Nein, ich habe Sailor Moon immer noch nicht komplett durch (sind ungefähr bei der Hälfte). Ist durchaus anstrengend diese Serie. So wenig Story verpackt in zu viele gleichförmige Episoden. Ja, natürlich ist das Original von 1992 komplett auf die Zielgruppe „Kinder“ ausgerichtet und das verstehe ich auch. Trotzdem ertrage zumindest ich das Ganze nur in kurzzeitigen Dosen. Zum Glück gibt es dort draußen ein schier unglaubliches Angebot an Anime-Serien unterschiedlichster Genres, die man zwischendurch einschieben kann. Darunter diese zwei Machwerke, die wir mittlerweile durchhaben:

(Cover)

Death Note (2006, Anime-Serie mit 37 Episoden, DV) – Die grundlegende Geschichte dürfte bekannt sein: Es gibt ein Notizbuch. Schreibt man dort einen Namen hinein, stirbt diese Person. Unzählige Filme, Serien und Büchern haben diese Prämisse bereits genutzt und daraus spannende Geschichten gesponnen. Im Falle von Death Note gibt es mehrere solcher Bücher. Sie sind normalerweise im Besitz der Todesgötter (Shinigami) und gelangen nur selten in die Menschenwelt. Aber dem Todesgott Ryuk ist es zu langweilig mit seinen Kumpels im Jenseits Karten zu spielen, also lässt er seines mal wieder fallen. Anschließend wird es vom intelligenten und nicht weniger gelangweilten High-School-Studenten Light Yagami gefunden, der zuerst nicht an seine Wirkung glaubt aber der Neugierde nicht widerstehen kann. Er tötet also mit dem Buch seinen ersten Menschen und es beginnt eine beispielslose Mordserie, die Light damit rechtfertigt eine bessere Welt schaffen zu wollen ohne Kriminalität. Dass dabei die Polizei nicht tatenlos zusehen kann, obwohl es technisch gesehen erst einmal nur verurteilte Bösewichter trifft, dürfte logisch sein. So beginnt ein extrem spannendes Katz- und Mausspiel mit einer Person namens „L“, die Light unbedingt zur Strecke bringen möchte. Ja, ich weiß: Das ist nur die halbe Wahrheit. Aber ich will ja nichts spoilern :smile: .

Death Note (Herstellerbild)

Als Zuschauer weiß man natürlich von Anfang an was Sache ist und wer hinter dem Death Note steckt. Und ehrlich gesagt ist auch der Ausgang der Geschichte vorhersehbar obwohl ich mir sehr gewünscht habe, dass es anders kommt. Dennoch ist es äußerst reizvoll mit anzusehen, wie der Schlagabtausch zwischen Light und L abläuft. Dabei muss ich zugegeben, dass ich beide Hauptfiguren nicht besonders mag. Light ist der eingebildete Fatzke, der sich übermenschlich fühlt und seine Freundinnen schlecht behandelt. L ist ebenso alles andere als ein perfekt in die Gesellschaft integrierter Mensch. Entsprechend war es für mich weniger ein Mitfiebern wer von beiden am Ende gewinnt. Stattdessen lebt für mich die Geschichte vor allem davon zu sehen wie weit Light geht und zu erfahren was das Death Note noch alles kann bzw. welche Einschränkungen es hat (man möchte ja darüber fantasieren was man tun würde, wenn man sowas hätte). Zu sehen wie L und die Polizei vorgeht, um ihn zu schnappen sowie natürlich dem dazugehörigen „Wird er jetzt erwischt?!“ und den überraschenden Wendungen verstärkt zusätzlich den Drang weiter zu schauen. Wobei es von den Wendungen fast schon ein paar zu viele gibt. Der Serie hat einfach alles, was für mich einen guten Krimi ausmacht (siehe u.a. Michael Manns HEAT).

Beim Christoph meint: Von mir gibt es 4 von 5 Sics. Den 5. Sic gibt es ausschließlich aus persönlichen Gründen nicht. Zum einen war ich von der ein oder anderen Wendung enttäuscht, weil es aus meiner Sicht die Sache nur unnötig in die Länge gezogen hat und zum anderen hätte ich mir wirklich ein anderes Ende gewünscht (so spannend das tatsächliche Finale auch ist). Ansonsten ist die Serie wirklich erstklassige Krimiunterhaltung und eine absolute Empfehlung für alle, die es etwas spannender und düsterer haben wollen. Ich wüsste nicht, dass ich mich während dem Schauen gelangweilt hätte. Im Gegenteil sind wir durchaus das ein oder andere Mal später ins Bett, weil ich unbedingt die Auflösung des fiesen Cliffhangers noch sehen wollte :smile: .

(Cover)

Assassination Classroom (2015/2016, Anime-Serie mit 47 Episoden [2 Staffeln], DV) – Eine Klasse voller angeblicher Looser (=Schüler mit schlechten Noten) irgendwo oben auf einem japanischen Berg, abgestempelt von der Schulleitung und verhöhnt von den Mitschülern im Hauptgebäude. Klingt nicht gerade aufmunternd oder gar originell. Aber sie haben einen Auftrag von der japanischen Regierung: Ihr Klassenlehrer ist ein gelbes Tentakelmonster, das angeblich den Mond gesprengt hat (zumindest zur Hälfte). Ihre Aufgabe: Ihn bis zum Ende des Schuljahres zu töten, weil er sonst die Erde zerstört. Gar nicht so einfach, schließlich kann sich das Monster mit Mach 20 bewegen und damit jedem Angriff ausweichen. Anders als bei Death Note beginnt nun aber kein Katz- und Mausspiel. Nein, Koro-Sensei wie sie das Monster nennen, bemüht sich sehr um seine Schüler und möchte, dass sie besser werden – sowohl in der Schule als auch als Menschen. Dieses ganze „Töten“ ist da nur ein weiteres Lehrmittel für ihn, um dieses Ziel zu erreichen.

In der ersten Staffel (22 Episoden) geht es vor allem darum Koro-Sensei und die einzelnen Schüler besser kennen zu lernen (und sie sich). Das funktioniert erstaunlich gut, immerhin reden wir von am Ende 28 Schülern, drei Lehrern und diversen (dreidimensionalen) Bösewichtern. Man kann sich vielleicht nicht alle Namen merken aber am Ende der Serie lässt sich festhalten, dass irgendwie alle mal zum Zug kamen, ihre Folge im Rampenlicht hatten und eine Entwicklung durchmachten. Natürlich gibt es 2-3 Schüler, die besonders herausstechen wie z.B. den intelligenten Strategen oder die begabte Wissenschaftlerin. Aber die Serie nimmt sich tatsächlich die Zeit euch alle nahe zu bringen ohne dabei irgendwie langweilig zu werden oder nach Schema F vorzugehen. Stattdessen hat selbst in der 1. Staffel jede Folge einen Mehrwert. In Staffel 2 wird dann logischerweise das Tempo erhöht. Schließlich kennt man nun die Schüler und das Ende des Schuljahrs naht. Der Fokus verschiebt sich mehr hin zu was und warum Koro-Sensei existiert, wie die ganze Situation zustande gekommen ist und wie alle Beteiligten damit umgehen.

Assassination Classroom (Herstellerbild)

Dabei ist es angenehm, dass sich die Serie nicht zu ernst nimmt. Koro-Sensei ist eben nicht das böse Monster, dass alle vernichten will. Er steht auf große Brüste, mag Süßigkeiten, kriegt zu wenig Gehalt, etc. was eine gewisse Komik in die Sache bringt. Dadurch rückt hin und wieder die eigentlich ernste Lage (die Zerstörung der Erde) in den Hintergrund und es entsteht Luft zum Atmen sowohl für den Zuschauer als auch die Charaktere ohne, dass es gleich zu einer Filler-Episode verkommt.

Beim Christoph meint: Von mir gibt es volle und uneingeschränkte 5 von 5 Sics. Ich habe immer mal wieder vom Assassination Classroom gelesen und in den Buchhandlungen etwas reingeschnuppert, fand aber die Prämisse irgendwie zu abgefahren und wusste entsprechend nicht, ob mir der Manga wirklich gefallen würde. Nachdem ich nun aber die Serie gesehen habe muss ich ganz klar sagen: Das ist der bislang beste Anime, den ich gesehen habe (und die ersten 5 Sics für einen). Er war lustig, spannend, mitreißend und einfach durchweg unterhaltsam. Umso heftiger hat mich das Serienfinale getroffen… Unbedingt Anschauen!

Sicarius

Laue Herbstmonate

Underworld Ascendant (Herstellerbild)

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass der diesjährige Spieleherbst nicht so heiß ist wie sonst. Zugegeben: Ich kriege es mittlerweile nicht mehr ganz so direkt mit, wenn nicht gerade ein Crowdfunding-Titel wie Underworld Ascendant (15.11.18) dabei ist. Aber wenn ich mir die Releaselisten so anschaue ist da tatsächlich nicht ganz so viel los in Sachen AAA-Titeln. Wir haben schließlich schon Mitte Oktober und das einzige was ich mitbekommen habe sind Call of Duty: Black Ops IV und Assassin’s Creed Odyssey. Weder ein Forza Horizon 4 noch Life is Strange 2: Episode 1 haben aus meinem Blickwinkel große Wellen geschlagen. Und selbst darüber hinaus gab es nicht viel nennenswertes. Schon ein wenig komisch.

Es ist soweit…

Nein, ich glaube nicht, dass es allein am Release von Red Dead Redemption II in dieser Woche liegt. Der wird zwar einschlagen wie eine Bombe (bin allerdings gespannt, ob der Titel GTA V übertreffen kann). Doch meine Vermutung ist, dass wir zum einen mittlerweile stärker die schon lange stattfindende, schleichende Verschiebung ins Frühjahr (Februar/März) bemerken. Zum anderen sind es die Auswirkungen des „Games as a Service“-Fokus vor allem der großen Publisher wie EA, Activision Blizzard und Ubisoft. Beispielsweise hat EA laut Wikipedia und der offiziellen EA-Homepage dieses Jahr (Battlefield V kommt allerdings erst noch) nur rund ein Dutzend neuer Titel veröffentlicht – die vier jährlichen Sportspieliterationen bereits mit eingerechnet. Und von den restlichen zähle ich nicht alle zur Kategorie „AAA“ (z.B. Unravel Two). Für einen der größten Spielepublisher der Welt eigentlich total armselig. Wie verdienen die ihr Geld, wenn sie keine Spiele entwickeln und veröffentlichen?

Anthem (Herstellerbild)

Nun, wenn man sich die Zahlen anschaut brummt das Geschäft mit den sogenannten „Live Services“. 2 Milliarden Euro Umsatz allein im Fiskaljahr 2018 nur durch Microtransaktionen z.B. in Star Wars Battlefront und Spieleabos wie Origin Access. Bei der Zahl würde ich auch keinen Cent mehr in einen neuen Vollpreistitel stecken – schon gar nicht für einen mit einer unbekannten IP. Bitte? Anthem kommt nächstes Jahr? Ach als würde das was werden… Und laut den Analysten könnte EA sogar noch mehr aus den Spielern herausquetschen (meine Interpretation der Worte). Von einem Take-Two Interactive, dass sich quasi ausschließlich von den Shark Cards in GTA Online ernährt wollen wir da gar nicht erst anfangen zu reden.

Insofern kann man nach trotz des Aufschreis im letzten Jahr festhalten: „Games as a Service“ sind im Mainstream angekommen und werden von der Masse an Spielern akzeptiert und honoriert. Und nein: Wir sind in der Hinsicht garantiert noch lange nicht am Ende der Innovationskette angekommen. Ich erwarte, dass die Masse an AAA-Titeln noch weiter abnimmt und stattdessen immer mehr das Paradox Interactive-Modell in Mode kommt: Veröffentliche einen Titel und versorge ihn über Jahre hinweg mit DLCs. So ist Crusader Kings II schon 2012 auf den Markt gekommen. Der 15. und angeblich finale große DLC kommt am 13.11.18. Und dann gibt es noch zahllose Kosmetik-Erweiterungen für teils echt absurde Preise. Und dazu selbstverständlich noch mehr Mikrotransaktionen. Für den Fan des Spiels eine super Sache, für den Spielemarkt im Ganzen vielleicht nicht ganz so zielführend. Aber vielleicht bin ich einfach nur zu alt für den Scheiß :smile: .

Alle wollen unser Geld!

Nighthawks (Herstellerbild)

Während sich die Veröffentlichungen von Spielen gefühlt in Grenzen halten, buhlen aktuell irgendwie plötzlich haufenweise mehr oder weniger interessante (Videospiel)-Projekte um unser Geld. Von den 24 Projekten, die ich bislang 2018 unterstützt habe (nicht alle erfolgreich), startete/lief bei 12 Stück die dazugehörige Kampagne in den letzten zwei Monaten. Und dann sind auch noch fünf davon Rollenspiele (allerdings unterschiedlichster Machart)! Kann mir nicht vorstellen, dass die sich nicht gegenseitig die Unterstützer nehmen. Es sind schon wenig, die überhaupt noch bereit sind einem Crowdfunding-Projekt ihr Geld zu geben (verständlicherweise). Da brauchen wir erst gar nicht über zwei oder mehr zu reden – vor allem, wenn sie gleichzeitig standfinden. Entsprechend knapp war es z.B. für Nighthawks, Encased und The Darkside Detective: Season 2, die zwar alle ihr Finanzierungsziel erreicht und überschritten haben aber wirklich erst auf dem letzten Drücker. Aus meiner Erfahrung heraus nicht unbedingt ein gutes Zeichen. Aber ich will ja nicht gleich wieder pessimistisch sein. Zumal es ja in meinem Sinne ist, wenn am Ende ein gutes Produkt herauskommt.

Was mich allerdings mittlerweile ein wenig nervt (Vorsicht: Luxusprobleme!) ist die gestiegene Vielfalt von Crowdfunding-Seiten. Gab es anfangs „nur“ Kickstarter und dann Indiegogo, gibt es mittlerweile gefühlt für jede Produktkategorie eine eigene Seite mit ihren eigenen Ansätzen und Eigenheiten. Die Grundidee mag ja gut sein (wenn jemand Filme mag, bieten wir ihm auch nur Filme an). Das Problem ist aber, dass sich dadurch die Zielgruppe zersplittert. Erschwerend kommt hinzu, dass viele dieser alternativen Seiten zumindest aus meiner Sicht teils fragwürdige Praktiken haben. So wie Unbound (Bücher-fokussiert) funktioniert, ist es kein Wunder, dass viele Projekte dort nicht erfolgreich sind. Das feste Finanzierungsziel wird nicht angezeigt, ausgezahlt an den Projektinitiator wird zwar nur wenn es erreicht wird aber euer Geld wird trotzdem direkt eingezogen. Und scheitert das Projekt, könnt ihr euch das Geld nicht wieder auszahlen lassen, sondern könnt es nur auf der Webseite in ein anderes Projekt investieren. Bei solchen Konditionen überlege ich sehr lange und werde nach dem nun ersten gescheiterten Projekt auch definitiv dort nichts mehr unterstützen.

Wo ist mein Zeug?!

The Bard’s Tale IV: Barrows Deep (Herstellerbild)

Dass es keine einheitliche Fullfilment-Plattform (z.B. HumbleBundle). gibt ist genauso doof. Man hat nirgends so richtig einen Gesamtüberblick über seine unterstützen Projekte und welchen Status sie haben. Stattdessen muss man sich zig Webseiten mitsamt Login-Informationen merken (immer alle Mails aufheben!), da viele Entwickler mittlerweile sogar dafür ihre eigene Webseite programmieren (die mitunter mehr schlecht als recht funktioniert). Dabei finde ich als Backer speziell BackerKit eine super Sache (zentrale Adresspflege, komplette Projektübersichtsseite, etc.). Klar, kostet die Entwickler sicherlich ein bisschen Geld das zu benutzen aber ob eine eigene Webseite wirklich so viel billiger ist?

Und ja: Natürlich sind nicht alle Lösungen gleich gut. CrowdOx kann ich z.B. überhaupt nicht empfehlen. Warum? Weil ihr System völlig Banane ist. Ein Beispiel: Es kommt eine Mail, dass nun die Keys für The Bard’s Tale IV: Barrows Deep zur Verfügung stehen. Aber anstatt nun auf eine Seite geleitet zu werden auf der direkt die Auswahl für den Key getroffen werden kann, kommt man in seine Umfrage (da wird alles erfasst wie Adresse oder Addons) zurück – und findet nichts. Warum? Weil man schon auf der Addon-Seite der Umfrage ist. Man muss aber eine Seite zurück. Erst dort gibt es die Möglichkeit zwischen Steam und GOG zu wählen. Danach die Umfrage nochmal komplett durchklicken und erst anschließend kommt eine Mail mit dem Key. Wer hat sich das ausgedacht?

Aber gut: Das sind wie gesagt alles definitiv eher Luxusprobleme von jemandem, der vergleichsweise viele Projekte unterstützt. Insofern war es ganz nett sich darüber mal aufzuregen aber betroffen sind vermutlich die wenigsten meiner Leser davon. Deswegen: Danke, dass ihr es trotzdem gelesen habt und bis Montag :smile: .

Der aktuelle Gartenzustand

Herzlich Willkommen, liebe Webseitenbesucherinnen und Besucher!

Wir berichten heute live und in Farbe aus dem Garten von Casa Lysanda. Es erwarten Sie (unter Umständen) schockierende Augenzeugenberichte, (möglicherweise) mitreißende Geschichten und (vielleicht) emotionale Momente. Doch was ist hier geschehen? Nun, das können Sie in diesem Eintrag nachlesen. Seit unserem ersten Bericht wurde der Garten fertigstellt, der Natur freien Lauf gelassen und erste Zusatzmaßnahmen auf Basis von Ausbruchsversuchen ergriffen. Aber was erzähle ich Ihnen das, reden wir doch stattdessen direkt mit einem der Verantwortlichen. Ich begrüße den Webmaster, einer der Dosenöffner in der Casa Lysanda:

Namenloser Interviewer: Erzählen Sie unserem Publikum: Was hat sich in den letzten Wochen getan?

Der Webmaster: Nun, nachdem Hornbach endlich die DSM-Clips wieder auf Lager hatte, konnten wir zuallerst natürlich die letzten Plexiglasscheiben am Zaun befestigen. Stellte sich als schwieriger heraus, als wir gedacht hatten, da wir uns irgendwie total vermessen hatten. Und beim Kürzen mussten sich auch natürlich Risse bilden. Naja, wir haben nun das Beste draus gemacht und dann das Katzennetz montiert. Zusätzlich bekamen wir von einem Arbeitskollegen ein paar Baumstämme und haben sie um das Beet gelegt sowie wie geplant ein Kunststoffseil um einen der Terrassenpfosten gewickelt. Fand Pichu sofort super und hat darüber erfolglos versucht auf das Terrassendach zu klettern – was ihm aber nicht gelang. Zusätzlich zum Traktorreifen gibt es zudem nun einen mit Steinen abgegrenzten Bereich mit einem Torf-Humus-Rindenmulch-Mix zum Reinkacken. Wurde bereits erfolgreich angenommen, wenn ich mir so die Kackhaufen anschaue.

Namenloser Interviewer: Klingt nach viel Arbeit für so ein paar Katzen. Aber jetzt sind sie endlich fertig?

Der Webmaster: Nein, komplett dicht scheint der Garten trotzdem noch nicht zu sein. Wir haben zwar die ersten Schlupflöcher gestopft indem wir zusätzliche Plexiglasscheiben an das Gartentor sowie besagten Terrassenpfosten montiert haben. Zumindest Pichu haben wir aber am Wochenende dabei erwischt, wie er über das Garagendach wieder in den Garten gesprungen ist. Wie er rauskam sind wir uns aber noch nicht sicher. Es bleibt also spannend. Aber besser er als z.B. die noch unerfahrene Maya.

Namenloser Interviewer: Und wie haben die Katzen auf diese Neuerung reagiert?

Der Webmaster: Das sollten Sie sie wohl besser selbst fragen.

Maya auf Erkundungstour

Namenloser Interviewer: Da haben Sie wohl recht. Wie gut, dass die fünf unserem Sender Exklusivrechte eingeräumt haben und wir sie hier und jetzt interviewen dürfen. Auf meinem Gesicht liegt Maya und versucht sich die ganze Zeit an mich zu kuscheln. Wie findest du den neuen Garten?

Maya: Neu? Keine Ahnung wovon Sie reden aber ich darf endlich raus! Nicht mehr muss ich nur dabei zuschauen wie die Jungs durch eine durchsichtige Klappe in der Wand verschwinden. Oder durch das Fenster mit ansehen wie das grüne Zeugs wächst und ab und zu einen Windhauch erschnüffeln, der mir von unbekannten Sachen erzählt. Nein, wenn jemand von den Dosenöffnern so nett ist und die Terrassentür öffnet, kann ich endlich da raus und die Welt erkunden und das macht echt viel Spaß!

Namenloser Interviewer: Warum durch die Terrassentür? Haben dich die Dosenöffner nicht in der Katzenklappe registriert?

Maya: Was ist eine Katzenklappe? Lysanda hat mir ein paar Mal diese durchsichtige Tür in der Wand geöffnet. Meinen Sie das? Kann ich da auch alleine durch? Versteh ich nicht. Erscheint mir zu gruselig. Naja, egal. Auf jeden Fall bin ich bei meiner ersten Tour auch gleich hoch hinaus. Ich bin über den Kratzbaum hoch auf das Terrassendach und dann auf das Hausdach. Ein bisschen Angst hatte ich schon und der Untergrund war etwas steil und rutschig aber da oben war es echt cool. So viele Gerüche und man konnte so weit sehen. Der große Dosi hat dann ein Dachfenster geöffnet und ich war so doof da rein zu gehen. War zwar ein Raum, den ich vorher noch nie gesehen hatte aber jetzt komme ich nicht mehr auf das Hausdach, Die haben so eine blöde Scheibe am Pfosten befestigt, an der ich nicht vorbeikomme. Das ist echt doof und frustrierend! Ich will da wieder hoch und noch mehr von der Welt erkunden. *hatschi*

Namenloser Interviewer: Iiiih…ähhh Gesundheit. Ich sehe gerade, dass ein schwarzes U-Boot um meine Beine schleicht und um Aufmerksamkeit buhlt. Was hast du zum Thema zu sagen, Jules?

Jules & Pichu kabbeln sich

Jules: Ich kann damit leben. Ja, ich wäre schon lieber draußen. Ich finde es z.B. schade, dass ich mich nicht mehr in die Einfahrt legen und sonnen kann. Oder hinter dem alten und nicht mehr vorhandenen Sichtschutz im Schatten liegen darf. Aber es gibt auch so noch viele schöne Plätze zum ausruhen und rumtoben. Solange mein Bro Pichu bei mir ist und ich mit ihm balgen kann bin ich sowieso glücklich. Blöd ist nur, dass ich dem riesigen Ding namens Balu nicht mehr entfliehen kann. Der scheucht mich durch den ganzen Garten, wenn er mal wieder seine fünf Minuten hat. Das ist echt unheimlich und furchteinflößend. Der wird mich bestimmt irgendwann doch mal fressen. Und jetzt knuddel mich endlich, mir ist langweilig!

Namenloser Interviewer: Ich kann jetzt nicht. Zum einen habe ich Maya immer noch im Gesicht und zum anderen sehe ich aus dem Augenwinkel Lyssi aus dem Spieltunnel hervorlugen. Lyssi, haben Sie sich gut von Ihrem Unfall erholt?

Lyssi: Ja, mir geht es wieder gut. Werde ich nie wieder machen so eine Dummheit.

Namenloser Interviewer: Das freut mich zu hören. Angeblich war Ihr Unfall ja ein Grund für die neue Gartengestaltung. Wie finden Sie das?

Lyssi: Wissen Sie, es ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite bin ich überglücklich, dass ich nach fünf Monaten Hausarrest endlich wieder hinaus an die frische Luft darf. War echt anstrengend jeden Tag die Dosenöffner davon zu überzeugen das Schlafzimmerfenster zumindest zu kippen, damit ich Zeitung lesen konnte. Die Stippvisiten im Garten sind da einfach was ganz anderes. Außerdem macht es Spaß mit Pichu und Jules durch das hohe Gras zu flitzen oder im Spieltunnel verstecken zu spielen. Hätte nicht gedacht, dass das Ding etwas taugt als er noch im Haus rumlag. Auf der anderen Seite belastet es mich natürlich schon etwas zu wissen, dass ich mit ein Auslöser dafür war, dass die anderen nun nicht mehr hinaus in die weite Welt…ach, das glaubt mir doch eh keiner. Es ist mir völlig egal, was die anderen für Probleme haben. Hauptsache ich kann endlich wieder raus! Freiheit für Lyssi!

Namenloser Interviewer: Na dann. Maya, jetzt doch mal von mir runter!

Lyssi glücklich im Garten

Maya: Aber Intensivknuddeln! *hatschi*

Namenloser Interviewer: Igitt! Voll in die Haare. *verscheucht Maya und putzt sich mit einem Taschentuch* Wann wird die endlich gesund?! Naja, da drüben liegt Pichu auf einem Gartenstuhl. Pichu, wie gefällt Ihnen der neue Garten?

Pichu: Ehrlich gesagt verstehe ich den ganzen Aufstand nicht. Ich finde es zwar schön zu klettern, aber warum die Dosenöffner mir unbedingt das rein- und rauskommen erschweren mussten? Keine Ahnung. Abseits davon merke ich nicht viel Unterschied. Ja, Balu der alte Streuner ist gefühlt mehr da als früher und meine Sis Lyssi darf endlich wieder raus. Aber ich gehe weiterhin nachts auf Tour und bringe Mäuse mit nach Hause. Insofern passt das für mich schon alles.

Namenloser Interviewer: Eine überraschend positive Einschätzung. Haben Sie keine Angst, dass Ihnen die Fluchtwege abgeschnitten werden?

Pichu: Fluchtwege? Abschneiden? Warum sollten die Dosenöffner sowas tun? Ich habe mich bislang weder einsperren lassen noch war ich nicht pünktlich Zuhause. Also erzählen Sie nicht so einen Schmarrn und geben mir stattdessen ein paar Leckerlis.

Namenloser Interviewer: Mmmh. Da hat wohl jemand noch nicht den Ernst der Lage begriffen. Wie schaut es bei dir aus, Balu?

Balu denkt über das Leben nach.

Balu: Was ein Scheiß! Ich bin anständig und kacke ich nicht in mein eigenes Revier. Deshalb habe ich denen auch aus Frust in den Kellerflur gemacht, da bin ich sonst ja nie. Außerdem brauche ich als alter Schrebergartenkater meine Freiheit. Ich muss hinaus, mein Revier verteidigen und meine andere Familie besuchen. Die vermissen mich wahrscheinlich schon. Gott, da kriege ich schon wieder so eine Wut, dass ich Jules am liebsten eine überbügeln möchte. Warum werde ich, die vorbildlichste Katze überhaupt so bestraft?! Die Welt ist ungerecht!

Namenloser Interviewer: Du bist also mit der Situation unzufrieden?

Balu: Haben Sie mir gerade nicht zugehört? Das ist vollkommen bekloppt! Mir ist langweilig, ich will raus hier! *haut Jules*

*Jules rast durch den Garten und Balu rennt ihm hinterher*

Namenloser Interviewer: Da haben Sie es meine Damen und Herren. Live und exklusiv nur bei uns die harten und echten Fakten aus dem Garten von Casa Lysanda. Wir danken, dass sie eingeschaltet haben und verabschieden uns bis zum nächsten Mal. Haben Sie noch ein Wort um Abschluss für uns, Herr Nachbarshund?

Buddy: Ich mag Katzen. Katzen sind cool! Endlich kann ich den ganzen Tag mehr Katzen sehen *kläff* Kommt zu mir Katzies! Ich möchte mich euch spielen! *kläff*

*Alle Katzen rennen auf die Terrasse oder ins Haus*

Sicarius

Körpertuning: Entgiftung

Eins von unzähligen Detox-Produkten

„Entgiftung“ oder auch gerne als „Detox“ bezeichnet ist ein Begriff, der schon häufiger in unseren Gesundheitseinträgen gefallen ist. Und egal ob in Frauenzeitschriften oder Lifestyle-Blogs: Detox ist „in“ und viele Hersteller und Diäterfinder machen mit neuen Produkten fleißig mit. Wie der Name schon sagt, geht es darum den Körper zu entgiften bzw. ihn bei diesem Prozess zu unterstützen. Denn auch während ihr diesen Eintrag lest, ist er ebenfalls damit beschäftigt.

Was passiert da?

Giftstoffe gelangen von überall in unseren Körper. Wir nehmen sie mit der Nahrung auf, wir atmen sie ein und selbst über die Haut können sie ins Innere gelangen. Ein paar Beispiele sind Quecksilber (z.B. aus Wildfisch), Weichmacher aus Verpackungsmaterial, Alkohol oder Oxalsäure (kommt in Gemüse vor). Aber selbst wenn ihr euch von allen äußeren Einflüssen befreien würdet: Unser Körper produziert sie sogar selbst in Form von Säuren beispielsweise als Nebenprodukt beim Verdauungsprozess. Damit meinen wir aber keine Furze. Die fallen nicht in die Kategorie der Giftstoffe egal wie sehr sie stinken und gegen die Genfer Konvention verstoßen. Und wie der Name schon sagt handelt es sich hier um Sachen, die unserem Körper Schaden zufügen und er deswegen schnellstmöglich wieder loswerden will. Das funktioniert folgendermaßen:

Er fängt den Giftstoff z.B. mit Hilfe von Salz ein und macht ihn Transportfähig (binden). Anschließend wird er über das Blut (=Wasser) an die entsprechenden Entgiftungsorgane geliefert (Leber, Niere, Haut, etc.) und dort in harmlose Stoffe umgewandelt. Am Ende werden diese dann aus dem Körper geschafft z.B. über den Urin oder das Schwitzen. Das kann unser Körper normalerweise richtig, richtig gut. Damit dieser Prozess aber einwandfrei funktioniert, muss er zum einen die dafür notwendigen Mineralstoffe, Wasser und Vitamine haben. Zum anderen darf er nicht überfordert werden, denn sind es zu viele Giftstoffe, kommt er mit der Entgiftung nicht mehr hinterher. In diesem Fall muss er zu seiner eigenen Sicherheit diese irgendwo Zwischenlagern. Ja, der Vergleich zu Atommüll ist nicht ganz abwegig. Die Giftstoffe werden in Fett eingeschlossen und dann vor allem im Bauchraum angesiedelt. Deswegen hat man häufig beim Abnehmen oder zu Beginn von Entgiftungskuren ein Problem mit Übelkeit, Kopfschmerzen und anderen Vergiftungserscheinungen. Das Fett löst sich auf, die Giftstoffe werden freigesetzt und müssen über den normalen Prozess verarbeitet werden – der aber vielleicht immer noch überlastet oder nicht arbeitsfähig ist (z.B. Organprobleme aufgrund von Nährstoffmängel). Dann kommt es auch gerne zum Jojo-Effekt, denn die Giftstoffe sind immer noch unterwegs, der Körper kann sie aber nicht abbauen und tut alles dafür sie wieder einlagern zu können (=wieder Fett bilden). Ein weiteres Beispiel dafür, wie wichtig es für unseren Körper ist mit Giftstoffen umgehen zu können. Selbst bei einer Überforderung hat er noch einen Plan B.

Ein Kater (Pichu-Symbolbild)

Wenn ihr euch allerdings selbst vergiftet, indem ihr zu viele Giftstoffe auf einmal aufnehmt, gibt es keinen Plan C mehr. Hier kommt der Körper selbst mit dem Wegräumen nicht mehr hinterher und die Bösewichte können frei ihr Unwesen treiben. Der Kater nach einer durchzechten Nacht ist beispielsweise nichts anderes als eine Vergiftungserscheinung und er geht erst weg, wenn die Giftstoffe abgearbeitet oder eingelagert wurden.

Hohe Belastung

Die Wahrscheinlichkeit, dass euer Körper mit der Entgiftung überfordert ist, ist heutzutage sehr hoch. Im Grunde begegnen wir schädlichen Stoffen überall. Über die Auspuffabgase und den Zigarettenrauch, das Bierchen am Feierabend und die belastete Nahrung (Arsen, Pestizide, Schwermetalle, Plastik, Arzneimittel), die Zahnfüllung (Amalgam) sowie Hygieneartikel wie Shampoo oder Makeup – die Belastung ist stark und vor allem dauerhaft. Selbst Biofelder sind nicht sicher, denn dem Pestizid vom Feld nebenan ist es egal ob da im Katasteramt eine Grenze eingezeichnet wurde, der Wind trägt es trotzdem weiter. Insofern liegen die Frauenmagazine nicht verkehrt, wenn sie euch empfehlen regelmäßig Detox-Kuren zu machen. Aber ob die Art und Weise, wie diese Kuren aufgebaut sind, wirklich vorteilhaft sind? Vermutlich nicht immer.

Koriandertropfen

Im Grunde gibt es viele Möglichkeiten zu entgiften. Wichtig ist jedoch immer zu beachten, dass eine Entgiftung aus zwei Teilen besteht: Giftstoffe lösen und binden, um sie aus dem Körper heraus zu befördern. Eine beliebte und einfache Variante ist das Fasten. Dadurch, dass ihr weniger Nahrung zu euch nehmt, hat der Körper mehr Zeit sich mit dem alten Zeug zu beschäftigen. Um mit den dabei entstehenden Entgiftungserscheinungen besser umgehen zu können, ist es vor allem wichtig viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Dadurch werden die Giftstoffe zum einen verdünnt und zum anderen ausgeschwemmt.

Unterstützungsmaßnahmen

Weiterhin gibt es eine ganze Reihe von Hilfsmitteln, um beide Prozesse zu unterstützen. Jod wirft beispielsweise viele Arten von Schwermetallen aus den Zellen während Antioxidantien – wie der Name schon sagt – ihren Teil dazu beitragen frei laufende Giftstoffe zu stellen und gleich zu terminieren. Heilerde (z.B. Zeolith) oder Flohsamenschalen eignen sich hingegen sehr gut dazu im Darmtrakt angekommene Feinde aufzusammeln und nach draußen zu schaffen. Passiert das nicht, könnte es zu einer Rückvergiftung kommen. Die Theorie ist zudem, dass ein einzelnes Mittel nur gegen bestimmte Giftstoffe hilft – teilweise sogar organspezifisch wegen z.B. der Blut-Hirn-Schranke. So soll Koriander in der Lage sein auch das Gehirn zu entgiften während die Alge Chlorella dort nicht hingelangt. Inwieweit da tatsächlich was dran ist, wissen wir nicht.

Zudem ist eine Entgiftung sehr individuell. Ein Patentrezept gibt es aus unserer Sicht nicht und jeder muss für sich entscheiden welchen Weg er gehen möchte. Auf jeden Fall ist es ein Thema mit dem man sich auseinandersetzen sollte. So wird vermutet, dass ein Grund für Alzheimer eine Aluminiumvergiftung im Gehirn sein könnte. Aber auch andere Krankheiten bzw. ihre Symptome können durch Giftstoffe im Körper entstehen. Sprich bei einer richtigen und kontinuierlichen Entgiftung (und vermutlich einer dazugehörigen Ernährungs- und Lebensumstellung) besteht zumindest die Chance einer Milderung, wenn nicht sogar ein Verschwinden der Symptome. Und wer noch nicht krank ist, dem kann es vorbeugend helfen. Man muss ja nicht immer erst warten bis der Mülleimer überquillt, bevor man ihn rausträgt.

Sicarius

Die Nachfolgersuche

Just Cause 3: Sky Fortress (Hestellerbild)

Es ist fast geschafft. Nein, ich meine nicht unseren Garten. Da sind wir zwar auch schon etwas weiter (Baumstämme liegen rum und eine Terrassensäule ist mit einem Kunststoffseil als Kratzmöglichkeit umwickelt) aber es fehlen uns immer noch die DSM-Clips zur Befestigung der letzten drei Plexiglasscheiben. Laut Hornbach-Hotline sollen sie am Freitag endlich kommen. Schauen wir mal. Ich rede hingegen von Just Cause 3 in dem ich seit gestern 64 von 66 Steam-Achievements habe. Was fehlt ist noch das „Bekomme 5 Gears in allen Challenges“-Achievement für das Hauptspiel sowie das 100%-komplett-Achievement, das es dann automatisch gibt. Mal schauen ob ich dafür tatsächlich die Geduld habe (einige der fehlenden Herausforderungen sind schon extrem schwer).

Es wird auf jeden Fall so langsam Zeit, dass ich mir Gedanken mache auf was ich mich als Nächstes konzentriere. Kandidaten gibt es bekanntlich viele inkl. ein paar ganz frisch veröffentlichte AAA-Titel (Crowdfunding-Projekte) wie The Bard’s Tale IV: Barrows Deep oder Pathfinder: Kingmaker. Aber ich glaub‘ mir dürstet es nach mittlerweile 50 Stunden Just Cause 3 doch erstmal wieder nach einem etwas kürzerem Spielerlebnis. So ist beispielsweise am 18. September Version 1.0 von Distance erschienen. Ja, wieder ein Kickstarter aus dem Jahre 2012, der sich endlich seinem Ende zuneigt (die Boxed Copy fehlt noch).

Coole Sache

Distance (Herstellerbild)

Wer Distance nicht kennt und keinen Bock hat mein hoffnungslos veraltetes Video von 2013 zu schauen: Es handelt sich im Kern um ein Cyber-Arcade-Survival-Rennspiel. Sprich erreicht die Ziellinie in bestmöglicher Zeit und überlebt dabei die Gefahren der Rennstrecke wie Kreissägen oder Betonblöcke. Dazu kann euer Auto nicht nur fahren (inkl. an Wänden und Decken), sondern auch springen (wer macht Stufen in eine Straße?!) und fliegen (hin und wieder fehlt die Fahrbahn). Das Setting erinnert dabei sehr stark an TRON (für mich bereits ein großer Pluspunkt!) und ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob man nicht tatsächlich in einem Computer unterwegs ist.

Und ja, eine Besonderheit des Titels ist eine Einzelspielerkampagne in die ich bereits etwas reingeschnuppert habe. Während das bei anderen Rennspielen meist bedeutet, dass ihr irgendwie eine Rennfahrerkarriere erlebt, ist hier der Protagonist einfach nur das Rennauto. Ihr werdet ohne Hintergrundwissen in eine neon-durchfluteten Stadt geworfen und wisst nur, dass irgendetwas in vier (Echtzeit-)Stunden passiert (der Countdown ist immer auf dem Auto sichtbar). Was genau, wird quasi nebenbei erzählt. Eure Aufgabe ist es zu fahren und zu überleben während in der Stadt verteilte Lautsprecher irgendetwas von einer Evakuieren erzählen, Schilder auf ein Unglück hinweisen, mysteriöse Stimmen aus dem Off ertönen, treibende Elektromusik das Adrenalin durch eure Adern pumpt und sich plötzlich auch mal die Spielwelt bedrohlich verändert und eure Wahrnehmung in Frage gestellt wird. Ist leider nicht sehr lange dieser Adventuremodus (gibt ein Achievement ihn in einer Stunde durchzuspielen) aber eine richtig coole Sache – und natürlich ein perfektes Tutorial für den Rest des Spiels, denn das Erstlingswerk (6 1/2 Jahre in Entwicklung) von Refract hat nicht nur dank der Modding-Community (der Level Editor ist seit der ersten spielbaren Version drin) sehr viel mehr zu bieten.

Schon im Auslieferungszustand gibt es über 100 Entwickler-Levels mit Modi wie Challenge oder Sprint. Auch ein Multiplayer-Modus für zwölf Spieler online oder vier im lokalen Splitscreen laden dazu ein massenhaft Zeit in den Titel zu versenken. Ach und ein VR-Modus steht ebenfalls zur Verfügung. Definitiv ein Kickstarter-Projekt, das ich nicht einmal im Ansatz bereue unterstützt zu haben. Und obwohl ich Version 1.0 noch nicht intensiv gespielt habe: Mein Fazit von 2013 ist unverändert. Für 21 Euro (auf Steam) ist es unbedingt für normale Rennspiel-Fans ein Geheimtipp aber wer auf knifflige Arcaderacer steht, sollte sich das Produkt unbedingt mal anschauen.

Depressiv

Hellblade: Senua’s Sacrifice (Herstellerbild)

Aber vielleicht ist mir Distance zu abgedreht und ich beschäftige mich stattdessen erstmal mit Hellblade: Senua’s Sacrifice. Da hatte ich lange auf eine Retail Version gehofft aber für den PC kommt da nichts mehr. Ninja Theory hatte schon vor Release gesagt, dass sie lieber mehr Geld für sich haben wollen (nachvollziehbar) und deshalb auf die klassische Publisher-Beziehung verzichteten – und damit auch auf eine Retailbox. Und in der Zwischenzeit scheint kein Budget-Publisher die Rechte bekommen zu haben. Blöd für mich aber mehr Selbstbestimmung für die eigentlichen Entwickler ist ja ein Grund, warum ich so viele Crowdfunding-Projekte unterstütze. Also habe ich beim letzten Sale endlich zugeschlagen, da ich den Titel extrem interessant finde trotz oder gerade wegen den gespalteten User-Bewertungen.

Senuas Reise in die grausame Unterwelt der keltischen und nordischen Mythologie hat es auch definitiv in sich. Sie leidet nämlich unter Psychosen, hört Stimmen, ist praktisch dem Tode geweiht und entsprechend alles andere als eine Frohnatur – sonst würde man sich vermutlich nicht in den buchstäblichen Abgrund begeben. Aber genau darum geht’s ja. Hellblade: Senua’s Sacrifice ist sowas wie der erste AAA-Titel, der ernsthaft versucht Sachen wie Schizophrenie realistisch und vor allem greifbar für „Normalos“ darzustellen. Dass das nicht jedermanns Sache ist, dürfte klar sein. Vor allem wird bei so einer Ausgangsbasis definitiv kein normales Spiel daraus. Es ist mehr Walking Simulator als 3rd-Person-Actiontitel. Zwar gibt es Kämpfe, aber die sind wohl nicht ganz so anspruchsvoll (in der ersten Stunde, die ich bislang erlebt habe, sowieso). Stattdessen liegt der Hauptfokus der Entwickler woanders:

  • Die beeindruckende Darstellung von Hel (sowohl optisch als auch das Leveldesign) und vor allem des Hauptcharakters (vollständige Körper-Mocap-Aufnahme von Melina Jürgens aus Deutschland). Grafisch kann sich der Titel absolut sehen lassen solange man hier und da nicht zu genau hinschaut (Senuas Augenbewegungen sind teilweise etwas zu erratisch und auf Entfernung fällt in der Umgebung hier und da ein gewisser Detailmangel auf).
  • Hellblade: Senua’s Sacrifice (Herstellerbild)

    Die bedrückende Heldenreise von Senua und die Art und Weise wie sie erzählt wird. Während Lara in Tomb Raider gefühlt mehr zum Spaß der Entwickler auf diverse Art und Weise gefoltert wurde (Stichwort „brutale Tode“) und ihre Entwicklung zur toughen Abenteurerin zumindest für mich nur bedingt glaubhaft rüberkam (trotzdem super Spiel!), wird Senuas Leiden schon ab der ersten Minute wie erwähnt wesentlich greifbarer und damit in gewisser Weise noch schlimmer dargestellt. Sie ist ein Mensch, der nur noch von einer einzigen Sache getrieben wird und genau das macht sie stark genug den Stimmen zu trotzen, weiter zu machen und den Gefahren von Hel zu trotzen. Einziger Negativpunkt, den ich jetzt schon habe: Man muss wirklich sehr genau zuhören (oder sich schon damit auskennen), sonst weiß man am Ende nicht mehr welcher nordische Gott jetzt was gemacht hat :smile: .

Ja, Hellblade: Senua’s Sacrifice ist kein Spiel um nach der Arbeit abzuschalten würde ich sagen. Aber ich bin immer Fan davon, dass Entwickler auch außerhalb von „Serious Games“ das Medium für mehr als nur normale Unterhaltung nutzen. Ob ich es am Ende tatsächlich ertragen kann ist eine andere Frage. Aber die erste Stunde hat mich definitiv sowohl schockiert als auch fasziniert zurückgelassen. Mal schauen wie es weitergeht.

Von eurer Seite irgendwelche Empfehlungen, denen ich mich nach Just Cause 3 unbedingt widmen sollte? Aber nein, ich werde nicht endlich mit Europa Universalis IV oder Crusader Kings II anfangen. Ich hatte doch erwähnt, dass ich erst einmal eine etwas kürzere Spiellaufzeit möchte :wink: .