – ist allerdings seit Monaten leergeräumt. Vermutlich wegen der Coronakrise. Da baut sich ja jetzt jeder einen Spuckschutz für die Kasse/Tresen/etc. und dafür eignet sich Plexiglas natürlich sehr gut. Hatten entsprechend Glück, dass zumindest noch ein ausreichend großes Reststück im Zuschnitt vorhanden war. In unserem persönlichen Lager hatten wir ebenfalls noch eine Platte, die halbwegs in die Lücke passte. Also noch vier Verbinder sowie haufenweise Schrauben, Muttern und Unterlegscheiben gekauft und anschließend konnte ich die arme Regenrinne noch mehr durchlöchern. Nicht das hübscheste Bauwerk im Lande aber es hat seine Wirkung sofort entfaltet: Pichu wollte abends wieder stiften gehen, es macht *klonk* und er hat sich etwas belämmert am Boden die Pfote geputzt.

Nein, er hat sich keine Verletzung zugezogen. Höchstens sein Ego hat etwas drunter gelitten. Aber es hat gezeigt, dass wir gute Arbeit geleistet haben. So langsam gehen ihm definitiv die Lücken aus. Die Tage hat er es entsprechend an einer alten Stelle nochmal versucht, ist aber zu seinem Unmut nicht weit gekommen. Mal schauen. Wir haben ja schon öfters behauptet, dass jetzt endlich Schluss ist und am Ende hat er es doch wieder geschafft. Das letzte Mittel wäre dazu über zu gehen Strom zu spannen. Will ich aber weiterhin nicht. Mal ganz abgesehen davon, dass mit jeder geschlossenen Lücke natürlich auch die Gefahr steigt, dass er sich bei seinen immer waghalsigeren Ausbruchsversuchen doch mal ernsthaft verletzt. Und das wollen wir logischerweise ebenfalls nicht. Man darf gespannt bleiben. Fakt ist: Dank Pichu dürfte unser Garten mittlerweile selbst gegen die Ausbruchsversuche von ausgewachsenen Bengalen gerüstet sein.

Die Pissnelke

Wirkt friedlich, hat es aber faustdick hinter den Ohren.

Pichu war aber nicht die einzige Katze, deren Abenteuer unsere Samstage in den letzten Wochen bestimmt haben. Auch Maya hat uns beschäftigt – genauer gesagt ihr Urin auf der Couch. Wir haben ihr mittlerweile als Kompromissangebot wieder ein Katzenklo ins Haus gestellt. Das hat sie zum Glück angenommen und endlich aufgehört auf die Couch zu machen. Zum Kacken geht sie übrigens unverständlicherweise in das Katzenklo nach draußen. Nur pinkeln muss man warum auch immer im Haus. Aber gut: Anderes Thema. Also wir haben es zwar endlich geschafft sie wieder umzuerziehen und konnten entsprechend endlich die Plastikplane von der Couch nehmen – und direkt in der Mülltonne entsorgen. Die Plane wird vermutlich bis ans Ende aller Tage nach Katzenurin stinken. Aber sie hatte natürlich vorher direkt und mehrfach auf unsere Stoffcouch gemacht, die stank also weiterhin. Wir haben zwar immer direkt mit viel Wasser und effektiven Mikroorganismen nachbehandelt, das zeigte aber nicht die gewünschte Wirkung was die Geruchsbelästigung angeht. Vermutlich war es schlicht nicht genug, um wie der Urin in die tiefsten Tiefen vorzudringen.

Wir haben uns dann Biodor gekauft. Das ist im Vergleich zu EMs teurer, aber selbes Prinzip und optimiert für Tiergerüche. Dann die Couch in ihre Einzelteile zerlegt, um überall dran zu kommen (der Urin lief durch die Ritzen nach unten). Aber auch hier waren wir zuerst zu zaghaft. Sprich das Biodor verdünnt und nur mit der Sprühflasche verteilt aufgetragen. An dieser Stelle übrigens eine Empfehlung für das Birchmeier Handsprühgerät Foxy Plus. Nicht ganz billig was Sprühflaschen angeht aber kann egal in welchem Winkel sprühen und hat gleichzeitig einen relativ weichen Druckhebel, der selbst für kleine und zarte Frauenhände geeignet ist. Bei unserer ersten Überkopfsprühflasche, die Kwazar Mercury Super Pro+, tut selbst mir nach einigen Sprühstößen die Hand weh. Liegt vermutlich daran, dass die Mercury sowohl auf dem Hin- als auch den Rückweg sprüht. Die Foxy Plus hat ein klassisches Einwegsystem.

Da das sanfte Einsprühen aber erneut zu keinem positiven Ergebnis führte, mussten wir zu extremeren Maßnahmen greifen: Das Biodor unverdünnt und in größerer Menge auf die Hauptpieselstellen (100ml allein auf die schlimmste Ecke) schütten. Wenn Maya alles nass machen kann, dann können wir das schon zweimal. Das Ergebnis war eine Couch, die zwar nicht mehr nach Katzenurin aber dafür nach Biodor stinkt *yay*.

Die Neuanschaffung

Der Kärcher SE 4002

Da Biodor-Geruch nur bedingt angenehmer als Katzenurin ist, hatten wir zwei Möglichkeiten: Die Couch von einer professionellen Polsterreinigungsfirma bearbeiten lassen oder es selbst machen. Und mittlerweile dürfte klar sein, dass wir eher die sind, die es versuchen selbst zu machen. Also habe ich mich nach einem Waschsauger umgeschaut. Wie der Name schon sagt saugt er (auf Wunsch) auch Flüssigkeiten auf. Also die Erwartungshaltung war natürlich nicht, dass er einfach so den Urin/das Biodor aus dem Polster holt. Nein, ihr macht das Polster vorher schön nass und saugt es dann aus.

Die Wahl fiel auf den Kärcher SE 4002. Mit Kärcher habe ich grundsätzlich gute Erfahrungen und der SE 4002 ist das zweitkleinste Modell im Angebot (270€ UVP – wir haben am Ende mit allen möglichen Rabatten und Versandkosten ca. 220€ bezahlt). Von der grundsätzlichen Funktion unterscheiden sich die vier Geräte von Kärcher übrigens überhaupt nicht. Alle haben die exakt gleichen technischen Spezifikationen. Stattdessen gibt es für mehr Geld hauptsächlich mehr Komfort. So hat der SE 4002 im Vergleich zum SE 6.100 zum Beispiel keine integrierte Aufbewahrungsbox für das Zubehör und keine Filterzustandsanzeige. Und obwohl das schick klang (speziell die Aufbewahrungsbox für das viele Zubehör), war es uns am Ende die rund 80€ Aufpreis dafür nicht wert. Beim kleinsten Modell, der SE 4001, fehlt hingegen die für uns entscheidende Waschdüse zur Polsterreinigung.

Die Funktionsweise

Das Gerät an sich ist simpel aufgebaut und einfach zu bedienen. Am Rücken hat es einen ca. 4 Liter fassenden Tank in den ihr das Wasser und eventuelle Reinigungszusätze packt. Vorne ist ein flexibles Staubsaugerrohr (mit optionaler, steifer Teleskopverlängerung) und an diesem Rohr eine Wasserleitung. Am Gerät selbst sind zwei Knöpfe. Einmal für die Wasserpumpe und eine für den Staubsauger. Ihr könnt also beides getrennt an- und ausschalten. Ist die Wasserpumpe an, drückt ihr am Griff auf den Hebel und vorne spritzt das Wasser unterhalb des Staubsauberkopfes aus der Düse. Sprich ihr spritzt und zieht gleichzeitig den Kopf über die Fläche, um das Wasser plus den Dreck aufzusaugen. Das fließt dann durch einen Schaumstofffilter in den 18l großen Tank, der sich unterhalb der Elektronik befindet. Die lässt sich durch einfaches umstellen des Griffes komplett entfernen und der Eimer dann unkompliziert ausleeren und säubern. Im reinen Staubsaugermodus könnt ihr statt des Schaumstofffilters auch einen klassischen Staubsaugerbeutel reinhängen. So ganz habe ich den Sinn dahinter allerdings nicht verstanden. Aus meiner Sicht kann ich den Dreck doch einfach direkt in den Eimer blasen und den in die Mülltonne entleeren und muss nicht noch mit dem Staubsaugerbeutel zusätzlichen Müll erzeugen? Aber vielleicht übersehe ich da etwas – wie z.B. Menschen mit weniger Kraft in den Armen.

Die Couch nach der Reinigung – wie neu.

Naja, wir haben also die Couch fleißig in (pures) Wasser getränkt und sie danach bzw. gleichzeitig ausgesaugt. An den relevanten Stellen hat man durch die durchsichtige Düse gut gesehen, dass das eingesaugte Wasser gelblich bis braun war. Er hat also definitiv irgendwas aus dem Polster rausgeholt. Wir konnten damit aber nicht nur den Urin/das Biodor/die EMs aus der Couch holen, sondern auch die Rotzflecken (zur Erinnerung: Maya hat chronischen Katzenschnupfen) relativ einfach und unkompliziert entfernen. Vorher mussten wir die immer erst mit einem nassen Lappen etwas einweichen lassen. Hier draufsprühen, ein paar Sekunden einwirken lassen und dann mit der Staubsaugerdüse drüber reiben – fertig. Entsprechend haben wir uns den Waschsauger nicht nur für diese Einmalaktion geholt, sondern noch weitere Anwendungsfälle gefunden. Ein dritter ist beispielsweise die Idee damit unseren Fliesenboden zu putzen. Bislang muss ich immer die Zweiteilung aus „erst Saugen, dann Wischen“ machen. Vielleicht geht das mit dem Kärcher dann in einem? ChuChu macht es ja nicht anders. Ich werde es sicherlich demnächst mal testen.

Nach dem Einsprühen und Saugen musste die Couch natürlich noch eine Runde trocknen, aber vergangen Samstag konnten wir das Wohnzimmer dann saubermachen (trotz Sauger tropft viel Wasser auf den Boden) und die Couch wieder zusammenbauen. Bislang hat auch noch keiner wieder draufgepinkelt. Dadurch, dass der Waschsauger sehr gut in seine Einzelteile zerlegbar ist, war das saubermachen desselben ebenfalls ein Klacks. Wenn man also Bedarf für so ein Gerät hat – und das hat definitiv nicht jeder – kann ich den Kärcher SE 4002 uneingeschränkt empfehlen.

Und jetzt warten wir ab welche Überraschungen die Katzen als nächstes für uns bereithalten…

Ich war durchaus versucht, die heutige Ausgabe „Pieps-Edition“ zu nennen aber ganz so „schlimm“ ist die Auswahl dann doch nicht geworden :wink: . Und damit sind wir auch schon mitten im heutigen Thema: Es ist dringend mal wieder an der Zeit euch ein paar Spielesoundtracks aus meinem großen Fundus (über 1.000 Alben) vorzustellen. Kriege schließlich ständig wieder neue rein, weil mittlerweile echt viele Komponisten sie auf Bandcamp & Co. verkaufen, die Entwickler sie kostenlos dazu legen oder sie in diversen Bundles mit drin sind. Komme zwar irgendwie nur noch beim Schreiben der Einträge zum Hören (Lysanda teilt leider meinen Musikgeschmack nicht, weshalb die Autofahrt entfällt) aber immerhin. An einem Eintrag sitze ich durchaus meine 2-3 Stunden dran – teils noch länger. Auch heute wieder, obwohl es in Sachen Text gar nicht so viel ist. Aber Musik zu beschreiben finde ich immer noch extrem schwierig. Ein „klingt halt gut“ ist schließlich nicht wirklich ausreichend. Mal schauen, ob ich es heute wieder einigermaßen hinbekommen habe:

(Cover)

BLEED 2 (2017)

Komponist: Jukio Kallio (LUFTRAUSERS)
Umfang: 00:35:25 (19 Lieder)
Mögliche Bezugsquelle: Bandcamp (5€)

Hartes Schlagzeug, schnelle E-Gitarre, tiefster Bass und immer mal wieder eine Prise Synthesizer als Melodie eingestreut. Leute mit schwachen Herzen sollten vom Werk des Finnen Jukio Kallio definitiv einen Bogen machen. Magere 15 Sekunden gibt er euch im Intro Zeit auf Touren zu kommen. Ab dann ist Tempo durchweg hoch, die Bässe pumpen durch den Körper und es gibt keinerlei Erholung mehr bis zum Finale. Synthetischer Rock vom Feinsten – aber auf keinen Fall vor dem Einschlafen hören!

Persönliches Lieblingslied: Track 14 – I’ll Show You [02:08] (Anhören)
Gefühlt wird die Hälfte des Liedes nur das Schlagzeug getötet aber mir gefällt das eingängige Thema und das extreme Hochschaukeln bis zur letzten Sekunde. Da klopft das Herz und das Adrenalin pumpt aufs Maximum durch den Körper.

 

(Cover)

Horizon Chase (2016)

Komponist: Barry Leitch (TFX)
Umfang: 00:59:58 (15 Lieder) – plus eine CD voll Remixes
Mögliche Bezugsquelle: Bandcamp ($6)

Das Amerika der 80iger ist wieder lebendig. Im schnellen Cabrio den Highway in Florida entlangrasen, immer der Sonne entgegen. Zumindest wird man in diese Situation versetzt, wenn Barry Leitchs Soundtrack aus den Boxen erklingt. Viel Elektronik, sanft eingestreute E-Gitarren und treibende Tempi dominieren die Soundkulisse und vermitteln ein Gefühl der Freiheit. Dabei wird Abwechslung großgeschrieben. So erinnert Track 04 – Race 2 Bleeding Fingers sehr stark an die Flugsimulation TFX während Track 10 – Race 8 Vyper eher nach Cyberspace und Computer klingt. Und doch passt am Ende doch irgendwie alles zusammen.

Persönliches Lieblingslied: Track 08 – Race 6 JenTay [03:52] (Anhören)
Das Intro hat es mir angetan. Dieser verzerrte Sound, das stete Hochschaukeln bis die Melodie einsetzt und das hohe Tempo. Der Rest des Tracks kann zugegebenermaßen die anfänglichen Versprechungen nicht halten. Aber für mich reichts :wink: .

 

(Cover)

Reformation 1-3 (2016-2020)

Komponist: Matt Gray (Last Ninja 2: Back With a Vengeance)
Umfang: Teil 1: 04:12:57 (47 Lieder auf 4 CDs), Teil 2: 02:46:53 (25 Lieder auf 2 CDs), Teil 3: 02:17:26 (25 Lieder auf 2 CDs)
Mögliche Bezugsquelle: C64Audio (Teil 1: £11, Teil 2: £17,Teil 3: £25)

Drei Alben (plus das fantastische Reformation Last Ninja 2) an C64-Remixen hat Matt Gray mittlerweile veröffentlicht. Der Kickstarter für das vierte läuft aktuell. Und was soll ich sagen? Matt versteht sein Handwerk. Nicht nur bei seinen eigenen Werken, sondern auch wenn er Titel von anderen Komponisten anfasst, macht er dies mit einem riesigen Respekt vor dem Ursprungswerk. Er bügelt nicht einfach nur irgendeinen Technobeat drüber, sondern baut auf dem Original auf, verändert und modernisiert es behutsam und bringt mit viel Geschick seinen eigenen Touch ein. Das Ergebnis klingt so, wie man das Vorbild in Erinnerung hat obwohl es in der Realität natürlich nur eine Ansammlung von Piepstönen war (leichte Übertreibung).

Persönliches Lieblingslied: Teil 2 – Disc 1 – Track 08 – Ocean Loader 1 [04:30] (Anhören)
Die C64-Lademusik der Ocean-Titel ist legendär und die teils lange Wartezeit auf den Spielstart angenehm versüßt. Auch ich bin ein großer Fan davon, speziell natürlich von Martin Galways erster Fassung. Matts Remix ist aus meiner Sicht dem Original weit überlegen und erklingt entsprechend häufig aus meinen Boxen.

 

(Cover)

Retro City Rampage (2012)

Komponist: virt (Crypt of the Necrodancer), Freaky DNA (Beep & Norrin Radd (Anomaly)
Umfang: 00:53:46 (35 Lieder)
Mögliche Bezugsquelle: Bandcamp ($8)

Chiptune vom Feinsten. Hier wird gepiepst, was das Zeug hält :wink: . Aber Spaß beiseite: Definitiv ein etwas gewöhnungsbedürftigeres Album. Aber wenn er sich darauf einlässt, erwartet den Zuhörer eine größtenteils schnelle und kompromisslose Ansammlung an Tracks von den Meistern ihres Fachs. Dem Album fehlt es weder an Abwechslung noch an eingängigen Melodien und fetzigen Beats.

Persönliches Lieblingslied: Track 14 – Half Steppin‘ [03:07] (Anhören)
Der Titel verrät es bereits: Hier erwartet euch ein etwas bluesiger Sound. Man kann sich förmlich vorstellen wie ein 70iger-Jahre-Typ im Anzug und Fedora locker und lässig pfeifend durch eine Straße läuft. Ein krasser Gegensatz zum restlichen Album und vielleicht gerade deswegen so anziehend.

 

(Cover)

Shuttle Scuttle (2011)

Komponist: Inverse Phase (Super Smash Land)
Umfang: 00:46:50 (17 Lieder)
Mögliche Bezugsquelle: Bandcamp ($2,50)

Inverse Phase‘ Werk ist – was Chiptune-Musik angeht – angenehm melodisch und abwechslungsreich gestaltet. Der zugrundeliegende Beat ist zwar vergleichsweise schnell, wird aber durch die unterschiedlichen Themata gut ausgeglichen. Im Ergebnis erwartet den Zuhörer ein angenehmes Auf und Ab sowohl auf dem Album als auch in den Tracks selbst. Man könnte auch sagen: Der Komponist erzählt eine kleine Geschichte, die aber gefühlt irgendwie nicht zum dazugehörigen Spiel (ein Shoot-‚em-up) passt. Nicht für Chiptune-Einsteiger eine tolle Sache.

Persönliches Lieblingslied: Track 06 – Area 4 – Jupiter [04:50] (Anhören)
Mittleres Tempo, ein eingängiges Grundthema und eine nette Melodie. Aus technischer Sicht ist der Track nichts besonderes und kommt ohne großartige Höhen oder Tiefen aus. Aber manchmal reicht es auch einfach mal nur für ein angenehmes Hörerlebnis zu sorgen. Und das tut dieser Track vorzüglich.

 

Bei Sid Meier’s Civilization: Beyond Earth von Geoff Knorr kann ich zwar nicht das gesamte Album empfehlen – dafür enthält es zu viel langweilige Atmosphären-Musik – aber in den ersten Track, The Seeding, solltet ihr unbedingt mal reinhören. Ein richtiger schöner, epischer Track der auf einen angenehmen Höhepunkt zuarbeitet. Finde ich persönlich wesentlich besser als das mit haufenweise Auszeichnungen überschüttete Baba Yetu von Sid Meier’s Civilization IV. Und für den unwahrscheinlichen Fall, dass ihr den Song tatsächlich noch nicht kennt: Das völlige Kontrastprogramm zu beiden Liedern ist die K-Pop-Single Popstars von K/DA, die Riot für League of Legends in Auftrag gegeben hat. Ich kenne keinen einzigen Charakter aus dem dazugehörigen Musikvideo aber es ist richtig cool gemacht und der Sound ist…nun, angenehm poppig halt :smile: . Guggt ned so. Auch ich darf mal Mainstream gut finden!

In diesem Sinne: Ich wünsche viel Spaß beim Reinhören!

Kult: Heretic Kingdoms (Herstellerbild)

So, Kult: Heretic Kingdoms durchgespielt. 13 Stunden hat es für 100% des Spiels gedauert (alle Orte besucht und von Gegnern geleert, alle Quests gelöst, alle Bücher gelesen und auf Level 23 aufgestiegen). Keine Ahnung, wie How Long to Beat auf 20 Stunden kommt. Allerdings haben bei dem Titel auch nur eine Handvoll Leute überhaupt ihre Zeiten abgegeben. Egal. Von mir gibt es 4 von 5 Sics und eine Nachholempfehlung. Ja, der Titel ist logischerweise etwas altbacken und die Geschichte, wie sie erzählt wird sowie ihre Auflösung maximal durchschnittliches Niveau. Aber es hat trotzdem richtig Laune gemacht vor allem dank des „Einklang“-Systems. Echte Tiefpunkte waren Situationen in denen ich mich mit dem Inventar beschäftigen musste (so viel geklicke und rumgeschiebe und wenig Platz!), wenn ich aus Versehen außerhalb des Fensters geklickt habe (=Absturz) und das Backtracking durch leere Gebiete, weil es am Ende keinen Ausgang gibt.

Völlig overpowered

Ich habe mich hauptsächlich als Feuermagier auf Entfernung durchgeschlagen. Nur bei 3-4 Gegnertypen musste ich kurz Eisschaden produzieren (ohne das Element zu wechseln), weil sie immun waren. Auf Stufe 4 von 4 des Feuerelements bekommt man die Fähigkeit „Inferno“. Mit der kann man mit einem Klick einen halben Dungeon „one-shotten“ – ohne die Gegner sehen zu müssen wohlgemerkt! Damit werden alle Gegner auf der aktuellen Karte angezündet. Das halten nur die Stärksten durch. Zum Glück war zu dem Zeitpunkt das Spiel schon so gut wie vorbei, sonst wäre es vermutlich ziemlich schnell langweilig geworden.

Es ist auch grundsätzlich so, dass euch die Entwickler (auf Wunsch – ihr müsst die Fähigkeiten ja nicht benutzen) im letzten Abschnitt zumindest als Magier echt übermächtig werden lassen. Habt ihr fleißig das Inventar ertragen und Handelt getrieben und nicht einfach alles auf dem Boden liegen gelassen, könnt ihr euch in 10 Stufen die Fähigkeit „Kriegsherr“ erkaufen (insgesamt 301.000 Goldstücke), die euren Basisschaden auf Stufe 10 um 50 Punkt erhöht. Dazu noch „Pfad des Magiers“ von einem Gegenstand eines Bossgegners, das den Schaden von magischen Attacken um 50% erhöht und ihr seid eine Mördermaschine, die selbst ohne weitere Boni schon 200-400 Schaden austeilt – bei Gegnern, die 800-1400 Lebensenergie besitzen!

Da braucht es nicht einmal so lustige Sachen wie „Stärke“, dass einfach mal so eure Lebensenergie verdoppelt. Sogar auf die Salamanderform habe ich verzichtet, die den Feuerschaden nochmal um 50% erhöht. Klar, speziell die Bossgegner haben viel Lebensenergie (20-40 mal so viel wie ein normaler Feind) und schlagen theoretisch hart zu. Aber dem alten „im Kreis laufen und draufhalten“ haben selbst heutige Bossgegner oft nichts entgegenzusetzen :smile: . Mich hat es aber nicht gestört. Wie gesagt: Der Zeitpunkt an dem euch das Spiel so stark werden lässt war zumindest bei mir erst sehr spät und es passte zur Geschichte. Schließlich sagt die Prophezeiung, dass ihr möglicherweise der Messias und damit ein potentieller Träger des Gottestöters seid – da darf man sich schon ein wenig mächtig fühlen kurz bevor man ihn in die Hände bekommt.

Das Finale

Kult: Heretic Kingdoms (Herstellerbild)

In den letzten Minuten des Spiels könnt ihr ein paar Entscheidungen treffen, die euch zu einem von sechs Enden führen. Die Unterschiede sind eine Handvoll Dialoge und etwas andere abschließende Bosskämpfe. Nichts Weltbewegendes aber auch kein großer Aufwand sie alle zu erleben, wenn ihr direkt vorher einen Speicherstand anlegt. Eure Taten im restlichen Spiel haben hingegen ausschließlich auf die Bewertung am Ende auswirkungen. Ich wurde zum „Wohlwollenden Verteidiger der Menschen“ gekürt. Keine Ahnung, ob diese Wertung tatsächlich mal jemanden dazu verleitet hat das Spiel nochmal durchzuspielen. Meine Begeisterung über dieses Finale ohne weiteren Kontext hielt sich zumindest in Grenzen.

Als Kanon gilt übrigens – Spoiler – das Ende bei dem ihr den Göttestöter zerstört und in den Rang des höchsten Inquisitors aufsteigt. Das war nicht das Ende, das ich gewählt habe. Aber euren Spielstand könnt ihr sowieso nicht in den Nachfolger importieren, insofern ist es egal :smile: .

Die Nachfolger

Womit wir beim Thema sind: Ich hatte ja erwähnt, dass Kult: Heretic Kingdoms bislang zwei Nachfolger spendiert bekommen hat. Weitere Recherche hat jedoch ergeben, dass das nicht ganz korrekt ist. Ja, Shadows: Heretic Kingdoms ist der direkte Nachfolger, der einige Jahre nach der Vernichtung des Schwerts spielt. Es ist aber nur Buch 1 der Erzählung. Den ursprünglichen Entwicklern sind wohl die Ressourcen ausgegangen, weshalb sie sich entschieden das Spiel in zwei Teile zu spalten, um die Kosten wieder reinzuspielen und parallel an Teil 2 zu basteln. Das was heute als Shadows: Heretic Kingdoms von Kalypso Media verkauft wird, hatte entsprechend ursprünglich noch den Untertitel „Book I – Devourer of Souls“. Der zweite Teil sollte Book II: Age of Demons werden. Das ist aber – wie so oft – offensichtlich nicht passiert. Der Entwickler ist pleite gegangen und das Thema schien erledigt. Leider das Schicksal vieler als Mehrteiler angelegter Serien…

Doch die Geschichte hat in diesem Fall tatsächlich ein Happy End: Games Farm (wo viele der ursprünglichen Entwickler unterkamen) haben sich nach und nach die Rechte an ihren alten Spielen zurückgekauft und dann Shadows: Awakening veröffentlicht. Anders als ich dachte, ist es technisch gesehen nicht der dritte Teil der Serie, sondern tatsächlich die vollständige, direkte Fortsetzung von Kult: Heretic Kingdoms. Es enthält nämlich sowohl Buch 1 als auch das lang erwartete zweite Buch. Warum Shadows: Heretic Kingdoms trotzdem noch separat auf Steam verkauft wird, verstehe ich zwar nicht. Aber ich stehe jetzt quasi vor dem Dilemma: Springe ich direkt zu Shadows: Awakening oder schaue ich doch vorher noch in Shadows: Heretic Kingdoms rein, um quasi die „ursprüngliche“ Version von Buch 1 zu erleben?

Shadows: Awakening (Herstellerbild)

Die Antwort für normale Menschen ist eindeutig: Direkt Shadows: Awakening spielen. Es sieht besser aus, die Spielmechaniken und die Erzählung wurden verfeinert, es hat wesentlich weniger Bugs (wenn ihr z.B. in Shadows: Heretic Kingdoms einen Controller benutzt, zerschießt ihr euch damit unwiederbringlich Quests) und man muss nicht die Hälfte der Geschichte doppelt erleben. Und wer hat bei unseren Backlogs schon Zeit ein Spiel zweimal durchzuspielen? Eben. Aber ich bin ja bekanntlich nicht normal und tendiere entsprechend stark dazu das „Original“ erstmal anzugehen. Mal schauen. So wie ich mich kenne werde ich vermutlich jetzt eh erstmal wieder was ganz anders zocken.

Gemeinsam statt einsam

Nun aber genug darüber, was ich so gespielt habe. Gibt ja auch noch andere Sachen. Beispielsweise die Tatsache, dass meine vier Wochen Co-optimus tatsächlich schon rum sind. Wie die Zeit vergeht. In diesen Wochen habe ich die Datenbank um rund 300 Einträge erweitert (jede Plattform wird einzeln gezählt) und bei unzähligen alten Titel die fehlenden Angaben ergänzt/bestehende korrigiert (alleine 80 Stück ohne Genre-Informationen). Dabei auch das eine oder andere kaputt gemacht (wieso nimmt man als Datenbasis den Spielenamen statt die Datenbank-ID?!) aber so ist das halt :wink: . War aus Sicht der Verantwortlichen trotzdem ein erfolgreicher Monat – auch, weil ich sie durch meine Anmerkungen und Vorschläge ebenfalls motiviert habe mal wieder etwas mehr zu tun. Gleichzeitig habe ich mein selbstgestecktes Zeitlimit zwar nicht ganz eingehalten aber immerhin hat es mit den definierten Zeitslots grundsätzlich funktioniert. Insofern werde ich auf absehbare Zeit weiter an der Seite mitarbeiten.

Viel interessanter ist aber natürlich, dass ich jetzt von Titeln erfahre, die ich selbst zu GamersGlobal-Zeiten eher selten auf dem Radar hatte. Deswegen für alle Freunde des gepflegten Zusammenspielens (größtenteils aber auch solo spielbar) hier mal in unsortierter Weise eine (sehr kleine) Auswahl an interessanten, bereits spielbaren und familienfreundlichen Titeln, die ihr am selben Bildschirm zocken könnt:

Pushy and Pully in Blockland (2020; PC, NSWI, XONE, PS4) – Mich erinnert der Titel stark an einen Mix aus Goof Troop und Bomberman. Auf der Karte sind Gegner und Blöcke verteilt und ihr müsst allein oder zu zweit durch das geschickte Schupsen besagter Blöcke alle Gegner zerstören. Simples Spielprinzip und ein starker Retrovibe, sieht aber trotzdem spaßig aus.

Climbros (2020; PC, NSWI) – Ihr seid eine Gruppe Kletterer (bis zu 4), die verschiedene Objekte (nicht nur Berge) erklimmen möchte. Verbunden über Seile und ohne jedweden Realismus springt und hangelt ihr euch Richtung Gipfel – und jammert über den unfähigen Mitspieler, der euch ständig nach unten zieht.

No Captain Allowed! (Early Access; PC) – Im Prinzip FTL in Koop mit bis zu vier Personen und statt in einem Raumschiff in einem futuristischen Kampfgefährt auf irgendeinem Planeten. Während sich das Vehikel ungebremst seinen Weg zum Ziel bahnt, müsst ihr das Innere des Fahrzeugs verteidigen und gleichzeitig gemeinsam die unterschiedlichen Stationen in Betrieb halten. Habt ihr eine Gegnerwelle überlebt, gibt es eine Abstimmung darüber, wie eure Reise weitergeht.

TopplePOP: Bungee Blockbusters (Herstellerbild)

Pigeons Attack (2019; PC, Android) – Der Name sagt schon alles: Tauben greifen an und ihr müsst sie in guter alter Twin-Stick-Shooter-Manier möglichst lange überleben. Vier Spieler können gleichzeitig zu den Waffen greifen und den Flugratten in diesem nicht ganz ernst gemeinten und optisch sehr bunten Titel die Stirn bieten.

Disobedient Sheep (2020; PC) – Ihr übernehmt die Rolle von Herdenhunden und müsst die namensgebenden Schafe zum Beispiel vor herunterfallenden Gegenständen beschützen. Simpel aber extrem lustig. Antreten können bis zu vier Spieler gleichzeitig (gibt auch einen Versus-Modus) und – was die Sache noch abstruser macht – zwei Spieler teilen sich einen Controller!

Und zum Abschluss schon jetzt das absolute Spiel des Jahres, bei dem selbst Lysanda beim Anschauen des Trailers gemeint hat „das interessiert mich“. Gibt aber bislang noch keinen Veröffentlichungstermin, nur eine Demo auf Steam:

TopplePop: Bungee Blockbusters (PC) – Tetris mit Affen (und anderen Tieren), die von Bungeeseilen hängen. Bis zu vier Spieler entweder gegeneinander oder gemeinsam auf einem Spielfeld. Muss ich echt noch mehr sagen? Gut, technisch gesehen geht es darum vorhandene Blöcke mit besagten Tetris-Steinen aufzulösen, um befreundete Tiere zu retten und nicht darum tatsächlich ein Tetris zu bekommen. Die Inspiration ist aber trotzdem offensichtlich und es sieht absolut Banane aus – im positiven Sinn.

In diesem Sinne: Spielt fleißig zusammen und wir lesen uns am Montag wieder.

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